Sagradischer Bürgerkrieg: Unterschied zwischen den Versionen

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Als '''Sagradischer Bürgerkrieg''' wird eine Reihe von Aufständen, Kriegen und sonstigen gewaltsamen Auseinandersetzungen bezeichnet, die sich im Königreich Sagradien zwischen 1708 und 1722 ereigneten. Darin ging es um einen Machtkampf zwischen dem sagradischen König und seinen absolutistisch gesinnten Anhängern sowie verschiedenen Strömungen, die eine Form des ständischen Regiments im Gegensatz zur monarchischen Alleinregierung anstrebten. Kontext der Konflikte war der seit 1701 ausgetragene Spanische Erbfolgekrieg, in dem Sagradien an der Seite Frankreichs gegen die antifranzösische Allianz sowie im gleichzeitig stattfindenden Krieg gegen das [[Königriech Cuentez]] kämpfte und der das sagradische Königreich erschöpfte und einen günstigen Boden für Aufstände, Protestbewegungen und Gewaltaktionen lieferte.
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Als '''Sagradischer Bürgerkrieg''' wird eine Reihe von Aufständen, Kriegen und sonstigen gewaltsamen Auseinandersetzungen bezeichnet, die sich im Königreich Sagradien zwischen 1708 und 1722 ereigneten. Darin ging es um einen Machtkampf zwischen dem sagradischen König und seinen absolutistisch gesinnten Anhängern sowie verschiedenen Strömungen, die eine Form des ständischen Regiments im Gegensatz zur monarchischen Alleinregierung anstrebten. Kontext der Konflikte war der seit 1701 ausgetragene Spanische Erbfolgekrieg, in dem Sagradien an der Seite Frankreichs gegen die antifranzösische Allianz sowie im gleichzeitig stattfindenden Krieg gegen das [[Königreich Cuentez]] kämpfte und der das sagradische Königreich erschöpfte und einen günstigen Boden für Aufstände, Protestbewegungen und Gewaltaktionen lieferte.
  
Im engeren Sinne wird als Sagradischer Bürgerkrieg klassischerweise der in der neueren Forschung meist als '''Sagradischer Koalitionskrieg''' oder '''Krieg der Coalicionárioes''' bezeichnete militärische Konflikt zwischen König [[Danadier II.]] und der oppositionellen Adelskoalition verstanden, der mit Unterbrechungen von 1713 bis 1721 geführt wurde. Dagegen zählt die neuere Forschung zum Komplex des Bürgerkriegs auch die Reihe von Aufständen vor 1713 (v.a. den [[Juliaufstand 1708]] sowie den [[Septemberaufstand 1711]]) sowie die Auseinandersetzung mit den so genannten ''[[Philippkarlisten]]'', die sich nach 1721 ereigneten und bis etwa 1735 andauerten.
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Im engeren Sinne wird als Sagradischer Bürgerkrieg klassischerweise der in der neueren Forschung meist als '''Sagradischer Koalitionskrieg''' oder '''Krieg der Coalicionárioes''' bezeichnete militärische Konflikt zwischen König [[Danadier II.]] und der oppositionellen Adelskoalition verstanden, der mit Unterbrechungen von 1713 bis 1721 geführt wurde. Dagegen zählt die neuere Forschung zum Komplex des Bürgerkriegs auch die Reihe von Aufständen vor 1713 (v.a. den [[Juliaufstand 1708]] sowie den [[Septemberaufstand 1711]]) sowie die Auseinandersetzung mit den [[Semess|Semesker]] Republikanern sowie den so genannten ''[[Philippkarlisten]]'', die sich nach 1721 ereigneten und bis etwa 1735 andauerten.
  
