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Version vom 23:31, 14. Aug 2012
Sagradische Literatur
Inhaltsverzeichnis
- 1 Mittelalter (9.-15.Jahrhundert)
- 2 Goldenes Jahrhundert (16. und frühes 17. Jahrhundert)
- 3 Decadença und Aufklärung
- 4 Literatur des 19. Jahrhunderts
- 5 Realismus, Symbolismus, Naturalismus und Fin de Siècle
- 6 Die Moderne im frühen 20. Jahrhundert
- 7 Nachkriegsliteratur (seit 1945)
- 8 Sagradische Nobelpreisträger für Literatur
- 9 Sagradische Dichter
- 9.1 Mittelalter
- 9.2 Frührenaissance/Vorklassik
- 9.3 Klassik/Sêglu d'Or
- 9.4 Besangua-Literatur
- 9.5 Spätklassik
- 9.6 Barock
- 9.7 Aufklärung
- 9.8 Romantik
- 9.9 Postromantik
- 9.10 Realismus
- 9.11 Naturalismus
- 9.12 Symbolismus
- 9.13 Impressionismus
- 9.14 Expressionismus
- 9.15 „Noyarenser“
- 9.16 "Literatura Sinistra"
- 9.17 Surrealismus
- 9.18 Nachkrieg
- 9.19 Achtundsechziger
- 9.20 Chanson
- 9.21 Achtziger
- 9.22 Neunziger
Mittelalter (9.-15.Jahrhundert)
Die mittelalterliche Literatur in Sagradien war dominiert von Ritterromanen, Heldenepen und Minnelyrik. Erhalten blieben die Minnelyrik von Costanço de Valbraga und Manuel Figueras de Sâis sowie die höfischen Epen von Eduardo de Graça. Das Versepos La storia de Don León de Zarraguieta eines unbekannten Verfassers aus dem 13. Jahrhundert wurde zum Nationalepos Sagradiens (Der Held, auch als „Don Leâu“ oder „Dô Lió“ bekannt, taucht in zahlreichen späteren Werken erneut auf). Das Werk Gustavo Patresas ist bereits von satirischen Elementen durchtränkt und zeigt den Niedergang der ritterlich-höfischen Kultur und ihre Ablösung durch eine bürgerlich-städtische Umformung im 14. und 15. Jahrhundert.
Goldenes Jahrhundert (16. und frühes 17. Jahrhundert)
Eingeleitet von der kulturellen und politischen Blüte Sagradiens unter den Santori-Königen und vor allem in der Regierungszeit König Davids I. und seinen Nachfolgern, erreichte die sagradische Literatur ihre höchste Blüte in der Renaissance und Era Clásica der sagradischen Literatur im späten 16. und frühen 17. Jahrhundert, dem so genannten „Goldenen Jahrhundert“, das in der Literatur seine Blütezeit unter den Königen Johanna I. (1543-1575) und Philipp VII. (1575-1591) erlebte.
Renaissance und Humanismus
Im späten 15. Jahrhundert wirkte der europäische Humanismus stark auf die sagradische Literatur ein und formte eine zunehmend von antiken Elementen durchsetzte Literatur. Die Romane und Dichtungen von Georgo Frances de Herrera und Mariano Iliegues zeigen dabei noch die Tradition mittelalterlicher Dichtung, weisen aber bereits auf die neue Denkart der aufziehenden Renaissance voraus. Wichtige Bedeutung für dieses neue Denken kommt dem Werk des Humanisten, Universalgelehrten und Reformtheologen Franciscus Aurelianus (Francês d'Orell) zu, dem u.a. die erste Bibelübersetzung in sagradischer Sprache zu verdanken ist. Als ein weiterer Vertreter der humanistischen sogenannten "Vorklassik" kann Josefe Borrard bezeichnet werden, der vor allem durch seine in asumarischem Dialekt verfasste Geschichtensammlung La Fontana berühmt wurde, die deutlich in der Tradition des Decamerone Bocaccios steht. Hauptvertreter der Duerezer „Besangua“-Literatur des frühen 16. Jahrhunderts, die in epischer Form auf die arabische Numererkultur zurückgreift, sind Rodrigo Mêrces und António Man. Bekannt wurde auch Don Josefe de Santori, der sich selbst als Lyriker hervortat.
