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Version vom 17:24, 16. Mai 2014
Selle Fernando Ebrulla Verres (*1950 in Caller del Fonte, Bosanêsa) ist ein früherer sagradischer Fußballspieler und heutiger Fußballtrainer. Als Spieler des FC Bosa wurde Ebrulla bei der EURO 1976 Fußballeuropameister mit Sagradien.
Als Trainer arbeitete er erfolgreich für den FC Bosa, mit dem er zwei sagradische Meistertitel gewann, und für die sagradische Fußballnationalmannschaft, die er in zwei EM-Endspiele (2000 und 2012) und 2010 zum ersten Weltmeistertitel in der Geschichte des Landes führte.
Inhaltsverzeichnis
Spielerkarriere
Karriere im Verein
Karrierebeginn
Der in der Bosanêsa gebürtige Ebrulla begann seine Karriere beim großen FC Bosa, dem er als Spieler und später als Trainer viele Jahre treu blieb. In den Spielzeiten 1970/71 und 1971/72 wurde er jeweils für ein Jahr an Atlético Semestín und den FC Resales ausgeliehen, konnte sich danach aber als Stammspieler der Bosaner durchsetzen. Bis heute gilt er hier als eine der Klublegenden.
Erfolgsjahre in Bosa
Als bulliger Stoßstürmer spielte Ebrulla in Bosa lange mit dem eleganten Techniker Luis Etxeberría im Sturm zusammen und gehörte zu der Mannschaft, die Mitte der Siebziger Jahre die Liga dominierte und 1974 als erstes Team aus Sagradien den Europapokal der Landesmeister gewinnen konnte. 1976 folgte ein Erfolg im Europapokal der Pokalsieger. Außerdem gewann Ebrulla mit Bosa insgesamt viermal die sagradische Fußballmeisterschaft und einmal (1975) die Copa Sagradia. In dieser Zeit wurde Ebrulla zweimal Torschützenkönig der Premera Liga (1976, 1980).
Letzte Karrierejahre in Spanien
Nach der Meisterschaft 1980 verließ Ebrulla im Alter von 30 Jahren den FC Bosa, um eine neue Herausforderung zu suchen. Diese fand er in Spanien, wo er zwei Jahre lang beim FC Valencia auf Torejagd ging, ohne jedoch an frühere Erfolge anschließen zu können. Nachdem er 1982 nach Sagradien zurückgekehrt war, wo er für RCD Londez spielte, ließ er seine Karriere in der Rückrunde der Saison 1982/83 beim spanischen Erstliga-Aufsteiger UD Salamanca ausklingen. Im Sommer 1983 erklärte er schließlich im Alter von 33 Jahren seinen Rücktritt vom Profifußball.
Nationalmannschaft
In seiner Karriere bestritt Ebrulla zwischen 1973 und 1980 35 A-Länderspiele für die sagradische Fußballnationalmannschaft und erzielte dabei 18 Tore. Außerdem war er für die sagradische Jugendauswahl und für die B-Nationalmannschaft im Einsatz. Mit Sagradien nahm Ebrulla an den EM-Endrunden 1976 und 1980 sowie an der Fußball-Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien teil.
Seinen größten Erfolg im Nationalteam feierte Ebrulla 1976 mit dem Gewinn des Europameistertitels bei der Finalrunde in Micolinien. Im Halbfinale gegen die Niederlande eingewechelt, war er hier am spielentscheidenden 3:1 seiner Mannschaft beteiligt und lief anschließend im Endspiel gegen die Bundesrepublik Deutschland überraschend von Beginn an auf. Im Elfmeterschießen verwandelte er sicher. Am Ende gewann Sagradien mit 5:3 und wurde erstmals Fußballeuropameister.
