Sagradische Fußballnationalmannschaft: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 22:55, 24. Jun 2012
Inhaltsverzeichnis
- 1 Die Ära Desanctis und die Vizeweltmeisterschaft 1958
- 2 Die Siebziger Jahre und die Europameisterschaft 1976
- 3 Umbrüche der Achtziger Jahre
- 4 Die Ära Notero 1992-1997
- 5 Erfolge unter Selle Ebrulla 1997-2000
- 6 Enttäuschungen bei der WM 2002 und der EURO 2004
- 7 Die Ära Verrano und die Europameisterschaft 2008
- 8 Internationale Dominanz und Weltmeisterschaft 2010
- 9 Personen
- 10 Große Turniere
Die Ära Desanctis und die Vizeweltmeisterschaft 1958
Nach der verpassten WM-Qualifikation 1954 übernahm 1955 António Desanctis als Auswahltrainer die "Azûr" und prägte etwa ein Jahrzehnt die Geschicke des Teams. Unter seiner Regie qualifizierte sich Sagradien für die Weltmeisterschaften 1958 im eigenen Land sowie 1966 in England. Wesentliche Stars der Fünfziger Jahren waren Sebastián Santesa und Luis Pérez, die ein erfolgreiches Offensivgespann bildeten. Bei der Heim-Weltmeisterschaft 1958 erreichte das FSF-Team schließlich den bis dahin größten Erfolg in der Verbandsgeschichte. Legendär wurde der Sturm dieses Teams mit der Flügelzange vom FC Duerez Martín Nacesta und Fernando Volêu, dem Spielmacherduo von der Juvantêsa Luis Pérez und dem eingebürgerten uruguayischen Weltmeister Walter Ernesto Guigou sowie Sturmspitze Sebastián Santesa von Real Madrid, der zum überragenden Spieler der Weltmeisterschaft wurde und in sechs Spielen 13 Tore erzielte. Das Team von Kapitän Martín Nacesta erreichte vor heimischer Kulisse das Finale in Semess, verlor dort aber mit 2:5 gegen den Favoriten aus Brasilien mit dem Starsturm Garrincha, Didi, Vavá, Mário Zagallo und dem jungen Pelé.
Bei der folgenden Weltmeisterschaft 1962 war Sagradien genauso wenig vertreten wie bei den ersten Europameisterschaften der Sechziger Jahre, sondern kehrte erst 1966 unter der Leitung Desanctis' wieder auf die höchste internationale Bühne zurück. Vom Team von 1958 waren bei der WM in England nur noch Kapitän Carles Barjuán, Verteidiger José António, Mittelfeldspieler Joán López und Stürmerstar Luis Pérez vertreten, doch gelang es dem Team nicht, die Vorrunde zu überstehen und ins Achtelfinale des Turniers einzuziehen. Trainer Desanctis trat 1968 endgültig von der Bühne. Zuvor hatten auch die letzten Mitglieder der "58er Generation" ihre Nationalmannschaftskarrieren beendet.
Die Siebziger Jahre und die Europameisterschaft 1976
In den Folgejahren blieben die Erfolge des Teams aus und die Weltmeisterschaft 1970 fand ebenso ohne sagradische Beteiligung statt wie die EM-Endrunden 1968 und 1972. Erst für die Weltmeisterschaft 1974 konnte sich die "Azûr" unter der Leitung ihres Trainers Santiago Flores wieder qualifizieren. Das talentierte Team um den 37-jährigen Kapitän Joán Santêres erreichte dabei nach zwei Unentschieden gegen Brasilien und Schottland und einen 9:0-Sieg gegen Zaire die Qualifikation für die 2. Finalrunde, wo dann gegen Deutschland, Polen und Schweden Endstation war.
