Maria II. Franziska: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 22:52, 3. Dez 2015

Maria II. Franziska (von Sagradien) (*1729, †1765) war als Tochter Marias I. und Johanns III. regierende Königin von Sagradien und Fürstin von Cuentez (1753-1757). Sie regierte gemeinsam mit ihrem Ehemann Anton II. Ramón di Piacone, der aber 1756 abgesetzt wurde. Maria dankte daraufhin 1757 zugunsten ihres entfernten Vetters Gabriel VIII. aus dem Haus Vienne ab. Sie war die letzte Santori auf dem sagradischen und cuentesischen Thron.

Jugend und Thronbesteigung

María Francisca Grâcia Teresa Carlota Leonor de Santori wurde 1729 als älteste Tochter von Königin Maria I. Luise, Erbin der Krone Sagradiens, und ihrem Ehemann Johann III., Fürst von Cuentez, geboren. Sie war damit bis zur Geburt ihres jüngeren Bruders Joán Manuel 1735 und nach dessen frühem Tod 1738 erneut präsumptive Erbin sowohl der sagradischen als auch der cuentezischen Linie des Hauses Santori und der jeweiligen Herrschaften. Nachdem unter ihrer Mutter Maria I. 1730 wieder die Monarchie restauriert wurde, war Maria Franziska königliche Prinzessin.

Mit 16 Jahren heiratete Maria Franziska 1742 António Raimundo di Piacone, den Sohn des polnischen Königs Franz I. von Piacone. Die Ehe zwischen der 16-jährigen Maria Franziska und dem 27 Jahre älteren António Ramón blieb aber unglücklich. Der einzige gemeinsame Sohn Don Filipe, Thronfolger des Königreichs, starb bereits mit drei Monaten. Ihr Ehemann wiederum war stärker mit politischen und militärischen Anliegen beschäftigt, als mit seiner Ehe. Als Herzogin von Massa und Carrara lebte Maria Franziska weitgehend unglücklich in Italien. Als 1745 ihr Bruder David Johann auf die Welt kam, folgte ihr dieser als Thronfolger nach und beerbte schließlich nach dem Tod Marias I. 1748 auch ihre Mutter als König.

Der Kind-König David II. wurde jedoch nur acht Jahre alt. Als er 1753 starb, wurde Maria Franziska gemäß der Nachfolgeregelung ihres Vaters von den sagradischen Generalständen zur Königin erhoben. Sie und ihr Mann mussten aber wie bereits ihre Mutter und ihr Vater 1723 den Eid auf die Codices Magni der Stände ableisten.

Herrschaftsjahre

Obwohl Maria die Thronrechte innehatte, übernahm ihr ehrgeiziger und um einiges älterer Mann die Regierungsgeschäfte. Er verbündete sich im Vorfeld des vor der Tür stehenden Siebenjährigen Krieges mit Großbritannien und Mikolinien gegen Frankreich und Österreich. Die Herrschaft Antonios war von Beginn an in Sagradien unpopulär. Der Italiener sprach nicht die Landessprache und war überhaupt seit drei Jahrhunderten der erste auf dem Thron, der nicht der Sántori-Familie angehört hatte. Da Maria und er über keinen gemeinsamen Sohn verfügten, war die Zukunft der Dynastie überdies äußerst ungewiss. Hinzu kamen Skandale am Hof, wo Maria ein Verhältnis mit dem Grafen Francisco de Montxerent nachgesagt wurde.

Schließlich entschloss sich Marias Vetter David Jakob von Sesin als nächster männlicher Verwandter aus dem Haus Santori, selbst nach der Krone zu greifen und die Herrschaft Antonios und Marias nicht anzuerkennen. Zwar scheiterte er damit, seine Propaganda gegen das Königspaar schmälerte aber deren Autorität, zumal sich Anton Raimund in Machtkämpfe mit den Generalständen verwickeln ließ. Zudem kam es wiederholt zu Intrigen am Hof und in den Ständen.

Krieg und Abdankung

Ein angeblicher Staatsstreich Antons gegen die Ständeversammlung im Jahr 1756 führte schließlich zu seiner Anklage durch die Generalstände. Auf deren Druck hin stimmte Maria II. schließlich der Absetzung ihres Ehemanns zu und schickte ihn ins Exil. Mit der Absetzung Antonios ging die Intrigen am Hof und in der Ständeversammlung aber weiter. Ein Staatsrat der Generalstände unter Führung von Olivério de Campas übernahm nun das Ruder, seine Herrschaft führte aber erneut zu Unstimmigkeiten zwischen Krone und Ständen.

1756 wurde Olivério de Campas von einer Oppositionsgruppe gestürzt, bevor Francisco de Montxerent – ein einflussreicher Berater und mutmaßlicher Liebhaber María Franciscas - mit Gewalt die Macht übernahm. In der Zwischenzeit sammelte sich die Opposition in den Generalständen hinter Herzog Louis-Gabriel von Vienne, einem Urenkel Gabriels VII. und Heerführer im angebrochenen Anglo-Sagradischen Krieg.

Nach der Niederlage Sagradiens gegen Großbritannien in der Schlacht von Cavalla musste Francisco de Montxerent schließlich von seinem Amt als leitender Minister zurücktreten, woraufhin Maria im Herbst 1757, nach vier Jahren als Königin, ihre Abdankung erklärte und ihren Vetter Louis-Gabriel de Vienne als Nachfolger empfahl. Die Generalstände nahmen die Abdankung an, womit die schillernde, 300-jährige Herrschaft des Hauses Santori auf dem sagradischen Thron ihr Ende nahm. Louis-Gabriel bestieg schließlich als Gabriel VIII. den Thron und begründete die Dynastie der Vienne auf dem sagradischen Thron.

Leben nach dem Königtum

Bis zu ihrem Tod war Maria Franziska formell weiterhin mit António di Piacone verheiratet, die Ehe existierte aber nur noch auf dem Papier. Sie starb 1765 im Kloster Sagrán.