 
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Der Bürgerkrieg hatte seine Ursachen vor allem in den sozialen und politischen Entwicklungen in Sagradien während der Regierungszeit König [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] (1651-1698). Dieser verfolgte das Ziel, die Zentralgewalt der Krone zulasten der traditionell einflussreichen Stände, den ''Cortes'' zu stärken. Für diesen Zweck benötigte er in erster Linie ein stabiles Finanzsystem. Das alte System zur Steuereintreibung durch die hochadeligen Gouverneure der Provinzen, hatte sich als ineffektiv erwiesen. Gabriel griff daher die Politk seines ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] auf und stärkte die Zugriffsrechte des Königs auf die Verwaltung des Landes. Der Adel verlor auf diese Weise rapide an Einfluss und Autonomie. Vorbild Gabriels war die absolutistische Regierungsform Frankreichs, wie sie unter Ludwig XIV. ausgeübt wurde. Auch in Sachen Hofhaltung und Ausgabenpolitik eiferte Gabriel dem französischen Vorbild nach.  
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Der Bürgerkrieg hatte seine Ursachen vor allem in den sozialen und politischen Entwicklungen in Sagradien während der Regierungszeit König [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] (1651-1698). Dieser verfolgte gemäß den absolutistischen Vorbildern seiner Zeit das Ziel, die Zentralgewalt der Krone zulasten der traditionell einflussreichen Stände, den ''Cortes'' zu stärken. Für diesen Zweck benötigte er in erster Linie ein stabiles Finanzsystem. Das alte System zur Steuereintreibung durch die hochadeligen Gouverneure der Provinzen, hatte sich als ineffektiv erwiesen. Gabriel griff daher die Politk seines ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] auf und stärkte die Zugriffsrechte des Königs auf die Verwaltung des Landes. Der Adel verlor auf diese Weise rapide an Einfluss und Autonomie. Vorbild Gabriels war die absolutistische Regierungsform Frankreichs, wie sie unter Ludwig XIV. ausgeübt wurde. Auch in Sachen Hofhaltung und Ausgabenpolitik eiferte Gabriel dem französischen Vorbild nach.  
  
 
Unter Gabriels Nachfolger [[Danadier II.]] (1698-1721) wurde diese unpopuläre Politik fortgeführt und erreichte einen Höhepunkt, der die Staatsfinanzen an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Die Beteiligung Danadiers am Spanischen Erbfolgekrieg auf Seiten Frankreichs führte zu einem rapiden Anwachsen der Staatsschulden, die der König durch Steuern in den Griff zu bekommen suchte.  
 
Unter Gabriels Nachfolger [[Danadier II.]] (1698-1721) wurde diese unpopuläre Politik fortgeführt und erreichte einen Höhepunkt, der die Staatsfinanzen an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Die Beteiligung Danadiers am Spanischen Erbfolgekrieg auf Seiten Frankreichs führte zu einem rapiden Anwachsen der Staatsschulden, die der König durch Steuern in den Griff zu bekommen suchte.  
 
Schnell weitete sich die Kritik im Land, die zunächst vor allem von den Städten aufgekommen war, auf den gesamten Regierungsstil Danadiers aus, der als autokratisch und absolutistisch empfunden wurde. Besonders gegen die verschwenderische Finanzpolitik des Königs wehrten sich die Gegner.
 
Schnell weitete sich die Kritik im Land, die zunächst vor allem von den Städten aufgekommen war, auf den gesamten Regierungsstil Danadiers aus, der als autokratisch und absolutistisch empfunden wurde. Besonders gegen die verschwenderische Finanzpolitik des Königs wehrten sich die Gegner.
 
   
 
