Philipp IX. Ludwig: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Gabriel VIII.''' (von Sagradien) (*1710, †1770) war Graf von Macôn, [[Großherzog von Servette]] (1737-1747) sowie [[König von Sagradien]] [[König von Cuentez|und Cuentez]] (1747-1770). Als solcher war er der erste sagradische König aus dem [[Haus Vienne]] und Begründer der sagradischen Königsdynastie der Vienne. Gabriel beanspruchte als Urenkel [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] nach dem Tod [[Lukas I.|Lukas’ I.]] aus dem [[Haus Santori]] die sagradische Krone und gewann sie im [[Sagradischer Erbfolgekrieg 1744-1747|Erbfolgekrieg von 1744-1747]].
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Philipp Ludwig von Vienne (*1715, †1792, ''Philippe-Louis de Vienne'', ''Filipe Luis de Viena'') war als '''Philippe-Louis I.''' souveräner [[Herzog von Vienne]] (1740-1757) und Graf von Macôn sowie als '''Philipp IX. Ludwig''' [[König von Sagradien]] (1757-1792) und [[Fürst von Cuentez]] (1765-1792). Als Urenkel [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] war er nach der Abdankung der letzten [[Santori]]-Königin [[Maria II.]] der erste sagradische König aus dem [[Haus Vienne]] und Begründer der sagradischen Königsdynastie der Vienne.  
  
 
=== Herkunft ===
 
=== Herkunft ===
Louis-Gabriel François Philippe de Bourbon duc de Vienne wurde 1710 als Sohn [[Antoine de Bourbon]]s, Herzog von Vienne und als Antonio I. Herzog von Mantua, und dessen zweiter Ehefrau Ana María de Santori-Valier, Schwester der sagradischen Könige [[Danadier II.]] und [[Peter II.]] in Versailles geboren. Er stammt aus dem [[Haus Vienne]], einer Nebenlinie der französischen Bourbonen. Sein Vater Antoine de Bourbon-Vienne wurde 1708 als Sohn Maria Francesca de Gonzagas souveräner Herzog von Mantua und heiratete daraufhin die Santori-Prinzessin Ana María. Louis-Gabriels Urgroßvater mütterlicherseits war damit [[Gabriel VII.]] von Sagradien. Danadier II. und Peter II., der letzte König vor der [[Aufstand vom 23. Mai 1721|Revolution von 1721]], waren seine Onkel, [[Maria I.]] von Sagradien seine Cousine ersten Grades. Gabriels älterer Bruder [[Luigi IV. von Mantua|Louis Joseph]] aus der ersten Ehe seines Vaters folgte diesem 1725 (als ''Luigi IV.'') als Herzog von Mantua nach.
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Philippe-Louis François Antoine duc de Vienne wurde 1712 als Sohn [[Antoine duc de Vienne]]s und dessen zweiter Ehefrau [[María Cristina de Sántori]], Schwester des sagradischen Königs [[Danadier II.]], in Versailles geboren. Er stammt aus dem [[Haus Vienne|Haus der Herzöge von Vienne]]. Sein älterer Halbbruder war [[Charles-Lucien II. duc de Vienne]], seine Halbschwester [[Charlotte de Vienne]], dritte Ehefrau von Herzog [[Joseph-August von Sessin]]. Philippe-Louis' Urgroßvater mütterlicherseits war [[Gabriel VII.]] von Sagradien, Danadier II. sein Onkel, [[Maria I.]] von Sagradien seine Cousine ersten Grades. Zudem  stammte Philippe-Louis auch väterlicherseits von König [[Danadier I.]] und seiner Tochter [[María Catarina de Sántori]] ab.
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Zunächst trug Philipp Ludwig den Titel eines Grafen von Mâcon. Mit 19 Jahren heiratete er seine erste Frau Marie Josephine d'Orléans. Das Eheglück weilte jedoch nur kurz, bereits 1735 starb Marie-Josephine bei der Geburt eines Sohnes, der ebenfalls die ersten 12 Monate nicht überlebte. 1737 heiratete Philipp Ludwig schließlich in zweiter Ehe die [[Santori]]-Prinzessin [[Maria Julia von Sessin]], genannt "Marijol", eine Tochter [[Joseph-August von Sessin|Herzog Joseph August von Sessin]]s aus dessen erster Ehe und ebenfalls Urenkelin [[Gabriel VII.|Gabriels VII. von Sagradien]]. Die Ehe wurde maßgeblich durch Philippe-Louis' ältere Halbschwester [[Charlotte de Vienne]] herbeigeführt, die als Witwe Joseph-Augusts zugleich Stiefmutter Marijols war. Aus der Ehe mit Marijol ging 1740 Philipp Ludwigs ältester Sohn [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel]] hervor, ehe drei weitere Söhne folgten.
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=== Aufstieg zum König ===
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Durch seine Ehe mit einer [[Santori]]-Prinzessin konnte Philipp Ludwig die bestehenden Verbindungen seiner Familie zum sagradischen Königshaus und zum ansässigen Hochadel verstärken, wo sein Schwager Herzog [[David Alexander von Sessin]] als engster männlicher Verwandter Königin [[Maria I.|Marias I.]] eine Schlüsselstellung einnahm. Nach dem Ausbruch des Österreichischen Erbfolgekriegs im Jahr 1740 stieg Philipp Ludwig zum Heerführer der sagradischen Truppen auf, 1748 erhielt er den Titel eines Marschalls.
  
