Jacquel de Montevil: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Jacque Miguel Lorenzo Montero Brâs Graf von Montevil''' (*1805 in Fontán de las Vegas, heute Fontán de Montevil; +1890 in [[Verde]]), seit 1862 Marqués de Challón und Graf von Verde, war ein [[Sagradien|sagradischer]] Staatsmann. Er war von 1855 bis 1857 und danach erneut von 1861 bis 1873 [[Kronkanzler]], [[Ministerpräsident|Premierminister]] und [[Außenminister]] des [[Königreich Sagradien|Königreichs Sagradien]] unter den König [[Lucien I.]], dessen Bruder Prinzregent [[Philipp Emilian]] und dem Nachfolger [[Philipp VIII.]] Als solcher prägte er der liberalkonservative Realpolitiker die so genannte [[Era Liberal]] in Sagradien, in der Sagradien als konstitutionelle Monarchie mit parlamentarischer Beteiligung regiert wurde und die liberalen [[Konstitutionalisten]] sich als stärkste politische Gruppe behaupten konnten.
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'''Jacque Miquel Lorenzo Montero Brâs Conte de Montevil''' (*1805 in Fontán de las Vegas, heute Fontán de Montevil; +1890 in [[Verde]]), seit 1862 Marqués de Challón und Graf von Verde, war ein [[Sagradien|sagradischer]] Staatsmann. Er war von 1855 bis 1857 und danach erneut von 1861 bis 1873 [[Kronkanzler]], [[Ministerpräsident|Premierminister]] und [[Außenminister]] des [[Königreich Sagradien|Königreichs Sagradien]] unter König [[Lucien I.]], dessen Bruder Prinzregent [[Philipp Emilian]] und dem Nachfolger [[Philipp X.]] Als solcher prägte er die so genannte [[Era Liberal]] in Sagradien, in der das Land als konstitutionelle Monarchie mit parlamentarischer Beteiligung regiert wurde und sich der [[Partíu Liberal]] als stärkste politische Gruppe behaupten konnte.
  
 
=== Herkunft und Jugend ===
 
=== Herkunft und Jugend ===
Jacque Miguel Lorenzo Montero, genannt ''Jacquel'', wurde 1805 in Fontán de las Vegas (heute Fontán de Montevil) bei Semess geboren. Sein Vater [[Pietro Montero]] stammt aus dem sagradischen Dienstadel und trug den Titel eines Grafen von Montevil, seine Mutter war Micolinierin und aus der Markgrafenfamilie von [[Carragal]]. Als ältester Sohn des Grafen von Montevil wurde von dem jungen Jacquel eine respektable Karriere erwartet. Er trat in die Semestiner Militärakademie ein und begann eine Karriere als Offizier. 1838 trat Montevil aus dem Heer aus und begann eine Europareise, auf der er neben dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften auch philosophische, anthropologische und ökonomische Studien unternahm.
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Jacque Miquel Lorenzo Montero, genannt ''Jacquel'', wurde 1805 in Fontán de las Vegas (heute Fontán de Montevil) bei Semest geboren. Sein Vater [[Piero Montero]] stammt aus dem sagradischen Dienstadel und trug den Titel eines Grafen von Montevil, seine Mutter war Micolinierin und aus der Markgrafenfamilie von [[Carragal]]. Als ältester Sohn des Grafen von Montevil wurde von dem jungen Jacquel eine respektable Karriere erwartet. Er trat in die Semestiner Militärakademie ein und begann eine Karriere als Offizier. 1838 trat Montevil aus dem Heer aus und begann eine Europareise, auf der er neben dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften auch philosophische, anthropologische und ökonomische Studien unternahm.
  
