David Pizarro Cordês: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Sagradien
Zur Navigation springenZur Suche springen
Zeile 1: Zeile 1:
'''David Pizarro Cordês''' (*9.12.1879, +24.4.1960) war ein [[Sagradien|sagradischer]] Diplomat, Politiker und Staatspräsident. Er war mehrmals sagradischer [[Außenminister]], erster sagradischer Botschafter bei den Vereinten Nationen und erster direkt gewählter [[Präsident der Republik]] (1949-1954).  
+
'''David Pizarro Cordês''' (*1881, +1960) war ein [[Sagradien|sagradischer]] Diplomat, Politiker und Staatspräsident. Er war mehrmals sagradischer [[Außenminister]], erster sagradischer Botschafter bei den Vereinten Nationen und erster direkt gewählter [[Präsident der Republik]] (1949-1954).  
  
 
=== Karriere als Außenpolitiker ===
 
=== Karriere als Außenpolitiker ===
Zeile 7: Zeile 7:
  
 
=== Präsident der Republik ===
 
=== Präsident der Republik ===
Nach dem Ende der Amtszeit [[Sergio Dini]]s als Präsident der Republik nominierte der [[Partido Radical]] überraschend Pizarro Cordês als Kandidat, ging jedoch gegen den auch von den Kommunisten gestützten Sozialisten [[Joán Carles Ferrer]] und den von den bürgerlichen Parteien nominierten [[Daniel La Ponte]] als Außenseiter ins Rennen. Bei der [[Präsidentschaftswahl 1949|ersten Direktwahl zum Präsidentenamt im Frühjahr 1949]] wurde Pizarro Cordês im ersten Wahlgang u.a. auch von den [[PSD|Sozialdemokraten]] unterstützt und qualifizierte sich mit 27 Prozent der Stimmen als Zweiter für die Stichwahl gegen [[Joán Carles Ferrer]]. Hier wurde er geschlossen von allen bürgerlichen Kräften unterstützt und setzte sich schließlich mit einem Stimmenanteil von 58 Prozent deutlich gegen seinen Kontrahenten durch. Der zu diesem Zeitpunkt 69-Jährige folgte damit Sergio Dini als erster direkt gewählter Präsident ins höchste Staatsamt.
+
Nach dem Ende der Amtszeit [[Sergio Dini]]s als Präsident der Republik nominierte der [[Partido Radical]] überraschend Pizarro Cordês als Kandidat, ging jedoch gegen den auch von den Kommunisten gestützten Sozialisten [[Joán Carles Ferrer]] und den von den bürgerlichen Parteien nominierten [[Daniel La Ponte]] als Außenseiter ins Rennen. Bei der [[Präsidentschaftswahl 1949|ersten Direktwahl zum Präsidentenamt im Frühjahr 1949]] wurde Pizarro Cordês im ersten Wahlgang u.a. auch von den [[PSD|Sozialdemokraten]] unterstützt und qualifizierte sich mit 27 Prozent der Stimmen als Zweiter für die Stichwahl gegen [[Joán Carles Ferrer]]. Hier wurde er geschlossen von allen bürgerlichen Kräften unterstützt und setzte sich schließlich mit einem Stimmenanteil von 58 Prozent deutlich gegen seinen Kontrahenten durch. Der zu diesem Zeitpunkt 68-Jährige folgte damit Sergio Dini als erster direkt gewählter Präsident ins höchste Staatsamt.
  
 
Als Präsident der Republik führte Pizarro Cordês v.a. seine außenpolitischen Bemühungen um Verständigung und Versöhnung unter den Völkern Europas fort. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Sergio Dini musste er innenpolitisch nur wenig aktiv werden und überließ die politische Führung dem Ministerpräsidenten [[Paulo Luciaro]], dessen Europapolitik er als überzeugender europäischer Föderalist jedoch ausdrücklich unterstützte. Mehr noch als sein parteiloser Vorgänger Dini prägte Pizarro das Rollenmodell des sagradischen Staatspräsidenten und verlieh im - von der Verfassung so nicht vorgesehen - eine zurückhaltende und eher repräsentative Stellung. Er sah sich v.a. als Vertreter seines Landes im Ausland und unparteiische Institution im Innern, die nur dann einschreiten müsse, wenn es zu einer innenpolitischen Krise käme. Nach Ablauf seiner fünfjährigen Amtszeit verzichtete Pizarro Cordês auf eine neuerliche Kandidatur, nachdem die regierenden Christdemokraten bereits die Kandidatur des beliebten Senatspräsidenten [[Ariel De la Roya]] angekündigt hatten, der ihm schließlich auch im Amt nachfolgte.
 
Als Präsident der Republik führte Pizarro Cordês v.a. seine außenpolitischen Bemühungen um Verständigung und Versöhnung unter den Völkern Europas fort. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Sergio Dini musste er innenpolitisch nur wenig aktiv werden und überließ die politische Führung dem Ministerpräsidenten [[Paulo Luciaro]], dessen Europapolitik er als überzeugender europäischer Föderalist jedoch ausdrücklich unterstützte. Mehr noch als sein parteiloser Vorgänger Dini prägte Pizarro das Rollenmodell des sagradischen Staatspräsidenten und verlieh im - von der Verfassung so nicht vorgesehen - eine zurückhaltende und eher repräsentative Stellung. Er sah sich v.a. als Vertreter seines Landes im Ausland und unparteiische Institution im Innern, die nur dann einschreiten müsse, wenn es zu einer innenpolitischen Krise käme. Nach Ablauf seiner fünfjährigen Amtszeit verzichtete Pizarro Cordês auf eine neuerliche Kandidatur, nachdem die regierenden Christdemokraten bereits die Kandidatur des beliebten Senatspräsidenten [[Ariel De la Roya]] angekündigt hatten, der ihm schließlich auch im Amt nachfolgte.

