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Die '''Unión Popular''' (UP) oder zu deutsch '''Volksunion''' war eine katholisch-konservative Partei in der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]] und eine Vorgängerorganisation der heutigen [[Volkspartei (PPC)]]. Die Volksunion wurde 1905 als ''Unión Electoral de l'Acción Popular de Católicœs'' (deutsch ''Wahlvereinigung für die Volksaktion der Katholiken'') gegründet und ging aus dem katholischen Flügel der [[Unión Nacional]] hervor, die sie nach deren Zerfall als größte Partei der politischen Rechten ablöste. Bis 1924 war sie unter dem Namen '''Acción Popular''' bekannt. | Die '''Unión Popular''' (UP) oder zu deutsch '''Volksunion''' war eine katholisch-konservative Partei in der [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]] und eine Vorgängerorganisation der heutigen [[Volkspartei (PPC)]]. Die Volksunion wurde 1905 als ''Unión Electoral de l'Acción Popular de Católicœs'' (deutsch ''Wahlvereinigung für die Volksaktion der Katholiken'') gegründet und ging aus dem katholischen Flügel der [[Unión Nacional]] hervor, die sie nach deren Zerfall als größte Partei der politischen Rechten ablöste. Bis 1924 war sie unter dem Namen '''Acción Popular''' bekannt. | ||
| − | Ursprünglich ein Zusammenschluss einzelner Abgeordneter und Wählergruppen aus dem Umfeld des Vereins [[Nación Católica Social]] entwickelte sich die Acción Popular im Laufe der Jahre zu einer Massenpartei moderner Prägung. Nach einer Fusion mit mehreren Rechtsparteien wie dem [[Partíu Republicano Conservador]] erhielt die Partei | + | Ursprünglich ein Zusammenschluss einzelner Abgeordneter und Wählergruppen aus dem Umfeld des Vereins [[Nación Católica Social]], entwickelte sich die Acción Popular im Laufe der Jahre zu einer Massenpartei moderner Prägung. Nach einer Fusion mit mehreren Rechtsparteien wie dem [[Partíu Republicano Conservador]] erhielt die Partei 1924 eine neue Struktur und trat seither unter dem Namen ''Unión Popular'' auf. In der Folge wurde sie in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre zur dominierenden Kraft des Landes. Mit [[Estefán Gaeta d'Alejandro]] und [[Domênco Scalfín]] stellte sie zwei [[Staatspräsident]]en und zudem mehrere [[Ministerpräsident]]en, darunter [[Manuel Sants-Igualde]], der das Land von 1932 bis 1936 und erneut von 1939 bis 1941 regierte. |
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Nach einem langanhaltenden Machtkampf zwischen der rechten Opposition und der linken Volksfront kam es Anfang 1938 zu heftigen verbalen Attacken der Rechten auf Präsident Laval, der sich weigerte, Sants zum Regierungschef zu ernennen. Als Laval im Mai 1938 ermordert wurde, kam es daher auch zu Vorwürfen der moralischen Mittäterschaft gegen Sants. Dennoch gelang es den Rechtsparteien, aus den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1938|vorgezogenen Parlamentswahlen im April 1939]] als klarer Sieger hervorzugehen. Sants wurde zum Ministerpräsidenten an der Spitze einer katholisch-liberalen [[Kabinett Sants I|Koalitionsregierung]] berufen. In den folgenden zwei Jahren setzte er mit den Liberalen mehrmals um eine Stärkung der exekutiven Prärogativen durch. Außenpolitisch setzte die Regierung Sants auf strikte Neutralität im sich abzeichnenden Kampf Hitlers gegen die Westmächte. Diese Linie wurde nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zur offiziellen Staatslinie erklärt. Sants propagierte öffentlich die "[[CN|Nationale Kommunion]]" gegen die äußere Bedrohung und suchte einen breiten Antikriegskonsens zu organisieren. Zugleich wurde Sagradien vorbereitet auf auf Abwehrbereitschaft eingestimmt. Ende Juni ließ sich die Regierung außerordentliche Vollmachten