Stationen als Spieler
- Bis 1980: FC Bosa
- 1970-1971: Atlético Semestín (ausgeliehen)
- 1971-1972: FC Resales (ausgeliehen)
- 1980-1982: Valencia CF (ESP)
- 1982-1/83: RCD Londez
- 1/83-1983: UD Salamanca (ESP)
Erfolge als Spieler
Mit Bosa
- Premera Liga 1970, 1973, 1974, 1980
- Copa Sagradia 1975
- Europapokal der Landesmeister 1974
- Europapokal der Pokalsieger 1976
- Torschützenkönig der Premera Liga 1976, 1980
Mit dem Nationalteam
- 35 A-Länderspiele für Sagradien (1973-1980)
- Teilnahme an der EURO 1976 und 1980
- Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft 1978
- Europameister 1976
Trainerkarriere
Beginn der Trainerkarriere
Jugendtrainer des FC Bosa
Nach seiner Spielerkarriere stieg Ebrulla 1986 als Jugendcoach des FC Bosa ins Trainergeschäft ein. In dieser Funktion gelangen ihm zwei Meisterschaftserfolge in der sagradischen Jugendmeisterschaft (1988, 1990). Daneben fungierte Ebrulla als Co-Trainer der Profimannschaft. Als solcher übernahm er am Ende der Saison 1988 für zwei Spiele interimistisch das Traineramt der Mannschaft, nachdem der erste Trainer Santiago Mirréu entlassen worden war.
Cheftrainer in Biniar
Sein erstes offizielles Cheftraineramt bekleidete Ebrulla in der Saison 1991/92 bei Lesnário FC, nach einem Fehlstart in die Saison 1992/93 wurde er jedoch von der Klubführung entlassen.
Erste Zeit als Nationaltrainer
Jugendmannschaften und U-21-Euro 1996
Im Januar 1993 unterschrieb Ebrulla als Jugendtrainer einen Vertrag beim sagradischen Fußballverband FSF und übernahm die Leitung des U-20-Nationalteams, das er u.a. bei der Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1993 betreute. 1994 wurde er Cheftrainer der sagradischen U-21-Auswahl, mit der er bei der U-21-Fußball-Europameisterschaft 1996 seinen ersten internationalen Titel gewinnen konnte. Wenig später betreute er auch die sagradische Auswahl bei den Olympischen Sommerspielen 1996 in Atlanta.
A-Nationalteam: WM-Dritter und Vize-Europameister
Nach dem Rücktritt von Nationaltrainer Carles Notero während der Qualifikationsphase zur Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich übernahm Ebrulla im April 1997 zunächst übergangsweise, nach ersten Erfolgen nach vorerst bis zur WM das Amt des A-Nationaltrainers.
Als solcher führte er Sagradien erfolgreich durch die Qualifikation und baute das Team an einigen Stellen um, indem er einige seiner Spieler aus dem Jugendmannschaften in die A-Nationalelf integrierte, darunter David Rinchestro und Marcelo Anderson. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich erreichte diese Mannschaft unter Führung von Paulo Varigell und Daniel Pessué schließlich überraschend das Halbfinale und sicherte sich anschließend den Dritten Platz, die beste WM-Platzierung Sagradiens seit der Finalteilnahme 1958.
Auch bei der anschließenden EURO 2000 überzeugte das nochmals verjüngte Team der "Azûr" durch leidenschaftlichen Offensivfußball und stand kurz vor dem ersten Titelgewinn seit 1976. Im Finale des Turniers gegen Weltmeister Frankreich entschied erst ein Golden Goal durch David Trézeguet zugunsten der Équipe Tricolore. Trotz Angeboten zu einer Vertragsverlängerung erklärte Ebrulla daraufhin seinen Rücktritt vom Amt des Nationaltrainers und übergab an seinen bisherigen Assistenten Francisco Nélez Clemente.
Erfolge beim FC Bosa: Zwei Meistertitel, ein Pokalsieg und ein Championsleague-Finale
Nach seiner Zeit als Nationaltrainer schlug Ebrulla mehrere Angebote aus europäischen Topligen, darunter auch vom FC Bosa, aus und nahm eine längere Auszeit vom Profifußball.
Erst zur Saison 2003/2004 kehrte Ebrulla als Cheftrainer zu seinem alten Verein FC Bosa zurück und unterschrieb einen Vierjahresvertrag. In dieser Zeit baute er ein talentiertes und äußerst erfolgreiches Team um die Nationalspieler Alberto Ferrera, David Rinchestro und Simão Alán in der Abwehr und Starspieler Leándro im Sturm auf, das in vier Jahren drei Meistertitel gewann, davon zwei unter der Führung Ebrullas, und damit die langjährige Vorherrschaft der Juvantêsa in Sagradien brach. Seinem Ruf als Jugend-Förderer getreu machte er Nachwuchsspieler wie David Pedrosa und Fernando Borrard nach und nach zu Leistungsträgern und formte sie zu Weltstars.
