Karl von Interea: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 20:20, 10. Dez 2015
Karl V. von Interea (von Mikolinien) (*1334, †1391) war der erste König von Mikolinien (1386-1391) nach der Union von Alagua und der Mikolinischen Revolution sowie der erste Herrscher aus dem Haus Interea. Vor seiner Erhebung zum König war er als Herzog von Lonéa und Graf von Interea bekannt.
Karl von Interea war der Sohn von Heinrich von Interea und seiner Frau Antonia von Óstino. Er war ein Enkel Martins von Interea, der wiederum ein posthum geborener unehelicher Sohn des mikolinischen Königs Karl III. aus dem Haus Salua war. Das Haus Interea war damit eine illegitime Nebenlinie des Hauses Salua, das in seiner Hauptlinie mit dem Tod Roderichs I. 1310 in männlicher Linie ausgestorben war. Karl von Interea war ein Urenkel König Karls III. und darüber hinaus über seine Großmutter Anna von Gerón mit den Königen aus dem Haus Redanior verwandt. Als sich Serge I. aus dem Haus Redanior 1315 gegen Heinrich von Kont durchsetzen konnte, wurde er von Karls Großvater Martin von Interea unterstützt. Seither waren die Interea eng mit den aus Perucía stammenden Redanior-Königen verbündet. Serge I. war es auch, der Martins Tochter Maria von Interea heiratete, der Familie Interea das Herzogtum Lonéa verlieh und sie damit de facto als führende Familie im mikolinischen Hochadel etablierte.
Die Ehe zwischen Karls Vater Heinrich und Antonia von Óstino war mit dem Ziel geschlossen worden, die führenden Adelsfamilien der verschiedenen Reichsteile Serges I. enger aneinander zu binden. Karl selbst wurde zusammen mit dem Prinzen Johann von Peruzien am königlichen Hof erzogen und stellte sich als junger Erwachsener in den Dienst König Serges II., dessen enger Gefolgsmann er wurde. 1362/63 wurde Karls Vater Heinrich von Interea von König Serge II. als Vikar im mikolinischen Reichsteil eingesetzt. Karl selbst heiratete nach dem Tod seiner ersten Frau 1367 die Tochter König Serges, Juliana von Redanior und wurde damit zu einem der Prinzen des Königshauses.
1368 schwor Karl zusammen mit seinem Vater auf die Konvention von Marbore, die den Erbteilungsplan Sergis II. sanktionierte, der vorsah, die mikolinische und die sagradische Krone unter seinen Söhnen Johann und Gabriel zu teilen. Dieser Plan wurde durch den Tod Johanns 1369 freilich niemals wirksam. Im Jahr 1370 setzte der erkrankte König in Mikolinien einen Regentschaftsrat ein, dem zunächst Karls Vater vorsaß. 1372 jedoch starb Heinrich von Interea und Karl folgte seinem Vater als Herzog von Lonéa, Graf von Interea und als Haupt des mikolinischen Regentschaftsrates nach. Dies entsprach seiner herausragenden Stellung innerhalb des mikolinischen Hochadels.
Als Mitglied des Regentschaftsrates kam es immer wieder zu Spannungen zwischen Karl von Interea und dem königlichen Statthalter Stefan von Noyar, die zu einem starken Abkühlen der Beziehungen zwischen dem mikolinischen Adel und dem Königshaus führte. Als Serge II. 1378 starb, verweigerten die mikolinischen Stände dem neuen König Gabriel dem Schönen zunächst die ihm zustehenden Huldigungen und forderten die Entlassung Stefans von Noyar, was Gabriel schließlich zusichern musste. Karl wurde nun wie einst sein Vater zum Vikar des Reichs benannt. Gabriel der Schöne misstraute Karl von Interea und dem gesamten mikolinischen Adel aber zutiefst und setzte 1381 seinen Vertrauten Johann von Tesqué als Statthalter in Mikolinien ein. Dessen rigider Konfrontationskurs führte zu starken Differenzen mit Karl, der sich nun immer stärker als Vertreter des mikolinischen Adels, statt als Vertreter des Königs fühlte.
Johann von Tesqué übte - noch mehr als der bereits in Mikolinien ungeliebte Stefan von Noyar - eine strikte sagrophile Herrschaft aus und verlieh hohe Ämter ausschließlich an Sagradier. Entgegen der mikolinischen Tradition bestand er zudem darauf, verwaiste Lehen komplett für die Krone einzuziehen, anstatt sie unter den Adligen des Landes neu zu verteilen, und versuchte, die Finanzpolitik und die Administration des Reichs zu zentralisieren. Es kam daher seit 1383 zu schweren Unruhen, die sich gegen die Herrschaft Gabriels und seines Statthalters Tesqué richteten.
Zunächst verhielt sich Karl von Interea aber noch abwartend und versicherte den König seiner Treue, versuchte aber vermittelnd tätig zu werden. Als der Graf von Tesqué im Jahr 1385 die Steuern anhob und sich danach weigerte, eine Beschwerde-Delegation der mikolinischen Stände unter Führung Karls von Interea zu empfangen, schloss sich schließlich auch Karl dem Aufstand gegen den Grafen von Tesqué an und stellte sich so unmittelbar gegen den Willen des Königs. In der Koalition von Macedi trat Karl nun als Führer des Aufstands gegen seinen Schwager Gabriel auf. Binnen kurzer Zeit wurde der Aufstand zum Unabhängigkeitskrieg gegen Gabriel den Schönen und das Haus Redanior.
Nachdem alle Verhandlungsversuche gescheitert waren, erklärten sich die Stände Mikoliniens schließlich in der Konvention von Nanthés 1386 unter Berufung auf den Erbteilungsplan Sergis II. und die Konvention von Marbore von 1368 die Herrschaft Gabriels in Mikolinien für unrechtmäßig und setzten den König damit ab. Noch im selben Jahr erhob sich Karl von Interea schließlich selbst zum König. Er berief sich auf seine unmittelbare Abstammung von Karl III. von Mikolinien im Mannesstamm und auf die Erbrechte seiner Frau Juliana. Damit bezog er sich auf das Problem der Kinderlosigkeit Gabriels des Schönen, die Karl von Interea in der Tat als möglichen Erben der Krone erscheinen ließ. Die Stände bestätigten Karl schließlich als König und unterstützten ihn gegen Gabriel den Schönen. Lediglich das Haus Servette, das selbst Thronansprüche anmeldete, verweigerte anfänglich seine Zustimmung, konnte seine Position jedoch aufgrund inner-dynastischer Schwierigkeiten nicht durchsetzen.
In mehreren entscheidenden Schlachten (u.a. bei Melladí und Salazia 1387) konnte sich Karl von Interea schließlich gegen Gabriel den Schönen durchsetzen. Dieser musste im Vertrag von Álbero 1390 auf die Herrschaft in Mikolinien verzichten, behielt aber u.a. die peruzinische Krone. Karl wurde damit als König des unabhängigen mikolinischen Königreichs bestätigt. Auch das Haus Servette erkannte seine Herrschaft nun an, zeigte sich in der Folge aber nicht gewillt, sich Karl faktisch unterzuordnen.
Karl V. starb schließlich ein Jahr nach dem Vertrag von Álbero im Alter von 57 Jahren. Nachfolger wurde sein gleichnamiger Sohn als Karl VI. von Mikolinien.