Marcelo Venizelos: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | '''Marcelo Orestis Lomas Venizelos''' (*1969) ist ein [[sagradischer]] Journalist und Politiker. Er war bis 2013 Mitglied der liberalen [[UDS]] | + | '''Marcelo Orestis Lomas Venizelos''' (*1969) ist ein [[sagradischer]] Journalist, Publizist und ehemaliger Politiker. Er war bis 2013 Mitglied der liberalen [[UDS]] und gründete 2014 die wirtschaftsliberale und europaskeptische Partei [[Les Progresistas]], der er bis Februar 2024 und erneut von April 2024 bis Januar 2025 vorstand. |
| − | + | Von 2014 bis 2017 saß Venizelos für die Partei im Europäischen Parlament, wo er der EU-skeptischen Fraktion "Europa der Freiheit und der direkten Demokratie" angehörte. Von 2017 bis 2023 war er Mitglied und Sprecher der Progresistas-Fraktion in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]. Bei der [[Präsidentschaftswahl in Sagradien 2020]] bewarb er sich zudem um das höchste Staatsamt. | |
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| + | Der griechisch-stämmige Venizelos bezeichnet sich selbst als ''libertär'' und als Anhänger Margaret Thatchers. Er vertritt dezidiert EU-kritische Positionen und setzt sich für einen Austritt Sagradiens aus der Europäischen Gemeinschaftswährung ein. Während der Covid-19-Pandemie profilierte er sich zudem als Impfkriker. | ||
==== Journalismus ==== | ==== Journalismus ==== | ||
| − | Venizelos schlug eine journalistische Karriere ein. Nach Stationen bei den renommierten Tageszeitungen [[Il Tiempo]] und [[Il Mercûrio]] wurde Venizelos 2007 stellvertretender Chefredakteur der Wirtschaftszeitung [[Il Mercàu]]. Daneben schrieb er eine regelmäßige Kolumne in der Boulevard-Zeitung [[l'Expresso]]. | + | Venizelos schlug eine journalistische Karriere ein. Nach Stationen bei den renommierten Tageszeitungen [[Il Tiempo]] und [[Il Mercûrio]] wurde Venizelos 2007 stellvertretender Chefredakteur der Wirtschaftszeitung [[Il Mercàu]]. Im Jahr 2011 gründete Venizelos unter dem Titel ''libertate'' seine eigene politische Zeitschrift, die ein dezidiert europaskeptisches und libertäres Profil aufwies. Daneben schrieb er eine regelmäßige Kolumne in der Boulevard-Zeitung [[l'Expresso]]. |
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Venizelos war seit seiner Studienzeit Anhänger und Parteimitglied der liberalen [[UDS]]. Zudem engagierte er sich im liberalen Think Tank [[Libertas]]. | Venizelos war seit seiner Studienzeit Anhänger und Parteimitglied der liberalen [[UDS]]. Zudem engagierte er sich im liberalen Think Tank [[Libertas]]. | ||
| − | Im Zuge der Staatsschuldenkrise im Euroraum profilierte sich Venizelos als scharfer Kritiker der Euro-Rettungsmaßnahmen und setzte sich öffentlich für eine Abkehr von der gemeinsamen Währungspolitik ein. Damit avancierte | + | Im Zuge der Staatsschuldenkrise im Euroraum profilierte sich Venizelos als scharfer Kritiker der Euro-Rettungsmaßnahmen und setzte sich öffentlich für eine Abkehr von der gemeinsamen Währungspolitik ein. Damit avancierte er zum öffentlichen Aushängeschild der parteiinternen Opposition gegen die europafreundliche Parteiführung um den Vorsitzenden [[Luca Orrieva]]. |
| − | Auf dem Parteitag der Liberalen im Frühjahr 2011 kam es schließlich zum offenen | + | Auf dem Parteitag der Liberalen im Frühjahr 2011 kam es schließlich zum offenen Putschversuch der radikal-liberalen Opposition gegen die Parteiführung Orrieva. Auf dem Parteitag sprach Venizelos nicht nur zum Euro-Thema, sondern forderte auch eine energischere Wirtschaftspolitik, die Einführung eines neuen Steuersystems nach Vorbild der "Flat Tax" und eine "neue Wachstumspolitik". Die Liberalen müssten in der Regierung endlich einhalten, was sie den Wählern versprochen hätten: niedrigere Steuern, weniger Bürokratie und mehr Wettbewerb auf allen Feldern. |
