Cartel National: Unterschied zwischen den Versionen

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Das '''Cartel National''' war eine politische Koalition in [[Mikolinien]], die von 1926 bis 1948 bestand.  In dieser Zeit stellte die Koalition mit [[Osvalt Camur]] (1926-1929), [[Pier Ulisse]] (bis 1942) und [[Noribert Ferrer]] (1942-1948) ohne Unterbrechung den mikolinischen [[Staatsminister]]. Das Bündnis setzte sich zusammen aus der katholisch-konservativen [[PDM|Rechtspartei (PDM)]] und der rechtsliberalen [[PdEL|Staatspartei (PdEL)]] und vereinte damit die maßgeblichen politischen Gegenspieler des 19. Jahrhunderts. Zunächst eine lose Regierungskoalition entwickelte sich das Kartell im Laufe der Jahre zu einem festen Wahlbündnis und bildete eigene Institutionen aus, die zunehmend an die Stelle der Parteiorganisationen trat.
 
Das '''Cartel National''' war eine politische Koalition in [[Mikolinien]], die von 1926 bis 1948 bestand.  In dieser Zeit stellte die Koalition mit [[Osvalt Camur]] (1926-1929), [[Pier Ulisse]] (bis 1942) und [[Noribert Ferrer]] (1942-1948) ohne Unterbrechung den mikolinischen [[Staatsminister]]. Das Bündnis setzte sich zusammen aus der katholisch-konservativen [[PDM|Rechtspartei (PDM)]] und der rechtsliberalen [[PdEL|Staatspartei (PdEL)]] und vereinte damit die maßgeblichen politischen Gegenspieler des 19. Jahrhunderts. Zunächst eine lose Regierungskoalition entwickelte sich das Kartell im Laufe der Jahre zu einem festen Wahlbündnis und bildete eigene Institutionen aus, die zunehmend an die Stelle der Parteiorganisationen trat.
  
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Das Nationalkartell entstand 1925/26 in der gemeinsamen Opposition der Mitte-Rechts-Parteien gegen die Minderheitsregierung des [[Partet Radical Democrat|Radikaldemokraten]] [[Francis Clesqerel]]. Die liberale Staatspartei gehörte der Regierung zwar zunächst mit eigenen Ministern an, der Versuch des Staatsministers, die oppositionellen [[PSL|Sozialisten]] einzubinden, führte aber schließlich zum Gang der PdEL in die Opposition. Dort schlossen die beiden bis dahin verfeindeten Parteichefs [[Osvalt Camur]] (PdEL) und [[Pier Ulisse]] (PDM) ein politisches Bündnis gegen die Regierung: Camur, der bereits von 1918 bis 1923 als Regierungschef amtiert hatte, sollte ins Staatsministerium zurückkehren und Ulisse im Gegenzug die Schlüsselministerien für Inneres, Finanzen und Kirche erhalten. Hierzu sicherten sie sich die Unterstützung von König [[Karl XII.]], der den schwachen Staatsminister Clesqerel schließlich zum Rücktritt aufforderte und Osvalt Camur zum neuen Regierungschef ernannte.
 
Das Nationalkartell entstand 1925/26 in der gemeinsamen Opposition der Mitte-Rechts-Parteien gegen die Minderheitsregierung des [[Partet Radical Democrat|Radikaldemokraten]] [[Francis Clesqerel]]. Die liberale Staatspartei gehörte der Regierung zwar zunächst mit eigenen Ministern an, der Versuch des Staatsministers, die oppositionellen [[PSL|Sozialisten]] einzubinden, führte aber schließlich zum Gang der PdEL in die Opposition. Dort schlossen die beiden bis dahin verfeindeten Parteichefs [[Osvalt Camur]] (PdEL) und [[Pier Ulisse]] (PDM) ein politisches Bündnis gegen die Regierung: Camur, der bereits von 1918 bis 1923 als Regierungschef amtiert hatte, sollte ins Staatsministerium zurückkehren und Ulisse im Gegenzug die Schlüsselministerien für Inneres, Finanzen und Kirche erhalten. Hierzu sicherten sie sich die Unterstützung von König [[Karl XII.]], der den schwachen Staatsminister Clesqerel schließlich zum Rücktritt aufforderte und Osvalt Camur zum neuen Regierungschef ernannte.
  
