Sagradischer Erbfolgekrieg: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Der Versuch einer Einigung Gabriels mit Karl X. (Vertrag von Tinagua), in deren Rahmen Gabriel auch auf das Großherzogtum Servette verzichtete, um die Garantie für Sagradien zu erhalten, scheiterte kurz darauf. Die Kämpfe dauerten noch bis 1760 an, zumal England noch immer mit Frankreich rang. Die Bereitschaft Karls X., für die mit ihm verbündeten, aber abgesetzten Maria II. und Anton II. Ramon den Krieg fortzusetzen, schwand zunehmend. Der Friedensschluss zwischen Micolinien, Frankreich und Sagradien im [[Friede von Tinagua]] 1760 beendete schließlich den Erbfolgekrieg um Sagradien und Servette endgültig. Micolinien erkannte das Königtum Gabriels VIII. an und erhielt im Gegenzug die Garantie für das schon 1757 bestätigte Großherzogtum Servette. | + | Der Versuch einer Einigung Gabriels mit Karl X. (Vertrag von Tinagua), in deren Rahmen Gabriel auch auf das Großherzogtum Servette verzichtete, um die Garantie für Sagradien zu erhalten, scheiterte kurz darauf. Die Kämpfe dauerten noch bis 1760 an, zumal England noch immer mit Frankreich rang. Die Bereitschaft Karls X., für die mit ihm verbündeten, aber abgesetzten Maria II. und Anton II. Ramon den Krieg fortzusetzen, schwand zunehmend. Der Friedensschluss zwischen Micolinien, Frankreich und Sagradien im [[Friede von Tinagua]] 1760 beendete schließlich den Erbfolgekrieg um Sagradien und Servette endgültig. Micolinien erkannte das Königtum Gabriels VIII. an und erhielt im Gegenzug die Garantie für das schon 1757 bestätigte Großherzogtum Servette. Die Kriege zwischen England und Preußen einerseits, Frankreich, Russland, Österreich und seit 1761 auch Spanien andererseits, wurde jedoch fortgesetzt und zog sich noch bis zu den Friedensschlüssen von 1762/63 hin, ohne dass das vorerst saturierte Micolinien oder Sagradien weiterhin an den Auseinandersetzungen teilnahmen. |
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| − | Die Kriege zwischen England und Preußen einerseits, Frankreich, Russland, Österreich und seit 1761 auch Spanien andererseits, wurde jedoch fortgesetzt und zog sich noch bis zu den Friedensschlüssen von 1762/63 hin, ohne dass das vorerst saturierte Micolinien oder Sagradien weiterhin an den Auseinandersetzungen teilnahmen. | ||
=== Nachspiel === | === Nachspiel === | ||
Version vom 01:01, 30. Mär 2012
Als Sagradischer Erbfolgekrieg (1755/56-1760) wird der militärisch ausgetragene Streit um die sagradische Krone nach dem Tod des Kindkönigs David II. im Jahr 1754 genannt, der nach zunächst bürgerkriegsartigen Auseinandersetzungen innerhalb Sagradiens durch Eintritt der Mächte Frankreich und Micolinien im Jahr 1756 offen als internationaler Konflikt ausbrach und den Auftakt zum gesamteuropäischen und in Nordamerika ausgetragenen Siebenjährigen Krieg bildete. Letztlich gelang es Frankreich, nach der Absetzung der von Micolinien protegierten letzten Santori-Königin Maria II. und ihres Mannes Anton II. Ramon aus dem Haus Piacone als Königin und König mit Gabriel VIII. die bis zum Ende der Monarchie 1891 regierende Dynastie der Vienne auf den sagradischen Thron zu bringen.
Inhaltsverzeichnis
Vorgeschichte
Nach dem Sagradischen Bürgerkrieg von 1713-1718 zwischen Ständen und König und der Ermordung König Peters II. in der Maiblutnacht 1721 war es in Sagradien zum Thronfolgestreit zwischen dem von Loyalisten unterstützten Philipp Karl von Viça und den von den Ständen favorisierten Maria I. und ihrem Mann Johann III. gekommen. Dem Sieg Marias und Johanns 1722/23 folgten weitere erfolglose Operationen und Aufstände der Philippkarlisten, die von Frankreich unterstützt wurden, letztmals nach dem Tod Marias I. im Jahr 1735. Der Gegensatz zwischen dem Ständekönig Johann III. und dem absolutistischen Frankreich blieb bestehen und äußerte sich u.a. im Bündnis Johanns mit dem micolinischen König Karl X. von Micolinien, der im Servettiner Thronstreit 1737 vergeblich, eine Annexion des Großherzogtums Servette durchzusetzen, sowie in der Beteiligung an der Pragmatischen Allianz 1740 gegen Frankreich. Der Tod Johanns III. 1749 führte in Sagradien zur anhaltenden Nachfolgekrise, die sich unter dem Kindkönig David II. (1749-54) in internen Herrschaftsstreitigkeiten, aber auch in Differenzen um die außenpolitische Bündnisorientierung äußerte.
Die im Vorfeld des Siebenjährigen Krieges entstandene neue Bündniskonstellation (Renversement des Alliances) führte schließlich zur Annäherung Österreichs und Frankreichs einerseits und zu einer preußisch-englischen Allianz andererseits, der auch Karl X. von Micolinien beitrat. Dieser stand nach dem Nantheser Ausgleich 1739 weiterhin in Gegnerschaft zum französisch-alliierten Servette unter Maria I. von Servette und Louis-Gabriel de Vienne und verfolgte weiterhin das Ziel einer Eroberung des Großherzogtums. Zum micolinisch-servettinischen Konflikt auf der micolinischen Halbinsel kamen englisch-französische Gegensätze in Nordamerika sowie der preußisch-österreichische Dualismus aus dem Österreichischen Erbfolgekrieg als Rahmenbedingungen des Krieges.