Trotz des Ausscheidens bedeuteten die Rückkehr auf die höchste internationale Bühne und das Überstehen der Vorrunde den Auftakt für eine neue Erfolgsperiode einer talentierten Mannschaft, deren unumstrittene Stars und Leitfiguren Carles Notero, Luis Etxeberría und Selle Ebrulla waren. Besonders Mittelfeldspieler Carles Notero, genannt il Re ("der König") drückte dieser Generation seinen Stempel auf. Mit taktischer Klugheit, technischer Finesse und spielerischer Kreativität gab er als Kapitän die Anweisungen und bildete gemeinsam mit dem offensiveren Joán Restávio ein Spielmacherduo, das die Stürmerstars geschickt einzusetzen wusste. Gemeinsam führten sie die Mannschaft unter der Regie von Trainer Manuel Escarret bei der Europameisterschaft 1976 in Micolinien bis ins Finale, wo sich die Mannschaft schließlich in einem spannenden Elfmeterschießen gegen den amtierenden Weltmeister Deutschland durchsetzen konnte und bei der ersten EM-Endrundenteilnahme überhaupt den ersten Europameistertitel in der Verbandsgeschichte erringen konnte.
In den Folgejahren gehörte das Team um Notero, Restávio, Ebrulla und Etxeberría zu den stärksten Mannschaften Europas und erreichte bei der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien schließlich nach Vorrundensiegen gegen Tunesien und Mexiko und ein Unentschieden gegen Deutschland abermals die zweite Finalrunde, wo man erst gegen die übermächtigen Teams des Rekordweltmeisters Brasilien und des späteren Turniersiegers Argentinien den Kürzeren zog und nach einer Niederlage gegen die Gauchos, einen Sieg gegen Peru und ein Unentschieden gegen Brasilien die Heimreise antreten musste.
Umbrüche der Achtziger Jahre
Nachdem Erfolgstrainer Manuel Escarret 1978 zurückgetreten war, zogen sich unter seinem Nachfolger Santiago Arrántxez auch Schlüsselspieler wie Luis Etxeberría und Carles Notero aus dem Team zurück, das schließlich bei der Europameisterschaft 1980 in einer starken Vorrunde gegen Deutschland, Niederlande und die Tschechoslowakei enttäuschte und statt seinen Titel zu verteidigen bereits nach der Vorrunde nach Hause fahren musste. In der Folge kehrten Trainer Escarret und sein Führungsspieler Carles Notero noch einmal ins Team zurück, das bei der Weltmeisterschaft 1982 in Spanien schließlich zum dritten Mal in Folge die 2. Finalrunde erreichte, dort aber gegen Frankreich den Kürzeren zog.
Nachdem das Team unter Manuel Escarret - nun abermals ohne Notero, der nach 88 A-Länderspielen endgültig aus der Nationalmannschaft ausgeschieden war - die Qualifikation für die Europameisterschaft 1984 in Frankreich verpasst hatte, wurde unter Escarrets Nachfolger Luca Martínez ein Umbruch im Team vollzogen. Um international erfolgreiche Führungsspieler wie Sergio Kappa und Sergio Quella, Torwartlegende Nestor Veba sowie dem Stürmer Luca Morientes, absoluter Star des Teams, wurde eine neue Mannschaft geformt, die sich schließlich für die Weltmeitschaft 1986 qualifizierte und dort bis ins Achtelfinale vordringen konnte, wo gegen Gastgeber Mexiko Schluss war. Bei der Euro 1988 erreichte die Mannschaft schließlich die erste Halbfinalteilnahme seit 1976 und schied in einem umkämpften Spiel gegen die Sowjetunion aus.