=== Servettinischer Erbfolgekrieg ===
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1753 starb der minderjährige König [[David II.]] und seine ältere Schwester [[Maria II. Franziska|Maria Franziska]] übernahm den Thron. Ihre Amtszeit war von Ränkespielen im Adel, Skandalen und politischen Affären um ihren ehrgeizigen Ehemann [[Anton Piakónski]] und den ebenfalls nach Macht strebenden Günstling [[Francisco de Montxerent]] geprägt.  
Zunächst trug Louis-Gabriel den Titel eines Grafen von Mâcon. Nach der Hochzeit mit seiner ersten Frau Marie Josephine d'Orléans im Alter von 17 Jahren erhielt Louis-Gabriel de Bourbon den Titel eines Prinzen von Mantua. Das Eheglück weilte jedoch nur kurz, bereits 1731 starb Isabella bei der Geburt eines Sohnes, der ebenfalls die ersten 12 Monate nicht überlebte. 1732 heiratete Gabriel schließlich in zweiter Ehe die erst 16-jährige Santorier-Prinzessin [[Maria I. von Servette|Maria von Servette]], Tochter des regierenden Großherzogs [[Ludwig Philipp II. von Servette]].  
 
  
1734 kam Gabriels ältester Sohn [[Gabriel X.|Gabriel Henri Alexandre Antoine]] zur Welt, ein Jahr später [[Joseph Ludwig I.|Joseph Louis Philippe François]]. Im gleichen Jahr starb Ludwig Philipp II. und Marias Bruder [[Karl VIII. Ferdinand]] bestieg den Thron in Servette. Da er jedoch bis dahin kinderlos war, zeichnete sich eine Thronfolge Marias ab, sollte Karl Ferdinand keine Kinder mehr bekommen. Bereits zu dieser Zeit rüstete König [[Karl X. von Micolinien]], der selbst mit Marias jüngerer Schwester Antonia verheiratet war, für einen möglichen Krieg, da er vorhatte, sich die Servettinischen Lande einzuverleiben. Der beschriebene Fall trat mit dem Tod Karl Ferdinands im Jahr 1737 tatsächlich ein und Gabriels Ehefrau bestieg als Maria I. selbst den Thron in Servette. Gabriel wurde damit Mitregent in Servette, doch erkannte Karl X. die Nachfolge erwartungsgemäß nicht an und machte für seine Frau Antonia eigene Ansprüche geltend, wodurch es zum Krieg kam, in dem sich das von Frankreich und Spanien unterstützte Paar Maria/Louis-Gabriel vorerst durchsetzen konnte. Im [[Nantheser Ausgleich]] von 1739 musste Karl X. Maria I. von Servette als Großherzogin anerkennen.
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Mit dem Tod des [[David Alexander von Sessin|Herzogs von Sessin]] im Jahr 1755 stieg Philippe-Louis' Ehefrau Marijol als jüngere Schwester des Herzogs und Urenkelin [[Gabriel VII|Gabriels VII.]] zur Präsumptiverbin der sagradischen Krone auf, Philippe-Louis selbst belegte – ebenfalls als Urenkel Gabriels VII. den zweiten Platz in der Thronfolge. Als potenzieller Nachfolger der Königin wurde Philippe-Louis vor allem von der anti-marianischen Opposition bevorzugt, die sich nach einem starken männlichen König sehnte, um den Einfluss der einflussreichen Partei um den [[Francisco de Montxerent|Grafen von Montxerent]] zu beschneiden. In dieser Zeit wurde der Herzog von Vienne in Pamphleten auch als "letzter Sántori" bezeichnet und damit als Thronkandidat in Stellung gebracht.
  
