Peter von Sagradien: Unterschied zwischen den Versionen
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=== Abdankung und Rückzug nach Servette === | === Abdankung und Rückzug nach Servette === | ||
Version vom 10:50, 4. Jul 2011
Peter I. (von Sagradien), (*1456; †1526) war der jüngere Bruder von König Jakob III., Herzog von Corar (1471-1502) und als Ehemann von Antonia von Servette seit 1498 Herzog von Servette (bis 1515, bis 1499 Mitregent) und damit Begründer der Santori-Dynastie im Herzogtum Servette. Nach dem Tod seines Bruders und danach seines kinderlosen Neffen Jakob IV. riss er 1502 anstelle seiner Nichte Katharina den sagradischen Thron an sich und war bis zu seiner Abdankung im Jahr 1509 König von Sagradien.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft
Don Pietro Andrés Alexandro de Sántori wurde 1456 als jüngster gemeinsamer Sohn des tulinesischen Regenten David de Sántori und der sagradischen Prinzessin Isabel de Vesaey in La Cordí geboren. Er war damit ein Enkel sowohl António de Sántoris, als auch des sagradischen Königs Michael II. aus dem Haus Vesaey. Peters älterer Bruder war Don Santiago, der nach dem Tod Michaels II. 1457 als Jakob III. zum sagradischen König proklamiert wurde und nach dem Tod des Vaters 1568 die Regentschaft antrat. Wenige Stunden nach Peters Geburt war seine Mutter Isabel im Kindbett gestorben. Die Erziehung des Knaben übernahm daher seine Tante Joana. Pietro wurde nach seiner Geburt zum Herzog von Corar bestimmt und wuchs am Hof seines Bruders auf. Im Jahr 1480 heiratete Prinz Peter Johanna von Golen, die Tochter des Markgrafen Ludwig von Golen.
Konflikte mit seinem Bruder
In der Folge kam es zu mehreren Konflikten zwischen dem ehrgeizigen Prinzen und seinem Bruder um die Beteiligung an dessen Herrschaft. In den Servettinischen Kriegen Jakobs III. übernahm Peter mehrere Kommandos, stellte sich in Friedenszeiten aber immer wieder gegen seinen Bruder. Als sich Peter im Jahr 1485 einem Adelsaufstand gegen seinen Bruder, der Schwurbruderschaft der Barone anschloss, die sich gegen die Machtpolitik des Königs richtete, kam es zum offenen Bruch, Pietro wurde zeitweise als Gefangener seines Bruders festgesetzt und erst 1489 kam es zur Versöhnung.
Nach dem Tod seines älteren Halbbruders Joán Prudente, dem Herrscher von Tulis, bewarb sich Pietro - anfänglich gegen den Willen König Jakobs - um die Nachfolge, verfehlte aber mit ungeschicktem Verhalten eine Wahl durch den tulinesischen Adel, der stattdessen in einer äußerst umstrittenen Wahl den Adligen Carles Zavarri wählte, was einer Unabhängigkeitserklärung von Sagradien gleichkam. Als Jakob sah, dass es seinem Bruder nicht gelang, seine Ansprüche durchzusetzen, entschloss sich der König zum Handeln, zog mit einem Heer nach Tulis, belagerte die Stadt und erzwang in einem Staatsstreich seine Ernennung zum Conte, womit das republikanische Tulis endgültig in die sagradische Monarchie integriert wurde. Das Handeln Jakobs verschärfte die Konflikte zwischen den Brüdern abermals, da Pietro nun wieder nicht an der Macht beteiligt worden war.
Zweiter Servettinischer Krieg
Das Verhältnis zwischen Peter und seinem Bruder blieb bis zu dessen Tod 1491 angespannt. Als Jakob III. starb, wurde dessen neunzehnjähriger Sohn Jakob IV. König von Sagradien und Conte von Tulis. Im Gegensatz zu seinem Vater hatte Jakob ein gutes Verhältnis zu seinem Onkel Pietro, der bald zu einem wichtigen Berater des noch jungen Königs wurde. Pietro war es auch, der Jakob schon rasch nach dessen Thronbesteigung dazu riet, die Kriege seines Vaters gegen Micolinien wieder aufzunehmen. Nach dem Tod Herzog Philipps II. von Servette 1490 hatte Micolinien einen neuerlichen Krieg gegen Servette begonnen und die Herrschaft Isabel de Sántoris, der Schwester Peters I. und Witwe Philipps in Frage gestellt, die für ihren minderjährigen Sohn regierte. Nachdem Isabel zwischenzeitig durch micolinische Truppen aus Servette vertrieben worden war, konnten sagradische Truppen die Herrschaft Isabels wiederherstellen, verloren bis 1496 aber die Oberhand. Die Einnahme Servettes 1496 beendete das Regime Isabels und brachte Servette unter unmittelbare micolinische Verwaltung. Erst 1497 konnte ein sagradisches Heer unter Führung Don Pietros die Stadt zurückerobern. Pietro setzte eigenmächtig Isabels minderjährige Tochter Antonia von Servette als neue Herzogin ein, jedoch musste Isabel zustimmen, die Regentschaft an Pietro abzutreten und ihm die Hand der noch minderjährigen Tochter zu geben. Die Hochzeit zwischen dem 42-jährigen Pietro und der erst sechzehnjährigen Antonia fand 1498 statt. Als es im Folgejahr zu einem neuen Krieg zwischen Sagradien und Micolinien um das micolinisch besetzte Golen kam, nahm Pietro keine Rücksicht mehr auf Micolinien und übernahm auch offiziell von Antonia die Herrschaft und den Herzogstitel. Die Servettinischen Lande gehörten seither zum Imperium der Sántori.
