Gabriel X. Emil: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Joseph Ludwig II.''' (von Sagradien) (''José Luis II'', *1762; †1819) war zweimal [[König von Sagradien|König von Sagradien und Cuentez]] (1797-1805 und 1813-1817). Sein Königtum wurde durch die napoleonische Phase unter seinem minderjährigen Sohn [[Gabriel IX.]] (1805-1812) unterbrochen. Nach seiner Rückkehr auf den Thron musste er im Konflikt mit den Ständen nach der [[Novemberrevolution 1817]] erneut abdanken.
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'''Joseph Ludwig II.''' (von Sagradien) (''José Luis II'', *1782; †1829) war [[König von Sagradien]] (1817-1829) aus dem Herrscher-[[Haus Vienne]]. Er gelangte 1817 durch die Absetzung seines Onkels [[Joseph Ludwig I.]] infolge der [[Novemberrevolution]] auf den Thron und erließ danach die so genannte ''[[Novemberverfassung]]''. Danach führte er [[Golenkriege|zwei Kriege gegen Micolinien]] um den Besitz Golens. Vor seiner Thronbesteigung war er als Herzog von Alconía bekannt.  
  
 
=== Jugend und Thronbesteigung ===
 
=== Jugend und Thronbesteigung ===
Joseph Ludwig Karl Maria Innozenz Antoninus von Vienne wurde 1762 in Semess als ältester Sohn von [[Joseph Ludwig I.|José Luis de Viena Duca de Alconía]], dem zweiten Sohn König [[Gabriel VIII.|Gabriels VIII.]] von Sagradien, und dessen zweiter Frau Marie Elisabeth von Frankreich geboren. Zunächst trug er bis 1777 den Titel eines [[Herzog von Bordez|Herzogs von Bordez]] und stieg 1780 nach dem Tod seines Großvaters und der Thronbesteigung seines Vaters als [[Joseph Ludwig I.]] zum [[Prinz von Sarmay|Prinzen von Sarmay]] und damit zum sagradischen Thronfolger auf. 1783 heiratete er in erster Ehe die Bourbonenprinzessin Teresa Anna von Spanien. Aus dieser Ehe ging die Tochter Charlotte (Carlota) hervor, die später seinen Halbbruder [[Michael IV.|Miguel de Vuelta]] heiratete. Nach dem frühen Tod Teresa Annas war Joseph Ludwig seit 1790 mit Marie Luise von Parma verheirate, die ihm 1795 mit dem Infanten [[Gabriel IX.|Luis Gabriel]] einen Sohn schenkte. 1792-1795 führte sein Vater Joseph Ludwig I. Krieg gegen das revolutionäre Frankreich. Nach seinem Tod im Jahr 1797 folgte ihm sein Sohn Joseph Ludwig als Joseph Ludwig II. auf den Thron. Als 1799 der zweite Koalitionskrieg gegen das revolutionäre Frankreich ausbrach, nahm auch Sagradien unter Joseph Ludwig teil, scheiterte aber mit dem Versuch, die zuvor von Frankreich annektierten Gebiete in der [[Bretagne]] und in [[Amoria]] zurückzuerobern.
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''Joseph'' Karl ''Ludwig'' Ignatius Salvator von Vienne und Braganza, Herzog von Alconía, wurde 1782 als ältester Sohn von Prinz [[Karl Emil von Vienne]], Herzog von Viça, und dessen Frau Maria von Bragança in [[Semess]] geboren. Er war damit ein Urenkel des bis 1792 regierenden Königs [[Gabriel VIII.]] und ein Neffe des 1792 gekrönten [[Joseph Ludwig I.]], der ein älterer Bruder seines Vaters war. Bekannt war der Prinz als ''Don José, Duca d'Alconía''. Mit der Geburt seines Neffen [[Gabriel IX.|Luis Gabriel]], dem Sohn seines Bruders Joseph Ludwig, im Jahr 1795 schien es nicht so, als würde Don José je regieren. Er heiratete 1793 Johanna, die Tochter [[Karl XI. von Micolinien|Karls XI.]], der ein Jahr später den micolinischen Thron bestieg. Johanna gebar ihm 1795 den Sohn [[Philipp Albert von Sagradien|Philipp Albert]] (''Don Filipe Alberto'', genannt ''Filiperto''), der den Titel eines [[Prinz von Vesaey|Prinzen von Vesaey]] erhielt. 1799 folgte der Prinz [[Manuel von Casigón|Manuel]], späterer Graf von Casigón. 1804 heiratete Miguel de Vuelta nach dem Tod seiner ersten Frau Johanna von Micolinien seine Nichte Carlota von Bourbon, Tochter Joseph Ludwigs II., die jedoch bereits 1809 verstarb. In dritter Ehe war Don José schließlich mit der Bourbonenprinzessin Beatrice von Neapel verheiratet.
  