   
Nach der Erhöhung der allgemeinen Steuern im Jahr 1708 – sie hatten zum Rücktritt des leitenden Ministers [[Santiago Corvón, Graf von Casterley]], geführt – schlug die Missstimmung auf die hungernde [[Semess|Semesker Stadtbevölkerung]] über, die ihren Unmut im Juli 1708 in einem allgemeinen Aufstand ([[Juliaufstand 1708]]) zum Ausdruck brachte. Danadier ließ die Aufstände niederschlagen. Die Kritik am König hielt aber an. Nachdem der König die Abgaben des Adels zur Kriegsfinanzierung angehoben hatte, war es im September 1711 der niedrige Landadel, der sich gegen den König erhob ([[Septemberaufstand 1711]]). Der König reagierte schließlich und berief die Generalstände ein, die nun über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten des Kriegs beraten sollten.  
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Nach der Erhöhung der allgemeinen Steuern im Jahr 1708 – sie hatten zum Rücktritt des leitenden Ministers [[Santiago Corvón, Graf von Casterley]], geführt – schlug die Missstimmung auf die hungernde [[Semess|Semesker]] Stadtbevölkerung über, die ihren Unmut im Juli 1708 in einem allgemeinen Aufstand ([[Juliaufstand 1708]]) zum Ausdruck brachte. Danadier ließ die Aufstände niederschlagen. Die Kritik am König hielt aber an. Nachdem der König die Abgaben des Adels zur Kriegsfinanzierung angehoben hatte, war es im September 1711 der niedrige Landadel, der sich gegen den König erhob ([[Septemberaufstand 1711]]). Der König reagierte schließlich und berief die Generalstände ein, die nun über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten des Kriegs beraten sollten.  
  
In den einberufenen Generalständen kristallisierte sich jedoch schnell ein oppositionelles Lager um den [[Herzog von Sesin]], [[José de Sesín|José de Santori-Sesín]] heraus, das dem Krieg ablehnend gegenüberstand und einen raschen Friedensschluss befürwortete. Mehrere Resolutionen der Stände wurden vom König als Affront betrachtet und barsch zurückgewiesen. Die Versuche seines leitenden Ministers [[Carles de Granval]], zu vermitteln, scheiterten allesamt. Granval wurde schließlich entlassen, sein Nachfolger [[Manuel de Cambras]] setzte auf eine Konfrontation mit den Ständen, denen er Konspiration mit dem Königreich Cuentez vorwarf, das sich seit 1711 im Krieg mit Sagradien befand.  
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In den einberufenen Generalständen kristallisierte sich jedoch schnell ein oppositionelles Lager um mehrere führende Adlige heraus, die dem Krieg ablehnend gegenüberstanden und einen raschen Friedensschluss befürworteten. Mehrere Resolutionen der Stände wurden vom König als Affront betrachtet und barsch zurückgewiesen. Die Versuche seines leitenden Ministers [[Carles de Granval]], zu vermitteln, scheiterten allesamt. Granval wurde schließlich entlassen, sein Nachfolger [[Manuel de Cambras]] setzte auf eine Konfrontation mit den Ständen, denen er Konspiration mit dem Königreich Cuentez vorwarf, das sich seit 1711 im Krieg mit Sagradien befand.
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Als die neuen Generalstände dem König die Zusicherung weiterer Kredite verweigerten, löste dieser schließlich im April 1713 die Versammlung auf und kehrte zu seiner autokratischen Politik zurück. Gleichzeitig musste Danadier im Friede von Utrecht die strategisch wichtigen Westseestützpunkte [[La Cripón]] und [[Cereza]] an Großbritannien abtreten, konnte sich aber auf keinen Frieden mit dem benachbarten Cuentez-Tulis einigen, das den Krieg gegen Sagradien fortsetzte. Eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände versuchte nun auf Einladung des [[Herzog von Sesin|Herzogs von Sesin]], [[José de Sesín|José de Sántori]], einem entfernten Vetter des Königs, in [[Vesaey]] das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Gleichzeitig empfing die ''Versammlung der Prinzen'' auch eine Delegation des Königreichs Cuentez, mit der über mögliche Konditionen eines Waffenstillstandes verhandelt werden sollte. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte ''Erklärung von Vesaey'', in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte.
  
Als die neuen Generalstände dem König die Zusicherung weiterer Kredite verweigerten, löste dieser schließlich im April 1713 die Versammlung auf und kehrte zu seiner autokratischen Politik zurück. Gleichzeitig musste Danadier im Friede von Utrecht die strategisch wichtigen Westseestützpunkte [[La Cripón]] und [[Cereza]] an Großbritannien abtreten, konnte sich aber auf keinen Frieden mit dem benachbarten Cuentez-Tulis einigen, das den Krieg gegen Sagradien fortsetzte. Eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände versuchte nun auf Einladung des Herzogs von Sesin in [[Vesaey]] das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Gleichzeitig empfing die ''Versammlung der Prinzen'' auch eine Delegation des Königreichs Cuentez, mit der über mögliche Konditionen eines Waffenstillstandes verhandelt werden sollte. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte ''Erklärung von Vesaey'', in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte.
 