=== Sagradischer Erbfolgekrieg ===
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Nach einer Reihe von Intrigen am Hof, einer schweren Niederlage der sagradischen Armee gegen die Truppen Großbritanniens im beginnenden Siebenjährigen Krieg und wachsenden Unruhen in den Ständen sah sich die unpopuläre Königin [[Maria II.]] 1757 schließlich zur Abdankung genötigt. Die persönliche Rolle Philippe-Louis in den Machenschaften, die zum Sturz Marias führten, ist bis heute ungeklärt. Als Nachfolger Marias setzte die antimarianische Partei den Herzog von Vienne durch, der als Urenkel Gabriels VII. über königliches Blut verfügte und zudem als souveräner Herzog von Vienne das nötige Prestige mitbrachte, ohne den Ständen aber als übergroße Bedrohung zu erscheinen. Seine in der Thronfolge noch vor ihm platzierte Ehefrau Marijol verzichtete zugunsten ihres Mannes auf den Thron.
In der Folge zeichnete sich jedoch in Sagradien ein neuerlicher Erbfolgekrieg ab. Nach dem Tod [[Maria I.|Marias I.]] von Sagradien 1735 hatten die dortigen Stände ihren Ehemann [[Lukas I.]] als alleine regierenden König anerkannt. Da dieser jedoch ohne männlichen Erben war, versuchte er seine Tochter [[Maria II.|Maria Franziska]] und ihren Mann [[Anton II.|António de Piacone]] als Thronfolger durchzusetzen. Da sich Lukas I. aber im Österreichischen Erbfolgekrieg seit 1740 in der antifranzösischen Allianz befand, erkannte Frankreich, die Nachfolgeregelung Lukas' I. nicht an und machte für Louis-Gabriel und seine Frau Maria von Servette Ansprüche auf das Erbe der Santori geltend, die von Maria selbst, aber auch von Louis-Gabriel als Nachkomme Gabriels VII. stammten. Mit dem Tod Lukas' I. und der Erhebung Marias und Antons durch die sagradischen Stände im Jahr 1744 wurde der Streit aktuell und Frankreich erhob Louis-Gabriel als Gabriel VIII. zum neuen sagradischen König und damit zum Gegenspieler der als anti-französisch bekannten Maria II. Franziska und Anton II. Ramón. Unmittelbar in der Folge marschierte Karl X. von Micolinien mit einem Heer in Servette ein und widerrief die Nantheser Regelungen.
 
  
Im [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg]] standen sich nun erneut Frankreich als Unterstützer der Bewerbung Louis-Gabriels de Bourbon und Micolinien als Unterstützer [[Anton II.|António Ramón de Piacone]] gegenüber. Karl X. hoffte damit, seine Ansprüche auf Servette erneuern zu können. Als Louis-Gabriels Frau Maria von Servette 1745 selbst starb und damit als Angehörige der Linie Santori-Servette nur noch Karls Frau Antonia übrig blieb, stärkte dies die Ansprüche Micoliniens auf Servette, welche von Maria II. und Anton II. vertraglich bestätigt wurden. Im Krieg um Sagradien konnte sich Frankreich aber bald durchsetzen, dem es gelang, König Anton II. in der [[Schlacht von Cavalla]] zu besiegen und gefangen zu nehmen und die Absetzung Marias II. als Königin durchzusetzen. Diese hatte durch Affären und Intrigen am Hof zuvor bereits die Unterstützung großer Teile des sagradischen Klerus und Hochadels verloren. In geheimen Verhandlungen mit den sagradischen [[Generalstände]]n sicherte Louis-Gabriel nun zu, den Eid auf die [[Codices Magna]], das Staatsgrundgesetz seit 1722/23, zu leisten und damit die Macht der Stände anzuerkennen, was bereits für seine Vorgänger Lukas I. und Anton II. unumgänglich gewesen war. Die Stände erkannten Louis-Gabriel und seine 1745 gestorbene Frau Maria posthum als Erben der Santori-Dynastie an.
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=== Königsherrschaft ===
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Nachdem er sich bereit erklärt hatte, die [[Codices Magni]] der sagradischen Stände zu beschwören, wurde der Herzog von Vienne 1758 in der Kathedrale von [[Noyar]] als Philipp IX. zum sagradischen König gekrönt. Er war der erste [[Allergläubigster König|Allergläubigste König]] seit 300 Jahren, der nicht in männlicher Linie dem [[Haus Santori]] entstammte und der erste seit Jahrhunderten, der nicht in Sagradien geboren war.  
  
