Parteien in Sagradien: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 18: | Zeile 18: | ||
==== Sinistra laica und Koalition der Moral ==== | ==== Sinistra laica und Koalition der Moral ==== | ||
| − | Der Sieg der Moderatas bei der [[Parlamentswahl 1895]] festigte schließlich die konservativ-bürgerliche Gestalt der neuen Republik und schwächte vor allem die monarchistische Opposition. Der gescheiterte monarchistische [[Putschversuch von 1898]] markierte endgültig die Niederlage der Monarchisten, die bei der [[Parlamentswahl 1899]] eine schwere Niederlage erlitten und kaum noch Zuspruch erhielten | + | Der Sieg der Moderatas bei der [[Parlamentswahl 1895]] festigte schließlich die konservativ-bürgerliche Gestalt der neuen Republik und schwächte vor allem die monarchistische Opposition. Der gescheiterte monarchistische [[Putschversuch von 1898]] markierte endgültig die Niederlage der Monarchisten, die bei der [[Parlamentswahl 1899]] eine schwere Niederlage erlitten und kaum noch Zuspruch erhielten. |
| − | Nach dem Sieg der liberal-antiklerikalen Linken (''sinistra laica'') und der vernichtenden Niederlage der republikfeindlichen Rechten bei der [[Parlamentswahl 1899]] | + | In Opposition zur laizistischen linken Mehrheit aus [[Partido Radical|Radikalen]] und [[Partido Republicano Liberal|Liberalen]] kam es zu einer Neuordnung der politischen Rechten. Von Teilen der alten Eliten und des konservativen Bürgertums etablierte sich am rechten Flügel der Liberalen die pragmatisch-konservative [[Unión Republicana]], die sich aus früheren Monarchisten und konservativ-liberalen Republikanern gebildet hatte. Sie vertrat vor allem die Interessen der Großgrundbesitzer und der katholischen Kirche und knüpfte insofern an den alten [[Partido Conservador]] an. Daneben sammelte sich hinter dem früheren Monarchisten [[Daniel Lafontán]] eine populistische nationalistische Bewegung, die die Ressentiments in Teilen der Bevölkerung gegen die modernisierende Politik der liberal-radikalen Regierungen artikulierte. |
| + | |||
| + | Nach dem Sieg der liberal-antiklerikalen Linken (''sinistra laica'') und der vernichtenden Niederlage der republikfeindlichen Rechten bei der [[Parlamentswahl 1899]] siegte bei der [[Parlamentswahl 1903]] schließlich die neugeordnete Rechte, die unter Führung des [[Unionisten]] [[Miguel Fernando Luisanto]] eine ''[[Koalition der Moral]]'' bildete, innerlich aber zerstritten blieb und bereits nach wenigen Jahren implodierte. | ||
| + | |||
| + | ==== | ||
| + | Die Ära der Koalition der Moral und der Erfolg der [[Unionisten]] und der [[Lafontanisten]] markierten letztlich eine Übergangsphase von der alten monarchistischen Rechten zu einer neuen katholisch-konfessionellen Rechten. Seit der [[Parlamentswahl 1907]] stieg die 1905 gegründete [[Acción Popular]] zur dominanten Kraft der politischen Rechten auf. Anders als die Unión Republicana als Honoratiorenpartei der konservativen Bourgeoisie und der populistischen Sammlungsbewegung Lafontáns entwickelte sich die Acción Popular binnen kurzer Zeit zu einer Massenpartei und vereinte die konservativ-katholische Tradition des alten [[Partido Conservador]] mit reformistischen Impulsen der katholischen Aktion und der katholischen Soziallehre. | ||
| + | |||
| + | Spiegelbildlich dazu stieg die bereits 1887 gegründete [[Sozialistische Partei]] zur dominanten Partei der Linken auf stellte als Massenpartei der Arbeiterbewegung bald die liberalen und radikalen Honoratiorenparteien in den Schatten. 1913 stellte sie erstmals mehr Abgeordnete als der [[Partido Radical]] und erreichte die meisten Stimmen unter allen Parlamentsparteien, nach Einführung des Verhältniswahl bei der [[Parlamentswahl 1917]] wurde sie zudem auch nach Sitzen stärkste Partei des Landes. | ||
{| class="prettytable" | {| class="prettytable" | ||
Version vom 14:49, 3. Apr 2013
Inhaltsverzeichnis
Geschichte
Restauration und Liberale Ära
In der Zeit der absolutistischen Emilianischen Restauration wurde das persönliche Regiment König Emil Johanns und seiner Ministerien vor allem durch den Adel, große Teile der Landbevölkerung und das konservativ gestimmte Bürgertum getragen. Dagegen stammte die liberale Opposition der Konstitutionalisten vornehmlich aus der mittelständischen und gehobeneren Bourgeoisie, die für ihre ökonomische Stellung eine entsprechende politische Mitsprache einforderte. In der Decada del Terror der 1840er Jahre wurden die Liberalen bekämpft und ihre politische Mobilisierung unterdrückt, was ihren Forderungen schließlich aber zusätzlichen Auftrieb verlieh.