 
Dies wurde von Minister Cambras als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sesin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten.  
 
Dies wurde von Minister Cambras als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sesin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten.  
  
Sesin kam rasch frei und stellte sich an die Spitze des Aufstandes. Er leitete Verhandlungen mit [[Johann III.]] von Cuentez ein, der deb Krieg an der Seite der Adelskoalition gegen Danadier II. fortsetzte. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen, vornehmlich aus den Häusern [[Santori]], [[Piacón]] und [[Todesce]]. Nachdem König [[Georg I. von Micolinien]] jede Verwicklung in die Kämpfe verweigert hatte, bewilligte sein Nachfolger [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]] die Entsendung eines Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Unter dem Oberbefehl von [[Alésio Graf Vierna]] konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen.
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Sesin kam rasch frei und stellte sich an die Spitze des Aufstandes. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen, vornehmlich aus den Häusern [[Piacón]] und [[Todesce]]. Nachdem König [[Georg I. von Micolinien]] jede Verwicklung in die Kämpfe verweigert hatte, bewilligte sein Nachfolger [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]] die Entsendung eines Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Auch das feindliche Cuentez unter König [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian II.]] kämpfte nicht gegen, sondern mit dem Koalitionsheer.  
  
Während sich der König unnachgiebig zeigte, versuchte sein Bruder [[Peter II.|Don Pietro Joán]] mehrmals, mit den Aufständischen zu vermitteln. 1715 erreichte er einen zeitweiligen Waffenstillstand, der jedoch bald gebrochen wurde. Versuche Pietros, neuerliche Verhandlungen zu erreichen, führten dazu, dass er vom König bald nach Frankreich geschickt wurde.  
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Unter dem Oberbefehl von [[Alésio Graf Vierna]] konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen. Während sich der König unnachgiebig zeigte, versuchte sein Bruder [[Peter II.|Don Pietro Joán]] mehrmals, mit den Aufständischen zu vermitteln. 1715 erreichte er einen zeitweiligen Waffenstillstand, der jedoch bald gebrochen wurde. Versuche Pietros, neuerliche Verhandlungen zu erreichen, führten dazu, dass er vom König bald nach Frankreich geschickt wurde.  
  
 
Nach der Hinrichtung Casterleys im Jahr 1717 und der Übernahme des Oberbefehls der santorischen Truppen durch [[Filipe de Piacón]] geriet der König immer mehr unter Druck. Im Herbst 1720 waren die königlichen Truppen gerade so in der Lage, Semess zu halten. Im Februar 1721 starb König Danadier überraschend in Schloss Monreal. Nachfolger wurde sein Bruder [[Peter II.]], der unmittelbar nach seiner Thronbesteigung Verhandlungen einleitete, welche schießlich im April einen vorläufigen Waffenstillstand als Ergebnis hatten, woraufhin die Kämpfe ausgesetzt wurden. Der König sollte sein Amt antreten, die Generalstände aber wieder in der Hauptstadt einberufen. Am 10. Mai trat in [[Semess]] ein adliges Vorparlament zusammen, das über die Wahlmodalitäten beraten sollte. Stattdessen übersandt die Versammlung unter Führung Sesins aber am 20. Mai dem König einen umfassenden Forderungskatalog, der unter anderem mehr Einflussmöglichkeiten für den Hochadel vorsah.  
 