übertragen, mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] folgte die Umgestaltung der Verfassung zugunsten der Exekutive. | Nach einem langanhaltenden Machtkampf zwischen der rechten Opposition und der linken Volksfront kam es Anfang 1938 zu heftigen verbalen Attacken der Rechten auf Präsident Laval, der sich weigerte, Sants zum Regierungschef zu ernennen. Als Laval im Mai 1938 ermordert wurde, kam es daher auch zu Vorwürfen der moralischen Mittäterschaft gegen Sants. Dennoch gelang es den Rechtsparteien, aus den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1938|vorgezogenen Parlamentswahlen im April 1939]] als klarer Sieger hervorzugehen. Sants wurde zum Ministerpräsidenten an der Spitze einer katholisch-liberalen [[Kabinett Sants I|Koalitionsregierung]] berufen. In den folgenden zwei Jahren setzte er mit den Liberalen mehrmals um eine Stärkung der exekutiven Prärogativen durch. Außenpolitisch setzte die Regierung Sants auf strikte Neutralität im sich abzeichnenden Kampf Hitlers gegen die Westmächte. Diese Linie wurde nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zur offiziellen Staatslinie erklärt. Sants propagierte öffentlich die "[[CN|Nationale Kommunion]]" gegen die äußere Bedrohung und suchte einen breiten Antikriegskonsens zu organisieren. Zugleich wurde Sagradien vorbereitet auf auf Abwehrbereitschaft eingestimmt. Ende Juni ließ sich die Regierung außerordentliche Vollmachten übertragen, mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] folgte die Umgestaltung der Verfassung zugunsten der Exekutive. | ||
| − | Auch parteiorganisatorisch setzte Sants Reformen durch. Die Volksunion blieb zwar als Partei bestehen, zentrale Unterstützung suchte Sants aber durch die Einrichtung eines parteiübergreifenden "Zentralkomitees für die Nationale Kommunion" zu erreichen, in dem die Volksunion die Mehrheit innehatte, dem aber auch parteilose Vertreter der Gesellschaft und der Verbände angehörten. Die UP-Fraktion in der Nationalversammlung gliederte sich relativ widerstandslos in die "Nationale Mehrheit" ein. Die Partei hörte in der Folge faktisch auf zu bestehen, auch wenn sie offiziell nie aufgelöst wurde. Auch nach der Absetzung Sants als Ministerpräsident und Führer der Comunión im Juni 1942 spielte die Volksunion keine ernsthafte Rolle mehr. | + | Auch parteiorganisatorisch setzte Sants Reformen durch. Die Volksunion blieb zwar als Partei bestehen, zentrale Unterstützung suchte Sants aber durch die Einrichtung eines parteiübergreifenden "Zentralkomitees für die Nationale Kommunion" zu erreichen, in dem die Volksunion die Mehrheit innehatte, dem aber auch parteilose Vertreter der Gesellschaft und der Verbände angehörten. Die UP-Fraktion in der Nationalversammlung gliederte sich relativ widerstandslos in die "Nationale Mehrheit" ein. Die Partei hörte in der Folge faktisch auf zu bestehen, auch wenn sie offiziell nie aufgelöst wurde. Auch nach der Absetzung Sants als Ministerpräsident und Führer der Comunión im Juni 1942 spielte die Volksunion keine ernsthafte Rolle mehr. Mit der Ernennung des Parteilosen [[Sergio Rafael Dini]] zum Ministerpräsidenten im November 1941 stellte die Volksunion auch nicht mehr den Ministerpräsidenten, blieb aber Teil der nationalen Kriegskoalition. |
| − | + | Gegen Ende des Krieges engagierten sich zahlreiche frühere UP-Politiker nun in der ''Convergência''-Bewegung unter Führung der Liberalkatholiken [[Ariel Fernando De la Roya]] und [[Paulo Luciaro]], die eine Sammlung der katholischen und bürgerlichen Kräfte zugunsten einer demokratischen Erneuerung herbeizuführen suchte. Im Vorfeld der [[Wahl zur Nationalversammlung 1945]] schloss sich der Großteil früherer UP-Politiker aus den Führungsreihen dem neuen christdemokratischen [[Partíu Popular de Convergência]] an, der in gewisser Weise als Nachfolgeorganisation der Volksunion angesehen werden kann. Gegner dieser neuen Parteientwicklung vom rechtsnationalen Flügel der Volksunion gründeten in Konkurrenz zum PPC die katholisch-konservative [[UNP|Nationale Volksunion]] (UNP), die aber relativ erfolglos blieb und später ebenfalls im PPC auf aufging. | |
