Philipp der Schweigsame: Unterschied zwischen den Versionen
| Zeile 2: | Zeile 2: | ||
=== Herkunft === | === Herkunft === | ||
| − | Philipp von Redanior wurde 1218 als Sohn des skantischen Herzogs [[Julen der Zänker]] und dessen Ehefrau Martina von Perucía, Tochter des Lusonidenkönigs [[Martin der Streiter]] geboren. Philipps Urgroßvater mütterlicherseits war König [[Johann der Starke]] von Perucía, seine Urgroßväter väterlicherseits König [[Arzelius]] von Sagradien sowie [[ | + | Philipp von Redanior wurde 1218 als Sohn des skantischen Herzogs [[Julen der Zänker]] und dessen Ehefrau Martina von Perucía, Tochter des Lusonidenkönigs [[Martin der Streiter]] geboren. Philipps Urgroßvater mütterlicherseits war König [[Johann der Starke]] von Perucía, seine Urgroßväter väterlicherseits König [[Arzelius]] von Sagradien sowie [[Johann von Redanior]], der seineszeichens ein unehelicher Sohn des Lusonidenherzogs [[Albreth III. Herzog von Scantia|Albreth III. von Scantia]] war und das [[Haus Redanior]] begründete. |
| − | Johann der Starke hatte nach den Lusonidenkriegen König [[Gabriel Juvans]]' 1184 im [[Vertrag von Erín]] zugunsten seines illegitimen Vetters Jakob von Redanior auf das Herzogtum Scantia verzichten müssen. Als Nachfahre Jakobs von Redanior erbte Philipp der Schweigsame nach dem Tod seines Vaters 1242 das mächtige Herzogtum im Nordwesten Sagradiens. | + | Johann der Starke hatte nach den Lusonidenkriegen König [[Gabriel Juvans]]' 1184 im [[Vertrag von Erín]] zugunsten seines illegitimen Vetters Jakob von Redanior auf das Herzogtum Scantia verzichten müssen. Als Nachfahre Jakobs von Redanior erbte Philipp der Schweigsame nach dem Tod seines Vaters 1242 das mächtige Herzogtum im Nordwesten Sagradiens. |
=== Peruzinischer Krieg und Thronbesteigung === | === Peruzinischer Krieg und Thronbesteigung === | ||
Version vom 22:55, 12. Nov 2025
Philipp der Schweigsame (auch: Philipp der Schweiger, Philipp von Redanior, sagr. Filipe le Taciturno) (*1218, †1275) aus dem Haus Redanior war als Philipp III. Herzog von Skanten und Lohanden (1242-1255) und als Philipp I. König von Peruzien (1250-1275). Er war zudem Ehemann von Eleonore von Sagradien und als solcher Prinz der Sagradier (princeps Sagradorum).
Herkunft
Philipp von Redanior wurde 1218 als Sohn des skantischen Herzogs Julen der Zänker und dessen Ehefrau Martina von Perucía, Tochter des Lusonidenkönigs Martin der Streiter geboren. Philipps Urgroßvater mütterlicherseits war König Johann der Starke von Perucía, seine Urgroßväter väterlicherseits König Arzelius von Sagradien sowie Johann von Redanior, der seineszeichens ein unehelicher Sohn des Lusonidenherzogs Albreth III. von Scantia war und das Haus Redanior begründete.
Johann der Starke hatte nach den Lusonidenkriegen König Gabriel Juvans' 1184 im Vertrag von Erín zugunsten seines illegitimen Vetters Jakob von Redanior auf das Herzogtum Scantia verzichten müssen. Als Nachfahre Jakobs von Redanior erbte Philipp der Schweigsame nach dem Tod seines Vaters 1242 das mächtige Herzogtum im Nordwesten Sagradiens.