Nach der Vizemeisterschaft 2004 gewann Bosa 2005 und 2006 jeweils die Premera Liga und 2005 zugleich mit der Copa Sagradia das nationale Double. In der Saison 2006/2007 musste sich die Mannschaft in der Liga nur dem aufstrebenden milliardenschweren Team von Atlético Semestín geschlagen geben, erreichte aber erstmals seit 1997 das Finale der UEFA Champions League, wo sich die Mannschaft dem AC Mailand geschlagen geben musste. Wiederum verabschiedete sich Ebrulla mit einer Finalniederlage und verließ den FC Bosa zum Saisonende.
Zweite Zeit als Nationaltrainer
Weltmeisterschaft 2010 und Weltdominanz
Im Sommer 2008 übernahm Ebrulla schließlich zum zweiten Mal die sagradische Fußballnationalmannschaft, die unter Trainer Eduardo Verrano gerade die EURO 2008 im eigenen Land gewonnen hatte. Trotz dieses schweren Erbes gelang es Ebrulla das Team aus Ausnahmetalenten, darunter auch seine früheren Klub-Spieler Pedrosa, Borrard und Alberto, in der absoluten Weltspitze zu etablieren. Für mehrere Jahre teilten sich Sagradien und Spanien die Vorherrschaft im internationalen Fußball und lieferten sich regelmäßig Duelle auf Weltklsse-Niveau.
Beim Confederations Cup 2009 musste Sagradien nach einer Rekordsieges-Serie in Qualifikation und Freundschaftsspielen seine erste Niederlage seit 2008 hinnehmen und wurde Dritter. Bei der anschließenden Fußball-Weltmeisterschaft 2010 trat Sagradien erstmals als Favorit an, konnte den hohen Erwartungen aber standhalten und zeigte noch mehr als unter dem Vorgänger Verrano taktisch, aber auch spielerisch herausragende Leistungen. Mit seinen Stars Pedrosa, Del Piey und Rosário erreichte Sagradien erstmals seit 1958 ein WM-Finale, das abermals gegen Spanien bestritten werden musste. Nach einem Treffer von David Pedrosa in der Verlängerung des Endspiels wurde Sagradien schließlich erstmals überhaupt Weltmeister.
Vize-Europameister 2012 und Confederations Cup 2013
Auch nach dem Turnier konnte Sagradien seine internationale Vorherrschaft verteidigen, wenn auch Spanien und Deutschland gefährlich nahe an das Niveau der "Azûr" herankamen. Die Wachablösung fand schließlich bei der EURO 2012 statt, bei der Sagradien zwar zum dritten Mal in Folge ein großes Finale erreichen konnte, wo abermals Spanien wartete, dieses Mal aber gegen die Furia Roja um Iniesta, Xavi und Casillas den kürzeren zog. Dieses Mal vermied Ebrulla aber, erneut mit einer Finalniederlage abzutreten, und blieb im Amt des Nationaltrainers.
Stationen als Trainer
- 1986-1991: FC Bosa (Jugendtrainer und Co-Trainer)
- 5/88-6/88: FC Bosa (Interimstrainer)
- 1991-9/92: Lesnário FC
- 1/93-1994: Sagradien (U-20)
- 1994-1997: Sagradien (U-21)
- 1996: Sagradien (Olympia-Auswahl)
- 4/97-2000: Sagradien
- 2003-2007: FC Bosa
- Seit 2008: Sagradien
Erfolge als Trainer
Mit Bosa
- Sagradische Jugendmeisterschaft 1988, 1990
- Premera Liga 2005, 2006
- Copa Sagradia 2005
- Championsleague-Finale 2007
Mit Sagradien (Jugend)
- U-21-Fußball-Europameisterschaft 1996 (Europameister)
- Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 1996
- Teilnahme an der Junioren-Fußballweltmeisterschaft 1993
Mit Sagradien (A-Nationalmannschaft)
- Fußball-Weltmeisterschaft 1998 (Platz 3)
- Fußball-Weltmeisterschaft 2010 (Weltmeister)
- Fußball-Europameisterschaft 2000 (Vize-Europameister)
- Fußball-Europameisterschaft 2012 (Vize-Europameister)
- Confederations Cup 2009 (Platz 3)
- Confederations Cup 2013 (Platz 3)