Philipp VII.: Unterschied zwischen den Versionen
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Richard I. Jakob wurde 1537 in [[Servette]] als ältester Sohn von [[Michael III.|Miguel de Valier]], dem [[Sagradien|sagradischen]] Statthalter in Servette, und Prinzessin Joana María, der jüngsten Tochter König [[David I.|Davids I. von Sagradien]] geboren. Als Enkel des Königs erhielt der junge Prinz zunächst den Titel eines Grafen von Vierna und wurde an den Hof Davids I. nach [[Tulis]] gebracht und dort erzogen. Auch als es 1539 zum Streit zwischen seinem Vater und dem König um die Nachfolge Davids kam, blieb er bei seiner Mutter in Tulis. Nach dem Tod seines Großvaters David I. kam es zwischen seinem Vater und seinem Großonkel [[Joseph I. von Cuentez|Herzog Joseph von Óstino]] zum [[Lilienkrieg|Erbfolgekrieg]] um die Nachfolge Davids. Da Joseph bald Tulis einnahm, floh Richard mit seiner Mutter nach [[Micolinien]], das Miguel de Valier als Michael III. als sagradischer König anerkannte. Der [[Friede von Servette]] 1547 bestätigte Michael III. schließlich als König von Sagradien und Herzog von Servette und seinen Sohn Richard als Infant von Sagradien. Richard erhielt damit mit zehn Jahren die Titularregentschaft über die [[Servettinische Lande|Servettinischen Lande]] und wurde fortan in [[Semess]] erzogen, wohin sein Vater den Hof verlegte. | Richard I. Jakob wurde 1537 in [[Servette]] als ältester Sohn von [[Michael III.|Miguel de Valier]], dem [[Sagradien|sagradischen]] Statthalter in Servette, und Prinzessin Joana María, der jüngsten Tochter König [[David I.|Davids I. von Sagradien]] geboren. Als Enkel des Königs erhielt der junge Prinz zunächst den Titel eines Grafen von Vierna und wurde an den Hof Davids I. nach [[Tulis]] gebracht und dort erzogen. Auch als es 1539 zum Streit zwischen seinem Vater und dem König um die Nachfolge Davids kam, blieb er bei seiner Mutter in Tulis. Nach dem Tod seines Großvaters David I. kam es zwischen seinem Vater und seinem Großonkel [[Joseph I. von Cuentez|Herzog Joseph von Óstino]] zum [[Lilienkrieg|Erbfolgekrieg]] um die Nachfolge Davids. Da Joseph bald Tulis einnahm, floh Richard mit seiner Mutter nach [[Micolinien]], das Miguel de Valier als Michael III. als sagradischer König anerkannte. Der [[Friede von Servette]] 1547 bestätigte Michael III. schließlich als König von Sagradien und Herzog von Servette und seinen Sohn Richard als Infant von Sagradien. Richard erhielt damit mit zehn Jahren die Titularregentschaft über die [[Servettinische Lande|Servettinischen Lande]] und wurde fortan in [[Semess]] erzogen, wohin sein Vater den Hof verlegte. | ||
| − | Mit nicht einmal 18 Jahren bestieg Richard nach dem Tod seines Vaters 1555 den sagradischen Thron. Zunächst wurde er noch von seiner Mutter Joana María de Santori dominiert, die mit aller Gewalt versuchte, den aufständischen Adel in den Provinzen unter Kontrolle zu bringen. 1559 heiratete Richard Louise von Bourbon, eine Schwester Antons von Bourbon und Tante des späteren französischen Königs Heinrich IV. Unter dem Einfluss seiner strenggläubigen Mutter versuchte Richard zudem, die erstehende Ausbreitung der calvinistischen Religion in Sagradien mit Gewalt zu unterbinden. Die Konversion von [[Enrico de Esqués]], dem [[Herzog von Viça]], zum Calvinismus führte 1560 zum Ausbruch eines Krieges zwischen dem protestantischen Nordosten und den königlichen Truppen. Erst 1563 konnte sich Richard auf Druck der französischen Berater um seine Ehefrau hin von seiner Mutter emanzipieren und zwang sie in ein Kloster. Nun geriet er immer mehr unter den Einfluss französischer Gruppen am Hof, die enge Kontakte zu Heinrich von Navarra unterhielten. Als Heinrich 1569 zum politischen Führer der französischen Hugenotten aufstieg, konvertierte auch seine Tante Louise zur protestantischen Religion. | + | Mit nicht einmal 18 Jahren bestieg Richard nach dem Tod seines Vaters 1555 den sagradischen Thron. Zunächst wurde er noch von seiner Mutter Joana María de Santori dominiert, die mit aller Gewalt versuchte, den aufständischen Adel in den Provinzen unter Kontrolle zu bringen. 1559 heiratete Richard Louise von Bourbon, eine Schwester Antons von Bourbon und Tante des späteren französischen Königs Heinrich IV. Unter dem Einfluss seiner strenggläubigen Mutter versuchte Richard zudem, die erstehende Ausbreitung der calvinistischen Religion in Sagradien mit Gewalt zu unterbinden. Die Konversion von [[Enrico de Esqués]], dem [[Herzog von Viça]], zum Calvinismus führte 1560 zum Ausbruch eines Krieges zwischen dem protestantischen Nordosten und den königlichen Truppen ([[Vizanischer Krieg]]). Erst 1563 konnte sich Richard auf Druck der französischen Berater um seine Ehefrau hin von seiner Mutter emanzipieren und zwang sie in ein Kloster. Nun geriet er immer mehr unter den Einfluss französischer Gruppen am Hof, die enge Kontakte zu Heinrich von Navarra unterhielten. Als Heinrich 1569 zum politischen Führer der französischen Hugenotten aufstieg, konvertierte auch seine Tante Louise zur protestantischen Religion. |