Zwar musste Stürmerstar Morientes in der Folge seine internationale Karriere aus Verletzungsgründen beenden, doch verfügte Sagradien Ende der Achtziger Jahre mit Diego Juván von Inter Mailand und José António Hernandez vom FC Barcelona über einen zwei absolute Superstars, die gemeinsam einen vermeintlichen Traumsturm bildeten. Dazu kamen mehrere Spieler wie Mittelfeldregisseur Francisco Iorávio oder das Abwehrduo Roger Javier Paranda und Cristiano Munquez von Meister Juvantêsa Sport, die zuvor zweimal in Folge das Europapokalfinale erreicht hatten. Insgesamt gehörte das Team, das bei Sagradien der Weltmeisterschaft 1990 vertreten sollte, zu den Mitfavoriten des Turniers. Jedoch konnte die Mannschaft von Kapitän Roberto Santís und Trainer Martínez die hohen Erwartungen nicht erfüllen und lieferte eine enttäuschende Leistung ab. Nach schwachen Auftritten und Niederlagen gegen Gastgeber Italien sowie die Tschechoslowakei reichte ein Sieg gegen die USA im letzten Gruppen spiel nicht aus, um das schmachvolle Ausscheiden nach der Vorrunde abzuwenden. Damit hatte Sagradien erstmals seit 1974 nicht die zweite WM-Runde erreicht.
Die Ära Notero 1992-1997
Nach der WM folgten auf Trainer Martínez nacheinander Gustavo Detânia und Bernardo Tolosa, die das Team aber nicht zurück in die Erfolgsspur bringen konnten. Zwar erreichte man knapp die Qualifikation für die EURO 1992 in Schweden, doch kam die Mannschaft in einer starken Gruppe mit Weltmeister Deutschland, Europameister Niederlande und dem Team der GUS nicht über die Vorrunde hinaus.
Nach der Enttäuschung bei der Europameisterschaft 1992 übernahm mit Carles Notero die gefeierte Legende der Vergangenheit und zudem einer der erfolgreichsten Klubtrainer der letzten Jahre das Ruder als Nationaltrainer der "Azûr". Unter Notero qualifizierte sich Sagradien für die Weltmeisterschaft 1994 in den Vereinigten Staaten, wo das Team ohne seinen verletzten Star José António Hernandez und ohne den ebenfalls ausgefallenen Mittelfeldstrategen Francisco Iorávio antreten musste. Unumstrittener Star des Teams war nun Daniel Pessué von Inter Mailand. Die Vorrunde verlief für Sagradien ehr durchwachsen. Einem souveränen Auftaktsieg gegen Kolumbien folgte eine herbe 1:4-Niederlage gegen das Team der Schweiz, ehe ein knapper 1:0-Sieg gegen Gastgeber USA im letzten Gruppenspiel die Qualifikation fürs Achtelfinale und damit das Mindestziel der K.O.-Runde sicherte, wo Sagradien auf Vizeweltmeister Argentinien traf und sich nach einem starken Spiel schließlich mit einem knappen 3:2 durchsetzen konnte. Im Viertelfinale in San Francisco musste das Team von Carles Notero sich jedoch der Überraschungsmannschaft aus Schweden geschlagen geben und die Heimreise antreten.
Nach der geglückten Qualifikation für die Endrunde der EURO 1996 in England konnte Sagradien dort auf den zurückgekehrten José António Hernandez setzen, während Topstürmer Diego Juván verletzungsbedingt fehlte. Star der Mannschaft wurde jedoch ein anderer, nämlich der erst 21-jährige Andrés Geroscânia von Vizemeister SC Mistrech, der bei diesem Turnier seinen Durchbruch erlebte. Nach zwei Vorrundensiegen gegen die Türkei und gegen Dänemark bei einer deutlich Niederlage im letzten Gruppenspiel gegen Portugal erreichte Sagradien nur als Gruppenzweiter das Viertelfinale, wo schließlich gegen den späteren Europameister Deutschland Endstation war. Obwohl er Sagradien bei zwei Turnieren ins Viertelfinale geführt hatte, mehrte sich in der Folge die Kritik an Trainer Notero, der mit mehreren Niederlagen und Unentschieden in die folgende WM-Qualifikation startete und zunehmend Schwierigkeiten hatte, die Mannschaft richtig auf- und einzustellen. Als die WM-Qualifikation schließlich auf der Kippe stand und er sich bereits mehrere Duelle mit der kritischen Presse geliefert hatte, die ihm das starre Festhalten an leistungsschwachen Spielern und Fehler bei der taktischen Einstellung des Teams vorwarf, trat Notero im April 1997 von seinem Amt als Nationaltrainer zurück. Nachfolger wurde sein früherer Nationalmannschaftskollege Selle Ebrulla, ebenfalls Europameister von 1976, der zuvor mit den sagradischen Jugendnationalteams Erfolge hatte feiern können und eine personelle Neuausrichtung versprach.