Die Aprilrevolution 1848 brachte schließlich den Durchbruch der konstitutionalistischen Bewegung und ihrer Forderung nach einer liberalen Verfassung. Binnen kurzer Zeit verloren die Absolutisten und Ultraroyalisten an Einfluss. In der neuen Abgeordnetenkammer der Generalstände stellte fortan der Partido Liberal die Mehrheit der Abgeordneten, während sich Kritiker des neuen Systems im Partido Conservador sammelten. Unter dem langjährigen leitenden Minister und Kronkanzler Jacquel de Montevil dominierten die Liberales in den 1850er und 1860er Jahren das politische Geschehen (Era Liberal), während die Conservadores die Regierung Montevil nur zeitweise tolerierten, die meiste Zeit über aber bekämpften.
Erst in der Endphase der Regierung Montevil um 1870 spaltete sich die Liberale Partei in der Abgeordnetenkammer dauerhaft, indem sich die Radikalen von der gemäßigten Mehrheit der Partei lossagten und den linksliberalen Partido Progresista begründeten. Im Gegensatz zur Mehrheit der Liberalen traten die Fortschrittlichen für eine Ausweitung des Wahlrechts auf alle männlichen Bürger sowie für eine effektive Trennung von Staat und Kirche ein. Außerdem wurden teilweise bereits Interessen der zunehmenden Industriearbeiterschaft vertreten. Erst in den 1880er Jahren kam es dann zur Gründung der ersten sozialistischen Parteien, ehe der von Eduardo Lemante begründete reformistische Partido Socialista Lavorista und der marxistische Partido Socialista Revolucionário unter der Führung von Piero Columes sich 1887 zum Partido Socialista Unificâu vereinten.
Philippinische Ära
Mit dem Thronwechsel von König Lucien I. zu seinem Neffen Philipp VIII. im Jahr 1873 (Philipp war bereits seit 1871 Regent) endete endgültig die Liberale Ära in Sagradien, die wesentlich durch den Partido Liberal unter Führung von Jacquel de Montevil geprägt war. Dem Rücktritt Montevils folgte ein Wahlsieg des Partido Conservador, der zwar die liberale Verfassung nicht bekämpfte, in der Verfassungswirklichkeit aber für eine Ausweitung der königlichen Prärogativen eintrat und die Regierung des konservativen Premierministers Olivério de Tesqué unterstützte. Während die Liberalen für eine weitere Parlamentarisierung eintraten, hielt die konservative Mehrheit am konstitutionellen Co-Regime von König und Parlament fest.