| − | Spätestens seitdem führte auch Richard eine zunehmend tolerante Politik gegenüber den Calvinisten im eigenen Land. Bereits 1566 hatte er mit Enrico de Esqués Frieden geschlossen und im [[Toleranzedikt von Viça]] Gewissensfreiheit gewährt. Im [[Edikt von Lesta 1570]] gewährte er zudem den Calvinisten die vollen Bürgerrechte und lockte damit auch viele Flüchtlinge aus Frankreich ins Land, die der sagradischen Wirtschaft zugute kamen. Nach dem Edikt von Lesta kam es bald zu Aufständen der Katholischen Liga in Sagradien, die von Frankreich unterstützt wurden. | + | Spätestens seitdem führte auch Richard eine zunehmend tolerante Politik gegenüber den Calvinisten im eigenen Land. Bereits 1566 hatte er mit Enrico de Esqués Frieden geschlossen und im [[Toleranzedikt von Viça]] Gewissensfreiheit gewährt. Im [[Edikt von Lesta 1570]] gewährte er zudem den Calvinisten die vollen Bürgerrechte und lockte damit auch viele Flüchtlinge aus Frankreich ins Land, die der sagradischen Wirtschaft zugute kamen. Nach dem Edikt von Lesta kam es bald zu Aufständen der Katholischen Liga in Sagradien, die von Frankreich unterstützt wurden ([[Zweiter Sagradischer Religionskrieg]]). |
Richard starb 1573 im Alter von 36 Jahren in [[Semess]]. Nachfolger wurde sein damals erst dreizehnjähriger Sohn [[Richard II.]], der danach unter der Regentschaft seiner Mutter Louise von Bourbon stand. | Richard starb 1573 im Alter von 36 Jahren in [[Semess]]. Nachfolger wurde sein damals erst dreizehnjähriger Sohn [[Richard II.]], der danach unter der Regentschaft seiner Mutter Louise von Bourbon stand. | ||
Version vom 18:18, 30. Apr 2011
Richard I. Jakob (von Sagradien) (*1537; †1573) war König von Sagradien (1555-1573) und Herzog von Servette (1547-1560).
Richard I. Jakob wurde 1537 in Servette als ältester Sohn von Miguel de Valier, dem sagradischen Statthalter in Servette, und Prinzessin Joana María, der jüngsten Tochter König Davids I. von Sagradien geboren. Als Enkel des Königs erhielt der junge Prinz zunächst den Titel eines Grafen von Vierna und wurde an den Hof Davids I. nach Tulis gebracht und dort erzogen. Auch als es 1539 zum Streit zwischen seinem Vater und dem König um die Nachfolge Davids kam, blieb er bei seiner Mutter in Tulis. Nach dem Tod seines Großvaters David I. kam es zwischen seinem Vater und seinem Großonkel Herzog Joseph von Óstino zum Erbfolgekrieg um die Nachfolge Davids. Da Joseph bald Tulis einnahm, floh Richard mit seiner Mutter nach Micolinien, das Miguel de Valier als Michael III. als sagradischer König anerkannte. Der Friede von Servette 1547 bestätigte Michael III. schließlich als König von Sagradien und Herzog von Servette und seinen Sohn Richard als Infant von Sagradien. Richard erhielt damit mit zehn Jahren die Titularregentschaft über die Servettinischen Lande und wurde fortan in Semess erzogen, wohin sein Vater den Hof verlegte.
Mit nicht einmal 18 Jahren bestieg Richard nach dem Tod seines Vaters 1555 den sagradischen Thron. Zunächst wurde er noch von seiner Mutter Joana María de Santori dominiert, die mit aller Gewalt versuchte, den aufständischen Adel in den Provinzen unter Kontrolle zu bringen. 1559 heiratete Richard Louise von Bourbon, eine Schwester Antons von Bourbon und Tante des späteren französischen Königs Heinrich IV. Unter dem Einfluss seiner strenggläubigen Mutter versuchte Richard zudem, die erstehende Ausbreitung der calvinistischen Religion in Sagradien mit Gewalt zu unterbinden. Die Konversion von Enrico de Esqués, dem Herzog von Viça, zum Calvinismus führte 1560 zum Ausbruch eines Krieges zwischen dem protestantischen Nordosten und den königlichen Truppen (Vizanischer Krieg). Erst 1563 konnte sich Richard auf Druck der französischen Berater um seine Ehefrau hin von seiner Mutter emanzipieren und zwang sie in ein Kloster. Nun geriet er immer mehr unter den Einfluss französischer Gruppen am Hof, die enge Kontakte zu Heinrich von Navarra unterhielten. Als Heinrich 1569 zum politischen Führer der französischen Hugenotten aufstieg, konvertierte auch seine Tante Louise zur protestantischen Religion.
Spätestens seitdem führte auch Richard eine zunehmend tolerante Politik gegenüber den Calvinisten im eigenen Land. Bereits 1566 hatte er mit Enrico de Esqués Frieden geschlossen und im Toleranzedikt von Viça Gewissensfreiheit gewährt. Im Edikt von Lesta 1570 gewährte er zudem den Calvinisten die vollen Bürgerrechte und lockte damit auch viele Flüchtlinge aus Frankreich ins Land, die der sagradischen Wirtschaft zugute kamen. Nach dem Edikt von Lesta kam es bald zu Aufständen der Katholischen Liga in Sagradien, die von Frankreich unterstützt wurden (Zweiter Sagradischer Religionskrieg).
Richard starb 1573 im Alter von 36 Jahren in Semess. Nachfolger wurde sein damals erst dreizehnjähriger Sohn Richard II., der danach unter der Regentschaft seiner Mutter Louise von Bourbon stand.