Erfolge unter Selle Ebrulla 1997-2000
Unter Trainer Selle Ebrulla qualifizierte sich Sagradien schließlich doch für die Weltmeisterschaft in Frankreich, wo das Team in der Vorrunde auf Kolumbien, England und Tunesien traf. Trainer Ebrulla stellte für das Turnier eine ausgewogene Mannschaft aus erfahrenen Altstars wie Kapitän Paulo Varigell, Abwehr-Routinier Cristiano Munquez und Stürmerstar Diego Juván sowie jungen Talenten wie David Rinchestro, Luca Sarabanda und dem eingebürgerten Brasilianer Anderson da Silva zusammen, das von Mittelfeldregisseur Daniel Pessué überragend dirigiert wurde. In der Vorrunde schlug man Kolumbien und England und zog damit trotz eiens Unentschiedens gegen Tunesien als Gruppenerster ins Achtelfinale ein. Dort traf Sagradien auf Kroatien. Mit 2:0 besiegte die „Azûr“ das Ausnahmeteam um Davor Suker und qualifizierte sich anschließend mit einem 3:0-Erfolg gegen Deutschland eindrucksvoll für das Halbfinale, wo schließlich gegen Gastgeber Frankreich Schluss war. Im Spiel um Platz Drei machte Sagradien mit einem 2:1-Sieg gegen die Niederlande den größten WM-Erfolg seit der Vizeweltmeisterschaft 1958 perfekt. Shootingstar im sagradischen Team war Eduardo Sabrada vom AC Gerón, der mit sechs Treffern Torschützenkönig des Turniers wurde.
Nach dem WM-Erfolg beendeten zahlreiche Spieler wie Munquez, Juván oder Emanuel Kappa ihre Nationalmannschaftskarrieren, sodass nun einige jüngere Spieler wie Michel Andrêu in Schlüsselpositionen kamen. Das WM-Team blieb im Kern aber bestehen und bestritt auch die Europameisterschaft 2000 in Belgien und den Niederlanden, wo sich Sagradien nach einem Unentschieden gegen Deutschland und einer Niederlage gegen Portugal in den ersten beiden Spielen durch einen 3:2-Sieg im letzten Gruppenspiel in der Todesgruppe doch noch durchsetzen konnte und das Viertelfinale erreichte. Ein 2:1-Erfolg gegen Italien und ein anschließender Sieg gegen die Niederlande im Elfmeterschießen sicherten Sagradien schließlich die erste EM-Finalteilnahme seit 1976. Mit einem überragenden Mário Selsia im Tor, einem stark aufspielenden Paulo Varigell als Abwehrchef und Libero sowie seinem weltklasse-Strategen Daniel Pessué im zentralen Mittelfeld besaß Sagradien bei diesem Turnier eine stabile Mittelachse, die das Gerüst der Mannschaft bildete. Dennoch verlor Sagradien das Finalspiel gegen Weltmeister Frankreich in der Verlängerung durch ein Golden Goal von David Trezeguet und wurde nur Vizeeuropameister. Für Paulo Varigell war das Finale das 130. und letzte Länderspiel. Mit 37 Jahren beendete der Rekordnationalspieler danach seine aktive Spielerkarriere.
