Fernando Grací: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Luis Fernando Grací Ferrandiz''' (*1958) ist ein sagradischer Jurist, Manager und ehemaliger Politiker ([[Radicales]], später [[Progresistas]]).
 
'''Luis Fernando Grací Ferrandiz''' (*1958) ist ein sagradischer Jurist, Manager und ehemaliger Politiker ([[Radicales]], später [[Progresistas]]).
  
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Als nationaler Sekretär der [[Juventú Radical|radikalen Parteijugend]] wurde Grací Anfang der 1990er Jahre als "junger Wilder" und als Verfechter eines radikal libertären Programms bekannt, das wirtschaftliche und gesellschaftliche Freiheiten miteinander verbindet. U.a. setzte sich Grací in dieser Zeit für eine Flattax, eine Legalisierung der Sterbehilfe und eine vollständige Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ein. Die Beteiligung des PRD an der [[Kabinett Ricardes I|Regierung Ricardes]] sah Grací kritisch, da ihr Reformprogramm nicht weit genug ging.  
 
Als nationaler Sekretär der [[Juventú Radical|radikalen Parteijugend]] wurde Grací Anfang der 1990er Jahre als "junger Wilder" und als Verfechter eines radikal libertären Programms bekannt, das wirtschaftliche und gesellschaftliche Freiheiten miteinander verbindet. U.a. setzte sich Grací in dieser Zeit für eine Flattax, eine Legalisierung der Sterbehilfe und eine vollständige Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ein. Die Beteiligung des PRD an der [[Kabinett Ricardes I|Regierung Ricardes]] sah Grací kritisch, da ihr Reformprogramm nicht weit genug ging.  
  
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Im Jahr 1997 unterstützte Grací die Wahl des politischen Quereinsteigers und Wirtschaftsjournalisten [[Ernesto Joán Kirchner]] zum Spitzenkandidaten für die [[Parlamentswahl 1998]] und organisierte schließlich auch die radikale Wahlkampagne, die der Partei die Rückkehr in die [[Abgeordnetenkammer]] nach vierjähriger Pause ermöglichte. Als neugewählter Parlamentarier übernahm Grací den Posten des Parlamentarischen Sekretärs unter Kirchner und wurde damit auch Cheforganisator der Radikalen Fraktion.  
 
Im Jahr 1997 unterstützte Grací die Wahl des politischen Quereinsteigers und Wirtschaftsjournalisten [[Ernesto Joán Kirchner]] zum Spitzenkandidaten für die [[Parlamentswahl 1998]] und organisierte schließlich auch die radikale Wahlkampagne, die der Partei die Rückkehr in die [[Abgeordnetenkammer]] nach vierjähriger Pause ermöglichte. Als neugewählter Parlamentarier übernahm Grací den Posten des Parlamentarischen Sekretärs unter Kirchner und wurde damit auch Cheforganisator der Radikalen Fraktion.  
  
Anhaltende Richtungsstreitigkeiten mit dem sozialliberalen Parteiflügel führten jedoch 2002 zum Rückzug Kirchners. Für die [[Parlamentswahl 2002]] bildete schließlich Grací zusammen mit [[María Dolores Bernat]] ein Spitzenduo und belegte den zweiten Platz auf der Wahlliste. Nach dem Abgang Kirchners konnten aber die Sozialliberalen in der Partei wieder an Boden gutmachen und den Einfluss der Grací-Gruppe begrenzen. Zwar folgte er 2007 María Dolores Bernat als Sprecher der Radikalen-Fraktion in der Abgeordnetenkammer nach. Grací verlor aber die Wahl zum Politischen Sprecher der Partei gegen den Europa-Abgeordneten [[Javier Ibarra]]. Bei der vorgezogenen [[Parlamentswahl 2009]] trat Grací nicht mehr an. Stattdessen zog er sich aus der Politik zurück und begann eine zweite Karriere als Wirtschaftsberater.
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Anhaltende Richtungsstreitigkeiten mit dem sozialliberalen Parteiflügel führten jedoch 2002 zum Rückzug Kirchners. Für die [[Parlamentswahl 2002]] bildete schließlich Grací zusammen mit [[María Dolores Bernat]] ein Spitzenduo und belegte den zweiten Platz auf der Wahlliste. Nach dem Abgang Kirchners konnten aber die Sozialliberalen in der Partei wieder an Boden gutmachen und den Einfluss der Grací-Gruppe begrenzen. Zwar folgte er 2007 María Dolores Bernat als Sprecher der Radikalen-Fraktion in der Abgeordnetenkammer nach. Grací verlor aber die Wahl zum Politischen Sprecher der Partei gegen den Europa-Abgeordneten [[Javier Ibarra]].  
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Bei der vorgezogenen [[Parlamentswahl 2009]] trat Grací nicht mehr an. Stattdessen zog er sich aus der Politik zurück und begann eine zweite Karriere als Wirtschaftsberater. Sein politisches Comeback feierte Grací im Jahr 2019, als er sich für die neue rechtslibertäre Partei [[Les Progresistas]] in die Abgeordnetenkammer wählen ließ. Dort übernahm Grací den Vorsitz im Ausschuss für wissenschaftliche Forschung, geriet aber über die Corona-Politik der Progresistas in Streit mit Parteichef [[Marcelo Venizelos]]. Grací trat schließlich im Oktober 2021 aus der gemeinsamen Parlamentsfraktion aus und schloss sich der Partei der [[Liberale]]n an, wurde aber kein Parteimitglied. Bei der [[Parlamentswahl 2023]] kandidierte er nicht erneut und zog sich abermals aus der aktiven Politik zurück. 
  
