Gabriel IX.: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Gabriel IX.''' (von Sagradien) (*1734, †1777) war [[König von Sagradien]] (1770-1777) und der zweite Herrscher aus dem [[Haus Bourbon-Vienne]] auf dem sagradischen Thron. Er folgte 1770 seinem verstorbenen Vater [[Gabriel VIII.]] als König nach, starb aber 1777 ohne einen männlichen Thronfolger zu hinterlassen, sodass sein Bruder [[Joseph Ludwig I.]] König wurde.
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'''Gabriel IX.''' (von Sagradien) (*1793, †1812) war zwischen 1805 und 1812 [[König von Sagradien|König von Sagradien und Cuentez]]. Er stand die längste Zeit seiner Herrschaft über unter Regentschaft seiner Mutter Marie Luise von Bourbon-Parma.
  
Gabriel Henri Alexandre Antoine de Vienne wurde 1734 in Versailles geboren. Sein Vater war [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Bourbon, duc de Vienne]], jüngster Sohn [[Antoine de Bourbon]]s, des Herzogs von Mantua, seine Mutter die Santori-Prinzessin [[Maria I. von Servette|Maria von Servette]], Tochter des regierenden Großherzogs [[Ludwig Philipp II. von Servette]]. Als Gabriel drei Jahre alt war, kurz nach der Geburt seines jüngeren Bruders [[Joseph Ludwig I.|Joseph Louis]]' wurde seine Mutter Maria von Servette überraschend selbst regierende Großherzogin, nachdem ihr älterer Bruder [[Karl VII. Ferdinand von Servette]] kinderlos verstorben war. Während Gabriels Eltern nach Servette zogen, um das Erbe Marias gegen [[Karl X. von Micolinien]] zu verteidigen, blieb Gabriel in Versailles, wo er am Hof Ludwigs XV. gemeinsam mit dem Dauphin Louis (*1729) erzogen wurde.  
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Don Luis Gabriel de Viena wurde 1793 als ältester und einziger Sohn des sagradischen Thronfolgers [[Joseph Ludwig II.|Prinz José Luis von Sarmay]] und dessen zweiter Ehefrau Marie Luise von Parma geboren. Er war zwei Jahre alt, als sein Großvater [[Joseph Ludwig I.]] starb und sein Vater 1797 als [[Joseph Ludwig II.]] den Thron bestieg. Luis Gabriel erhielt nun als neuer Thronfolger selbst den Titel eines Prinzen von Sarmay.  
  
Servette und Frankreich waren in der Folge enge Verbündete im Servettensischen Thronkonflikt von 1737-39 und im 1740 ausgebrochenen Österreichischen Erbfolgekrieg und Gegner u.a. des sagradischen Königs [[Johann III.]]. Nach dessen Tod 1749 und dem seines Sohnes [[David II.]] 1754 erkannte Frankreich die Thronfolge der Tochter Johanns [[Maria II. Franziska]] nicht an und erhob stattdessen Gabriels Vater Louis-Gabriel de Vienne zum neuen König von Sagradien. Im folgenden [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Thronfolgekrieg]] konnte sich der französische Kandidat Louis-Gabriel gegen die Anhänger Maria Franziskas und ihres Ehemanns [[Anton II. Ramírez|António Ramírez de la Sieta]] durchsetzen und Gabriel wurde 1757 im Alter von dreiundzwanzig Jahren schlagartig zum Thronfolger des sagradischen Königreichs. Als solcher erhielt er den Titel eines [[Prinz von Sarmay|Prinzen von Sarmay]] und den eines [[Herzog von Bordez|Herzogs von Bordez]] und folgte seinem Vater an den Hof in [[Semess]], wo Prinz ''Gabriel Enrico'', wie er nun genannt wurde, 1752 die Bourbonenprinzessin Isabella von Spanien (*1732), jüngste Tochter Philipps V. von Spanien und seiner zweiten Frau Elisabetta Farnese. Die Ehe blieb jedoch kinderlos und wurde wohl nie vollzogen. Nach dem Tod Isabellas im Jahr 1759 heiratete Gabriel in zweiter Ehe Prinzessin Marie Louise von der Pfalz. Da Gabriel zeit seines Lebens an Krankheiten litt, blieb auch die zweite Ehe kinderlos, sodass sein jüngerer Bruder [[Joseph Ludwig I.|Don José Luis]] nach der Thronbesteigung Gabriels im Jahr 1770 Kronprinz wurde.  
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Nachdem sich Sagradien unter seinem Vater 1805 gegen das napoleonische Frankreich gewandt hatte, kam es nach der Niederlage Sagradiens gegen Napoléon im Herbst 1805 zum [[Vertrag von Challón]], in dem Joseph Ludwig II. zur Abdankung gezwungen wurde. Der erst zehnjährige Luis Gabriel wurde nun als Gabriel IX. zum König proklamiert und seine Mutter Marie Luise als Regentin eingesetzt. Sagradien wurde nun zum napoleonischen Satellitenstaat, doch führte bereits die Niederlage Napoleons in der Schlacht von Trafalger im Oktober 1805 zu ersten Absetzbewegungen Marie Luises und ihres ersten Ministers [[Joán Batista Colón Marquês de Lima]], der zunehmend versuchte, sich von der französischen Umklammerung zu lösen.
  