Nach der Hinrichtung Casterleys im Jahr 1717 und der Übernahme des Oberbefehls der santorischen Truppen durch [[Filipe de Piacón]] geriet der König immer mehr unter Druck. Im Herbst 1720 waren die königlichen Truppen gerade so in der Lage, Semess zu halten. Im Februar 1721 starb König Danadier überraschend in Schloss Monreal. Nachfolger wurde sein Bruder [[Peter II.]], der unmittelbar nach seiner Thronbesteigung Verhandlungen einleitete, welche schießlich im April einen vorläufigen Waffenstillstand als Ergebnis hatten, woraufhin die Kämpfe ausgesetzt wurden. Der König sollte sein Amt antreten, die Generalstände aber wieder in der Hauptstadt einberufen. Am 10. Mai trat in [[Semess]] ein adliges Vorparlament zusammen, das über die Wahlmodalitäten beraten sollte. Stattdessen übersandt die Versammlung unter Führung Sesins aber am 20. Mai dem König einen umfassenden Forderungskatalog, der unter anderem mehr Einflussmöglichkeiten für den Hochadel vorsah.  
  
 
Peter sah die Forderungen als Affront an und wies sie energisch zurück. Bemüht, seine ungeschmälerte Macht zu demonstieren, ließ er am 23. Mai 1721 den populären oppositionellen Bürger [[Luis Otero]] enthaupten, woraufhin es in der Hauptstadt zu großen Erhebungen gegen den König kam. Von Agenten der Koalition angetrieben, eskalierte der Aufstand und führte noch in der Nacht zum 24. Mai zum Sturm des Königspalastes am [[Plazarenya]], in dessen Zusammenhang der König auf dem Fluchtversuch erschlagen wurde. Der Rest des Königshofs floh nach [[Noyar]] und auch die Ständeversammlung musste vor der unterschätzten Eskalation ins nahe [[Vierna]] flüchten. In Semess selbst übernahm der Bürgerliche [[Simón Bernord]] die Führung, rief die Republik aus und stellte ein Heer freiwilliger Bürger und Bauern des Umlandes auf, um die Stadt gegen das königliche Heer unter Carles de Vierna zu verteidigen. Dieser aber wagte keinen Angriff, sondern übergab seine Truppen an Sesin, dem er sich unterstellte.
 
Peter sah die Forderungen als Affront an und wies sie energisch zurück. Bemüht, seine ungeschmälerte Macht zu demonstieren, ließ er am 23. Mai 1721 den populären oppositionellen Bürger [[Luis Otero]] enthaupten, woraufhin es in der Hauptstadt zu großen Erhebungen gegen den König kam. Von Agenten der Koalition angetrieben, eskalierte der Aufstand und führte noch in der Nacht zum 24. Mai zum Sturm des Königspalastes am [[Plazarenya]], in dessen Zusammenhang der König auf dem Fluchtversuch erschlagen wurde. Der Rest des Königshofs floh nach [[Noyar]] und auch die Ständeversammlung musste vor der unterschätzten Eskalation ins nahe [[Vierna]] flüchten. In Semess selbst übernahm der Bürgerliche [[Simón Bernord]] die Führung, rief die Republik aus und stellte ein Heer freiwilliger Bürger und Bauern des Umlandes auf, um die Stadt gegen das königliche Heer unter Carles de Vierna zu verteidigen. Dieser aber wagte keinen Angriff, sondern übergab seine Truppen an Sesin, dem er sich unterstellte.

Version vom 23:52, 15. Jul 2011

Als Sagradischer Bürgerkrieg wird eine Reihe von Aufständen, Kriegen und sonstigen gewaltsamen Auseinandersetzungen bezeichnet, die sich im Königreich Sagradien zwischen 1708 und 1722 ereigneten. Darin ging es um einen Machtkampf zwischen dem sagradischen König und seinen absolutistisch gesinnten Anhängern sowie verschiedenen Strömungen, die eine Form des ständischen Regiments im Gegensatz zur monarchischen Alleinregierung anstrebten. Kontext der Konflikte war der seit 1701 ausgetragene Spanische Erbfolgekrieg, in dem Sagradien an der Seite Frankreichs gegen die antifranzösische Allianz sowie im gleichzeitig stattfindenden Krieg gegen das Königreich Cuentez kämpfte und der das sagradische Königreich erschöpfte und einen günstigen Boden für Aufstände, Protestbewegungen und Gewaltaktionen lieferte.

