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	<title>Sagradien - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_Sagradiens&amp;diff=9502</id>
		<title>Geschichte Sagradiens</title>
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		<updated>2012-05-11T23:02:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte Sagradiens'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Altertum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagrische Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
Die ersten Zeugnisse einer [[Sagrer|sagrischen]] Frühkultur stammen aus dem 14. Jahrhundert v.Chr.; die ersten indogermanischen Völkerwanderungsstämme aus Osteuropa ließen sich in [[Sagradien]] und [[Micolinien]] im 12. Jahrhundert v. Chr. nieder und vermischten sich rasch mit der Urbevölkerung. Den Römern waren diese Stämme später als 'Sagrer' (''Sagri'') bekannt, wobei grob zwischen süd- und mittelsagrsichen sowie asumarischen Stammesgruppen unterschieden werden kann. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. drangen keltische Stämme aus Gallien auf die Halbinsel vor und siedelten besonders im Norden und Nordosten der sagradischen Halbinsel. Dabei kam es auch oft zu Verschmelzungen mit einheimischen sagrischen Stämmen, sodass man häufig von einer ''[[Sagrokelten|sagrokeltischen]] Kultur'' spricht. Im Süden entwickelte sich eine ausgeprägte sagrische Kultur. Besonders der [[Blaumeerraum]] wurde zu einem Zentrum sagrischer Siedlungen mit den [[Piäer]]n (lat. Piaei) und [[Sisinen]] (lat. Sisini) als wichtigste Stämme an der östlichen und [[Mikoläer]]n (lat. Micolaei) als dominierende Stammesgruppe an der westlichen Blaumeerküste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eroberung Sagradiens durch die Römer und römische Herrschaft ===&lt;br /&gt;
Bereits Iulius Caesar eroberte in den gallischen Kriegen seit 59 v.Chr. Teile Nordostsagradiens, indem er zunächst die gallischen Stämme der [[Vikier]] und [[Amorier]] unterwarf. Im Jahr 54 v. Chr. riefen die [[Saloer]] Caesar zur Hilfe gegen die keltischen [[Cabeser]] und [[Liener]], die zu dieser Zeit nach Süden und Westen drängten und damit die Saloer bedrohten. Caesar nutzte die Gelegenheit, um den keltischen Norden der Halbinsel zu erobern und als Provincia [[Sagradia Citerior]] dem römischen Herrschaftsbereich einzugliedern. Zu dieser Zeit unterhielt Rom zu einigen sagrischen Stämmen, besonders zu den [[Aider]]n an der Südküste der Halbinsel freundschaftliche Verhältnisse und betrieb regen Handel mit ihnen. Unter Augustus wurde die Eroberung Sagradiens durch die Römer fortgesetzt. Nachdem zunächst die Streitigkeiten der sagrischen Stämme untereinander und mit den Sagrokelten, die den Römern weniger feindlich gegenüberstanden, weitergeführt worden waren, schlossen verschiedene sagrische Stämme ein Bündnis, welches aber auch die Invasion der römischen Legionen nicht aufhalten konnte. Augustus selbst eroberte im Jahr 25/24 v.Chr. ganz Sagradien, konsolidierte die Herrschaft im Gebiet bis zum [[Saidel|Fluvius Saidelius]] und [[Bordêu|Fluvius Bordeus]] und gründete die Provinz [[Sagradia Ulterior]]. Rom trennte damit erstmals die beiden Teile der Halbinsel in ein römisches Sagradien östlich von [[Blaumeer]] und [[Konsetten]] und ein Gebiet westlich dieser natürlichen Grenzen, das erst unter Kaiser Claudius im 43 als [[Provincia Micolina]] unter römische Herrschaft kam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 18 v. Chr. trat der römische Statthalter beider Sagradien, Q. [[Valerius Tullianus Sagradianus]], mehrere Feldzüge gegen eine sagrische Allianz aus Aidern, Micoläern und Sisinen an, die mit der Eroberung Sagradiens endeten. Augustus teilte daraufhin im Jahr 14 v. Chr. die Sagradia Ulterior in eine kaiserliche Provincia [[Sisinia]] mit der Hauptstadt [[Tules|Tulisium]] (das heutige Tulis) und eine senatorische [[Provincia Belacionensis]] mit der Hauptstadt [[Belaçón|Belacio]] (das heutige Belaçón) auf. Ein letzter großer [[Sagreraufstand|sagrischer Aufstand]] unter dem aidischen Feldherrn [[Asilië]] endete für Rom verlustreich, konnte von Tullianus aber im Jahr 8 v. Chr. niedergeschlagen werden. Ihr Anführer Asilië wurde später als sagradischer Nationalheld verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kelten wurden sehr schnell assimiliert, aber auch die Sagrer nahmen nach den anfänglichen Widerständen  in den folgenden Jahrhunderten die Herrschaft und Kultur Roms an, sodass eine sagro-römische Mischkultur entstand. Mit den großen Städten [[Gerón|Geronia]], [[Noyar|Noviogarum]], [[Duerez|Colonia Duerensis]] und [[Tulis|Tulisium]] entstanden neue Zentren der römischen Kultur in Sagradien. Aus dem auf der Halbinsel gesprochenen Vulgärlatein entwickelten sich allmählich die [[Sagradische Sprache|sagradischen Dialekte]] und die gesamte [[Sagroromanisch|sagroromanische Sprachgruppe]]. Nach der diokletianischen Verwaltungsreform wurden die drei Sagradien einer eigenen [[Dioecesis Sagradiae]] eingegliedert und die [[Provincia Geroniensis]] (seit 27 v. Chr. Name der Sagradia Citerior) in die Provinzen [[Ligria]], [[Sagradia Ostiniensis]] und [[Sagradia Nogarensis]] unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Frühmittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfall der Germanen und Zerfall der römischen Herrschaft ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 5. Jahrhunderts drangen mit den [[Alkonen]] und [[Herkanden]] von der iberischen Halbinsel aus germanische Stämme auf das Gebiet des römischen Sagradiens vor und gründeten frühe Reiche, von denen das Alkonenreich im Süden zum ersten germanischen Staat in Sagradien wurde. Die Herkanden wurden wiederum zur Mitte des Jahrhunderts von den einfallenden [[Skanten]] nach Südmicolinien verdrängt, zwischen 450 und 480 folgten die [[Golen]], die sich an der Nordküste des Blaumeers ansiedelten. Die fast 500-jährige unumschränkte Herrschaft Roms auf der Halbinsel endete 462, als der letzte römische Statthalter in Tulis getötet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das große Reich der Skanten, die den gesamten Norden Sagradiens und Micoliniens besiedelten, zerfiel bald in kleinere Stammesgruppen. Als 476 der letzte weströmische Kaiser abdankte, erstreckte sich die germanische Herrschaft schon fast über ganz Sagradien. Die Stämme verschmolzen relativ rasch mit der romanischen Bevölkerung, wobei die Germanen nicht selten die Führungsschicht bildeten. Die lange Zeit florierenden Städte erlebten einen Niedergang und wurden zum Teil schwer verwüstet. Nachdem die arianischen Skanten bereits im im frühen 6. Jahrhundert die lateinisch-trinitarische Religion der romanischen Bevölkerungsmehrheit angenommen hatten, ließ sich mit dem Alkonenkönig [[Berrakred I.]] der letzte arianische Herrscher Sagradiens katholisch taufen. Auch die vulgärlateinische Sprache der Bevölkerung wurde bald von den germanischen Eliten in allen Reichsteilen angenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfall der muslimischen Numerer in Alconía ===&lt;br /&gt;
In einem alkonischen Erbstreit zu Hilfe gerufen, fielen zur Mitte des 8. Jahrhunderts nach Christus im Süden Sagradiens muslimische Mauren aus Spanien ein, die in Sagradien den Namen [[Numerer]] erhielten. Diese konnten rasch das gesamte Gebiet der Alkonen erobern und besiegten 757 den letzten Alkonenkönig [[Rikkrik]] (Regrigo). Sie errichteten das zunächst vom Kalifat in Damaskus abhängige [[Emirat von Duerez]] (arabisch: Dohaz), das sein Herrschaftsgebiet im Laufe der folgenden Jahre bis kurz vor [[Tulis]] und [[Óstino]] ausbauen konnte und die verschiedenen alkonisch-romanischen Bevölkerungsgruppen aufnahm. Die muslimischen Numerer verhielten sich gegenüber der christlichen Bevölkerung weitgehend tolerant und verzichteten auf eine Zwangsislamisierung. Während der Herrschaftsjahre der arabischen Emire blühten im Süden Kultur und Handelswesen, wovon auch die christlichen Königreiche im Norden profitierten, die die Herrschaft nach kurzer Zeit der Kriege akzeptierten und rege Handelsbeziehungen mit den Numerern aufnahmen. Die Städte gewannen wieder an Bedeutung. Unter der Herrschaft der Numerer in Südsagradien wurden u.a. die Städte [[l'Artir|Al Hadir (L’Artir)]], [[Lemez|Al Hamaz (Lemez)]] und [[Nalcaz|Na Al Qaz (Nalcaz)]] gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roderich der Große und der Aufstieg des Skantenreiches ===&lt;br /&gt;
Im Skantenreich konnte der Adlige [[Segila]] sich um 753 als [[König der Mittelskanten]] etablieren und die dortige [[Orsoniden]]dynastie beerben. Seinem seit 761 regierenden Sohn [[Roderich der Große|Roderich dem Großen]] gelang es 763 die streitenden Großen seines Reichs unter seiner Führung gegen die arabische Bedrohung zu vereinen. 763 besiegte sein Heer bei [[Tarravillas]] die anstürmenden Numerer, was zusammen mit dem Sieg Karl Martells bei Tours und Portiers als Ende der muslimischen Expansion in Westeuropa angesehen wird. Nach der Schlacht bei Tarravillas zerfiel die Allianz jedoch wieder. Die Reichsteile Scantias, seit Jahrzehnten bereits ohne gemeinsame Herrschaft, bekundeten wieder ihre Eigenständigkeit. In mehreren Kriegszügen gelang es Rodrigo jedoch, zunächst den mächtigen [[Lojandía|lohandischen]] und dann die [[Ligre (Landschaft)|ligrischen]] und [[Westligre|westligrischen]] Provinzfürsten zu besiegen und zentralskantische, lohandische und ligrische Reichsteile wieder unter seiner Herrschaft zu vereinen. Er schuf eine straffe Verwaltungsstruktur und führte Scantia dadurch zu einer kulturellen und politischen Blüte. In Kriegen gegen [[Golen]], [[Bretonen]] und [[Herkanden]] sowie gegen die zurückweichenden [[Numerer]] eroberte er neue Gebiete für das Skantenreich. Bei seinem Tod 797 erstreckte sich das Reich Roderichs auf beiden Seiten des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meers]] von [[Albero]] bis in die [[Bretagne]] und von [[Perin]] bis an die sagradische und micolinische Nordküste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krise des Skantenreichs und Gründung des Königreichs Sarmay ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Roderichs des Großen zerfiel dessen Reich wieder unter den Söhnen Roderichs. Der [[Vertrag von Disiés]] bewirkte 799 die Teilung Scantias. Der älteste Sohn [[Barungar]] erhielt den Westen des Reichs mit dem gesamten Norden Micoliniens, Teilen [[Litien]]s und Gebieten nördlich und sülich des [[Ligre]], sein jüngerer Bruder [[Albreth der Kluge]] den Osten mit [[Lojandía]], der [[Mesa]] und den [[Amoria|amorischen]] Grenzgebieten, jedoch konnte er das umstrittene [[Mittelskanten|Zentralscantia]] zwischen Ligre und [[Konsetten]] weitgehend unter seine Herrschaft bringen. Der jüngste Sohn [[Ferrigo]] erhob 808 ebenfalls Anspruch auf die Königswürde, was zum Bruderkrieg führte. Im [[Vertrag von Torell]] 812 einigte man sich auf eine Dreiteilung aufkosten Albreths, der die südlichen Teile seines Gebiets an Ferrigo abgeben musste. Die Thronstreitigkeiten im Skantenreich schufen an der numerisch-skantischen Grenze zu einem Machtvakuum, in das der Provinzfürst [[Dián von Sarmay]] stieß, der im Kampf gegen die Numerer mehrere angrenzende Gebiete erobern und sich vom Skantenreich weitgehend unabhängig machen konnte. Nach dem Tod Ferrigos nahm Dián von Sarmay 818 den Königstitel an und übernahm die Kontrolle über die südlichen Reichsgebiete, namentlich [[Sagonte]], Teile [[Sesín]]s, [[Croer]] und [[Óstino]]. Auch die als Markgrafschaften eingerichteten [[Asumarische Grafschaften|Gebiete am Blaumeer]] konnten bald eine erhebliche Eigenständigkeit vom Skantenreich erhalten. Die sich seit dem späten 8. Jahrhundert ständig wiederholenden Angriffe norwegischer Wikinger auf das sagradische und nordmicolinische Festland schwächte die Skanten zunehmend. Mit der Gründung eines eigenen nordischen Reichs an der Nordküste Micoliniens, dem sogenannten [[Perutinger]]reich, wurden die Skanten weitgehend aus Nordmicolinien verdrängt. Nach dem Tod König Barungars 825 trat Albreth der Kluge die Alleinherrschaft im Rest des Skantenreichs an und beendete vorerst die Zeit der inneren Schwäche, jedoch konnte er [[Königreich Sarmay|Sarmay]] und [[Königreich Perucía|Perucía]] nicht zurückerobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aerich der Große und der Beginn der ''sagradischen Reconquista'' ===&lt;br /&gt;
