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=== Tod und Nachfolgekrise === | === Tod und Nachfolgekrise === | ||
Version vom 15:49, 26. Nov 2014
David II. (*1745, †1754), genannt der Kindkönig (sagr. Don David II il Rei-Infante), war von 1749 bis zu seinem Tod als Neunjähriger König von Sagradien und Prinz von Cuentez. Er stand die gesamte Zeit seiner Regierung über unter Vormundschaft seiner Tante Cristina de Sántori, der Herzogin von Amoria. Die Regierung übte jedoch ein fünf-, seit 1752 siebenköpfiger Regentschaftsrat aus, dem auch Cristinas Mann Jâcque de Godolfín, Herzog von Amoria, als führende Figur angehörte. David war der letzte männliche Santori auf einem europäischen Thron.
Herkunft und Thronbesteigung
David Johann von Santori wurde 1745 als Sohn von König Johann III. Franz von Sagradien und dessen zweiter Gemahlin Maria Eleonore von Österreich geboren. Als David geboren wurde, war sein Vater bereits 45 Jahre alt und hatte seine früh gestorbene erste Frau Maria I. schon um zehn Jahre überlebt. Die lange ersehnte Geburt des Thronfolgers schien dem Haus Santori und der erst 1723 durch Johann und Maria zusammengeführte sagradisch-cuentesischen Monarchie die Zukunft zu sichern, die angesichts des Aussterbens von Nebenlinien und dem langen Fehlen eines männlichen Thronfolgers bedroht war. Der junge Thronfolger erhielt bewusst den Namen des letzten großen Santori-Herrschers, der gleichzeitig über die Kronen von Sagradien und Cuentez geherrscht hatte. Dies war somit gleichzeitig Reminiszenz an die große Vergangenheit und Symbol für die erhoffte Zukunft des Hauses Santori.
Kurz nach seiner Geburt erhielt David von seiner älteren Halbschwester Maria Franziska die beiden traditionellen Thronfolgertitel der Kronen von Sagradien und Cuentez und wurde Fürst von Sarmay und Erbprinz von Cuentez. Im Jahr 1748 starb Davids Mutter Maria Eleonore und seine Tante Cristina de Sántori wurde beim Tod seines Vaters zum Vormund bestimmt. Als Johann III. bereits im Folgejahr im Alter von 49 Jahren dahinschied, wurde der erst vierjährige Thronfolger als David II. zum König von Sagradien und zum Fürsten von Cuentez erhoben. Gemäß der Regentschaftsregelung wurde seine Tante Cristina zur Regentin des Landes bestimmt, musste die Herrschaft aber mit einem paritätisch von den Ständen von Cuentez und von Sagradien benannten Regentschaftsrat teilen, der de facto das Reich regierte. Cristina selbst gehörte diesem Gremium nicht an, jedoch ihr Mann Jâcque de Godolfín, Herzog von Amoria.
Regentschaft
Die Regierung des Rates war von zahlreichen Machtkämpfen innerhalb des Gremiums geprägt, in dem u.a. Joaquín de Montxerent, Erzbischof von Viça, mit Godolfín um die Vorherrschaft stritt. Zudem versuchte der Herzog von Sesin David Jâcque de Sántori aus der wichtigsten existenten Nebenlinie der Sántori vergeblich, seine Stellung als Präsumptiverbe der Sántori-Dynastie durchzusetzen. Seine Forderung an Cristina, ihm die offizielle Regentschaft zu übertragen und ihn als Erben anzuerkennen, wurde von den Gegnern Sesins im Hochadel und im Rat zurückgewiesen, die um ihren Einfluss bangen mussten.
Cristina dagegen versuchte, die Kontakte zum in der männlichen Linie bereits ausgestorbenen servettinischen Zweig der Familie zu beleben und setzte sich für eine Verbindung mit Louis-Gabriel de Vienne, dem Ehemann der Santori-Großherzogin Maria I. von Servette, ein. Auf diese Weise sollte die Hausmacht der Santori in Mikolinien und Sagradien wieder gestärkt werden. Cristina erreichte schließlich, dass es zu Verhandlungen um eine Verlobung zwischen dem jungen König und einer Tochter Louis-Gabriels und Marias kam, die sich zwangsläufig gegen das Königreich Mikolinien gerichtet hätte und eine Annäherung an das mit dem Haus Vienne verbündete Frankreich bedeutet hätte. Dagegen unterstützte ein großer Teil des Adels das Bündnis mit Mikolinien, das unter Johann III. Franz geschlossen worden war.
Tod und Nachfolgekrise
König David, von eher schwächlicher körperlicher Konstitution, starb im Alter von nur neun Jahren am 6. November 1754 in Novil, vermutlich an Tuberkulose. Mit seinem Tod starb zugleich das Haus Santori in direkter männlicher Linie aus. Die ungeregelte Nachfolge Davids führte mittelfristig zum Sagradischen Erbfolgekrieg. Zwar erklärten die Stände Davids Schwester Maria Franziska als Maria II. zur Königin. Da diese nicht mit einem Mitglied des Hauses Santori, sondern mit Antonio Raimundo di Piacone verheiratet war, erhob auch der Herzog von Sesin als Abkömmling Davids I. in direkter legitimer männlicher Linie alleinigen Anspruch auf das Erbe der Sántori, den er aber nicht durchsetzen konnte. Dennoch hatte dessen Propaganda gegen Königin Maria, die er als Bastard bezeichnete, Effekt auf die Stimmung im Land. Als Louis-Gabriel de Vienne sich auf diese Gerüchte bezog und als Urenkel Gabriels VII. sowie als Mann Marias von Servette den Thron in Sagradien beanspruchte, kam es zum Krieg um das Erbe der Sántori, der 1760 schließlich mit dem Sieg des Vienne-Fürsten und seiner Thronbesteigung als Gabriel VIII. endete.