Im folgenden [[Friede von Tinagua]] 1747 kam es schließlich zum französisch-micolinischen Ausgleich, in dem Micolinien die Herrschaft Gabriels VIII. als König von Sagradien anerkennen musste. Im Gegenzug musste Gabriel nach dem Tod seiner Frau jedoch auf das Großherzogtum verzichten, das an Micolinien fiel, welches das Gebiet wieder in sein eigenes Territorium inkorporierte. Diese Regelung entsprach auch dem 1669 geschlossenen [[Friede von Villagua]], der die Trennung Servettes und Sagradiens vorgeschrieben hatte.
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Gegen den Thronwechsel vom [[Haus Santori]], das seit genau 300 Jahren regiert hatte, zum [[Haus Vienne]] gab es im Land jedoch Widerstände. Obwohl sich das Königreich nach dem Beginn des Siebenjährigen Kriegs nach einem starken Führer sehnte, verweigerte der tulinesische Reichsteil als traditionelle Hochburg der Santori seine Zustimmung zum Königtum Philipp Ludwigs und revoltierte gegen den Herrscher. Erst um 1762 gelang es dem König, die [[Comitensische Rebellion]] niederzuschlagen und die Kontrolle über das aufständische Tulis zu gewinnen.  
  
=== Königtum ===
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Philipp IX. Ludwig regierte in Sagradien, ohne jedoch die Landessprache zu verstehen. Dennoch gelang es ihm in seiner Regierungszeit, sein Königtum zu konsolidieren, die Macht der Generalstände einzudämmen und die Thronfolge des Hauses Vienne gegen alle Widerstände zu sichern.  
Mit seiner offiziellen Thronbesteigung im Jahr 1747 begründete Louis-Gabriel de Bourbon-Vienne als Gabriel VIII. das sagradische Königtum der Dynastie Bourbon-Vienne. Der tulinesisch-cuentesische Reichsteil verweigerte aber seine Zustimmung und revoltierte gegen den Bourbonen-Herrscher, der erst um 1750 die Kontrolle über das aufständische Tulis zu gewinnen vermochte. Gabriel VIII. regierte in Sagradien, ohne jedoch die Landessprache zu verstehen. Dennoch gelang es ihm in seiner kurzen Regierungszeit, sein Königtum zu konsolidieren, die Macht der Generalstände einzudämmen und die Thronfolge des Hauses Vienne gegen alle Widerstände zu sichern. Besonders Gabriels leitender Minister, der Franzose [[Alphonse de Calogny]], arbeitete energisch daran, die Macht der Stände einzuschränken und eine absolute Monarchie nach französischem Vorbild zu installieren.
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Besonders Philipp Ludwigs leitender Minister, der Franzose [[Alphonse de Calogny]], arbeitete energisch daran, die Macht der Stände einzuschränken und eine absolute Monarchie nach französischem Vorbild zu installieren. Eine wichtige Rolle spielte zudem Philipp Ludwigs Frau, Königin [[Marijol de Sántori|Maria Julia]], die äußerst populär war und im Volk nur "Rêina Marijol" genannt wurde. Als "die letzte Sántori", wie sie später auch bekannt war, war sie zudem wichtig, um dem dynastischen Übergang vom [[Haus Sántori]] zum [[Haus Vienne]] zusätzlich Legitimität zu verleihen.
  
