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Version vom 15:40, 17. Feb 2013
Golen (golisch Gŏole, amtlich: Region Golen, golisch Reixou Gŏole, micolinisch Región Gólica) ist eine Region in Micolinien. Sie liegt an der Nordküste des Blauen Meers am Südrand des Konsettengebirges. Die Hauptstadt der Region ist Alágua (golisch Elaque). Amtssprachen der Region sind Golisch und Micolinisch. Die heutige Region Golen umfasst nur einen Teil des historischen Golen, zu dem auch Teile der Escada, die heutige sagradische Region Val d’Ambrís sowie Teile der micolinischen Regionen Alto Conte und Lítica-Paes Montane gezählt werden.
Inhaltsverzeichnis
Politisches System
Parlament und Regierung
Die Region Golen verfügt als Gliedstaat der föderalen Monarchie Micolinien über eine eigene regionale Selbstverwaltung (golisch Administratjò Gŏols), die im Regionalstatut von 1949 festgeschrieben ist.
Als Einkammerlegislative fungiert die 151 Mitglieder starke Regionalversammlung (amtlich golisch Esemblëe Gŏols), die alle fünf Jahre direkt nach dem Verhältniswahlrecht gewählt wird. Vorsitzender ist der Präsident der Versammlung (President de le Esemblëe), der für jeweils eine Legislaturperiode gewählt wird.
An der Spitze der Regionalverwaltung steht der President Gŏols (micolinisch President de la Regió Gólica), der von der Versammlung gewählt wird und die Regionalregierung (Gobern Gŏols) ernennt. Er ist höchster Repräsentant der Regionalverwaltung (Cap de Administratjò) und fungiert im Normalfall zugleich als Cap de Gobern und ist der Regionalversammlung verantwortlich, die ihm und seiner Regierung das Misstrauen aussprechen kann.
Bis 1993 gab es kein formelles Misstrauensvotum, stattdessen konnten nur bestimmte parlamentarische Niederlagen einen Präsidenten zu Fall bringen. Seither gibt es die Möglichkeit eines konstruktiven Misstrauensvotums. Außerdem kann ein Präsident die Vertrauensfrage stellen. Verliert der Präsident das Vertrauen des Parlaments, verstirbt im Amt oder tritt zurück, dann rückt automatisch der Präsident der Versammlung an die Spitze der Regionalverwaltung, der im Folgenden entscheiden kann, ob der amtierende Präsident seine Funktionen als Cap de Gobern kommissarisch weiterführen kann oder ob ein Stellvertreter (Comisjoner de Gobern) ernannt wird. Die Regionalversammlung hat in der Folge vier Wochen Zeit, um mit absoluter Mehrheit einen neuen Präsidenten zu wählen, der dann wieder die Doppelrolle als Cap de Administratjò und Cap de Gobern übernimmt und eine neue Regionalregierung ernennen kann. Der Präsident der Versammlung kann jederzeit einen Kandidaten vorschlagen, ebenso wie ein Fünftel der Versammlungsmitglieder. Wird innerhalb dieser Frist kein neuer Präsident gewählt, kommt es automatisch zur Auflösung der Versammlung und zur Ausschreibung von Neuwahlen. Dieses System der Vakanz wird seit 1999 ausgeübt und löste die alte Regelung ab, nach der die Zentralregierung in Servette im Falle eines Rücktritts des Regionalpräsidenten oder dessen Abwahl automatisch in die Rolle des Handelnden rückte und einen Comisjoner als provisorischen Regierungschef ernennen konnte. So gelangten 1955 der CDM-Minister Joann Mari Franç, 1994 der parteilose Beamte Chrestièn Guichart ins Amt, während die Zentralregierung mehrmals einen abgewählten oder zurückgetretenen Präsidenten mit der kommissarischen Weiterführung der Geschäfte beauftragte.