Bereits seit Beginn des 9. Jahrhunderts machten sich im westlichen Teil des Numererreichs Auflösungserscheinungen breit. Die alkonischen Eliten beugten sich nur ungern unter die arabische Herrschaft und bereiteten der Zentralmacht Duerez' mit mehreren Rebellionen große Schwierigkeiten. 852 machte sich der westalkonische Fürst [[Berrigo von Liez und Corar|Berrigo]] zum [[Königreich Liez-Corar|Dux Alconum]] und sagte sich von der muslimischen Oberhoheit des Emirats von Duerez los. In mehreren Kriegen konnte er seine Herrschaft konsolidieren, doch zerfiel sie wieder unter seinen streitenden Söhnen [[Aerich der Große|Arrigo]] und [[Regrigo von Liez und Corar|Regrigo]]. Nachdem sich Arrigo 859 durchgesetzt hatte, nahm er die Kriege seines Vaters wieder auf und eroberte [[Oller]] und [[Sur Pinia|Südpin]]. Danach wandte er sich gegen Sarmay und eroberte Teile Sesíns. 877 erreichte er die Auslieferung der Alkonenkrone durch die Numerer, 878 wurde sein Reich endgültig auch von Sarmay anerkannt. Jedoch zerfiel es nach seinem Tod 882 wieder unter seinen Söhnen [[Arrigo II. von Liez und Corar|Arrigo II.]] und [[Fildrigo von Liez und Corar|Fildrigo]], Südsesín musste wieder an Sarmay abgegeben werden. Erst [[Arrigo III. von Liez und Corar|Arrigo III.]] (898-915) erreichte wieder ein vergleichbar machtvolles Königtum wie Arrigo der Große. Er konnte von den zahlreichen Teilungen und Thronstreitigkeiten in Sarmay profitieren, indem er Einfluss auf die mächtigen Provinzfürsten im Sarmayenreich ausübte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Martin der Eroberer und die Gründung des Reiches ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod [[Dián III. von Sarmay|Dians III. von Sarmay]] im Jahr 878 kam es zu Thronstreitigkeiten im Königreich Sarmay zwischen dessen Söhnen [[Docién von Sarmay|Docién]] und [[Armondo I. von Sarmay|Armondo]], die 882 zugunsten einer Reichsteilung entschieden wurden. Die permanente Schwäche Sarmays suchten sowohl Skanten als auch Alkonen in der Folgezeit für sich auszunutzen. Mit der Übernahme der skantischen Alleinherrschaft 897 begann [[Martin I. der Eroberer|Martin I. von Scantia]] (König seit 892) eine aggressive Machtpolitik. Er verheiratete seinen Sohn [[Philipp der Große|Philipp]] mit seiner Nichte, Prinzessin [[Lara von Liez]], der Tochter König [[Arrigo III. von Liez und Corar|Arrigos III.]] Nachdem dieser 912 gestorben war, ohne einen männlichen Thronfolger zu hinterlassen, erhob Martin I. als Schwiegervater der ältesten Tochter Arrigos Anspruch auf den alkonischen Thron. Gleichzeitig übernahm ein Neffe Arrigos III. als [[Arrigo IV. von Liez und Corar|Arrigo IV.]] die Herrschaft im christlichen Süden. Martin entschloss sich daraufhin zu einem Feldzug nach Süden. Das 907 unter [[Armondo II. von Sarmay|Armondo II.]] wiedervereinigte Sarmaienreich, wurde 915 geschlagen und musste die Oberherrschaft Martins anerkennen ([[Vertrag von Tantallas]]). Mit sarmayischen Truppen führte dieser seine Eroberungskriege seit 916 gegen den alconischen König Arrigo IV. fort. Martin nannte sich nun „Rex Sagradiae“ und besiegte 922 in der [[Schlacht von Pergía]] auch endgültig Arrigo IV. Im [[Vertrag von Vesaey]] 923 mussten Sarmay und Arrigo IV. offiziell die Herrschaft Martins des Eroberers über den gesamten christlich beherrschten Teil der sagradischen Halbinsel anerkennen. Damit gilt er als erster [[Königreich Sagradien|König des gesamten christlichen Sagradiens]], auch wenn der Südosten noch immer in arabischer Hand blieb. Martin ernannte 930 seinen Sohn Philipp zum Mitherrscher, um seine Dynastie zu konsolidieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Hochmittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Philipp der Große und die Zeit der Konsolidierung ===&lt;br /&gt;
Bereits vor dem Tod Martins I. kam es zu neuen Kriegen in Sagradien. Martins Sohn und Nachfolger [[Philipp I. der Große]] (933-969) konnte sich erst nach mehreren Kriegen wieder die Macht über ganz Sagradien sichern. Nach der [[Schlacht von Tantallas]] 938 war Philipp wieder allgemein anerkannt. 939 wurde Philipp im [[Noyarenser Dom]] zum König von Sagradien gesalbt. 942 erließ Philipp mit dem [[Codex Magnus]] ein einheitliches Recht für seinen gesamten Herrschaftsbereich. Im Innern baute Filipe die Infrastruktur aus, setzte die Erbmonarchie in der männlichen Linie durch, um zukünftige Erbteilungen zu verhindern, förderte Kunst, Wissenschaft und Literatur sowie den Bau von Königspfalzen, Klöstern und Kirchen und stärkte die Macht des Königs im Laufe seiner Regierungszeit noch mehr. Nach Außen setzte er die Eroberungskriege seines Vaters fort und zerschlug das Emirat von Duerez, übrig blieb nur das kleine numerische [[Königreich Malesc]]. Zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 969 überließ er seinem Sohn und Nachfolger [[Albreth IV.]] dem Barmherzigen (969-980) eine gesicherte Königsherrschaft. Im 10. Jahrhundert entwickelte sich auch die Region zwischen [[Pin]] und [[Lieno]] zum Zentrum des Reiches. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbau der Zentralmacht und Kämpfe um die Krone ===&lt;br /&gt;
Albreth IV., der sich besonders als Städtegründer (u.a. von [[Semess]]) hervortat, nahm die Grenzkriege seines Vorgängers gegen [[Perutinger]] und [[Golen]] wieder auf und konnte die Bretonen 971 endgültig befrieden. Im Innern aber zeigte er sich nicht in der Lage, die aufstrebende Macht der Herzöge einzudämmern, die nach Albreths Tod auch die Erbthronfolge anfochten. [[Martin II.]] der Gute (980-994), Bruder Albreths, musste nach Kämpfen gegen [[Arrigo von Bordez]] 984 den Reichsherzögen erweiterte Rechte zugestehen, band diese jedoch durch geschickte Heiratspolitik ans Reich. In der [[Bulle von Malesc]] setzte er 992 eine lehensrechtliche Bindung der Untervasallen an den König durch und verminderte dadurch die Chance der Herzöge zu bewaffneten Aufständen gegen die Zentralgewalt. [[Philipp II. der Katholische]] (996-1019) erreichte 999 mit der Eroberung von Malesc den Abschluss der [[Numererkriege]], die später auch als ''sagradische Reconquista'' bezeichnet wurden. Unter seinen Nachfolgern [[Philipp III.]] (1019-1042) und [[Roderich III.]] dem Kurzen (1042-1069) begann der rasche Machtverfall der skantischen Könige im sagradischen Regnum und der Adel wurde zunehmend stärker. Während sich Filipe III. und Rodrigo III. immer wieder mit den Machtansprüchen [[Don Joán]]s, des Bruders Filipes III., (1026-1029 Gegenkönig Filipes, 1042-1048 Regentschaft für Rodrigo, Ermordung Rodrigos 1069, 1069-1071 Kanzler [[Martin III.|Martins III.]]) auseinandersetzen mussten, wurde dieser 1072 von seinem Neffen, König [[Martin III.]] dem Frommen (1069-1078), hingerichtet. Martin tat sich besonders als Förderer des Klostertums hervor und verbrachte große Zeit in den Klöstern [[Martinez]], [[Meném]] und [[Casterley]] (daher auch der Spitzname „Mönch mit Krone“). Die Regierungsgeschäfte überließ er weitgehend den Erzbischöfen [[António de Martinez]] und [[Carles von Noyar]]. Im [[Edikt von Meném]] von 1075 wurden die letzten Moslems christianisiert oder gewaltsam aus dem Land vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien unter den ersten Diannidenkönigen ===&lt;br /&gt;
Im Kampf um die Nachfolge Martins III. kam es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen, in denen sich [[Johann I. von Cliêce]] (1078-1094), [[Herzog von Alconía]] und Schwager Martins III., mithilfe der Kirche gegen [[Rodrigo I. Herzog von Scantia|Rodrigo I. dem Langen von Scantia]], den mächtigsten der Vasallen, durchsetzen konnte. Der Dualismus zwischen dem neuen Königshaus der [[Dianniden]] und den skantischen Herzögen aus dem Geschlecht der [[Lusoniden]] sollte sich aber noch lange hinziehen. Johann unterstützte zunächst im Investiturstreit Papst Gregor gegen den deutschen Kaiser Heinrich IV. und erneuerte die Schutzverträge mit dem Kirchenstaat, fiel später jedoch selbst in Streit mit dem Reformpapsttum und stand seit 1091 unter Kirchenbann. Herzog [[Martin der Kühne von Scantia]] nutzte dies, um wiederum einen Krieg gegen Johann zu beginnen, in dem Johann 1094 ermordet wurde. Sein Sohn und legitimer Nachfolger [[Johann II.]] der Löwe (1094-1121) musste den Krieg gegen Martin den Kühnen von Scantia fortführen. Nach Johanns Sieg 1095 wurde Martin festgenommen. Johann II. nahm 1096-1099 auf dem Ersten Kreuzzug teil und versöhnte sich dadurch wieder mit Rom. Martin von Scantia aber nutzte die Gelegenheit, um sich zu befreien und die Herrschaft an sich zu reißen. Als Johann 1100 zurückkehrte, kam es zur zwischenzeitlichen Versöhnung zwischen Martin dem Kühnen und König Johann II. Martin kehrte nach Scantia zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des letzten peruzinischen Königs [[Jouan I. von Perucía|Jouan dem Kurzen]], der nur eine Tochter zurückließ, erhob Martin der Kühne für seine dritte Frau [[Berta von Perucía]] Anspruch auf die Krone des nordmicolinischen Reiches. Dafür startete er eigenmächtig einen Feldzug nach Perucía und ließ sich 1101 in [[Alessa]] zum König ausrufen. Mit dem [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|Ersten peruzinischen Erbfolgekrieg]] 1101-1112 begründete Martin der Kühne das mächtige [[Lusonidenreich|lusonidische Reich]] um die Krone Perucías und die Ländereien der skantischen Herzöge in Sagradien. Dennoch half Johanns große Reichsreform von 1102, die Macht der Herzöge einzudämmen. Sein Sohn [[Antonio I.]] der Starke (1121-1132) musste seine Herrschaft gegen keine Gegenkönige mehr sichern und konnte das Diannidenkönigtum behaupten und sichern, führte allerdings mehrere erfolglose Kriege mit Frankreich um die Erweiterung der sagradischen Besitzungen in der Bretagne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lusonidenkriege und Eroberung Golens und Perucías  ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Antonios I., der ohne männlichen Erben blieb, wurde sein Schwiegersohn [[Jakob I.