 
=== Lex Generalis und absolutistische Innenpolitik ===
 
=== Lex Generalis und absolutistische Innenpolitik ===
In der [[Lex Generalis]] von 1755 wurden die Bestimmungen der Codices Magna zwar nicht aufgehoben, faktisch aber ausgehöhlt und untergraben. Ihre Gültigkeit trat hinter die der Lex Generalis, die nun die Erbmonarchie mit nur sehr beschränktem Einfluss der Stände restaurierte. Statt des Rechts, den neuen König frei auszurufen und den Eid zu verlangen, konnten die Stände fortan nur noch den von Gottes Gnaden und Abstammung thronberechtigten König bestätigen und auch nur noch den Eid auf die Privilegien verlangen. Erst zehn Jahre nach ihrem Inkrafttreten wurde die Lex Generalis 1765 von einer kleinen Ständeversammlung bestätigt. Damit wurde auch das Comitat-[[Königreich Cuentez]]-Tulis in den sagradischen Staat inkorporiert und damit auch de jure der letzte Schritt von der Personal- zur Realunion der sagradischen und cuentezischen Krone gemacht. Die bis dahin rechtlich fortbestehenden Teilkönigreiche des Landes Scantia, Sarmay, Gólica, Malesc-Alconía, Liez-Corar und schließlich Cuentez-Tulis wurden aufgelöst und das Land damit weitestgehend zentralisiert.
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In der [[Lex Generalis]] von 1765 wurden die Bestimmungen der Codices Magni zwar nicht aufgehoben, aber in einem königsfreundlichen Sinn neu interpretiert. Statt des Rechts, den neuen König frei auszurufen und den Eid zu verlangen, konnten die Stände fortan nur noch den von Gottes Gnaden und Abstammung thronberechtigten König bestätigen und auch nur noch den Eid auf die Privilegien verlangen. Erst zehn Jahre nach ihrem Inkrafttreten wurde die Lex Generalis 1765 von einer kleinen Ständeversammlung bestätigt. Damit wurde auch das [[Fürstentum Cuentez]] in den sagradischen Staat inkorporiert.
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Gleichzeitig zu seiner auf einen Ausbau der monarchischen Gewalt ausgerichteten Politik gegenüber den Ständen versuchte auch die Macht der katholischen Kirche in Sagradien einzudämmen und zeigte sich von den Ideen der Aufklärung inspiriert. Er gilt daher als Vorzeigepolitiker eines aufgeklärten Absolutismus in Sagradien, auch wenn die Bezeichnung als absolutistischer Herrscher mittlerweile in der Forschung umstritten ist.
  
 
=== Außenpolitik ===
 
=== Außenpolitik ===
Außenpolitisch setzte Gabriel VIII. zunächst entgegen der Erwartungen keine radikale Kursänderung durch, schwenkte jedoch mit der Zeit auf ein Bündnis mit Frankreich und Spanien ein, womit er letztlich doch mit der pro-englischen und pro-micolinischen Politik seiner Vorgänger brach. Als Hauptgegner wurde nun vielmehr England betrachtet, von dem man die 1713 verlorenen Stützpunkte an der Keltischen See zurückverlangte. 1757 griff Sagradien aufseiten Österreichs und Frankreichs in den Siebenjährigen Krieg ein, wo es hauptsächlich um Kolonien gegen England kämpfte. Im [[Friede von San Docién|Separatfrieden von San Docién]] musste Sagradien 1761 den Verlust einiger Kolonien in Amerika hinnehmen, [[Cereza]] und [[La Cripón]] blieben zunächst britisch, sodass der Gegensatz mit Großbritannien eine Fortsetzung fand.
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Nach seinem Amtsantritt setzte Philipp Ludwig den unter seiner Vorgängerin begonnen Krieg gegen England fort, erreichte aber nicht die Rückeroberung der englischen Besitzungen an der Keltischen Küste. Um dieses Ziel zu erreichen, griff Sagradien 1779 auf Seiten der Kolonisten in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ein und begann erneut einen Krieg mit England. Im Frieden von Paris von 1783 sicherte sich Sagradien Fischereirechte in Nordamerika sowie den Besitz mehrerer strategisch bedeutender Karibikinseln.
  
