Richard II.
Richard II. (von Sagradien), genannt der Dichterkönig (*1563, †1591), war König von Sagradien (1573-1591).
Richard II. wurde 1563 als ältester Sohn von König Richard I. Jakob und seiner protestantischen Ehefrau Louise von Bourbon, einer Tante Heinrichs von Navarra (seit 1589 als Heinrich IV. König von Frankreich), in Novil geboren. Im Alter von zehn Jahren folgte er 1573 seinem verstorbenen Vater auf den sagradischen Thron. Seine Mutter Louise übernahm zunächst die Regentschaft und führte unter dem Einfluss ihrer hugenottischen Ratgeber die tolerante Religionspolitik seines Vaters fort. Den Protestanten, die in großer Zahl aus dem von Bürgerkriegen gebeutelten Frankreich nach Sagradien strömten, wurden zahlreiche Privilegien eingeräumt, sodass diese – oft Facharbeiter und Ausgebildete – der sagradischen Wirtschaft großen Nutzen brachten. Mit siebzehn Jahren entmachtete Richard 1577 seine Mutter und machte Joán María de Belavís zu seinem leitenden Minister, der in den Folgejahren maßgeblich die sagradische Politik maßgeblich bestimmte.
Richard selbst galt als melancholisch und wenig interessiert am politischen Geschehen. Zunehmend widmete er sich seiner Leidenschaft, der Poesie. Er schrieb zahlreiche Gedichte, die an seinem Hof immer wieder ausländischen Gästen und Gesandten vorgetragen wurden. Er zog die Kultur klar der Politik vor und unter seiner Regierungszeit erlebte das Goldene Zeitalter in der sagradischen Literatur einen Höhepunkt. Belavís steuerte in Abgrenzung zu Louise von Bourbon bald einen radikal antiprotestantischen Kurs und beendete die Kriege gegen die katholische Liga. Seit 1580 unterstützte Sagradien den spanischen König Philipp II. in dessen Krieg gegen das protestantische England.
Ein Versuch Louises, Belavís im Jahr 1582 zu stürzen und eine erneute Politikänderung herbeizuführen, endete mit ihrer Verhaftung. Sie konnte 1583 nach Frankreich fliehen. Belavís leitete eine Reihe von blutigen Protestantenverfolgungen ein und verbot im Edikt von Novil 1586 jede Form von Protestantismus in Sagradien. Die in Sagradien lebenden Calvinisten mussten entweder zum Katholizismus konvertieren oder wurden energisch bekämpft. Daneben legte Belavís den Grundstein für den sagradischen Absolutismus, indem er die Einflussmöglichkeiten des Adels einschränkte. Außerdem bemühte er sich um einen Ausbau des sagradischen Kolonialreiches. Seit 1588 unterstützte er Spanien im Seekrieg gegen das protestantische England sowie Frankreich.
Richard II. heiratete 1580 Anna von Österreich, die ihm die beiden Söhne Gabriel (als Gabriel V. König von Sagradien) und Michael Joseph (Begründer der Nebenlinie Santori-Viena) sowie zwei Töchter gebar. Richard starb im Jahr 1591 an einer Fieberkrankheit. Sein Nachfolger wurde sein sechsjähriger Sohn Gabriel.