 
Zentrales Ziel der [[Kabinett Osvalt Camur II|ersten Nationalregierung unter Osvalt Camur]] war das Zurückdrängen der Linksparteien und die Bekämpfung separatistischer Bestrebungen in [[Golen]]. Unter Innenminister Ulisse gingen die mikolinischen Sicherheitskräfte mit Härte gegen Unabhängigkeitsbestrebungen in Golen vor und heizten so die Lage an. Nach Anschlägen der golischen Befreiungsarmee [[FLG]] wurden die Rechte der Provinzverwaltungen schrittweise eingeschränkt.  
 
Zentrales Ziel der [[Kabinett Osvalt Camur II|ersten Nationalregierung unter Osvalt Camur]] war das Zurückdrängen der Linksparteien und die Bekämpfung separatistischer Bestrebungen in [[Golen]]. Unter Innenminister Ulisse gingen die mikolinischen Sicherheitskräfte mit Härte gegen Unabhängigkeitsbestrebungen in Golen vor und heizten so die Lage an. Nach Anschlägen der golischen Befreiungsarmee [[FLG]] wurden die Rechte der Provinzverwaltungen schrittweise eingeschränkt.  
  
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==== Wahlsieg 1929 und Staatsministerium Ulisse ====
 
Bei der [[Mikolinische Parlamentswahl 1929|Mikolinischen Parlamentswahl 1929]] traten die beiden Koalitionspartner in den meisten Wahlkreisen des Landes als Wahlblock an und unterstützten sich im zweiten Wahlgang gegenseitig. Vereinzelt wurden auch einzelne Kandidaten der Linken unterstützt, um starke linke Sammlungskandidaten zu verhindern. Das Nationalkartell konnte auf diese Weise einen Erdutschsieg feiern und sicherte sich eine deutliche Parlamentsmehrheit. Der Rechtspartei unter der Führung von [[Pier Ulisse]] gelang es zudem, durch geschicktes Taktieren besonders stark abzuschneiden und den Regierungspartner deutlich hinter sich zu lassen. Nach der Wahl lobbyierte mehrere einflussreiche Kirchenmänner und Wirtschaftsvertreter bei König Karl XII. für die Ernennung Pier Ulisses, der schließlich Osvalt Camur als Staatsminister ablöste.  
 
Bei der [[Mikolinische Parlamentswahl 1929|Mikolinischen Parlamentswahl 1929]] traten die beiden Koalitionspartner in den meisten Wahlkreisen des Landes als Wahlblock an und unterstützten sich im zweiten Wahlgang gegenseitig. Vereinzelt wurden auch einzelne Kandidaten der Linken unterstützt, um starke linke Sammlungskandidaten zu verhindern. Das Nationalkartell konnte auf diese Weise einen Erdutschsieg feiern und sicherte sich eine deutliche Parlamentsmehrheit. Der Rechtspartei unter der Führung von [[Pier Ulisse]] gelang es zudem, durch geschicktes Taktieren besonders stark abzuschneiden und den Regierungspartner deutlich hinter sich zu lassen. Nach der Wahl lobbyierte mehrere einflussreiche Kirchenmänner und Wirtschaftsvertreter bei König Karl XII. für die Ernennung Pier Ulisses, der schließlich Osvalt Camur als Staatsminister ablöste.  
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In der Folge konnte sich Pier Ulisse als unumstrittener Führer des "nationalen Lagers" etablieren. Unter seiner Führung gelang es Mikolinien, relativ schnell aus der Weltwirtschaftskrise herauszukommen. Dennoch kam es zu sozialen Spannungen und Streikversuchen, gegen die Ulisse mit harter Hand vorgehen ließ. Auch in Golen setzte die Regierung auf Konfrontation: Als es am sogenannten "Schwarzen Samstag" 1934 zu den bisher schwersten Gefechten zwischen golischen Kämpfern und staatlicher Polizei gekommen war, setzte die Ulisse-Regierung das Autonomiestatut aus dem Jahr 1922 aus und verhängte den Kriegszustand über Golen. Damit begann die heiße Phase des Golenaufstands, der zunehmend zum Bürgerkrieg zwischen staatlichen Einheiten und separatistischen Aufständischen eskalierte.
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[[Kategorie: Mikolinische Partei]]
 
[[Kategorie: Mikolinische Partei]]

