Partido del Cientro Cristiano: Unterschied zwischen den Versionen

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Da sich die PCC zentral aus der katholischen Widerstandsbewegung heraus gründete und damit nicht als reine Wahlpartei enstand, sowie aufgrund ihres christlichen Partizipationsverständnisses war die PCC im Vergleich zu anderen Parteien der bürgerlichen Mitte und Rechten durch eine aktivere Parteibasis und eine stärkere lokale Parteistruktur geprägt.  Dies stellte sich schnell als Vorteil heraus, da es der PCC deutlich besser als den anderen entstehenden Parteien der bürgerlichen Mitte und Rechten gelang, Wahlkämpfe zu führen und Wähler zu mobilisieren. Bei der [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1944]] wurde die Partei mit 24 Prozent der Stimmen zweite Kraft hinter den Sozialisten und bildete danach die so genannte [[Demokratische Koalition]] mit dem [[Partido Radical]], der [[PS|Sozialistischen Partei]] und den [[PCS|sagradischen Kommunisten]], welche die erste [[Provisorische Regierung Dini|Provisorische Regierung]] unter [[Sergio Rafael Dini]] stützte. Parteigründer [[Ariel De la Roya]] wurde zum Präsidenten der Nationalversammlung gewählt, [[Paulo Luciaro]] und [[Mário Elabal]] vertraten die Partei in der provisorischen Regierung. Die 1946 verabschiedete [[Verfassung von 1944|Verfassung der Dritten Republik]] wurde maßgeblich von Politikern der Christlichen Zentrumspartei geprägt. Nachdem Paulo Luciaro 1946 selbst die Führung der provisorischen Regierung übernommen hatte, gewannen die Christdemokraten bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|ersten Parlamentswahl 1946]] die relative Mehrheit der Mandate im Senat und stellten mit einem Stimmenanteil von 23 Prozent die nur knapp zweitgrößte Fraktion in der Abgeordnetenkammer.  
 
Da sich die PCC zentral aus der katholischen Widerstandsbewegung heraus gründete und damit nicht als reine Wahlpartei enstand, sowie aufgrund ihres christlichen Partizipationsverständnisses war die PCC im Vergleich zu anderen Parteien der bürgerlichen Mitte und Rechten durch eine aktivere Parteibasis und eine stärkere lokale Parteistruktur geprägt.  Dies stellte sich schnell als Vorteil heraus, da es der PCC deutlich besser als den anderen entstehenden Parteien der bürgerlichen Mitte und Rechten gelang, Wahlkämpfe zu führen und Wähler zu mobilisieren. Bei der [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1944]] wurde die Partei mit 24 Prozent der Stimmen zweite Kraft hinter den Sozialisten und bildete danach die so genannte [[Demokratische Koalition]] mit dem [[Partido Radical]], der [[PS|Sozialistischen Partei]] und den [[PCS|sagradischen Kommunisten]], welche die erste [[Provisorische Regierung Dini|Provisorische Regierung]] unter [[Sergio Rafael Dini]] stützte. Parteigründer [[Ariel De la Roya]] wurde zum Präsidenten der Nationalversammlung gewählt, [[Paulo Luciaro]] und [[Mário Elabal]] vertraten die Partei in der provisorischen Regierung. Die 1946 verabschiedete [[Verfassung von 1944|Verfassung der Dritten Republik]] wurde maßgeblich von Politikern der Christlichen Zentrumspartei geprägt. Nachdem Paulo Luciaro 1946 selbst die Führung der provisorischen Regierung übernommen hatte, gewannen die Christdemokraten bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|ersten Parlamentswahl 1946]] die relative Mehrheit der Mandate im Senat und stellten mit einem Stimmenanteil von 23 Prozent die nur knapp zweitgrößte Fraktion in der Abgeordnetenkammer.  
  
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Angesichts der Spannungen des ausbrechenden Kalten Kriegs und nach dem endgültigen Ausschluss der Kommunisten aus der Demokratischen Koalition 1947 setzte sich auch in der PCC ein dezidiert antikommunistischer Kurs durch, der vor allem dem rechten Parteiflügel zugute kam. Unter dem Einfluss von Paulo Luciaro, der nach der Wahl De la Royas zum Senatspräsidenten 1946 zunehmend als Führer der Partei auftrat und ihre Politik maßgeblich steuerte, versuchte sich die Partei zunehmend auch dem liberalen und nationalkonservativen Bürgertum zu öffnen und aus dem konfessionellen Lager auszubrechen. Der linke sozialistische Flügel geriet in die Minderheit und fand mit seinen Ideen kaum noch Gehör. 1949 traten Nino Cabal und Luciano Minorel als bekannteste Vertreter des linkskatholischen Flügels aus der Partei aus und gründeten wenig später das [[Movimiento Socialista Cristiano]], das sich der Linken anschloss. Stattdessen wurde die PCC zum Gravitationszentrum einer neuen antikommunistischen Mitte-Rechts-Allianz aus Konservativen, Liberalen und Sozialdemokraten, die sich der [[Frente Democrático Popular|Demokratischen Volksfront]] aus Sozialisten und Kommunisten entgegenstellte.
  
 
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1949 wurde Paulo Luciaro Ministerpräsident und integrierte mit der rechtskonservativen [[UNP]] auch erstmals Vertreter der gemäßigten nationalen Rechten in der Regierung. Als Ergebnis des neuen Bündnisses errangen die Christdemokraten mit der Unterstützung anderer Rechtsparteien bei den [[Senatswahlen 1949]] einen deutlichen Sieg. Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] bestritt die PCC als Kopf einer vereinten Mitte-Rechts-Liste mit dem liberalkonservativen [[MPD]] und der [[UNP]], der so genannten ''Convergência'', die sich mit einem Stimmenanteil von über 36 Prozent klar als stärkste Kraft durchsetzen konnte. Als Resultat aus dem Erfolg der bürgerlichen Sammlung transformierte die PCC die Convergência in der Folge zur nicht-konfessionellen bürgerlich-konservativen Sammlungspartei. 1952 fusionierten die Reste der marginalisierten MPD und UNP mit der PCC und bildeten schließlich die [[Convergência Social Democrática]], die danach bis 1964 stets den Ministerpräsidenten stellte.
 
 
Außenpolitisch steuerte er einen deutlich westlich-orientierten und pro-europäischen Kurs, den die KPS, aber auch die PS deutlich ablehnten und der schließlich zum Austritt beider Parteien aus der provisorischen Regierung Dini im Frühjahr 1946 führten. Es gelang Luciaro jedoch, den rechten Flügel der PS, der sich nun als PSD abspaltete, für eine gemeinsame Regierung der Mitte („Bloco Centrista“) zu gewinnen, der er selbst vorstand und die auch zur Zusammenarbeit mit der politischen Rechten bereit war. In dieser Konstellation gewannen die antisozialistischen Vorstellungen des rechten Parteiflügels prägenden Einfluss auf die Verfassung, die am 20. Juli in Kraft trat. Aus den ersten Parlamentswahlen im Herbst 1946 ging die PdCC mit mehr als 23 Prozent der Stimmen als stärkste Kraft des bürgerlichen Lagers hervor und beteiligte sich erneut führend an einer breiten Konsens-Koalition unter Einschluss der Kommunisten, Sozialisten und Liberalen.
 
Seit 1947 gehörte der PCC zusammen mit Sozialisten, Sozialdemokraten und Linksliberalen zu neuen Mitte-Links-Koalition, in der Luciaro das Außenministeramt übernahm. Im selben Jahr wurde er auch zum Parteivorsitzenden gewählt und setzte seinen liberalkonservativen Kurs gegen innerparteilichen Widerstand der Linken durch. Höhepunkt dieser Politik, die einen offenen Konfrontationskurs gegenüber dem sozialistischen Koalitionspartner beinhaltete, war das Ende der Mitte-Links-Regierung im Januar 1949 und die Bildung einer neuen bürgerlichen Mitte-Rechts-Regierung unter der Führung Luciaros, die erstmals auch Vertreter des CN-Regimes mit einschloss. In diesem Zusammenhang kam es zum offenen Bruch mit dem linken Parteiflügel, der sich nach und nach in kleineren Bewegungen abspaltete, und zur Bildung eines konservativen Mitte-Rechts-Bündnisses der Zentrumspartei mit MPD, UNP und kleineren rechtsgerichteten Gruppen, das bei den Senatswahlen 1949 und bei den Kammerwahlen 1950 stärkste Kraft in der Nationalversammlung wurde. Innerhalb des formierten CSD-Bündnisses stellte der PCC das unangefochtene Gravitationszentrum dar, die schwächelnden Bündnispartner wurden mehr und mehr zu Satelliten. Bereits bei den Kommunalwahlen 1948 hatte der PCC sich als deutlich stärkste Kraft des Landes etabliert und die bürgerlichen Konkurrenten weit hinter sich gelassen.
 
