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Version vom 14:46, 7. Feb 2015
Die Acción Popular, zu deutsch Volksaktion (offiziell: Unión Electoral de la Acción Popular de Católicœs) war eine katholisch-konservative Partei in der Zweiten Sagradischen Republik. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründet, war die Volksaktion die erste große Konfessionspartei Sagradiens und die erste Partei der politischen Rechten auf Massenbasis. Aus ihr ging 1924 die Unión Popular hervor, eine unmittelbare Vorgängerorganisation der heutigen sagradischen Volkspartei.
Ausrichtung und Wählerschaft
Die Volksaktion ging aus dem Umfeld des Vereins Nación Católica Social (NCS) hervor und wurde 1905 nach dem Vorbild der deutschen Zentrumspartei und der französischen Alliance Libérale Populaire gegründet. Sie sah sich als katholische Konfessionspartei und vertrat konservative kirchennahe sowie nationale und christlichsoziale Positionen. Anders als die ultrakonservative und monarchische Rechte der frühen Republik bezeichnete sich die Volksaktion als demokratische Partei, lehnte aber die laizistischen Positionen der republikanischen Linken entschieden ab. Neben dem konservativ-katholischen Flügel bestanden auch ein liberal-progressiver, ein sozialreformatorischer und stark von der katholischen Soziallehre geprägter sowie ein im Grund monarchischer und autoritärer Parteiflügel, in dem es auch starke antisemitische Tendenzen gab. Die Partei orientierte sich stark bürgerlich und altklerikal und konnte auf diese Weise große Teile der konservativen Agrarbevölkerung und des Groß- und Kleinbürgertums, Handwerker, Gewerbetreibende und Beamte anziehen, die sich selbst als katholisch verstanden und sich den Säkularisierungstendenzen in Gesellschaft und Politik entgegen stellten.
Geschichte
In der Ära der konstitutionellen Monarchie wurden katholisch-konservative Positionen von der bis 1873 oppositionellen Konservativen Partei in der Abgeordnetenkammer vertreten, die seit den 1850er Jahren die Opposition gegen die liberal dominierte Regierung Jacquel de Montevils bildete und zwischen 1873 und 1884 die Mehrheitsfraktion im Parlament stellte. Sie unterstützte u.a. eine starke Position des Monarchen sowie die Verteidigung der Interessen der katholischen Kirche gegenüber der liberal dominierten Staatsbürokratie.
Nach der Januarrevolution 1891 gingen die Reste des alten Partíu Conservador in der monarchistischen Opposition gegen die neue Zweite Sagradische Republik auf, die vor allem den liberal-säkularen Kurs der neuen republikanischen Parlamentsmehrheit ablehnte. Gleichzeitig drangen mit der Einführung des allgemeinen Wahlrechts wurde zudem auch für die rechte Opposition die soziale Frage zu einem Thema. Infolge der Enzyklika "Rerum Novarum" von Papst Leo XIII. im Jahr 1891 bildete sich schließlich eine Gruppe katholischer Abgeordneter in der Abgeordnetenkammer, die einerseits den liberal-laizistischen Kurs der radikalen und moderaten Republikaner ablehnten, andererseits für einen Einbezug der christlichen Soziallehre ins politische Programm eintrat, im Gegensatz zum Partíu Socialista aber gegen eine revolutionäre Umgestaltung der materiellen Verhältnisse stritten. Führer dieser Gruppe waren der katholische Priester Abat Bernardo Regüer sowie die Abgeordneten Alfredo Cresca und Demetrio Orzabal.
Der gescheiterte antirepublikanische Putsch von 1898 führte dazu, dass sich frühere monarchistische Katholiken mit der Republik zunehmend arrangierten und sich der republikanische Mitte annäherten. Seit 1903 stützte die Mehrzahl dieser Abgeordneten die rechte "Koalition der Moral" und gründete anlässlich der Präsidentschaftswahlen 1905 eine gemeinsame parlamentarische Gruppe. Sie unterstützte den konservativen Bewerber Joán Cardinal, der sich schließlich durchsetzen konnte und zum zweiten Präsidenten der Republik gewählt wurde. Bei den Parlamentswahlen 1907 trat die Acción Popular erstmals als Partei an und wurde drittstärkste Partei im rechten Lager, konnte sich rasch aber steigern und profitierte von den Auflösungserscheinungen der konservativ-republikanischen Unionistischen Partei und der Nationalistischen Bewegung Daniel Lafontáns. Innerhalb der Unionistischen Partei hatte sich bereits seit Ende der 1890er Jahre eine eigene liberal- und sozialkatholische Strömung herausgebildet, die sich nun ebenfalls der Aktionspartei anschloss.
Bei den Wahlen 1909 erhielt die Acción Popular bereits mehr Mandate als die unionistischen Nachfolgeparteien zusammen, vier Jahre später wurde sie stärkste Kraft im klerikal-konservativen Lager und bildete daraufhin gemeinsam mit der siegreichen liberalen Republikanischen Allianz (AR) eine Koalition der rechten Mitte, die 1917 aber durch eine linke Mehrheit abgelöst wurde.
Während Regüers Nachfolger als Parteiführer Francisco Tropexas seit 1917 versuchte, in Konkurrenz zur Linken das sozialreformerische Profil der Partei zu schärfen, kam es zu einem kontinuierlichen Erstarken des konservativen und teilweise antidemokratischen rechten Parteiflügels und zu extremen innerparteilichen Spannungen. Nach dem Sieg der Linken bei den Parlamentswahlen 1917 und der ersten sozialistischen Regierungsbeteiligung rückten die Katholiken der Volksaktion stärker nach rechts und suchten zum Teil den Schulterschluss mit den antirepublikanischen Kräften, was zu einer Spaltung der Partei führte. Die Jugendorganisation Liga del Pôpolo Jovén trennte sich von der Partei und erklärte sich für unabhängig, aus ihr ging 1925 die christdemokratische PDP hervor. Der Rest der Partei drängte in Opposition zum Bloco de Sinistra von 1917 und zur laizistischen "Großen Koalition" von 1921 auf ein größeres katholisches "Selbstschutzbündnis" gegen den Angriff der Laizisten zur endgültigen Trennung von Staat und Kirche, was die Apistas als Angriff auf die katholische Religion ansahen. 1924 bildeten schließlich die Volksaktion sowie mehrere kleinere Rechtsparteien die katholisch-konservative Unión Popular, die gegenüber der Vorgängerpartei stärkere innere Strukturen und eine straffere Organisation aufwies.