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Aktuelle Version vom 12. Oktober 2025, 13:11 Uhr
| Acción Popular Volksaktion Unión Popular Volksunion | ||
| Parteiführer | Abat Bernardo Regüer Francisco Tropexas Domênco Scalfín Estefán Gaeta d'Alejandro Manuel Sants-Igualde | |
| Gründung | 1905 (als Acción Popular) 1924 (als Unión Popular) | |
| Auflösung | 1945 | |
| Vorgänger | NCS; Unión Nacional | |
| Nachfolge | PPC | |
| Ausrichtung | Konservatismus Polit. Katholizismus Nationalismus Korporatismus | |
| Bündnis | Bloco Nacional (1925-1938) Comunión Nacional (1940-1945) | |
| Position | Mitte-Rechts/Rechts | |
Parteilogo während der dreißiger Jahre | ||
Die Unión Popular (UP) oder zu deutsch Volksunion war eine katholisch-konservative Partei in der Zweiten Sagradischen Republik und eine Vorgängerorganisation der heutigen Volkspartei (PPC). Die Volksunion wurde 1905 als Unión Electoral de l'Acción Popular de Católicœs (deutsch Wahlvereinigung für die Volksaktion der Katholiken) gegründet und ging aus dem katholischen Flügel der Unión Nacional hervor, die sie nach deren Zerfall als größte Partei der politischen Rechten ablöste. Bis 1924 war sie unter dem Namen Acción Popular bekannt.
Ursprünglich ein Zusammenschluss einzelner Abgeordneter und Wählergruppen aus dem Umfeld des Vereins Nación Católica Social, entwickelte sich die Acción Popular im Laufe der Jahre zu einer Massenpartei moderner Prägung. Nach einer Fusion mit mehreren Rechtsparteien wie dem Partíu Republicano Conservador erhielt die Partei 1924 eine neue Struktur und trat seither unter dem Namen Unión Popular auf. In der Folge wurde sie in der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre zur dominierenden Kraft des Landes. Mit Estefán Gaeta d'Alejandro und Domênco Scalfín stellte sie zwei Staatspräsidenten und zudem mehrere Ministerpräsidenten, darunter Manuel Sants-Igualde, der das Land von 1932 bis 1936 und erneut von 1939 bis 1941 regierte.
Inhaltsverzeichnis
Ideologie[bearbeiten]
Die Volksaktion sah sich nach ihrer Gründung als politische Interessenvertretung der katholischen Bevölkerung und baute auf den Werten der katholischen Kirche auf. Sie war von einem starken Antimarxismus geprägt, wies aber auch kapitalismuskritische Positionen auf, die sich auf die katholische Soziallehre gründeten. Von Beginn an war die Partei klerikal-konservativ und bürgerlich eingestellt. Im Gegensatz zur rechtsrepublikanischen Allianz vertrat sie in größerem Maße nationalistische, teilweise sogar antidemokratische und antisemitische Tendenzen. Ziele der Partei waren der Schutz der Katholischen Kirche und der christlichen Moral gegen den liberalen Reformismus sowie die Umgestaltung der Republik zugunsten einer starken Exekutive.
Dem Pluralismus der demokratischen Gesellschaft stand die Volksunion kritisch gegenüber und berief sich auf die "christliche Volksgemeinschaft" als Orientierungspunkt der Politik. Dabei waren bereits früh stark antiliberale Elemente zu beobachten, die in der Gleichsetzung von Sozialismus und Liberalismus fußten. Zwar verfolgte die Partei bis in die 1930er Jahre hinein teils autoritäre Vorstellungen, sie blieb im Kern aber eine pluralistische Partei auf dem Boden der republikanisch-demokratischen Grundordnung. In den 1930er Jahren verfolgte die Partei zeitweise Konzepte einer "autoritären Demokratie" auf Boden traditioneller christlicher Werte.