Von Orrievas Umfeld wurde ihm Populismus und Europa-Feindlichkeit vorgeworfen. Auch dank der Gegenkampagne der Parteiführung scheiterte Venizelos' Antrag knapp, die Transfermaßnahmen in der EU auf unbestimmte Zeit auszusetzen. | Von Orrievas Umfeld wurde ihm Populismus und Europa-Feindlichkeit vorgeworfen. Auch dank der Gegenkampagne der Parteiführung scheiterte Venizelos' Antrag knapp, die Transfermaßnahmen in der EU auf unbestimmte Zeit auszusetzen. | ||
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Nachdem Venizelos bei der [[Parlamentswahl 2013|Parlamentswahl im Herbst 2013]] nicht angetreten war, kündigte er unmittelbar nach dem Wahltag seinen Austritt aus der UDS an. Zuvor hatte er bereits im Wahlkampf die Linie der neuen Vorsitzenden [[Beatrice Iniagui]] kritisiert, die die Fehler Orrievas wiederhole und dessen erfolglose Politik fortsetze, so Venizelos. | Nachdem Venizelos bei der [[Parlamentswahl 2013|Parlamentswahl im Herbst 2013]] nicht angetreten war, kündigte er unmittelbar nach dem Wahltag seinen Austritt aus der UDS an. Zuvor hatte er bereits im Wahlkampf die Linie der neuen Vorsitzenden [[Beatrice Iniagui]] kritisiert, die die Fehler Orrievas wiederhole und dessen erfolglose Politik fortsetze, so Venizelos. | ||
| − | Im Januar 2014 kündigte Venizelos gemeinsam mit einigen Mitstreitern die Gründung einer neuen Partei namens ''[[liber - liberal, eurorealista, renovador]]'' an, die er als dezidiert eurokritisch und liberal bezeichnete. Wichtiger Partner bei der Gründung war der sagradisch-amerikanische Unternehmer [[Fernando Carríu-Aimán]], der die Parteigründung finanziell unterstützte. Im Dezember 2014 musste die Partei nach einem Rechtsstreit ihren Namen ändern und heißt seitdem ''[[ | + | Im Januar 2014 kündigte Venizelos gemeinsam mit einigen Mitstreitern die Gründung einer neuen Partei namens ''[[liber - liberal, eurorealista, renovador]]'' an, die er als dezidiert eurokritisch und liberal bezeichnete. Wichtiger Partner bei der Gründung war der sagradisch-amerikanische Unternehmer [[Fernando Carríu-Aimán]], der die Parteigründung finanziell unterstützte. Im Dezember 2014 musste die Partei nach einem Rechtsstreit ihren Namen ändern und heißt seitdem ''[[les Progresistas]]''. |
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| + | Nachdem die Partei im Januar ins Parteienregister eingetragen worden war, fand der Gründungsparteitag im Februar 2014 statt, bei dem Venizelos zum Parteivorsitzenden, die Wirtschaftsberaterin [[María Cofaru]] zur Generalsekretärin gewählt wurden. Zudem gab sich die Partei ein knappes Programm, sogenannte "programmatische Leitlinien". In den Medien wurden diese vor allem als "neoliberal", "wirtschaftsliberal" und "eurokritisch" bezeichnet. Die Passagen zur Einwanderungspolitik wurden zudem als "populistisch" oder "rechtspopulistisch" kritisiert. | ||
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| + | Bei der [[Europawahl 2014]] wurde Venizelos als Spitzenkandidat der Liste "[[les Progresistas|Liber Europa – les Progresistas]]" ins Europäische Parlament gewählt, wo er sich der EU-skeptischen Fraktion "Europa der Freiheit und der direkten Demokratie" anschloss, der auch die Abgeordneten der britischen UKIP-Partei um Nigel Farage, der französische Rechtspopulist Florian Philippot sowie die italienische 5-Sterne-Bewegung angehörten. | ||
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| + | Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2017]] führte Venizelos seine Partei ebenfalls als Spitzenkandidat an und zog zusammen mit 24 weiteren Abgeordneten ins sagradische Parlament ein. Dort übernahm er die Führung der neuen Progresistas-Fraktion. Sein EP-Mandat gab er daraufhin zurück und verzichtete bei der [[Europawahl 2019]] auf ein Mandat im Europaparlament. | ||
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| + | Während seiner Zeit im Parlament gehörte Venizelos formal der Opposition an, unterstützte aber bei zahlreichen Vorhaben die regierende konservativ-liberale Minderheitsregierung unter [[Manuel Ramœs Iliega]]. Bei der vorgezogenen [[Parlamentswahl 2019]] ging die Liste der Progresistas gestärkt hervor und erreichte 6,7 Prozent der Stimmen. Venizelos blieb Parteichef und Fraktionssprecher. | ||
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| + | Während der Covid-19-Pandemie 2020-2022 profilierte sich Venizelos zunehmend deutlich als Kritiker der Quarantäne-Maßnahmen und als Gegner verpflichtender Impfungen. Mit seinen radikalen Positionen konnte er sich dabei zunehmend Unterstützung in verschwörungsideologischen Milieus sichern. Seine Rhetorik wurde von politischen Gegnern zunehmend scharf kritisiert. Unter anderem handelte sich Venizelos den Vorwurf des Antisemitismus ein, nachdem er die Nicht-Geimpften als "neue Juden" bezeichnet und über "nicht ausgesprochene Pläne einer kleinen transnationalen Elite" spekuliert hatte. Sein Kurs führte zunehmend zu Spannungen mit dem gemäßtigeren Flügel seiner Partei um die Europa-Abgeordnete [[María Cofaru]]. | ||
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| + | ==== Ausscheiden aus dem Parlament ==== | ||
| + | Nachdem sich Venizelos und Cofaru überworfen hatten, trat letztere im Vorfeld der [[Parlamentswahl 2023]] aus der gemeinsamen Partei aus und erklärte ihre Kandidatur für die neue Mitte-Rechts-Partei [[Nôis Citadanœs]] von [[Rahim Kader]]. Diese wurde von vielen als scharfe Konkurrenz zu Venizelos' Progressiven gesehen, da sie ähnliche Wählerinnen und Wähler ansprach und einige Mandatsträger der Venizelos-Partei abwarb. Neben Cofaru gehörte dazu auch deren Kollege im Europa-Parlament [[Óliver Sancet]]. | ||
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| + | Bei der Parlamentswahl 2023 erreichten die Progressisten mit Venizelos als Spitzenkandidat nur noch ein Drittel der Stimmenanteile aus der vorangegangenen Wahl und fielen unter die 3-Prozent-Hürde. Nach sechs Jahren schied Venizelos damit aus der [[Abgeordnetenkammer]] aus. In der Folge zog er sich auch von Parteivorsitz zurück und gab sein Amt an [[Yohan Berrano]] ab, der aber schon nach zwei Monaten im Amt wieder zurücktrat. Im Vorfeld der [[Europawahl 2024]] übernahm Venizelos noch einmal den Vorsitz und führte die Partei als Spitzenkandidat in die Wahl, bei der die Progressiven aber nur 2,1 Prozent der Stimmen erreichte. Anfang 2025 zog sich Venizelos erneut aus der Parteiführung zurück und gab zugleich seinen endgültigen Abschied aus der Politik bekannt. | ||
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| + | ==== Persönliches ==== | ||
| + | Marcelo Venizelos ist bekennend homosexuell und seit 2013 mit seinem langjährigen Lebenspartner verheiratet. Er bezeichnet sich selbst als Atheisten und als Gegner jedes religiösen Fundamentalismus. | ||
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| + | * 2014–2017: Mitglied des Europäischen Parlaments (EFDD-Fraktion) | ||
| + | * 2017–2023: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] | ||
| − | + | ==== Parteifunktionen ==== | |
| − | + | * 2014–2024: Vorsitzender der [[Progresistas]] | |
| + | * 2017–2023: Sprecher der [[Progresistas]]-Gruppe in der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]] | ||
| + | * 2024–2025: Vorsitzender der [[Progresistas]] | ||
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Venizelos]] | [[Kategorie: Sagradischer Politiker|Venizelos]] | ||
[[Kategorie: Politiker der UDS|Venizelos]] | [[Kategorie: Politiker der UDS|Venizelos]] | ||
| + | [[Kategorie: Politiker der Progresistas|Cofaru]] | ||
Aktuelle Version vom 27. Mai 2025, 12:24 Uhr
Marcelo Orestis Lomas Venizelos (*1969) ist ein sagradischer Journalist, Publizist und ehemaliger Politiker. Er war bis 2013 Mitglied der liberalen UDS und gründete 2014 die wirtschaftsliberale und europaskeptische Partei Les Progresistas, der er bis Februar 2024 und erneut von April 2024 bis Januar 2025 vorstand.
