Volksunion: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 27: | Zeile 27: | ||
|} | |} | ||
| − | Die '''Unión Electoral de l'Acción Popular de Católicœs''' (deutsch ''Wahlvereinigung für die Volksaktion der Katholiken''), kurz '''Acción Popular''', war eine katholisch-konservative Partei in der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]] und die erste Massenpartei der sagradischen Rechten. Die Acción Popular wurde 1905 gegründet und ging aus dem katholischen Flügel der [[Unión Nacional]] hervor, die sie nach deren Zerfall als größte Partei der politischen Rechten ablöste. | + | Die '''Unión Electoral de l'Acción Popular de Católicœs''' (deutsch ''Wahlvereinigung für die Volksaktion der Katholiken''), kurz '''Acción Popular''', war eine katholisch-konservative Partei in der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]] und die erste Massenpartei der sagradischen Rechten. Die Acción Popular wurde 1905 gegründet und ging aus dem katholischen Flügel der [[Unión Nacional]] hervor, die sie nach deren Zerfall als größte Partei der politischen Rechten ablöste. Die Acción Popular vereinte sich 1924 mit anderen Rechtsparteien wie dem [[Partíu Republicano Conservador]] zur [[Unión Popular]] und ist damit eine Vorgängerorganisation der heutigen sagradischen [[Volkssammlungspartei]]. |
== Geschichte == | == Geschichte == | ||
Version vom 23:39, 26. Jan 2020
| Acción Popular Volksaktion | ||
| Parteiführer | Abat Bernardo Regüer Francisco Tropexas | |
| Gründung | 1905 | |
| Auflösung | 1924 | |
| Vorgänger | NCS | |
| Nachfolge | Volksunion | |
| Ausrichtung | Polit. Katholizismus Korporatismus Konservatismus Christl. Soziallehre | |
| Position | Mitte-Rechts/Rechts | |
Die Unión Electoral de l'Acción Popular de Católicœs (deutsch Wahlvereinigung für die Volksaktion der Katholiken), kurz Acción Popular, war eine katholisch-konservative Partei in der Zweiten Sagradischen Republik und die erste Massenpartei der sagradischen Rechten. Die Acción Popular wurde 1905 gegründet und ging aus dem katholischen Flügel der Unión Nacional hervor, die sie nach deren Zerfall als größte Partei der politischen Rechten ablöste. Die Acción Popular vereinte sich 1924 mit anderen Rechtsparteien wie dem Partíu Republicano Conservador zur Unión Popular und ist damit eine Vorgängerorganisation der heutigen sagradischen Volkssammlungspartei.
Geschichte
In der Ära der konstitutionellen Monarchie wurden katholisch-konservative Positionen von der bis 1873 oppositionellen Konservativen Partei in der Abgeordnetenkammer vertreten, die seit den 1850er Jahren die Opposition gegen die liberal dominierte Regierung Jacquel de Montevils bildete und zwischen 1873 und 1884 die Mehrheitsfraktion im Parlament stellte. Sie unterstützte u.a. eine starke Position des Monarchen sowie die Verteidigung der Interessen der katholischen Kirche gegenüber der liberal dominierten Staatsbürokratie.
Nach der Januarrevolution 1891 gingen die Reste des alten Partíu Conservador in der monarchistischen Opposition gegen die neue Zweite Sagradische Republik auf, die vor allem den liberal-säkularen Kurs der neuen republikanischen Parlamentsmehrheit ablehnte. Gleichzeitig drangen mit der Einführung des allgemeinen Wahlrechts wurde zudem auch für die rechte Opposition die soziale Frage zu einem Thema. Infolge der Enzyklika "Rerum Novarum" von Papst Leo XIII. im Jahr 1891 bildete sich schließlich eine Gruppe katholischer Abgeordneter in der Abgeordnetenkammer, die einerseits den liberal-laizistischen Kurs der radikalen und moderaten Republikaner ablehnten, andererseits für einen Einbezug der christlichen Soziallehre ins politische Programm eintrat. Führer dieser Gruppe waren der katholische Priester Abat Bernardo Regüer sowie die Abgeordneten Alfredo Cresca und Demetrio Orzabal.
Der gescheiterte antirepublikanische Putsch von 1898 führte dazu, dass sich frühere monarchistische Katholiken mit der Republik zunehmend arrangierten und sich der republikanische Mitte annäherten. Katholische Positionen wurden nun von der 1897 gegründeten Unión Nacional vertreten, einem heterogenen Zusammmenschluss konservativer Abgeordneter unterschiedlicher Ausrichtung. Ein Teil des katholisch-klerikalen Flügels der Unión Nacional schloss sich im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 1905 zu einer gemeinsamen parlamentarischen Gruppe zusammen. Sie unterstützten den konservativen Bewerber Joán Cardinal, der sich schließlich durchsetzen konnte und zum zweiten Präsidenten der Republik gewählt wurde. Bei den Parlamentswahlen 1907 traten katholische Bewerber erstmals unter dem Label der Acción Popular an.
Nach dem weiteren Zerfall der Unión Nacional ging die Acción Popular als unabhängige Gruppierung hervor und erhielt bei den Wahlen 1909 bereits mehr Mandate als die unionistischen Nachfolgeparteien zusammen, vier Jahre später wurde sie stärkste Kraft im klerikal-konservativen Lager und bildete daraufhin gemeinsam mit der siegreichen liberalen Republikanischen Allianz (AR) eine Koalition der rechten Mitte, die 1917 aber durch eine linke Mehrheit abgelöst wurde.
Während Regüers Nachfolger als Parteiführer Francisco Tropexas seit 1917 versuchte, in Konkurrenz zur Linken das sozialreformerische Profil der Partei zu schärfen, kam es zu einem kontinuierlichen Erstarken des konservativen und teilweise antidemokratischen rechten Parteiflügels und zu extremen innerparteilichen Spannungen. Nach dem Sieg der Linken bei den Parlamentswahlen 1917 und der ersten sozialistischen Regierungsbeteiligung rückten die Katholiken der Volksaktion stärker nach rechts und suchten zum Teil den Schulterschluss mit den antirepublikanischen Kräften, was zu einer Spaltung der Partei führte. Die Jugendorganisation Liga del Pôblu Jovén trennte sich von der Partei und erklärte sich für unabhängig, aus ihr ging 1925 die christdemokratische PDP hervor. Der Rest der Partei drängte in Opposition zum Bloco de Sinistra von 1917 und zur laizistischen "Großen Koalition" von 1921 auf ein größeres katholisches "Selbstschutzbündnis" gegen den Angriff der Laizisten zur endgültigen Trennung von Staat und Kirche, was die Apistas als Angriff auf die katholische Religion ansahen. 1924 bildeten schließlich die Volksaktion sowie mehrere kleinere Rechtsparteien die katholisch-konservative Unión Popular, die gegenüber der Vorgängerpartei stärkere innere Strukturen und eine straffere Organisation aufwies.