Erster Asumarischer Krieg: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 19:28, 7. Feb 2015

Der Asumarische Krieg von 1657 bis 1669 war eine militärische Auseinandersetzung zwischen Micolinien und Sagradien, zeitweise unter Beteiligung weiterer Mächte, um die Vorherrschaft im Blauen Meer und auf der Konsettenhalbinsel sowie um Thronfolge des kinderlosen Karl IX. von Micolinien.

Vorgeschichte

Nach den Servettinischen Kriegen 1477-1506 stellte die Großmacht Sagradien unter den Santori-Königen eine Hegemonialmacht über die westliche europäische Peripherie dar und kontrollierte neben Golen und Westligrien auch den gesamten Süden der micolinischen Halbinsel. Nach inneren Wirren in Micolinien versuchte die aufstrebende Macht seit dem frühen 17. Jahrhundert die Vorherrschaft Sagradiens zu brechen und Gebiete zurückzugewinnen. Im Ligrischen Krieg von 1620 verbündete sich Micolinien mit England gegen Sagradien und versuchte einen Angriff auf das westligrische Küstengebiet. Bis 1624 konnte sich Sagradien jedoch behaupten und seine Stellung sichern.

In der Folgezeit waren die Schicksale beider Mächte eng miteinander verknüpft. Bis 1633 regierte in Micolinien die Santori-Prinzessin Maria Charlotte von Sagradien für den minderjährigen König Karl IX.. Dessen Schwester Katharina von Micolinien gewann als Ehefrau des sagradischen Königs Gabriel VI. zeitweise entscheidenden Einfluss auf die sagradische Politik und war nach Gabriels Tod 1651 Regentin des Landes. Ihr Bruder Karl IX. selbst heiratete in dritter Ehe schließlich Katharinas Tochter, seine Nichte Maria Teresa von Sagradien.

Die enge Allianz beider Mächte hielt jedoch nicht lange. Der zwangsweise herbeigeführte Sturz Katharinas von Micolinien als sagradische Regentin im Jahr 1654 und die folgende Regierung des Kardinalbischofs Bernabêu führte zu ernsten Verstimmungen zwischen beiden Staaten. In diesem Augenblick wurde auch die Thronfolge-Frage in Micolinien aktuell. Da sich eine kinderlose Ehe zwischen Karl IX. und Maria Teresa abzeichnete und die Nachfolge damit vakant wurde, drängten die micolinischen Stände den kinderlosen König, seinen Neffen Johann von Albero aus einer Nebenlinie des Königshauses zum Nachfolger zu designieren. Sagradien unter Kardinalbischof Bernabêu erkannte aber die Thronfolge nicht an und erhob für Karls Schwester Katharina - trotz ihres Sturzes - und ihre Nachkommen Anspruch auf den Thron. Eine solche Doppelmonarchie in Westeuropa fürchtete vor allem Sagradiens Dauergegner Spanien, das nach dem Dreißigjährigen Krieg um seine Vorherrschaft fürchtete und schließlich eine Allianz mit Micolinien einging. Im Gegenzug machte Micolinien zudem alte Ansprüche auf Golen geltend.

Kriegsverlauf

Der Einfall des micolinischen Heeres unter dem designierten Thronfolger Johann von Albero in Golen 1657 markierte schließlich den Beginn des Asumarischen Kriegs. Spanien hielt sich zunächst zwar offiziell aus dem Krieg heraus, steuerte aber Hilfstruppen bei, sodass sich das im Krieg gegen Spanien befindliche republikanische England unter Oliver Cromwell zu ähnlicher Unterstützung für Sagradien entschied. Der micolinische Einfall in Golen konnte zunächst zurückgeschlagen werden, große Teile des Südens wurden aber erobert. Seit 1559 setzte Sagradien aber im Norden zum Gegenschlag an und rückte unter dem Befehlshaber Herzog Ludwig Philipp II. von Sesin, genannt "der Vielgeliebte", bis ins peruzinische Alessa vor, wo es vor allem unter calvinistischen Uleisten einen antimicolinischen Aufstand entfachte. Auch im Süden konnte Sagradien bis 1664 Boden gut machen. Mit der Schlacht von Bovel 1664 kam die Wende zugunsten Micoliniens, das Golen weiterhin besetzt hielt.

