Zweite Sagradische Republik: Unterschied zwischen den Versionen

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Als '''Zweite Sagradische Republik''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Segona República Sagradêsa'') wird die [[Geschichte Sagradiens|Geschichte]] [[Sagradien]]s zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und der Ablösung der parlamentarisch-demokratischen Republik durch den autoritär-korporatistischen [[Estado Sagradês]] 1938 bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes.  
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Als '''Zweite Sagradische Republik''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Segona República Sagradêsa'') wird die [[Geschichte Sagradiens|Geschichte]] [[Sagradien]]s zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes. Mit Ausbruch des Weltkriegs wurde Sagradien mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] unter [[Manuel Álamo Igualde]] zunehmend autoritär regiert (siehe [[Estado Sagradês]]. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte mit der [[Verfassung von 1946]] die [[Dritte Sagradische Republik]].
  
 
== Politisches System ==
 
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Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des [[Partido Socialista]] einerseits, der den [[Partido Radical]] als größte Linkspartei ablöste, und der [[Acción Popular]] andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die [[Aliança Republicana]] und der [[Partido Unionista]] zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die [[Volksunion]] hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte.  
 
Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des [[Partido Socialista]] einerseits, der den [[Partido Radical]] als größte Linkspartei ablöste, und der [[Acción Popular]] andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die [[Aliança Republicana]] und der [[Partido Unionista]] zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die [[Volksunion]] hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte.  
  
In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1920er Jahre traten mit der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] und mehreren faschistischen Gruppierungen neue Gegner der Republik auf die politische Bildfläche, doch wuchsen auch in der UP die Kräfte, die eine konservativ-autoritäre Umgestaltung der Republik anstrebten und den liberalen Konsens der Republik aufkündigten. In den 1930er Jahren standen sich schließlich die linke [[Volksfront]] und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Im zunehmend bürgerkriegsähnlichen Klima suchten die konservativ-katholischen Kräfte eine Stabilisierung durch eine autoritäre Reform der Republik, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Auf der anderen Seite suchten Teile der gegen die "faschistische" Bedrohung verbündeten Linken die Polarisierung zugunsten einer sozialistischen Revolution zu nutzen. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter [[Santiago Laval]] scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte zu einer weiteren Eskalation der Lage, in der sich das Militär unter General [[Oscar Romero Castro]] zum Putsch entschied. In der Folge wurde der Führer der katholischen Rechten, [[Manuel Álamo Igualde]], Ministerpräsident und reorganisierte die Rechte unter dem Dach der angeblich überparteilichen [[Comunión Nacional]]. Die Linksparteien wurden verboten und die Republik in den autoritär-ständischen [[Estado Sagradês]] überführt.
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In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre standen sich schließlich die linke [[Volksfront]] und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Zudem erhielt die Republik mit der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] und mehreren faschistischen Gruppierungen wie der [[Frente Fraternal]] und der Bewegung der [[Divisionisten]] neue Gegner. Auch innerhalb der konservativ-katholischen Rechten wuchs die Kritik am parlamentarischen System und wurde der Ruf nach einer autoritären Reform der Republik laut, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter [[Santiago Laval]] scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte 1938 zum Wahlsieg der Rechten unter [[Manuel Álamo Igualde]], der als Ministerpräsident im Angesicht der Bedrohung des Zweiten Weltkriegs zu einer autoritären Umgestaltung ansetzte und zur Sammlung der nationalen Kräfte unter dem Banner der [[Comunión Nacional]] ansetzte.
  
 
== Geschichte der Zweiten Republik ==
 
== Geschichte der Zweiten Republik ==
  
 
siehe dazu [[Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert]]
 
siehe dazu [[Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert]]

Version vom 15:20, 3. Feb 2013

Als Zweite Sagradische Republik (sagr. Segona República Sagradêsa) wird die Geschichte Sagradiens zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes. Mit Ausbruch des Weltkriegs wurde Sagradien mit den Augustgesetzen 1940 unter Manuel Álamo Igualde zunehmend autoritär regiert (siehe Estado Sagradês. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte mit der Verfassung von 1946 die Dritte Sagradische Republik.

Politisches System

Verfassungsordnung

Als konstitutionelle Grundlagen der Zweiten Republik können das provisorische Novemberstatut 1891, die parlamentarische Aprilverfassung 1892 sowie die konservativ orientierten Januarrevisionen 1895 gelten. Nach der Revision von 1895 war die Verfassung - mit mehreren weniger umfassenden Änderungen - bis 1938 gültig und wurde schließlich durch die autoritär-ständestaatliche Augustverfassung des Estado Sagradês abgelöst.

In der Januarrevolution 1891 erklärte die königliche Abgeordnetenkammer die Nobelnkammer für aufgelöst und übertrug die Regierungsmacht bis zur Wahl einer verfassungsgebenden Nationalversammlung im April an eine provisorische Exekutive. Das Einkammerprinzip sollte fortan das monarchische Zweikammerprinzip ablösen. Die neue republikanisch dominierte Nationalversammlung delegierte schließlich die Exekutivbefugnisse auf den Volksrat unter Führung von Volksratspräsident Luis Cavaller und Kriegsminister Luis María del Castos, die aber jederzeit von der Versammlung abberufen werden konnten.