=== Auseinandersetzung mit Napoleon, Abdankung und Exil ===
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Nach der Niederlage Sagradiens gegen das napoleonische Frankreich, der folgenden Absetzung König Joseph Ludwigs I. und der Einsetzung einer französisch dominierten Regierung unter [[Alexandre Lacomb]] floh der Herzog ins Exil nach Micolinien. Nach dem Tod seines Vater Karl Emil im Jahr 1808 und dem gewaltsamen Tod seines Vetters König [[Gabriel IX.]] im Jahr 1812 stieg Don José im Exil in der Rangfolge der Thronerben rasch auf den ersten Platz auf.
In der Folgezeit gerieten der König und sein Leitender Minister, [[León António de Vequia]], unter immer größeren Druck liberaler Kräfte, die eine Reformierung des absoluten Regierungssystems forderten. Aus Furcht vor einem Übergreifen der revolutionären Ideen auf Sagradien verschärfte er die innere Zensur immer stärker. Um die Gebiete im Nordosten wieder zu erlangen, trat Joseph Ludwig 1805 der neuen Koalition gegen den französischen Kaiser Napoléon I. bei und führte einen neuerlichen Krieg gegen Frankreich, das Sagradien in die Kontinentalsperre gegen England zwingen wollte. Schnell geriet er auf die Verliererstraße. Nach der [[Schlacht von Menar]] im September 1805 musste Joseph Ludwig mit Frankreich den [[Vertrag von Challón]] schließen und zugunsten seines zehnjährigen Sohnes [[Gabriel IX.]] abdanken. Die Regentschaft sollte Gabriels Mutter Marie Luise übernehmen. Joseph Ludwig verbrachte die Folgejahre im französischen Château de Chambord, wo er unter Kontrolle Napoléons gehalten wurde.
 
  
Das Arrangement, das Sagradien unter der Regentin Marie Luise und ihrem ersten Minister [[Joán Batista Colón Marquês de Lima]] zum französischen Satellitenstaat machen sollte, zeigte nicht die von Napoléon erhofften Effekte. Stattdessen betrieb der Marquês de Lima eine auf Eigenständigkeit gerichtete Politik, die versuchte, Sagradien aus der französischen Umklammerung zu lösen. Wiederholte Verstöße gegen die Kontinentalsperre führten schließlich zur faktischen Entmachtung Marie Luises und des Marquis von Lima durch Napoléon, der im Sommer 1806 mit einem neuerlichen Heer nach Sagradien zog und einen Regentschaftsrat unter Führung seines engen Vertrauten [[Alexandre Lacomb]] einsetzte.  
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=== Befreiungskrieg und Novemberrevolution ===
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1812 nahm Don [[Miguel de Vuelta]], ein Onkel Don Josés, den Oberbefehl über ein Heer sagradischer Exilanten und konnte zusammen mit Wellington und dem micolinischen General [[Joann Osvalt Cresq]] einige Siege gegen Napoléon feiern, u.a. 1813 in der [[Schlacht bei Colón]], die zur Flucht [[Julie Bonaparte]]s aus Sagradien und zur Rückkehr Joseph Ludwigs I. auf den Thron führten. Don José, von seinem Onkel als Erbe anerkannt, kehrte ebenfalls nach Sagradien zurück. König Joseph Ludwig erkannte aber die von den Cortes ausgearbeitete Verfassung nicht an. Stattdessen machte er sich daran, die absolute Herrschaft des Königtums wiederherzustellen ([[Cuartênio Absoluta]]). Es kam im Herbst 1817 zur Rebellion der führenden liberalen Adligen und Teile des Bürgertums ([[Novemberrevolution]]) gegen den neuen alten König, der schließlich für regierungsunfähig erklärt wurde. Die Macht übernahm nun als Regent Herzog [[Miguel de Vuelta]], der seine Bereitschaft zu Reformen anzeigte und einen als Stellvertretung der Cortes eingesetzten Siebenerrat als Beratungs- bzw. (Mit)-Regierungsgremium anerkannte.  
  
