Anton Piakónski: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Anton II. Raimund''' (von Sagradien, sagr. ''Don António II Ramón'', ital. ''Antonio Raimundo di Piacone'') (*1698, †1770) aus dem Haus [[Piacone]] war Herzog von Massa und Carrara (1734-1748), polnischer Thronprätendent sowie als Ehemann von Königin [[Maria II. Franziska]], der letzten Königin aus dem [[Haus Santori]], ''de jure uxoris'' [[König von Sagradien]] [[König von Cuentez|und Cuentez]] (1744-1747). Gemeinsam mit seiner Frau musste er seine Herrschaft im [[Sagradischer Erbfolgekrieg 1744-1747|Sagradischen Erbfolgekrieg von 1744-1747]] verteidigen und wurde nach seiner Niederlage zur Abdankung gezwungen.
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'''Anton II. Raimund''' (von Sagradien, sagr. ''Don António II Ramón'', ital. ''Antonio Raimundo di Piacone'') (*1698, †1770) aus dem Haus [[Piacone]] war Herzog von Massa und Carrara (1704-1770), polnischer Thronprätendent sowie als Ehemann von Königin [[Maria II. Franziska]], der letzten Königin aus dem [[Haus Santori]], ''de jure uxoris'' [[König von Sagradien]] [[König von Cuentez|und Cuentez]] (1754-1757). Gemeinsam mit seiner Frau musste er seine Herrschaft im [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg von 1756-1760]] verteidigen und wurde nach seiner Niederlage zur Abdankung gezwungen.
  
 
=== Jugend, Ehe und Aufstieg zum Thronfolger ===
 
=== Jugend, Ehe und Aufstieg zum Thronfolger ===
Antonio Raimondo di Piacone wurde 1698 als dritter Sohn von Herzog [[Francesco di Piacone]] und dessen dritter Ehefrau, Prinzessin Maria von Micolinien, in Warschau geboren. Sein Vater stammte aus dem italienischen Adelsgeschlecht der Piacone, die als Herzöge über Massa und Carrara herrschten. Er war überdies im Jahr 1689 zum König von Polen gewählt worden, wo er bis zu seinem Tod 1701 als ''Franciszek I. Piakonski'' herrschte. Antons älterer Bruder [[Giovanni di Piacone]], der neue Herzog von Massa und Carrara, hatte sich danach zwar als Nachfolger seines Vaters um den Thron beworben, konnte sich als einer von zahlreichen Kandidaten aber nicht gegen August den Starken von Sachsen durchsetzen.
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Antonio Raimondo di Piacone wurde 1698 als Sohn von Herzog [[Francesco di Piacone]] und dessen Ehefrau Prinzessin Maria von Micolinien in Warschau geboren. Sein Vater stammte aus dem italienischen Adelsgeschlecht der Piacone, die als Herzöge über Massa und Carrara herrschten. Er war überdies im Jahr 1697 zum König von Polen gewählt worden, wo er bis zu seinem Tod 1704 als ''Franciszek I. Piakonski'' herrschte. Antons Onkel [[Giovanni di Piacone]], hatte sich danach zwar als Nachfolger seines Vaters um den Thron beworben, konnte sich als einer von zahlreichen Kandidaten aber nicht gegen Stanislaus Leczynski durchsetzen. Antonio wuchs danach bei seiner Mutter am Hof seines Onkels, König [[Georg I. von Micolinien]] auf und trat nach seiner Volljährigkeit selbst die Herrschaft in Italien an.  
  
