Johann Franz

Aus Sagradien
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Lukas I. (von Sagradien), (*1687; †1744), König von Cuentez (1713-1744) und König von Sagradien (1723-1744). Erster König nach dem Bürgerkrieg und dem republikanischen Intermezzo.

Kindheit und Jugend

Lukas wurde 1687 im sagradischen Carravil de Nadal als Sohn von Prinz Fernando von Cuentez und Carlota de Sesín geboren. Er wuchs zunächst am Hof des sagradischen Königs Gabriel VII. in Semess auf. 1699 wurde sein Urgroßvater Manuel I. der Alte in hohem Alter von 75 Jahren König von Cuentez und Conte von Tulis, sein Vater erhielt den Titel eines Vizegrafen von Diegue, sein Onkel Maximilian den traditionellen Thronfolgertitel eines Prinzen von Cuentez. Lukas zog nun nach Tulis, wo er als königlicher Prinz erzogen wurde. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte im Alter von 77 Jahren und übergab die Herrschaft an seinen Enkel Maximilian II., den älteren Bruder Fernandos und Onkel Lucas. 1709 nahm Luca de Nadal seine erste Gattin Prinzessin Maria von Micolinien zur Frau nahm. Die 26-jährige Maria hatte bereits eine Ehe mit dem verstorbenen Grafen von Sieta hinter sich, als sie den vier Jahr jüngeren Luca de Nadal heiratete, der aufgrund der Kinderlosigkeit Maximilians I. als Präsumptiverbe der cuentesischen Krone galt. Die Ehe blieb jedoch unglücklich und kinderlos.

Thronbesteigung und Koalitionskrieg

Lukas trat im selben Jahr aufseiten Großbritanniens in den Spanischen Erbfolgekrieg ein und geriet damit in Gegensatz zum sagradischen König Danadier II.. Nach dem Tod Maximilians II. im Jahr 1713 wurde Lukas selbst König von Cuentez und Graf von Tulis. Während die europäischen Mächte in Utrecht Frieden schlossen, gingen die Kämpfe zwischen Sagradien und Cuentez weiter, die sich zum sagradischen Bürgerkrieg ausweiteten, als sich die sagradische Adelsopposition der so genannten "Coalicionarioes" unter den Schutz Lukas' I. stellten und dem regierenden Danadier II. den Krieg erklärten. Lukas versprach sich vor allem Gebietsgewinne entlang der Blaumeerküste sowie eine neue sagradisch-cuentezische Allianz gegen die Hegemonie der Bourbonenstaaten Frankreich und Spanien und Schutz gegen Micolinien. Mit einem propagandistischen Großangriff in Sagradien versuchte er die Sympathien der Bevölkerung und der königstreuen oder unentschiedenen Adligen zu erwerben.

1717 übernahm Luca als Generalkapitän und Nachfolger von Alésio de Vierna den Oberbefehl über das Heer der Koalitionstruppen, den er 1720 an Filipe de Piacón de la Sieta weitergab, den älteren Bruder des späteren Königs António II. Ramírez. Nach dem Ende des Bürgerkrieges schlossen die neuen Generalstände für Sagradien Frieden mit Lukas, der ausdrücklich als Freund der Nation benannt wurde. Nachdem die Stände vergeblich Luis Filipe von Servette, dem Gatten der ältesten Schwster Peters II., Isabela von Sagradien, die Krone angetragen hatten, dessen Frau jedoch starb, wurde im Parlament nach einem geeigneten Gatten für die unverheiratete Prinzessin María Luísa, die jüngste, noch unverheiratete Schwester Peters II. gesucht, der als König von Sagradien die Monarchie restaurieren, die Stände aber anerkennen und eine Thronfolge des französischen Dauphins auch in Sagradien verhindern sollte. Schließlich fiel die Wahl auf Lukas von Cuentez, der über die nötigen militärischen Mittel verfügte, um die von Filipe Carles de Viça, dem Bruder Danadiers II. und Peters II. ausgehende Gefahr einer Rückeroberung des Throns durch die Valier abzuwenden.

