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Version vom 14:24, 3. Apr 2013
Der Partido Republicano Liberal (PRL, dt. Liberale Republikanische Partei) war eine liberale sagradische Partei in der frühen Zweiten Republik. Der PRL ging aus den "'Moderatas'", dem gemäßigten (im Gegensatz zum radikalen) Flügel der republikanischen Partei in der Nationalversammlung hervor und schloss in Namensgebung und politischem Programm an den Partido Liberal der konstitutionellen Monarchie an.
Neben dem Partido Radical und der 1897 gegründeten Unión Republicana bildete die PRL eine der drei großen Honoratiorenparteien der frühen Zweiten Republik, bis es schließlich zum Aufstieg der neuartigen Massenparteien Partido Socialista sowie der katholisch-konservativen Acción Popular kam. Aus dem PRL wiederum sowie Teilen der Unionistas ging 1908 im Wesentlichen die Aliança Republicana hervor. Prominente Vertreter der Partei waren José Delacrûce, Ricardo Alemà, Francisco de Brentano und Damián Carnales.
Geschichte
Mit der Januarrevolution 1891 übernahm der bis dahin oppositionelle Partido Republicano unter der Führung von Luis Cavaller die Macht in Sagradien. Bei der Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1891 eroberten die republikanischen Kräfte eine deutliche Mehrheit und setzten damit das Ende der Monarchie in Sagradien durch. Nach der Wahl Cavallers zu ihrem ersten Präsidenten bildete der liberale Republikaner José Delacrûce eine Regierung der moderaten Kräfte der republikanischen Linken, die für allmähliche Reformen statt eines radikalen Umbruchs eintrat. In der Folge entwickelten sich jedoch die Streitfragen der Landreform, des Umgangs mit der katholischen Kirche und den monarchischen Eliten zum Sprengsatz der republikanischen Partei in der Nationalversammlung. Hinzu kamen persönliche Differenzen zwischen den beiden wichtigsten Parteiführern der Republikaner José Delacrûce und Luciano Tropexas. 1894 verließen die radikalen Republikaner die Regierungsmehrheit und gründeten den Partido Republicano Radical, der für rasche Reformen eintrat, zurück blieben die Gemäßigten, die weiterhin die Regierung stellten. In Abgrenzung zu den Radikalen wurden diese nun meist Moderatas, seltener auch Liberales genannt.
In der Folge kam es zum Bruch der Unionistas um Tropexas mit den dominierenden Liberales um Delacrûce. Als Delacrûce die Trennung von Staat und Kirche durchsetzen wollte und dafür die Republikanische Wiedervereinigung mit den Radikalen anstrebte, verließ Tropexas die Partei und gründete die Unionistische Partei. Die zurückbleibenden Anhänger Delacrûces nannten sich fortan Partido Republicano Liberal. Sie stellten bis 1899 die mit Abstand größte Fraktion in der Abgeordnetenkammer, wurden danach aber vom Partido Radical überholt. Der gescheiterte Putsch von 1898 bestärkte die Partei in ihrem reformorientierten Mitte-Links-Kurs, auch wenn die Partei deutlich vorsichtiger auftrat, als die Radikalen. 1899-1903 bildete der PRL eine laizistisch-liberale Koalition mit den Radikalen unter Donado Salgado, welche eine Landreform und die Trennung von Staat und Kirche zum Ziel hatte. Obwohl beide Ziele verfehlt wurden, konnte der PRL mit den Radikalen einige Reformen durchsetzen. Nach einer schweren Niederlage bei der Parlamentswahl 1903 stand die Partei in Opposition zur rechten "Regierung der Moral" der Unionisten.
In der Opposition kam es zum allmählichen Zerfall der Partei, nachdem sich einige Abgeordnete der Regierungsmehrheit angeschlossen hatten und bei den Präsidentschaftswahlen 1905 den Kandidaten der Unionisten unterstützten. Die Spaltung der Unionistischen Partei im Jahr 1907 führte zu einer Umstrukturierung des PRL. Während sich eine linke Fraktion mit Anhängern des alten Partido Progresista zum Partido Republicano Progresista vereinten, verbündete sich die Mehrheit des PRL mit Mitgliedern der zerfallenden Unionistischen Partei und versuchte die Republikanische Partei in ihrer alten Zusammensetzung wiederherzustellen. Die im Jahr 1908 daraus hervorgegangene Aliança Republicana knüpfte als liberale Partei mit gemäßigt-säkularem Mitte-Rechts-Profil sowohl personell als auch programmatisch unmittelbar an die PRL an und kann als Nachfolgepartei angesehen werden. Die Allianz bestand - wenn auch mit abnehmendem Erfolg - bis zum Ende der Zweiten Republik und repräsentierte bis dahin die liberal-republikanische Tradition.