=== Rückkehr auf den Thron ===
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Der Thronerbe Don José wurde auf diese Weise übergangen, konnte seinen Anspruch zur Mitregierung zunächst aber nicht durchsetzen. Miguel erließ eine liberale, an dem Entwurf von 1812 orientierte Verfassung ([[Novemberverfassung]]) und sicherte sich damit die Zustimmung der gemäßigt-liberalen [[Konstitutionalisten]] zu seiner Regierung. Als [[Karl XI. von Micolinien]] die Rebellion und die folgenden „[[Semanas Liberales]]“ zu einer Invasion in Golen nutzte, um die alte Ordnung wiederherzustellen, gleichzeitig aber seinen Einfluss in Sagradien zu wahren, geriet der Regent in Bedrängnis und musste schließlich für Joseph Ludwig I. die Abdankung erklären und seinen Neffen Don José als Thronfolger anerkennen. Dieser folgte schließlich als [[Joseph Ludwig II.]] auf den Thron.  
Obwohl die Herrschaft Lacombs zunächst akzeptiert wurde, mehrten sich seit 1810 die Widerstände gegen die faktische französische Fremdherrschaft, die nach der Niederlage der Grande Armée im Russlandfeldzug 1812 schließlich in einen offenen Befreiungskrieg mündeten. Der überraschende Tod Gabriels IX. 1812 führte zu einer Nachfolgekrise, in der Napoléon es nicht vermochte, Gabriels junge Witwe [[Julie Bonaparte]], eine Nichte Napoleons, als regierende Königin zu etablieren. Schließlich musste Napoléon den Forderungen der Aufständischen nachgeben, die eine Rückkehr Joseph Ludwigs auf den Thron forderten. Gemäß dem Vertrag von Chambord kehrte dieser schließlich im Frühjahr 1813 auf den sagradischen Thron zurück. Dort angekommen machte sich Joseph Ludwig schnell ans Werk, das Ancien Régime zu restaurieren. Außenpolitisch kehrte Joseph Ludwig der Bündnispolitik mit Frankreich rasch den Rücken und schloss sich schließlich der antinapoleonischen Allianz an. Auf dem Wiener Kongress wurde er schließlich als legitimer Herrscher des Landes anerkannt. Sagradien verlor aber die gesamten Besitztümer in Micolinien sowie den Großteil Golens an das Königreich Micolinien. Lediglich der kleinere [[Ostgolen|Ostteil Golens]] blieb in sagradischer Hand.
 
  
=== Restauration, Septemberrevolution und erneute Abdankung ===
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=== Königtum ===
Auch die sagradischen Cortes erkannten ihn an, Joseph Ludwig aber verweigerte sich jeder Reform und war überzeugt, das Ancien Régime müsse wiederhergestellt werden. Er lehnte es ab, die von den [[Cortes von Diegue]] 1812 erarbeitete liberale Verfassung anzuerkennen, und setzte auch den Code Civil außer Kraft. Stattdessen wurde wieder zum alten landständischen Regierungssystem zurückgekehrt, das sich an keine konstitutionellen Prinzipien gebunden fühlte. Die folgenden vier Jahre werden daher als "[[Cuartênio Absoluta]]" bezeichnet. Die von den Cortes immer wieder gemachten Vorstöße zu einer konstitutionellen Charta wurden von Joseph Ludwig abgelehnt, woraufhin es im Herbst 1817 unter den alten Anhängern Gabriels und anderen Liberalen zu einem Aufstand gegen den König kam, der großen Anklang im Bürgertum fand und als [[Novemberrevolution]] in die sagradische Geschichte einging. Der König wurde gedrängt, einen liberalen Siebenerrat (''Septimado'') als Mit-Regierung einzusetzen, der als Stellvertretung der Cortes fungierte. Zudem wurden Wahlen zu neuen Cortes durchgeführt, die Ende November in [[Semess]] zusammentraten und eine Verfassung nach dem Muster der von 1812 erarbeiten sollten.
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Die Cortes erkannten den Herzog von Alconía als neuen König an, der sofort Friedensverhandlungen mit Karl XI. führte. Joseph Ludwig nutzte den [[Friede von Vèrisa]], in dem er den besetzten Teil Golens abtrat, um seine Herrschaft zu konsolidieren, die er kurze Zeit später seinem leitenden Minister [[Carles de Meném]] übertrug. Auch Miguel de Vuelta blieb weiterhin einflussreich. Sagradien rüstete zur Rückeroberung Golens. Bis 1819 stand Meném in Verhandlungen mit dem monarchischen Ausland und der Heiligen Allianz, um seine Anerkennung als rechtmäßiger König zu erreichen.  
  