Liste der golischen Regionalpräsidenten seit 1948
| Amtsbeginn | Amtsende | . | Amtsinhaber | Partei | Kabinette | Koalition | besonderes | |
| Presidents Gŏols | ||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1948 | 1953 | Charl Davidel | Pùble Gŏols | Davidel I | Pùble Gŏols | |||
| 1953 | 1955 | Fernand Quelaq | PSG | Quelaq | PCG, PSG, Dissidenten der Pùble Gŏols | |||
| 1955 | 1956 | Joann Mari Franç, geschäftsführend | CDM | |||||
| 1956 | 1960 | Charl Davidel | Pùble Gŏols | Davidel II, III | Pùble Gŏols | bis 1957 Minderheitsregierung, im Amt verstorben | ||
| 1960 | Daniel Marrel, geschäftsführend | PSL | ||||||
| 1960 | 1975 | David Letard | Pùble Gŏols | Letard I, II, III, IV | Pùble Gŏols, PLG (1962-1967) | 1970 geschäftsführend | ||
| 1975 | 1978 | Osqar Meri Erranza | Pùble Gŏols | Erranza | Pùble Gŏols, PSG | |||
| 1978 | 1987 | Noribert Crèsq | Pùble Gŏols | Crèsq I, II, III, IV | Pùble Gŏols, CDM (1978-1982), Gŏols Natiò (1984-1986) | 1982-1984 und 1986-1987 Minderheitsregierung, 1982 und 1986-1987 geschäftsführend | ||
| 1987 | 1992 | Fernand Brês | Pùble Gŏols | Brês | Pùble Gŏols, CDM, PLG | |||
| 1992 | 1994 | Franç Elaq | Gŏols Natiò | Elaq | Gŏols Natiò, PSG, PCG/Verds Gŏols | |||
| 1994 | Chrèstien Guichart, geschäftsführend | parteilos | ||||||
| 1994 | 2008 | Pètre Doreşal | Pùble Gŏols | Doreşal I, II, III | Pùble Gŏols, PLG (1994-2006), PSG (2001-2006), CDM (2001-2006), Gŏols Natiò (2006-2008), Cèntre Gŏols (2006-2007) | 1994-2000 Minderheitsregierung, 2000-2001 und 2006 geschäftsführend | ||
| 2008 | Pâul Senterrsi | Gŏols Natiò | Senterrsi | Gŏols Natiò, PSG, EUG-Verds Gŏols | ||||
Parteien
Das Parteiensystem Golens wird seit 1948 von der gemäßigt-nationalistischen Volkspartei (Pùble Gŏols, PG) geprägt, die als liberalkonservative zentristische Kraft auftritt und sich in bisher jeder Wahl zur Regionalversammlung als stärkste Kraft durchsetzen konnte. 1957 und 1970 vereinte die Volkspartei sogar jeweils die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich. Mit Ausnahme von zwei Legislaturperioden (1953-1956 und 1992-1994) führte die Volkspartei bis 2008 jede Regierung an und stellte den Präsidenten der Region. Konkurrenten der Volkspartei im bürgerlichen Lager waren die kleinere Liberale Partei Golens (PLG), die gemäßigt-föderalistische Positionen vertrat sowie die micolinische christdemokratische CDM, die den golisch-nationalistischen Partikularismus traditionell ablehnt.
Wichtigster Gegenspieler der Volkspartei auf der politischen Linken war über Jahrzehnte hinweg die Kommunistische Partei Golens (PCG), die bis in die Achtziger Jahre hinein regelmäßig zwischen 16 und 26 Prozent der Stimmen erreichen konnte. Wie die Volkspartei vertrat auch die PCG antizentralistische Positionen. Außerdem wand sich die PCG in den Siebziger Jahren dem Eurokommunismus zu. Die kleinere Sozialistische Partei stand regelmäßig im Schatten der Kommunisten und schaffte es seit 1957 nur noch bei einer einzigen Wahl (1980) über die 10-Prozent-Marke. Nach der Wende des Jahres 1990 verlor die PCG ihre dominante Stellung im linken Lager aber und schaffte es im Bündnis mit den golischen Grünen (Eccord Comunist-Verd) nach 1992 nicht mehr über 10 Prozent der Stimmen hinaus, während die Sozialisten sich nach einem Wahlerfolg des Jahres 1992 (17,8 Prozent) jenseits der 10-Prozent-Marke etablieren konnten.
Im nationalistischen Lager wuchs im Laufe der Jahre die Konkurrenz der PG. Die 1967 aus mehreren Dissidentengruppen der Volkspartei entstandene Golische Nationalpartei (Gŏols Natiò, GN) konnte ihre Stimmenanteile bis in die Neunziger Jahre hinein regelmäßig vergrößern und wuchs zur ernstzunehmenden Konkurrenz zur Volkspartei heran. Die Nationalpartei vertritt stärker nationalistische sowie im Gegensatz zur Volkspartei eher linke sozialdemokratische Positionen und sieht sich als golisch-nationalistische Fortschrittspartei. Ähnlich wie bei der Volkspartei mäßigten sich im Laufe der Jahre aber auch bei der Nationalpartei die nationalistischen Tendenzen, sodass mit der Golischen Freiheitspartei (Libretait per Gŏole, LPG) Ende der Achtziger Jahre eine dritte bedeutende nationalistische Kraft entstand, die in den Neunziger Jahren mit radikalen separatistischen Parolen große Wahlerfolge feiern konnte. Nach dem bisher stärksten Ergebnis der LPG bei den Wahlen 2006 (16,6 Prozent) kam es zum Verbot der Partei, die als politischer Flügel der separatistischen Terrorgruppe FLG angesehen wurde. Als Nachfolgepartei gründete sich die gemäßigtere Freiheitsallianz (Eljanç Gŏols de Libretait, EGL), die 2008 auf 10 Prozent der Stimmen kam.
Bei den Wahlen 2008 kam es zu einer politischen Kräfteverschiebung nach links und zur Bildung einer neuen linksgerichteten Regierungsallianz zwischen GN, PSG und der grün-kommunistischen Linken. Damit ist die PG mit Ausnahme der Jahre 1992-1994 zum erstenmal seit 1956 in der Opposition.