Geschichte[bearbeiten]
Wurzeln und Gründung der Volksaktion[bearbeiten]
In der Ära der konstitutionellen Monarchie wurden katholisch-konservative Positionen von der bis 1873 oppositionellen Konservativen Partei in der Abgeordnetenkammer vertreten, die seit den 1850er Jahren die Opposition gegen die liberal dominierte Regierung Jacquel de Montevils bildete und zwischen 1873 und 1884 die Mehrheitsfraktion im Parlament stellte. Sie unterstützte u.a. eine starke Position des Monarchen sowie die Verteidigung der Interessen der katholischen Kirche gegenüber der liberal dominierten Staatsbürokratie.
Nach der Januarrevolution 1891 gingen die Reste des alten Partíu Conservador in der monarchistischen Opposition gegen die neue Zweite Sagradische Republik auf, die vor allem den liberal-säkularen Kurs der neuen republikanischen Parlamentsmehrheit ablehnte. Gleichzeitig drangen mit der Einführung des allgemeinen Wahlrechts wurde zudem auch für die rechte Opposition die soziale Frage zu einem Thema. Infolge der Enzyklika "Rerum Novarum" von Papst Leo XIII. im Jahr 1891 bildete sich schließlich eine Gruppe katholischer Abgeordneter in der Abgeordnetenkammer, die einerseits den liberal-laizistischen Kurs der radikalen und moderaten Republikaner ablehnten, andererseits für einen Einbezug der christlichen Soziallehre ins politische Programm eintrat. Führer dieser Gruppe waren der katholische Priester Abat Bernardo Regüer sowie die Abgeordneten Alfredo Cresca und Demetrio Orzabal.
Der gescheiterte antirepublikanische Putsch von 1898 führte dazu, dass sich frühere monarchistische Katholiken mit der Republik zunehmend arrangierten und sich der republikanische Mitte annäherten. Katholische Positionen wurden nun von der 1897 gegründeten Unión Nacional vertreten, einem heterogenen Zusammmenschluss konservativer Abgeordneter unterschiedlicher Ausrichtung. Ein Teil des katholisch-klerikalen Flügels der Unión Nacional schloss sich im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen 1905 zu einer gemeinsamen parlamentarischen Gruppe zusammen. Sie unterstützten den konservativen Bewerber Joán Cardinal, der sich schließlich durchsetzen konnte und zum zweiten Präsidenten der Republik gewählt wurde. Bei den Parlamentswahlen 1907 traten katholische Bewerber erstmals unter dem Label der Acción Popular an.
Aufstieg zur Massenpartei und politische Dominanz[bearbeiten]
Nach dem weiteren Zerfall der Unión Nacional ging die Acción Popular als unabhängige Gruppierung hervor und erhielt bei den Wahlen 1909 bereits mehr Mandate als die unionistischen Nachfolgeparteien zusammen, vier Jahre später wurde sie stärkste Kraft im klerikal-konservativen Lager und bildete daraufhin gemeinsam mit der siegreichen liberalen Republikanischen Allianz (AR) eine Koalition der rechten Mitte, die 1917 aber durch eine linke Mehrheit abgelöst wurde.
Während Regüers Nachfolger als Parteiführer Francisco Tropexas versuchte, in Konkurrenz zur Linken das sozialreformerische Profil der Partei zu schärfen, kam es nach dem Sieg der Linken bei den Parlamentswahlen 1917 und der ersten sozialistischen Regierungsbeteiligung zu einem Erstarken des rechten Parteiflügels um Domênco Scalfín und Estefán Gaeta. Die Partei drängte in Opposition zum Bloco de Sinistra von 1917 auf ein größeres katholisches "Selbstschutzbündnis" gegen Sozialismus und Säkularismus. 1924 schloss sich die Volksaktion schließlich mit mehreren kleineren Rechtsparteien zur Unión Popular zusammen, die stärkere innere Strukturen und eine straffere Organisation erhielt. Hiergegen spaltete sich 1925 ein Teil des sozialkatholischen Flügels um die Zeitung "la Vertá" ab und bildete die Volksdemokratische Partei (PDP).
