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Mit einem Stimmenanteil von 7,3 Prozent stellte die UNP in der Nationalversammlung von 1944 die sechstgrößte Fraktion und nach den [[MPD|Liberalen]] die größte Oppositionsgruppe zur so genannten [[Coalición Democrática|Demokatischen Koalition]], die sich in der Versammlung aus Christdemokraten, Sozialisten, Kommunisten und Radikalen gebildet hatte. Nachdem die UNP in der Nationalversammlung einen deutlichen Oppositionskurs gefahren und die [[Verfassung von 1946]] als zu sozialistisch und laizistisch abgelehnt hatte, kam es nach dem enttäuschenden Ergebnis der Partei bei den ersten [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|Kammerwahlen 1946]] von nur 3,1 Prozent der Stimmen zu einem allmählichen Niedergang der Partei, die sich nun intensiver um einen Anschluss an die politische Mitte bemühte. | Mit einem Stimmenanteil von 7,3 Prozent stellte die UNP in der Nationalversammlung von 1944 die sechstgrößte Fraktion und nach den [[MPD|Liberalen]] die größte Oppositionsgruppe zur so genannten [[Coalición Democrática|Demokatischen Koalition]], die sich in der Versammlung aus Christdemokraten, Sozialisten, Kommunisten und Radikalen gebildet hatte. Nachdem die UNP in der Nationalversammlung einen deutlichen Oppositionskurs gefahren und die [[Verfassung von 1946]] als zu sozialistisch und laizistisch abgelehnt hatte, kam es nach dem enttäuschenden Ergebnis der Partei bei den ersten [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|Kammerwahlen 1946]] von nur 3,1 Prozent der Stimmen zu einem allmählichen Niedergang der Partei, die sich nun intensiver um einen Anschluss an die politische Mitte bemühte. | ||
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Nach dem Ausscheiden der Sozialisten aus dem [[Kabinett Ilpa I]] im Januar 1949 kam es zu ersten Verhandlungen zwischen der UNP und den Parteien der Mitte um eine gemeinsame Mitte-Rechts-Regierung, die im März 1949 schließlich unter Führung des Christdemokraten [[Paulo Luciaro]] und unter Beteiligung der UNP sowie mehrerer liberaler und konservativer Parteien ins Amt gelangte. Parlamentarisch wurde diese Mitte-Rechts-Koalition mangels eigener Mehrheit von den [[PSD|Sozialdemokraten]] Ilpas toleriert. Mit dem Regierungseintritt konnte die UNP ihre Isolation am rechten Rand des konservativen Spektrums überwinden, wurde aber zunehmend vom Wohlwollen der dominanten Christdemokraten abhängig, denen zahlreiche Wähler und Mitglieder der UNP zuströmten. | Nach dem Ausscheiden der Sozialisten aus dem [[Kabinett Ilpa I]] im Januar 1949 kam es zu ersten Verhandlungen zwischen der UNP und den Parteien der Mitte um eine gemeinsame Mitte-Rechts-Regierung, die im März 1949 schließlich unter Führung des Christdemokraten [[Paulo Luciaro]] und unter Beteiligung der UNP sowie mehrerer liberaler und konservativer Parteien ins Amt gelangte. Parlamentarisch wurde diese Mitte-Rechts-Koalition mangels eigener Mehrheit von den [[PSD|Sozialdemokraten]] Ilpas toleriert. Mit dem Regierungseintritt konnte die UNP ihre Isolation am rechten Rand des konservativen Spektrums überwinden, wurde aber zunehmend vom Wohlwollen der dominanten Christdemokraten abhängig, denen zahlreiche Wähler und Mitglieder der UNP zuströmten. | ||
Version vom 15:18, 18. Jan 2011
Die Unión Nacional Popular (kurz UNP, deutsch Nationale Volksunion) war eine nationalkonservative Partei zu Beginn der Dritten Sagradischen Republik.
