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| + | Luis Enrico de Piacón, Sprössling der sagradisch-italienischen Hochadelsfamilie der [[Piacone]], wurde im spanischen Exil der Adelsfamilie geboren und ging in Madrid zur Schule, ehe er nach dem Rehabilitationsgesetz von 1904 wieder mit seiner Familie nach Sagradien zurückkehren konnte. Er ging nach dem Schulabschluss zum Militär und schlug parallel dazu ein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften ein. Er wurde Spezialist für Finanzrecht und trat in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in die staatliche Finanzverwaltung ein. Seit 1934 arbeitete am staatlichen Finanzhof, 1940 trat er als Abteilungsleiter ins Finanzministerium ein. | ||
| − | + | Aufgrund der als antimonarchisch empfundenen politischen Stimmung der unmittelbaren Nachkriegszeit trat Piacón 1944 der [[Unión Monarquista]] bei, die sich für eine Rückkehr zur Monarchie, aber auch gegen anti-aristokratische Tendenzen stark machte. Daraufhin musste er aus dem Finanzministerium ausscheiden. | |
| − | + | Nach dem Scheitern der Unión Monarquista bei der [[Parlamentswahl 1945]] schloss er sich schließlich der christdemokratischen [[Volkspartei]] an. Für diese gelang es ihm 1946, in den [[Senat]] einzuziehen, wo er den Wahlkreis [[Bolivas]] repräsentierte und schnell Vorsitzender des Haushaltsausschusses wurde. Innerhalb der Volkspartei konnte er sich bald als Vertreter des konservativen Flügels profilieren und wegen seiner weitreichenden Kontakte und seiner Integrationskraft im konservativen Spektrum eine wichtige Stellung einnehmen. Diese Position spiegelte auch seine Wahl zum stellvertretenden Parteivorsitzenden der [[PPC]] im Jahr 1952 wider. | |
| − | + | Nach der [[Parlamentswahl 1950]] wurde Luis Enrico Piacón überraschend und gegen den Willen des [[PS|sozialistischen]] Regierungspartners zum [[Finanzminister]] im [[Kabinett Luciaro III]] berufen. Diesen Posten behielt er bis zur [[Parlamentswahl 1954]]. Nach einer Kabinettsumbildung im Januar 1955 wurde Piacón [[Justizminister]]. In diesem Amt blieb er bis zum Ende der Legislaturperiode. Bei der Kabinettsbildung 1958 wurde er nicht mehr berücksichtigt und zog sich danach aus der ersten Reihe der Politik zurück. Bei den [[Senatswahlen 1961]] bewarb er sich um kein neues Mandat. Der rechte Parteiflügel des PPC brachte ihn 1965 als Präsidentschaftskandidaten ins Spiel. Er spielte in den Plänen der Parteiführung jedoch keine Rolle. | |
| − | Nach | + | Nach seinem Ausscheiden aus der ersten Reihe der nationalen Politik zog sich Piacón in die Regionsalpolitik zurück und wurde 1961 zum Regionalrat und Regierungspräsidenten der Region [[Sur-Pinial]] gewählt. Nach seinem Ausscheiden 1968 wurde er Gouverneur der Provinz [[Corar]]. |
| − | Die erhoffte Ernennung zum Senator auf Lebenszeit blieb Piacón nach der Wahl des Sozialisten [[Iacovo Del Pérez]] zum neuen Präsidenten der Republik 1972 verwehrt, da dieser von seinem Recht gebraucht machte und Piacón als einen von drei Kandidaten von der Vorschlagsliste des zuständigen Senatsausschusses strich. 1975 verstarb Luis Enrico de Piacón im Alter von 77 Jahren. Sein Sohn [[Lorenzo de Piacón]] wurde ebenfalls Politiker und amtierte von 1997 bis 2000 Vizepräsident des sagradischen Senats. Sein Großneffe [[Carles de Piacón]] war in den Neunziger Jahren u.a. Generalsekretär der [[ | + | Die erhoffte Ernennung zum Senator auf Lebenszeit blieb Piacón nach der Wahl des Sozialisten [[Iacovo Del Pérez]] zum neuen Präsidenten der Republik 1972 verwehrt, da dieser von seinem Recht gebraucht machte und Piacón als einen von drei Kandidaten von der Vorschlagsliste des zuständigen Senatsausschusses strich. 1975 verstarb Luis Enrico de Piacón im Alter von 77 Jahren. Sein Sohn [[Lorenzo de Piacón]] wurde ebenfalls Politiker und amtierte von 1997 bis 2000 Vizepräsident des sagradischen Senats. Sein Großneffe [[Carles de Piacón]] war in den Neunziger Jahren u.a. Generalsekretär der [[PPC]]. |
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| + | * 1949-1961: Mitglied des [[Senat]]s für die Provinz [[Bolivas]] | ||
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| + | * 1952-1955: Stellvertretender Parteivorsitzender der [[PPC]] | ||
| + | * 1963-1972: Parteivorsitzender der [[PPC]] in [[Corar]] | ||
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Aktuelle Version vom 30. Juli 2024, 08:03 Uhr
Luis Enrico de Piacón (*1898 bei Madrid, +1975 in Santana, vollständiger Name Luis Enrico Fernando María António Ramón Conte de Piacón-Santana i Bernat) war ein sagradischer konservativer Politiker (PPC). Er war von 1950 bis 1955 Finanzminister und danach bis 1958 Justizminister unter Ministerpräsident Paulo Luciaro. Nach seiner Zeit als Minister fungierte Piacón von 1961 bis 1969 als Regierungspräsident der südsagradischen Region Sur-Pinial und danach bis zu seinem Tod als Gouverneur der Provinz Corar.
Inhaltsverzeichnis
Leben und Wirken[bearbeiten]
Luis Enrico de Piacón, Sprössling der sagradisch-italienischen Hochadelsfamilie der Piacone, wurde im spanischen Exil der Adelsfamilie geboren und ging in Madrid zur Schule, ehe er nach dem Rehabilitationsgesetz von 1904 wieder mit seiner Familie nach Sagradien zurückkehren konnte. Er ging nach dem Schulabschluss zum Militär und schlug parallel dazu ein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften ein. Er wurde Spezialist für Finanzrecht und trat in den Zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in die staatliche Finanzverwaltung ein. Seit 1934 arbeitete am staatlichen Finanzhof, 1940 trat er als Abteilungsleiter ins Finanzministerium ein.
Aufgrund der als antimonarchisch empfundenen politischen Stimmung der unmittelbaren Nachkriegszeit trat Piacón 1944 der Unión Monarquista bei, die sich für eine Rückkehr zur Monarchie, aber auch gegen anti-aristokratische Tendenzen stark machte. Daraufhin musste er aus dem Finanzministerium ausscheiden.
Nach dem Scheitern der Unión Monarquista bei der Parlamentswahl 1945 schloss er sich schließlich der christdemokratischen Volkspartei an. Für diese gelang es ihm 1946, in den Senat einzuziehen, wo er den Wahlkreis Bolivas repräsentierte und schnell Vorsitzender des Haushaltsausschusses wurde. Innerhalb der Volkspartei konnte er sich bald als Vertreter des konservativen Flügels profilieren und wegen seiner weitreichenden Kontakte und seiner Integrationskraft im konservativen Spektrum eine wichtige Stellung einnehmen. Diese Position spiegelte auch seine Wahl zum stellvertretenden Parteivorsitzenden der PPC im Jahr 1952 wider.
Nach der Parlamentswahl 1950 wurde Luis Enrico Piacón überraschend und gegen den Willen des sozialistischen Regierungspartners zum Finanzminister im Kabinett Luciaro III berufen. Diesen Posten behielt er bis zur Parlamentswahl 1954. Nach einer Kabinettsumbildung im Januar 1955 wurde Piacón Justizminister. In diesem Amt blieb er bis zum Ende der Legislaturperiode. Bei der Kabinettsbildung 1958 wurde er nicht mehr berücksichtigt und zog sich danach aus der ersten Reihe der Politik zurück. Bei den Senatswahlen 1961 bewarb er sich um kein neues Mandat. Der rechte Parteiflügel des PPC brachte ihn 1965 als Präsidentschaftskandidaten ins Spiel. Er spielte in den Plänen der Parteiführung jedoch keine Rolle.
Nach seinem Ausscheiden aus der ersten Reihe der nationalen Politik zog sich Piacón in die Regionsalpolitik zurück und wurde 1961 zum Regionalrat und Regierungspräsidenten der Region Sur-Pinial gewählt. Nach seinem Ausscheiden 1968 wurde er Gouverneur der Provinz Corar.
Die erhoffte Ernennung zum Senator auf Lebenszeit blieb Piacón nach der Wahl des Sozialisten Iacovo Del Pérez zum neuen Präsidenten der Republik 1972 verwehrt, da dieser von seinem Recht gebraucht machte und Piacón als einen von drei Kandidaten von der Vorschlagsliste des zuständigen Senatsausschusses strich. 1975 verstarb Luis Enrico de Piacón im Alter von 77 Jahren. Sein Sohn Lorenzo de Piacón wurde ebenfalls Politiker und amtierte von 1997 bis 2000 Vizepräsident des sagradischen Senats. Sein Großneffe Carles de Piacón war in den Neunziger Jahren u.a. Generalsekretär der PPC.
Politische Funktionen[bearbeiten]
Öffentliche Ämter[bearbeiten]
- 1940-1944: Abteilungsleiter im Ministerium für Finanzen
- 1950-1955: Finanzminister im Kabinett Luciaro III und IV
- 1955-1958: Justizminister im Kabinett Luciaro V und VI
- 1961-1969: Regierungspräsident der Region Sur-Pinial
- 1969-1975: Gouverneur der Provinz Corar
Mandate[bearbeiten]
- 1944-1949: Stadtrat in Santana
- 1949-1961: Mitglied des Senats für die Provinz Bolivas
- 1961-1969: Mitglied des Regionalrats von Sur-Pinial