Version vom 19:12, 14. Dez 2020

Das Cartel National war eine politische Koalition in Mikolinien, die von 1926 bis 1948 bestand. In dieser Zeit stellte die Koalition mit Osvalt Camur (1926-1929), Pier Ulisse (bis 1942) und Noribert Ferrer (1942-1948) ohne Unterbrechung den mikolinischen Staatsminister. Das Bündnis setzte sich zusammen aus der katholisch-konservativen Rechtspartei (PDM) und der rechtsliberalen Staatspartei (PdEL) und vereinte damit die maßgeblichen politischen Gegenspieler des 19. Jahrhunderts. Zunächst eine lose Regierungskoalition entwickelte sich das Kartell im Laufe der Jahre zu einem festen Wahlbündnis und bildete eigene Institutionen aus, die zunehmend an die Stelle der Parteiorganisationen trat.

Entstehung

Das Nationalkartell entstand 1925/26 in der gemeinsamen Opposition der Mitte-Rechts-Parteien gegen die Minderheitsregierung des Radikaldemokraten Francis Clesqerel. Die liberale Staatspartei gehörte der Regierung zwar zunächst mit eigenen Ministern an, der Versuch des Staatsministers, die oppositionellen Sozialisten einzubinden, führte aber schließlich zum Gang der PdEL in die Opposition. Dort schlossen die beiden bis dahin verfeindeten Parteichefs Osvalt Camur (PdEL) und Pier Ulisse (PDM) ein politisches Bündnis gegen die Regierung: Camur, der bereits von 1918 bis 1923 als Regierungschef amtiert hatte, sollte ins Staatsministerium zurückkehren und Ulisse im Gegenzug die Schlüsselministerien für Inneres, Finanzen und Kirche erhalten. Hierzu sicherten sie sich die Unterstützung von König Karl XII., der den schwachen Staatsminister Clesqerel schließlich zum Rücktritt aufforderte und Osvalt Camur zum neuen Regierungschef ernannte.

Zentrales Ziel der ersten Nationalregierung unter Osvalt Camur war das Zurückdrängen der Linksparteien und die Bekämpfung separatistischer Bestrebungen in Golen. Unter Innenminister Ulisse gingen die mikolinischen Sicherheitskräfte mit Härte gegen Unabhängigkeitsbestrebungen in Golen vor und heizten so die Lage an. Nach Anschlägen der golischen Befreiungsarmee FLG wurden die Rechte der Provinzverwaltungen schrittweise eingeschränkt.

Wahlsieg 1929 und Staatsministerium Ulisse

Bei der Mikolinischen Parlamentswahl 1929 traten die beiden Koalitionspartner in den meisten Wahlkreisen des Landes als Wahlblock an und unterstützten sich im zweiten Wahlgang gegenseitig. Vereinzelt wurden auch einzelne Kandidaten der Linken unterstützt, um starke linke Sammlungskandidaten zu verhindern. Das Nationalkartell konnte auf diese Weise einen Erdutschsieg feiern und sicherte sich eine deutliche Parlamentsmehrheit. Der Rechtspartei unter der Führung von Pier Ulisse gelang es zudem, durch geschicktes Taktieren besonders stark abzuschneiden und den Regierungspartner deutlich hinter sich zu lassen. Nach der Wahl lobbyierte mehrere einflussreiche Kirchenmänner und Wirtschaftsvertreter bei König Karl XII. für die Ernennung Pier Ulisses, der schließlich Osvalt Camur als Staatsminister ablöste.

In der Folge konnte sich Pier Ulisse als unumstrittener Führer des "nationalen Lagers" etablieren. Unter seiner Führung gelang es Mikolinien, relativ schnell aus der Weltwirtschaftskrise herauszukommen. Dennoch kam es zu sozialen Spannungen und Streikversuchen, gegen die Ulisse mit harter Hand vorgehen ließ. Auch in Golen setzte die Regierung auf Konfrontation: Als es am sogenannten "Schwarzen Samstag" 1934 zu den bisher schwersten Gefechten zwischen golischen Kämpfern und staatlicher Polizei gekommen war, setzte die Ulisse-Regierung das Autonomiestatut aus dem Jahr 1922 aus und verhängte den Kriegszustand über Golen. Damit begann die heiße Phase des Golenaufstands, der zunehmend zum Bürgerkrieg zwischen staatlichen Einheiten und separatistischen Aufständischen eskalierte.