Era Clásica
Manuel Braga, der u.a. die Sonettform in die sagradische Lyrik einführte, sowie der Novellen- und Romanschriftsteller Piero Sanç de Ribas gelten als wichtige Einflussquellen der um 1550 beginnenden Hoch- und Spätrenaissance-Dichtung der johannitischen und philippitischen Epoche, in der die neuzeitliche sagradische Literatur eine erste Blütezeit erlebte. Prägende Autoren dieser klassischen Epoche waren vor allem die noch heute als Nationaldichter verehrten Celiano Nacoma (1535-1614) und Plácido Cosança (1540-1599), die als erste Weltliteratur in sagradischer Sprache verfassten. Wichtige Vertreter des im späten 16. Jahrhundert stark prosperierenden Theaters sind Marcantónio Verosán und Erculo Danieles Scarça, die beide als Dramen- und Komödiendichter bekannt wurden. Unter dem als Dichter-König bekannt gewordenen, selbst dichtenden Philipp VII. wurden Dichter wie Ernesto Broca und Jâcque Minoré am Semestiner Hof versammelt. Als wichtigster Philosoph der klassischen Epoche gilt Santiago Calles.
Barock
Als wichtigster Erbe der klassischen Epoche in der so genannten Gabrielischen Ära gilt Manuel Orraio. Seit den 1620er Jahren war die Literatur des sagradischen Barock gekennzeichnet vom Niedergang der Klassik und zeigt vor allem Themen wie Dekadenz, Zerfall, Vergänglichkeit und Tod. Sie bildet einen lyrischen und epischen Gegensatz zum in der Klassik dominierenden Drama. Einflussreiche sagradische Barockdichter waren vor allem Hernán Kempes und Bernardo de Montxerent.
Decadença und Aufklärung
Mit dem Ende des Goldenen Jahrhunderts in der sagradischen Kulturgeschichte wird oftmals auch ein qualitativer Einschnitt in der Literatur konstatiert. Die so genannte Epoche der "Decadença" des sagradischen Spätbarock, repräsentiert durch Dichter wie Marián Arzeval und Fernando Caravega, gilt traditionell als Phase des literarischen Umbruchs. Bernardo del Torre wird gemeinhin als Hauptvertreter der sagradischen Rokoko-Strömung angesehen.
Beeinflusst durch die französische Aufklärung sowie die frühaufklärerische Philosophie Santiago Calles' entwickelte sich seit Beginn des 18. Jahrhunderts eine sagradische Literatur der Aufklärung, die mit Piero Cavalles und Fernando Camûes dels Logres ihre Hauptvertreter hatte. Im Gegensatz zum Barock lebte in der Literatur der Aufklärung wieder das Drama auf, das die Kraft des menschlichen Verstandes offen legen sollte und unmittelbar an die französische Klassik anzuknüpfen suchte.
Literatur des 19. Jahrhunderts
Romantik
Zum Ende des 18. Jahrhunderts hin legte Marcio Levar mit seinen patriotischen Gedichten und pathetischen Dramen den Grundstein für die sagradische Romantik, deren Hauptvertreter Luis Filipe Neâu und Lorenzo Madrigal waren. Als wichtigster Repräsentant der späteren Phase der Romantik, die im Zuge der sagradischen Befreiungskriege noch mehr das nationale Pathos in den Vordergrund rückte, gilt Dani Caballeri (eigentlich Daniel Caballer i Mârces). Den Niedergang der Romantik zur Mitte des 19. Jahrhunderts hin bezeichnen die Spätwerke Lorenzo Madrigals, die von traumhaft subjektiver Lyrik und sentimentaler Verklärung des Mittelalters bestimmt sind. Als Postromantiker gilt der Cuentesische Lyriker León Munial, der sich als erster sagradischer Dichter des Mittels der absoluten Metapher bediente und die traumhaft-subjektive Weltsicht der Spätromantik in eine ihm eigene düster-okkultisch wirkende und Stilelemente des Symbolismus und des Surrealismus vorwegnehmende Assoziationsdichtung verwandelt. Damit steht er den Franzosen Nerval und Baudelaire näher als irgendeinem anderen sagradischen Dichter seiner Zeit und gilt daher als Avantgardist der europäischen Moderne.