Geschichte der UNP
Die UNP wurde im Spätsommer 1944 im unmittelbaren Vorfeld der Wahl zur konstituierenden Nationalversammlung 1944 gegründet und sah sich als Sammlungspartei all jener nationalen und katholisch-konservativen Kräfte, die sich in den neuen Parteien der Rechten und der rechten Mitte wie dem liberalkonservativen Parteienbündnis MPD und dem christdemokratischen PCC nicht vertreten sahen. Die UNP vereinte in ihren Reihen Konservative, Nationalisten, Agrarier und Monarchisten. In ihrer Namensgebung wie auch inhaltlich knüpfte sie an die in der Zweiten Republik erfolgreiche rechtskonservative Volksunion an, aus der 1938 die autoritär-faschistische Comunión Nacional hervorgegangen war. Die UNP relativierte diesen Zusammenhang jedoch und deutete die Ereignisse der Jahre 1935-1938 so, dass die UP durch rechte Antidemokraten unterwandert worden sei. In der Tat bestanden jedoch bereits vor der Machtergreifung Manuel Álamos in der Partei starke autoritäre und antidemokratische Strömungen, die 1933/34 auch das Präsidialregime García D'Alemas getragen hatten.
Faktisch wurde die Partei damit zum Auffangbecken all jener ehemaligen Anhänger und Funktionäre der CN, die zwar mit den diktatorischen Mitteln des Álamo-Regimes brachen, seine konservative und nationale Ausrichtung aber weiterhin befürworteten. Dennoch sah sich die UNP als demokratische Partei und verweigerte sich demgemäß auch einer von Teilen der äußeren Rechten angestrebten Vereinigung mit der Alianza Sagradêsa, die sich als neofaschistische Gruppe am äußeren rechten Rand ansiedelte. Mitglieder, die aktiv auf eine rechte Sammlungspartei unter Einbeziehung der Neofaschisten hinwirkten, wurden bereits vor den Wahlen 1946 ausgeschlossen. Inhaltlich stand die UNP für einen sozialkonservativen "patriotischen" und dezidiert antikommunistischen Kurs. Anders als die Christdemokraten lehnten die Nationalpopularen jede Zusammenarbeit mit der politischen Linken ab und glaubte an eine gemeinsame Schuld von Linken und Rechten am Untergang der Zweiten Republik.
Mit einem Stimmenanteil von 7,3 Prozent stellte die UNP in der Nationalversammlung von 1944 die sechstgrößte Fraktion und nach den Liberalen die größte Oppositionsgruppe zur so genannten Demokatischen Koalition, die sich in der Versammlung aus Christdemokraten, Sozialisten, Kommunisten und Radikalen gebildet hatte. Nachdem die UNP in der Nationalversammlung einen deutlichen Oppositionskurs gefahren und die Verfassung von 1946 als zu sozialistisch und laizistisch abgelehnt hatte, kam es nach dem enttäuschenden Ergebnis der Partei bei den ersten Kammerwahlen 1946 von nur 3,1 Prozent der Stimmen zu einem allmählichen Niedergang der Partei, die sich nun intensiver um einen Anschluss an die politische Mitte bemühte.
Strategisch arbeitete die UNP in der Folge eng mit der Bauernallianz, dem politischen Arm der Bauernvereinigung Federación Nacional Campesana (FNC) zusammen und erneuerte damit das alte Bündnis zwischen Volksunion und Landbund. In der ersten Legislaturperiode der Abgeordnetenkammer bildeten UNP und FNC die Fraktion Unitá Social Popular (USP). Auch im Senat bildeten beide Parteien seit 1948 eine gemeinsame Gruppe, der auch Monarchisten und Parteilose angehörten. Da die Landaktion in mehrere Koalitionen der Mitte einbezogen wurde, erfolgte so eine Annäherung der UNP an die politische Mitte. Ein Teil des rechten Parteiflügels verließ daraufhin die UNP und bildete den Partido de la Derestra Sagradêsa (PDS), der aber weitgehend erfolglos blieb, andere traten zur rechtsextremen Alianza Sagradêsa über. Auf diese Weise verkleinerte sich die Parlamentsfraktion der UNP zwischen 1946 und 1949 von 13 auf sieben Abgeordnete.