Enttäuschungen bei der WM 2002 und der EURO 2004
Trotz seiner Leistungen und Erfolge trat Selle Ebrulla nach dem Turnier als Trainer der Nationalelf zurück, nachdem Verhandlungen über eine Vertragsverlängrung mit dem Verband gescheitert waren. Ebrullas Nachfolge trat sein bisheriger Assistent Francisco Nélez Clemente an, der die WM-Qualifikation 2002 sicher schaffte und das Team anschließend bei der Endrunde in Japan und Korea betreute. Er ließ die Mannschaft im Kern zusammen und setzte auf ein eingespieltes Team, dem nach seinem zwischenzeitigen Rückzug aus der "Azûr" auch der zurückgekehrte Pessué wieder angehörte. In einer mittelschweren Vorrunden-Gruppe mit Gastgeber Japan, Tunesien und Russland erreichte Sagradien nach einem Unentschieden gegen Japan und zwei Siege gegen Tunesien und Russland nur den zweiten Platz hinter Japan und traf damit im Achtelfinale auf den späteren Turniersieger Brasilien, gegen den man mit 1:2 unterlag und aus dem Turnier ausschied.
Unter Nélez Clemente nahm Sagradien als Vizeeuropameister beim Confederations Cup 2003 in Frankreich teil und wurde Dritter. Bei der EURO 2004 schließlich gehörte Sagradien mit den Spielern des frisch gebackenen Championsleague-Siegers Juvantêsa Sport zu den Mitfavoriten auf einen Titel. In einer stark besetzten Vorrunde traf das Team um seinen müden und angeschlagenen Superstar José María Del Piey auf die Mannschaften aus Frankreich, England und der Schweiz. Bereits im ersten Spiel gegen die Schweiz verletzte sich Abwehrchef António López schwer und musste danach das Turnier beenden, im Training folgte zudem eine Verletzung von Marcelo Anderson, der ebenfalls nicht mehr für Sagradien auflaufen konnte. Trotz des Verletzungspechs trat das sagradische Team ohne den nach der WM 2002 zurückgetretenen Daniel Pessué enttäuschend auf und schied schließlich nach einem mageren 0:0 gegen die Schweiz, einem 2:2 gegen Frankreich und einer 2:4-Niederlage gegen England nach der Vorrunde aus. Trainer Nélez Clemente musste nach dem Turnier seinen Stuhl räumen. Ihm war vor allem eine falsche Nominierungspraxis vorgeworfen worden, da Nélez auf formstarke Stürmer verzichtet und stattdessen die in der Krise befindlichen Eduardo Sabrada und Andrés Geroscânia gesetzt hatte.
Die Ära Verrano und die Europameisterschaft 2008
Die Nachfolge Nélez Clementes als Chef der "Azûr" trat Eduardo Verrano an, der zuvor als Klubtrainer Erfolge in Mistrech und Gerón hatte feiern können, jedoch selbst auf keine erfolgreiche Nationalmannschaftskarriere als Spieler verweisen konnte. Verrano stand für eine konsequente Jugendarbeit und führte zahlreiche Reformen im Team ein. Aufgrund seines als respektlos bezeichneten Umgangs mit verdienten Altstars zog er damit zunächst zahlreiche Kritik auf sich. Da er die Torwartlegende Mário Selsia 2005 als Nummer 1 im Tor absetzte, zog dieser sich aus der Mannschaft zurück, Nachfolger wurde schließlich Raúl António Penza. Auch sonst bezog Verrano mit David Pedrosa, Rafael Ceres, Rafael Velozo und Juliano Valpieta jüngere Spieler ins Team ein, die in den Jugendnationalteams bereits Erfolge hatten feiern können, und verzichtete dafür auf die Vizeeuropameister Michel Andrêu, Anderson da Silva, José López oder Andrés Geroscânia. Bei der WM 2006 konnte sich Sagradien in einer Gruppe mit Spanien, Saudi-Arabien und Tunesien als Gruppenzweiter durchsetzen und erreichte danach nach einem Sieg gegen die Schweiz das Viertelfinale, wo gegen den späteren Weltmeister Italien Schluss war.
