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'''Luca Inácio Bremante''' (*1950 in [[San Piero de Ceundâlia]]) ist ein [[Sagradien|sagradischer]] Politiker. Er war lange Zeit einer der führenden Politiker der liberalen [[UDS]], für die er zahlreiche Ämter in Partei und Regierung bekleidete. Er war von 1992 bis 1994 [[Wirtschaftsminister]] und [[Vizeministerpräsident|stellvertretender Ministerpräsident]] in der [[Kabinett Otero I|ersten Regierung Otero]] und wurde im Januar 1994 zum Parteivorsitzenden und Spitzenkandidaten der UDS bei der [[Parlamentswahl 1994|Parlamentswahl im September 1994 gewählt]], musste von beiden Ämtern aber im Oktober desselben Jahres aufgrund einer politischen Affäre zurücktreten. | '''Luca Inácio Bremante''' (*1950 in [[San Piero de Ceundâlia]]) ist ein [[Sagradien|sagradischer]] Politiker. Er war lange Zeit einer der führenden Politiker der liberalen [[UDS]], für die er zahlreiche Ämter in Partei und Regierung bekleidete. Er war von 1992 bis 1994 [[Wirtschaftsminister]] und [[Vizeministerpräsident|stellvertretender Ministerpräsident]] in der [[Kabinett Otero I|ersten Regierung Otero]] und wurde im Januar 1994 zum Parteivorsitzenden und Spitzenkandidaten der UDS bei der [[Parlamentswahl 1994|Parlamentswahl im September 1994 gewählt]], musste von beiden Ämtern aber im Oktober desselben Jahres aufgrund einer politischen Affäre zurücktreten. | ||
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Version vom 22:55, 9. Jan 2020
Luca Inácio Bremante (*1950 in San Piero de Ceundâlia) ist ein sagradischer Politiker. Er war lange Zeit einer der führenden Politiker der liberalen UDS, für die er zahlreiche Ämter in Partei und Regierung bekleidete. Er war von 1992 bis 1994 Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident in der ersten Regierung Otero und wurde im Januar 1994 zum Parteivorsitzenden und Spitzenkandidaten der UDS bei der Parlamentswahl im September 1994 gewählt, musste von beiden Ämtern aber im Oktober desselben Jahres aufgrund einer politischen Affäre zurücktreten.
Nach einem politischen Comeback war Bremante von 1998 bis 2007 Fraktionssprecher seiner Partei in der Abgeordnetenkammer. Im Streit um die Politik seiner Partei verließ er die UDS im Jahr 2008 und gründete mit dem Fôro Liberal seine eigene politische Plattform mit rechtsliberaler Ausrichtung. Als Kandidat der Mitte-Rechts-Mehrheit wurde er auf Vorschlag der konservativen Volkspartei 2009 in den sagradischen Senat gewählt, dem er bis 2015 angehörte.
Inhaltsverzeichnis
Herkunft und frühe Parteikarriere
Luca Inácio Bremante wurde im ceundalischen San Piero geboren und ging dort auch zur Schule. Nach dem Abitur studierte er Jura und trat bereits als Student in die liberale UDS ein. Nachdem er 1978 zum Vorsitzenden der Jungen Demokratischen Union, dem Jugendverband der UDS, gewählt worden war, machte er sich schnell einen Namen als engagierter Vertreter eines Liberalismus in allen Bereichen. In dieser Zeit war er zudem als Anwalt sowie in als Mitglied des Stadtrates von San Piero de Ceundâlia aktiv.
Bei der Parlamentswahl 1982 wurde Bremante erstmals für die UDS in die sagradische Abgeordnetenkammer gewählt. Hier gehörte er zu den jüngsten Abgeordneten und fiel durch energische Reden bei den Parteioberen auf. Im Januar 1985 wurde Bremante schließlich von Parteipräsident Lorenzo Estrubal zum neuen Parteisekretär der UDS berufen. Als solcher leitete er wesentlich die erfolgreiche Kampagne für die Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1986, die mit einem Sieg für die regierende Mitte-Rechts-Koalition endete.