Antonio wuchs danach bei seiner Mutter am Hof seines Onkels, König [[Georg I. von Micolinien]] auf. 1709 war er bei der Hochzeit seiner Schwester Eleonora mit dem cuentesischen Thronfolger [[Johann III. Franz|Johann Franz]] zugegen, den er bei diesem Anlass kennen lernte. 1722 heiratete Antonio seine Nichte Amilia von Piacone, die Tochter seines Bruders Giovanni, die jedoch 1735 starb, ohne ihm einen Sohn geschenkt zu haben. Bereits 1734 hatte Antonio seinen kinderlosen Neffen Vincenzo auch als Herzog von Massa und Carrara beerbt.  
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Als der sagradische und cuentesische König [[Johann III.]] einen zukünftigen Gemahl für seine junge, noch unverheiratete Tochter suchte, bot sich bald ein Bündnis mit dem verwitweten Antonio de Piacone an. Dieser war Königssohn und regierender Fürst, als Schwager Johanns aus dessen erster Ehe kannte er den König und als Vetter von [[Filipe de Piacón]], dem populären Heerführer Johanns und Bürgerkriegsveteranen, verfügte er über einen in Sagradien durchaus vermittelbare familiären Hintergrund. Schließlich gab König Johann III. von Sagradien und Cuentez 1742 seinem Schwager António seine älteste Tochter aus der Ehe mit Königin María Luísa, die erst 16-jährige Thronfolgerin [[Maria II.|María Francisca]], zur Frau. Die Ehe blieb jedoch unglücklich. Der viel ältere Antonio ging auch weiterhin seinen Liebschaften nach, während seine Frau zunehmend vereinsamte.
  
Als der sagradische und cuentesische König [[Johann III.]] in der Folge einen zukünftigen Gemahl für seine junge, noch unverheiratete Tochter suchte, bot sich bald ein Bündnis mit dem verwitweten Antonio de Piacone an. Dieser war Königssohn und regierender Fürst, als Schwager Johanns aus dessen erster Ehe kannte er den König und als Vetter von [[Filipe de Piacón]], dem populären Heerführer Johanns und Bürgerkriegsveteranen, verfügte er über einen in Sagradien durchaus vermittelbare familiären Hintergrund. Schließlich gab König Johann III. von Sagradien und Cuentez 1742 seinem Schwager António seine älteste Tochter aus der Ehe mit Königin María Luísa, die erst 16-jährige Thronfolgerin [[Maria II.|María Francisca]], zur Frau. Nach der Geburt eines Sohnes Filipe erhielt Antonio 1743 den rein symbolischen Titel eines "Prinzen von Sagradien". Der neugeborene Thronfolger Filipe, Sohn Antónios und María Franciscas und Enkel des regierenden Königspaars, sollte das Königreich erben und die Dynastie der Santori auf dem Thron von Sagradien und Cuentez in der neuen Linie "Santori-Piacone" begründen.  
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Nach dem plötzlichen Tod König Johanns III. im Jahr 1749 geriet Sagradien in eine schwere politische Krise, da er nur einen minderjährigen Sohn, Marias Halbbruder [[David II.]] hinterlassen hatte, der zudem 1754 im Alter von nur neun Jahren starb. Entsprechend der Thronfolgeregelung wurde nun Antons Frau als [[Maria II. Franziska]] zur sagradischen Königin ausgerufen. Anton sollte an ihrer Seite als Mitregent herrschen. Nach ihrer gemeisamen Ankunft in Sagradien im Frühjahr 1755 bestiegne sie gemeinsam den Thron.  
  
Nach dem plötzlichen Tod des jungen Prinzen im Herbst 1743 und der Erkrankung König Johanns geriet das Reich in eine schwere politische Krise. Noch vor dem Tod Johanns III. erklärten die [[Generalstände]] María und António zum künftigen Königspaar, sofern beide den Eid auf die [[Codices Magna]] leisten sollten. António leistete noch im November 1943 zusammen mit seiner Frau den Eid und trat in Verhandlungen mit den Ständen ein, die jedoch unterbrochen wurden, da António im Frühjahr 1744 in den Österreichischen Erbfolgekrieg gegen Frankreich zog, das die Nachfolge Marias und Antonios nicht anerkannte.
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=== Königtum und Erbfolgekrieg ===
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Obwohl Maria die Thronrechte innehatte, übernahm ihr ehrgeiziger und um einiges älterer Mann die Regierungsgeschäfte. Er verbündete sich im Vorfeld des vor der Tür stehenden Siebenjährigen Krieges mit Großbritannien und Micolinien gegen Frankreich und Österreich. Die Herrschaft Antonios war von Beginn an in Sagradien unpopulär. Der Italiener sprach nicht die Landessprache und war überhaupt seit drei Jahrhunderten der erste auf dem Thron, der nicht der Sántori-Familie angehört hatte. Da Maria und er über keinen gemeinsamen Sohn verfügten, war die Zukunft der Dynastie überdies äußerst ungewiss.  
  
