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Mit der [[Januarrevolution 1891]] übernahm der bis dahin oppositionelle Partido Republicano unter der Führung von Luis Cavaller die Macht in Sagradien. Bei der [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1891]] eroberten die republikanischen Kräfte eine deutliche Mehrheit und setzten damit das Ende der Monarchie in Sagradien durch. Nach der Wahl Cavallers zu ihrem ersten Präsidenten bildete der liberale Republikaner José Delacrûce eine Regierung der moderaten Kräfte der republikanischen Linken, die für allmähliche Reformen statt eines radikalen Umbruchs eintrat. In der Folge entwickelten sich jedoch die Streitfragen der Landreform, des Umgangs mit der katholischen Kirche und den monarchischen Eliten zum Sprengsatz der republikanischen Partei in der Nationalversammlung. Hinzu kamen persönliche Differenzen zwischen den beiden wichtigsten Parteiführern der Republikaner José Delacrûce und [[Luciano Tropexas]]. 1894 verließen die radikalen Republikaner die Regierungsmehrheit und gründeten den [[Partido Radical|Partido Republicano Radical]], der für rasche Reformen eintrat, zurück blieben die Gemäßigten, die weiterhin die Regierung stellten. In Abgrenzung zu den Radikalen wurden diese nun meist ''Moderatas'', seltener auch ''Liberales'' genannt.
 
Mit der [[Januarrevolution 1891]] übernahm der bis dahin oppositionelle Partido Republicano unter der Führung von Luis Cavaller die Macht in Sagradien. Bei der [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1891]] eroberten die republikanischen Kräfte eine deutliche Mehrheit und setzten damit das Ende der Monarchie in Sagradien durch. Nach der Wahl Cavallers zu ihrem ersten Präsidenten bildete der liberale Republikaner José Delacrûce eine Regierung der moderaten Kräfte der republikanischen Linken, die für allmähliche Reformen statt eines radikalen Umbruchs eintrat. In der Folge entwickelten sich jedoch die Streitfragen der Landreform, des Umgangs mit der katholischen Kirche und den monarchischen Eliten zum Sprengsatz der republikanischen Partei in der Nationalversammlung. Hinzu kamen persönliche Differenzen zwischen den beiden wichtigsten Parteiführern der Republikaner José Delacrûce und [[Luciano Tropexas]]. 1894 verließen die radikalen Republikaner die Regierungsmehrheit und gründeten den [[Partido Radical|Partido Republicano Radical]], der für rasche Reformen eintrat, zurück blieben die Gemäßigten, die weiterhin die Regierung stellten. In Abgrenzung zu den Radikalen wurden diese nun meist ''Moderatas'', seltener auch ''Liberales'' genannt.
  
In der Folge kam es zum Bruch der ''Unionistas'' um Tropexas mit den dominierenden ''Liberales'' um Delacrûce. Als Delacrûce die Trennung von Staat und Kirche durchsetzen wollte und dafür die [[Republikanische Wiedervereinigung]] mit den Radikalen anstrebte, verließ Tropexas die Partei und gründete die [[Unión Republicana|Unionistische Partei]]. Die zurückbleibenden Anhänger Delacrûces nannten sich fortan ''Partido Republicano Liberal''. Sie stellten bis 1899 die mit Abstand größte Fraktion in der Abgeordnetenkammer, wurden danach aber vom [[Partido Radical]] überholt. 1899-1903 bildete der PRL eine laizistisch-liberale Koalition mit den Radikalen unter [[Donado Salgado]], welche eine Landreform und die Trennung von Staat und Kirche zum Ziel hatte. Obwohl beide Ziele verfehlt wurden, konnte der PRL mit den Radikalen einige Reformen durchsetzen. Nach einer schweren Niederlage bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Parlamentswahl 1903]] stand die Partei in Opposition zur rechten [[Koalition der Moral|"Regierung der Moral"]] der Unionisten.  
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In der Folge kam es zum Bruch der ''Unionistas'' um Tropexas mit den dominierenden ''Liberales'' um Delacrûce. Als Delacrûce die Trennung von Staat und Kirche durchsetzen wollte und dafür die [[Republikanische Wiedervereinigung]] mit den Radikalen anstrebte, verließ Tropexas die Partei und gründete die [[Unión Republicana|Unionistische Partei]]. Die zurückbleibenden Anhänger Delacrûces nannten sich fortan ''Partido Republicano Liberal''. Sie stellten bis 1899 die mit Abstand größte Fraktion in der Abgeordnetenkammer, wurden danach aber vom [[Partido Radical]] überholt. Der gescheiterte [[Putsch von 1898]] bestärkte die Partei in ihrem reformorientierten Mitte-Links-Kurs. 1899-1903 bildete der PRL eine laizistisch-liberale Koalition mit den Radikalen unter [[Donado Salgado]], welche eine Landreform und die Trennung von Staat und Kirche zum Ziel hatte. Obwohl beide Ziele verfehlt wurden, konnte der PRL mit den Radikalen einige Reformen durchsetzen. Nach einer schweren Niederlage bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Parlamentswahl 1903]] stand die Partei in Opposition zur rechten [[Koalition der Moral|"Regierung der Moral"]] der Unionisten.  
  
 
In der Opposition kam es zum allmählichen Zerfall der Partei, nachdem sich einige Abgeordnete der Regierungsmehrheit angeschlossen hatten und bei den [[Präsidentschaftswahlen 1905]] den Kandidaten der Unionisten unterstützten. Die Spaltung der Unionistischen Partei im Jahr 1907 führte zu einer Umstrukturierung des PRL. Während sich eine linke Fraktion mit Anhängern des alten [[Partido Progresista]] zum [[Partido Republicano Progresista]] vereinten, verbündete sich die Mehrheit des PRL mit Mitgliedern der zerfallenden Unionistischen Partei und versuchte die Republikanische Partei in ihrer alten Zusammensetzung wiederherzustellen. Die im Jahr 1908 daraus hervorgegangene [[Alianza Republicana]] knüpfte als liberale Partei mit gemäßigt-säkularem Mitte-Rechts-Profil sowohl personell als auch programmatisch unmittelbar an die PRL an und kann als Nachfolgepartei angesehen werden. Die Allianz bestand - wenn auch mit abnehmendem Erfolg - bis zum Ende der Zweiten Republik und repräsentierte bis dahin die liberal-republikanische Tradition.
 
In der Opposition kam es zum allmählichen Zerfall der Partei, nachdem sich einige Abgeordnete der Regierungsmehrheit angeschlossen hatten und bei den [[Präsidentschaftswahlen 1905]] den Kandidaten der Unionisten unterstützten. Die Spaltung der Unionistischen Partei im Jahr 1907 führte zu einer Umstrukturierung des PRL. Während sich eine linke Fraktion mit Anhängern des alten [[Partido Progresista]] zum [[Partido Republicano Progresista]] vereinten, verbündete sich die Mehrheit des PRL mit Mitgliedern der zerfallenden Unionistischen Partei und versuchte die Republikanische Partei in ihrer alten Zusammensetzung wiederherzustellen. Die im Jahr 1908 daraus hervorgegangene [[Alianza Republicana]] knüpfte als liberale Partei mit gemäßigt-säkularem Mitte-Rechts-Profil sowohl personell als auch programmatisch unmittelbar an die PRL an und kann als Nachfolgepartei angesehen werden. Die Allianz bestand - wenn auch mit abnehmendem Erfolg - bis zum Ende der Zweiten Republik und repräsentierte bis dahin die liberal-republikanische Tradition.

Version vom 01:45, 14. Feb 2011

Der Partido Republicano Liberal (PRL, dt. Liberale Republikanische Partei) war eine liberale sagradische Partei in der frühen Zweiten Republik. Der PRL ging nach Abspaltung des Partido Radical aus dem moderaten Flügel der Republikanischen Partei Luis Cavallers hervor. Nach der Gründung der konservativen Unión Republicana 1897 blieb der liberale Flügel der Partei unter der Führung von José Delacrûce zurück und ging 1908 mehrheitlich in der Alianza Republicana auf. Prominente Vertreter der Partei waren neben José Delacrûce Ricardo Alemà, Francisco de Brentano und Damián Carnales.

Mit der Januarrevolution 1891 übernahm der bis dahin oppositionelle Partido Republicano unter der Führung von Luis Cavaller die Macht in Sagradien. Bei der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1891 eroberten die republikanischen Kräfte eine deutliche Mehrheit und setzten damit das Ende der Monarchie in Sagradien durch. Nach der Wahl Cavallers zu ihrem ersten Präsidenten bildete der liberale Republikaner José Delacrûce eine Regierung der moderaten Kräfte der republikanischen Linken, die für allmähliche Reformen statt eines radikalen Umbruchs eintrat. In der Folge entwickelten sich jedoch die Streitfragen der Landreform, des Umgangs mit der katholischen Kirche und den monarchischen Eliten zum Sprengsatz der republikanischen Partei in der Nationalversammlung. Hinzu kamen persönliche Differenzen zwischen den beiden wichtigsten Parteiführern der Republikaner José Delacrûce und Luciano Tropexas. 1894 verließen die radikalen Republikaner die Regierungsmehrheit und gründeten den Partido Republicano Radical, der für rasche Reformen eintrat, zurück blieben die Gemäßigten, die weiterhin die Regierung stellten. In Abgrenzung zu den Radikalen wurden diese nun meist Moderatas, seltener auch Liberales genannt.

In der Folge kam es zum Bruch der Unionistas um Tropexas mit den dominierenden Liberales um Delacrûce. Als Delacrûce die Trennung von Staat und Kirche durchsetzen wollte und dafür die Republikanische Wiedervereinigung mit den Radikalen anstrebte, verließ Tropexas die Partei und gründete die Unionistische Partei. Die zurückbleibenden Anhänger Delacrûces nannten sich fortan Partido Republicano Liberal. Sie stellten bis 1899 die mit Abstand größte Fraktion in der Abgeordnetenkammer, wurden danach aber vom Partido Radical überholt. Der gescheiterte Putsch von 1898 bestärkte die Partei in ihrem reformorientierten Mitte-Links-Kurs. 1899-1903 bildete der PRL eine laizistisch-liberale Koalition mit den Radikalen unter Donado Salgado, welche eine Landreform und die Trennung von Staat und Kirche zum Ziel hatte. Obwohl beide Ziele verfehlt wurden, konnte der PRL mit den Radikalen einige Reformen durchsetzen. Nach einer schweren Niederlage bei der Parlamentswahl 1903 stand die Partei in Opposition zur rechten "Regierung der Moral" der Unionisten.

In der Opposition kam es zum allmählichen Zerfall der Partei, nachdem sich einige Abgeordnete der Regierungsmehrheit angeschlossen hatten und bei den Präsidentschaftswahlen 1905 den Kandidaten der Unionisten unterstützten. Die Spaltung der Unionistischen Partei im Jahr 1907 führte zu einer Umstrukturierung des PRL. Während sich eine linke Fraktion mit Anhängern des alten Partido Progresista zum Partido Republicano Progresista vereinten, verbündete sich die Mehrheit des PRL mit Mitgliedern der zerfallenden Unionistischen Partei und versuchte die Republikanische Partei in ihrer alten Zusammensetzung wiederherzustellen. Die im Jahr 1908 daraus hervorgegangene Alianza Republicana knüpfte als liberale Partei mit gemäßigt-säkularem Mitte-Rechts-Profil sowohl personell als auch programmatisch unmittelbar an die PRL an und kann als Nachfolgepartei angesehen werden. Die Allianz bestand - wenn auch mit abnehmendem Erfolg - bis zum Ende der Zweiten Republik und repräsentierte bis dahin die liberal-republikanische Tradition.