 
=== Tod und Nachfolge ===
 
=== Tod und Nachfolge ===
Gabriel VIII. starb im Jahr 1770 im Alter von 58 Jahren. Nachfolger als König wurde sein ältester Sohn [[Gabriel IX.]] (*1734), der jedoch bereits 1777 starb, ohne einen Erben zu hinterlassen, sodass sein jüngerer Bruder [[Joseph Ludwig I.]] (*1737) den Thron übernahm. Gabriels VIII. jüngster Sohn [[Karl Johann Herzog von Viena]] begründete die Nebenlinie der Herzöge von Viena, die mit [[Emil I. Johann]] 1829 selbst den Thron bestieg.
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1781 machte Philipp Ludwig den Piemontesen [[Gian Antonio Nivelli]] (Jean Antoine Nivelli) zu seinem leitenden Minister (bis 1787).
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Der König starb im Jahr 1792 im hohen Alter von fast 77 Jahren. Nachfolger auf dem Thron wurde sein Sohn Louis-Gabriel, der als [[Gabriel VIII.]] den Thron bestieg, aber nur kurze Zeit regierte.
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=== Nachkommen ===
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Aus der 1734 geschlossenen Ehe mit Marie Josephine d'Orléans ging ein Junge hervor, der aber nach wenigen Monaten starb:
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* Antoine (*/†1735)
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Nach dem Tod Marie Josephines auf dem Kindsbett schloss Philippe-Louis 1737 eine zweite Ehe mit [[María Júlia de Sántori]] (*1715, †1768), genannt "Marijol". Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor:
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* Marie-Josephine (*1738) ∞ (2) Louis-Philippe I., Duc d'Orléans
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* [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel]] (*1740, †1797), Comte de Macôn, späterer [[König von Sagradien]] (1792-1797)
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* Philippe (*1742, †1752), Marquis de Chably
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* [[Ludwig Anton Herzog von Ostino|Louis-Antoine]] (*1745, †1802), späterer [[Herzog von Ostino]]
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* Anne-Therese (*1747) ∞ Erzherzog Karl Joseph von Österreich
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* [[Karl Johann Herzog von Vuelta|Charles-Jean]] (*1750, †1797), späterer [[Herzog von Vuelta]]  
  
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]
 
[[Kategorie: König von Sagradien]]
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[[Kategorie: Haus Vienne]]

Aktuelle Version vom 3. Januar 2026, 20:18 Uhr

JosephEmanuelPortugal.jpg

Philipp Ludwig von Vienne (*1715, †1792, Philippe-Louis de Vienne, Filipe Luis de Viena) war als Philippe-Louis I. souveräner Herzog von Vienne (1740-1757) und Graf von Macôn sowie als Philipp IX. Ludwig König von Sagradien (1757-1792) und Fürst von Cuentez (1765-1792). Als Urenkel Gabriels VII. war er nach der Abdankung der letzten Santori-Königin Maria II. der erste sagradische König aus dem Haus Vienne und Begründer der sagradischen Königsdynastie der Vienne.

Herkunft[bearbeiten]

Philippe-Louis François Antoine duc de Vienne wurde 1712 als Sohn Antoine duc de Viennes und dessen zweiter Ehefrau María Cristina de Sántori, Schwester des sagradischen Königs Danadier II., in Versailles geboren. Er stammt aus dem Haus der Herzöge von Vienne. Sein älterer Halbbruder war Charles-Lucien II. duc de Vienne, seine Halbschwester Charlotte de Vienne, dritte Ehefrau von Herzog Joseph-August von Sessin. Philippe-Louis' Urgroßvater mütterlicherseits war Gabriel VII. von Sagradien, Danadier II. sein Onkel, Maria I. von Sagradien seine Cousine ersten Grades. Zudem stammte Philippe-Louis auch väterlicherseits von König Danadier I. und seiner Tochter María Catarina de Sántori ab.