Peruzinischer Krieg und Thronbesteigung
Etwa zeitgleich war es mit dem Tod des peruzinischen Königs Martin der Streiter im Königreich Perucía zu einer dynastischen Krise gekommen, da der König nur einen posthum geborenen Erben hinterließ, genannt Martin Posthumus. Als dieser Knabe, bis dahin unter der Vormundschaft eines peruzinischen Regentschaftsrats stehend, bereits im Jahr 1249 verstarb, wurde der peruzinische Königsthron zum zweiten Mal nach 1101 vakant. Als Nachfahre Albreths III. in direkter männlicher, wenn auch illegitimer Linie, sowie als Enkel Martins des Streiters in weiblicher Nachfolge betrachtete sich Philipp der Schweigsame nun als Erbe des Lusonidenreichs und als legitimer Thronfolger in Perucía, wo derweil aber mit Renart von Soria ein unehelicher Sohn Martins des Streiters mithilfe des mikolinischen Königs Richard I. den Thron usurpierte.
Philipp der Schweigsame verbündete sich daher mit dem sagradischen König Philipp IV. Hermes und zog 1250 mit einem vereinigten sagradischen Heer nach Perucia, schlug die Truppen Richards I. und Renarts von Soria und bestieg schließlich in Alessa als Philipp I. den peruzinischen Thron. Unmittelbar danach heiratete Philipp Prinzessin Eleonore von Sagradien, die Tochter Philipp Hermes', um das Bündnis mit Sagradien zu besiegeln. Gleichzeitig nahm der sagradische König Philipps Nichte und Patentochter Marka von Viça zur Frau. Für seine Unterstützung im Thronkonflikt musste Philipp dem sagradischen König nicht nur für seine Besitztümer in Skanten, sondern auch für sein neu gewonnenes Königreich die Lehnstreue versprechen, wodurch der Grundstein gelegt wurde für die spätere sagradisch-peruzinische Union.
1255 konnte Philipp in der Schlacht von Porinéi die Heere Renart von Sorias endgültig besiegen und seine Herrschaft damit endgültig etablieren. Das Herzogtum Scantia gab er an seinen Bruder Johann den Blinden ab.
Sagradisch-Peruzinische Allianz
Die Allianz Philipps mit dem sagradischen König Philipp Hermes, auch als Bund der Philippe bekannt, legte den Grundstein für das spätere Königtum des Hauses Redanior. Aus der Ehe mit Eleonore von Sagradien ging 1253 mit Martin Felix ein Junge hervor, 1255, 1261 und 1268 folgten mit Robert, Julen und Johann drei weitere männliche Nachkommen, die alle noch eine bedeutende Rolle in der sagradischen Königsgeschichte einnehmen sollten.
Da Philipp Hermes' Thronfolger Gabriel der Kluge selbst keine Nachkommen hatte und bereits 1264 verstarb, wurde seine Schwester Eleonore von Sagradien zur Monarchin erhoben. Diese zog 1265 mit einem Heer nach Sagradien und konnte ihren Thronanspruch mithilfe ihres Schwagers Johann von Skanten gegen ihren Widersacher Jakob von Vesaey durchsetzen. Die Cortes von Belaçon bestätigten Eleonore daraufhin als Herrscherin, schlossen aber eine direkte Mitregentschaft Philipps in Sagradien aus. Auch nach dem Tod Eleonores 1269 blieb Philipp außen vor, da ihm sein 16-jähriger Sohn Martin Felix als Martin IV. nachfolgte.
Als Philipp der Schweigsame 1275 starb, folgte ihm sein Sohn Martin Felix auch in Peruzien auf den Thron, wodurch die Königtümer von Sagradien und Perucía auch offiziell vereinigt wurden. Unter Philipp dem Schweigsamen und seinen drei Söhnen Martin IV. Felix (1269-1289), Robert von Skanten (1289-1292) und Julen I. (1301-1320), die allesamt König wurden, erreichte die sagradische Monarchie ihre größte territoriale Ausdehnung, ehe Philipps Enkel Martin der Gute 1321 die sagradische, peruzinische und mikolinische Krone vereinte.