Enrico d'Esqués: Unterschied zwischen den Versionen
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'''Heinrich von Santori, Graf von Esqués''' (sagr. ''Don Enrico d'Esqués'', *1518, †1576) war [[Graf von Esqués]] (1540-1576) und als ''Heinrich I.'' [[Herzog von Viça]] (1550-1576) sowie der Begründer der [[Santori]]-Nebenlinie Esqués. | '''Heinrich von Santori, Graf von Esqués''' (sagr. ''Don Enrico d'Esqués'', *1518, †1576) war [[Graf von Esqués]] (1540-1576) und als ''Heinrich I.'' [[Herzog von Viça]] (1550-1576) sowie der Begründer der [[Santori]]-Nebenlinie Esqués. | ||
| − | Enrico de Sántori war der jüngere Sohn des [[Santori]]-Prinzen [[Filipe de Sántori]], [[Fürst von Valier]] und Graf von Sagonte, und dessen Frau Anna von Vierna. Enricos älterer Bruder war [[Michael III.|Miquel de Valier]], der | + | Enrico de Sántori war der jüngere Sohn des [[Santori]]-Prinzen [[Filipe de Sántori]], [[Fürst von Valier]] und Graf von Sagonte, und dessen Frau Anna von Vierna. Enricos älterer Bruder war [[Michael III.|Miquel de Valier]], der dem Vater nach dessen Tod 1516 als [[Fürst von Valier]] nachfolgte. Wie sein Bruder stellte sich auch Heinrich in den Dienst König [[David I.|Davids I.]] und durchlief unter diesem eine militärische Karriere. Für seine Dienste wurde er 1540 mit dem Titel eines Grafen von Esqués ausgezeichnet. Im Jahr 1538 nahm Heinrich mit Madeleine de Bourbon, einer Schwester Antoine de Bourbons, seine erste Ehefrau. Unter dem Einfluss der Familie seiner Frau näherte sich Heinrich danach protestantischen Kreisen an. Nach dem Tod König Davids I. im Jahr 1543 kämpfte Heinrich an der Seite seines Bruders um dessen Regentschaft und wurde schließlich 1550 von Michael und seiner Frau Königin [[Johanna I.]] mit dem [[Herzogtum Viça]] belehnt. |
Nachdem Michael III. im Jahr 1552 gestorben war, regierte dessen Witwe [[Johanna I.|Johanna]], Tochter [[David I.|Davids I.]], alleine. Enrico versuchte nun, Einfluss auf die Politik seiner Schwägerin zu nehmen, scheiterte aber mit seinem Plan, seinen ältesten Sohn [[Luis Filipe I d'Esqués]] mit der verwitweten Königin zu verheiraten. Großer Gegenspieler Heinrichs war [[José Conte de Nerval]], der als Berater Johannas auf eine harte antiprotestantische Politik setzte. Enrico dagegen konvertierte 1560 auch offiziell zum protestantischen Glauben und erklärte sich selbst zum Schutzherrn der Protestanten im Land. Damit begann eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen der pro-protestantischen Partei um Esqués und der katholischen Partei um Nerval und [[Roberto de Monteblanxard]], die erst 1583 beigelegt werden konnte. | Nachdem Michael III. im Jahr 1552 gestorben war, regierte dessen Witwe [[Johanna I.|Johanna]], Tochter [[David I.|Davids I.]], alleine. Enrico versuchte nun, Einfluss auf die Politik seiner Schwägerin zu nehmen, scheiterte aber mit seinem Plan, seinen ältesten Sohn [[Luis Filipe I d'Esqués]] mit der verwitweten Königin zu verheiraten. Großer Gegenspieler Heinrichs war [[José Conte de Nerval]], der als Berater Johannas auf eine harte antiprotestantische Politik setzte. Enrico dagegen konvertierte 1560 auch offiziell zum protestantischen Glauben und erklärte sich selbst zum Schutzherrn der Protestanten im Land. Damit begann eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen der pro-protestantischen Partei um Esqués und der katholischen Partei um Nerval und [[Roberto de Monteblanxard]], die erst 1583 beigelegt werden konnte. | ||
Version vom 15:39, 2. Jan 2016
Heinrich von Santori, Graf von Esqués (sagr. Don Enrico d'Esqués, *1518, †1576) war Graf von Esqués (1540-1576) und als Heinrich I. Herzog von Viça (1550-1576) sowie der Begründer der Santori-Nebenlinie Esqués.
Enrico de Sántori war der jüngere Sohn des Santori-Prinzen Filipe de Sántori, Fürst von Valier und Graf von Sagonte, und dessen Frau Anna von Vierna. Enricos älterer Bruder war Miquel de Valier, der dem Vater nach dessen Tod 1516 als Fürst von Valier nachfolgte. Wie sein Bruder stellte sich auch Heinrich in den Dienst König Davids I. und durchlief unter diesem eine militärische Karriere. Für seine Dienste wurde er 1540 mit dem Titel eines Grafen von Esqués ausgezeichnet. Im Jahr 1538 nahm Heinrich mit Madeleine de Bourbon, einer Schwester Antoine de Bourbons, seine erste Ehefrau. Unter dem Einfluss der Familie seiner Frau näherte sich Heinrich danach protestantischen Kreisen an. Nach dem Tod König Davids I. im Jahr 1543 kämpfte Heinrich an der Seite seines Bruders um dessen Regentschaft und wurde schließlich 1550 von Michael und seiner Frau Königin Johanna I. mit dem Herzogtum Viça belehnt.
Nachdem Michael III. im Jahr 1552 gestorben war, regierte dessen Witwe Johanna, Tochter Davids I., alleine. Enrico versuchte nun, Einfluss auf die Politik seiner Schwägerin zu nehmen, scheiterte aber mit seinem Plan, seinen ältesten Sohn Luis Filipe I d'Esqués mit der verwitweten Königin zu verheiraten. Großer Gegenspieler Heinrichs war José Conte de Nerval, der als Berater Johannas auf eine harte antiprotestantische Politik setzte. Enrico dagegen konvertierte 1560 auch offiziell zum protestantischen Glauben und erklärte sich selbst zum Schutzherrn der Protestanten im Land. Damit begann eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen der pro-protestantischen Partei um Esqués und der katholischen Partei um Nerval und Roberto de Monteblanxard, die erst 1583 beigelegt werden konnte.
Im Frieden von Marrel 1563 verpflichtete sich Enrico zur Loyalität gegenüber der Königin. Im Gegenzug heiratete seine Nichte Louise de Bourbon den ältesten Sohn Johannas Kronprinz Philipp Jakob, was die Aussöhnung der Religionen im Land symbolisieren sollte. Schließlich erließ sie 1567 das Toleranzedikt von Viça, das von Enrico wesentlich mitformuliert worden war. Dies führte zu Unruhe bei der katholischen Partei. Ihr Sohn setzte unter dem Einfluss Enrico d'Esqués' und seiner Frau Luise von Bourbon jedoch die pro-protestantische Politik fort.
Heinrich von Esqués schließlich erkrankte bald schwer und starb im Jahr 1576. Sein Sohn Luis Filipe I d'Esqués folgte ihm als Graf von Esqués und Herzog von Viça nach.