Von 2014 bis 2017 saß Venizelos für die Partei im Europäischen Parlament, wo er der EU-skeptischen Fraktion "Europa der Freiheit und der direkten Demokratie" angehörte. Von 2017 bis 2023 war er Mitglied und Sprecher der Progresistas-Fraktion in der sagradischen Abgeordnetenkammer. Bei der Präsidentschaftswahl in Sagradien 2020 bewarb er sich zudem um das höchste Staatsamt.
Der griechisch-stämmige Venizelos bezeichnet sich selbst als libertär und als Anhänger Margaret Thatchers. Er vertritt dezidiert EU-kritische Positionen und setzt sich für einen Austritt Sagradiens aus der Europäischen Gemeinschaftswährung ein. Während der Covid-19-Pandemie profilierte er sich zudem als Impfkriker.
Inhaltsverzeichnis
Journalismus[bearbeiten]
Venizelos schlug eine journalistische Karriere ein. Nach Stationen bei den renommierten Tageszeitungen Il Tiempo und Il Mercûrio wurde Venizelos 2007 stellvertretender Chefredakteur der Wirtschaftszeitung Il Mercàu. Im Jahr 2011 gründete Venizelos unter dem Titel libertate seine eigene politische Zeitschrift, die ein dezidiert europaskeptisches und libertäres Profil aufwies. Daneben schrieb er eine regelmäßige Kolumne in der Boulevard-Zeitung l'Expresso.
UDS[bearbeiten]
Venizelos war seit seiner Studienzeit Anhänger und Parteimitglied der liberalen UDS. Zudem engagierte er sich im liberalen Think Tank Libertas.
Im Zuge der Staatsschuldenkrise im Euroraum profilierte sich Venizelos als scharfer Kritiker der Euro-Rettungsmaßnahmen und setzte sich öffentlich für eine Abkehr von der gemeinsamen Währungspolitik ein. Damit avancierte er zum öffentlichen Aushängeschild der parteiinternen Opposition gegen die europafreundliche Parteiführung um den Vorsitzenden Luca Orrieva.
Auf dem Parteitag der Liberalen im Frühjahr 2011 kam es schließlich zum offenen Putschversuch der radikal-liberalen Opposition gegen die Parteiführung Orrieva. Auf dem Parteitag sprach Venizelos nicht nur zum Euro-Thema, sondern forderte auch eine energischere Wirtschaftspolitik, die Einführung eines neuen Steuersystems nach Vorbild der "Flat Tax" und eine "neue Wachstumspolitik". Die Liberalen müssten in der Regierung endlich einhalten, was sie den Wählern versprochen hätten: niedrigere Steuern, weniger Bürokratie und mehr Wettbewerb auf allen Feldern.
Von Orrievas Umfeld wurde ihm Populismus und Europa-Feindlichkeit vorgeworfen. Auch dank der Gegenkampagne der Parteiführung scheiterte Venizelos' Antrag knapp, die Transfermaßnahmen in der EU auf unbestimmte Zeit auszusetzen.
Parteineugründung[bearbeiten]
Nachdem Venizelos bei der Parlamentswahl im Herbst 2013 nicht angetreten war, kündigte er unmittelbar nach dem Wahltag seinen Austritt aus der UDS an. Zuvor hatte er bereits im Wahlkampf die Linie der neuen Vorsitzenden Beatrice Iniagui kritisiert, die die Fehler Orrievas wiederhole und dessen erfolglose Politik fortsetze, so Venizelos.
Im Januar 2014 kündigte Venizelos gemeinsam mit einigen Mitstreitern die Gründung einer neuen Partei namens liber - liberal, eurorealista, renovador an, die er als dezidiert eurokritisch und liberal bezeichnete. Wichtiger Partner bei der Gründung war der sagradisch-amerikanische Unternehmer Fernando Carríu-Aimán, der die Parteigründung finanziell unterstützte. Im Dezember 2014 musste die Partei nach einem Rechtsstreit ihren Namen ändern und heißt seitdem les Progresistas.
Nachdem die Partei im Januar ins Parteienregister eingetragen worden war, fand der Gründungsparteitag im Februar 2014 statt, bei dem Venizelos zum Parteivorsitzenden, die Wirtschaftsberaterin María Cofaru zur Generalsekretärin gewählt wurden. Zudem gab sich die Partei ein knappes Programm, sogenannte "programmatische Leitlinien". In den Medien wurden diese vor allem als "neoliberal", "wirtschaftsliberal" und "eurokritisch" bezeichnet. Die Passagen zur Einwanderungspolitik wurden zudem als "populistisch" oder "rechtspopulistisch" kritisiert.