Karriere als Minister
Im Kabinett Moya III erhielt der 36-jährige Bremante sein erstes Ministeramt als Leiter des Außenhandelsministeriums. Fortan galt Bremante als Shootingstar seiner Partei und als designierter "Kronprinz" von Parteichef Estrubal. Nach dessen Rückzug aus der Parteiführung stieg Bremante 1989 als Stellvertretender Parteivorsitzender neben dem neuen Parteichef Mário Bahamonte endgültig in die Führungsspitze der Demokratischen Union auf. Zuvor war Bremante selbst als möglicher Nachfolger des Parteipatriarchen gehandelt worden, musste sich aber Vorwürfe der Vorteilsnahme im Amt erwehren, weswegen sogar ein Untersuchungsausschuss gegen ihn eingerichtet worden war. Die Wahl als Parteichef fiel daher letztlich nicht auf den umstrittenen Bremante, sondern auf den erfahreneren Bahamonte, der die Partei aber nach der Parlamentswahl 1990 nicht in der Regierung halten konnte.
Als den Unionsdemokraten 1992 die Rückkehr in die Regierung gelang, verzichtete Bahamonte überraschend auf einen Posten im Kabinett Otero I und schlug stattdessen Bremante für das Amt des Vizeministerpräsidenten vor. Dieser übernahm schließlich neben der Vizepräsidentschaft das einflussreiche Amt des Wirtschaftsministers. Zum Jahreswechsel 1993/94 bot Bahamonte dem jüngeren Bremante auch die Führung der Partei an, was dieser annahm. Im Januar 1994 wurde Bremante schließlich zum Parteivorsitzenden der UDS und zum Spitzenkandidaten bei der Parlamentswahl im September gewählt.
Kreditaffäre und Rückzug in die Zweite Reihe
Im Sommer 1994 geriet Bremante unter großen Druck, nachdem bekannt geworden war, dass er sich von einem Lobbyisten zinsfrei Geld in sechsstelliger Höhe geliehen hatte. Die Affäre überschattete den Wahlkampf und trug dazu bei, dass die Liberalen unter Bremantes Führung leichte Stimmenverluste verkraften mussten. Die Koalition mit den Christdemokraten konnte zwar fortgesetzt werden, der Parteichef ging aber angeschlagen in die Verhandlungen. Nur eine Woche nach der Wahl musste Bremante schließlich sein Ämter als Wirtschaftsminister, Vizepremier und Parteivorsitzender der UDS zur Verfügung stellen.
Ein kleines politisches Comeback feierte Bremante 1995 mit seiner Wahl zum Vorsitzenden des UDS-Verbandes in der Region Ceundâlia. Bei der Regionalwahl 1996 führte er die UDS in Ceundâlia als Spitzenkandidat an, gab sein Mandat aber nach der Wahl wieder zurück, um 1998 erneut für die sagradische Abgeordnetenkammer zu kandidieren. Nach der Niederlage der konservativ-liberalen Rechten bei der Parlamentswahl im Herbst 1998 gehörte er zu den führenden Politikern der UDS in der Opposition und wurde Fraktionssprecher. In der Krise der Liberalen im Jahr 2000/2001, die schließlich im Sturz Victor António Anghés' vom Parteivorsitz gipfelte, konnte sich Bremante als möglicher Kandidat des Wirtschaftsflügels der Partei für die Nachfolge des angeschlagenen Parteivorsitzenden profilieren, wurde aber 2001 durch Parteisekretär Luca Orrieva ausmanövriert, der durch Anghés selbst als Nachfolger nominiert wurde. Bremante verzichtete auf eine Kampfkandidatur und wurde vom neuen Parteivorsitzenden Orrieva als Anwärter auf das einflussreiche Amt des Wirtschaftsministers und als Teil eines Doppelgespanns präsentiert, in dem Orrieva für die gesellschaftspolitische, Bremante für die wirtschaftspolitische Kompetenz stehen sollte.