Im engeren Sinne wird als Sagradischer Bürgerkrieg klassischerweise der in der neueren Forschung meist als Sagradischer Koalitionskrieg oder Krieg der Coalicionárioes bezeichnete militärische Konflikt zwischen König Danadier II. und der oppositionellen Adelskoalition verstanden, der mit Unterbrechungen von 1713 bis 1721 geführt wurde. Dagegen zählt die neuere Forschung zum Komplex des Bürgerkriegs auch die Reihe von Aufständen vor 1713 (v.a. den Juliaufstand 1708 sowie den Septemberaufstand 1711) sowie die Auseinandersetzung mit den Semesker Republikanern sowie den so genannten Philippkarlisten, die sich nach 1721 ereigneten und bis etwa 1735 andauerten.

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Der Bürgerkrieg hatte seine Ursachen vor allem in den sozialen und politischen Entwicklungen in Sagradien während der Regierungszeit König Gabriels VII. (1651-1698). Dieser verfolgte gemäß den absolutistischen Vorbildern seiner Zeit das Ziel, die Zentralgewalt der Krone zulasten der traditionell einflussreichen Stände, den Cortes zu stärken. Für diesen Zweck benötigte er in erster Linie ein stabiles Finanzsystem. Das alte System zur Steuereintreibung durch die hochadeligen Gouverneure der Provinzen, hatte sich als ineffektiv erwiesen. Gabriel griff daher die Politk seines ersten Ministers Kardinal Bernabêu auf und stärkte die Zugriffsrechte des Königs auf die Verwaltung des Landes. Der Adel verlor auf diese Weise rapide an Einfluss und Autonomie. Vorbild Gabriels war die absolutistische Regierungsform Frankreichs, wie sie unter Ludwig XIV. ausgeübt wurde. Auch in Sachen Hofhaltung und Ausgabenpolitik eiferte Gabriel dem französischen Vorbild nach.

Unter Gabriels Nachfolger Danadier II. (1698-1721) wurde diese unpopuläre Politik fortgeführt und erreichte einen Höhepunkt, der die Staatsfinanzen an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Die Beteiligung Danadiers am Spanischen Erbfolgekrieg auf Seiten Frankreichs führte zu einem rapiden Anwachsen der Staatsschulden, die der König durch Steuern in den Griff zu bekommen suchte. Schnell weitete sich die Kritik im Land, die zunächst vor allem von den Städten aufgekommen war, auf den gesamten Regierungsstil Danadiers aus, der als autokratisch und absolutistisch empfunden wurde. Besonders gegen die verschwenderische Finanzpolitik des Königs wehrten sich die Gegner.

Nach der Erhöhung der allgemeinen Steuern im Jahr 1708 – sie hatten zum Rücktritt des leitenden Ministers Santiago Corvón, Graf von Casterley, geführt – schlug die Missstimmung auf die hungernde Semesker Stadtbevölkerung über, die ihren Unmut im Juli 1708 in einem allgemeinen Aufstand (Juliaufstand 1708) zum Ausdruck brachte. Danadier ließ die Aufstände niederschlagen. Die Kritik am König hielt aber an. Nachdem der König die Abgaben des Adels zur Kriegsfinanzierung angehoben hatte, war es im September 1711 der niedrige Landadel, der sich gegen den König erhob (Septemberaufstand 1711). Der König reagierte schließlich und berief die Generalstände ein, die nun über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten des Kriegs beraten sollten.

In den einberufenen Generalständen kristallisierte sich jedoch schnell ein oppositionelles Lager um mehrere führende Adlige heraus, die dem Krieg ablehnend gegenüberstanden und einen raschen Friedensschluss befürworteten. Mehrere Resolutionen der Stände wurden vom König als Affront betrachtet und barsch zurückgewiesen. Die Versuche seines leitenden Ministers Carles de Granval, zu vermitteln, scheiterten allesamt. Granval wurde schließlich entlassen, sein Nachfolger Manuel de Cambras setzte auf eine Konfrontation mit den Ständen, denen er Konspiration mit dem Königreich Cuentez vorwarf, das sich seit 1711 im Krieg mit Sagradien befand.