|Jakob von Sacâu]] (Jakob I. der Kühne, 1132-1165) König, der die Kriege gegen die Lusoniden wieder aufnehmen musste. Es gelang ihm aber nicht, die Macht der Skanten zu brechen. Nach dem Tod [[Armont III. von Golen|Armonts III. von Golen]] erhob Jakob als Schwiegervater einer Tochter Armonts Anspruch auf die Krone, ebenso wie der micolinische König, was zum Krieg beider Mächte um Golen führte, in dem Jakob 1165 fiel, den sein Sohn [[Gabriel I. Juvans]] (1165-1198) aber erfolgreich zuende führen konnte und daraufhin als erster König Golen mit Sagradien vereinigte. Gabriel Juvans gelang danach ein Durchbruch im Machtkampf mit den Lusonidenherrschern, die Gabriels Oberherrschaft in Sagradien anerkennen und den Großteil ihrer Besitzungen in Sagradien inklusive des Herzogtums Scantia abtreten mussten. Gabriel, seineszeichens ein großer Förderer von Kunst und Kultur, baute zudem das Kirchensystem aus, stärkte die Königsgewalt und nahm am Dritten Kreuzzug teil. Er gilt als bedeutendster sagradischer König des Hochmittelalters und wurde 1537 heilig gesprochen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gabriel II.]] (1201-1220) führte Krieg gegen den abtrünnigen [[Südbund]] (Liez, Corar, Sur Pinia) und zwang ihn unter die Krone. Unter [[Philipp IV. Hermes]] (1233-1261) endete nach dem Tod [[Martin Posthumus]]’ 1249 die Herrschaft der Lusoniden in Perucía und [[Philipp der Schweigsame]] von Redanior setzte sich mithilfe des sagradischen Königs gegen den unehelichen Sohn Martins, [[Renart von Soria]] durch, der in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 vernichtend geschlagen wurde. Philipp von Redanior wurde König von Perucía und erkannte die Oberherrschaft Sagradiens über sein Territorium an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Spätmittelalter ==&lt;br /&gt;
=== Redanior-Königtum und Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Nach dem frühen Tod König [[Philipp V.|Philipps V. des Klugen]] (1261-1264), der 1263 erstmals die Stände einberief, um seine Nachfolge zu regeln, gelangte mit seinem zwölfjährigen Neffen König [[Martin IV. Felix]] (1264-1289) das [[Haus Redanior]] auf den sagradischen Thron, der 1275 die Herrschaft über Perucía mit der sagradischen Krone vereinte. Seine Nachfolger [[Robert I.]] (1289-1292) und [[Philipp VI.]] der Gerechte (1292-1301) mussten 1290-1313 [[Peruzinische Aufstände|Aufstände der Peruzinischen Stände]] niederschlagen, die sich im [[Bund von Alessa]] gegen die sagradische Herrschaft vereint hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit [[Sergius I.|Serge I.]] von Gerón bestieg das Haus Redanior 1315 in einer jüngeren Linie den micolinischen Thron, während in Sagradien seit 1301 Serges Onkel [[Jakob II.]] (1301-1320) herrschte, der 1301 seinen Neffen [[Martin V.]] den Wahnsinnigen (1301) entmachtet hatte. Als dieser 1320 jedoch starb, wurde Serge I. von Micolinien nächster Anwärter auf den Thron. Gegen den in Micolinien weilenden Monarchen usurpierte in Sagradien jedoch [[Danadier I.]] (1320-1321) von Scola den Thron und ließ sich von den Ständen anerkennen, die eine Union mit Micolinien fürchteten. Als Serge im Jahr 1321 in Sagradien einfiel, um seinen legitimen Thronanspruch durchzusetzen, besiegte und tötete er jedoch Danadier in der [[Schlacht bei Alágua]] und bestieg als Sergius I. (1321-1354, der Große) selbst den Thron. Er vereinte damit als erster König die micolinische und die sagradische Krone unter seiner Herrschaft und beendete die seit Jahrhunderten herrschenden Kriege ([[Pax Sergiana]]). Innenpolitisch gelang es ihm die Macht des Herrschers in beiden Reichsteilen zu stärken und die Doppelmonarchie zu einer wirtschaftlichen und politischen Hochblüte zu bringen. Er führte in beiden Teilreichen zentrale Rechnungshöfe ein, erhöhte die Steuern und zog das Vermögen des mächtigen, 1345 verbotenen [[Fallenserordens]] in Südmicolinien ein. Ihm folgten [[Sergius II.]] (1354-1378) und [[Gabriel IV.]] (1378-1395) nach, welcher 1386/1387 in einem [[Micolinische Revolution|Aufstand]] gegen seine sagrophile Herrschaft die micolinische Krone an [[Charl de Interea]] verlor und ohne Erben blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Bereits vor dem Tod Gabriels kam es zwischen den potenziellen Thronfolgern [[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph I.|José de Óstino]] zum „[[Krieg der Herzöge]]“, aus dem mit micolinischer Unterstützung ([[Vertrag von Nantés]]) José de Óstino als Sieger hervorging, der nach Gabriels Tod 1395 als Joseph III. (1395-1396) den Thron bestieg. Er wurde allerdings bereits 1396 von seinem Gegenkönig Michael I. de Vesaey (1396-1421) bei [[Xenópolis]] besiegt und ins [[Kloster Martiniac]] verbannt, während [[Charl VI. von Micolinien]] in Perucía einfiel und den [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] zwischen Sagradien und Micolinien auslöste. Von der [[Alberenser Union]] als König von Perucía anerkannt, hielt er als Schwager Johanns von Ostino an dessen Königtum fest und bestritt die Legitimität Miguel de Vesaeys. Zwischenzeitig erhob Karl sogar als Schwager des 1398 verstorbenen José selbst Anspruch auf den sagradischen Thron und berief sich auf die Bulle von Servette und die darin festgelegte Unteilbarkeit des Reiches. In dem ein halbes Jahrhundert andauernden Krieg kämpften seit 1398 die unabhängige [[Tulinesische Republik]] sowie zeitweise auch [[Servettinische Lande|Servette]] auf sagradischer Seite, während sich Micolinien mit den Häusern [[Haus Óstino|Ostino]] und [[Haus Esqués|Esqués]] verbündete. In Perucía wurde der Kampf der micolinisch-freundlichen Union mit den Anti-Karlisten in Form eines blutigen Bürgerkriegs ausgefochten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach anfänglichen schweren Niederlagen Sagradiens (Abfall [[Álbero]]s und [[Montana]]s 1409, offener Aufstand in [[Westligre]] 1417, Belagerung [[Gerón]]s 1420) übernahm 1420 der königliche Prinz [[Don António]], zweiter Sohn Miguels I., den Oberbefehl über die sagradischen Heere. Nach dem Tod Miguels I. in der [[Schlacht von Valés]] konnte Don António Siege bei Gerón, [[San Cristo]] und [[Alágua]] feiern und dadurch einen micolinischen Sieg vereiteln. Er starb 1424 an einer Lungenentzündung. König [[Michael II.]] (1421-1457) gelang es mit der Unterstützung tulinesischer Truppen unter [[Luis Filipe von Santori]] und besonders mithilfe der tulinesischen Flotte unter Conte [[David von Santori]], Micolinien empfindliche Niederlagen zuzusetzen. So schlug er in einer sagradischen Offensive seit 1427 das micolinische Heer bei [[Cania]] und konnte 1431 die Stadt [[Bosa]] erfolgreich verteidigen. Nach dem endgültigen Abfall [[Conte]]s im Jahr 1432 konnten beide Seiten keine entscheidenden Siege mehr verbuchen, sodass die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Großmacht Sagradien unter den Santori ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zur Großmacht ===&lt;br /&gt;
Nach dem Friedensschluss zwischen Micolinien und Sagradien im [[Friede von Tesqué|Frieden von Tesqué 1443]], in welchem die endgültige Trennung beider Kronen vorgeschrieben und die Grenzen vereinbart wurden, die in groben Zügen bis heute gültig sind (so genannte ‚[[Medéolinie]]’), hinterließ Miguel II. eine gefestigte Krone, wobei sich der Verlust des ständigen Unruheherds Perucías an Micolinien langfristig als Stärkung der königlichen Macht erwies. Mit dem Tod Miguels II. 1457 starb das [[Haus Vesaey]] aus und die Königskrone fiel an das tulinesische Regentenhaus [[Santori]]. Für den bei Amtsantritt erst acht-jährigen Thronfolger [[Jakob III.]] (1457-1491), Enkel von Miguel I., herrschte bis 1468 sein Vater [[David de Santori]], Herzog von Golen. Danach baute der Kunstliebhaber Santiago die Hausmacht der Santori aus und verknüpfte die Stärke Sagradiens eng mit der der Santori. 1475 eroberte er das abtrünnige Tulis und verleibte die Comitat-Republik dem Königreich ein. In drei [[Servettinische Kriege|Kriegen gegen Micolinien]] (1477-1479, 1492-1497, 1505/06), konnte sich Sagradien das [[Servettinische Lande|Servettinische Erbe]] in Südmicolinien sichern und etablierte so seine Herrschaft auf der micolinischen Halbinsel. Außerdem wurde das seit 1494 micolinisch besetzte [[Golen]] bis 1499 zurückerobert und als sagradisches Kronland verteidigt. Diese Entwicklung des Machtgewinns nahm unter König [[Jakob IV.]] (1491-1502) ihren weiteren Lauf. Thronfolgeauseinandersetzungen innerhalb des Hauses Santori, die 1502 zwischen [[Peter I.]] (1502-1509) und seiner Nichte [[Catarina de Sántori]] zur gewaltsamen Eskalation führten ([[Lilienkriege]]), wurden 1509 mit dem Regierungsantritt [[David I.|Davids I.]] (1509-1543) beigelegt, der zum wichtigsten Monarchen Sagradiens im 16. Jahrhundert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Renaissancekönigtum und Weltmachtpolitik ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Sagradien zur europäischen Großmacht aufgestiegen und das Königshaus Santori verfügte als Resultat geschickter Heiratspolitik über Herrschaftsgebiete in Micolinien, den Niederlanden und in Norditalien. Die Besitzungen in Flandern musste David I. 1519-1524 gegen die Habsburger verteidigen, ebenso wie das portugiesische Erbe, das ihm nach dem Tod Manuels I. 1521 durch die Ehe mit dessen Tochter [[Luísa von Portugal]] zufiel ([[Sagradisch-Portugiesische Union]]). Nach dem Sieg über die Habsburger vereinte David als erster und einziger Monarch die Kronen von Sagradien und Portugal und herrschte über ein Weltreich mit hegemonialem Anspruch in Europa. Zu den portugiesischen Kolonialbesitzungen kamen neue unter sagradischer Flagge eroberte Gebiete in Übersee, vor allem in Afrika und Amerika, die den Entdeckungen der Seefahrer [[Santo Aziz]], [[Nuno Guavo]], [[Selle Inoza]], [[Carles Diaz]] und [[Joán Caballes]] (eigentlich Giovanni Caballi) zu verdanken waren und die teilweise auf dem von tulinesischen Seefahrern bereits im 15. Jahrhundert gegründete Handelsnetz mit Afrika aufbauten. Während in Afrika und Asien vor allem Handelsstützpunkte gegründet wurden, errichtete Sagradien in Nord- und Südamerika als Flächenkolonien die Vizekönigreiche [[Nova Sagradia]] und [[Guiana]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben förderte David Kunst, Kultur, Handel und Wissenschaft. Nachdem bereits Jakob III. italienische Künstler und Gelehrte an seinen Hof geholt hatte, wurde Tulis unter David I. zum Hauptknotenpunkt der westeuropäischen Renaissancekultur, er war Mäzen der beiden großen Künstler [[Don Cabal]] und [[Antonio Volero]] in Tulis. Unter David I. erreichte Sagradien die vielleicht größte politische und kulturelle Blüte seiner Geschichte und das so genannte „[[Goldene Jahrhundert]]“ der sagradischen Geschichte brach an, das bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts andauern sollte und wegweisende Werke der Malerei, Bildhauerei, Architektur und Literatur hervorbringen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Monarchen des Goldenen Jahrhunderts: Von Johanna I. bis Gabriel V. ===&lt;br /&gt;
