Volksfront: Unterschied zwischen den Versionen
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| + | Die Volksfront wurde schließlich im Vorfeld der [[Parlamentswahl 1936]] gebildet. Es handelte sich um kein formelles Wahlbündnis. Vielmehr beruhte die Allianz auf einem System von Absprachen der Sozialistischen Partei unter der Führung von [[Santiago Laval]] mit dem [[PCS]] unter [[Narcís Colom]] einerseits und mit dem [[Partíu Radical]] unter der Führung von [[Angel Colón]] andererseits. Innerhalb der Radikalen Partei führte die Zusammenarbeit mit den Kommunisten jedoch zu einer Parteispaltung, in der sich der Anti-Volksfront-Flügel der Partei als [[Partíu Radical Independiente]] konstituierte. | ||
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| + | Die Volksfrontregierung unter führte zahlreiche Reformen durch. Sie erließ ein allgemeines Streikrecht, führte die 40-Stunden-Woche ein und erhöhte die Löhne im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Zudem trat anstelle der kirchlich und gewerkschaftlich organisierten "Arbeitslosenhilfefonds" erstmals eine staatliche Arbeitslosenversicherung. | ||
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| + | Die Zeit der Volksfrontregierung wurde durch anhaltende Machtkämpfe zwischen der Parlamentsmehrheit und dem konservativen Präsidenten [[Domênco Scalfín]] geprägt. Während Scalfín anfangs noch das Gespräch mit der Regierung suchte, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand Ende 1937 schlagartig, sodass die Kommunikation zwischen Regierung und Präsidentenpalast zum Erliegen kam. | ||
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| + | In der Folge kam es zu einer Verfassungskrise, in der die Volksfrontparteien im Parlament versuchten, den Präsidenten wegen dessen Krankheitszustandes für amtsunfähig zu erklären, was sich jedoch über Wochen hinzog, da es hierfür kein klares verfassungsmäßiges Verfahren gab. Eine Resolution mit der Forderung zum Rücktritt blieb daher zunächst folgenlos. Präsident Scalfín trat schließlich im Januar 1938 gegen den Willen der rechten Parlamentsparteien von seinem Amt zurück und beendete den Machtkampf. Als Nachfolger konnte die Volksfrontkoalition schließlich [[Santiago Laval]] wählen, der seinen Parteifreund [[José Saviola]] zum Nachfolger als Ministerpräsident ernannte. | ||
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| + | Außenpolitisch wiederum hatte die Volksfront von Beginn an mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Sowohl in der [[Golenkrise]] als auch im Zusammenhang mit dem Spanischen Bürgerkrieg verfolgte die Regierung keine einheitliche Strategie, sondern musste einige Kompromisse schließen, die schließlich im Frühjahr 1938 auch zum Zerfall des Bündnisses beitrugen. | ||
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| + | Die nationale Opposition forderte von Präsident Laval die sofortige Ernennung einer Regierung der Rechten und die Auflösung der Nationalversammlung. Laval suchte aber vergeblich nach neuen Mehrheiten, was zu heftigen verbalen Angriffen der Rechten auf den Präsidenten führte, der als einseitig und klassenkämpferisch diffamiert wurde. Laval wurde schließlich am Abend des 21. Mai auf offener Straße angeschossen. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus starb der Präsident. Als Attentater wurde ein Mitglied der faschistischen [[División Negra]] überführt, die trotz Verbots 1934 im Untergrund weiterarbeitete. Bei der Wahl des Nachfolgers gelang es den Volksfrontparteien schließlich nicht mehr, sich auf einen Kandidaten zu einigen. Stattdessen wählte die Nationalversammlung mit den Stimmen der Rechten und der Mitte inklusive der Radikalen Partei den liberalen Senatspräsidenten [[Luciano Capón]] ins höchste Staatsamt. Capón ernannte schließlich auch eine neue Regierung unter [[Julen Cajanier]], die sich auf die Parteien der Mitte und der Rechten stützte. | ||
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Aktuelle Version vom 5. März 2020, 11:08 Uhr
Die Volksfront der linken Kräfte (sagradisch Frente Popular de Forças de Sinistra) war eine Koalition mehrerer Linksparteien bei der sagradischen Parlamentswahl 1936. Die Volksfront wurde Anfang 1936 nach dem Vorbild der französischen Front populaire begründet und umfasste die sagradische Sozialistische Partei, die linksliberale Radikal-Republikanische Partei, die Sagradische Kommunistische Partei sowie die kleine Radikal-Sozialistische Union.
Nach dem Sieg der Volksfrontparteien bei der Parlamentswahl 1936 stützten die Parteien zwei Jahre lang die Regierung des Sozialisten Santiago Laval und wählten diesen schließlich im Februar 1938 zum Staatspräsidenten. Die Volksfront zerfiel aber im Frühjahr 1938 mit dem Scheitern der Regierung Saviola.