Bei den Kammerwahlen 1950 gewann das CSD-Bündnis unter Luciaros Führung mehr als 34 Prozent der Stimmen und wurde klar stärkste Fraktion in der Kammer. Im Anschluss wurde Luciaro abermals Regierungschef als Kopf eines neu formierten „Bloco Centrista“, dem seine konservativen Bündnispartner ebenso angehörten wie Liberale und Sozialdemokraten. Nachdem sich mit Cabals Movimiento Cristiano Socialista im Frühjahr 1950 die letzten linken Exponenten der PdCC abgespaltet hatten, folgte der Rest der Zentrumspartei dem Vorschlag Luciaros und fusionierte im Herbst 1952 mit mehreren liberalkonservativen und rechten Gruppen wie der MPD, der UNP und dem Bauernbund zu einer neuen bürgerlichen, katholisch-konservativ ausgerichteten Volkspartei, die sich als Partido de Cientro Social i Democrático leicht rechts der Mitte aufstellte, die Politik Luciaros aber – auch in Hinsicht auf die von MPD und UNP eher skeptisch betrachteten europäischen Integrationsbemühungen - ungebrochen fortsetzte.
 

Version vom 22:28, 3. Feb 2011

Der Partido del Cientro Cristiano (kurz PCC, deutsch Christliche Zentrumspartei bzw. Partei des christlichen Zentrums) war eine sagradische christdemokratische Partei in der frühen Dritten Republik. Gegründet wurde die Partei im Frühjahr 1944 als Fortsetzung der 1938 verbotenen progressiv-katholischen PDP. Gründer waren katholische Politiker wie Ariel Fernando De la Roya, Paulo Manuel Luciaro, Nino Cabal oder Benito Mello, die sich vornehmlich im christlichen Widerstand gegen die sagrofaschistische Diktatur der Comunión Nacional und gegen die deutsche Besatzung engagiert hatten. Die PCC verstand sich als christliche Sammlungsbewegung mit einem zentristischen Programm und versuchte, die progressiven Ansätze im katholischen Lager der Vorkriegszeit weiterzuführen und die in der Vergangenheit mehrheitlich demokratiekritischen bis -feindlichen praktizierenden Katholiken ins demokratische Lager zu integrieren.

Gründungsfundament der Partei waren die Werte und Prinzipien der katholischen Soziallehre und das christliche Menschenbild. Der Einfluss der katholischen Kirche auf die Politik sollte zwar gewahrt bleiben, aber durch den Staat beschränkt werden. Gleichzeitig wurde jede Form der politischen Diktatur und Gewaltanwendung verurteilt. Während Vertreter der CN-Diktatur zunächst von der Parteimitgliedschaft ausgeschlossen blieben, wurde diese Vorschrift bereits rasch wieder aufgehoben und es setzte sich ein integrativer Kurs durch, der die Partei für jene rechtsautoritativen Kreise öffnen und ihnen die Ideen der christlichen Demokratie zugänglich machen sollte. Zudem besaß die Partei enge Verbindungen zur katholischen, später überkonfessionell christlichen Gewerkschaftsbewegung und vertrat dezidiert europafreundliche Positionen.

Die Partei, die anfänglich wirtschafts- und sozialpolitisch eher linken, gesellschaftspolitisch eher rechten Positionen zuneigte, war von Beginn an von Richtungsstreitigkeiten geprägt. Vertreter eines Mitte-Links-Konzeptes, das soziale und wirtschaftliche Reformen im Sinne eines christlichen Sozialismus anstrebte und eine Zusammenarbeit mit der politischen Linken befürwortete, waren vor allem die Vertreter der Widerstandsgruppe Acción de la Resistença Nino Cabal und Luciano Minorel. Gegenpol zu dieser Richtung war ein dezidiert bürgerlicher Flügel um Benito Mello und Paulo Luciaro, der Sozialisierungen zwar nicht grundsätzlich ablehnte, die Bedeutung des Privateigentums aber betonte und sich am Konzept der Marktwirtschaft mit staatlichen Eingriffen orientierte.