Eigentliches Ziel Verranos bildete stattdessen auch nicht die WM, sondern die Euro 2008 im eigenen Land. Für die Euro stellte Verrano ein ausgewogenes und spielstarkes Team zusammen. Angeführt von Kapitän David Rinchestro, Abwehrroutinier Eduardo Costane und Superstar José María Del Piey überzeugte Sagradien nach einer enttäuschenden Auftaktniederlage gegen Portugal wie bereits 2006 mit beherztem Offensivfußball, gewann aber die wichtigen Spiele und zog schließlich nach Vorrundensiegen gegen die Schweiz und Tschechien und anschließenden knappen Siegen gegen Kroatien und Deutschland ins Finale ein, wo Sagradien auf Spanien traf. Vor heimischer Kulisse in Semess siegte Sagradien mit 2:1 und machte damit den zweiten EM-Titel nach 1976 klar. Überragender Spieler der Euro war José María Del Piey, der zum Spieler des Turniers gewählt wurde und damit endgültig aus dem Schatten von Legenden wie Carles Notero oder Dani Pessué heraustreten konnte.
Internationale Dominanz und Weltmeisterschaft 2010
Trotz seines großen Erfolges trat Nationaltrainer Eduardo Verrano nach dem Gewinn der Europameisterschaft von seinem Amt zurück und verzichtete auf eine ihm angebotene Vertragsverlängerung, um wieder als Klubtrainer zu arbeiten. Nachfolger wurde nach kurzer Suche sein Vor-Vorgänger Selle Ebrulla, der bereits zuvor immer wieder gehandelt worden war und zuvor mit dem FC Bosa drei Meisterschaften in vier Jahren gewonnen hatte. Ebrulla setzte den Kurs seines Vorgängers im Grunde fort und ergänzte das erfolgreiche Team nur sehr behutsam um neue Spieler. Obwohl mit David Rinchestro, Eduardo Costane und Diego Rosário wichtige Spieler der Vergangenheit ihre Karriere nach der Euro beendet hatten (Rosário kehrte nachher jedoch wieder zurück), spielte das Team in der Folge unverändert auf höchstem Niveau und dominierte in der Folge das internationale Geschehen. Besonders die Offensiv- und Kreativabteilung um David Pedrosa, José María Del Piey, David Belazal und Fernando Borrard gehörte in der Folge zur absoluten Weltspitze, ergänzt durch eine stabile Defensivabteilung um Alberto Ferrera und Joaquín Nabarro. Spieler wie Alberto, Pedrosa oder Nabarro, die in der Folge zu den europäischen Spitzenklubs Manchester United, FC Barcelona und Real Madrid wechselten, gehörten nun bei ihren Vereinen zu den absoluten Stars und Schlüsselspielern.
Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika erlebte dieses herausragende Team schließlich die große Krönung. Als Europameister angereist, wurde die Mannschaft ihrem Favoritenstatus gerecht und überzeugte in fast allen Parteien mit energischem Offensivfußball, perfektem Teamwork und einer taktischen Meisterleistung. Nach einem Unentschieden im ersten Vorrundenspiel gegen die Niederlande und danach zwei Siegen gegen Kamerun und Japan zog das Team um den zurückgekehrten Kapitän Diego Rosário ungeschlagen als Gruppensieger ins Achtelfinale ein, wo ein deutliches 4:1 gegen das Nachbarland Micolinien den Weg ins Finale eröffnete. Die knappen Siege gegen Brasilien (1:1 und 4:2 n.E.) und Uruguay (3:2) in Viertel- und Halbfinale brachten das Team von Trainer Ebrulla schließlich ins Finale des Turniers, wo die "Azûr" nach 2008 erneut auf die spanische Auswahl traf. Nach einem umkämpften Spiel, in dem sich beiden spielerisch stärksten Mannschaften des Turniers gegenseitig lange neutralisierten, musste Sagradien in die Verlängerung, wo ein Tor von David Pedrosa, einem der stärksten Spieler des Turniers, schließlich zum Sieg führte und Sagradien zum ersten Mal überhaupt einen Weltmeistertitel einbrachte.