Inhaltsverzeichnis
Entstehung[bearbeiten]
Ausgangspunkt war die Herbstkrise 1934, in der es in Sagradien zu gewaltsamen Ausschreitungen rechtsextremer Kräfte und zur Ermordung des kommunistischen Generalsekretärs Lorenzo Sabal gekommen war. In der Folge setzten sich innerhalb der bis dahin verfeindeten Linksparteien PCS und PS jene Kräfte durch, die sich für eine Aktionseinheit gegen die faschistische Bedrohung und für ein republikanisches Verteidigungsbündnis mit bürgerlichen Kräften einsetzten.
Die Volksfront wurde schließlich im Vorfeld der Parlamentswahl 1936 gebildet. Es handelte sich um kein formelles Wahlbündnis. Vielmehr beruhte die Allianz auf einem System von Absprachen der Sozialistischen Partei unter der Führung von Santiago Laval mit dem PCS unter Narcís Colom einerseits und mit dem Partíu Radical unter der Führung von Angel Colón andererseits. Innerhalb der Radikalen Partei führte die Zusammenarbeit mit den Kommunisten jedoch zu einer Parteispaltung, in der sich der Anti-Volksfront-Flügel der Partei als Partíu Radical Independiente konstituierte.
Wahlsieg und Regierung[bearbeiten]
Bei der Parlamentswahl im April 1936 konnten sich die Volksfrontparteien schließlich gegen den regierenden Bloco Nacional durchsetzen und errang eine deutliche Mehrheit im Parlament. PS-Sekretär Santiago Laval wurde schließlich zum Ministerpräsidenten einer Linksregierung der Volksfrontparteien ernannt, in der PS, URS und PRR vertreten waren. Die Kommunisten stellten keine eigenen Minister, unterstützten das Kabinett aber.
Die Volksfrontregierung unter führte zahlreiche Reformen durch. Sie erließ ein allgemeines Streikrecht, führte die 40-Stunden-Woche ein und erhöhte die Löhne im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Zudem trat anstelle der kirchlich und gewerkschaftlich organisierten "Arbeitslosenhilfefonds" erstmals eine staatliche Arbeitslosenversicherung.
Machtkampf um die Präsidentschaft[bearbeiten]
Die Zeit der Volksfrontregierung wurde durch anhaltende Machtkämpfe zwischen der Parlamentsmehrheit und dem konservativen Präsidenten Domênco Scalfín geprägt. Während Scalfín anfangs noch das Gespräch mit der Regierung suchte, verschlechterte sich sein Gesundheitszustand Ende 1937 schlagartig, sodass die Kommunikation zwischen Regierung und Präsidentenpalast zum Erliegen kam.
In der Folge kam es zu einer Verfassungskrise, in der die Volksfrontparteien im Parlament versuchten, den Präsidenten wegen dessen Krankheitszustandes für amtsunfähig zu erklären, was sich jedoch über Wochen hinzog, da es hierfür kein klares verfassungsmäßiges Verfahren gab. Eine Resolution mit der Forderung zum Rücktritt blieb daher zunächst folgenlos. Präsident Scalfín trat schließlich im Januar 1938 gegen den Willen der rechten Parlamentsparteien von seinem Amt zurück und beendete den Machtkampf. Als Nachfolger konnte die Volksfrontkoalition schließlich Santiago Laval wählen, der seinen Parteifreund José Saviola zum Nachfolger als Ministerpräsident ernannte.
Krisen und Zerfall[bearbeiten]
Außenpolitisch wiederum hatte die Volksfront von Beginn an mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Sowohl in der Golenkrise als auch im Zusammenhang mit dem Spanischen Bürgerkrieg verfolgte die Regierung keine einheitliche Strategie, sondern musste einige Kompromisse schließen, die schließlich im Frühjahr 1938 auch zum Zerfall des Bündnisses beitrugen.
Die nationale Opposition forderte von Präsident Laval die sofortige Ernennung einer Regierung der Rechten und die Auflösung der Nationalversammlung. Laval suchte aber vergeblich nach neuen Mehrheiten, was zu heftigen verbalen Angriffen der Rechten auf den Präsidenten führte, der als einseitig und klassenkämpferisch diffamiert wurde. Laval wurde schließlich am Abend des 21. Mai auf offener Straße angeschossen. Noch auf dem Weg ins Krankenhaus starb der Präsident. Als Attentater wurde ein Mitglied der faschistischen División Negra überführt, die trotz Verbots 1934 im Untergrund weiterarbeitete. Bei der Wahl des Nachfolgers gelang es den Volksfrontparteien schließlich nicht mehr, sich auf einen Kandidaten zu einigen. Stattdessen wählte die Nationalversammlung mit den Stimmen der Rechten und der Mitte inklusive der Radikalen Partei den liberalen Senatspräsidenten Luciano Capón ins höchste Staatsamt. Capón ernannte schließlich auch eine neue Regierung unter Julen Cajanier, die sich auf die Parteien der Mitte und der Rechten stützte.