Die Doppellösung verfing bei der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2002 jedoch nicht, inhaltliche Differenzen und persönliche Animositäten zwischen Orrieva und Bremante verhinderten ein geschlossenes Auftreten. Nach der erneuten Niederlage der Mitte-Rechts-Opposition übernahm Bremante die Führung der liberalen Fraktion in der Abgeordnetenkammer, Orrieva blieb aber als Parteichef darauf bedacht, seinen Stellvertreter klein zu halten. In der Folge näherte sich Orrieva deutlich dem Wirtschaftsflügel der Partei an und trat in der Partei zunehmend souveräner auf, während es Bremante nicht vermochte, die Vorbehalte gegen seine Position auf dem eher linken Parteiflügel auszuräumen. Indem Orrieva danach im wesentlichen die strategischen und programmatischen Ziele Bremantes übernahm - deutliche Betonung der wirtschaftspolitischen Kompetenz und Offenhalten eines Bündnisses mit der Rechten –, konnte er Bremante zunehmend an den Rand drängen. Deutliches Zeichen dafür war die Präsentation des UDS-Kampagnenteams für die Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006, bei der Bremante keine Sonderrolle zukam und er neben Luca Orrieva, Hernán Ferrero Perón, Benita Hubner und Irina Morantes nur eines von fünf Team-Mitgliedern war.
Parteiaustritt
Zum endgültigen Bruch mit Orrieva kam es schließlich nach der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006, bei der die Mitte-Rechts-Parteien einen Sieg davongetragen hatten. Obwohl die UDS zunächst auf ein wirtschaftspolitisches Ressort gedrängt hatte, verzichtete Orrieva schließlich auf ein solches und opferte den designierten Minister Bremante damit, der auf dem Posten des Fraktionssprechers verblieb. In der Folge übte Bremante zunehmend öffentlich Kritik am Vorsitzenden und versuchte, wichtige Entscheidungen der Regierung zu blockieren. Nachdem sich Orrieva und Bremante 2007 in einer Vorstandssitzung der Partei gänzlich überworfen hatten, drängte Orrieva schließlich auf die Ablösung Bremantes, der schließlich seinen Rückritt von allen Ämtern bekannt gab. In der Folge verließ der zunehmend an den Rand gedrängte Bremante die Partei und gab im Dezember 2007 die Gründung einer eigenen "liberalen politischen Bewegung", die schließlich den Namen "Fôro Liberal" erhielt. Eine Teilnahme an der Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008 scheiterte jedoch, sodass der Politiker nach 34 Jahren aus dem sagradischen Parlament ausschied.
Nach einem Deal mit Ministerpräsident und Volkspartei-Chef Miquel Ánibal Luisanto wurde Bremante bei den Senatswahlen 2009 als gemeinsamer Kandidat der Volkspartei und des liberalen Forums in den Sagradischen Senat gewählt. Wenig später wurde er als Vertreter der Mitte-Rechts-Mehrheit durch Unterstützung der Konservativen zum Präsidenten des Haushaltsausschusses gewählt. Der Volkspartei gehört Bremante nicht an, sein "Liberales Forum" trat bei den Regionalwahlen 2009 und 2010 aber mehrheitlich in Listengemeinschaft mit der UDS an.
Öffentliche Ämter
- 1986-1990: Minister für Außenhandel und wirtschaftliche Entwicklung im Kabinett Moya III
- 1992-1994: Minister für Wirtschaft und Industrie und Stellvertretender Ministerpräsident im Kabinett Otero I
- seit 2009: Präsident des Haushaltsausschusses im sagradischen Senat
Mandate
- 1974-2008: Mitglied der sagradischen Abgeordnetenkammer
- 1996-1998: Regionalrat in Ceundâlia
- 2009–2015: Mitglied des sagradischen Senats
Parteifunktionen
- 1978-1984: Vorsitzender der UDJ
- 1985-1987: Parteisekretär der UDS
- 1989-1994: Stellvertretender Parteivorsitzender der UDS
- 1-10/1994: Parteivorsitzender der UDS
- 1995-2002: Parteivorsitzender der UDS Ceundâlia
- 1998-2007: Fraktionssprecher der UDS in der Abgeordnetenkammer
- 2001-2007: stellvertretender Parteivorsitzender der UDS
- 2008: Gründer des konservativ-liberalen Fôro Liberal