Der Sieg der Liberales bei der Parlamentswahl 1884 leitete die krisenhafte Endphase der Monarchie ein, in der sich Parlament und königliche Regierung über weite Strecken feindlich gegenüberstanden und um die Vorherrschaft rangen. Die Radikalität der Conservadores und die zeitweise Kompromissbereitschaft der liberalen Mehrheit führten schließlich zu einem Erstarken des radikalen Flügels der parlamentarischen Linken, der sich im Laufe der 1880er Jahre unter Führung von Santo Cripón de la Moya und Luis Cavaller in der parlamentarischen Gruppe des Partido Republicano sammelte. Vor allem Verfassungskrise seit 1887 und die harte Linie der Regierung Gustavo de Montxerents nutzte den radikalen Republikanern, die nun erfolgreich Teile des oppositionellen Bürgertums anzogen.
Januarrevolution und frühe Zweite Republik
Nach einer Reihe direkter Auseinandersetzungen zwischen Republikanern und der Staatsmacht führte die Januarrevolution 1891 schließlich zum Sturz der Monarchie und zur Ausrufung der Republik durch den republikanischen Parteiführer Luis Cavaller. Die Aprilwahlen 1891 zu einer Verfassungsgebenden Versammlung brachte im Parlament eine Mehrheit für das republikanische Lager ein, da sich Teile der liberalen Partei auf die Seite der Monarchie stellten. Mit den Aprilwahlen wurde zugleich das Parteiensystem der Monarchie, das von der Polarisierung zwischen Partido Liberal und Partido Conservador geprägt war, durch ein neuartiges Parteiensystem ersetzt, in dem sich zunächst Republikaner und Monarchisten gegenüberstanden.
Innerhalb der republikanischen Parlamentspartei kristallisierten sich bald zwei Fraktionen heraus, die in etwa an die frühere Binnengliederung der Liberalen Partei in einen gemäßigten und einen radikalen Flügel anknüpften. Beide Richtungen, Moderatas und Radicales, setzten sich nun zwar für eine republikanische Staatsordnung, das allgemeine Wahlrecht und eine Zurückdrängung des kirchlichen Einflusses aus. Während die Radicales aber vornehmlich die Interessen des Kleinbürgertums und der unteren Mittelschichten vertraten und ihre Bündnispartner in der aufstrebenden sozialistischen Arbeiterbewegung erblickten, waren die Moderatas zu weitgehenden Kompromissen mit den alten konservativ-monarchischen Eliten des Landes bereit, um die Interessen des liberalen Großbürgertums zu schützen.
Sinistra laica und Koalition der Moral
Der Sieg der Moderatas bei der Parlamentswahl 1895 festigte schließlich die konservativ-bürgerliche Gestalt der neuen Republik und schwächte vor allem die monarchistische Opposition. Der gescheiterte monarchistische Putschversuch von 1898 markierte endgültig die Niederlage der Monarchisten, die bei der Parlamentswahl 1899 eine schwere Niederlage erlitten und kaum noch Zuspruch erhielten.
In Opposition zur laizistischen linken Mehrheit aus Radikalen und Liberalen kam es zu einer Neuordnung der politischen Rechten. Von Teilen der alten Eliten und des konservativen Bürgertums etablierte sich am rechten Flügel der Liberalen die pragmatisch-konservative Unión Republicana, die sich aus früheren Monarchisten und konservativ-liberalen Republikanern gebildet hatte. Sie vertrat vor allem die Interessen der Großgrundbesitzer und der katholischen Kirche und knüpfte insofern an den alten Partido Conservador an. Daneben sammelte sich hinter dem früheren Monarchisten Daniel Lafontán eine populistische nationalistische Bewegung, die die Ressentiments in Teilen der Bevölkerung gegen die modernisierende Politik der liberal-radikalen Regierungen artikulierte.
Nach dem Sieg der liberal-antiklerikalen Linken (sinistra laica) und der vernichtenden Niederlage der republikfeindlichen Rechten bei der Parlamentswahl 1899 siegte bei der Parlamentswahl 1903 schließlich die neugeordnete Rechte, die unter Führung des Unionisten Miguel Fernando Luisanto eine Koalition der Moral bildete, innerlich aber zerstritten blieb und bereits nach wenigen Jahren implodierte.