 
=== Diplomatische und politische Karriere ===
 
=== Diplomatische und politische Karriere ===
Im Jahr 1845 trat Montevil in den diplomatischen Dienst seines Landes ein und fungierte bis 1848 als Generalkonsul in [[Albero]]. 1849 quittierte er den Dienst, um sich um ein Mandat in der sagradischen Abgeordnetenkammer zu bewerben. Er zog in die Kammer ein und reihte sich in die große Gruppe der [[Konstitutionalisten]] ein, die für eine liberale Verfassung eintraten und den liberalen König Lucién I. unterstützten. Aus dieser Gruppe ging schließlich der [[Partido Liberal]] hervor, der zu einer der wichtigsten Stützen Montevils während seiner späteren Regierungszeit werden sollte.  
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Im Jahr 1845 trat Montevil in den diplomatischen Dienst seines Landes ein und fungierte bis 1848 als Generalkonsul in [[Albero]]. 1849 quittierte er den Dienst, um sich um ein Mandat in der sagradischen Abgeordnetenkammer zu bewerben. Er zog in die Kammer ein und reihte sich in die große Gruppe der [[Konstitutionalisten]] ein, die für eine liberale Verfassung eintraten und den liberalen König Lucién I. unterstützten. Aus dieser Gruppe ging schließlich der [[Partíu Liberal]] hervor, der zu einer der wichtigsten Stützen Montevils während seiner späteren Regierungszeit werden sollte.  
 
1850 wurde Montevil [[Finanzminister]] und 1852 [[Außenminister]] im königlichen Kabinett, ehe er 1853 zum sagradischen Botschafter in London ernannt wurde. Nach dem überragenden Sieg der Liberalen bei den [[Kammerwahlen 1855]], bei denen sich Montevil erneut erfolgreich um ein Mandat beworben hatte, ernannte König Lucién ihn zum Ministerpräsidenten und Kronkanzler. Streitigkeiten innerhalb des liberalen Ministeriums und innerhalb der konstitutionalistischen Abgeordneten führten 1857 zum Rücktritt Montevils, der sein Ministerium als gescheitert betrachtete.  
 
1850 wurde Montevil [[Finanzminister]] und 1852 [[Außenminister]] im königlichen Kabinett, ehe er 1853 zum sagradischen Botschafter in London ernannt wurde. Nach dem überragenden Sieg der Liberalen bei den [[Kammerwahlen 1855]], bei denen sich Montevil erneut erfolgreich um ein Mandat beworben hatte, ernannte König Lucién ihn zum Ministerpräsidenten und Kronkanzler. Streitigkeiten innerhalb des liberalen Ministeriums und innerhalb der konstitutionalistischen Abgeordneten führten 1857 zum Rücktritt Montevils, der sein Ministerium als gescheitert betrachtete.  
  
=== Sagro-Französischer Krieg und zweites Ministerium ===
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=== Zweites Ministerium ===
Nachdem es 1860 zum Ausbruch des [[Sagro-Französischer Krieg|Sagro-Französischen Kriegs]] um [[Bretagnekanal]] und Kolonialbesitzungen gekommen war, kehrte Montevil infolge einiger militärischer Niederlagen und unter Druck der Mehrheitskonstitutionalisten an die Spitze des Ministeriums zurück. Montevils geschickter Diplomatie – er war zugleich auch Außenminister – war es zu verdanken, dass England auf Seiten Sagradiens in den Krieg eintrat. Bei [[Challón]] siegten schließlich die sagradischen Truppen entscheidend über die geschwächte Armee Napoleons III., der wenig später im [[Frieden von Cavalla]] auf wichtige Kolonialbesitzungen verzichten und den Bretagnekanal als sagradisch-französische Staatsgrenze anerkennen musste.
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Nachdem es 1860 im Streit um den Bau des [[Bretagnekanal]]s und Kolonialbesitzungen in Übersee zum Ausbruch des [[Sagro-Französischer Krieg|Sagro-Französischen Kriegs]] gekommen war, kehrte Montevil infolge einiger militärischer Niederlagen und unter Druck der Mehrheitskonstitutionalisten an die Spitze des Ministeriums zurück. Montevils geschickter Diplomatie – er war zugleich auch Außenminister – war es zu verdanken, dass England auf Seiten Sagradiens in den Krieg eintrat. Bei [[Challón]] siegten schließlich die sagradischen Truppen entscheidend über die geschwächte Armee Napoleons III., der wenig später im [[Frieden von Cavalla]] auf wichtige Kolonialbesitzungen verzichten und den Bretagnekanal als sagradisch-französische Staatsgrenze anerkennen musste.
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In den kommenden Jahren galt Montevil als unumstrittener politischer Führer des Landes und setzte mehrere entscheidende liberale Reformen durch. Er revolutionierte das Heereswesen sowie das Bildungssystem, führte neue Steuergesetze ein, etablierte ein Sozialversicherungssystem. Mit mehreren Gesetzen versuchte er zudem, den Einfluss der Katholischen Kirche zurückzudrängen und die Oberhoheit des Staates über Bildungs- und im Rechtswesen zu sichern. Die Montevilitischen Kirchengesetze bilden bis heute die Basis der Trennung von Kirche und Staat in Sagradien.
  
In den kommenden Jahren galt Montevil als unumstrittener politischer Führer des Landes und setzte mehrere entscheidende liberale Reformen durch. Er revolutionierte das Heereswesen sowie das Bildungssystem, führte neue Steuergesetze ein, etablierte ein Sozialversicherungssystem. Die schwere Erkrankung König Luciéns I. führte seit 1866 zu einer dauerhaften politischen Krise, in der ein Teil der Rechten schließlich versuchte, über das Umfeld des Königs eine Entlassung Montevils und die Übergabe der Regentschaft von Prinz [[Philipp Emilian]], der die Regentschaft seit 1867 ausübte, an den erzkonservativen Thronfolger [[Philipp VIII.|Luis Filipe]] zu erreichen, was allerdings am Widerstand des Parlaments scheiterte.  
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Die schwere Erkrankung König Luciéns I. führte seit 1866 zu einer dauerhaften politischen Krise, in der ein Teil der Rechten schließlich versuchte, über das Umfeld des Königs eine Entlassung Montevils und die Übergabe der Regentschaft von Prinz [[Philipp Emilian]], der die Regentschaft seit 1867 ausübte, an den erzkonservativen Thronfolger [[Philipp X.|Luis Filipe]] zu erreichen, was allerdings am Widerstand des Parlaments scheiterte.  
  
 
Im Kampf gegen die Machtclique um Prinz Luis Filipe konnte sich Montevil auf die Unterstützung der liberalen Parlamentsmehrheit stützen und suchte daher die Rolle des Parlaments zu stärken. Indem er auf Drängen des Parlaments umstrittene Minister entließ, trug er zu einer faktischen Teilparlamentarisierung des Regierungssystems bei. Im Jahr 1870 gab er schließlich dem Drängen des Parlaments nach und stimmte einer umfassenden [[Montevilitische Verfassungsreform 1870|Verfassungsreform]] zu, die in mehreren Teilschritten u.a. die Bürgerrechte stärkte, den Einfluss des Parlaments auf die Regierungstätigkeit ausbaute und das Wahlrecht ausweitete. Künftig bestand ein formales Recht des Parlaments, Regierungsvertreter vorzuladen und anzuhören. Außerdem wurde die Gruppe wahlberechtigter Männer etwa verdoppelt.  
 
Im Kampf gegen die Machtclique um Prinz Luis Filipe konnte sich Montevil auf die Unterstützung der liberalen Parlamentsmehrheit stützen und suchte daher die Rolle des Parlaments zu stärken. Indem er auf Drängen des Parlaments umstrittene Minister entließ, trug er zu einer faktischen Teilparlamentarisierung des Regierungssystems bei. Im Jahr 1870 gab er schließlich dem Drängen des Parlaments nach und stimmte einer umfassenden [[Montevilitische Verfassungsreform 1870|Verfassungsreform]] zu, die in mehreren Teilschritten u.a. die Bürgerrechte stärkte, den Einfluss des Parlaments auf die Regierungstätigkeit ausbaute und das Wahlrecht ausweitete. Künftig bestand ein formales Recht des Parlaments, Regierungsvertreter vorzuladen und anzuhören. Außerdem wurde die Gruppe wahlberechtigter Männer etwa verdoppelt.  
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Eine außenpolitische Krise zwischen Sagradien und Frankreich um die Kolonialbesitzungen in Guyana und der Karibik konnte auf der internationalen [[Guyana-Konferenz]] 1869 ausgeräumt werden.
 
Eine außenpolitische Krise zwischen Sagradien und Frankreich um die Kolonialbesitzungen in Guyana und der Karibik konnte auf der internationalen [[Guyana-Konferenz]] 1869 ausgeräumt werden.
  
=== Konflikt mit Philipp VIII. und Demission ===
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=== Konflikt mit Philipp X. und Demission ===
Nach dem Tod Luciéns I. im Jahr 1871 folgte ihm sein Neffe Luis Filipe als [[Philipp VIII.]] auf dem Thron nach. Mit ihm endete die Konstitutionalistische Union nach nur drei Jahren. Philipp drängte auf die Entlassung mehrerer liberaler Minister zugunsten eines eher konservativen Ministeriums. Montevil bot in dieser Situation seinen Rücktritt an, was der König jedoch unter Rücksicht auf die parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse und den potenziellen Einfluss Montevils auf die Mehrheitsparteien ablehnte. Der Versuch eines politischen Kompromisses zwischen dem gemäßigt-liberalen Realpolitiker Montevil und dem erzkonservativen König führte zu einer Distanzierung des bezeichneten [[Partido Liberal]] von der Regierung und gleichzeitig zu einer Stärkung der radikalen Fraktion. Seit 1872 kam es mit zunehmendem Einfluss rechter Kreise auf den König zu einem kontinuierlichen Anwachsen der Spannungen zwischen König und Ministerpräsident. Als Montevil schließlich mithilfe der liberalen Parlamentsmehrheit eine Reihe liberaler Verfassungszusätze durchsetzen und damit seine Macht gegenüber dem König demonstrieren wollte, scheiterte er kläglich, da sowohl Liberale als auch die politische Rechte ihre Zustimmung verweigerten. Nach dieser Niederlage reichte Montevil seinen Rücktritt ein und demissionierte nach zwölf Jahren ununterbrochener Kanzlerschaft.  
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Nach dem Tod Philipp Emilians im Jahr 1871 folgte ihm sein Neffe [[Philipp X.|Luis Filipe]] als Regent nach. Mit ihm endete die Konstitutionalistische Union nach nur drei Jahren. Philipp drängte auf die Entlassung mehrerer liberaler Minister zugunsten eines eher konservativen Ministeriums. Montevil bot in dieser Situation seinen Rücktritt an, was der König jedoch unter Rücksicht auf die parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse und den potenziellen Einfluss Montevils auf die Mehrheitsparteien ablehnte.  
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Der Versuch eines politischen Kompromisses zwischen dem gemäßigt-liberalen Realpolitiker Montevil und dem erzkonservativen König führte zu einer Distanzierung des bezeichneten [[Partíu Liberal]] von der Regierung und gleichzeitig zu einer Stärkung der radikalen Fraktion. Seit 1872 kam es mit zunehmendem Einfluss rechter Kreise auf Luis Filipe zu einem kontinuierlichen Anwachsen der Spannungen zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Regenten, der 1873 als [[Philipp X.]] selbst den Thron bestieg. Als Montevil schließlich mithilfe der liberalen Parlamentsmehrheit eine Reihe liberaler Verfassungszusätze durchsetzen und damit seine Macht gegenüber dem König demonstrieren wollte, scheiterte er kläglich, da sowohl Liberale als auch die politische Rechte ihre Zustimmung verweigerten. Nach dieser Niederlage reichte Montevil seinen Rücktritt ein und demissionierte nach zwölf Jahren ununterbrochener Kanzlerschaft.  
  
An seiner Stelle berief Philipp VIII. ein konservatives Kabinett und löste 1874 das Parlament auf. Aus den Neuwahlen gingen die Anhänger des Königs (Filipistas) als Sieger hervor, die zusammen mit rechten Montevilisten die Mehrheit im Parlament stellten. Mit der konservativen Wende der Jahre 1871-1874 endete die [[Era Liberal|Liberale Ära]] (auch ''Montevilistische Ära''), die wesentlich von Montevils liberalkonservativer Realpolitik und der Zusammenarbeit des Ministeriums mit der liberalen Parlamentsmehrheit geprägt worden war.  
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An seiner Stelle berief Philipp X. ein konservatives Kabinett und löste 1874 das Parlament auf. Aus den Neuwahlen gingen die Anhänger des Königs (Filipistas) als Sieger hervor, die zusammen mit rechten Montevilisten die Mehrheit im Parlament stellten. Mit der konservativen Wende der Jahre 1871-1874 endete die [[Era Liberal|Liberale Ära]] (auch ''Montevilistische Ära''), die wesentlich von Montevils liberalkonservativer Realpolitik und der Zusammenarbeit des Ministeriums mit der liberalen Parlamentsmehrheit geprägt worden war.
  
 
=== Ruhestand ===
 
=== Ruhestand ===
 
Montevil zog sich in der Folge weitgehend aus dem politischen Leben zurück, trat gelegentlich aber als Kritiker des Königs auf. Besonders seine spitzen Interviews, die er vornehmlich für linke und liberale Zeitungen gab, machten ihn zu einem gefürchteten Gegner des Königs, der seit den Achtziger Jahren in immer größeren Widerspruch mit der liberalen Parlamentsmehrheit geriet. Als diese Spannungen im Jahr 1891 zur [[Januarrevolution]] und zum Ende der Monarchie führten, war Montevil bereits ein halbes Jahr tot.  
 
Montevil zog sich in der Folge weitgehend aus dem politischen Leben zurück, trat gelegentlich aber als Kritiker des Königs auf. Besonders seine spitzen Interviews, die er vornehmlich für linke und liberale Zeitungen gab, machten ihn zu einem gefürchteten Gegner des Königs, der seit den Achtziger Jahren in immer größeren Widerspruch mit der liberalen Parlamentsmehrheit geriet. Als diese Spannungen im Jahr 1891 zur [[Januarrevolution]] und zum Ende der Monarchie führten, war Montevil bereits ein halbes Jahr tot.  
  
Seine eigene Partei, der [[Partido Liberal]], verlor mit dem Ende der Monarchie schlagartig an Bedeutung. Stattdessen traten neue republikanische Kräfte das Erbe der Konstitutionalisten an. Dennoch gilt Montevil noch heute als Ikone des gemäßigten sagradischen Liberalismus und darüber hinaus als wichtigster sagradischer Staatsmann des 19. Jahrhunderts.  
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Seine eigene Partei, der [[Partíu Liberal]], verlor mit dem Ende der Monarchie schlagartig an Bedeutung. Stattdessen traten neue republikanische Kräfte das Erbe der Konstitutionalisten an. Dennoch gilt Montevil noch heute als Ikone des gemäßigten sagradischen Liberalismus und darüber hinaus als wichtigster sagradischer Staatsmann des 19. Jahrhunderts.  
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[[Kategorie: Sagradischer Staatsmann]]
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[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Montevil]]
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[[Kategorie: Politiker des Partíu Liberal|Montevil]]
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[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Montevil]]
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[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Montevil]]

Aktuelle Version vom 4. Januar 2026, 12:21 Uhr

PiMargall1.jpg
Pi-Margall2.jpg

Jacque Miquel Lorenzo Montero Brâs Conte de Montevil (*1805 in Fontán de las Vegas, heute Fontán de Montevil; +1890 in Verde), seit 1862 Marqués de Challón und Graf von Verde, war ein sagradischer Staatsmann. Er war von 1855 bis 1857 und danach erneut von 1861 bis 1873 Kronkanzler, Premierminister und Außenminister des Königreichs Sagradien unter König Lucien I., dessen Bruder Prinzregent Philipp Emilian und dem Nachfolger Philipp X. Als solcher prägte er die so genannte Era Liberal in Sagradien, in der das Land als konstitutionelle Monarchie mit parlamentarischer Beteiligung regiert wurde und sich der Partíu Liberal als stärkste politische Gruppe behaupten konnte.

Herkunft und Jugend[bearbeiten]

Jacque Miquel Lorenzo Montero, genannt Jacquel, wurde 1805 in Fontán de las Vegas (heute Fontán de Montevil) bei Semest geboren. Sein Vater Piero Montero stammt aus dem sagradischen Dienstadel und trug den Titel eines Grafen von Montevil, seine Mutter war Micolinierin und aus der Markgrafenfamilie von Carragal. Als ältester Sohn des Grafen von Montevil wurde von dem jungen Jacquel eine respektable Karriere erwartet. Er trat in die Semestiner Militärakademie ein und begann eine Karriere als Offizier. 1838 trat Montevil aus dem Heer aus und begann eine Europareise, auf der er neben dem Studium der Rechts- und Staatswissenschaften auch philosophische, anthropologische und ökonomische Studien unternahm.

Diplomatische und politische Karriere[bearbeiten]

Im Jahr 1845 trat Montevil in den diplomatischen Dienst seines Landes ein und fungierte bis 1848 als Generalkonsul in Albero. 1849 quittierte er den Dienst, um sich um ein Mandat in der sagradischen Abgeordnetenkammer zu bewerben. Er zog in die Kammer ein und reihte sich in die große Gruppe der Konstitutionalisten ein, die für eine liberale Verfassung eintraten und den liberalen König Lucién I. unterstützten. Aus dieser Gruppe ging schließlich der Partíu Liberal hervor, der zu einer der wichtigsten Stützen Montevils während seiner späteren Regierungszeit werden sollte. 1850 wurde Montevil Finanzminister und 1852 Außenminister im königlichen Kabinett, ehe er 1853 zum sagradischen Botschafter in London ernannt wurde. Nach dem überragenden Sieg der Liberalen bei den Kammerwahlen 1855, bei denen sich Montevil erneut erfolgreich um ein Mandat beworben hatte, ernannte König Lucién ihn zum Ministerpräsidenten und Kronkanzler. Streitigkeiten innerhalb des liberalen Ministeriums und innerhalb der konstitutionalistischen Abgeordneten führten 1857 zum Rücktritt Montevils, der sein Ministerium als gescheitert betrachtete.

Zweites Ministerium[bearbeiten]

Nachdem es 1860 im Streit um den Bau des Bretagnekanals und Kolonialbesitzungen in Übersee zum Ausbruch des Sagro-Französischen Kriegs gekommen war, kehrte Montevil infolge einiger militärischer Niederlagen und unter Druck der Mehrheitskonstitutionalisten an die Spitze des Ministeriums zurück. Montevils geschickter Diplomatie – er war zugleich auch Außenminister – war es zu verdanken, dass England auf Seiten Sagradiens in den Krieg eintrat. Bei Challón siegten schließlich die sagradischen Truppen entscheidend über die geschwächte Armee Napoleons III., der wenig später im Frieden von Cavalla auf wichtige Kolonialbesitzungen verzichten und den Bretagnekanal als sagradisch-französische Staatsgrenze anerkennen musste.

In den kommenden Jahren galt Montevil als unumstrittener politischer Führer des Landes und setzte mehrere entscheidende liberale Reformen durch. Er revolutionierte das Heereswesen sowie das Bildungssystem, führte neue Steuergesetze ein, etablierte ein Sozialversicherungssystem. Mit mehreren Gesetzen versuchte er zudem, den Einfluss der Katholischen Kirche zurückzudrängen und die Oberhoheit des Staates über Bildungs- und im Rechtswesen zu sichern. Die Montevilitischen Kirchengesetze bilden bis heute die Basis der Trennung von Kirche und Staat in Sagradien.

Die schwere Erkrankung König Luciéns I. führte seit 1866 zu einer dauerhaften politischen Krise, in der ein Teil der Rechten schließlich versuchte, über das Umfeld des Königs eine Entlassung Montevils und die Übergabe der Regentschaft von Prinz Philipp Emilian, der die Regentschaft seit 1867 ausübte, an den erzkonservativen Thronfolger Luis Filipe zu erreichen, was allerdings am Widerstand des Parlaments scheiterte.

Im Kampf gegen die Machtclique um Prinz Luis Filipe konnte sich Montevil auf die Unterstützung der liberalen Parlamentsmehrheit stützen und suchte daher die Rolle des Parlaments zu stärken. Indem er auf Drängen des Parlaments umstrittene Minister entließ, trug er zu einer faktischen Teilparlamentarisierung des Regierungssystems bei. Im Jahr 1870 gab er schließlich dem Drängen des Parlaments nach und stimmte einer umfassenden Verfassungsreform zu, die in mehreren Teilschritten u.a. die Bürgerrechte stärkte, den Einfluss des Parlaments auf die Regierungstätigkeit ausbaute und das Wahlrecht ausweitete. Künftig bestand ein formales Recht des Parlaments, Regierungsvertreter vorzuladen und anzuhören. Außerdem wurde die Gruppe wahlberechtigter Männer etwa verdoppelt.

Eine außenpolitische Krise zwischen Sagradien und Frankreich um die Kolonialbesitzungen in Guyana und der Karibik konnte auf der internationalen Guyana-Konferenz 1869 ausgeräumt werden.

Konflikt mit Philipp X. und Demission[bearbeiten]

Nach dem Tod Philipp Emilians im Jahr 1871 folgte ihm sein Neffe Luis Filipe als Regent nach. Mit ihm endete die Konstitutionalistische Union nach nur drei Jahren. Philipp drängte auf die Entlassung mehrerer liberaler Minister zugunsten eines eher konservativen Ministeriums. Montevil bot in dieser Situation seinen Rücktritt an, was der König jedoch unter Rücksicht auf die parlamentarischen Mehrheitsverhältnisse und den potenziellen Einfluss Montevils auf die Mehrheitsparteien ablehnte.

Der Versuch eines politischen Kompromisses zwischen dem gemäßigt-liberalen Realpolitiker Montevil und dem erzkonservativen König führte zu einer Distanzierung des bezeichneten Partíu Liberal von der Regierung und gleichzeitig zu einer Stärkung der radikalen Fraktion. Seit 1872 kam es mit zunehmendem Einfluss rechter Kreise auf Luis Filipe zu einem kontinuierlichen Anwachsen der Spannungen zwischen dem Ministerpräsidenten und dem Regenten, der 1873 als Philipp X. selbst den Thron bestieg. Als Montevil schließlich mithilfe der liberalen Parlamentsmehrheit eine Reihe liberaler Verfassungszusätze durchsetzen und damit seine Macht gegenüber dem König demonstrieren wollte, scheiterte er kläglich, da sowohl Liberale als auch die politische Rechte ihre Zustimmung verweigerten. Nach dieser Niederlage reichte Montevil seinen Rücktritt ein und demissionierte nach zwölf Jahren ununterbrochener Kanzlerschaft.

An seiner Stelle berief Philipp X. ein konservatives Kabinett und löste 1874 das Parlament auf. Aus den Neuwahlen gingen die Anhänger des Königs (Filipistas) als Sieger hervor, die zusammen mit rechten Montevilisten die Mehrheit im Parlament stellten. Mit der konservativen Wende der Jahre 1871-1874 endete die Liberale Ära (auch Montevilistische Ära), die wesentlich von Montevils liberalkonservativer Realpolitik und der Zusammenarbeit des Ministeriums mit der liberalen Parlamentsmehrheit geprägt worden war.

Ruhestand[bearbeiten]

Montevil zog sich in der Folge weitgehend aus dem politischen Leben zurück, trat gelegentlich aber als Kritiker des Königs auf. Besonders seine spitzen Interviews, die er vornehmlich für linke und liberale Zeitungen gab, machten ihn zu einem gefürchteten Gegner des Königs, der seit den Achtziger Jahren in immer größeren Widerspruch mit der liberalen Parlamentsmehrheit geriet. Als diese Spannungen im Jahr 1891 zur Januarrevolution und zum Ende der Monarchie führten, war Montevil bereits ein halbes Jahr tot.

Seine eigene Partei, der Partíu Liberal, verlor mit dem Ende der Monarchie schlagartig an Bedeutung. Stattdessen traten neue republikanische Kräfte das Erbe der Konstitutionalisten an. Dennoch gilt Montevil noch heute als Ikone des gemäßigten sagradischen Liberalismus und darüber hinaus als wichtigster sagradischer Staatsmann des 19. Jahrhunderts.