Der Tod Davids I. 1543 führte zur Teilung des Weltreichs zwischen Davids Tochter [[Johanna I.]] (1543-1575) und ihrem Mann [[Michael III.]] (1543-1552) von Valier einerseits und Davids Bruder [[Johann III. von Portugal|Johann dem Frommen]] andererseits. Johanna und Michael erhielten das Königreich Sagradien, das Comitat Tulis und die Servettinischen Lande, Johann erbte Portugal und das zugehörige Kolonialreich. Die Santori teilten sich damit wieder in zwei Familienzweige. Unter Johanna I. wurde das mittelsagradische [[Semess]] zur dauerhaften Königsresidenz und zur Hauptstadt des Landes ausgebaut. Der 1552 in Tulis ausgebrochene [[Josephitenaufstand]] gegen die Union mit Sagradien wurde 1556 endgültig niedergeschlagen. Das Aussterben der portugiesischen Linie des Hauses im Jahr 1578 führte 1580 schließlich zum [[Portugiesischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem die Santori Portugal an die spanischen Habsburger verloren. Dennoch konnte Sagradien seine Hegemonie über die Konsettenhalbinsel aufrechterhalten. Das Kolonialreich in Übersee wurde überdies weiter ausgebaut und erreichte im frühen 17. Jahrhundert eine Blütephase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reformation führte nur in Teilen Sagradiens, vornehmlich im Nordosten zu Resonanz und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einer Reihe von religiösen Konflikten. Nachdem Königin Johanna und - unter dem Einfluss seiner protestantisch erzogenen Frau [[Luise von Bourbon]] - ihr Sohn und Nachfolger [[Philipp VII. Jakob]] (1575-1591) eine auf religiöse Toleranz zielende Politik betrieben und damit starke Konflikte mit der ultrakatholischen Partei provoziert hatten, setzte der seit den 1580er Jahren amtierende leitende Minister [[Joán María de Belavís]] die Gegenreformation in Sagradien zu einem Erfolg. König [[Gabriel V.]] (1591-1640), der einen prächtigen Hof hielt und als großer Förderer der Künste galt, setzte nach dem Tode Belavis’ 1602 dessen Zentralisierungs- und Machtpolitik im Inneren fort und restaurierte zudem durch geschickte Haushalts- und Wirtschaftspolitik (Ansätze eines merkantilistischen Wirtschaftssystems) die durch königliche Repräsentation und die Protestantenverfolgungen angeschlagenen Staatsfinanzen. Im [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg]] 1620-1624 gegen den Nachbarn [[Micolinien]] erreichte Sagradien eine Bestätigung seiner Besitztümer auf der micolinischen Halbinsel. Mit Gabriels Tod 1640 endete in Sagradien das „[[Sêcolo d’Oro]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Krise der Großmacht ===&lt;br /&gt;
Die elfjährige Regierungszeit [[Gabriel VI.|Gabriels VI.]] (1640-1651), die von Hofintrigen und Fremdeinflüssen geprägt war (u.a. durch seine Tante [[Maria Anna von Sagradien]], die Regentin Micoliniens, später von verschiedenen Mätressen wie [[Antonia de Casterley]] oder [[Francisca de Simónez]]) gilt als Wendepunkt in der sagradischen Geschichte. Sagradiens unglückliche Intervention im Dreißigjährigen Krieg und der für Sagradien enttäuschende Westfälische Frieden von 1648, markieren den relativen Abstieg und den Anfang vom Ende der sagradischen Großmachtstellung in Europa. Es folgten wechselnde außenpolitische Erfolge und Misserfolge. Zwar konnte der Besitz Golens im [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Krieg]] von 1657-1669 gegen Micolinien gesichert werden, die Unterstützung Ludwigs XIV. bei dessen Krieg gegen Holland und der zeitgleich geführte [[Spanisch-Sagradischer Seekrieg|Spanisch-Sagradische Seekrieg]] führten zu einer Schwächung Sagradiens und zu einem Verlust mehrerer Kolonien in Übersee. Auch die Beteiligung am Pfälzischen Erbfolgekrieg, in dem Sagradien nun gegen Ludwig XIV. kämpfte, brachte nicht die erwünschten Erfolge, welche die Großmachtstellung Sagradiens wiederhergestellt hätten. Innenpolitisch vermochte es [[Gabriel VII.]] (1654-1698) jedoch mit Hilfe seines Ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] die Macht des Königs zu stärken, auch wenn er den Einfluss der Stände nicht gänzlich zurückdrängen konnte. Obgleich die Macht der sagradischen Krone im Innern unter Gabriel VII. nochmals einen Höhepunkt erlebte, legte v.a. die ausschweifende Repräsentationspolitik und die kostspielige Hofhaltung des Königs im neu erbauten Schloss Bernabêu, die nach dem Ableben jenes besonnenen Staatsmannes und Kardinals keinerlei Eindämmung mehr fand, die Grundsteine für den Staatsbankrott und die sich daraus ergebende Krise des frühen 18. Jahrhunderts. Auch barg das gesteigerte Machstreben der Santori-Valier-Dynastie des späten 17. Jahrhunderts den Grundstein für die harten Auseinandersetzungen mit den Ständen um die Rolle von Krone, Adel und Stände im sagradischen Gemeinwesen, die unter seinen Nachfolgern zum Krieg führen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im 18. Jahrhundert: Bürgerkrieg und Ständemacht ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstände und Bürgerkrieg ===&lt;br /&gt;
Trotz des offensichtlichen Geldmangels und der zerrütteten Haushaltslage verstärkte der absolutistisch gesinnte König [[Danadier II.]] (1698-1721), spöttisch der ‚Schattenkönig’ genannt in Anlehnung an sein großes Vorbild Ludwig XIV. von Frankreich, die höfische Repräsentation noch mehr und provozierte die Gegnerschaft sowohl des aus zahlreichen Machtpositionen gedrängten Adels als auch des Volkes. Er versuchte, die aufkeimende Opposition im Hochadel durch eine autokratische Führung zu unterdrücken. Seit 1701 unterstützte der König zudem gegen den Willen der Stände Frankreich im Spanischen Erbfolgekrieg und belastete dadurch die Finanzen noch mehr. Die finanziellen und sozialen Missstände führten seit 1708 zu einer ernsten politischen Krise und zu zwei größeren Aufständen ([[Aufstand von 1708|1708]] und [[Aufstand von 1711|1711]]), die blutig niedergeschlagen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auflösung der [[Generalstände|Ständeversammlung]], die dem König weitere Kriegskredite verweigert hatte, sowie die für Sagradien problematischen Friedensschlüsse von Cresq 1712 und von Utrecht 1713, in denen die Santori-Monarchie [[Feiroa]] und einige Festungen in [[Lukien]] an Micolinien und die Hafenstadt [[La Cripón]] sowie die Insel [[Cereza]] an Großbritannien abtreten musste, führten schließlich 1713 zum Ausbruch des [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkriegs]] (Sagradischer Koalitionskrieg), in dem eine ständische Adelskoalition ([[Coalicionarioes]]) unter Führung der Herzöge von [[Sesín]] und [[Alconía]] gegen die königlichen Truppen und die kronloyalen Adelshäuser ([[Reales]]) kämpfte. Die Gefangennahme Danadiers II. 1718 und der Übergang zu einer gemeinsamen Regierung aus Ständen und König unter dem Regime der [[Codices Magna Libertatum]] führten nur zu einem vorläufigen Ende der Kampfhandlungen, diese wurden vielmehr 1719-21 in Form von royalistischen Aufständen fortgeführt. Außerdem suchte Micolinien im [[Sagro-Micolinischer Krieg 1718-20|Krieg von 1718-20]] Südkont, Westligrien und Lukien einzunehmen. Der [[Friede von Guillard]] 1720 beendete schließlich die Kampfhandlungen und bedeutete den Verlust großer Teile Südkonts an Micolinien, während der Großteil Lukiens jedoch gehalten werden konnte. Die soziale Notlage und die ständigen Unruhen führten zu einer hohen Verunsicherung der Bevölkerung sowie zu einer Radikalisierung der Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Interregnum und Erste Republik ===&lt;br /&gt;
Infolge royalistischer Aufstände und Umsturzversuche floh König Danadier II. im Februar 1721, übergab seine Thronrechte an seinen Bruder [[Philipp Karl von Viça]] und wurde schließlich durch die Generalstände im [[Generalakt vom 20. Februar 1721]] für abgesetzt erklärt. Die folgende absolute Ständeherrschaft wirkte als Katalysator der Parteikämpfe und der Unzufriedenheit in den niederen Schichten. Die [[Erstürmung des Plazarenya-Palasts|Sturm auf den Plazarenya]] am 23. Mai 1721 gab schließlich das Signal für den radikalen [[Maiaufstand 1721]], in dessen Folge der niederadlige [[Simón Bernord]] die [[Erste Sagradische Republik]] ausrief und an der Spitze eines regierenden [[Rat der Sieben|Rates der Sieben]] die Macht in der Haupstadt sowie im Umland von Semess übernahm. Im Juni 1721 kam es einigen Großstädten zur Gründung von radikalen bürgerlichen Tochterräten, im Juli folgte der Ausbruch eines großen [[Bauernaufstand 1721|Bauernaufstandes]], der den ganzen Süden des Landes in Anarchie versetzte. Erst im Herbst 1721 konnte ein gemeinsames Heer aus Royalisten und ständischen Koalitionstruppen die Hauptstadt einnehmen und die Herrschaft Bernords beenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erneut zusammengetretenen Generalstände beriefen mit dem [[Generalrat (1722)|Generalrat]] ein vorläufiges Regierungskomitee. Der Rat stellte neue verfassungsähnliche Gesetze auf, die das Land wieder dezentralisieren und den Einfluss der Cortes vermehren sollten. Im Herbst 1722 stellte Peters jüngerer Bruder [[Philipp Karl von Viça]], der sich selbst als legitimen König sah, in Frankreich ein Heer zusammen, fiel in der [[Bretagne]] ein und konnte bis nach [[Lojandía]] vordringen. Die Cortes machten sich indes daran, einen neuen König zu erwählen. Es kam zu hitzigen Diskussionen um Erbansprüche und Legitimität. Schließlich fanden Anhänger eines starken Parlaments und einer Wahlmonarchie und Legitimisten einen Kompromiss. Danadiers Bruder Filipe Carles wurde von der Thronfolge ausgeschlossen und der Übergang der Herrschaftsrechte an die Töchter Danadiers II. festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Königtum Marias I. und Johanns III. ===&lt;br /&gt;
In der Folge wurde [[Maria I. Luise|María Luísa de Sántori]] als Maria I. (1723-1735) zur Königin erhoben. Nach ihrer Hochzeit mit Prinz [[Johann III. Franz]] [[Fürst von Cuentez|von Cuentez]] (1723-1749), aus einer Seitenlinie der Sántori, bestieg das Paar 1723 gemeinsam den Thron und schor seine Treue auf die [[Codices Magna]], die zum neuen Grundgesetz der Monarchie werden sollten. Damit hatte Sagradien nach zweijährigem Interregnum wieder ein Monarchenpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen. Joán Francisco und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie, wobei im Laufe der Regentschaft die Macht des Königs gegenüber der der Stände wieder zunehmend ausgebaut werden konnte. Außenpolitisch lehnten sich Johann und Maria enger an England an. Unter ihrer Regentschaft blühten v.a. die Kultur und Philosophie der Aufklärung, die von Frankreich und England nach Sagradien gebracht worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Marias I. 1735 regierte Johann III. unter Zustimmung der Stände alleine weiter. Der [[Akt von Vierna]] erklärte schließlich die Königswürden von Sagradien und Cuentez für unteilbar. Nach dem Eintritt Sagradiens in den Österreichischen Erbfolgekrieg kam es zum offenen Krieg mit Frankreich, das sich auf Kosten Sagradiens Gebietsgewinne erhofft. Diese Hoffnungen blieben freilich unerfüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradischer Erbfolgekrieg und Beginn der Vienne-Dynastie in Sagradien ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Johanns III. 1749 wurde sein minderjähriger Sohn [[David II.]] (1749-1754) König, starb aber bereits mit neun Jahren. Mit dem Aussterben der Sántori in der männlichen Linie, geriet das Land in eine ernste Nachfolgekrise. Die Regierung seiner Schwester [[Maria II. Franziska]] (1754-1757) und ihres Mannes [[Anton II.