Realismus, Symbolismus, Naturalismus und Fin de Siècle
Die Epoche des sagradischen Realismus leitete die sozialkritische Romanliteratur Osvaldo Verres’ ein. Hernán Correr traf 1882 mit seinem realistischen Roman "Cocarde" genau den Geist der Zeit und erlangte dadurch Weltruhm. Francisco Olivera sowie Ana Ferrera Sanchis leiten zum Naturalismus über. Von besonderer Relevanz für die sagradische Arbeiterbewegung wurde das naturalistische Werk Keke Sapintos, der von der Philosophie Carles Iudetas beeinflusst wurde und in seinen Romanen vor allem das Elend der Arbeiterschaft aufzeigte. Parallel und als Gegenbewegung zum Realismus entstand um 1885 in Anlehnung an die französischen Symbolisten in Semess ein sagradischer symbolistischer Kreis um die „Meister“ Iano Madris und Josemarí David, die als Bewunderer Baudelaires und Mervels die Schule der "Simbolista" gründeten. Um die Jahrhundertwende wirkten auf die Werke Gerardo Ramírez’, Verena Santís’ und Hernán Colóns zunehmend impressionistische und besonders auf Emilio Grande und Federico López auch expressionistische Einflüsse ein.
Die Moderne im frühen 20. Jahrhundert
Während des ersten Weltkriegs und in den Jahren danach erlangte der expressionistische Dichterkreis der "Noyarenser" um Pepe Gomerra, Santi Nerra und Miguel Gerardo Musca großen Ruhm. Die letzteren beiden vertraten bald die eher rechte, nationalistische Richtung der Literatur. Nerra gehörte den Anhängern von Präsident Gaitán Sobrantes Alemà an und verherrlichte in seinen späten Jahren das autoritäre Regime des Präsidenten und machte ihn nach seiner Ermordung im Versepos "Sagradia" zum heroischen Märtyrer der nationalen Sache. Der dem Noyarenser Kreis nahe stehende, aber eher symbolistisch beeinflusste Sollarer Dichter Fernando Mexés wiederum verherrlichte in seinem 1940 erschienenen Roman „Santa Nación“ den zweiten Weltkrieg als „Endabrechnung mit dem diabolischen Judentum“ und musste nach dem Angriff Nazi-Deutschlands auf Sagradien ins Exil nach Berlin emigrieren, nachdem er einige Jahre lang als Hofdichter des faschistischen Álamo-Regimes gegolten hatte.
Eine dem seit Beginn der Zwanziger Jahre eher rechts gerichteten „Noyarenser-Kreis“ entgegen gesetzte Strömung stellte die linke Literatur des Romanciers und Dichters Maximilián Ferrera, des bissigen Satirikers Fernando Gran Cela sowie des jüdischen Feuilletonisten José Manolo Rosenthal dar. Ein weiterer Gegner der Rechten und Kritiker des Regimes war der äußerst erfolgreiche Dramatiker und Romanautor Miguel Solares, der sich in seinem Werk auf satirische Weise vor allem gegen die Dekadenz der Zeit und die Intoleranz der Politik und Gesellschaft aussprach und dafür 1938 ins Pariser Exil gehen musste und im gleichen Jahr den Nobelpreis für Literatur erhielt.
Als gänzlich unpolitisch stellte sich die Literatur der sagradischen Surrealisten dar. Von den Lehren Freuds sowie dem französischen Surrealismus beeinflusst, wirkten v.a. Maximilián Casilla und Karlos Marcês nachhaltig auf die sagradische Nachkriegsliteratur, in der sich v.a. António Deçadro vom Surrealismus beeinflusst zeigte. Die Stellung der sagradischen surrealistischen Bewegung in der bildenden Kunst aber konnte die Literatur dieser Richtung nicht erreichen.