Zunächst trug Philipp Ludwig den Titel eines Grafen von Mâcon. Mit 19 Jahren heiratete er seine erste Frau Marie Josephine d'Orléans. Das Eheglück weilte jedoch nur kurz, bereits 1735 starb Marie-Josephine bei der Geburt eines Sohnes, der ebenfalls die ersten 12 Monate nicht überlebte. 1737 heiratete Philipp Ludwig schließlich in zweiter Ehe die Santori-Prinzessin Maria Julia von Sessin, genannt "Marijol", eine Tochter Herzog Joseph August von Sessins aus dessen erster Ehe und ebenfalls Urenkelin Gabriels VII. von Sagradien. Die Ehe wurde maßgeblich durch Philippe-Louis' ältere Halbschwester Charlotte de Vienne herbeigeführt, die als Witwe Joseph-Augusts zugleich Stiefmutter Marijols war. Aus der Ehe mit Marijol ging 1740 Philipp Ludwigs ältester Sohn Louis-Gabriel hervor, ehe drei weitere Söhne folgten.

Aufstieg zum König[bearbeiten]

Durch seine Ehe mit einer Santori-Prinzessin konnte Philipp Ludwig die bestehenden Verbindungen seiner Familie zum sagradischen Königshaus und zum ansässigen Hochadel verstärken, wo sein Schwager Herzog David Alexander von Sessin als engster männlicher Verwandter Königin Marias I. eine Schlüsselstellung einnahm. Nach dem Ausbruch des Österreichischen Erbfolgekriegs im Jahr 1740 stieg Philipp Ludwig zum Heerführer der sagradischen Truppen auf, 1748 erhielt er den Titel eines Marschalls.

1753 starb der minderjährige König David II. und seine ältere Schwester Maria Franziska übernahm den Thron. Ihre Amtszeit war von Ränkespielen im Adel, Skandalen und politischen Affären um ihren ehrgeizigen Ehemann Anton Piakónski und den ebenfalls nach Macht strebenden Günstling Francisco de Montxerent geprägt.

Mit dem Tod des Herzogs von Sessin im Jahr 1755 stieg Philippe-Louis' Ehefrau Marijol als jüngere Schwester des Herzogs und Urenkelin Gabriels VII. zur Präsumptiverbin der sagradischen Krone auf, Philippe-Louis selbst belegte – ebenfalls als Urenkel Gabriels VII. – den zweiten Platz in der Thronfolge. Als potenzieller Nachfolger der Königin wurde Philippe-Louis vor allem von der anti-marianischen Opposition bevorzugt, die sich nach einem starken männlichen König sehnte, um den Einfluss der einflussreichen Partei um den Grafen von Montxerent zu beschneiden. In dieser Zeit wurde der Herzog von Vienne in Pamphleten auch als "letzter Sántori" bezeichnet und damit als Thronkandidat in Stellung gebracht.

Nach einer Reihe von Intrigen am Hof, einer schweren Niederlage der sagradischen Armee gegen die Truppen Großbritanniens im beginnenden Siebenjährigen Krieg und wachsenden Unruhen in den Ständen sah sich die unpopuläre Königin Maria II. 1757 schließlich zur Abdankung genötigt. Die persönliche Rolle Philippe-Louis in den Machenschaften, die zum Sturz Marias führten, ist bis heute ungeklärt. Als Nachfolger Marias setzte die antimarianische Partei den Herzog von Vienne durch, der als Urenkel Gabriels VII. über königliches Blut verfügte und zudem als souveräner Herzog von Vienne das nötige Prestige mitbrachte, ohne den Ständen aber als übergroße Bedrohung zu erscheinen. Seine in der Thronfolge noch vor ihm platzierte Ehefrau Marijol verzichtete zugunsten ihres Mannes auf den Thron.

Königsherrschaft[bearbeiten]

Nachdem er sich bereit erklärt hatte, die Codices Magni der sagradischen Stände zu beschwören, wurde der Herzog von Vienne 1758 in der Kathedrale von Noyar als Philipp IX. zum sagradischen König gekrönt. Er war der erste Allergläubigste König seit 300 Jahren, der nicht in männlicher Linie dem Haus Santori entstammte und der erste seit Jahrhunderten, der nicht in Sagradien geboren war.