|António Ramón de Piacón]] führte zum [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]] (1756-1760) gegen den Kandidaten Frankreichs [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]], der schließlich seit 1757 als [[Gabriel VIII.]] (1757-1792) regierte und die Dynastie der [[Haus Vienne|Vienne-Könige]] begründete. Mit dem [[Friede von Alagua]] 1760 endete die Großmachtstellung Sagradiens endgültig und Sagradien verlor nicht nur die Servettinischen Lande, sondern auch die Grafschaft Plato mit ganz Lukien an Micolinien.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Von seinem leitenden Minister, Graf [[Armand de Calogny]] (1759-1765), unterstützt, machte sich Gabriel zum Ziel, die Herrschaft der Krone wieder zu stärken und die Macht der Stände in ihre vorrepublikanischen Schranken zu verweisen. Nachdem er noch bei Antritt seiner Regentschaft die Codices Magna bestätigt hatte, setzte er sie 1765 in der [[Lex Generalis]] teilweise wieder außer Kraft und dämmte damit die Macht der Generalstände deutlich ein. Außenpolitisch kehrte der Monarch dem Anglismus Lukanischer Prägung den Rücken und lehnte sich wieder mehr an das absolutistische Frankreich an. Als erster europäischer Staat erkannte Sagradien unter Gabriel VIII. die Unabhängigkeit der 13 Kolonien Neuenglands an und unterstützte diese seit 1779 an der Seite Frankreichs im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Unter Gabriels Sohn und Nachfolger [[Joseph Ludwig I.]] (1792-1797) und seinem Ersten Minister [[Frederic de Calzac]] beteiligte sich Sagradien seit 1792 an den Koalitionskriegen gegen das republikanische Frankreich. In den Kriegen ging die [[Bretagne|Westbretagne]] sowie der Nordteil [[Amoria]]s, wo zuvor die [[Amorische Republik]] ausgerufen worden war, an Frankreich verloren, das die neuen Departements der Republik anschloss. Die kurzlebige [[Ligrische Republik]] am Unterlauf des Ligre konnte dagegen niedergeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im 19. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Napoleonische Fremdherrschaft, Befreiungskrieg und Novemberrevolution ===&lt;br /&gt;
Nach der kurzen Regierungzeit Joseph Ludwigs folgte ihm 1797 sein erst siebenjähriger Enkel [[Gabriel IX.]] als König nach, für den sein Onkel [[Joseph Ludwig II.|Karl Joseph Ludwig von Alconía]] die Regentschaft ausübte. Nach verlorenem Krieg gegen das napoleonische Frankreich zwang der Kaiser der Franzosen im Herbst 1805 den Regenten zur Abdankung. Unter Gabriels Mutter Marie Luise von Parma wurden in der Folge liberale Reformen durchgeführt, jedoch war Sagradien politisch von Napoléon abhängig, der weiterhin Besatzungstruppen in Sagradien hielt. Gabriel IX., seit 1808 selbst regierend, lehnte sich noch stärker an Frankreich an, ließ eine Verfassung ausarbeiten und heiratete 1810 Napoleons Nichte [[Julie Bonaparte]]. Seine unpopuläre Herrschaft endete 1812 in seiner Ermordung, woraufhin es zum [[Winterkrieg 1812/13]] zwischen französischen und anti-französischen Truppen kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aus Micolinien dirigierte Widerstand erhielt rasch Zulauf und ein sagradisch-micolinisch-britisches Heer siegte im 1813 in [[Colón]] gegen Napoléon. Königin Julie musste schließlich zusammen mit den napoleonischen Truppen das Land verlassen, der frühere Regent kehrte nach Sagradien zurück und bestieg als [[Joseph Ludwig II.]] den sagradischen Thron. Dieser erkannte die von den [[Cortes von Diegue]] ausgearbeitete liberale [[Verfassung von 1812]] nicht an und machte sich an eine absolutistisch gesinnte Restauration des Königtums der vornapoleonischen Ära ([[Cuartênio Absoluta]]). Als Folge daraus formierte sich ein neuerlicher Widerstand im sagradischen Adel und im Bürgertum und es kam zur liberalen [[Novemberrevolution 1817]], in deren Folge José Luis II. die liberale [[Novemberverfassung]] erlassen musste, die sich weitgehend am Entwurf der Cortes orientierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Restauration und Revolution ===&lt;br /&gt;
Auf dem Wiener Kongress musste Sagradien auf die gesamten Gebiete auf der [[Micolinische Halbinsel|micolinischen Halbinsel]] sowie auf den größten Teil Golens verzichten. Damit endete die seit Gründung der sagradischen Königreiche im Frühmittelalter anhaltende sagradische Präsenz jenseits der [[Konsetten]]. 1817 besetzte Golen zudem die noch bei Sagradien verbliebenen Gebiete, woraufhin König [[Joseph Ludwig II.]] in zwei großen Golenkriegen ([[Erster Golenkrieg (1819-1825)|1819-1825]] u. [[Zweiter Golenkrieg (1827-1829)|1827-1829]]) versuchte, die verlorenen Gebiete in Golen und Micolinien zurückzuerobern. Im [[Frieden von Diegue 1829]] musste Sagradien schließlich einer Teilung Golens zustimmen. Innenpolitisch versuchte Joseph Ludwig den Ausgleich zwischen den zerstrittenen ultrakonservativen und liberalen Kräften zu erreichen, begann seit Mitte der Zwanziger Jahre aber unter Druck der ultraroyalistischen Kräfte, die Novemberverfassung von 1817 und die Rechte des Parlamentes kontinuierlich einzuschränken. Nach seinem Tod 1829 wurde sein Bruder [[Emil I. Johann]] von Viena (1829-1849) König. Emilio – überzeugter Parteigänger der ultrakonservativen Partei - regierte reaktionär und antiliberal und restaurierte die absolutistische Monarchie, indem er die von seinem Vorgänger oktroyierte Verfassung im Jahr 1832 außer Kraft setzte und fortan ohne konstitutionelle Einschränkungen herrschte ([[Emilianische Restauration]]). Die Folgen der Wirtschaftskrise der Jahre 1846/1847, in der zahlreiche Bauern und Arbeiter an den Rand des Existenzverlustes gerieten, und die strikte Weigerung des Königs zu sozialen und politischen Reformen führten im April 1848 zu einer Reihe heftiger von Arbeitern und Bürgern getragener Aufstände ([[Aprilrevolution]]) gegen die restaurative Politik des Königs und seines reaktionären Kronkanzlers, des [[Fernando Conte de Lesta|Grafen von Lesta]]. Als die Lage im Jahr 1849 erneut eskalierte, dankte Emilio Joán ab und übergab die Regentschaft an seinen Sohn [[Lucién I.]] (1849-1871), der die die &amp;quot;[[Decada del Terror]]&amp;quot; beendete, die liberale Novemberverfassung von 1817 mit Gewaltenteilung und Zensuswahlrecht wiedereinführte und die Situation dadurch beruhigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;quot;Era Liberal&amp;quot; und Montevilismus ===&lt;br /&gt;
Infolge der Aprilrevolution und nach dem überragenden Wahlerfolg der liberalen [[Konstitutionalisten]] bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1855|Wahlen 1855]] setzte König Lucién den liberalkonservativen Realpolitiker [[Jacquel de Montevil]] (1855-1857 u. 1861-1873) als Kronkanzler ein, nahm ab 1862 aus Krankheitsgründen fast gar nicht mehr aktiv an den Staatsgeschäften teil und stand seit 1867 unter der Regentschaft seines jüngeren Bruders Prinz [[Philipp Emilian]]. Unter der Regierung Montevil festigte sich Sagradiens konstitutionelle Monarchie und es begann die so genannte „[[Era Liberal|Liberale Ära]]“, auch „Epoche des Montivilismus“ genannt. Außenpolitisch vertrat der Regierungschef einen konservativen Kurs, der auf der internationalen Isolierung Frankreichs beruhte und im gewonnenen [[Sagro-Französischer Krieg|Sagro-Französischen Krieg]] (1860/61) seinen Ausdruck fand. Die Konfrontation mit Napoleon III. wurde durch Anlehnung an England und Micolinien ausgeglichen. Innenpolitisch konnte Montevil zahlreiche liberale Reformen durchsetzen. Er revolutionierte das Heereswesen sowie das Bildungssystem, führte neue Steuergesetze ein, etablierte erste Ansätze eines Sozialversicherungssystems und oktroyierte 1870 eine [[Montevilitische Verfassung von 1870|neue liberale Verfassung]] mit umfassendem Grundrechtekatalog und halbparlamentarischem Regierungssystem. Im Parlament stützte er sich auf die Mehrheit der konservativ-liberalen Konstitutionalisten und arbeitete zeitweise mit den linksliberalen [[Aprilisten]] (in der [[Unión Costitucionalista]]), aber auch mit konservativen Kräften zusammen. Nach dem Tod Luciéns im Jahr 1871 geriet Montevil immer mehr in Gegensatz zum neuen reaktionär eingestellten König [[Richard III.]] (1871-1891), der von Beginn an versuchte, die Reformen Montevils zu revidieren. Als 1873 eine Reihe von Verfassungsergänzungen, die Montevil vornehmen wollte und die einer weiteren Beschneidung der königlichen Befugnisse gleichkam, im Abgeordnetenhaus abgelehnt wurden und Montevil damit de facto seine parlamentarische Mehrheit verloren hatte, trat er nach 22 Jahren als führender Mann im Staat von seinem Amt als Kronkanzler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Monarchie zur Republik ===  &lt;br /&gt;
Nach dem Rücktritt seines schärfsten politischen Widersachers setzte König Ricardes seine antiparlamentarisch-revisionistische Politik fort und versuchte immer mehr, das neue Staatssystem durch seinen autoritär-reaktionären Regierungsstil auszuhöhlen. Damit folgte auf die liberale Ära des Montevilismus die autoritäre Ära des monarchischen Revisionismus ([[Era Ricardiana]]). Zwar hielt sich der König weitestgehend an die Verfassung, schwächte diese aber, indem er immer wieder sein verfassungsmäßiges Vetorecht in wichtigen Reformgesetzesvorhaben der nur teilweise parlamentarisch legitimierten Regierungen einlegte oder diese kurzerhand aus ihren Ämtern entließ. Nachdem er sich lange auf wechselnde Mehrheiten im Parlament stützen konnte, geriet er seit der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1884|Wahl 1884]] und der [[Verfassungskrise 1887/88]] zunehmend in Gegensatz zur Mehrheit im Abgeordnetenhaus und versuchte dessen Macht zu brechen. Besonders energisch verfolgte der Monarch eine auf Machtgewinn ausgerichtete Kolonialpolitik und führte das [[Sagradisches Kolonialreich|sagradische Kolonialreich]] zu einem Höhepunkt. Der 1884 erworbenen Kolonie [[Sagradisch-Somaliland]] (heute teil Somalias) folgten 1887 [[Ríu Ogué]] (das heutige [[Oguana]]) und 1889 [[Sagradisch-Westafrika]] (Benin). Wirtschaftspolitisch sollten neue protektionistische Maßnahmen die einheimische Wirtschaft stärken. Gegen die aufstrebende Arbeiterbewegung wurde das Versammlungsrecht beschnitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl durch das Zensuswahlrecht und praktische Benachteiligungen weitgehend aus dem Parlament verdrängt, wuchs in den Achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts die radikale [[Republikanische Partei]] [[Santo Cripón de la Moya]]s und [[Luis Cavaller]]s zur wichtigsten Gegenkraft des monarchischen Autoritarismus voran, zumal sich die gemäßigt-liberalen Konstitutionalisten als unfähig erwiesen hatten, dem königlichen Revisionismus Einhalt zu gebieten. Der Versuch des Königs und seines leitenden Ministers, des [[Gustavo Conte de Montxerent|Grafen von Montxerent]], die Macht des Parlament vollends zu beschneiden, mündete 1891 in die so genannte [[Januarrevolution]], als Handwerker und Arbeiter gegen die vom König erzwungene Schließung von Nationalwerkstätten und Kürzung der Sozialleistungen auf die Barrikaden gingen. Mitgetragen wurden die Aufstände vom Bürgertum und teilweise sogar vom Adel, der eine Revolution als letzten Ausweg aus der politischen Bedeutungslosigkeit sah. Nach der Abdankung König Ricardes’ rief der Republikaner [[Luis Cavaller]] am 27. Januar 1891 die Republik aus und die Republikanische Partei übernahm die politische Führung in der Phase des Umbruchs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien in der Ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ==&lt;br /&gt;