=== Königtum und Erbfolgekrieg ===
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Schließlich entschloss sich Marias Vetter [[David Jakob von Sesin]] als nächster männlicher Verwandter aus dem Haus Santori, selbst nach der Krone zu greifen und die Herrschaft Antonios und Marias nicht anzuerkennen. Als Antonio Ramon einen Bündnisvertrag mit Micolinien schloss, der u.a. gegen das [[Großherzogtum Servette]] unter [[Louis-Gabriel de Vienne]] und dessen Frau [[Maria I. von Servette]] gerichtet war, kam es zum Krieg. Nachdem eine oppositionelle Hofpartei in Sagradien Maria öffentlich als Bastard und Ehebrecherin angeklagt hatte, nahm Frankreich diesen Vorwurf auf und erklärte Sagradien den Krieg. Anstelle Marias unterstützte Frankreich nun Louis-Gabriel de Vienne. Dies war der Beginn des Thronfolgekrieg. Maria Franziska und Anton wurden dabei u.a. vom micolinischen König [[Karl X. von Micolinien|Karl X.]] unterstützt, der sich Hoffnungen auf den Gewinn des Großherzogtums Servette machte.  
Nach dem Tod Johanns im Spätsommer 1744 wurde António in Abwesenheit zusammen mit seiner Frau María II. Francisca von den Generalständen zum neuen König ausgerufen, jedoch wurde er aufgefordert, nach [[Semess]] zurückzukehren und den geleisteten Eid zu wiederholen. Er kehrte daraufhin zurück, um den Eid zu wiederholen und seine Herrschaft anzutreten. Statt seiner erhob aber auch [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]], Urenkel [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]], für seine Mutter María Ana von Valier Anspruch auf die Krone. Er fiel mit einem Heer in Sagradien ein und löste damit den Sagradischen Erbfolgekrieg von 1744 aus, in dem auch [[David Jâcque de Sesín|Herzog David Jakob von Sesín]] als ein Vetter Johanns III. und legitimes Oberhaupt des Hauses Santori Anspruch auf die Krone erhob. António setzte seinen Beichtvater [[Olivério de Crampas]] als Regenten für sich und die erst 19-jährige Königin ein und zog in den Krieg gegen Frankreich. In der Abwesenheit Antónios kam es am Hof zu mehreren Skandalen und Machtintrigen, die das Ansehen des Königs kompromittierten. 1745 wurde Olivério de Campas von einer Oppositionsgruppe gestürzt und María II. Francisca wurde selbst mit der Regentschaft betraut, bevor 1746 [[Francisco de Montxerent]] – ein einflussreicher Berater und mutmaßlicher Liebhaber María Franciscas - mit Gewalt die Macht übernahm. Die Intrigen am Hof und die dauernde Abwesenheit Antónios wurden begleitet von einer groß angelegten Propagandaaktion Louis-Gabriels für sein Königtum und gegen das der sündhaften Maria und ihres Liebhabers. Die Anhängerschaft der französischen Kandidatur wurde immer größer und einflussreicher, während die angebliche Betrügerin Maria und der mutmaßlich betrogene António immer mehr an Macht und Sympathien verloren.
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In der Abwesenheit des militärisch erfahrenen António, der persönlich in den Krieg zog, regierte Maria Franziska in Semess mithilfe des Klerikers [[Olivério de Crampas]], der aber nicht verhindern konnte, dass es am Hof zu mehreren Skandalen und Machtintrigen kam, die das Ansehen des Königs und der Königin nachhaltig kompromittierten. 1757 wurde Olivério de Campas von einer Oppositionsgruppe gestürzt, bevor [[Francisco de Montxerent]] – ein einflussreicher Berater und mutmaßlicher Liebhaber María Franciscas - mit Gewalt die Macht übernahm. Die Intrigen am Hof und die dauernde Abwesenheit Antónios wurden begleitet von einer groß angelegten Propagandaaktion Louis-Gabriels für sein Königtum und gegen das der sündhaften Maria und ihres Liebhabers. Die Anhängerschaft der französischen Kandidatur wurde besonders im Klerus und Teilen des Hochadels immer größer und einflussreicher, während die angebliche Betrügerin Maria und der mutmaßlich betrogene António immer mehr an Macht und Sympathien verloren.
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Nach der Niederlage bei der [[Schlacht von Cavalla]] mussten António und María im Herbst 1757 in die Defensive gedrängt, nach Micolinien fliehen und Louis-Gabriel de Vienne wurde von Frankreich zum König erhobene. Die Generalstände wurden einberufen, die wiederum Königin María Francisca für abgesetzt erklärten und des Landes verwiesen und ihren Günstling zum Tode verurteilten. Mit der Absetzung Marias II. nahm die schillernde, fast 300-jährige Herrschaft des Hauses Santori auf dem sagradischen Thron und die noch längere Herrschaft der Familie in der Stadt Tulis ein unrühmliches Ende. Maria Franziska floh zu ihrem vermeintlichen Verbündeten Karl von Micolinien, der die Königin jedoch im Rahmen des [[Friede von Tinagua]] 1760 zum freiwilligen Thronverzicht zwang und anschließend in die Obhut eines Franziskaner-Klosters in Norden Micoliniens übergab. Dort starb Maria Franziska in aller Einsamkeit im Jahr 1765.  
  