Krönung zum sagradischen König

Nach längeren Verhandlungen mit den Generalständen gelang es Luca auch, die Valier endgültig zu besiegen. Feierlich wurde ihm die Krone angetragen, diese sollte er aber erst nach der Hochzeit María Luísa de Santori, der Tochter König Danadiers II., sowie nach dem Schwur auf die Gesetze der Versammlung, die Codices Magna, antreten. Im Juli kam es in Semess zur Hochzeit, im August schworen Luca und seine Ehefrau vor der Versammlung, die Codices Magna zu beachten und im September wurden beide in Noyar zu König Lukas I. und Königin Maria I. gekrönt. Damit war Sagradien nach zweijährigem Intermezzo wieder Königreich, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen. Luca und María regierte in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Im Laufe ihrer Regierungszeit konnten beide jedoch den Einfluss der Cortes, die allein das Königspaar einberufen und auflösen konnte, immer mehr zugunsten der königlichen Befugnisse zurückdrängen. Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Valier und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. 1736 schloss Sagradien mit Micolinien den Vertrag von Diegue, in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Luca und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Luca gilt zudem als erster aufgeklärter Monarch Sagradiens. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und ein großer Anhänger von Santiago Calles. Zudem berief er einige Gelehrte an seinen Hof in Semess. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.

Luca herrschte in Cuentez als legitimer König in der Blutslinie, in Semess jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (de iure uxoris), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Lukas seiner Ehefrau in Tulis theoretisch voran- und in Semess untergestellt. Jedoch war zu Lebzeiten der beiden umstritten, in wiefern sich die Herrschaft Lukas’ in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Lukas als neuen König erwählt hatten. Als Königin María I. 1735 unmittelbar nach der Geburt des Prinzen Joán Manuel starb, wurde das Problem aktuell. Da der Thronfolger erst wenige Tage alt war, stellten sich die sagradischen Cortes auf die Position, dass Lukas I. qua Wahl durch die Stände und eigenes Blutrecht (als Urenkel Gabriels VI.) auch nach dem Tode seiner Frau rechtmäßiger König des Landes sei. Der Akt von Vierna vereinigte die Stände von Sagradien und Tulis-Cuentez vollzog damit de facto, aber nicht de jure den Schritt von der Personal- zur Realunion. Das Königreich von Sagradien und Cuentez erklärte der Akt für untrennbar und die Codices Magna als verbindlich für das gesamte Reich.

Nachfolgefrage

Gemeinsam erließen König und Stände zudem eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magna ergänzten. Darin versuchte Luca, die Nachfolge unter seinen Kindern zu regeln, musste aber den Ständen ein formales Wahlrecht einräumen. Der Tod des dreijährigen Thronfolgers im Jahr 1738 stellte das Doppelkönigreich erneut vor Nachfolgeprobleme. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung wurde nun Lucas und Marías älteste, 1725 geborene Tochter María Francisca zur neuen Thronfolgerin in beiden Reichtsteilen. Als diese 1742 im Alter von 16 Jahren António de la Sieta heiratete, musste dieser einen Eid auf die Codices Magna ableisten und wurde damit möglicher zukünftiger König an der Seite Maria Franciscas. Lukas I. starb 1744 in Semess. Seit 1740 befand sich Sagradien als Mitglied der Pragmatischen Allianz mit Österreich und Großbritannien im Krieg gegen Frankreich, Preußen und ihre Verbündete. Die Kämpfe führten 1744 unter anderem dazu, dass die Gegner Sagradiens, allen voran Frankreich, die Nachfolge Lucas durch María II. Francisca und Anton II. nicht anerkannten und stattdessen Louis-Gabriel de Vienne, den frankreich-freundlicher Großherzog von Servette, zum König proklamierten. Die Auseinandersetzungen führten zum Beginn eines Kolonialkriegs in Amerika und Indien, der als Teil des Österreichischen Erbolgekriegs gelten kann. Der Krieg entwickelte sich zum Erbfolgekrieg in Sagradien und führte zur Gefangennahme und Abdankung Antónios und zur Erhebung des Bourbonen Louis-Gabriel de Vienne zum König. Als Gabriel VIII. begründete er das Königshaus Vienne und beendete damit endgültig die Herrschaft der Santori-Dynastie auf dem sagradischen Thron.