Abgeordnetentätigkeiten[bearbeiten]
Bei der Europawahl 2014 wurde Venizelos als Spitzenkandidat der Liste "Liber Europa – les Progresistas" ins Europäische Parlament gewählt, wo er sich der EU-skeptischen Fraktion "Europa der Freiheit und der direkten Demokratie" anschloss, der auch die Abgeordneten der britischen UKIP-Partei um Nigel Farage, der französische Rechtspopulist Florian Philippot sowie die italienische 5-Sterne-Bewegung angehörten.
Bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2017 führte Venizelos seine Partei ebenfalls als Spitzenkandidat an und zog zusammen mit 24 weiteren Abgeordneten ins sagradische Parlament ein. Dort übernahm er die Führung der neuen Progresistas-Fraktion. Sein EP-Mandat gab er daraufhin zurück und verzichtete bei der Europawahl 2019 auf ein Mandat im Europaparlament.
Während seiner Zeit im Parlament gehörte Venizelos formal der Opposition an, unterstützte aber bei zahlreichen Vorhaben die regierende konservativ-liberale Minderheitsregierung unter Manuel Ramœs Iliega. Bei der vorgezogenen Parlamentswahl 2019 ging die Liste der Progresistas gestärkt hervor und erreichte 6,7 Prozent der Stimmen. Venizelos blieb Parteichef und Fraktionssprecher.
Während der Covid-19-Pandemie 2020-2022 profilierte sich Venizelos zunehmend deutlich als Kritiker der Quarantäne-Maßnahmen und als Gegner verpflichtender Impfungen. Mit seinen radikalen Positionen konnte er sich dabei zunehmend Unterstützung in verschwörungsideologischen Milieus sichern. Seine Rhetorik wurde von politischen Gegnern zunehmend scharf kritisiert. Unter anderem handelte sich Venizelos den Vorwurf des Antisemitismus ein, nachdem er die Nicht-Geimpften als "neue Juden" bezeichnet und über "nicht ausgesprochene Pläne einer kleinen transnationalen Elite" spekuliert hatte. Sein Kurs führte zunehmend zu Spannungen mit dem gemäßtigeren Flügel seiner Partei um die Europa-Abgeordnete María Cofaru.
Ausscheiden aus dem Parlament[bearbeiten]
Nachdem sich Venizelos und Cofaru überworfen hatten, trat letztere im Vorfeld der Parlamentswahl 2023 aus der gemeinsamen Partei aus und erklärte ihre Kandidatur für die neue Mitte-Rechts-Partei Nôis Citadanœs von Rahim Kader. Diese wurde von vielen als scharfe Konkurrenz zu Venizelos' Progressiven gesehen, da sie ähnliche Wählerinnen und Wähler ansprach und einige Mandatsträger der Venizelos-Partei abwarb. Neben Cofaru gehörte dazu auch deren Kollege im Europa-Parlament Óliver Sancet.
Bei der Parlamentswahl 2023 erreichten die Progressisten mit Venizelos als Spitzenkandidat nur noch ein Drittel der Stimmenanteile aus der vorangegangenen Wahl und fielen unter die 3-Prozent-Hürde. Nach sechs Jahren schied Venizelos damit aus der Abgeordnetenkammer aus. In der Folge zog er sich auch von Parteivorsitz zurück und gab sein Amt an Yohan Berrano ab, der aber schon nach zwei Monaten im Amt wieder zurücktrat. Im Vorfeld der Europawahl 2024 übernahm Venizelos noch einmal den Vorsitz und führte die Partei als Spitzenkandidat in die Wahl, bei der die Progressiven aber nur 2,1 Prozent der Stimmen erreichte. Anfang 2025 zog sich Venizelos erneut aus der Parteiführung zurück und gab zugleich seinen endgültigen Abschied aus der Politik bekannt.
Persönliches[bearbeiten]
Marcelo Venizelos ist bekennend homosexuell und seit 2013 mit seinem langjährigen Lebenspartner verheiratet. Er bezeichnet sich selbst als Atheisten und als Gegner jedes religiösen Fundamentalismus.
Mandate[bearbeiten]
- 2014–2017: Mitglied des Europäischen Parlaments (EFDD-Fraktion)
- 2017–2023: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
Parteifunktionen[bearbeiten]
- 2014–2024: Vorsitzender der Progresistas
- 2017–2023: Sprecher der Progresistas-Gruppe in der sagradischen Abgeordnetenkammer
- 2024–2025: Vorsitzender der Progresistas
