Luise von Bourbon: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| − | '''Louise de Bourbon''' (*1550, ''Luísa de Navarra'') aus dem Haus Bourbon war Prinzessin von Navarra und durch ihre Ehe mit [[Danadier I.]] [[Fürst von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]] (1567-1580), [[Saloanische Lande|Herzogin von Salua und Macedi]](1575-1584) sowie [[König von Sagradien|Königin von Sagradien]] (1580-1584). | + | '''Louise de Bourbon''' (*1550, ''Luísa de Navarra'') aus dem Haus Bourbon war Prinzessin von Navarra und durch ihre Ehe mit [[Danadier I.]] [[Fürst von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]] (1567-1580), [[Saloanische Lande|Herzogin von Salua und Macedi]] (1575-1584) sowie [[König von Sagradien|Königin von Sagradien]] (1580-1584). Ihre Ehe wurde 1584 annulliert und sie wurde verbannt. |
=== Leben als Prinzessin von Navarra === | === Leben als Prinzessin von Navarra === | ||
Version vom 18:23, 26. Nov 2025
Louise de Bourbon (*1550, Luísa de Navarra) aus dem Haus Bourbon war Prinzessin von Navarra und durch ihre Ehe mit Danadier I. Prinzessin von Sarmay (1567-1580), Herzogin von Salua und Macedi (1575-1584) sowie Königin von Sagradien (1580-1584). Ihre Ehe wurde 1584 annulliert und sie wurde verbannt.
Louise de Bourbon wurde 1550 als Tochter von Antoine de Bourbon und seiner Frau Jeanne d'Albret in Pau im heutigen Süden Frankreichs geboren. Sie war die ältere Schwester des späteren Heinrich III. von Navarra (und Heinrich IV. von Frankreich) sowie der navarresischen Prinzregentin Catherine de Bourbon. Ihre Eltern folgten 1555 gemeinsam ihrem Großvater König Heinrich II. als Herrscher von Navarra nach.
Wie ihre jüngeren Geschwister wurde auch Louise katholisch getauft, aber von ihrer Mutter Jeanne d'Albret im protestantischen Glauben erzogen. Louise war zehn Jahre alt, als ihre Mutter öffentlich zum Calvinismus übertrat und zur Führerin der Hugenottenpartei in den französischen Religionskriegen wurde. Zwei Jahre später starb Louises katholischer Vater Antoine de Navarre nach der Belagerung von Rouen.
Hochzeit und Aufstieg zur Königin von Sagradien
1567 heiratete Louise den sagradischen Thronfolger Danadier I. Die Hochzeit des katholischen Fürsten von Sarmay mit der protestantischen Prinzessin war Teil eines politischen Manövers der sagradischen Königin Johanna I., die im Innern eine Annäherung an die protestantische Adelspartei um Heinrich von Esqués und im Äußeren ein Bündnis mit Jeanne d'Albret und den französischen Hugenotten gegen König Karl IX. von Frankreich suchte. Für die gemischt-konfessionelle Eheschließung war ein päpstlicher Dispens nötig, den Papst Pius V. aber verweigerte. Die Hochzeit löste zusammen mit dem Toleranzedikt von Viça Proteste der katholischen Hofpartei aus. 1569 ging aus der Ehe ein Sohn namens Philipp David hervor.
Im Gegensatz zu ihrem Mann Danadier, der sich mehr für Kunst und Literatur interessierte als für die Staatsgeschäfte, galt Louise als ehrgeizige und starke Persönlichkeit mit einem ausgeprägten Machtwillen. Damit geriet das Ehepaar zunehmend in Gegensatz zu Königin Johanna, die zwar 1575 die Herrschaft über die Saloanischen Lande abgab, aber noch fünf weitere Jahre als Königin regierte. Erst 1580 dankte Johanna nach längerem Drängen auch in Sagradien ab und gab die Herrschaft an Danadier und Louise ab.
Regierung und Sturz
Gemeinsam verstärkten Danadier und Louise die pro-protestantische Politik und gewährten im Edikt von Lesta weitere Rechte an Calvinisten. Zwar kam der Zuzug französischer Hugenotten der sagradischen Wirtschaft zugute, es kam aber auch zu Aufständen der Katholischen Liga in Sagradien, die von Spanien unterstützt wurden. Der Dauerstreit Luises von Bourbon mit der katholischen Hofpartei, der im Jahr 1581 eskalierte, und der gescheiterte Versuch des Grafen von Nerval, den Einfluss der navarresischen Hofpartei zu brechen und Johanna wieder als Regentin einzusetzen, führten zum Bruch des Königspaars mit Johanna, die dauerhaft vom Hof entfernt und im Klosterpalast in Sagrera eingesperrt wurde.
Mit dem Tod des zehnjährigen Thronfolgers Philipp David, Prinz von Sarmay, wurde die Stellung Königin Luises 1580 geschwächt, da es keinen Thronerben gab. Präsumptiverbe wurde nun der minderjährige Neffe Danadiers, Ludwig Philipp I. von Sessin, dessen Mutter Anna Maria von Esqués der pro-protestantischen Partei zugerechnet wurde. Daraufhin kam es 1582 zu einer Revolte der katholischen Hofpartei gegen die Königin und ihre Berater. Aufgrund einer angeblichen Affäre Luises mit einem ihrer französischen Günstlinge namens Charles de Maurois wurde die Königin gefangen genommen und vom Hof verbannt. Auf Bemühen des neuen leitenden Minister Joán María de Belavís hin wurde die Ehe zwischen Danadier und Louise unter Berufung auf den protestantischen Glauben und das fehlende päpstliche Dispens annulliert. Danadier heiratete 1584 die katholische Eleonore de Gonzaga, die ihm wenig später den Thronfolger Prinz Gabriel Philipp gebar.