Hauptartikel: [[Zweite Sagradische Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anfänge der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Nach [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1891|Wahlen zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung]], in der die Republikaner in einem Erdrutschsieg die Mehrheit errangen, war der Weg für eine republikanische Verfassung geebnet. Luis Cavaller führte eine neue republikanische Allianz der linksliberalen Radikalen mit einem Teil der reformfreudigen bürgerlichen Elien an und wurde an die Spitze einer provisorischen Regierung gewählt, des so genannten [[Volksrat]]s (Cosiliu del Pôpolo), dessen schwerste Aufgabe es in den kommenden Monaten sein sollte, die sozialrevolutionären Aufstände des [[Semestiner Revolutionsrat]]es gegen die sich abzeichnende bürgerliche Republik niederzuschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 14. November 1891 trat die von einer konstituierenden Nationalversammlung unter Führung des Republikaners Luis Cavaller ausgearbeitete [[Verfassung der Zweiten Republik|parlamentarisch-republikanische Verfassung]] in Kraft. Diese sah eine starke Stellung des von der Nationalversammlung gewählten Staatspräsidenten sowie ein Zweikammersystem mit [[Abgeordnetenkammer]] und Senat ([[Rat der Republik]]) sowie erstmals einem allgemeinen Mehrheitswahlrecht für Männer vor. Cavaller wurde Staatspräsident und sein Parteifreund [[José Delacrûce]] erster Ministerpräsident der Republik. Doch wenig später zerfiel die Republikanische Partei in ihre konkurrierenden „Correntes“. Stärkste Kraft wurden bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1895|Wahlen 1895]] die gemäßigt-republikanischen [[Moderatas]], während die [[Partido Radical|Radicales]] in die Opposition gingen. Ein letztlich gescheiterter antirepublikanischer [[Putsch von 1898|Putschversuch im Jahr 1898]] führte rasch zu einer Wiederannäherung der republikanischen Linken, die sich daran machten, die Republik durch Reformen abzusichern. Nach dem Sieg der Radikalen bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1899|Wahlen 1899]] führte die streng laizistische Politik der liberal-radikalen [[Kabinett Salgado I|Koalitionsregierung Salgado]] zu einem Erstarken und Zusammenrücken der politischen Rechten und zu einer Allianz der rechten katholischen Monarchisten mit den gemäßigten, eher konservativen Republikanern, die sich gegen den radikalen Laizismus der Linken aussprachen und die Polarisierung im „[[Schulkrieg]]“ nutzen konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Phase der Rechtskoalition ===&lt;br /&gt;
Die neue Republik setzte in der Außenpolitik weitgehend auf eine Fortsetzung der imperialistischen Kolonialpolitik der alten Monarchie, wenn diese auch innerhalb der Radikalen Partei zunehmend kritisch betrachtet wurde. Im Innern setzte die radikal-liberale Regierung Salgado auf die klare Trennung von Staat und Kirche, verbot die Konfessionsschulen und schaffte den Religionsunterricht ab. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Wahlen 1903]] kam es zu einem deutlichen Sieg der als „[[Koalition der Moral]]“ vereinigten Rechten, in der jetzt die konservativen Republikaner unter Führung von [[Miguel Fernando Luisanto]] Regierungsverantwortung übernahmen. Erstmals stützten nun auch Monarchisten eine republikanischen Regierung, die der Republik mehr als ablehnend gegenüberstanden, eine Rückkehr zur Monarchie aber gegen die rechten Republikaner nicht durchsetzen konnten. Vornehmliches Ziel der Rechtskoalition war es, die Reformen der Linken rückgängig zu machen. Die Konfessionsschulen wurden wiedereingeführt, die Klöster gestärkt und der Einfluss der katholischen Kirche enorm ausgebaut. Außenpolitisch wurde eine Politik der nationalen Stärke gefahren, in der sich Sagradien zunehmend isolierte. 1905 wurde der unabhängige Ex-General [[Joán Cardinal]] zum Präsidenten der Republik gewählt. Damit saß ein äußerst konservativer Vertreter der alten Eliten im Präsidentenpalast, der der neuen parlamentarischen Republik eher reserviert gegenüberstand, eine Rückkehr zur Monarchie durch einen Staatsstreich aber ebenso ablehnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Phase der wechselnden Bündnisse ===&lt;br /&gt;
Nach dem erneuten Sieg der Rechten [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1907|im Jahr 1907]] kam es zu zunehmenden Spannungen im Rechtsbündnis, das im März 1909 schließlich ganz zerfiel. Präsident Cardinal löste daraufhin das Parlament auf in der Hoffnung, eine gestärkte Basis für eine neuerliche konservative Regierung zu erhalten. Zunächst wurde eine republikanische Übergangsregierung unter radikaler Führung gebildet, die von Präsident Cardinal jedoch nur ein Mandat bis zu den Neuwahlen erhielt, aus denen zum Unmut Cardinals die Linke als Sieger hervorging. Der Radikaldemokrat [[Cristoval Sánchez]] bildete nun eine radikal-liberale Minderheitsregierung, die sich auf die Unterstützung von Teilen der [[Partido Socialista|sozialistischen Linken]] zu stützen versuchte und die Reformen der Jahrhundertwende zu erneuern suchte. Es kam zu einem zeitweiligen Machtkampf zwischen parlamentarischer Linkskoalition und dem konservativen Präsidenten, der mehrmals sein Veto gegen laizistische und soziale Reformen der Regierung Sánchez einlegte. Im Jahr 1912 nutzte Cardinal die Spannung in der Linkskoaliton und ersetzte die Regierung Sánchez durch ein rechtes Minderheitskabinett unter [[Joán Valderrán]]. Auch nach den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1913|Parlamentswahlen 1913]] wurde dieses fragile Bündnis zunächst fortgesetzt, doch setzte ihm der plötzliche Tod Cardinals 1914 ein Ende. Um die Präsidentschaft des Monarchisten [[Stefano Perón]] zu verhindern, der von der äußeren Rechten aufgestellt worden war, unterstützten die Liberalen nun doch wieder einen Kandidaten der Linken und wählten in der Nationalversammlung schließlich den Radikaldemokraten Cristoval Sánchez zum neuen Präsidenten der Republik. Bis zum Jahr 1917 amtierten nun Ausgleichs-Regierungen der Mitte aus Radikalen, Liberalen und Zentristen. Vornehmliches außenpolitisches Charakteristikum dieses Bündnisses war die strikte Neutralitätspolitik im Ersten Weltkrieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom &amp;quot;Bloco de Sinistra&amp;quot; zur Weltwirtschaftskrise ===&lt;br /&gt;
Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1917|Parlamentswahlen 1917]], erstmals nach dem Prinzip der Verhältniswahl durchgeführt, brachten einen deutlichen Sieg der Linken, in der sich nun erstmals die bürgerlichen Parteien bereit erklärten, ein formelles Regierungsbündnis mit den Sozialisten zu schließen, die in der Regierung des [[Bloco de Sinistra|Linksblocks]] erstmals gouvernementale Verantwortung übernahmen. Die Regierung griff letztmals das alte Projekt der Linken auf, den kirchlichen Einfluss im Staat auf ein Minimum zu reduzieren, und verabschiedete ein umfangreiches Laizismus-Gesetz, konzentrierte sich vornehmlich aber auf soziale Reformen. Auch die Einführung des Frauenwahlrechts gilt als Leistung der Linksregierung, die seit 1920 zunehmend Auflösungserscheinungen aufwies, was auch mit der Gründung der [[PCS|Kommunistischen Partei]] zusammenhing. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1921|Parlamentswahlen 1921]] verlor der linke Block seine parlamentarische Mehrheit, es wurde nun eine große Mitte-Links-Koalition unter [[António Diaz]] gebildet. Nachdem Präsident Sánchez auf eine zweite Amtszeit verzichtet hatte, wurde sein Parteifreund [[Carles Simón López]] zum Nachfolger gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem im Mai 1924 mit [[António Sarabal]] erstmals ein Sozialist Regierungschef geworden war, kam es bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925|Parlamentswahlen 1925]] zu einem politischen Patt. Präsident López trat nach heftigen politischen Auseinandersetzungen zurück und machte den Weg für den rechtskonservativen [[Domênco Scalfín]] frei, der sich nun gegen den Sozialisten [[Joán Bertón]] durchsetzen konnte und neuer Präsident der Republik wurde. Die Pattsituation im Parlament veranlasste ihn, das Parlament im Sommer 1926 aufzulösen und [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1926|Neuwahlen]] auszuschreiben. Sieger wurde die politische Rechte, in der nun die katholisch-konservative [[Volksunion]] von [[Gaitán Alemà Sobrantes]] zur stärksten Kraft wurde. Fortan amtierten zahlreiche verschiedene Regierungen, die sich zwar in keinem Fall länger als zwei Jahre halten konnten, sich aber kontinuierlich auf eine Zusammenarbeit der zunehmend antidemokratisch erscheinenden Rechten mit den liberalen Kräften der Mitte stützten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Krise der Dreißiger Jahre: Alemà-Regime und Volksfrontregierung ===&lt;br /&gt;
Nach Jahren der wirtschaftlichen Stabilität, welche ein Reformdefizit verschleierte, stürzte die Weltwirtschaftskrise von 1929 auch Sagradien in eine tiefe Erschütterung, die ihren Ausdruck in bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen linken und rechten Kampftruppen sowie separatistischen Aufständen in Golen und der Westbretagne fand. In dieser Situation der Instabilität stellte der nationalkonservative Staatspräsident [[Gaitán Alemà]] (1932-1934) den Versuch an, ein autoritäres Präsidialregime unter seiner Führung zu errichten, schaltete zunehmend das Parlament aus und versuchte unter Verhängung des Ausnahmezustands ohne Parlament und mithilfe eines Präsidialkabinetts und Dekreten zu regieren, wurde aber im Oktober 1934 durch einen kommunistischen Attentäter ermordet. Der Versuch der [[Faschistenaufstand 1934|Faschisten]], die Macht zu übernehmen, wurde von republiktreuen Militärs vereitelt. Deren Führer [[Alfonso Cabarel]] wurde Regierungschef, der parteilose Senatspräsident [[Luciano Capón]] wurde Präsident. Capón hatte bereits in den Zwanziger Jahren als Außenminister in mehreren Regierungen die sagradische Politik maßgeblich beeinflusst. Nach dem Auseinanderbrechen der [[Militärregierung Cabarel]] setzte Capón eine Zivilregierung unter dem parteilosen Finanzfachmann [[Sergio Dini]] ein, dem Cabarel als Kriegsminister angehörte. Die neue Regierung wurde im Dezember von Putschversuchen des rechten Militärflügels ([[Vicentis-Mairas-Putsch]]) erschüttert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge separatistischer Aufstände in Golen kam es 1935/36 zu starken Spannungen zwischen Sagradien und dem autoritär-faschistisch regierten [[Micolinien]] ([[Golenkrise]], in deren Verlauf micolinische Truppen zeitweise sagradische Gebiete an der sagradisch-micolinischen Grenze besetzten und einen offiziell bis 1955 anhaltenden Grenzkonflikt auslösten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935|Parlamentswahlen 1935]] ging eine neu formierte linke [[Volksfront]] aus Kommunisten, Sozialisten und Radikaldemokraten als Sieger hervor, die den Sozialistenführer [[Santiago Laval]] zum Staatsoberhaupt wählte. Die erste Volksfrontregierung mit kommunistischer und bürgerlicher Beteiligung wurde gebildet, die zahlreiche Sozial- und Wirtschaftsreformen einleitete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Februarputsch, Sagrofaschistische Diktatur und Zweiter Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Hauptartikel: [[Estado Sagradês]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der politische Wiederstand gegen die Volksfrontregierung führte im Jahr 1936 zu bürgerkriegsähnlichen Kämpften zwischen regierungstreuen Truppen und rechtsfaschistischen Paramilitärs, der so genannten „[[División Negra|Schwarzen Divisionen]]“ unter Führung des Faschistenführers [[León Francês]], die im Bündnis mit [[Manuel Álamo]]s rechtsoppositioneller [[Volksunion]] standen, welche wiederum die bürgerliche und die radikal-faschistische Opposition gegen die Volksfront zusammenführte. Im Februar 1938 schließlich kam es zu einem [[Februarputsch 1938|Putsch rechter Militärs]] gegen die Regierung Colón und Präsident Laval, bei dem der Sozialist im Plazarenya getötet wurde. Eine [[Junta Presidencial|Militärjunta]] unter Führung von General [[Oscar Romero Castro]] übernahm die Führung, ehe Romero Castro auf Druck der Faschisten hin ein Bündnis mit Álamo schloss und diesen schließlich zum Ministerpräsidenten ernannte. Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1938|vorgezogenen Neuwahlen des Parlaments im April 1938]] wurden von Álamos divisionären Schlägertrupps bestimmt und führten zu einem Sieg der faschistisch-autoritären „[[Comunión Nacional]]“, die in der Folge der Wahlen zur Staatspartei wurde. Álamo verbot die Parteien der Linken und der Mitte und erließ die faschistisch-ständestaatliche [[Augustverfassung]] nach dem Vorbild des Austrofaschismus. Sein Regime stützte sich auf die alten Eliten Militär und Kirche und wandelte Sagradien zum „sagrofaschistischen Ständestaat“, dem so genannten „[[Estado Sagradês]]“, dessen Präsident formal bis 1940 Romero Castro, seither [[Iacovo Jimenez]], sein Führer jedoch Álamo selbst war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Sagradien im Zweiten Weltkrieg zunächst neutral blieb, unterstützte Álamo offen das nationalsozialistische Deutschland und seine Verbündeten. Die folgenden wirtschaftlichen Boykottmaßnahmen der Alliierten sowie die Schwäche Álamos gegenüber deutschen Gebietsforderungen an der sagradisch-französischen Küste führten 1943 zu einer Erosion des autoritär-faschistischen Machtapparats des &amp;quot;Estado&amp;quot; und der &amp;quot;Comunión&amp;quot;. In einem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943|Staatsstreich]] wurde Álamo entmachtet und festgenommen und eine Gruppe anti-deutscher Militärs unter Führung von General [[Oscar Taglle Rodríguez]] übernahm die Macht. Dagegen fielen deutsche Truppen in Nordost-Sagradien ein und setzten die [[Regierung von Fidelfe]] als Marionettenregierung ein. Die Niederlage Deutschlands und der Sieg der mit den Alliierten verbündeten [[Mai-Junta]] Taglle Rodríguez' und der Partisanenkämpfer der antifaschistischen [[Resistença Sagradêsa]] führten 1944 zum endgültigen Ende des Estado Sagradês.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit und Dritte Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beginn der Dritten Republik und liberalkonservative Ära ===&lt;br /&gt;
Das Mai-Regime unter Oscar Rodríguez übergab seine Exekutivfunktionen bald an eine neue provisorische Regierung unter [[Sergio Dini]], der auch Vertreter des Widerstands und der bald als [[Demokratische Koalition]] bezeichneten Parteien der Linken und der Mitte angehörten. Im Jahr 1945 kam zu demokratischen [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1945|Wahlen zu einer konstituierenden Nationalversammlung]], als deren Ergebnis am 20. Juni 1946 nach einem Referendum die [[Verfassung der Dritten Republik|neue parlamentarisch-demokratische Verfassung]] in Kraft trat. Dini wurde noch von der Konstituierenden zum ersten Präsidenten der Dritten Republik gewählt. 1949 folgte der direkt gewählte Radikaldemokrat [[David Pizarro Cortez]]. Seit 1949 amtierte der Christdemokrat [[Paulo Luciaro]] bis 1960 als Ministerpräsident, der gemeinsam mit dem Sozialdemokraten [[Santo De la Ilpa]] die Nachkriegspolitik bestimmte. Außenpolitisch setzten beide die Westintegration des Landes durch. 1945 war Sagradien Gründungsmitglied der UN und 1949 der NATO und führte auch in den Folgejahren den europäischen Einigungsprozess mit an (u.a. Gründungsmitglied der EWG). Außerdem leitete Luciaro die Aussöhnung mit Micolinien ein, die 1955 in den [[Golische Verträge|Verträgen von Alagua und Pexace]] gipfelten und den Verzicht Sagradiens auf [[Golen]] sowie Micoliniens auf [[Cuentez]] festschrieb. Wirtschaftlich konnte Sagradien die katastrophalen Kriegsfolgen erst allmählich abfangen, doch setzte mit der Entscheidung für die Marktwirtschaft seit Mitte der Fünfziger Jahre ein Wirtschaftsboom ein. Seit 1955 regierte Luciaro in einer liberalkonservativen „[[Bürgerblock]]“-Regierung mit der bürgerlichen [[UDS|UD]]-Koalition. Seine christlich-konservative [[PPC]]-Partei blieb bis 1962 stärkste Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sozialistische Vorherrschaft und Guivares-Affäre ===&lt;br /&gt;
Die Spaltung des sozialistischen Lagers in einen prowestlichen ([[PSD]]) und einen neutralistischen Flügel ([[PS]]) wurde 1957 mit der Gründung der prowestlich-sozialistischen [[ASUL]] beendet, die 1962 erstmals Regierungsverantwortung in einer [[Große Koalition|Großen Koalition]] unter Ministerpräsident [[Martín Ánibal Costa]] ([[PPC]]) übernahm und 1964 unter [[António Santiago]] (ASUL) eine sozialliberale Koalition bildete. Von separatistischen Bestrebungen in den sagradischen Kolonien und regionalistischen Tendenzen im Mutterland veranlasst, setzte die Große Koalition einen umfangreichen Verwaltungsreformprozess in Gang, der die Entlassung der meisten Kolonien in die Unabhängigkeit sowie die teilweise Dezentralisierung des Landes durch Einrichtung von Regionen mit sich brachte.&lt;br /&gt;
Dem seit 1954 amtierenden Christdemokraten [[Ariel De la Roya]] folgte 1964 sein konservativer Parteifreund [[Carles María Ortega]] im Amt des Staatspräsidenten. Nach dem überraschenden Tod António Santiagos im Sommer 1964 folgte [[Iacovo Del Pérez]] als Ministerpräsident, doch zerfiel seine Koalition 1967. Aus [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Neuwahlen]] ging die [[PPC]] wieder als Sieger hervor. Premierminister wurde wie bereits 1960-1962 [[Carles Angel Favale]], der unter Tolerierung der linksbürgerlichen [[PRD]], zeitweise auch der rechten [[PFP]] regierte, 1970 aber vom liberalen [[Carles Méndez]] mit einem Übergangskabinett abgelöst wurde. Nach überragendem Wahlerfolg der ASUL im Jahr 1970 wurde deren Führer [[Joán Caval]] Ministerpräsident, welcher in diesem Amt insgesamt neun Jahre lang (bis 1979) verweilte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joán Caval konnte u.a. die unter Iacovo Del Pérez 1965 begonnenen [[Dreistaatengespräche]] zwischen Micolinien, Sagradien und San Cristo in eine organisierte Zusammenarbeit innerhalb des [[Blaumeerrat]]es überführen, der 1972 gegründet wurde. Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1979|vorgezogene Parlamentswahl 1979]] führte zu einem Patt der politischen Lager und zur Bildung einer Großen Koalition aus Christdemokraten und Sozialisten unter [[Santo De la Nada]] (PPC). Der Sozialist Del Pérez wurde 1972 zum Präsidenten der Republik gewählt. Er prägte mit außenpolitischen Anstößen das Amt und erarbeitete sich eine große Popularität im Volk. Ihm folgte 1982 der Konservative [[Alfonso María Guivares]], der 1984 im Zuge einer [[Guivares-Affäre|Korruptionsaffäre]] zurücktreten musste. Der Skandal weitete sich zur größten Polit-Affäre der Republik aus und stürzte das Land in eine tiefe Vertrauens- und Verfassungskrise. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die jüngere Geschichte ===&lt;br /&gt;
Der bürgerlichen Regierung unter [[Santo Moya]] (1982-1986) folgte 1986 eine ASUL-UDS-Koalition unter dem Sozialdemokraten [[Donado Ricardes]], die 1990 nach überragendem Wahlerfolg der Christdemokraten von einer konservativ-liberalen Koalition unter [[Josep Carles Otero]] (PPC) abgelöst wurde. Unter der bürgerlichen Regierung beteiligte sich Sagradien 1991 mit eigenen Truppen am Zweiten Golfkrieg gegen den Irak, nachdem bereits Ricardes 1990 entgegen ablehnender Stimmen in den eigenen Reihen seine Unterstützung der anti-irakischen Koalition zugesagt hatte. Außerdem setzte Otero die bereits unter Moya eingeleitete und unter dem Sozialisten Ricardes grundsätzlich fortgeführte Liberalisierungs- und Privatisierungspolitik fort. Der Regierung Otero folgte nach dem Wahlsieg der ASUL 1998 der sozialistische Spitzenkandidat [[Julio De la Costa]] im Amt des Ministerpräsidenten nach. Seine rot-grüne Koalitionsregierung wurde 2002 in einem deutlichen Votum gestützt. Dem seit 1991 amtierenden Staatspräsidenten [[Santiago Montoya]] (PP-SCD) folgte 1999 der Sozialist [[António Grande Illega]] im Amt. 1999 bzw. 2002 führte Sagradien die europäische Gemeinschaftswährung Euro als Zahlungsmittel ein. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006]] trat De la Costa nicht mehr an und die PPC ging als Sieger hervor, woraufhin deren Vorsitzender [[Miguel Ánibal Luisanto]] zum Chef einer Mitte-Rechts-Koalition aus Christdemokraten und Liberalen ernannt wurde, die im Parlament vom Vertrauen der rechtspopulistischen [[PSP]] [[Joán De la Pênia]]s abhängig war. Bei der infolge einer schweren Koalitionskrise im Sommer 2008 abgehaltenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008|Neuwahl zur Abgeordnetenkammer]] wurde Luisanto als Chef einer konservativ-liberalen Minderheitsregierung bestätigt. Im Frühjahr 2009 wurde der konservative ehemalige PPC-Chef [[Roberto Vidéas Braga]] als Nachfolger des äußerst populären A.Grande Illega zum Präsidenten der Republik gewählt.&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Sechzigjähriger Krieg</title>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Fünfzigjähriger Krieg''' ist die Bezeichnung für eine Reihe von Kriegen im [[Sagradien|sagradisch]]-[[Micolinien|micolinischen]] Konflikt, der nach dem Ende der [[Union von Alágua]] 1386/90 aufflammte. Traditionell werden der Beginn des Kriegs mit dem Einfall [[Karl VI. von Micolinien]] 1396 in [[Perucía]] und sein Ende mit dem [[Friede von Tesqué|Friedensvertrag von Tesqué]] 1443 angesetzt. Jedoch können bereits der so genannte [[Micolinischer Revolutionskrieg|Micolinische Revolutionskrieg]] (''Guerra de la Revolutió'') von 1386-1390 sowie der sagradische [[Krieg der zwei Herzöge|Bürgerkrieg der zwei Herzöge]] (''Guerra de Ducas'') von 1392-1396 als erste Phasen des Fünfzigjährigen Kriegs angesehen werden, dessen Kampfhandlungen weitestgehend bereits 1439 endeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im einzelnen umfasst der Fünfzigjährige Krieg folgende Phasen der Auseinandersetzung:&lt;br /&gt;