Gabriel setzte in seiner kurzen Regierungszeit als König weitgehend die Politik seines Vaters fort. Leitender Minister war die längste Zeit seiner Regentschaft über [[Joán António de Marvillas, Graf von Lusada]]. Immer wieder gab es Streitigkeiten des Königs mit der Adelsopposition, die den Zentralisierungskurs der Könige aus dem [[Haus Vienne]] ablehnten. Es gelang der Opposition jedoch nicht, die zunehmende Macht des Königs zu brechen.
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Die anhaltenden Versuche der Regierung Lima, die Kontinentalsperre zu unterlaufen, führten 1808 zur Entmachtung des Marquis von Lima und zur Einsetzung eines Regentschaftsrates, dem zwar Marie Luise vorstand, der aber größtenteils von französischen Beratern kontrolliert wurde, was im Volk zu Widerständen führte, die von Micolinien und Großbritannien unterstützt wurden. Eigentlicher Machthaber wurde nun der französische Marschall [[Alexandre Lacomb]], der den Titel eines Fürsten von Laval erhielt. Dieser erließ noch im Jahr 1808 eine vorläufige Verfassung (''Carta Francêsa''), die durch eine einberufene Ständeversammlung bestätigt werden sollte. Als diese sich jedoch zunehmend gegen das Regime Lacombs richtete, kam es zu ihrer Auflösung.
  
Als Gabriel 1777 nach nur sieben Jahren als König starb, folgte ihm erwartungsgemäß sein Bruder als [[Joseph Ludwig I.]] auf dem Thron nach.
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Als Gabriel 17 Jahre alt wurde, kam es 1811 zur Hochzeit mit der 16-jährigen [[Julie Bonaparte]], der Tochter Joseph Bonapartes und Julie Clarys und Nichte Napoleons. Nominell übernahm Gabriel IX. danach selbst die Herrschaft, Lacomb blieb aber Premierminister. Dennoch versuchte Gabriel danach, sich von den französischen Beratern zu emanzipieren. Nach dem gescheiterten Russlandfeldzug 1812, bei dem auch Sagradien Truppen stellen musste, kam es zu deutlichen Absetzbewegungen Gabriels, der Lacomb entließ und aktiv Kontakt mit England und Micolinien aufnahm. Ehe dies jedoch Erfolge zeigen konnte, starb Gabriel IX. völlig überraschend im Herbst 1812.
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Napoléon versuchte nun, seine Nichte Lucie als regierende Königin und Lacomb erneut als Premierminister durchzusetzen, was in Sagradien jedoch rasch zu Aufständen führte, die sich zum Befreiungskrieg ausweiteten. Schließlich musste der geschwächte Napoleon den Forderungen der ''Antifrancistas'' nachgeben und den 1805 abgesetzten König [[Joseph Ludwig II.]] wieder als Herrscher einsetzen. Dieser übernahm im Frühjahr 1813 wieder die Herrschaft.  
  
