Sinistra laica: Unterschied zwischen den Versionen

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Als '''Sinistra laica''' oder '''Sinistra republicana''' wurde in der frühen [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]] das politische Bündnis der maßgeblichen säkular-liberalen Parteien bezeichnet, dem [[Partíu Republicano Radical]] ("Radicales") auf der einen Seite und dem [[Partíu Republicano Liberal]] ("Moderatas") auf der anderen Seite.  
 
Als '''Sinistra laica''' oder '''Sinistra republicana''' wurde in der frühen [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Sagradischen Republik]] das politische Bündnis der maßgeblichen säkular-liberalen Parteien bezeichnet, dem [[Partíu Republicano Radical]] ("Radicales") auf der einen Seite und dem [[Partíu Republicano Liberal]] ("Moderatas") auf der anderen Seite.  
  
Die Sinistra laica formierte sich in der zweiten Hälfte der 1890er Jahre und fasste jene Kräfte zusammen, die sich für eine Fortführung der republikanischen Staatsform und der sozialen und säkularen Reformpolitik aussprachen. Beim monarchistischen [[Putsch von 1898]] stand die Linke auf Seite der Republik und gewann anschließend die [[Parlamentswahl 1899]] mit deutlicher Mehrheit. Die Regierungen von [[Donado Salgado]] und [[Cristoval Sánchez]] führten daraufhin ein klares säkulares Reformprogramm durch, das auf eine Zurückdrängung der Katholischen Kirche aus dem öffentlichen Leben abzielte.  
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Die Sinistra laica formierte sich in der zweiten Hälfte der 1890er Jahre und fasste jene Kräfte zusammen, die sich für eine Fortführung der republikanischen Staatsform und der sozialen und säkularen Reformpolitik aussprachen. Beim monarchistischen [[Putsch von 1898]] stand die Linke auf Seite der Republik und gewann anschließend die [[Parlamentswahl 1899]] mit deutlicher Mehrheit. Die Regierungen von [[Donado Salgate]] und [[Cristoval Sánchez]] führten daraufhin ein klares säkulares Reformprogramm durch, das auf eine Zurückdrängung der Katholischen Kirche aus dem öffentlichen Leben abzielte. Zudem führte die Koalition ein Sozialversicherungssystem ein, das den Großstein für den modernen sagradischen Wohlfahrtsstaat legte.
  
 
Bei der [[Parlamentswahl 1903]] verlor die Sinistra laica gegen die neu formierte konservative "[[Koalition der Moral]]" und stand daraufhin in der Opposition. In der Folge zerfiel das Bündnis immer mehr. Die Liberale Partei suchte Anschluss an den gemäßigten Flügel der Rechten und vereinte sich 1908 mit einem Teil der konservativen Kräfte zur [[ARL|Republikanischen Allianz]]. Später gingen die Liberalen ein Bündnis mit der katholischen [[Volksunion]] ein, das als [[Bloco Nacional]] bezeichnet wurde. Die Radikale Partei wiederum öffnete sich nach und nach einer Zusammenarbeit mit der [[PS|Sozialistischen Partei]], die 1917 zum [[Bloco de Sinistra]] führte.  
 
Bei der [[Parlamentswahl 1903]] verlor die Sinistra laica gegen die neu formierte konservative "[[Koalition der Moral]]" und stand daraufhin in der Opposition. In der Folge zerfiel das Bündnis immer mehr. Die Liberale Partei suchte Anschluss an den gemäßigten Flügel der Rechten und vereinte sich 1908 mit einem Teil der konservativen Kräfte zur [[ARL|Republikanischen Allianz]]. Später gingen die Liberalen ein Bündnis mit der katholischen [[Volksunion]] ein, das als [[Bloco Nacional]] bezeichnet wurde. Die Radikale Partei wiederum öffnete sich nach und nach einer Zusammenarbeit mit der [[PS|Sozialistischen Partei]], die 1917 zum [[Bloco de Sinistra]] führte.  

Aktuelle Version vom 9. März 2020, 17:19 Uhr

Als Sinistra laica oder Sinistra republicana wurde in der frühen Zweiten Sagradischen Republik das politische Bündnis der maßgeblichen säkular-liberalen Parteien bezeichnet, dem Partíu Republicano Radical ("Radicales") auf der einen Seite und dem Partíu Republicano Liberal ("Moderatas") auf der anderen Seite.

Die Sinistra laica formierte sich in der zweiten Hälfte der 1890er Jahre und fasste jene Kräfte zusammen, die sich für eine Fortführung der republikanischen Staatsform und der sozialen und säkularen Reformpolitik aussprachen. Beim monarchistischen Putsch von 1898 stand die Linke auf Seite der Republik und gewann anschließend die Parlamentswahl 1899 mit deutlicher Mehrheit. Die Regierungen von Donado Salgate und Cristoval Sánchez führten daraufhin ein klares säkulares Reformprogramm durch, das auf eine Zurückdrängung der Katholischen Kirche aus dem öffentlichen Leben abzielte. Zudem führte die Koalition ein Sozialversicherungssystem ein, das den Großstein für den modernen sagradischen Wohlfahrtsstaat legte.

Bei der Parlamentswahl 1903 verlor die Sinistra laica gegen die neu formierte konservative "Koalition der Moral" und stand daraufhin in der Opposition. In der Folge zerfiel das Bündnis immer mehr. Die Liberale Partei suchte Anschluss an den gemäßigten Flügel der Rechten und vereinte sich 1908 mit einem Teil der konservativen Kräfte zur Republikanischen Allianz. Später gingen die Liberalen ein Bündnis mit der katholischen Volksunion ein, das als Bloco Nacional bezeichnet wurde. Die Radikale Partei wiederum öffnete sich nach und nach einer Zusammenarbeit mit der Sozialistischen Partei, die 1917 zum Bloco de Sinistra führte.

In den 1910er und 1920er Jahren kam es trotzdem noch vereinzelt zu gemeinsamen Koalitionen der rechtsliberalen AR mit der linksliberalen PRR, die als "Sinistra laica" oder als "Governo laico" bezeichnet wurden. Es handelte sich aber meist um Minderheitsregierungen, die entweder von Sozialisten oder Katholiken gestützt werden musste. Der 1921 ins Amt gekommene "Governo del Largo Horizonte" war ein "Governo laico" unter Zusammenarbeit mit der Sozialistischen Partei.