Die Volksunion trat bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925 im Bündnis mit rechtsliberalen und nationalistischen Kräften an, dem Bloco Nacional, und trug einen Sieg über die Linke davon. Die zweite Hälfte der zwanziger Jahre wurde schließlich durch mehrere Regierungen des "Bloco Nacional" aus Volksunion und ARL geprägt.Estefán Gaeta bildete daraufhin 1925 eine katholisch geführte Regierung, ehe Gaeta bei der Präsidentschaftswahl 1927 zum ersten katholischen Staatspräsidenten seit Joán Cardinal gewählt wurde. Unter Gaetas Führung gelang es den Konservativen erstmals seit der Koalition der Moral des frühen 20. Jahrhunderts, für mehrere Jahre hinweg maßgeblich den Regierungskurs zu bestimmen.
Krise und Rechtswende in den dreißiger Jahren[bearbeiten]
Die dreißiger Jahre waren für die Volksunion von einer starken Veränderung des politischen Profils und ihrer Ziele geprägt. Die verschärfte wirtschaftliche und soziale Lage des Landes infolge der Weltwirtschaftskrise und die päpstliche Enzyklika "Quadrigesimo anno", die für eine neue, klassenfreie Gesellschaft warb, führte in der Volksunion zu einer Neuorientierung: Zum einen wurde der Ruf nach einer genuin katholisch geprägten Sozialpolitik laut, die sich von den bisherigen konservativ-liberalen Konzepten abhob. Zum anderen stärkte die Enzyklika jene in der Volksunion, die sich für eine stärker berufsständisch geprägte, "organische" Ordnung einsetzten und der liberalen parlamentarischen Ordnung der Zweiten Republik kritisch gegenüberstanden. Vor allem jüngere Politiker aus den Reihen der Círculœs de la Juventú standen der "alten Politik" kritisch gegenüber und sprachen sich für radikalere Reformen aus.
In der Folge entwickelten sich innerhalb der Volksunion Konzepte einer Staats- und Verfassungsreform und einer "autoritären Demokratie". Der Siegeszug der Faschisten und Nationalsozialisten in Italien, Deutschland und anderen europäischen Ländern sowie der zeitweise Erfolg der sagradischen Divisionistenbewegung unter León Francês unterstützten diese Entwicklung zusätzlich. Die Suche nach einem starken "nationalen Führer" orientierte sich zunächst vor allem an Staatspräsident Estefán Gaeta, der tatsächlich eigene Ambitionen für ein stärker "persönliches Regime" hegte. Allerdings gelang es Gaeta aus dem Präsidentenpalast heraus nicht, die gesamte Partei hinter sich und seinen präsidentiellen Reformplänen zu versammeln. Stattdessen kam es zur Formierung neuer konkurrierender Machtcliquen in der Partei und zu einem rasanten Erstarken der Vorfeldorganisationen, vornehmlich der Wirtschaftsverbände, der radikalen katholischen Laienverbände sowie der teilweise antidemokratisch orientierten Jugendbewegungen wie den Jugendzirkeln, die sich hinter Ministerpräsident Manuel Sants-Igualde versammelten.
Die Niederlage der UP und des von ihr geführten Bloco Nacional bei der Parlamentswahl 1936 gegen die linke Volksfront, die Präsidentschaftswahl 1938, bei der Ex-Präsident Gaeta gegen den Sozialisten Santiago Laval verlor, sowie die Ereignisse des Spanischen Bürgerkriegs führten schließlich zu einer tiefgreifenden Reform der Volksunion. Aus dieser konnte sich Manuel Sants-Igualde, Ministerpräsident von 1932 bis 1936, als starker Mann behaupten. Unter Sants wurde die Volksunion ganz auf seine Person als Parteiführer ausgerichtet. Seine Strategie der rechten „Bündelung“ sah vor, die Partei als antisozialistische, autoritative und katholizistische "Bewegung" zu positionieren und in klarer Opposition zur Volksfrontregierung zu führen. Zentrales Ziel waren ein Machtwechsel in Semest sowie eine autoritäre Staatsreform, die die Exekutive stärkte und die Macht im Staat weg vom Parlament und den Parteien hin zu berufsständisch organisierten Kammern verlagerte.