Nach dem Ausscheiden der Sozialisten aus dem Kabinett Ilpa I im Januar 1949 kam es zu ersten Verhandlungen zwischen der UNP und den Parteien der Mitte um eine gemeinsame Mitte-Rechts-Regierung, die im März 1949 schließlich unter Führung des Christdemokraten Paulo Luciaro und unter Beteiligung der UNP sowie mehrerer liberaler und konservativer Parteien ins Amt gelangte. Parlamentarisch wurde diese Mitte-Rechts-Koalition mangels eigener Mehrheit von den Sozialdemokraten Ilpas toleriert. Mit dem Regierungseintritt konnte die UNP ihre Isolation am rechten Rand des konservativen Spektrums überwinden, wurde aber zunehmend vom Wohlwollen der dominanten Christdemokraten abhängig, denen zahlreiche Wähler und Mitglieder der UNP zuströmten.
Im Vorfeld der Senatswahlen 1949 kam es zur ersten strategischen Wahlkooperation der UNP mit Teilen der Regierungskoalition, u.a. auch mit Christdemokraten und MPD, indem Konkurrenzkandidaturen weitgehend ausgeschlossen wurden. Der große Erfolg dieser Mitte-Rechts-Allianz führte vor den Kammerwahlen 1950 schließlich zur Bildung eines formellen Wahlbündnisses mit gemeinsamer Liste unter dem Namen Cientro Social i Democrático (CSD), dem neben UNP und MPD auch der Landbund angehörte und das unter der Führung der Christdemokraten Luciaros mit Abstand stärkste Kraft im Parlament wurde. Es kam zur Bildung einer neuen Regierung des so genannten „zentristischen Blocks“ (Zentrumskoalition) aus dem Mitte-Rechts-Bündnis, den Sozialdemokraten sowie mehreren liberalen Parteien unter der Führung von Paulo Luciaro. Die enge Kooperation mit Luciaros Christdemokraten führte zu einer neuerlichen Parteispaltung. Auf einem Sonderparteitag der UNP scheiterte ein Misstrauensantrag des rechten Parteiflügels gegen die Parteiführung nur knapp, woraufhin fast die Hälfte der Mitglieder die Partei verließen und später den Partido Nacional gründeten. Die Rest-UNP, die sich am CSD-Bündnis beteiligte, umfasste daher nur noch den gemäßigt-konservativen Kern der Partei, wodurch die UNP gegenüber den Bündnispartnern nur geringes Gewicht ausüben konnte. Einige der Mitglieder, die den radikalen Rechtsschwenk der neuen PN nicht mittragen wollten, traten nach dem Wahlerfolg des CSD jedoch wieder in die UNP ein, blieben aber in kritischer Distanz zur Parteiführung.
Im Herbst 1952 wurde das katholisch-liberalkonservative Wahlbündnis zur Partei des Sozialen und Demokratischen Zentrums (CSD) umgewandelt, in dem die Rest-UNP als rechter Parteiflügel völlig aufging. UNP-Chef Fernando Nergüín wurde einer der stellvertretenden Parteivorsitzenden hinter dem CSD-Chef Ariel De la Roya und dem eigentlichen politischen Führer Luciaro, auf dessen Idee die neue Mitte-Rechts-Partei hauptsächlich zurückging. Mehrere Vertreter des rechten UNP-Flügels, die sich größtenteils zuvor bereits in der parteiinternen Opposition gesammelt hatten, vollzogen die endgültige Hinwendung zur Mitte und die von ihnen als „Anschluss“ an die PCC kritisierte Gründung der CSD nicht mit. Die Mehrheit der Abweichler formierte sich danach im nationalkonservativen Movimiento Nacional Popular (MNP) neu, das sich als eigenständige Nachfolgerorganisation der UNP ansah.