Maria II. Franziska: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 21:19, 10. Aug 2012

Maria II. Franziska (von Sagradien) (*1725, †1765) war als Tochter Marias I. und Johanns III. regierende Königin von Sagradien und Fürstin von Cuentez (1754-1757). Sie regierte gemeinsam mit ihrem Ehemann Anton II. Ramón di Piacone, wurde infolge einer Hofintrige aber 1756/57 für abgesetzt erklärt und verlor den Thron im Erbfolgekrieg gegen Louis-Gabriel de Vienne. Sie war die letzte Santori auf dem sagradischen und cuentesischen Thron.

Jugend und Thronbesteigung

María Francisca Grâcia Teresa Carlota Leonor de Santori wurde 1725 als älteste Tochter von Königin Maria I. Luise, Erbin der Krone Sagradiens, und ihrem Ehemann Johann III., Fürst von Cuentez, geboren. Sie war damit bis zur Geburt ihres jüngeren Bruders Joán Manuel 1735 und nach dessen frühem Tod 1738 erneut präsumptive Erbin sowohl der sagradischen als auch der cuentezischen Linie des Hauses Santori und der jeweiligen Herrschaften. Mit 16 Jahren heiratete Maria Franziska 1742 António Raimundo di Piacone, Herzog von Massa und Carrara und Sohn des polnischen Königs Franz I. von Piacone.

Die Ehe zwischen der 16-jährigen Maria Franziska und dem 27 Jahre älteren António Ramón blieb mehr als unglücklich. Der einzige gemeinsame Sohn Don Filipe, Thronfolger des Königreichs, starb bereits mit drei Monaten. Ihr Ehemann wiederum war stärker mit politischen und militärischen Anliegen beschäftigt, als mit seiner Ehe. Als Herzogin von Massa und Carrara lebte Maria Franziska weitgehend unglücklich in Italien. Als 1745 ihr Halbbruder David Johann auf die Welt kam, folgte ihr dieser als Thronfolger nach und beerbte schließlich nach dem Tod Johanns III. 1749 auch ihren gemeisamen Vater als König.

Der Kind-König David II. wurde jedoch keine zehn Jahre alt. Als er 1754 starb, wurde Maria Franziska gemäß der Nachfolgeregelung ihres Vaters von den sagradischen Generalständen zur Königin erhoben. Sie und ihr Mann mussten aber wie bereits ihre Mutter und ihr Vater 1723 den Eid auf die Codices Magna der Stände ableisten. 1755 erst erreichten Maria und Antonio Sagradien und wurden gekrönt. Obwohl Maria die Thronrechte innehatte, übernahm ihr ehrgeiziger und um einiges älterer Mann die Regierungsgeschäfte. Er verbündete sich im Vorfeld des vor der Tür stehenden Siebenjährigen Krieges mit Großbritannien und Micolinien gegen Frankreich und Österreich. Die Herrschaft Antonios war von Beginn an in Sagradien unpopulär. Der Italiener sprach nicht die Landessprache und war überhaupt seit drei Jahrhunderten der erste auf dem Thron, der nicht der Sántori-Familie angehört hatte. Da Maria und er über keinen gemeinsamen Sohn verfügten, war die Zukunft der Dynastie überdies äußerst ungewiss. Hinzu kamen Skandale am Hof, wo Maria ein Verhältnis mit dem Grafen Francisco de Montxerent nachgesagt wurde.

Schließlich entschloss sich Marias Vetter David Jakob von Sesin als nächster männlicher Verwandter aus dem Haus Santori, selbst nach der Krone zu greifen und die Herrschaft Antonios und Marias nicht anzuerkennen. Als Antonio Ramon einen Bündnisvertrag mit Micolinien schloss, der u.a. gegen das Großherzogtum Servette unter Louis-Gabriel de Vienne und dessen Frau Maria I. von Servette gerichtet war, kam es zum Krieg. Nachdem eine oppositionelle Hofpartei in Sagradien Maria öffentlich als Bastard und Ehebrecherin angeklagt hatte, nahm Frankreich diesen Vorwurf auf und erklärte Sagradien den Krieg. Kurze Zeit später kam es zum Ausbruch des Krieges zwischen Frankreich und England sowie zwischen Preußen und Österreich, sodass England und Preußen nun zum Unterstützerlager Maria Franziskas gehörten. Anstelle Marias unterstützten Frankreich, Österreich und Spanien dagegen den servettinischen Großherzog Louis-Gabriel de Vienne. Dies war der Beginn des Thronfolgekrieg. Maria Franziska und Anton wurden dabei u.a. vom micolinischen König Karl X. unterstützt, der sich Hoffnungen auf den Gewinn des Großherzogtums Servette machte.

Krieg und Absetzung

In der Abwesenheit des militärisch erfahrenen António, der persönlich in den Krieg zog, regierte Maria Franziska in Semess mithilfe des Klerikers Olivério de Crampas, der aber nicht verhindern konnte, dass es am Hof zu mehreren Skandalen und Machtintrigen kam, die das Ansehen des Königs und der Königin nachhaltig kompromittierten. 1757 wurde Olivério de Campas von einer Oppositionsgruppe gestürzt, bevor Francisco de Montxerent – ein einflussreicher Berater und mutmaßlicher Liebhaber María Franciscas - mit Gewalt die Macht übernahm. Die Intrigen am Hof und die dauernde Abwesenheit Antónios wurden begleitet von einer groß angelegten Propagandaaktion Louis-Gabriels für sein Königtum und gegen das der sündhaften Maria und ihres Liebhabers. Die Anhängerschaft der französischen Kandidatur wurde besonders im Klerus und Teilen des Hochadels immer größer und einflussreicher, während die angebliche Betrügerin Maria und der mutmaßlich betrogene António immer mehr an Macht und Sympathien verloren.

Nach der Niederlage bei der Schlacht von Cavalla mussten António und María im Herbst 1757 in die Defensive gedrängt, nach Micolinien fliehen und Louis-Gabriel de Vienne wurde von Frankreich zum König erhoben. Die Generalstände wurden einberufen, die wiederum Königin María Francisca für abgesetzt erklärten und des Landes verwiesen und ihren Günstling zum Tode verurteilten. Mit der Absetzung Marias II. nahm die schillernde, fast 300-jährige Herrschaft des Hauses Santori auf dem sagradischen Thron und die noch längere Herrschaft der Familie in der Stadt Tulis ein unrühmliches Ende. Maria Franziska floh zu ihrem vermeintlichen Verbündeten Karl von Micolinien, der die Königin jedoch im Rahmen des Friede von Tinagua 1760 zum freiwilligen Thronverzicht zwang und anschließend in die Obhut eines Franziskaner-Klosters in Norden Micoliniens übergab. Dort starb Maria Franziska in aller Einsamkeit im Jahr 1765.

Leben nach dem Königtum

Bis zu ihrem Tod war sie formell weiterhin mit António di Piacone verheiratet. In französischer Gefangenschaft musste er seiner Abdankung zustimmen. Die Generalstände erhoben gleichzeitig Louis-Gabriel als Gabriel VIII. zum neuen sagradischen König, der bereits große Teile des Landes erobert und sich in geheimen Verhandlungen bereit erklärt hatte, den Eid auf die Codices Magna von 1722 zu leisten. Alle Versuche Antónios, sein Königtum gewaltsam zurück zu erlangen, scheiterten anschließend. Er starb 1770 im britischen Exil.