Comunión Nacional und Weltkrieg[bearbeiten]
Nach einem langanhaltenden Machtkampf zwischen der rechten Opposition und der linken Volksfront kam es Anfang 1938 zu heftigen verbalen Attacken der Rechten auf Präsident Laval, der sich weigerte, Sants zum Regierungschef zu ernennen. Als Laval im Mai 1938 ermordert wurde, kam es daher auch zu Vorwürfen der moralischen Mittäterschaft gegen Sants. Dennoch gelang es den Rechtsparteien, aus den vorgezogenen Parlamentswahlen im April 1939 als klarer Sieger hervorzugehen. Sants wurde zum Ministerpräsidenten an der Spitze einer katholisch-liberalen Koalitionsregierung berufen. In den folgenden zwei Jahren setzte er mit den Liberalen mehrmals um eine Stärkung der exekutiven Prärogativen durch. Außenpolitisch setzte die Regierung Sants auf strikte Neutralität im sich abzeichnenden Kampf Hitlers gegen die Westmächte. Diese Linie wurde nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zur offiziellen Staatslinie erklärt. Sants propagierte öffentlich die "Nationale Kommunion" gegen die äußere Bedrohung und suchte einen breiten Antikriegskonsens zu organisieren. Zugleich wurde Sagradien vorbereitet auf auf Abwehrbereitschaft eingestimmt. Ende Juni ließ sich die Regierung außerordentliche Vollmachten übertragen, mit den Augustgesetzen 1940 folgte die Umgestaltung der Verfassung zugunsten der Exekutive.
Auch parteiorganisatorisch setzte Sants Reformen durch. Die Volksunion blieb zwar als Partei bestehen, zentrale Unterstützung suchte Sants aber durch die Einrichtung eines parteiübergreifenden "Zentralkomitees für die Nationale Kommunion" zu erreichen, in dem die Volksunion die Mehrheit innehatte, dem aber auch parteilose Vertreter der Gesellschaft und der Verbände angehörten. Die UP-Fraktion in der Nationalversammlung gliederte sich relativ widerstandslos in die "Nationale Mehrheit" ein. Die Partei hörte in der Folge faktisch auf zu bestehen, auch wenn sie offiziell nie aufgelöst wurde. Auch nach der Absetzung Sants als Ministerpräsident und Führer der Comunión im Juni 1942 spielte die Volksunion keine ernsthafte Rolle mehr. Mit der Ernennung des Parteilosen Sergio Rafael Dini zum Ministerpräsidenten im November 1941 stellte die Volksunion auch nicht mehr den Ministerpräsidenten, blieb aber Teil der nationalen Kriegskoalition.
Gegen Ende des Krieges engagierten sich zahlreiche frühere UP-Politiker nun in der Convergência-Bewegung unter Führung der Liberalkatholiken Ariel Fernando De la Roya und Paulo Luciaro, die eine Sammlung der katholischen und bürgerlichen Kräfte zugunsten einer demokratischen Erneuerung herbeizuführen suchte. Im Vorfeld der Wahl zur Nationalversammlung 1945 schloss sich der Großteil früherer UP-Politiker aus den Führungsreihen dem neuen christdemokratischen Partíu Popular de Convergência an, der in gewisser Weise als Nachfolgeorganisation der Volksunion angesehen werden kann. Gegner dieser neuen Parteientwicklung vom rechtsnationalen Flügel der Volksunion gründeten in Konkurrenz zum PPC die katholisch-konservative Nationale Volksunion (UNP), die aber relativ erfolglos blieb und später ebenfalls im PPC auf aufging.