Sagradische Nachfolgefrage
Dazu kam nach dem Tod des erst neunjährigen David II. 1754 die unklare Nachfolgefrage in Sagradien. Zwar erkannten die Stände zunächst Davids ältere Halbschwester Maria II. Franziska als Königin an, diese musste sich aber gegen die Thronansprüche Herzog David Jakobs von Sesin erwehren, der das Bündnis mit der französisch-habsburgischen Allianz suchte, sich aber nicht durchsetzen konnte. Die Propagandaangriffe der frankreich-freundlichen Partei gegen das Königtum Marias und ihre Ehemanns Anton II. Ramon von Piacone führte jedoch zu einer deutlichen Schwächung des unpopulären Königtums.
Die Weigerung Frankreichs, das Königtum Marias anzuerkennen, führte zum Bündnis Marias mit Karl X. von Micolinien. Gleichzeitig wurden aber Verhandlungen zur Beilegung des Thronkonflikts geführt, da auch der von Frankreich unterstützte Thronkandidat Louis-Gabriel de Vienne zunächst keine Zustimmung bei den mit Frankreich verbündeten Habsburgern fand. Der in Sagradien ausgetragene Kampf der wenigen Anhänger David Jakobs von Sesin mit dem Königtum Marias konnte bald schon zugunsten Marias entschieden werden, während Louis-Gabriel de Vienne auf eine eigene Intervention verzichtete. Gleichzeitig sammelten sich in der Opposition aber die bisherigen Unterstützer der Sesin-Kandidatur hinter dem französischen Kandidaten Vienne.
Zum internationalen Konflikt wurde die Frage erst nach dem Tod Marias I. von Servette Ende 1755, die Anfang 1756 zum erneuten Angriff Karls X. von Micolinien auf Servette führte, der von Maria II. von Sagradien toleriert wurde. Die folgende Kriegserklärung Frankreichs an Micolinien und Sagradien im März 1756 löste schließlich den seit zwei Jahren schwelenden Thronfolgekrieg aus. Binnen kurzer Zeit schlossen die Franzosen ein Bündnis mit Österreich, während die preußisch-englische Allianz sich der Seite Micoliniens anschloss. Der preußische Einfall in Sachsen im August 1756 löste schließlich den Krieg um Schlesien aus, während England und Frankreich schon seit 1754 im Krieg miteinander lagen.
Kriegsverlauf
Auf dem servettinischen Kriegsschauplatz konnte Micolinien rasche Erfolge feiern und eroberte den größten Teil des Landes handstreichartig. Die Armee Louis-Gabriel de Viennes konnte dagegen größere Teile des sagradischen Südwestens erobern. Die Hoffnung Antonio Ramóns, der den Oberbefehl über die marianischen Heere übernahm, Micolinien werde die Verfolgung Viennes aufnehmen, wurden enttäuscht, da sich Karl X. zunächst um die Konsolidierung seiner gerade eroberten Stellung in Servette konzentrierte und sein Kriegsziel im Wesentlichen erreicht hatte.
Nachdem Antonio Ramón in der Bretagne eingefallen war, konnte er diese Stellung zunächst halten, aber keine weiteren Gebietsgewinne in Frankreich verbuchen. 1757 folgte der Gegenschlag der Franzosen, den auch britische Kontingente nicht aufhalten konnten. In der Schlacht von Cavalla musste der Piacone eine entscheidende Niederlage hinnehmen. Der Vormarsch der Franzosen war nicht länger aufzuhalten. Der Flucht Antonios und Marias nach Micolinien folgte die formelle Absetzung des Königspaares durch die sagradischen Generalstände, die unter der militärischen Präsenz französischer Truppen den französischen Kandidaten Louis-Gabriel de Vienne als Gabriel VIII. zum König erhoben.
Ende des Krieges
Der Versuch einer Einigung Gabriels mit Karl X. (Vertrag von Tinagua), in deren Rahmen Gabriel auch auf das Großherzogtum Servette verzichtete, um die Garantie für Sagradien zu erhalten, scheiterte kurz darauf. Die Kämpfe dauerten noch bis 1760 an, zumal England noch immer mit Frankreich rang. Die Bereitschaft Karls X., für die mit ihm verbündeten, aber abgesetzten Maria II. und Anton II. Ramon den Krieg fortzusetzen, schwand zunehmend. Der Friedensschluss zwischen Micolinien, Frankreich und Sagradien im Friede von Tinagua 1760 beendete schließlich den Erbfolgekrieg um Sagradien und Servette endgültig. Micolinien erkannte das Königtum Gabriels VIII. an und erhielt im Gegenzug die Garantie für das schon 1757 bestätigte Großherzogtum Servette. Die Kriege zwischen England und Preußen einerseits, Frankreich, Russland, Österreich und seit 1761 auch Spanien andererseits, wurde jedoch fortgesetzt und zog sich noch bis zu den Friedensschlüssen von 1762/63 hin, ohne dass das vorerst saturierte Micolinien oder Sagradien weiterhin an den Auseinandersetzungen teilnahmen.
Nachspiel
Mit der Konsolidierung seines Königtums u.a. durch eine umfassende Amnestie für alle seine Gegner legte Gabriel VIII. den Grundstein für die bis zum Ende der Monarchie 1891 andauernde Herrschaft des Hauses Vienne auf dem sagradischen Thron. Als Nachkomme Gabriels VII. stellte er sein Königtum in unmittelbare Kontinuität zu den Santori-Königen auf dem Thron. Die profranzösische Bündnisorientierung in der Außenpolitik, ein klarer Bruch zur Politik Johanns III., blieb danach erhalten und führte Sagradien u.a. in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen Großbritannien.