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Unter dem Radikalen [[António Diaz]] führte die Radikal-Republikanische Partei nach den Wahlen von 1921 eine um Liberale erweiterte Mitte-Links-Koalition an, die Krise der Partei war aber bereits längst eingeleitet, welche die Radikale Partei in den gesamten Zwanziger Jahren begleiten sollte. Mit der Einführung des Verhältniswahlrechts im Jahr 1917 hatte die Partei die Führung der Linken zunehmend an die Sozialisten verloren, mit denen die Partei bis 1925 zusammenarbeitete. 1924 unterstützten die Radikalen mit [[António Sarabal]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik. Mit [[Cristoval Sánchez]] (1919-1925) und [[Carles Simón López]] (1925-1926) stellten die Radikalen den dritten und vierten Präsidenten der Republik und von 1917 bis 1925 waren sie an jedem Kabinett beteiligt. Diese Phase der Dominanz der Partei endete erst mit der Niederlage der Partei bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1926|Wahlen 1926]], welche der politischen Rechten einen Wahlsieg einbrachte und zum Rücktritt Carles Simón López' vom Präsidentenamt führte.
 
Unter dem Radikalen [[António Diaz]] führte die Radikal-Republikanische Partei nach den Wahlen von 1921 eine um Liberale erweiterte Mitte-Links-Koalition an, die Krise der Partei war aber bereits längst eingeleitet, welche die Radikale Partei in den gesamten Zwanziger Jahren begleiten sollte. Mit der Einführung des Verhältniswahlrechts im Jahr 1917 hatte die Partei die Führung der Linken zunehmend an die Sozialisten verloren, mit denen die Partei bis 1925 zusammenarbeitete. 1924 unterstützten die Radikalen mit [[António Sarabal]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik. Mit [[Cristoval Sánchez]] (1919-1925) und [[Carles Simón López]] (1925-1926) stellten die Radikalen den dritten und vierten Präsidenten der Republik und von 1917 bis 1925 waren sie an jedem Kabinett beteiligt. Diese Phase der Dominanz der Partei endete erst mit der Niederlage der Partei bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1926|Wahlen 1926]], welche der politischen Rechten einen Wahlsieg einbrachte und zum Rücktritt Carles Simón López' vom Präsidentenamt führte.
  
=== Krise der Zwanziger und frühen Dreißiger Jahre ===
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Die Wahlen 1925 führten zu einer Destabilisierung und zu immer neuen inneren Spaltungen der Partei in konkurrierende Flügel, die sich aber nicht auf der Organisationsebene, sondern innerhalb von Partei und Fraktion vollzogen. Meist unterstützte nur ein Teil der radikalen Abgeordneten mehrere in rascher Folge amtierende Mitte-Rechts-Regierungen des [[Bloco Nacional|Nationalen Blocks]], zu der nun auch die liberale [[Aliança Republicana|Republikanische Allianz]] [[Daniel Laponte]]s gehörte. Die Parteiführung der Radikalen – von den politischen Niederlagen verunsichert – schwankte zwischen einer Annäherung an die katholische Rechte und dem Versuch einer konstruktiven, aber eigenständigen Oppositionspolitik zu den Regierungen der zunehmend antidemokratisch auftretenden Rechtsbündnisse. Die zwischenzeitliche Zusammenarbeit mit der rechtskatholischen [[Volksunion]] führte 1929 zur Abspaltung des linken Parteiflügels, der die '''[[Unión Radical Socialista]]''' (URS) bildete. Der Sieg des von [[Gaitán Alemà Sobrantes]]' angeführten [[Bloco Nacional]] bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1932|Wahlen 1930]] und die Niederlage der Radikalen, die nur noch 7 Prozent der Abgeordneten stellten, führte zu einer Wiederannäherung der von [[Angel Colón]] geführten PRR an die sozialistische Linke, mit der man seit 1932 gemeinsam in der Opposition zu Präsident Alemà und den von ihm eingesetzten Präsidialregierungen stand. Dennoch artikulierte die Radikale Partei diese Haltung nur sehr zurückhaltend, was ihr von Seiten der Sozialisten und der Kommunisten den Schmähruf der „Schweigenden Gegnerschaft“ eintrug.
 
  
 
== Parteiführer der Radikalen ==
 
== Parteiführer der Radikalen ==

Version vom 22:07, 18. Apr 2013

Der Partido Radical oder Partido Republicano Radical war eine politische Partei in Sagradien, die 1894 aus dem radikalen Flügel der sagradischen Republikanischen Partei entstand und unter verschiedenen Namen bis 1949/50 bestand, ehe sie sich endgültig in zwei konkurrierende Flügel spaltete. Der linke Flügel führte die radikale Tradition mit abnehmendem Erfolg im wiedergegründeten Partido Radical-Democrático weiter, aus dem die heutige Partei Ils Radicales hervorging. Der Mitte-Rechts-Flügel der Partei ging in der 1961 gegründeten Unión Democrática de Sagradia (UDS) auf, die noch heute besteht.