 
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Grací]]
 
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Grací]]
 
[[Kategorie: Politiker der Radicales|Grací]]
 
[[Kategorie: Politiker der Radicales|Grací]]

Version vom 15:14, 18. Mai 2025

Luis Fernando Grací Ferrandiz (*1958) ist ein sagradischer Jurist, Manager und ehemaliger Politiker (Radicales, später Progresistas).

Karriere bei den Radikalen

Als nationaler Sekretär der radikalen Parteijugend wurde Grací Anfang der 1990er Jahre als "junger Wilder" und als Verfechter eines radikal libertären Programms bekannt, das wirtschaftliche und gesellschaftliche Freiheiten miteinander verbindet. U.a. setzte sich Grací in dieser Zeit für eine Flattax, eine Legalisierung der Sterbehilfe und eine vollständige Entkriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ein. Die Beteiligung des PRD an der Regierung Ricardes sah Grací kritisch, da ihr Reformprogramm nicht weit genug ging.

Nachdem die Regierung 1992 zerbrochen war und die PRD bei der Parlamentswahl 1994 erstmals seit 1970 an der Dreiprozenthürde gescheitert war, wurde Grací 1995 Mitglied der Parteiführung und gewann zusammen mit Selle Estarriz und anderen Mitstreitern aus den Jugendverbänden deutlich an Einfluss, um sein Ziel einer radikal-libertären Neuausrichtung und Neuprofilierung der Partei durchzusetzen. Als Parteisekretär für Organisationsfragen galt er als geistiger Vater des Rebrandings, das aus dem Partíu Radical-Democrático die Radicales machte und Violett als neue Parteifarbe einführte. Zudem gelang es Grací und Estarriz, der Partei ein neues Statut zu geben.

Im Jahr 1997 unterstützte Grací die Wahl des politischen Quereinsteigers und Wirtschaftsjournalisten Ernesto Joán Kirchner zum Spitzenkandidaten für die Parlamentswahl 1998 und organisierte schließlich auch die radikale Wahlkampagne, die der Partei die Rückkehr in die Abgeordnetenkammer nach vierjähriger Pause ermöglichte. Als neugewählter Parlamentarier übernahm Grací den Posten des Parlamentarischen Sekretärs unter Kirchner und wurde damit auch Cheforganisator der Radikalen Fraktion.

Anhaltende Richtungsstreitigkeiten mit dem sozialliberalen Parteiflügel führten jedoch 2002 zum Rückzug Kirchners. Für die Parlamentswahl 2002 bildete schließlich Grací zusammen mit María Dolores Bernat ein Spitzenduo und belegte den zweiten Platz auf der Wahlliste. Nach dem Abgang Kirchners konnten aber die Sozialliberalen in der Partei wieder an Boden gutmachen und den Einfluss der Grací-Gruppe begrenzen. Zwar folgte er 2007 María Dolores Bernat als Sprecher der Radikalen-Fraktion in der Abgeordnetenkammer nach. Grací verlor aber die Wahl zum Politischen Sprecher der Partei gegen den Europa-Abgeordneten Javier Ibarra.

Rückzug und Comeback

Bei der vorgezogenen Parlamentswahl 2009 trat Grací nicht mehr an. Stattdessen zog er sich aus der Politik zurück und begann eine zweite Karriere als Wirtschaftsberater. Sein politisches Comeback feierte Grací im Jahr 2019, als er sich für die neue rechtslibertäre Partei Les Progresistas in die Abgeordnetenkammer wählen ließ. Dort übernahm Grací den Vorsitz im Ausschuss für wissenschaftliche Forschung, geriet aber über die Corona-Politik der Progresistas in Streit mit Parteichef Marcelo Venizelos. Grací trat schließlich im Oktober 2021 aus der gemeinsamen Parlamentsfraktion aus und schloss sich der Partei der Liberalen an, wurde aber kein Parteimitglied. Bei der Parlamentswahl 2023 kandidierte er nicht erneut und zog sich abermals aus der aktiven Politik zurück.