Estefán Gaeta d'Alejandro: Unterschied zwischen den Versionen
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| + | Gaetas Präsidentschaft war vom Versuch geprägt, als Staatsoberhaupt die Regierungsgeschäfte mitzuleiten und das Amt des Staatspräsidenten mit stärkerem Gewicht zu versehen als unter seinen Vorgängern. Ziel war die "persönliche Präsidentschaft". Die von ihm angestrebte Verfassungsreform in Richtung eines präsidentiellen Systems konnte er aber nicht durchsetzen. Die zweite Hälfte seiner Präsidentschaft war von der Weltwirtschaftskrise und von zunehmenden sozialen und innenpolitischen Spannungen geprägt. In der "[[Herbstkrise 1934]]" rief Gaeta den Ausnahmezustand aus und regierte zeitweise mit Sondervollmachten, verzichtete nach Ablauf seines Septennats im Dezember des Jahres aber auf eine erneute Kandidatur um das Präsidentenamt. | ||
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| + | Die zweite Hälfte seiner Präsidentschaft waren geprägt von wirtschaftlichen und politischen Krisen. So setzte Gaeta in der Weltwirtschaftskrise auf einen Austeritätskurs zur Eindämmung der Schuldenkrise, konnte damit aber keine Erfolge erzielen. Das Ende von Gaetas Präsidentschaft wurde durch eine schwere politische Krise überschattet, in der er sich abermals als starker Mann bewies. Nachdem es Ende Oktober 1934 zu gewaltsamen Demonstrationen der faschistischen [[Divisionsbewegung]] gekommen war, die einen "Marsch auf den Plazarenya" starteten und von Gaeta die Ernennung von [[León Francês]] zum Regierungschef forderten, reagierte er mit harter Hand und erklärte den Ausnahmezustand. In den folgenden fünf Wochen regierte Gaeta mit Sondervollmachten. Hoffnungen der äußeren Rechten, er werde damit die verfassungsmäßig nicht zustandegekommene Präsidentialisierung durchsetzen und sich per Staatsstreich über das Ende seiner Amtszeit halten, erfüllte er aber nicht. | ||
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Aktuelle Version vom 28. September 2023, 15:31 Uhr
Estefán Gaeta d'Alejandro (*1870, †1956) war ein sagradischer Politiker und Staatsmann der Zweiten Republik. Als Parteiführer der katholisch-konservativen Volksunion war er in Sagradien einer der prägenden politischen Persönlichkeiten der zwanziger Jahre und von Juni 1925 bis Dezember 1926 Präsident des sagradischen Ministerrats sowie sagradischer Finanzminister. Anschließend fungierte er von 1927 bis 1934 als Präsident der Sagradischen Republik.
Gaetas Präsidentschaft war vom Versuch geprägt, als Staatsoberhaupt die Regierungsgeschäfte mitzuleiten und das Amt des Staatspräsidenten mit stärkerem Gewicht zu versehen als unter seinen Vorgängern. Ziel war die "persönliche Präsidentschaft". Die von ihm angestrebte Verfassungsreform in Richtung eines präsidentiellen Systems konnte er aber nicht durchsetzen. Die zweite Hälfte seiner Präsidentschaft war von der Weltwirtschaftskrise und von zunehmenden sozialen und innenpolitischen Spannungen geprägt. In der "Herbstkrise 1934" rief Gaeta den Ausnahmezustand aus und regierte zeitweise mit Sondervollmachten, verzichtete nach Ablauf seines Septennats im Dezember des Jahres aber auf eine erneute Kandidatur um das Präsidentenamt.
Karriere[bearbeiten]
Nach dem Sieg des Bloco Nacional bei der Parlamentswahl 1925 wurde Gaeta zum sagradischen Ministerpräsidenten berufen, musste Ende 1926 aber seine Demission einreichen. Bei der Präsidentschaftswahl im Dezember 1927 wurde Gaeta schließlich als Kandidat der parlamentarischen Mehrheit zum neuen Staatsoberhaupt gewählt. Als solcher war er der erste Konservative seit Joán Cardinal.
Als Staatsoberhaupt versuchte Gaeta, eine starke Rolle unabhängig vom Parlament zu spielen und strebte eine Präsidentialisierung des sagradischen Regierungssystems an. Darin wurde er von Kritikern des parlamentarischen Regierungssystems der Republik und von Vertretern eines stärker autoritär geprägten Kurses unterstützt. Er ernannte nacheinander mehrere Regierungen seines Vertrauens und nahm erheblichen Einfluss auf die Zusammensetzung der jeweiligen Regierungen. Sein Vorhaben einer umfassenden Verfassungsreform zugunsten einer noch stärkeren Präsidentschaft und einer Direktwahl des Staatsoberhauptes konnte er aber nicht durchsetzen. Zwar konnte er durch eine Auflösung der Abgeordnetenkammer im Jahr 1932 erreichen, dass die politische Rechte aus der vorgezogenen Parlamentswahl 1932 gestärkt hervorging, er fand aber trotzdem keine parlamentarische Mehrheit für die Einführung von Direktwahlen zum Staatsoberhaupt.
Die zweite Hälfte seiner Präsidentschaft waren geprägt von wirtschaftlichen und politischen Krisen. So setzte Gaeta in der Weltwirtschaftskrise auf einen Austeritätskurs zur Eindämmung der Schuldenkrise, konnte damit aber keine Erfolge erzielen. Das Ende von Gaetas Präsidentschaft wurde durch eine schwere politische Krise überschattet, in der er sich abermals als starker Mann bewies. Nachdem es Ende Oktober 1934 zu gewaltsamen Demonstrationen der faschistischen Divisionsbewegung gekommen war, die einen "Marsch auf den Plazarenya" starteten und von Gaeta die Ernennung von León Francês zum Regierungschef forderten, reagierte er mit harter Hand und erklärte den Ausnahmezustand. In den folgenden fünf Wochen regierte Gaeta mit Sondervollmachten. Hoffnungen der äußeren Rechten, er werde damit die verfassungsmäßig nicht zustandegekommene Präsidentialisierung durchsetzen und sich per Staatsstreich über das Ende seiner Amtszeit halten, erfüllte er aber nicht.
Auf Druck der politischen Parteien hin erklärte Gaeta Anfang Dezember den Ausnahmezustand für beendet und verzichtete bei der Präsidentschaftswahl im Dezember auf eine erneute Kandidatur. Zu seinem Nachfolger wurde schließlich sein Parteifreund Domênco Scalfín gewählt.