Den Aufstand in Sagradien und die folgenden als "[[Semanas Liberales]]" bezeichneten Wochen nutzte der micolinische König [[Karl XI. von Micolinien|Karl XI.]] und führte unter dem Vorwand der Wiederherstellung der alten Ordnung ein neues Heer nach [[Ostgolen]]. Joseph Ludwig, der zunächst unter dem Druck der Aufständischen umfassenden Reformen zugestimmt hatte, geriet nun unter zusätzlichen Druck, da ihm Konspiration mit Micolinien vorgeworfen wurde. Er erbat sich Hilfe von jüngsten Bruder [[Michael IV.|Miguel Herzog von Vuelta]], der den König zur Abdankung drängte. Joseph Ludwig dankte daraufhin zugunsten Miguel de Vueltas ab, den die Stände schließlich unter dem Namen [[Michael IV.]] zum neuen König erhoben. Joseph Ludwig flüchtete nach Spanien, wo er in der Folge bis zu seinem Tod 1819 lebte.  
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1819 nutzte Sagradien einen Bauernaufstand in Westgolen dazu, auf Druck der [[Cortes Generales]] hin den Vertrag von Vèrisa zu widerrufen. Damit löste er den [[Erster Golenkrieg 1819-1825|ersten Golenkrieg]] gegen Micolinien aus. Nach erfolglosem Kriegsverlauf für Sagradien musste Sagradien 1825 den [[Friede von San Cristo]] hinnehmen, der Micolinien fast ganz Golen zuschrieb und einer Absolutniederlage Sagradiens gleichkam. Der König geriet im Innern unter großen Druck. Um seine Stellung zu sichern, löste er sich endgültig von seinen liberalen Beratern und berief 1825 den Konservativen [[Bernardo Graf Dirán]] zum Leitenden Minister. Dieser beschnitt die zuvor gewährten Freiheiten wieder stark und versuchte, die autoritäre Stellung des Königs zu sichern. Dirán forcierte 1827 den [[Zweiter Golenkrieg 1827-1829|Zweiten Golenkrieg]] gegen Micolinien, indem er eine innere Schwäche Micoliniens unter dem neuen König [[Franz VII.]] dazu nutzte, Micolinien erneut den Krieg zu erklären. Diesmal verlief der Krieg weitaus günstiger für Sagradien und Golen konnte bald in großen Teilen wiedererobert werden. Mitten in den Krieg fiel 1829 der Tod des Königs. Da Joseph Ludwigs ältester Sohn Philipp Albert, genannt ''Filiberto'', bereits 1825 gestorben war, wäre eigentlich Michaels zweitältester Sohn [[Manuel von Casigón]] nachgefolgt, der jedoch nach der heimlich geschlossenen unstandesgemäßen Ehe mit der Grafentochter Marifrancisca de Clermente auf sein Erbe verzichtet hatte
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Aus Angst vor micolinischen Ansprüchen wählten die Cortes nun rasch den Bruder des verstorbenen Königs, [[Emil I. Johann|Emilio Joán de Borbón-Viena]], [[Herzog von Viça]], als Emil I. Johann zum neuen König. Dessen Erster Minister, der [[Abat de Francovil]], leitete unmittelbare Friedensverhandlungen mit Micolinien ein, die zum [[Friede von Diegue 1829]] führten, in dem der Status quo ante von 1815 wiederhergestellt wurde. Außerdem setzte er die miguelitische Verfassung von 1815 wieder außer Kraft und restaurierte endgültig das Ancien Régime. Alle Versuche von liberaler Seite, den Grafen von Casigón dazu zu bewegen, den Thron zu beanspruchen, scheiterten an dessen ablehnender Haltung. Erst sein Sohn [[Franz Xaver von Casigón|Francisco Javier de Casigón]] versuchte 1848 vergeblich, den Thron zu beanspruchen. Seine Nachkommen werden als [[Manuelitische Prätendenten|''manuelitische Prätendenten'']] bezeichnet.
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=== Die Rolle Joseph Ludwigs. ===
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Die Regentschaft Joseph Ludwigs II. ist unter Historikern stark umstritten. Die einen sehen ihn als Liberalen, der in den „Restaurationskriegen“ die sagradische Herrschaft in Golen restituiert und Sagradien die bürgerlichen Freiheiten der Napoléonzeit bewahrt hat und nur am Ende aus herrschaftssichernden Gründen einige wieder beschneiden musste. Die anderen sehen ihn als beeinflussbaren und schwachen, militärisch erfolglosen und innenpolitisch zunehmend reaktionären Autokraten, der in seinen letzten Jahren den Weg zur vollständigen Restauration geebnet habe.
  