Gegen den Thronwechsel vom Haus Santori, das seit genau 300 Jahren regiert hatte, zum Haus Vienne gab es im Land jedoch Widerstände. Obwohl sich das Königreich nach dem Beginn des Siebenjährigen Kriegs nach einem starken Führer sehnte, verweigerte der tulinesische Reichsteil als traditionelle Hochburg der Santori seine Zustimmung zum Königtum Philipp Ludwigs und revoltierte gegen den Herrscher. Erst um 1762 gelang es dem König, die Comitensische Rebellion niederzuschlagen und die Kontrolle über das aufständische Tulis zu gewinnen.

Philipp IX. Ludwig regierte in Sagradien, ohne jedoch die Landessprache zu verstehen. Dennoch gelang es ihm in seiner Regierungszeit, sein Königtum zu konsolidieren, die Macht der Generalstände einzudämmen und die Thronfolge des Hauses Vienne gegen alle Widerstände zu sichern. Besonders Philipp Ludwigs leitender Minister, der Franzose Alphonse de Calogny, arbeitete energisch daran, die Macht der Stände einzuschränken und eine absolute Monarchie nach französischem Vorbild zu installieren. Eine wichtige Rolle spielte zudem Philipp Ludwigs Frau, Königin Maria Julia, die äußerst populär war und im Volk nur "Rêina Marijol" genannt wurde. Als "die letzte Sántori", wie sie später auch bekannt war, war sie zudem wichtig, um dem dynastischen Übergang vom Haus Sántori zum Haus Vienne zusätzlich Legitimität zu verleihen.

Lex Generalis und absolutistische Innenpolitik[bearbeiten]

In der Lex Generalis von 1765 wurden die Bestimmungen der Codices Magni zwar nicht aufgehoben, aber in einem königsfreundlichen Sinn neu interpretiert. Statt des Rechts, den neuen König frei auszurufen und den Eid zu verlangen, konnten die Stände fortan nur noch den von Gottes Gnaden und Abstammung thronberechtigten König bestätigen und auch nur noch den Eid auf die Privilegien verlangen. Erst zehn Jahre nach ihrem Inkrafttreten wurde die Lex Generalis 1765 von einer kleinen Ständeversammlung bestätigt. Damit wurde auch das Fürstentum Cuentez in den sagradischen Staat inkorporiert.

Gleichzeitig zu seiner auf einen Ausbau der monarchischen Gewalt ausgerichteten Politik gegenüber den Ständen versuchte auch die Macht der katholischen Kirche in Sagradien einzudämmen und zeigte sich von den Ideen der Aufklärung inspiriert. Er gilt daher als Vorzeigepolitiker eines aufgeklärten Absolutismus in Sagradien, auch wenn die Bezeichnung als absolutistischer Herrscher mittlerweile in der Forschung umstritten ist.

Außenpolitik[bearbeiten]

Nach seinem Amtsantritt setzte Philipp Ludwig den unter seiner Vorgängerin begonnen Krieg gegen England fort, erreichte aber nicht die Rückeroberung der englischen Besitzungen an der Keltischen Küste. Um dieses Ziel zu erreichen, griff Sagradien 1779 auf Seiten der Kolonisten in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg ein und begann erneut einen Krieg mit England. Im Frieden von Paris von 1783 sicherte sich Sagradien Fischereirechte in Nordamerika sowie den Besitz mehrerer strategisch bedeutender Karibikinseln.

Tod und Nachfolge[bearbeiten]

1781 machte Philipp Ludwig den Piemontesen Gian Antonio Nivelli (Jean Antoine Nivelli) zu seinem leitenden Minister (bis 1787).

Der König starb im Jahr 1792 im hohen Alter von fast 77 Jahren. Nachfolger auf dem Thron wurde sein Sohn Louis-Gabriel, der als Gabriel VIII. den Thron bestieg, aber nur kurze Zeit regierte.

Nachkommen[bearbeiten]

Aus der 1734 geschlossenen Ehe mit Marie Josephine d'Orléans ging ein Junge hervor, der aber nach wenigen Monaten starb:

  • Antoine (*/†1735)

Nach dem Tod Marie Josephines auf dem Kindsbett schloss Philippe-Louis 1737 eine zweite Ehe mit María Júlia de Sántori (*1715, †1768), genannt "Marijol". Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor: