Martin der Kühne: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | In seiner Kindheit unterstützte Martins Vater | + | In seiner Kindheit unterstützte Martins Vater Roduich seinen Schwiegervater [[Johann von Tesqué]] und seinen Sohn [[Martin III. der Fromme|Martin den Frommen]] bei deren Kampf um die Krone. Zur Belohnung erhielt Roduich der Lange zusätzliche Besitztümer, welche die Hausmacht der Skantenherzöge in Nordsagradien stark vermehrten. Nach dem Tod Oruelas im Jahr 1070 sowie Martins des Frommen 1078 erhob Roduich als mächtigster Vasall des Königreichs und Schwager des Königs Anspruch auf die sagradische Krone, verlor den Machtkampf aber gegen den [[Herzog von Alconía|Alkonenherzog]] [[Hugo Dianus]] aus dem Geschlecht der [[Dianniden]], was den [[Diannidisch-Lusonidischer Dualismus|diannidisch-lusonidischen Gegensatz]] begründete, der die sagradische Geschichte des gesamten 11. und 12. Jahrhunderts prägen sollte. |
=== Herzog von Scantia und Auseinandersetzung mit den Dianniden === | === Herzog von Scantia und Auseinandersetzung mit den Dianniden === | ||
| − | Roduich der Lange wurde in der [[Schlacht von Resales]] getötet und | + | [[Roduich der Lange]] wurde 1079 in der [[Schlacht von Resales]] getötet und Hugo Dianus von Cliece zum sagradischen König gekrönt. Martin, der seinem Vater als Herzog von Scantia gefolgt war, erkannte die Herrschaft Hugos nicht an, jedoch war die Stellung Hugos zunächst zu schwach, um seinen Anspruch auch in Nordsagradien mit Gewalt durchzusetzen. De facto regierte Martin den Nordwesten Sagradiens in königsgleicher Stellung. Als es 1091 zur Exkommunikation Hugo Dianus' durch den Reformpapst Gregor VII. kam, konnte sich Martin die Unterstützung eines Großteil des Hochadels sichern und begann einen neuerlichen Krieg gegen König Hugo. 1092 gelang es Martin, den Sohn und Thronfolger Hugos, Prinz Johann, später als [[Johann der Löwe]] bekannt, zu entführen und in [[San Joán de Scantia]] festzusetzen. Da in der Folge aber seine Unterstützung im Adel bröckelte und er in eine immer schlechtere militärische Situation geriet, wich er in der Folge der direkten Konfrontation mit Hugo Dianus zunehmend aus und ließ Agenten ansetzen, die ihn im Feldlager töten sollten, was 1094 mit der Ermordung Hugos glückte. |
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=== Tod und Nachfolge === | === Tod und Nachfolge === | ||
Aktuelle Version vom 11. Januar 2026, 10:40 Uhr
Martin der Kühne (*1059, †1118) (sagr. Martín le Bravo, peruz. Martí le Brave) aus dem Geschlecht der Lusoniden war als Martin II. Herzog von Skanten (1079-1095, erneut 1100-1118) und als Martin I. König von Peruzien (1101-1118). Als Herzog von Scantia war er einer der mächtigsten Vasallen der sagradischen Könige und herrschte nach dem Gewinn der peruzinischen Krone 1101 über ein de facto unabhängiges lusonidisches Großreich im Norden der Konsettenhalbinsel. Als Kontrahent der sagradischen Herrscher Hugo Dianus von Cliêce und Johann dem Löwen sowie Anwärter auf die peruzinische Krone war er der große machtpolitische Gegenspieler der sagradischen Diannidenkönige, denen er jedoch lehnspflichtig blieb.
Inhaltsverzeichnis
Kindheit und Jugend[bearbeiten]
Martin der Kühne wurde 1059 als Sohn des Skantenherzogs Roduich dem Langen aus dem Geschlecht der Lusoniden und der sagradischen Helgaridenprinzessin Orela von Tesqué, einer unehelichen Enkelin Philipps II., geboren. Das Geschlecht der Lusoniden ging auf einen wohl peruzinisch-stämmigen Adligen namens Luso oder Loso zurück, der sich im 10. Jahrhundert in den Dienst des skantischen Königs Philipp II. gestellt hatte. Seit 1032 stellten die Lusoniden mit Martins Großvater Luso I. die Herzöge von Scantia und Herren von Westligre.
In seiner Kindheit unterstützte Martins Vater Roduich seinen Schwiegervater Johann von Tesqué und seinen Sohn Martin den Frommen bei deren Kampf um die Krone. Zur Belohnung erhielt Roduich der Lange zusätzliche Besitztümer, welche die Hausmacht der Skantenherzöge in Nordsagradien stark vermehrten. Nach dem Tod Oruelas im Jahr 1070 sowie Martins des Frommen 1078 erhob Roduich als mächtigster Vasall des Königreichs und Schwager des Königs Anspruch auf die sagradische Krone, verlor den Machtkampf aber gegen den Alkonenherzog Hugo Dianus aus dem Geschlecht der Dianniden, was den diannidisch-lusonidischen Gegensatz begründete, der die sagradische Geschichte des gesamten 11. und 12. Jahrhunderts prägen sollte.
Herzog von Scantia und Auseinandersetzung mit den Dianniden[bearbeiten]
Roduich der Lange wurde 1079 in der Schlacht von Resales getötet und Hugo Dianus von Cliece zum sagradischen König gekrönt. Martin, der seinem Vater als Herzog von Scantia gefolgt war, erkannte die Herrschaft Hugos nicht an, jedoch war die Stellung Hugos zunächst zu schwach, um seinen Anspruch auch in Nordsagradien mit Gewalt durchzusetzen. De facto regierte Martin den Nordwesten Sagradiens in königsgleicher Stellung. Als es 1091 zur Exkommunikation Hugo Dianus' durch den Reformpapst Gregor VII. kam, konnte sich Martin die Unterstützung eines Großteil des Hochadels sichern und begann einen neuerlichen Krieg gegen König Hugo. 1092 gelang es Martin, den Sohn und Thronfolger Hugos, Prinz Johann, später als Johann der Löwe bekannt, zu entführen und in San Joán de Scantia festzusetzen. Da in der Folge aber seine Unterstützung im Adel bröckelte und er in eine immer schlechtere militärische Situation geriet, wich er in der Folge der direkten Konfrontation mit Hugo Dianus zunehmend aus und ließ Agenten ansetzen, die ihn im Feldlager töten sollten, was 1094 mit der Ermordung Hugos glückte.
Mit Hilfe Verbündeter gelang Johann aber die Flucht aus der Festung San Joán und es kam zum militärischen Schlagabtausch zwischen Martin dem Kühnen und Johann dem Löwen in der Schlacht von Rosário, die in einer Niederlage Martins endete. Dieser wurde festgenommen, in Castel Grandaro bei Meném eingekerkert und all seines Lehnsbesitzes beraubt. Erst als sich Johann I. nach seiner Krönung zur Versöhnung mit dem Papst auf den Kreuzzug begab, gelang Martin die Flucht aus Castel Grandaro und die Rückkehr nach Scantia, wo er schnell wieder in seine alte Machtstellung zurückkehren konnte. Nach Johanns Rückkehr im Jahr 1100 versöhnten sich Martin und der König zwischenzeitlich im Vertrag von Belaçón und Martin konnte das Herzogtum wieder in Besitz nehmen.
Peruzinischer Krieg und Königtum[bearbeiten]
Als im Folgejahr der peruzinische König Jouan der Kurze starb und keinen männlichen Erben hinterließ, erhob Martin der Kühne für seine dritte Frau Berta von Perucía, eine Tochter Jouans, Anspruch auf die peruzinische Krone. Er startete einen Feldzug und ließ sich in Cresq zum König proklamieren. In mehreren Schlachten gegen potenzielle Rivalen konnte er sich schließlich als peruzinischer König durchsetzen und gründete damit das Lusonidenreich im Norden der Konsettenhalbinsel. Zwar konnte er über Perucía als unabhängiger König regieren, für seine Gebiete in Scantia blieb er aber dem sagradischen König lehnspflichtig und musste 1102 seinen Treueid wiederholen und der johannitischen Reichsreform zustimmen, welche die Stellung Johanns stärkte.
Tod und Nachfolge[bearbeiten]
Martin der Kühne starb im Jahr 1118. Seine beiden Söhne Albreth und Luso teilten sein Reich zunächst unter sich auf: Albreth wurde Herzog von Scantia, Luso herrschte als König von Perucía. Erst Lusos Sohn Luso II. von Perucía übernahm 1135 wieder beide Titel und knüpfte an die Stellung Martins als Herrscher des Lusonidenreichs an.