Partíu Democrático Popular: Unterschied zwischen den Versionen
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Gegründet wurde die PDP 1925 durch den katholischen Priester [[Don Martín de León]]. Sie vereinte liberale und soziale Katholiken der konservativen [[Volksaktion]] mit konfessionell geprägten sozialreformerischen Bewegungen in einer christlich-sozialen und demokratischen Partei der Mitte. Keimzellen der Volkspartei waren u.a. das sozialreformerische [[Cientro Social Humanista]] [[Fernando De la Roya]]s, der Kreis um dessen Zeitung [[la Vertá]] sowie die [[Liga del Pôblu Jovén]], der vor allem jüngere Mitglieder der [[Acción Popular]] angehörten und die sich Anfang der Zwanziger Jahre von der Partei getrennt hatte. Als progressive konfessionelle Partei stand die PDP gleichermaßen in Konkurrenz zu den laizistischen Parteien der Mitte und linken Mitte sowie zur katholisch-konservativen [[Volksunion]], die sich in Nachfolge der Volksaktion gegründet hatte und einen strikt antisozialistischen Rechtskurs steuerte. Dagegen integrierte die PDP auch linke Katholiken und verstand sich als zentristische Kraft, weswegen die PDP von rechten Antisozialisten eines "klerikalen Sozialismus" bezichtigt wurde. Jedoch lehnte die PDP den klassenkämpferischen Habitus, den Materialismus und den radikalen Antiklerikalismus der sagradischen Linken ab und berief sich auf die christliche Soziallehre. Die PDP war eine weithin demokratische und antifaschistische Partei und verweigerte sich in der Krise der Dreißiger Jahre größtenteils den autoritär-nationalistischen Tendenzen der katholischen Rechten. Dennoch unterstützten Mitglieder der PDP die rechtsnationale [[Regierung Sants-Igualde]] während des Zweiten Weltkriegs. | Gegründet wurde die PDP 1925 durch den katholischen Priester [[Don Martín de León]]. Sie vereinte liberale und soziale Katholiken der konservativen [[Volksaktion]] mit konfessionell geprägten sozialreformerischen Bewegungen in einer christlich-sozialen und demokratischen Partei der Mitte. Keimzellen der Volkspartei waren u.a. das sozialreformerische [[Cientro Social Humanista]] [[Fernando De la Roya]]s, der Kreis um dessen Zeitung [[la Vertá]] sowie die [[Liga del Pôblu Jovén]], der vor allem jüngere Mitglieder der [[Acción Popular]] angehörten und die sich Anfang der Zwanziger Jahre von der Partei getrennt hatte. Als progressive konfessionelle Partei stand die PDP gleichermaßen in Konkurrenz zu den laizistischen Parteien der Mitte und linken Mitte sowie zur katholisch-konservativen [[Volksunion]], die sich in Nachfolge der Volksaktion gegründet hatte und einen strikt antisozialistischen Rechtskurs steuerte. Dagegen integrierte die PDP auch linke Katholiken und verstand sich als zentristische Kraft, weswegen die PDP von rechten Antisozialisten eines "klerikalen Sozialismus" bezichtigt wurde. Jedoch lehnte die PDP den klassenkämpferischen Habitus, den Materialismus und den radikalen Antiklerikalismus der sagradischen Linken ab und berief sich auf die christliche Soziallehre. Die PDP war eine weithin demokratische und antifaschistische Partei und verweigerte sich in der Krise der Dreißiger Jahre größtenteils den autoritär-nationalistischen Tendenzen der katholischen Rechten. Dennoch unterstützten Mitglieder der PDP die rechtsnationale [[Regierung Sants-Igualde]] während des Zweiten Weltkriegs. | ||
| − | Die Partei trat erstmals bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925]] an und erhielt 26 Mandate im Parlament. Dies blieb jedoch ihr bestes Ergebnis. Dem Schwinden der bürgerlichen Mittelparteien und der Radikalisierungstendenz der sagradischen Katholiken konnte auch die progressive PDP nicht entgehen, blieb insgesamt aber relativ stabil. Parteimitglied [[Fernando de la Roya]] wurde 1931 von einer Mitte-Rechts-Koalition zum Bürgermeister von [[Semest]] gewählt. Obwohl sie als Regierungspartei in mehreren Kabinetten seit 1928 einigen Einfluss auf die sagradische Regierungspolitik gewinnen konnte, spielte sie machtstrategisch bei den so genannten [[Blockwahlen]] von [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer im Dezember 1932|1932]] und [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935|1935]] kaum eine Rolle. 1932 gehörte sie neben gemäßigten [[Partíu Liberal Republicano|Liberalen]] und [[ARD|Liberalkonservativen]] zum blockfreien Zentrum. | + | Die Partei trat erstmals bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925]] an und erhielt 26 Mandate im Parlament. Dies blieb jedoch ihr bestes Ergebnis. Dem Schwinden der bürgerlichen Mittelparteien und der Radikalisierungstendenz der sagradischen Katholiken konnte auch die progressive PDP nicht entgehen, blieb insgesamt aber relativ stabil. Parteimitglied [[Fernando de la Roya]] wurde 1931 von einer Mitte-Rechts-Koalition zum Bürgermeister von [[Semest]] gewählt. Obwohl sie als Regierungspartei in mehreren Kabinetten seit 1928 einigen Einfluss auf die sagradische Regierungspolitik gewinnen konnte, spielte sie machtstrategisch bei den so genannten [[Blockwahlen]] von [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer im Dezember 1932|1932]] und [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935|1935]] kaum eine Rolle. 1932 gehörte sie neben gemäßigten [[Partíu Liberal Republicano|Liberalen]] und [[ARD|Liberalkonservativen]] zum blockfreien Zentrum. 1936 positionierte sich die Partei erneut zwischen der linken [[Volksfront]] und der rechten [[Frente Nacional|Nationalen Front]], erreichte aber nur zehn Sitze in der Kammer. In der gemäßigter Opposition zu den Volksfrontregierungen konnte sich die Partei als Zentrumspartei etablieren und bildete 1937 eine Mitte-Links-Regierung unter dem [[Partíu Radical|Radikalen]] [[Angel Colón]]. |
Der 1938 berufene Ministerpräsident [[Manuel Sants]] ernannte mit [[Carles Bruto]] ein Mitglied der PDP zum Minister in seinem Kabinett. Während sich ein Teil der Parteimitglieder dem [[Comunión Nacional|Zentralausschuss für die Nationale Kommunion]] anschloss, ging der Führungskern um De la Roya, [[David Britón]] und [[Paulo Luciaro]] in die Opposition. Später spielten einige Mitglieder eine zentrale Rolle in der [[Resistença Cristiana]] gegen die deutschen Besatzer im Nordosten Sagradiens. Mit der [[PPC|Convergência del Pôblu Cristiano]] versuchten Mitglieder der PDP um Roya und Luciaro schließlich, das gesamte katholische Lager hinter einem demokratisch-parlamentarischen Programm zu vereinigen. Aus diesem Vorhaben ging im Januar 1945 der [[Partíu Popular de Convergência]] als bürgerliche Sammlungspartei auf christlich-sozialer Basis hervor. | Der 1938 berufene Ministerpräsident [[Manuel Sants]] ernannte mit [[Carles Bruto]] ein Mitglied der PDP zum Minister in seinem Kabinett. Während sich ein Teil der Parteimitglieder dem [[Comunión Nacional|Zentralausschuss für die Nationale Kommunion]] anschloss, ging der Führungskern um De la Roya, [[David Britón]] und [[Paulo Luciaro]] in die Opposition. Später spielten einige Mitglieder eine zentrale Rolle in der [[Resistença Cristiana]] gegen die deutschen Besatzer im Nordosten Sagradiens. Mit der [[PPC|Convergência del Pôblu Cristiano]] versuchten Mitglieder der PDP um Roya und Luciaro schließlich, das gesamte katholische Lager hinter einem demokratisch-parlamentarischen Programm zu vereinigen. Aus diesem Vorhaben ging im Januar 1945 der [[Partíu Popular de Convergência]] als bürgerliche Sammlungspartei auf christlich-sozialer Basis hervor. | ||
Version vom 22:22, 22. Jan 2018
| Partíu Democrático Popular Demokratische Volkspartei | ||
| Parteiführer | Don Martín de León David Guerrero Fernando de la Roya | |
| Gründung | 1925 | |
| Auflösung | 1945 | |
| Fusion von | ||
| Nachfolge | PPC, MSC | |
| Jugendorganisation | Liga del Pôblu Jovén | |
| Zeitung | la Vertá | |
| Ausrichtung | Christdemokratie | |
| Position | Mitte | |
Der Partíu Democrático Popular (kurz PDP, deutsch Demokratische Volkspartei) war eine progressive katholische Partei in der späten Zweiten Republik. Sie gilt als eine der ersten christdemokratische Parteien in Sagradien und als eine der Vorläuferparteien der heutigen christlich-konservativen Volkspartei.
Gegründet wurde die PDP 1925 durch den katholischen Priester Don Martín de León. Sie vereinte liberale und soziale Katholiken der konservativen Volksaktion mit konfessionell geprägten sozialreformerischen Bewegungen in einer christlich-sozialen und demokratischen Partei der Mitte. Keimzellen der Volkspartei waren u.a. das sozialreformerische Cientro Social Humanista Fernando De la Royas, der Kreis um dessen Zeitung la Vertá sowie die Liga del Pôblu Jovén, der vor allem jüngere Mitglieder der Acción Popular angehörten und die sich Anfang der Zwanziger Jahre von der Partei getrennt hatte. Als progressive konfessionelle Partei stand die PDP gleichermaßen in Konkurrenz zu den laizistischen Parteien der Mitte und linken Mitte sowie zur katholisch-konservativen Volksunion, die sich in Nachfolge der Volksaktion gegründet hatte und einen strikt antisozialistischen Rechtskurs steuerte. Dagegen integrierte die PDP auch linke Katholiken und verstand sich als zentristische Kraft, weswegen die PDP von rechten Antisozialisten eines "klerikalen Sozialismus" bezichtigt wurde. Jedoch lehnte die PDP den klassenkämpferischen Habitus, den Materialismus und den radikalen Antiklerikalismus der sagradischen Linken ab und berief sich auf die christliche Soziallehre. Die PDP war eine weithin demokratische und antifaschistische Partei und verweigerte sich in der Krise der Dreißiger Jahre größtenteils den autoritär-nationalistischen Tendenzen der katholischen Rechten. Dennoch unterstützten Mitglieder der PDP die rechtsnationale Regierung Sants-Igualde während des Zweiten Weltkriegs.
Die Partei trat erstmals bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925 an und erhielt 26 Mandate im Parlament. Dies blieb jedoch ihr bestes Ergebnis. Dem Schwinden der bürgerlichen Mittelparteien und der Radikalisierungstendenz der sagradischen Katholiken konnte auch die progressive PDP nicht entgehen, blieb insgesamt aber relativ stabil. Parteimitglied Fernando de la Roya wurde 1931 von einer Mitte-Rechts-Koalition zum Bürgermeister von Semest gewählt. Obwohl sie als Regierungspartei in mehreren Kabinetten seit 1928 einigen Einfluss auf die sagradische Regierungspolitik gewinnen konnte, spielte sie machtstrategisch bei den so genannten Blockwahlen von 1932 und 1935 kaum eine Rolle. 1932 gehörte sie neben gemäßigten Liberalen und Liberalkonservativen zum blockfreien Zentrum. 1936 positionierte sich die Partei erneut zwischen der linken Volksfront und der rechten Nationalen Front, erreichte aber nur zehn Sitze in der Kammer. In der gemäßigter Opposition zu den Volksfrontregierungen konnte sich die Partei als Zentrumspartei etablieren und bildete 1937 eine Mitte-Links-Regierung unter dem Radikalen Angel Colón.
Der 1938 berufene Ministerpräsident Manuel Sants ernannte mit Carles Bruto ein Mitglied der PDP zum Minister in seinem Kabinett. Während sich ein Teil der Parteimitglieder dem Zentralausschuss für die Nationale Kommunion anschloss, ging der Führungskern um De la Roya, David Britón und Paulo Luciaro in die Opposition. Später spielten einige Mitglieder eine zentrale Rolle in der Resistença Cristiana gegen die deutschen Besatzer im Nordosten Sagradiens. Mit der Convergência del Pôblu Cristiano versuchten Mitglieder der PDP um Roya und Luciaro schließlich, das gesamte katholische Lager hinter einem demokratisch-parlamentarischen Programm zu vereinigen. Aus diesem Vorhaben ging im Januar 1945 der Partíu Popular de Convergência als bürgerliche Sammlungspartei auf christlich-sozialer Basis hervor.
Persönlichkeiten
Parteisekretäre
- 1925-1929: Don Martín de León (erstes Mal)
- 1929-1933: David Guerrero
- 1933-1938: Don Martín de León (zweites Mal)
- seit 1938: Ariel Fernando De la Roya