 
=== Niederlage, Absetzung und Exil ===
 
=== Niederlage, Absetzung und Exil ===
Als António II. 1746 in der [[Schlacht von Cavalla]] unterlag und von französischen Truppen festgenommen wurde, kam es in Semess zum Putsch gegen das Regime Montxerents und Marias. Die Generalstände wurden einberufen, die wiederum Königin María Francisca für abgesetzt erklärten und des Landes verwiesen und ihren Günstling zum Tode verurteilten. Mit der Absetzung Marias II. nahm die schillernde, fast 300-jährige Herrschaft des Hauses Santori auf dem sagradischen Thron und die noch längere Herrschaft der Familie in der Stadt Tulis ein unrühmliches Ende. Die Diskussionen um das Königtum des unglücklichen Königs António II. zogen sich jedoch noch einige Wochen bis zum Frühjahr 1747 hin. Derweil überwinterte der Großherzog von Servette in [[Viça]] und nahm Verhandlungen mit den Generalständen über sein eigenes Königtum auf. Schließlich setzten sich in der Versammlung die Anhänger Louis-Gabriels durch und António II. wurde des Thrones enthoben. In französischer Gefangenschaft musste er seiner Abdankung zustimmen. Die Generalstände erhoben gleichzeitig Louis-Gabriel als Gabriel VIII. zum neuen sagradischen König, der bereits große Teile des Landes erobert und sich in geheimen Verhandlungen bereit erklärt hatte, den Eid auf die Codices Magna zu leisten.
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António wurde kurz darauf freigelassen, musste aber seine Abdankung und die Thronentsagung für alle möglichen Nachkommen wiederholen. Er behielt lediglich seine italienischen Herzogtümer Carrara und Massa. Bis zu seinem Tod 1770 lebte António in Italien. Die Ehe mit seiner Frau Maria II. wurde formell nie geschieden. Diese starb 1765 einsam in einem micolinischen Kloster.
 