Als die neuen Generalstände dem König die Zusicherung weiterer Kredite verweigerten, löste dieser schließlich im April 1713 die Versammlung auf und kehrte zu seiner autokratischen Politik zurück. Gleichzeitig musste Danadier im Friede von Utrecht die strategisch wichtigen Westseestützpunkte La Cripón und Cereza an Großbritannien abtreten, konnte sich aber auf keinen Frieden mit dem benachbarten Cuentez-Tulis einigen, das den Krieg gegen Sagradien fortsetzte. Eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände versuchte nun auf Einladung des Herzogs von Sesin, José de Sántori, einem entfernten Vetter des Königs, in Vesaey das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Gleichzeitig empfing die Versammlung der Prinzen auch eine Delegation des Königreichs Cuentez, mit der über mögliche Konditionen eines Waffenstillstandes verhandelt werden sollte. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte Erklärung von Vesaey, in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte.

Dies wurde von Minister Cambras als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sesin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten.

Sesin kam rasch frei und stellte sich an die Spitze des Aufstandes. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen, vornehmlich aus den Häusern Piacón und Todesce. Nachdem König Georg I. von Micolinien jede Verwicklung in die Kämpfe verweigert hatte, bewilligte sein Nachfolger Georg II. die Entsendung eines Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Auch das feindliche Cuentez unter König Maximilian II. kämpfte nicht gegen, sondern mit dem Koalitionsheer.

Unter dem Oberbefehl von Alésio Graf Vierna konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen. Während sich der König unnachgiebig zeigte, versuchte sein Bruder Don Pietro Joán mehrmals, mit den Aufständischen zu vermitteln. 1715 erreichte er einen zeitweiligen Waffenstillstand, der jedoch bald gebrochen wurde. Versuche Pietros, neuerliche Verhandlungen zu erreichen, führten dazu, dass er vom König bald nach Frankreich geschickt wurde.

Nach der Hinrichtung Casterleys im Jahr 1717 und der Übernahme des Oberbefehls der santorischen Truppen durch Filipe de Piacón geriet der König immer mehr unter Druck. Im Herbst 1720 waren die königlichen Truppen gerade so in der Lage, Semess zu halten. Im Februar 1721 starb König Danadier überraschend in Schloss Monreal. Nachfolger wurde sein Bruder Peter II., der unmittelbar nach seiner Thronbesteigung Verhandlungen einleitete, welche schießlich im April einen vorläufigen Waffenstillstand als Ergebnis hatten, woraufhin die Kämpfe ausgesetzt wurden. Der König sollte sein Amt antreten, die Generalstände aber wieder in der Hauptstadt einberufen. Am 10. Mai trat in Semess ein adliges Vorparlament zusammen, das über die Wahlmodalitäten beraten sollte. Stattdessen übersandt die Versammlung unter Führung Sesins aber am 20. Mai dem König einen umfassenden Forderungskatalog, der unter anderem mehr Einflussmöglichkeiten für den Hochadel vorsah.

Peter sah die Forderungen als Affront an und wies sie energisch zurück. Bemüht, seine ungeschmälerte Macht zu demonstieren, ließ er am 23. Mai 1721 den populären oppositionellen Bürger Luis Otero enthaupten, woraufhin es in der Hauptstadt zu großen Erhebungen gegen den König kam. Von Agenten der Koalition angetrieben, eskalierte der Aufstand und führte noch in der Nacht zum 24. Mai zum Sturm des Königspalastes am Plazarenya, in dessen Zusammenhang der König auf dem Fluchtversuch erschlagen wurde. Der Rest des Königshofs floh nach Noyar und auch die Ständeversammlung musste vor der unterschätzten Eskalation ins nahe Vierna flüchten. In Semess selbst übernahm der Bürgerliche Simón Bernord die Führung, rief die Republik aus und stellte ein Heer freiwilliger Bürger und Bauern des Umlandes auf, um die Stadt gegen das königliche Heer unter Carles de Vierna zu verteidigen. Dieser aber wagte keinen Angriff, sondern übergab seine Truppen an Sesin, dem er sich unterstellte.