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]

Version vom 16:03, 24. Jul 2011

Joseph Ludwig II. (von Sagradien) (José Luis II, *1782; †1829) war König von Sagradien (1817-1829) aus dem Herrscher-Haus Vienne. Er gelangte 1817 durch die Absetzung seines Onkels Joseph Ludwig I. infolge der Novemberrevolution auf den Thron und erließ danach die so genannte Novemberverfassung. Danach führte er zwei Kriege gegen Micolinien um den Besitz Golens. Vor seiner Thronbesteigung war er als Herzog von Alconía bekannt.

Jugend und Thronbesteigung

Joseph Karl Ludwig Ignatius Salvator von Vienne und Braganza, Herzog von Alconía, wurde 1782 als ältester Sohn von Prinz Karl Emil von Vienne, Herzog von Viça, und dessen Frau Maria von Bragança in Semess geboren. Er war damit ein Urenkel des bis 1792 regierenden Königs Gabriel VIII. und ein Neffe des 1792 gekrönten Joseph Ludwig I., der ein älterer Bruder seines Vaters war. Bekannt war der Prinz als Don José, Duca d'Alconía. Mit der Geburt seines Neffen Luis Gabriel, dem Sohn seines Bruders Joseph Ludwig, im Jahr 1795 schien es nicht so, als würde Don José je regieren. Er heiratete 1793 Johanna, die Tochter Karls XI., der ein Jahr später den micolinischen Thron bestieg. Johanna gebar ihm 1795 den Sohn Philipp Albert (Don Filipe Alberto, genannt Filiperto), der den Titel eines Prinzen von Vesaey erhielt. 1799 folgte der Prinz Manuel, späterer Graf von Casigón. 1804 heiratete Miguel de Vuelta nach dem Tod seiner ersten Frau Johanna von Micolinien seine Nichte Carlota von Bourbon, Tochter Joseph Ludwigs II., die jedoch bereits 1809 verstarb. In dritter Ehe war Don José schließlich mit der Bourbonenprinzessin Beatrice von Neapel verheiratet.

Nach der Niederlage Sagradiens gegen das napoleonische Frankreich, der folgenden Absetzung König Joseph Ludwigs I. und der Einsetzung einer französisch dominierten Regierung unter Alexandre Lacomb floh der Herzog ins Exil nach Micolinien. Nach dem Tod seines Vater Karl Emil im Jahr 1808 und dem gewaltsamen Tod seines Vetters König Gabriel IX. im Jahr 1812 stieg Don José im Exil in der Rangfolge der Thronerben rasch auf den ersten Platz auf.

Befreiungskrieg und Novemberrevolution

1812 nahm Don Miguel de Vuelta, ein Onkel Don Josés, den Oberbefehl über ein Heer sagradischer Exilanten und konnte zusammen mit Wellington und dem micolinischen General Joann Osvalt Cresq einige Siege gegen Napoléon feiern, u.a. 1813 in der Schlacht bei Colón, die zur Flucht Julie Bonapartes aus Sagradien und zur Rückkehr Joseph Ludwigs I. auf den Thron führten. Don José, von seinem Onkel als Erbe anerkannt, kehrte ebenfalls nach Sagradien zurück. König Joseph Ludwig erkannte aber die von den Cortes ausgearbeitete Verfassung nicht an. Stattdessen machte er sich daran, die absolute Herrschaft des Königtums wiederherzustellen (Cuartênio Absoluta). Es kam im Herbst 1817 zur Rebellion der führenden liberalen Adligen und Teile des Bürgertums (Novemberrevolution) gegen den neuen alten König, der schließlich für regierungsunfähig erklärt wurde. Die Macht übernahm nun als Regent Herzog Miguel de Vuelta, der seine Bereitschaft zu Reformen anzeigte und einen als Stellvertretung der Cortes eingesetzten Siebenerrat als Beratungs- bzw. (Mit)-Regierungsgremium anerkannte.