 
António wurde kurz darauf freigelassen, musste aber seine Abdankung und die Thronentsagung für alle möglichen Nachkommen wiederholen. Er erhielt den Titel eines "Herzogs von Cereza" und ging nach Großbritannien. Ein Versuch Antónios, mit britischer Waffenhilfe den Thron zurückzuerobern, scheiterte 1748 und António musste mit ansehen, wie der Friede von Aachen 1748, der den Österreichischen Erbfolgekrieg beendete, das Königtum Gabriels VIII. und damit seine eigene Absetzung anerkannte. Bis zu seinem Tod 1770 lebte António im britischen Exil. Die Ehe mit seiner Frau Maria II. wurde formell nie geschieden. Diese starb 1759 einsam in einem micolinischen Kloster. Nach ihrem Tod heiratete Anton II. in morganatischer Ehe die Britin Eleonor Shainsville, mit der er bereits zwei Töchter hatte.  
 
  
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]

Version vom 00:20, 11. Jul 2011

Anton II. Raimund (von Sagradien, sagr. Don António II Ramón, ital. Antonio Raimundo di Piacone) (*1698, †1770) aus dem Haus Piacone war Herzog von Massa und Carrara (1704-1770), polnischer Thronprätendent sowie als Ehemann von Königin Maria II. Franziska, der letzten Königin aus dem Haus Santori, de jure uxoris König von Sagradien und Cuentez (1754-1757). Gemeinsam mit seiner Frau musste er seine Herrschaft im Sagradischen Erbfolgekrieg von 1756-1760 verteidigen und wurde nach seiner Niederlage zur Abdankung gezwungen.

Jugend, Ehe und Aufstieg zum Thronfolger

Antonio Raimondo di Piacone wurde 1698 als Sohn von Herzog Francesco di Piacone und dessen Ehefrau Prinzessin Maria von Micolinien in Warschau geboren. Sein Vater stammte aus dem italienischen Adelsgeschlecht der Piacone, die als Herzöge über Massa und Carrara herrschten. Er war überdies im Jahr 1697 zum König von Polen gewählt worden, wo er bis zu seinem Tod 1704 als Franciszek I. Piakonski herrschte. Antons Onkel Giovanni di Piacone, hatte sich danach zwar als Nachfolger seines Vaters um den Thron beworben, konnte sich als einer von zahlreichen Kandidaten aber nicht gegen Stanislaus Leczynski durchsetzen. Antonio wuchs danach bei seiner Mutter am Hof seines Onkels, König Georg I. von Micolinien auf und trat nach seiner Volljährigkeit selbst die Herrschaft in Italien an.

Als der sagradische und cuentesische König Johann III. einen zukünftigen Gemahl für seine junge, noch unverheiratete Tochter suchte, bot sich bald ein Bündnis mit dem verwitweten Antonio de Piacone an. Dieser war Königssohn und regierender Fürst, als Schwager Johanns aus dessen erster Ehe kannte er den König und als Vetter von Filipe de Piacón, dem populären Heerführer Johanns und Bürgerkriegsveteranen, verfügte er über einen in Sagradien durchaus vermittelbare familiären Hintergrund. Schließlich gab König Johann III. von Sagradien und Cuentez 1742 seinem Schwager António seine älteste Tochter aus der Ehe mit Königin María Luísa, die erst 16-jährige Thronfolgerin María Francisca, zur Frau. Die Ehe blieb jedoch unglücklich. Der viel ältere Antonio ging auch weiterhin seinen Liebschaften nach, während seine Frau zunehmend vereinsamte.

Nach dem plötzlichen Tod König Johanns III. im Jahr 1749 geriet Sagradien in eine schwere politische Krise, da er nur einen minderjährigen Sohn, Marias Halbbruder David II. hinterlassen hatte, der zudem 1754 im Alter von nur neun Jahren starb. Entsprechend der Thronfolgeregelung wurde nun Antons Frau als Maria II. Franziska zur sagradischen Königin ausgerufen. Anton sollte an ihrer Seite als Mitregent herrschen. Nach ihrer gemeisamen Ankunft in Sagradien im Frühjahr 1755 bestiegne sie gemeinsam den Thron.

Königtum und Erbfolgekrieg

Obwohl Maria die Thronrechte innehatte, übernahm ihr ehrgeiziger und um einiges älterer Mann die Regierungsgeschäfte. Er verbündete sich im Vorfeld des vor der Tür stehenden Siebenjährigen Krieges mit Großbritannien und Micolinien gegen Frankreich und Österreich. Die Herrschaft Antonios war von Beginn an in Sagradien unpopulär. Der Italiener sprach nicht die Landessprache und war überhaupt seit drei Jahrhunderten der erste auf dem Thron, der nicht der Sántori-Familie angehört hatte. Da Maria und er über keinen gemeinsamen Sohn verfügten, war die Zukunft der Dynastie überdies äußerst ungewiss.

Schließlich entschloss sich Marias Vetter David Jakob von Sesin als nächster männlicher Verwandter aus dem Haus Santori, selbst nach der Krone zu greifen und die Herrschaft Antonios und Marias nicht anzuerkennen. Als Antonio Ramon einen Bündnisvertrag mit Micolinien schloss, der u.a. gegen das Großherzogtum Servette unter Louis-Gabriel de Vienne und dessen Frau Maria I. von Servette gerichtet war, kam es zum Krieg. Nachdem eine oppositionelle Hofpartei in Sagradien Maria öffentlich als Bastard und Ehebrecherin angeklagt hatte, nahm Frankreich diesen Vorwurf auf und erklärte Sagradien den Krieg. Anstelle Marias unterstützte Frankreich nun Louis-Gabriel de Vienne. Dies war der Beginn des Thronfolgekrieg. Maria Franziska und Anton wurden dabei u.a. vom micolinischen König Karl X. unterstützt, der sich Hoffnungen auf den Gewinn des Großherzogtums Servette machte.

In der Abwesenheit des militärisch erfahrenen António, der persönlich in den Krieg zog, regierte Maria Franziska in Semess mithilfe des Klerikers Olivério de Crampas, der aber nicht verhindern konnte, dass es am Hof zu mehreren Skandalen und Machtintrigen kam, die das Ansehen des Königs und der Königin nachhaltig kompromittierten. 1757 wurde Olivério de Campas von einer Oppositionsgruppe gestürzt, bevor Francisco de Montxerent – ein einflussreicher Berater und mutmaßlicher Liebhaber María Franciscas - mit Gewalt die Macht übernahm. Die Intrigen am Hof und die dauernde Abwesenheit Antónios wurden begleitet von einer groß angelegten Propagandaaktion Louis-Gabriels für sein Königtum und gegen das der sündhaften Maria und ihres Liebhabers. Die Anhängerschaft der französischen Kandidatur wurde besonders im Klerus und Teilen des Hochadels immer größer und einflussreicher, während die angebliche Betrügerin Maria und der mutmaßlich betrogene António immer mehr an Macht und Sympathien verloren.

Nach der Niederlage bei der Schlacht von Cavalla mussten António und María im Herbst 1757 in die Defensive gedrängt, nach Micolinien fliehen und Louis-Gabriel de Vienne wurde von Frankreich zum König erhobene. Die Generalstände wurden einberufen, die wiederum Königin María Francisca für abgesetzt erklärten und des Landes verwiesen und ihren Günstling zum Tode verurteilten. Mit der Absetzung Marias II. nahm die schillernde, fast 300-jährige Herrschaft des Hauses Santori auf dem sagradischen Thron und die noch längere Herrschaft der Familie in der Stadt Tulis ein unrühmliches Ende. Maria Franziska floh zu ihrem vermeintlichen Verbündeten Karl von Micolinien, der die Königin jedoch im Rahmen des Friede von Tinagua 1760 zum freiwilligen Thronverzicht zwang und anschließend in die Obhut eines Franziskaner-Klosters in Norden Micoliniens übergab. Dort starb Maria Franziska in aller Einsamkeit im Jahr 1765.

Niederlage, Absetzung und Exil

António wurde kurz darauf freigelassen, musste aber seine Abdankung und die Thronentsagung für alle möglichen Nachkommen wiederholen. Er behielt lediglich seine italienischen Herzogtümer Carrara und Massa. Bis zu seinem Tod 1770 lebte António in Italien. Die Ehe mit seiner Frau Maria II. wurde formell nie geschieden. Diese starb 1765 einsam in einem micolinischen Kloster.