Thronbesteigung in Sagradien
Im Jahr 1502 starb Peters Neffe König Jakob im Alter von 30 Jahren nach einem Reitunfall und hinterließ keine Kinder, die ihm hätten nachfolgen können. Jakobs Schwester Catarina de Sántori, als Frau Manuels I. Königin von Portugal, beanspruchte die Nachfolge. Der Hochadel aber stellte sich gegen Katharina und schloss ein Bündnis mit Pietro, der schließlich ein Heer rüstete und noch im Jahr 1502 nach Sagradien zog und gewaltsam den Thron an sich riss. Die in Sagradien weilenden Söhne Katharinas, David und Philipp, ließ Pietro gefangen nehmen. Ein portugiesisches Invasionsheer konnte er in der Folge zurückschlagen. 1503 wurde er schließlich in Noyar als Peter I. offziell zum König gekrönt. Doch hatte er mit ständigen Rebellionen und Aufständen des Adels in der Provinz des Reiches, u.a. gegen den Grafen von Biniar zu kämpfen, der sich als Anführer der Treuen Katharinas etablierte.
Dritter Servettinischer Krieg
Die Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern Pietros, auch Servetenses genannt, und den Getreuen Katharinas, den Portugués, in Sagradien, die später als Lilienkriege bekannt wurden, versuchte Micolinien zu nutzen, das 1503 erneut Krieg um die Servettinischen Lande führte, zu denen auch das Herzogtum Salua und die Fürstentümer Saséia und Marbore gehörten. Nach rund einem Jahr der Kämpfe schloss Peter mit Aquim II. von Micolinien den Friedensvertrag von Sáloa, der die seit 1477 andauernden Servettinischen Kriege um die Herrschaft im Süden der micolinischen Halbinsel beendete. Damit konnte sich das Haus Santori offiziell und dauerhaft die Herrschaft über die Servettinischen Lande sichern, musste die Pfandschaften in Lukien und Südpiranien aber an die micolinische Krone zurückgeben. Auch Féiroa wurde abgetreten, kam aber bereits zwanzig Jahre später wieder unter santorische Kontrolle. Die Regentschaft in Servette übernahm Peters Cousine Fürstin Johanna von Santori, während Pietro nun in Tulis regierte.
Abdankung und Rückzug nach Servette
1507 heiratete Peter, der selbst noch immer ohne ehelich geborene Kinder war, in dritter Ehe Marie de Lorraine, die Tochter Herzog Renés II. von Lothringen aus dem Haus Vaudémont. Im Jahr 1509 kam es zum Bauernaufstand in Servette, zu dem Peter nach Micolinien eilen musste. In der Zwischenzeit hatten die Anhänger Katharinas von Habsburg mittlerweile in Tulis die Macht übernommen und erklärten Peter für abgesetzt. Es kam zu einer Schlacht zwischen den Anhängern Peters und seiner Schwägerin im golischen Santa Rocca, in der sich die Truppen Katharinas unter dem Oberbefehl Carles de Biniars durchsetzen konnten. Im Vertrag von Vérisa dankte Peter schließlich als König von Sagradien zugunsten seines Neffen David ab, der nun im Alter von 18 Jahren nach Sagradien zurückkehrte und zum neuen König gekrönt wurde. Die Herrschaft jedoch lag in den Händen der Königin Mutter und ihres Günstlings Biniar.
Peter residierte fortan in Servette und war als Herzog von Servette bekannt. Hier überließ er die Regierungsgeschäfte weitgehend einem Rat von servettinischen Adligen und lebte ein zurückgezogenes Leben. 1514 erkrankte er schwer und zog sich nach dem Tod seiner langjährigen Geliebten Maria von Arvelate wenige Monate später ganz aus der Regierung zurück. Nach der Emanzipation König Davids I. von seiner Mutter und dem Grafen von Biniar kam es 1514 zur Versöhnung zwischen David und Peter. Beide schlossen schließlich 1515 den Vetrag von Alvat, in dem die Aussöhnung auch offiziell wurde und Peter seine Nachfolgerechte in Servette an die Nachkommen seines Neffen David übertrug.
1515 schließlich wurde Davids Sohn und Thronfolger Andreas Peter geboren und Peter wurde als Taufpate bestimmt. Da er selbst keine Aussicht mehr auf eigene Kinder hatte, bestimmte Peter gemäß dem Vertrag von Alvat sein neues Patenkind, den Infanten von Sagradien, zum Nachfolger in den Servettinischen Landen und übergab dem Neugeborenen auch seine Titel. Im Gegenzug legitimierte David I. Peters uneheliche Kinder Philipp von Veracrucia und Antonia von Macedi. Letztere wurde später selbst Statthalterin des Königs in Servette. Peter zog sich auf sein Landgut Vil-de-Mer an der südmicolinischen Atlantikküste zurück, wo er überraschenderweise trotz seiner Krankheit noch lange lebte und erst 1526 starb. In seinen letzten Lebensjahren widmete Peter viel Zeit religiösen und philosophischen Schriften und gründete den Lukasorden, einen Ritterorden, der noch heute Bestand hat.