Im Novemberstatut 1891 und schließlich in der darauf basierenden Aprilverfassung 1892 wurde das Einkammerprinzip bestätigt. Sagradien wurde als "demokratische, soziale und unteilbare Republik" konstituiert. Die Legislative lag fortan bei der für drei Jahre nach allgemeinem Männerwahlrecht gewählten gesetzgebenden Nationalversammlung, die ihrerseits die Exekutive unter Führung des Präsidenten der Republik wählte. Dessen Regierung, nominell vom Präsidenten des Ministerrats angeführt, war dem Parlament verantwortlich und konnte von diesem entlassen werden.

Die mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Verfassung geriet bereits nach der erstmaligen Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1892 in die Kritik. Die gestärkten konservativen Kräfte kritisierten vor allem die ungezügelte Parlamentsherrschaft und die angebliche Abhängigkeit des Präsidenten vom Parlament, die sie als Ursprung politischer Instabilität ansahen. Nach einer politischen Krise im Jahr 1894 setzten die konservativen Kräfte schließlich eine umfassende Verfassungsrevision (Januarrevisionen 1895) durch. Die gesetzgebende Nationalversammlung wurde durch eine Zweikammerarchitektur ersetzt, bestehend aus einer alle vier Jahre direkt gewählten Abgeordnetenkammer und einem nicht direkt gewählten Rat der Republik, der von einem eigenen Wahlmännergremium, bestehend aus lokalen Amtsträgern, bestellt wurde und ein konservatives Gegengewicht gegen den ungebändigten Parlamentswillen darstellen sollte.

Der Präsident der Republik sollte fortan für eine Amtszeit von sieben Jahren durch die gemeinsame Versammlung der Abgeordneten und der Räte gewählt werden und nicht abwählbar sein. Seine Stellung wurde zusätzlich gestärkt, indem ihm das Recht zugestanden wurde, die Abgeordnetenkammer mit Zustimmung des Rats der Republik aufzulösen. Mit den Januarrevisionen ging das parlamentarische in ein semipräsidentielles Regierungssystem über, in dem der Präsident eine starke konstitutionelle Stellung einnahm. Die von ihm berufene Regierung (Ministerrat) blieb aber vom Vertrauen der Abgeordnetenkammer abhängig, auch wenn ein formales Misstrauensvotum nicht vorgesehen war.

Parteien

Die in der Zeit der konstitutionellen Monarchie prägende Spaltung der sagradischen Politik in ein monarchisch-konservatives und konstitutionell-liberales Lager wurde am Übergang zur Republik abgelöst durch die Polarisierung zwischen Anhängern und Gegnern der Republik. Nach den negativen Erfahrungen mit dem autokratischen Verfassungsrevisionismus der Rechten in der Regierungszeit Philipps VIII. stellten sich in der Januarrevolution 1891 große Teile des liberalen Bürgertums auf die Seite der Republik und bescherten bei den Aprilwahlen 1891 der republikanischen Partei eine deutliche Mehrheit. Der liberal-republikanische Verfassungskonsens von 1891/92 prägte die bürgerlich-liberale Gestalt der Republik, an der auch weitere Verfassungskorrekturen bis 1895 nichts ändern konnten.

In den folgenden Auseinandersetzungen um die konkrete Ausgestaltung der Republik kam es aber bald zu einer Ausdifferenzierung und Spaltung der republikanischen Partei in einen radikalen Flügel (Radicales) und eine moderate Strömung (Moderatas). Während die Moderatas zunächst dominierten und mit Maßnahmen wie der Januarrevision 1895, dem Schutz des Eigentums und des Großgrundbesitzes sowie der katholischen Kirche den Schulterschluss mit konservativen Republikgegnern suchten, drängten die Radicales auf soziale und vor allem laizistische Reformen. Der Kulturkampf um das Verhältnis von Staat und Kirche spaltete die politische Landschaft schließlich in radikale und liberale Laizisten einerseits und konservativ-katholische Republikaner (Unionistas) und Republikgegner andererseits. Der Regierung der laizistisch-liberalen Linken ("Sinistra laica") folgte 1903 eine rechte "Koalition der Moral", die aber letztlich an innerer Zerstrittenheit daran scheiterte, die Republik in Richtung eines konservativ-korporatistischen Staats umzuwandeln.

Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des Partido Socialista einerseits, der den Partido Radical als größte Linkspartei ablöste, und der Acción Popular andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die Aliança Republicana und der Partido Unionista zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die Volksunion hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte.

In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre standen sich schließlich die linke Volksfront und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Zudem erhielt die Republik mit der Sagradischen Kommunistischen Partei und mehreren faschistischen Gruppierungen wie der Frente Fraternal und der Bewegung der Divisionisten neue Gegner. Auch innerhalb der konservativ-katholischen Rechten wuchs die Kritik am parlamentarischen System und wurde der Ruf nach einer autoritären Reform der Republik laut, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter Santiago Laval scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte 1938 zum Wahlsieg der Rechten unter Manuel Álamo Igualde, der als Ministerpräsident im Angesicht der Bedrohung des Zweiten Weltkriegs zu einer autoritären Umgestaltung ansetzte und zur Sammlung der nationalen Kräfte unter dem Banner der Comunión Nacional ansetzte.

Geschichte der Zweiten Republik

siehe dazu Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert