Josep Carles Otero
Josep Carles Otero (*1934 in Biniar-Mescano) ist ein sagradischer Politiker, früherer Ministerpräsident seines Landes (1992-1999) und langjähriger Vorsitzender der christdemokratischen Volkspartei.
Inhaltsverzeichnis
Leben und Karriere
Ausbildung und frühe Jahre in der Stadtpolitik
Josep Carles Otero wurde in Mescano, einem Vorort der bordesischen Stadt Biniar, geboren und stammt aus einer konservativ-katholischen Familie. Religiös erzogen, besuchte Otero ein katholisches Gymnasium und begann anschließend in Artir ein Studium der Rechtswissenschaften, das er 1962 mit dem Doktorgrad beendete. Nach seinem Studium kehrte er als Beamter der Justizverwaltung in seine Heimatstadt zurück und verfolgte eine politische Karriere. Bereits seit Studientagen Mitglied der konservativ-katholischen CSD (später PPC) und in der christdemokratischen Parteijugend tätig, wurde er 1964 ins Stadtparlament von Biniar gewählt, wo er 1967 die Führung der konservativen Fraktion übernahm. Gleichzeitig stieg er in die Führung seiner Partei in der Provinz Farfalla-Argente auf. 1969 zog er als Vertreter der Volkspartei in den ersten Regionalrat von Bordez ein.
Bürgermeister von Biniar
Sein Förderer war zu dieser Zeit der einflussreiche PPC-Provinzpräsident Ernesto Caballó, der den 38-jährigen Otero 1971 als Bürgermeisterkandidaten in Biniar vorschlug. Bei der Wahl im Jahr 1972 konnte sich Otero schließlich durchsetzen und wurde an die Spitze seiner Heimatstadt gewählt. Schon im nächsten Jahr folgte er Caballó als Präsident der CSD in der Provinz Farfalla-Argente nach und wurde 1974 stellvertretender Parteivorsitzender in der Region Bordez, 1977 schließlich Mitglied im nationalen Parteivorstand der Volkspartei.
Aufstieg zum Parteivorsitzenden
Nachdem er 1974 erstmals in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt und 1976 in seinem Amt als Bürgermeister bestätigt worden war, zog sich Otero im Jahr 1978 aus seinen städtischen Ämtern zurück und konzentrierte sich fortan auf seine Karriere in der nationalen Politik in Semess. 1979 wurde er Parlamentarischer Sekretär seiner Fraktion in der Abgeordnetenkammer und 1982 als Nachfolger von Joán Emilio Moya schließlich Fraktionssprecher. In diesem Amt gehörte er fortan zum Führungsteam der Christdemokraten und fungierte als einer der wesentlichen Organisatoren der konservativ-liberalen Regierungskoalition. Er machte sich gleichermaßen einen Namen als talentierter Redner und als umsichtiger Organisator.
Nach dem erneuten Wahlsieg seiner Partei bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1986 stieg Otero 1987 zum stellvertretenden Parteivorsitzenden der PPC auf. Bei einer Kabinettsumbildung im Frühjahr 1989 wurde Otero als Finanzminister in die Regierung von Emilio Moya berufen. Dort galt schnell als einer der profiliertesten Kabinettsmitglieder.
Im Anschluss an die Parlamentswahl 1990 und dem Wechsel in der Regierungsspitze an den Sozialisten Donado Ricardes wurde Josep Carles Otero auf dem Parteikongress der Volkspartei 1991 als Nachfolger Emilio Moyas zum neuen Parteivorsitzenden des PPC und damit zum Oppositionsführer gewählt.
Premierminister
Nach einer anhaltenden Kabinettskrise im Herbst 1992, in deren Verlauf Ministerpräsident Donado Ricardes seine parlamentarische Mehrheit einbüßte, wurde Josep Carles Otero als Führer der Opposition von Präsident Santiago Montoya mit der Suche nach einer neuen Regierungsmehrheit beauftragt. Nach Gesprächen mit Liberalen und Radikalen gelang es Otero, eine konservativ-liberale Minderheitsregierung zu bilden, die vom Partido Radical-Democrático gestützt wurde.
Als Ministerpräsident setzte Otero den unter seinen Vorgängern eingeleiteten Privatisierungskurs fort und brachte u.a. die bis dahin staatliche Telekom an die Börse. Außerdem leitete er die 1999 erfolgte Teilprivatisierung des staatlichen Energieunternehmens COESA in die Wege. Besonders energisch engagierte sich der bekennende Europäer Josep Otero für eine Fortführung und Intensivierung der Europäischen Integration. Diesen Kurs setzte er auch gegen Widerstände am rechten Parteiflügel durch. Unter seiner Präsidentschaft ratifizierte Sagradien die Verträge von Maastricht und Amsterdam und entschied sich für die Einführung des Euro als Währung. Wenig Erfolg hatte er dagegen bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, die unter seiner Regierung auf einen Rekordwert anstieg, und beim Abbau der Staatsschulden.
Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1994 gelang es Otero, eine eigene parlamentarische Mehrheit für seine konservativ-liberale Koalition zu sichern, während der radikale Bündnispartner nicht erneut ins Parlament einziehen konnte.
Gegen Ramón Julio De la Costa folgte vier Jahre später jedoch eine deutliche Niederlage bei der Parlamentswahl 1998, die Otero schließlich nicht nur sein Amt als Premierminister an De la Costa, sondern auch die Parteiführung der Konservativen kostete.
Nach der Ministerpräsidentschaft
Nach der Niederlage 1998 reichte Otero seine Demission ein und wurde nominell wieder Oppositionsführer. Gleichzeitig mehrte sich aber die Kritik an seinem Führungsstil. Viele wünschten sich nach zehn Jahren unter Oteros Führung eine Verjüngung in der Parteispitze.
Otero nahm im Jahr 1999 als Kandidat der PPC an der Präsidentschaftswahl teil, verlor aber auch diese gegen den Sozialisten António Grande Illega. Schließlich kündigte Otero im Lauf des Jahres 1999 an, beim nächsten regulären Parteitag der Volkspartei im Januar 2000 nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Als Nachfolger schlug er erwartungsgemäß den Fraktionssprecher in der Abgeordnetenkammer Roberto Vidéas Braga vor, der lange bereits als Kronprinz Oteros angesehen worden war.
Im Jahr 2001 übernahm Otero die Funktion eines UN-Sonderbeauftragten im Kosovo. Vor der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002 wurde Otero im Falle eines konservativen Wahlsiegs als Kandidat für das Amt des Außenministers gehandelt. Die deutliche Niederlage seiner Partei unter der Führung Roberto Vidéas' bei nochmaligen Verlusten und das Nachsehen des von ihm unterstützten Oscar Rolando Huerón bei der Wahl zum neuen Parteivorsitzenden führten letztlich aber auch zu einer endgültigen Entmachtung Oteros und einem weitgehenden Machtverlust der bis dahin dominanten Strömung in seiner Partei. In der Folge zog sich auf die Rolle eines einfachen Abgeordneten zurück. Nach wie vor wurde er aber als Parteipatriarch hinter den Kulissen gehandelt und trat öffentlich als unabhängiger Elder Statesman auf. Dabei scheute er auch nicht vor vereinzelter Kritik an der Linie des neu gewählten Parteivorsitzenden Miguel Ánibal Luisanto zurück, der 2006 schließlich selbst Ministerpräsident wurde.
Von Dezember 2001 bis 2003 war Otero Mitglied und Vizepräsident des Europäischen Konvents, der eine Verfassung der Union ausarbeiten sollte.
Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006 verzichtete Otero nach 32 Jahren im Parlament auf eine neuerliche Kandidatur, wurde stattdessen aber Ende des Jahres auf Vorschlag der vormaligen Oppositionsparteien von Präsident António Grande Illega zum Senator auf Lebenszeit ernannt.
Auszeichnungen
Für sein Bemühen um die europäische Integration wurde Josep Otero im Jahr 2001 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet.
Politische Funktionen
Öffentliche Ämter
- 1972-1978: Bürgermeister der Stadt Biniar
- 1989-1990: Finanzminister im Kabinett Moya III
- 1992-1999: Ministerpräsident Sagradiens (Kabinett Otero I, II und III)
Mandate
- 1964-1980: Stadtrat in Biniar
- 1969-1974: Mitglied des Regionalrats von Bordez
- 1974-2006: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
- seit 2006: ernannter Senator auf Lebenszeit
Parteifunktionen
- 1967-1972: Fraktionssprecher der Volkspartei (PPC) im Stadtrat von Biniar
- 1973-1989: Vorsitzender der Volkspartei in der Provinz Farfalla-Argente
- 1977-1987: Stellvertretender Vorsitzender der Volkspartei in der Region Bordez
- 1979-1982: Parlamentarischer Sekretär der Volkspartei-Fraktion in der Abgeordnetenkammer
- 1982-1989: Fraktionssprecher der Volkspartei in der Abgeordnetenkammer
- 1987-1991: Stellvertretender Parteivorsitzender der PPC
- 1991-2000: Parteivorsitzender der PPC