Der Thronerbe Don José wurde auf diese Weise übergangen, konnte seinen Anspruch zur Mitregierung zunächst aber nicht durchsetzen. Miguel erließ eine liberale, an dem Entwurf von 1812 orientierte Verfassung (Novemberverfassung) und sicherte sich damit die Zustimmung der gemäßigt-liberalen Konstitutionalisten zu seiner Regierung. Als Karl XI. von Micolinien die Rebellion und die folgenden „Semanas Liberales“ zu einer Invasion in Golen nutzte, um die alte Ordnung wiederherzustellen, gleichzeitig aber seinen Einfluss in Sagradien zu wahren, geriet der Regent in Bedrängnis und musste schließlich für Joseph Ludwig I. die Abdankung erklären und seinen Neffen Don José als Thronfolger anerkennen. Dieser folgte schließlich als Joseph Ludwig II. auf den Thron.

Königtum

Die Cortes erkannten den Herzog von Alconía als neuen König an, der sofort Friedensverhandlungen mit Karl XI. führte. Joseph Ludwig nutzte den Friede von Vèrisa, in dem er den besetzten Teil Golens abtrat, um seine Herrschaft zu konsolidieren, die er kurze Zeit später seinem leitenden Minister Carles de Meném übertrug. Auch Miguel de Vuelta blieb weiterhin einflussreich. Sagradien rüstete zur Rückeroberung Golens. Bis 1819 stand Meném in Verhandlungen mit dem monarchischen Ausland und der Heiligen Allianz, um seine Anerkennung als rechtmäßiger König zu erreichen.

1819 nutzte Sagradien einen Bauernaufstand in Westgolen dazu, auf Druck der Cortes Generales hin den Vertrag von Vèrisa zu widerrufen. Damit löste er den ersten Golenkrieg gegen Micolinien aus. Nach erfolglosem Kriegsverlauf für Sagradien musste Sagradien 1825 den Friede von San Cristo hinnehmen, der Micolinien fast ganz Golen zuschrieb und einer Absolutniederlage Sagradiens gleichkam. Der König geriet im Innern unter großen Druck. Um seine Stellung zu sichern, löste er sich endgültig von seinen liberalen Beratern und berief 1825 den Konservativen Bernardo Graf Dirán zum Leitenden Minister. Dieser beschnitt die zuvor gewährten Freiheiten wieder stark und versuchte, die autoritäre Stellung des Königs zu sichern. Dirán forcierte 1827 den Zweiten Golenkrieg gegen Micolinien, indem er eine innere Schwäche Micoliniens unter dem neuen König Franz VII. dazu nutzte, Micolinien erneut den Krieg zu erklären. Diesmal verlief der Krieg weitaus günstiger für Sagradien und Golen konnte bald in großen Teilen wiedererobert werden. Mitten in den Krieg fiel 1829 der Tod des Königs. Da Joseph Ludwigs ältester Sohn Philipp Albert, genannt Filiberto, bereits 1825 gestorben war, wäre eigentlich Michaels zweitältester Sohn Manuel von Casigón nachgefolgt, der jedoch nach der heimlich geschlossenen unstandesgemäßen Ehe mit der Grafentochter Marifrancisca de Clermente auf sein Erbe verzichtet hatte.

Aus Angst vor micolinischen Ansprüchen wählten die Cortes nun rasch den Bruder des verstorbenen Königs, Emilio Joán de Borbón-Viena, Herzog von Viça, als Emil I. Johann zum neuen König. Dessen Erster Minister, der Abat de Francovil, leitete unmittelbare Friedensverhandlungen mit Micolinien ein, die zum Friede von Diegue 1829 führten, in dem der Status quo ante von 1815 wiederhergestellt wurde. Außerdem setzte er die miguelitische Verfassung von 1815 wieder außer Kraft und restaurierte endgültig das Ancien Régime. Alle Versuche von liberaler Seite, den Grafen von Casigón dazu zu bewegen, den Thron zu beanspruchen, scheiterten an dessen ablehnender Haltung. Erst sein Sohn Francisco Javier de Casigón versuchte 1848 vergeblich, den Thron zu beanspruchen. Seine Nachkommen werden als manuelitische Prätendenten bezeichnet.

Die Rolle Joseph Ludwigs.

Die Regentschaft Joseph Ludwigs II. ist unter Historikern stark umstritten. Die einen sehen ihn als Liberalen, der in den „Restaurationskriegen“ die sagradische Herrschaft in Golen restituiert und Sagradien die bürgerlichen Freiheiten der Napoléonzeit bewahrt hat und nur am Ende aus herrschaftssichernden Gründen einige wieder beschneiden musste. Die anderen sehen ihn als beeinflussbaren und schwachen, militärisch erfolglosen und innenpolitisch zunehmend reaktionären Autokraten, der in seinen letzten Jahren den Weg zur vollständigen Restauration geebnet habe.