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]

Version vom 22:29, 15. Jul 2011

Gabriel IX. (von Sagradien) (*1793, †1812) war zwischen 1805 und 1812 König von Sagradien und Cuentez. Er stand die längste Zeit seiner Herrschaft über unter Regentschaft seiner Mutter Marie Luise von Bourbon-Parma.

Don Luis Gabriel de Viena wurde 1793 als ältester und einziger Sohn des sagradischen Thronfolgers Prinz José Luis von Sarmay und dessen zweiter Ehefrau Marie Luise von Parma geboren. Er war zwei Jahre alt, als sein Großvater Joseph Ludwig I. starb und sein Vater 1797 als Joseph Ludwig II. den Thron bestieg. Luis Gabriel erhielt nun als neuer Thronfolger selbst den Titel eines Prinzen von Sarmay.

Nachdem sich Sagradien unter seinem Vater 1805 gegen das napoleonische Frankreich gewandt hatte, kam es nach der Niederlage Sagradiens gegen Napoléon im Herbst 1805 zum Vertrag von Challón, in dem Joseph Ludwig II. zur Abdankung gezwungen wurde. Der erst zehnjährige Luis Gabriel wurde nun als Gabriel IX. zum König proklamiert und seine Mutter Marie Luise als Regentin eingesetzt. Sagradien wurde nun zum napoleonischen Satellitenstaat, doch führte bereits die Niederlage Napoleons in der Schlacht von Trafalger im Oktober 1805 zu ersten Absetzbewegungen Marie Luises und ihres ersten Ministers Joán Batista Colón Marquês de Lima, der zunehmend versuchte, sich von der französischen Umklammerung zu lösen.

Die anhaltenden Versuche der Regierung Lima, die Kontinentalsperre zu unterlaufen, führten 1808 zur Entmachtung des Marquis von Lima und zur Einsetzung eines Regentschaftsrates, dem zwar Marie Luise vorstand, der aber größtenteils von französischen Beratern kontrolliert wurde, was im Volk zu Widerständen führte, die von Micolinien und Großbritannien unterstützt wurden. Eigentlicher Machthaber wurde nun der französische Marschall Alexandre Lacomb, der den Titel eines Fürsten von Laval erhielt. Dieser erließ noch im Jahr 1808 eine vorläufige Verfassung (Carta Francêsa), die durch eine einberufene Ständeversammlung bestätigt werden sollte. Als diese sich jedoch zunehmend gegen das Regime Lacombs richtete, kam es zu ihrer Auflösung.

Als Gabriel 17 Jahre alt wurde, kam es 1811 zur Hochzeit mit der 16-jährigen Julie Bonaparte, der Tochter Joseph Bonapartes und Julie Clarys und Nichte Napoleons. Nominell übernahm Gabriel IX. danach selbst die Herrschaft, Lacomb blieb aber Premierminister. Dennoch versuchte Gabriel danach, sich von den französischen Beratern zu emanzipieren. Nach dem gescheiterten Russlandfeldzug 1812, bei dem auch Sagradien Truppen stellen musste, kam es zu deutlichen Absetzbewegungen Gabriels, der Lacomb entließ und aktiv Kontakt mit England und Micolinien aufnahm. Ehe dies jedoch Erfolge zeigen konnte, starb Gabriel IX. völlig überraschend im Herbst 1812.

Napoléon versuchte nun, seine Nichte Lucie als regierende Königin und Lacomb erneut als Premierminister durchzusetzen, was in Sagradien jedoch rasch zu Aufständen führte, die sich zum Befreiungskrieg ausweiteten. Schließlich musste der geschwächte Napoleon den Forderungen der Antifrancistas nachgeben und den 1805 abgesetzten König Joseph Ludwig II. wieder als Herrscher einsetzen. Dieser übernahm im Frühjahr 1813 wieder die Herrschaft.