José Saviola: Unterschied zwischen den Versionen

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'''José António Saviola''' (*1882; †1952) war ein [[sagradischer]] Politiker in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zunächst Mitglied der [[PS|Sozialistischen Partei]], schloss sich Saviola später den linksbürgerlichen [[PRR|Radikalen]] an. In seiner Karriere war Saviola zweimal [[Ministerpräsident|sagradischer Regierungschef]], in der Zeit der [[Volksfront]] (1936-1937) sowie als Chef einer breiten Konzentrationsregierung in der unmittelbaren Nachkriegszeit (1945-1946).  
 
'''José António Saviola''' (*1882; †1952) war ein [[sagradischer]] Politiker in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zunächst Mitglied der [[PS|Sozialistischen Partei]], schloss sich Saviola später den linksbürgerlichen [[PRR|Radikalen]] an. In seiner Karriere war Saviola zweimal [[Ministerpräsident|sagradischer Regierungschef]], in der Zeit der [[Volksfront]] (1936-1937) sowie als Chef einer breiten Konzentrationsregierung in der unmittelbaren Nachkriegszeit (1945-1946).  
  
Als Mitglied der Sozialistischen Partei gehörte Saviola in den 1920er und 1930er Jahren der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] an. Von 1928 bis 1934 war er zudem Bürgermeister von [[Ostino]].  
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Als Mitglied der Sozialistischen Partei gehörte Saviola in den 1920er und 1930er Jahren der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] an und war 1924 in der ersten Minderheitsregierung der Sozialistischen Partei unter [[Santiago Laval]] [[Arbeitsminister]]. Von 1928 bis 1934 war er zudem Bürgermeister von [[Ostino]].  
  
 
Nach dem Sieg der [[Volksfront]]-Parteien bei der [[Parlamentswahl 1936]] und der anschließenden Wahl von [[Santiago Laval]] zum [[Präsident der Republik|Staatspräsidenten]] wurde Saviola als Kandidat der Linksparteien zum [[Ministerpräsident]]en ernannt. Als Kandidat der Parteirechten war er auch für die linksliberalen [[PRR|Radikalen]] akzeptabel, denen er sich in der Folge auch politisch annäherte. Die Regierung Saviola erließ zahlreiche Reformgesetze, darunter ein allgemeines Streikrecht, die Einführung der 40-Stunden-Woche sowie eine Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Zudem trat anstelle der kirchlich und gewerkschaftlich organisierten "Arbeitslosenhilfefonds" erstmals eine staatliche Arbeitslosenversicherung. Außenpolitisch wurde die Regierungszeit jedoch durch die [[Golenkrise]] mit [[Mikolinien]], innenpolitisch durch wiederkehrende Gewaltakte der äußeren Rechten belastet.  
 
Nach dem Sieg der [[Volksfront]]-Parteien bei der [[Parlamentswahl 1936]] und der anschließenden Wahl von [[Santiago Laval]] zum [[Präsident der Republik|Staatspräsidenten]] wurde Saviola als Kandidat der Linksparteien zum [[Ministerpräsident]]en ernannt. Als Kandidat der Parteirechten war er auch für die linksliberalen [[PRR|Radikalen]] akzeptabel, denen er sich in der Folge auch politisch annäherte. Die Regierung Saviola erließ zahlreiche Reformgesetze, darunter ein allgemeines Streikrecht, die Einführung der 40-Stunden-Woche sowie eine Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Zudem trat anstelle der kirchlich und gewerkschaftlich organisierten "Arbeitslosenhilfefonds" erstmals eine staatliche Arbeitslosenversicherung. Außenpolitisch wurde die Regierungszeit jedoch durch die [[Golenkrise]] mit [[Mikolinien]], innenpolitisch durch wiederkehrende Gewaltakte der äußeren Rechten belastet.  

Version vom 18:43, 19. Jan 2020

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José António Saviola (*1882; †1952) war ein sagradischer Politiker in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Zunächst Mitglied der Sozialistischen Partei, schloss sich Saviola später den linksbürgerlichen Radikalen an. In seiner Karriere war Saviola zweimal sagradischer Regierungschef, in der Zeit der Volksfront (1936-1937) sowie als Chef einer breiten Konzentrationsregierung in der unmittelbaren Nachkriegszeit (1945-1946).

Als Mitglied der Sozialistischen Partei gehörte Saviola in den 1920er und 1930er Jahren der sagradischen Abgeordnetenkammer an und war 1924 in der ersten Minderheitsregierung der Sozialistischen Partei unter Santiago Laval Arbeitsminister. Von 1928 bis 1934 war er zudem Bürgermeister von Ostino.

Nach dem Sieg der Volksfront-Parteien bei der Parlamentswahl 1936 und der anschließenden Wahl von Santiago Laval zum Staatspräsidenten wurde Saviola als Kandidat der Linksparteien zum Ministerpräsidenten ernannt. Als Kandidat der Parteirechten war er auch für die linksliberalen Radikalen akzeptabel, denen er sich in der Folge auch politisch annäherte. Die Regierung Saviola erließ zahlreiche Reformgesetze, darunter ein allgemeines Streikrecht, die Einführung der 40-Stunden-Woche sowie eine Lohnerhöhung im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Zudem trat anstelle der kirchlich und gewerkschaftlich organisierten "Arbeitslosenhilfefonds" erstmals eine staatliche Arbeitslosenversicherung. Außenpolitisch wurde die Regierungszeit jedoch durch die Golenkrise mit Mikolinien, innenpolitisch durch wiederkehrende Gewaltakte der äußeren Rechten belastet.

Nach dem Bruch der Koalitionsregierung distanzierte sich Saviola zunehmend von seiner Partei und schloss sich schließlich den linksbürgerlichen Radikalen an.

In der Kriegsregierung von Sergio Rafael Dini wurde Saviola schließlich zum Minister für Arbeit und soziale Sicherung ernannt. Nach der Wahl Dinis zum Staatspräsidenten im August 1945 folgte ihm Saviola selbst als Ministerpräsident nach. Als einer der erfahrensten Politiker des Landes mit guten Verbindungen sowohl ins bürgerliche als auch ins linke Lager fiel Saviola eine Schlüsselstellung zu. Seine Regierung wurde von einer breiten Koalition von den Christdemokraten bis hin zu Kommunisten gestützt. Im Ergebnis setzte die Koalition umfassende Wirtschaftsreformen durch, die an die Volksfront-Zeit anschlossen und Sagradien zu einer gemischten Ökonomie aus marktwirtschaftlichen und planwirtschaftlichen Elementen machen sollten. In diesem Rahmen führte die "Demokratische Koalition" Saviolas die Tariffreiheit ein, erließ eine gesetzliche Mindestlohnregelung und einigte sich auf einige zentrale Verstaatlichungen. Dazu gehörte die Verstaatlichung des Energiesektors (vgl. Coesa, SagraGas), der Montanindustrie (vgl. Sagracêr, Ferrocel) sowie der Luftfahrt (vgl. Sagradêsa d'Aviación).

Nach einer Regierungskrise im Herbst 1946 wurde Saviola schließlich nach anderthalb Jahren als Regierungschef durch den gemäßigten Sozialisten Santo de l'Ilpa abgelöst. In der Folge zog sich Saviola aus der ersten Reihe der Politik zurück und verzichtete auf weitere Ministerämter. Stattdessen wurde er Senator, ehe er 1952 im Alter von 70 Jahren verstarb.