Eine Finanzkrise Sagradiens zwang Bernabêu 1665 zu einem Waffenstillstand mit Micolinien und der Aufnahme von Friedensverhandlungen. Angesichts der Kräfteverteilung konnte Sagradien auf einen günstigen Frieden hoffen, zumal Micolinien im Norden noch immer mit Aufständen zu kämpfen hatte und um Entlastung bemüht war. Anfang 1667 einigten sich beide Seiten in Coloma zu einem Präliminarfrieden. Die Kriegspartei in Sagradien schürte jedoch Unfrieden und erstritt in einer Intrige schließlich 1667 die Ablösung Bernabêus. Dessen Nachfolger als leitender Minister Ernesto Graf Gilán suchte 1668 in einer erneuten Kampfaufnahme das Heil und begann gleichzeitig einen Seekrieg gegen Spanien. Giláns Ziel, Micolinien endgültig in die Abhängigkeit zu treiben, misslang jedoch auf voller Linie. Die sagradische Offensive begann schnell zu stocken. Im gesamten Kriegsjahr 1668/69 kam Sagradien nicht über den Status Quo auf der micolinischen Halbinsel hinaus. Derweil bemühte sich Micolinien angesichts eines schwer kranken Königs um eine formelle Anerkennung Johanns von Albero als Nachfolger und um eine Beruhigung der Lage.

Friede von Villagua

Die sich dauernd verschlechternde Lage im Seekrieg gegen Spanien zwang Sagradiens Minister Gilán zum Rücktritt. Der wieder ins Amt zurückgekehrte Bernabêu brachte schließlich die ausgesetzten Friedensverhandlungen erfolgreich zu einem Ende. Der Friede von Villagua baute in wesentlichen Punkten auf dem Präliminarfrieden von Coloma auf und bedeutete im Wesentlichen eine Festschreibung des Status quo ante von 1656. Micolinien verfehlte damit sein Ziel der Rückeroberung Golens und Westligriens und musste die sagradische Herrschaft in Südkont und Lukien sowie die formelle Souveränität des Herzogtums Servette im Besitz der Santori anerkennen. Es kam lediglich zu kleineren Grenzänderungen in Golen.

Sagradien erkannte im Gegenzug die Thronfolge des Hauses Albero in Micolinien an. Außerdem musste König Gabriel VII. das Herzogtum Servette an seinen jüngeren Sohn Luis Filipe abgeben. Damit wurde das nun auch formell aus der Lehnsabhängigkeit Micoliniens ausgeschiedene und zum Großherzogtum erhobene Servette zur Sekundogenitur der sagradischen Santori, blieb aber auch im folgenden Jahrhundert Zankapfel zwischen beiden Mächten.

Die sagradisch-spanischen Auseinandersetzungen gingen jedoch noch weiter und wurden erst 1670 beigelegt.

Bedeutung

Was auf den ersten Blick als Sieg Sagradiens wirkt, markierte in Wahrheit einen wichtigen Grundstein für den machtpolitischen Aufstieg Micoliniens. Die gesicherte Nachfolge des Hauses Albero war Basis einer nationalen Machtpolitik, die im 18. Jahrhundert schließlich zur Wiedergewinnung Servettes und Westligriens führte. Die Abtrennung Südmicoliniens aus der direkten Zugriffsgewalt der sagradischen Könige eröffnete diplomatische Spielräume und war ein empfindlicher Schlag für die Großmachtstellung Sagradien. Deren machtpolitischer Abstieg ging weiter.