Die historische Radikale Partei kann als liberale Partei mit sozialreformerischer und dezidiert antiklerikaler Ausrichtung angesehen werden. Sie repräsentierte den eher linken Flügel des sagradischen bürgerlichen Liberalismus und zählte sich fast immer zur sagradischen Linken, deren wichtigster Vertreter die Partei in den Anfangsjahren der Zweiten Republik auch war, ehe sie nach Stimmen und schließlich auch nach Einfluss von der sagradischen Sozialistischen Partei abgelöst wurde.

Geschichte der Radikalen Partei

Ursprünge des sagradischen Radikalismus

Die Ursprünge des Partido Radical liegen in der liberal-konstitutionellen Bewegung in Sagradien, die in napoleonischer Zeit entstand und danach vor allem in der Emilianischen Restauration für eine liberale Verfassung, die Garantie bürgerlicher Freiheiten und ein ständiges Parlament eintraten. Die radikale Bewegung erlangte als eigenständige Kraft erstmals in der Aprilrevolution 1848 politische Bedeutung und war seitdem im sagradischen Abgeordnetenhaus vertreten, wo sich Radikale, Republikaner und Demokraten gemeinsam in der Gruppe der Republikaner und Radikalen zusammenschlossen. Die Radikalen repräsentierten dabei den linken Flügel des historischen Partido Liberal, der auch als Aprilistas bezeichnet wurde und für die Verteidigung der politischen Ideen der Aprilrevolution von 1848 gegenüber jeder Form der Restauration und Revision eintraten.

In der Endphase der Regierung des Liberalen Jacquel de Montevils kristallisierte sich die Radikale Partei als eigenständige Gruppierung heraus und organisierte sich mit anderen Mitte-Links-Liberalen im Partido Progresista, ehe sie unter der Führung von Santo Cripón De la Moya und Luis Cavaller in der Regierungszeit Philipps VIIII. den Kern des historischen Partido Republicano bildeten. Die Radikalen traten im Gegensatz zu den Liberales für einen Kampf gegen die Rechte der Kirche, für die Einführung des allgemeinen statt des Zensuswahlrechts für Männer sowie für Frauen- und Arbeiterrechte ein.

Nach dem Wahlsieg der Republikaner im Jahr 1890 übernahmen die Radikalen in der Januarrevolution 1891 die politische Führung. Gleichzeitig aber verhinderte Parteichef Cavaller eine weitere Radikalisierung der Revolution zugunsten der Sozialisten, indem er Kompromisse mit den monarchischen Eliten suchte und das Großbürgertum durch den Verzicht auf radikale Sozialmaßnahmen band. Hiergegen entwickelte die radikaldemokratische Faktion der Republikanischen Partei zunehmend abweichende Vorstellungen.

Gründung des Partido Radical

In der verfassunggebenden Nationalversammlung, wo die Republikaner die stärkste Kraft darstellten, dominierten die bürgerlichen "Moderaten" und stellten mit Luis Cavaller und José Delacrûce den ersten Präsidenten und den ersten Ministerpräsidenten der Zweiten Republik. Die großen parteiinternen Spannungen zwischen Radikalen und liberalkonservativ geprägten Republikanern, nicht zuletzt im Umgang mit der Kirche, sowie die persönlichen Differenzen zwischen den Parteiführern Cavaller, Delacrûce und Luciano Tropexas führten bereits in der Nationalversammlung zur faktischen Aufspaltung der Republikanischen Fraktion in einen radikalen und einen liberal-moderaten Flügel. Führende Radikale wie Donado Salgado, Pietro Celeste und Loris Manuel lehnten den Kurs der "Moderatas" ab, die umfassende Reformen ablehnten und die Republik auf evolutionärem Weg etablieren wollten, und verstanden dies als Verrat an der republikanischen Revolution. Sie gingen in die Opposition zur moderaten Mehrheit und gründeten 1894 einen neuen Parlamentsklub, wenig später erhielt die neue Republikanisch-Radikaldemokratische Partei auch einen Nationalverein und einen Nationalen Wahlausschuss als oberste Gremien. Damit begann die Geschichte des Partido Republicano Radical i Radical-Democrático.

