Erste Sagradische Republik: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 00:07, 27. Nov 2015
Als Erste Sagradische Republik oder Alte Republik (La República Vella) wird in der republikanischen Geschichtsschreibung Sagradiens die Staatsform nach dem Ende des Bürgerkriegs und der Absetzung König Danadiers II. 1721 und vor der Thronbesteigung Marias I. und Johanns III. 1725 bezeichnet, in der Sagradien ohne Monarch regiert wurde. Die vierjährige Periode umfasst das absolute Regiment der Generalstände (Ständeregiment, 1719-1721), die Maiaufstände 1721 und die Semestiner Republik (1721), die Philippkarlistenkriege (1722-1724) und die sogenannte Prinzipatszeit (1723-1725)
Die Bezeichnung Erste Republik ist umstritten und wird von einigen Historikern heute gemieden. Von Monarchisten wurde diese Phase traditionell als Interregnum bezeichnet. Erst nach der Ausrufung der Sagradischen Republik im Jahr 1893 setzte sich der Begriff Erste Republik für die königslose Zeit 1721-1725 durch, die als Vorbild für die sogenannte Zweite Republik fungierte. Gelegentlich wird auch die gesamte Zeit des sogenannten Ständekönigtums (1725-1756) bis zum Sagradischen Erbfolgekrieg zur Ersten Republik gerechnet.
Inhaltsverzeichnis
Entstehung
Den Beginn der Republik markierte die Absetzung Danadiers II. im Generalakt vom 20. Februar 1721 durch die sagradischen Generalstände. Vorausgegangen war ein erfolgloser royalistischer Staatsstreich gegen die Ständeherrschaft, die mit dem Ende des Bürgerkriegs 1719 begonnen hatte. Mit den Codices Magna Libertatum hatte sich Danadier 1719 zum Kondominium mit den Ständen verpflichten müssen, doch war es in der Folge zu häufigen Auseinandersetzungen und royalistischen Gegenmaßnahmen gekommen. Nach einer Phase der Radikalisierung und dem erfolglosen Januarstaatsstreich 1721 floh der König außer Landes und die Stände beriefen sich auf die Codices Magna, um den König abzusetzen.
In der Folge war Sagradien de facto, aber nicht de jure eine Republik. Stattdessen wurde die Zeit der absoluten Ständeherrschaft als Interregnum betrachtet, bis sich ein König finden würde, der die Rechte der Stände vorbehaltlos anerkennen würde. Als Reichsverweser wurde eine Generaldelegation der Stände unter Vorsitz des Ersten Generaldelegierten Herzog José de Sesín bestimmt. Zum mächtigsten Mann im Reich stieg dessen Sekretär Graf Luis Ambrôsio de Bonavilla auf.
Radikalisierung und Maiaufstand
Die Republik war von Beginn an durch Gegensätze zwischen einer hochadligen Partei auf der einen und einer radikalen, teils auch republikanisch gesinnten Gegenpartei auf der anderen Seite geprägt, die um die Vorherrschaft stritten. Nachdem ein Putschversuch der Radikalen gegen die Regierung Bonavillas im Mai 1721 gescheitert war, ging die mächtige Adelspartei hart gegen die Verschwörer vor. Führende Vertreter der radikalen Opposition wurden hingerichtet, darunter der Semestiner Bürger Luis Otero, dessen Hinrichtung am 23. Mai 1721 zum Ausbruch des blutigen Maiaufstands in der Hauptstadt führte. Dieser richtete sich vor allem gegen den in den Ständen führenden Hochadel und wurde durch die schlechte wirtschaftliche Lage angetrieben.
In der sogenanten Maiblutnacht vom 23. auf den 24. Mai 1721 stürmte ein wütender Mob den Königspalast am Plazarenya, versuchte Bonavillas und des Herzogs von Sesin habhaft zu werden und tötete mehrere Leibwachen des Regenten. Der Herzog konnte entkommen und floh nach Noyar, die Ständeversammlung musste vor der unterschätzten Eskalation ins nahe Vierna flüchten, wo sie sich aber endgültig zerstritt und spaltete.
Semestiner Republik
In den Morgenstunden des 24. Mai rief die Partei der Radikalen unter der Führung des Kleinadligen Simón Bernord offiziell die Republik aus, erklärte die regierende Generaldelegation der Stände für abgesetzt und übernahm mit einem Heer aus freiwilligen Baronen, Bürgern und Bauern die Herrschaft in der Hauptstadt. Ein Rat der Sieben wurde als diktatorische Regierung eingesetzt, die Führung übernahm Simón Bernord. Er erklärte die Monarchie für beendet und das Volk zum Souverän, in dessen Namen der Rat zu handeln glaubte. Die Kammern der Stadt wurden nun mit Anhängern der Sieben besetzt und zu wesentlichen Vollzugsorganen erklärt.
In der Folge weitete sich der Volksaufstand von Semest aus auf das gesamte Land aus. Im Mai und Juni bildeten sich auch in anderen Städten und teilweise auch auf dem Land radikale Räte und Abordnungen, die sich teilweise den Sieben in Semest unterstellten, teilweise aber auch als eigenständiges Vollzugsorgan auftraten. Die geschockten Generalstände bzw. das was von ihnen übrig geblieben war, aktivierten das stehende Heer unter Carles de Vierna gegen die Usurpatoren in der Hauptstadt.
Den Höhepunkt der Gewalt markeirte die Ermordung des Herzogs von Sesin durch radikale Attentäter am 24. Juli 1721. Royalisten und ehemalige Koalitionäre mussten sich nun gegen die Radikalen behaupten und verbündeten sich zu diesem Zweck. Mehrere Heere der Royalisten und Koalitionäre gingen in der Folge gegen die Aufständischen vor. Im Herbst kam es zur Belagerung von Semest, das im November 1721 eingenommen werden konnte. Simón Bernord wurde auf der Flucht festgenommen und schließlich als Verräter angeklagt und hingerichtet. Die Aufstände der Radikalen sowie diverse Bauernaufstände zogen sich noch bis Mitte 1722 hin und konnten erst dann weitgehend beendet werden.
Philippkarlistenkrieg
Mit der Niederschlagung der radikalen Semestiner Republik im Herbst 1721 wurde ein Weg zur mittelfristigen Rückkehr zur Monarchie eingeschlagen. Im Januar 1722 trat eine neue Ständeversammlung zusammen und wählte einen neuen Staatsrat an ihr Spitze, der von Vertretern des Hochadels dominiert wurde. Die neue Führung der Republik leitete Verhandlungen mit potenziellen Thronanwärtern ein und suchte nach einer Erneuerung des Kondominiums aus König und Ständen. Der aussichtsreichste Thronanwärter Philipp Karl von Viça, Bruder von Danadier II. und von Frankreich unterstützt, verweigerte aber die Anerkennung der Codices Magna und zog eine militärische Entscheidung vor.
Mit einem französisch unterstützten Heer fiel Philipp Karl in Amôria ein, um zunächst sein Herzogtum und anschließend die Krone zu erobern. In mehreren Schlachten gelang es Philipp Karl jedoch nicht, sich gegen das Ständeheer unter der Führung von Prinz Johann Franz von Cuentez zu behaupten. In der Folge eskalierten die Auseinandersetzungen zwischen der Ständepartei und den sogenannten Philippkarlisten aber zum erneuten Bürgerkrieg (Philippkarlistenkrieg). Im Sommer 1924 war der militärische Widerstand Philipp Karls vorerst besiegt, auch wenn es in den Folgejahren immer wieder zu Versuchen der Philippkarlisten kam, den Thron zu erobern.
Rückkehr zur Monarchie
Das Bündnis der Generalstände mit Johann Franz von Cuentez und dessen militärischer Sieg gegen die Philippkarlisten ebneten schließlich den Weg zur Rückkehr zur Monarchie. Nach der Hochzeit Johann Franz' mit Maria von Santori, einer Tochter Danadiers II., im Juli 1723 erhielt Johann den Titel eines Prinzen von Sagradien und einen Sitz im Staatsrat. Nach dem republikanischem Intermezzo kehrte Sagradien au diesem Weg zum sogenannten Kondominium zwischen König und Ständen zurück, das unter Danadier II. gescheitert war. Nach der Zeit des sogenannten Prinzipats Johanns und Marias wurden beide im Febrar 1725 zu König und Königin gekrönt, nachdem sie zuvor ihren Schwur auf die Codices Magna geleistet hatten. Diese wurden nun zum faktischen Grundgesetz der restaurierten sagradischen Monarchie.