Personen
Spielführer der sagradischen Nationalmannschaft
- 1928-1935: Iacinto Defilipis
- bis 1960: Martín Nacesta
- 1963-1969: Carles Barjuán
- 1969-1971: Francisco Simónez
- 1971-1974: Joán Santêres
- 1974-1975: Luis Etxeberría
- 1975-1980: Carles Notero
- 1980: Selle Ebrulla
- 1980-1983: Ticiano De la Costa
- 1983-1984: Francisco Nélez Clemente
- 1984-1988: Sergio Quella
- 1988-1991: Roberto Santís
- 1991-1994: Roger Javier Paranda
- 1994-2000: Paulo Varigell
- 2000-2002: Daniel Pessué
- 2002-2008: David Rinchestro
- 2008-2010: Raúl António Penza
- 2010: Diego Rosário
- Seit 2010: José María Del Piey
Stammtorhüter der sagradischen Nationalmannschaft
- Walter Serrano (Lesnário FC)
- Selle Ibagaza (FC Duerez)
- 1967-1970: António Barmiguel (Lesnário FC)
- 1970-1977: Jorge Illeste (FC Bosa)
- 1977-1980: Hernán Luciano (Juvantêsa Sport)
- 1980-1983: Jorge María Marcone (FC Duerez)
- 1983-1984: Santiago Guivares (Mesarque SC)
- 1984-1992: Nestor Veba (Juvantêsa Sport)
- 1992-1994: Manuel Chabonet (FC Semesta)
- 1995-2005: Mário Selsia (Juvantêsa Sport)
- 2006-2010: Raúl António Penza (Manchester United)
- Seit 2010: Lionel Gaitán Eskerro (Juvantêsa Sport)
Große Turniere
Sagradien bei Weltmeisterschaften
| Jahr | Gastgeberland | Platzierung |
| 1930 | in Uruguay | nicht teilgenommen |
| 1934 | in Italien | Achtelfinale |
| 1938 | in Frankreich | nicht qualifiziert |
| 1950 | in Brasilien | nicht teilgenommen |
| 1954 | in der Schweiz | nicht qualifiziert |
| 1958 | in Sagradien | Vizeweltmeister |
| 1962 | in Chile | nicht qualifiziert |
| 1966 | in England | Vorrunde |
| 1970 | in Mexiko | nicht qualifiziert |
| 1974 | in Deutschland | Zwischenrunde |
| 1978 | in Argentinien | Zwischenrunde |
| 1982 | in Spanien | Zwischenrunde |
| 1986 | in Mexiko | Achtelfinale |
| 1990 | in Italien | Vorrunde |
| 1994 | in den Vereinigten Staaten | Viertelfinale |
| 1998 | in Frankreich | Dritter |
| 2002 | in Japan und Südkorea | Achtelfinale |
| 2006 | in Deutschland | Viertelfinale |
| 2010 | in Südafrika | Weltmeister |
Sagradien bei Europameisterschaften
| Jahr | Gastgeberland | Platzierung |
| 1960 | in Frankreich | nicht teilgenommen |
| 1964 | in Spanien | nicht qualifiziert |
| 1968 | in Italien | nicht qualifiziert |
| 1972 | in Belgien | nicht qualifiziert |
| 1976 | in Micolinien | Europameister |
| 1980 | in Italien | Vorrunde |
| 1984 | in Frankreich | nicht qualifiziert |
| 1988 | in BR Deutschland | Halbfinale |
| 1992 | in Schweden | Vorrunde |
| 1996 | in England | Viertelfinale |
| 2000 | in Belgien und Niederlande | Vizeeuropameister |
| 2004 | in Portugal | Vorrunde |
| 2008 | in Sagradien | Europameister |
| 2012 | in Polen und Ukraine |