==
Die Ära der Koalition der Moral und der Erfolg der Unionisten und der Lafontanisten markierten letztlich eine Übergangsphase von der alten monarchistischen Rechten zu einer neuen katholisch-konfessionellen Rechten. Seit der Parlamentswahl 1907 stieg die 1905 gegründete Acción Popular zur dominanten Kraft der politischen Rechten auf. Anders als die Unión Republicana als Honoratiorenpartei der konservativen Bourgeoisie und der populistischen Sammlungsbewegung Lafontáns entwickelte sich die Acción Popular binnen kurzer Zeit zu einer Massenpartei und vereinte die konservativ-katholische Tradition des alten Partido Conservador mit reformistischen Impulsen der katholischen Aktion und der katholischen Soziallehre.
Spiegelbildlich dazu stieg die bereits 1887 gegründete Sozialistische Partei zur dominanten Partei der Linken auf stellte als Massenpartei der Arbeiterbewegung bald die liberalen und radikalen Honoratiorenparteien in den Schatten. 1913 stellte sie erstmals mehr Abgeordnete als der Partido Radical und erreichte die meisten Stimmen unter allen Parlamentsparteien, nach Einführung des Verhältniswahl bei der Parlamentswahl 1917 wurde sie zudem auch nach Sitzen stärkste Partei des Landes.
| . | Partei | Ausrichtung | Position | Internat. | Gründung | Führung | |
| Mitte-Links | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Sinistra Democrática Unida (SDU) Vereinigte Demokratische Linke |
Demokratischer Sozialismus, Kommunismus, Ökosozialismus, Antikapitalismus | Links | EL; GUE-NGL | 2008/2010 | kollektive Führung | ||
| Aliança Socialista d'Unitá Lavorista (ASUL) Sozialistische Allianz der Einheit der Arbeit |
Sozialdemokratie | Mitte-Links | PES; PASD; SI | 1957 | Mercé Serrat Cabarell (Generalsekretärin); Joaquín Loubregat (Koordinator) | ||
| Ils Verdes - Alternativa Ecologista (V) Die Grünen - Ökologische Alternative |
Grüne Politik, Progressivismus | Mitte-Links | EGP; V/ALE; Global Greens | 1989 | Sofía Odell Iribarne (Parteisprecherin), Mariano Rubial (Parteisprecher) | ||
| Democrâcia i Libertá - Ils Radicales (RAD) Demokratie und Freiheit - die Radikalen |
Sozialliberalismus, Progressivismus | Mitte; Mitte-Links | ALDE; LI | 1958/1995 | Catarina Eguelnoff (Parteisekretärin); Javier Ibarra Rodríguez (Leader) | ||
| Mitte-Rechts | |||||||
| Cientro Uníu (CU) Vereintes Zentrum |
Zentrismus, Sozialliberalismus | Mitte; Mitte-Rechts | EDP; ALDE | 2007 | Traiano Atániez (Parteisekretär); Carles Vídrio (Vizesekretär) | ||
| Unión Democrática de Sagradia (UDS) Demokratische Union Sagradiens |
Liberalismus, Konservativer Liberalismus | Mitte-Rechts | ALDE; LI | 1954/1961 | Beatrice Iniagui (Parteivorsitzende); Abdurahim Kader (Parteisekretär) | ||
| Partido Popular de Convergência (PPC) Volkspartei der Zusammenkunft |
Christdemokratie, Konservatismus, Liberalkonservatismus | Mitte-Rechts | EVP; CDI; IDU | 1945 | Miguel Ánibal Luisanto (Parteivorsitzender); Ana Iriarte Blanco (Generalsekretärin) | ||
| Partido Social Popular (PSP) Volkssoziale Partei |
Rechtspopulismus, Nationalkonservatismus, Euroskeptizismus | Rechts | ELD; MELD | 1989 | Eleonora Sarabal (Parteivorsitzende); Joán De la Pênia (Fraktionssprecher) | ||