Bei den Wahlen 1895 traten die Radikalen erstmals als eigenständige Partei an, blieben aber weit hinter den republikanischen Moderatas zurück, die sich 1897 mehrheitlich in der Liberal-Republikanischen Partei organisierten. Oberste Ziele der kleinbürgerlichen Radikalen waren soziale Reformen, eine Säuberung der Verwaltung von monarchistischen und konterrevolutionären Kräften und eine deutliche Zurückdrängung des kirchlichen Einflusses in allen öffentlichen Bereichen. Der gescheiterte reaktionäre Putsch von 1898 bestärkte die Partei in ihren Zielen und verstärkte die Polarisierung der politischen Landschaft, von der die Radikalen profitierten.

Zwischen Liberaler Koalition und Opposition

Um die Jahrhundertwende begannen die Radikalen den Versuch, gemeinsam mit den Liberalen eine stärkere Trennung von Kirche und Statt durchzusetzen, was zur Bildung eines linken laizistisch-liberalen Blocks und eines rechten klerikal-konservativen Blocks führte. In der Folge begann die Ära der Radikalen Dominanz, welche mit Unterbrechungen 1903-1909 bis zu den Zwanziger Jahren andauerte und die Radikale Partei in eine Schlüsselrolle bei der Regierungsbildung versetzte.

Bei den Wahlen 1899 konnten die Radikale einen großen Wahlerfolg feiern und wurden zur stärksten Partei im Parlament. Unter der Führung von Donado Salgado übernahmen die Radikalen danach die Regierungsverantwortung in einer Koalition mit den weiter rechts stehenden Liberalen und in Gegnerschaft zur katholischen Rechten. Die Koalition Salgado implementierte eine Reihe sozialer und laizistischer Reformen, welche die Republik in der Folge stark prägen sollten. Der Sieg der oppositionellen Rechten bei den Wahlen 1903 drängte die Radikale Partei in die Opposition zur so genannten Koalition der Moral, ehe sie 1909 wiederum als stärkste Partei in die Regierung zurückkehren konnte. Neue Führungsfigur wurde Cristoval Sánchez, der sich parteiintern auf jene Kräfte stützte, die eine Abgrenzung von den dogmatischen Sozialisten forderten.

Spaltung und Linksblock

Bereits zuvor hatte es interne Auseinandersetzungen zwischen Parteilinken und –Rechten um das Verhältnis der Partei zur aufstrebenden Arbeiterbewegung und der von ihr getragenen Sozialistischen Partei gegeben. Die so genannten Integralisten in der Partei, die eine aktive Einbindung der reformistischen Arbeiterschaft in die eigene Partei anstrebten, lösten sich schließlich 1909 unter der Führung Salgados und bildeten den Partido Democrático Radical Socialista, auch als Radikalsozialistische Partei bezeichnet, die den Platz links der Radikalen Partei einnahm.

Die Mehrheit der Radikalen versuchte zunächst einen Ausgleich mit den Kräften der politischen Mitte, schloss sich aber unter dem neuen Parteiführer Francisco Calbane 1917 dem Kurs der Linken an und bildeten bei der Kammerwahl 1917, der ersten, die nach dem Verhältniswahlrecht durchgeführt wurde, den Bloco de Sinistra zusammen mit der reformorientierten Sozialistischen Partei, welche die Radikalen bereits 1913 an Stimmen und Mandaten überholt hatte.

Calbane bildete daraufhin eine linke laizistische Koalition, welche endgültig die Trennung von Staat und Kirche und soziale Reformen durchsetzte, die wesentliche Wurzeln für den später voll ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat legten. 1920 erfolgte die Wiedervereinigung mit dem PDRS zum Partido Radical i Social-Democrático (PRSD), der sich seit 1925/26 wieder Partido Republicano Radical (PRR) nannte. Donado Salgado hatte die von ihm mitgegründete Radikalsozialistische Partei (PDRS) bereits 1912/13 in Richtung Sozialistischer Partei verlassen.

Unter dem Radikalen António Diaz führte die Radikal-Republikanische Partei nach den Wahlen von 1921 eine um Liberale erweiterte Mitte-Links-Koalition an, die Krise der Partei war aber bereits längst eingeleitet, welche die Radikale Partei in den gesamten Zwanziger Jahren begleiten sollte. Mit der Einführung des Verhältniswahlrechts im Jahr 1917 hatte die Partei die Führung der Linken zunehmend an die Sozialisten verloren, mit denen die Partei bis 1925 zusammenarbeitete. 1924 unterstützten die Radikalen mit António Sarabal den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik. Mit Cristoval Sánchez (1919-1925) und Carles Simón López (1925-1926) stellten die Radikalen den dritten und vierten Präsidenten der Republik und von 1917 bis 1925 waren sie an jedem Kabinett beteiligt. Diese Phase der Dominanz der Partei endete erst mit der Niederlage der Partei bei den Wahlen 1926, welche der politischen Rechten einen Wahlsieg einbrachte und zum Rücktritt Carles Simón López' vom Präsidentenamt führte.


Parteiführer der Radikalen