Da sich die PCC zentral aus der katholischen Widerstandsbewegung heraus gründete und damit nicht als reine Wahlpartei enstand, sowie aufgrund ihres christlichen Partizipationsverständnisses war die PCC im Vergleich zu anderen Parteien der bürgerlichen Mitte und Rechten durch eine aktivere Parteibasis und eine stärkere lokale Parteistruktur geprägt. Dies stellte sich schnell als Vorteil heraus, da es der PCC deutlich besser als den anderen entstehenden Parteien der bürgerlichen Mitte und Rechten gelang, Wahlkämpfe zu führen und Wähler zu mobilisieren. Bei der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1944 wurde die Partei mit 24 Prozent der Stimmen zweite Kraft hinter den Sozialisten und bildete danach die so genannte Demokratische Koalition mit dem Partido Radical, der Sozialistischen Partei und den sagradischen Kommunisten, welche die erste Provisorische Regierung unter Sergio Rafael Dini stützte. Parteigründer Ariel De la Roya wurde zum Präsidenten der Nationalversammlung gewählt, Paulo Luciaro und Mário Elabal vertraten die Partei in der provisorischen Regierung. Die 1946 verabschiedete Verfassung der Dritten Republik wurde maßgeblich von Politikern der Christlichen Zentrumspartei geprägt. Nachdem Paulo Luciaro 1946 selbst die Führung der provisorischen Regierung übernommen hatte, gewannen die Christdemokraten bei der ersten Parlamentswahl 1946 die relative Mehrheit der Mandate im Senat und stellten mit einem Stimmenanteil von 23 Prozent die nur knapp zweitgrößte Fraktion in der Abgeordnetenkammer.

Angesichts der Spannungen des ausbrechenden Kalten Kriegs und nach dem endgültigen Ausschluss der Kommunisten aus der Demokratischen Koalition 1947 setzte sich auch in der PCC ein dezidiert antikommunistischer Kurs durch, der vor allem dem rechten Parteiflügel zugute kam. Unter dem Einfluss von Paulo Luciaro, der nach der Wahl De la Royas zum Senatspräsidenten 1946 zunehmend als Führer der Partei auftrat und ihre Politik maßgeblich steuerte, versuchte sich die Partei zunehmend auch dem liberalen und nationalkonservativen Bürgertum zu öffnen und aus dem konfessionellen Lager auszubrechen. Der linke sozialistische Flügel geriet in die Minderheit und fand mit seinen Ideen kaum noch Gehör. 1949 traten Nino Cabal und Luciano Minorel als bekannteste Vertreter des linkskatholischen Flügels aus der Partei aus und gründeten wenig später das Movimiento Socialista Cristiano, das sich der Linken anschloss. Stattdessen wurde die PCC zum Gravitationszentrum einer neuen antikommunistischen Mitte-Rechts-Allianz aus Konservativen, Liberalen und Sozialdemokraten, die sich der Demokratischen Volksfront aus Sozialisten und Kommunisten entgegenstellte.

1949 wurde Paulo Luciaro Ministerpräsident und integrierte mit der rechtskonservativen UNP auch erstmals Vertreter der gemäßigten nationalen Rechten in der Regierung. Als Ergebnis des neuen Bündnisses errangen die Christdemokraten mit der Unterstützung anderer Rechtsparteien bei den Senatswahlen 1949 einen deutlichen Sieg. Die Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950 bestritt die PCC als Kopf einer vereinten Mitte-Rechts-Liste mit dem liberalkonservativen MPD und der UNP, der so genannten Convergência, die sich mit einem Stimmenanteil von über 36 Prozent klar als stärkste Kraft durchsetzen konnte. Als Resultat aus dem Erfolg der bürgerlichen Sammlung transformierte die PCC die Convergência in der Folge zur nicht-konfessionellen bürgerlich-konservativen Sammlungspartei. 1952 fusionierten die Reste der marginalisierten MPD und UNP mit der PCC und bildeten schließlich die Convergência Social Democrática, die danach bis 1964 stets den Ministerpräsidenten stellte.