Nachkriegsliteratur (seit 1945)
Die sagradische Nachkriegsliteratur war zum einen geprägt von Antikriegsschriften und gesellschaftskritischen Werken, zum anderen von einer distanzreichen Fortführung der symbolistischen und surrealistischen Strömungen der Vorkriegszeit. Bedeutendster Dichter wurde der Duerezer António Deçadro, der bereits vor dem Krieg einen Großteil seiner Werke veröffentlicht hatte (mit geringem Erfolg) und erst nach dem Krieg Aufmerksamkeit erlangte. Er verfasste zahlreiche Parabeln und Erzählungen und schuf darin eine rätselhaft wirkende Symbiose aus Surrealismus, Postrealismus und Symbolismus. Sein Spätwerk war zudem vom französischen Existentialismus beeinflusst. Deçadro, der 1955 den Literaturnobelpreis gewann, gilt als wichtigster Nachkriegsautor Sagradiens. Mit einem ähnlichen Ansatz erreichte in der Lyrik besonders Maximilián Berlín nachhaltigen Weltruhm, der sich in seinen Zeit-, Liebes- und Weltgedichten bewusst auf symbolistische Vorbilder wie Madris, Verlaine, Rimbaud oder David sowie auf die Assoziationsdichtung Mervels berief und einen grotesk-surrealistisch anmutenden Ästhetizimus vertrat. Seine romantisch-melancholischen Liebesgedichte gehören zur weltweit meistgelesenen Lyrik. Jedoch stellen besonders seine auf kryptischer Metaphorik aufbauenden „Weltgesänge“ (so der Titel eines seiner Bände: Cançones Mundiales) ein stetiges Faszinosum der modernen sagradischen Literatur-wissenschaft dar. Weitere wichtige Autoren der ersten Phase der Nachkriegsliteratur waren Luca Mendieta, Carlota Arrist und auch Bernardo Gral, der vor allem die Kurzgeschichte in Sagradien populär machte.
Ende der Sechziger und Anfang der Siebziger Jahre kam unter dem Einfluss der Studentenunruhen eine neue rebellische Generation von Dichtern auf, die es sich zum Ziel machte, die sagradische Literaturlandschaft umfassend zu verändern. Bedeutendste Vertreter waren Ulisso Carvas de Patra (Nobelpreis 1984), Mónica Belléme und Andrés Nacesta. Wichtige Chansonniers und Liedermacher, die vor allem auch durch den Inhalt ihrer Texte Aufsehen erregten, waren Gerardo Ívan Valles und Francisco Serguieta. Wichtigste Vertreter der „Popliteratur“ der Achtziger Jahre waren die Halbchinesin Li Pérez und der Geroneser Dramatiker Marcelo Vil i Vil. Bedeutendste Vertreter der Literatur der Neunziger Jahre sind Diego Fernández Belêu, Arcélio Torres, María Ferrer Vélez, Oscar Domênco Milet sowie Antónia Domíngues und Lauro Nera.
Sagradische Nobelpreisträger für Literatur
- Iano Madris (1905)
- Fernando Eguerra i Vargas (1913)
- Joán Mairas Dellas (1919)
- Miguel Solares (1938)
- António Deçadro (1955)
- Oscar Herrero Celu (1979 für Argentinien)
- Ulisso Carvas de Patra (1984)
Sagradische Dichter
Mittelalter
Frührenaissance/Vorklassik
- Georgo Frances de Herrera
- Mariano Illegues
- Josefe Borrard
- Franciscus Aurelianus (Francês d'Orell)
Klassik/Sêglu d'Or
Besangua-Literatur
Spätklassik
Barock
Aufklärung
Romantik
- Marcio Levar
- Luis Filipe Neâu
- Dani Caballeri (Daniel Caballer i Marces)
- Lorenzo Madrigal