Version vom 21:33, 11. Mär 2011

David Pizarro Cordês (*1881, +1960) war ein sagradischer Diplomat, Politiker und Staatspräsident. Er war mehrmals sagradischer Außenminister, erster sagradischer Botschafter bei den Vereinten Nationen und erster direkt gewählter Präsident der Republik (1949-1954).

Karriere als Außenpolitiker

In der Regierung Dini fungierte Pizarro Cordês als Außenminister, ehe er 1935 von den siegreichen Volksfrontparteien als Botschafter nach Paris entstandt wurde. Nach der Machtübernahme der Rechten und Faschisten infolge des Februarputschs 1938 quittierte Pizarro Cordês den Dienst und ging zunächst ins französische (bis 1940), dann britische und schließlich US-amerikanische Exil, wo er losen Kontakt zu sagradischen Oppositionsgruppen hielt und gute Kontakte zu den alliierten Regierungen hielt. Nach dem Staasstreich vom 23. Mai 1943 kehrte Pizarro Cordês nach Sagradien zurück und wurde u.a. außenpolitischer Berater der regierenden Militärjunta unter General Oscar Taglle Rodríguez. Als solcher unterstützte er auch die Kriegserklärung der neuen Militärregierung an Deutschland und den Eintritt in den Zweiten Weltkrieg.

Pizarro Cordês beteiligte sich an der Wiedergründung des Partido Radical und wurde schließlich im September 1944 von Sergio Dini als Außenminister in dessen Provisorische Regierung berufen. Er erreichte, dass Sagradien trotz seiner zweifelhaften Politik gegenüber Deutschland bis 1943 im Sommer 1945 als eines der ersten Mitglieder in die neu gegründeten Vereinten Nationen aufgenommen wurde. Anschließend diente er als erster Botschafter Sagradiens bei der UN, ehe er im Oktober 1946 im Kabinett Dorado erneut zum Außenminister berufen wurde. Dieses Amt behielt er auch unter den Ministerpräsidenten António Delauro und Joán Aliureto Delavesc. Danach wurde er von Präsident Sergio Dini zum Senator auf Lebenszeit ernannt. Im Senat übernahm er im Herbst 1948 kommissarisch den Vorsitz des auswärtigen Ausschusses.

Präsident der Republik

Nach dem Ende der Amtszeit Sergio Dinis als Präsident der Republik nominierte der Partido Radical überraschend Pizarro Cordês als Kandidat, ging jedoch gegen den auch von den Kommunisten gestützten Sozialisten Joán Carles Ferrer und den von den bürgerlichen Parteien nominierten Daniel La Ponte als Außenseiter ins Rennen. Bei der ersten Direktwahl zum Präsidentenamt im Frühjahr 1949 wurde Pizarro Cordês im ersten Wahlgang u.a. auch von den Sozialdemokraten unterstützt und qualifizierte sich mit 27 Prozent der Stimmen als Zweiter für die Stichwahl gegen Joán Carles Ferrer. Hier wurde er geschlossen von allen bürgerlichen Kräften unterstützt und setzte sich schließlich mit einem Stimmenanteil von 58 Prozent deutlich gegen seinen Kontrahenten durch. Der zu diesem Zeitpunkt 68-Jährige folgte damit Sergio Dini als erster direkt gewählter Präsident ins höchste Staatsamt.

Als Präsident der Republik führte Pizarro Cordês v.a. seine außenpolitischen Bemühungen um Verständigung und Versöhnung unter den Völkern Europas fort. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Sergio Dini musste er innenpolitisch nur wenig aktiv werden und überließ die politische Führung dem Ministerpräsidenten Paulo Luciaro, dessen Europapolitik er als überzeugender europäischer Föderalist jedoch ausdrücklich unterstützte. Mehr noch als sein parteiloser Vorgänger Dini prägte Pizarro das Rollenmodell des sagradischen Staatspräsidenten und verlieh im - von der Verfassung so nicht vorgesehen - eine zurückhaltende und eher repräsentative Stellung. Er sah sich v.a. als Vertreter seines Landes im Ausland und unparteiische Institution im Innern, die nur dann einschreiten müsse, wenn es zu einer innenpolitischen Krise käme. Nach Ablauf seiner fünfjährigen Amtszeit verzichtete Pizarro Cordês auf eine neuerliche Kandidatur, nachdem die regierenden Christdemokraten bereits die Kandidatur des beliebten Senatspräsidenten Ariel De la Roya angekündigt hatten, der ihm schließlich auch im Amt nachfolgte.

Leben nach der Präsidentschaft

Nach seiner Präsidentschaft kehrte Pizarro Cordês in den Senat zurück, wo er weiterhin dem außenpolitischen Ausschuss angehörte. Als engagierter Förderer der Europäischen Einigung wurde er 1957 zum Präsidenten der sagradischen Sektion der Europäischen Föderalistischen Union (UEF Sagradia) gewählt, der er bis zu seinem Tod 1960 vorstand.