* [[Micolinischer Revolutionskrieg]] (1386-1390)&lt;br /&gt;
* [[Krieg der zwei Herzöge]] (1392-1396)&lt;br /&gt;
* Peruzinischer Bürgerkrieg zwischen der pro-micolinischen [[Alberenser Union]] und ihren Gegnern&lt;br /&gt;
* Sagradisch-Micolinischer Krieg um Perucía, Golen und Scantia (1396-1423, 1427-1443)&lt;br /&gt;
* Erster Tulinesisch-Micolinischer Krieg (1398-1418)&lt;br /&gt;
* [[Tulinesischer Bürgerkrieg]] (1416-1423)&lt;br /&gt;
* Zweiter Tulinesisch-Micolinischer Krieg (1424-1440)&lt;br /&gt;
* [[Servettinisch-Loneischer Krieg]] (1420-1429)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anlass ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des sagradischen Königs [[Jakob II.]] und seinem Sieg über [[Danadier I. von Scola|Danadier von Scola]] 1321 hatte König [[Sergius I. der Große|Serge I.]] aus dem [[Haus Redanior]], seit 1313/15 als Nachfolger seines Bruders [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] als [[König von Perucía]] und [[König von Micolinien]], die drei Königreiche von Sagradien (inklusive [[Golen]]), Perucía und Micolinien in der [[Union von Alágua]] in Personalunion vereint. Die Herrschaft seines Enkels [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriel dem Schönen]] hatte 1386 jedoch zur Rebellion der micolinischen Stände unter der Führung von [[Karl V. von Micolinien|Karl von Interea]], einem illegitimen Nachkommen der micolinischen [[Haus Salua|Salua]]-Könige, geführt, der sich als Karl V. zum micolinischen König machte und seine Herrschaft im Micolinischen Unabhängigkeitskrieg von 1386-1390 sicherte. Die micolinischen Stände beriefen sich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, in der sie dem [[Erbteilungsplan Sergis II.]] zugestimmt hatten, der die Trennung der sagradischen von der micolinischen und peruzinischen Krone unter Sergis Nachfolgern vorgesehen hatte, jedoch nie wirksam geworden war. Im [[Vertrag von Albero]] musste Gabriel IV. 1390 seine Ansprüche auf die micolinische Krone fallen lassen, behielt aber Perucía und Golen, während Karl VI. wiederum auf alle Ansprüche in Sagradien verzichtete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erbenlosigkeit Gabriels führte aber dazu, dass der Vertrag lediglich eine Zwischenstation in der Auseinandersetzung blieb. Noch zu Lebzeiten Gabriels begannen in Sagradien bürgerkriegsartige Nachfolgekämpfe zwischen den Häusern [[Haus Vesaey|Vesaey]] und [[Haus Ostino|Ostino]] um das Königtum. In Perucía kristallisierten sich mehrere Adelsparteien heraus, die sich zwar auf die Behauptung des ständischen Wahlrechts, nicht aber auf einen Nachfolgekandidaten einigen konnten. Nach dem Tod Gabriels 1395 kam es in Sagradien schließlich zur Fortführung des Kriegs zwischen seinen möglichen Nachfolgern [[Michael I.|Michael von Vesaey]] und [[Joseph von Óstino]], in dem der Ostinenser sich mit [[Karl VI. von Micolinien]], seit 1391 Nachfolger Karls V. als König von Micolinien, verbündete und zunächst siegte, ehe Michael von Vesaey aber 1396 die Oberhand gewann und seinen Kontrahenten zur Abdankung zwang. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitgleich nahm ein Teil des peruzinischen Adels Verhandlungen mit Karl VI. auf und bot ihm ohne Mehrheit der Stände das Königtum an, was dieser wiederum 1396 zur Intervention in Perucía nutzte und damit den Krieg mit Sagradien auslöste. Karl und die promicolinische Ständepartei beriefen sich dabei auf die Konvention von Marbore. Nach dem Tod Josephs von Óstino 1398 erklärte Karl zunächst dessen 13-jährigen Sohn [[Johann das Kind]] zum sagradischen König, erhob nach dessen Tod 1402 aber kurze Zeit selbst Anspruch auf die sagradische Krone, womit er den Vertrag von 1390 in allen Teilen, aber auch die Konvention von Marbore, auf die er sich bis dahin berufen hatte, für ungültig und sich selbst zum legitimen Erben des Reichs Sergis I. erklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Auf sagradischer Seite kämpften zeitweise die [[Tulinesische Republik|Comitat-Republik Tulis]] sowie das im Krieg um [[Lonéa]] befindliche [[Haus Salua-Servette]] in Micolinien, mit dem micolinischen König waren u.a. die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]], [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] und [[Haus Alagua|Golen-Alagua]] verbündet, ehe nach einem Seitenwechsel in der Endphase auch der [[Herzog von Servette]] als potenter Geldgeber Karls VI. eine Schlüsselrolle spielte. Während es für Karl VI. um die Eroberung Perucías und Golens und zeitweise auch den Gewinn der sagradischen Krone ging, versuchte Sagradien unter Michael I. und [[Michael II.]] seine Besitzungen im Norden der micolinischen Halbinsel zu halten. Die Tulinesische Republik der [[Sántori]]-Contes sah in einer neuerlichen sagradisch-micolinischen Union unter Karl VI. eine Gefahr für die eigene Unabhängigkeit und kämpfte um seine Vorherrschaft im [[Blaues Meer|Blaumeer]], seine Kolonien in Ostmicolinien sowie beanspruchte Gebiete in Golen. Für die nur zeitweise und auch nur indirekt gegen Karl VI. kämpfenden [[Haus Salua-Servette|Servettenser]] ging es vor allem um eine Stärkung der eigenen Hausmacht in Südmicolinien und die Unabhängigkeit von der Krone, während die Anmeldung eigener Ansprüche auf die micolinische Krone vor allem taktischer Natur war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsverlauf ===&lt;br /&gt;
Die Anfangsphase des Kriegs zwischen Sagradien und Micolinien brachte Erfolge für Micolinien, das sich in der [[Alberenser Union]] 1409 die Unterstützung der peruzinischen Stände sichern und anschließend bis nach [[Gerón]] vordringen konnte, die Belagerung der Stadt aber 1420 aufgeben musste. Zu dieser Zeit fand der Krieg hauptsächlich im Gebiet rechts der Konsetten statt mit micolinischen und tulinesischen Truppen auf sagradischem Gebiet, wobei die Gewinne [[António de Sántori]]s, als [[Fürst von Valier]] sagradischer Lehnsträger, gegen den mit Micolinien verbündeten Markgrafen [[Ludwig von Golen]] zwar offiziell im Namen der sagradischen Krone stattfanden, de facto aber die Macht der Sántori vermehrte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gescheiterte Belagerung Geróns 1420 führte zu einer Wende im Krieg. Obwohl Michael I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 fiel, siegte sein Sohn [[Don António]] 1422 und 1423 bei [[San Cristo]] und [[Alágua]], ehe die Kämpfe vorübergehend eingestellt wurden. Während Karl VI. in der Folge mit Gefechten gegen Tulis und das rebellierende Haus Servette beschäftigt war, nahm Sagradien unter Michael II. die Kämpfe im Jahr 1427 wieder auf und rüstete zur Gegenoffensive. In der [[Schlacht von Cania]] erlitt Micolinien eine empfindliche Niederlage und verlor in der Folge große Gebiete [[Conte]]s an Sagradien. Die Rebellion Contes gegen Sagradien im Jahr 1431 beendete schließlich die sagradische Offensive.&lt;br /&gt;
Kleinere Gefechte brachten in der Folge keine neuen Entwicklungen, ehe die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden. 1440 schloss Micolinien einen Separatfrieden mit Tulis, das seine Stützpunkte in Micolinien behielt, ehe der Krieg im Frieden von Tesqué von 1443 endgültig beendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folgen ===&lt;br /&gt;
Mit dem [[Frieden von Tesqué]] endete die von 1321 bis 1386 bestehende und danach von verschiedenen Seiten angestrebte sagradisch-micolinische Union endgültig und die seit dem 11. Jahrhundert andauernden Kämpfe um Perucía wurden aufgegeben. Der Friedensvertrag berief sich inhaltlich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, bestätigte aber de facto lediglich den im Krieg entstandenen Status Quo. Mit dem Verzicht Sagradiens auf Perucía und dem Micoliniens auf Golens sowie die Festschreibung der so genannten &amp;quot;[[Medeo-Linie]]&amp;quot; als Grenze beider Staaten wurde die bis 1815 und mit leichten Veränderungen in Bezug auf Golen bis ins 20. Jahrhundert hinein gültige Grenze zwischen beiden Staaten festgelegt. Der Friedensvertrag von Tesqué kann darüber hinaus als Gründungsstunde des modernen micolinischen Nationalstaates gelten, da das neue Königreich erstmals überhaupt seit dem Frühmittelalter neben Süd- und Mittelmicolinien auch den peruzinischen Norden umfasste, der heute als integraler Bestandteil Micoliniens angesehen wird. In Micolinien konnte sich in der Folge das Königtum des [[Haus Interea|Hauses Interea]] stabilisieren, dessen Herrschaft in Nebenlinien bis heute andauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Frieden mit Micolinien bildete die Grundlage für den Aufstieg Sagradiens zur europäischen Großmacht und zur Weltmacht im 16. Jahrhundert (so genanntes [[Goldenes Jahrhundert]]). Die Servettensischen Herzöge konnten sich im Süden de facto als unabhängige Macht etablieren, deren Besitztümer am Ende des Jahrhunderts an die sagradischen [[Haus Santori|Santori]]-Könige fiel. Die Tulinesische Adelsrepublik ging nach Eroberungen, Bürgerkämpfen, Verlusten und neuerlichen Siegen schließlich als de facto unabhängige Monarchie der Santori hervor, die als Fürst-Grafen von Valier, Tulis, Golen, Conte und Plato zum eigenen Machtfaktor aufgestiegen waren. Durch das Ehebündnis zwischen den Sántori und den [[Haus Vesaey]] gelangte das kurzlebige Konglomerat schließlich 1457 zum Königreich Sagradien der [[Sántori]]-Könige und bildete neben Servette eine wesentliche Stütze der frühneuzeitlichen Santori-Monarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Frieden zwischen Sagradien und Micolinien hielt jedoch nicht einmal ein halbes Jahrhundert. Mit dem Ende der Servettiner Dynastie im Süden kam es seit 1477 zu neuerlichen Kriegen zwischen Sagradien und Micolinien um das Erbe der saluanischen Herzöge in Südmicolinien, in denen sich schließlich die sagradischen Santori durchsetzen konnten ([[Servettinische Kriege]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einschätzung ===&lt;br /&gt;
Die micolinische Nationalgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts sah den Fünfzigjährigen Krieg mehrheitlich als Fortsetzung des Befreiungskriegs gegen Sagradien und als micolinischen Einigungskrieg. Dagegen wurde der Krieg in Sagradien als erfolgreicher Abwehrkrieg der micolinischen Expansionsbestrebungen angesehen. Die neuere Forschung betont den machtpolitischen Charakter des Erbfolge- und Bürgerkriegs und bezeichnet die Auseinandersetzungen als Beispiel eines Staatsbildungskriegs, aus dem schließlich nicht nur die moderne micolinisch-peruzinische Monarchie, sondern auch der sagradische Santori-Staat der frühen Neuzeit in Grundzügen hervorgegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Micolinien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<title>Peruzien</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Perucía''' ist eine Landschaft im Norden der [[Micolinische Halbinsel|micolinischen Halbinsel]], die nördlich der [[Konsetten]] und des [[Königsgebirge]]s liegt und zum [[Vereinigten Königreich Micolinien]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Römer kannten das Land nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] unter dem Namen ''Oscania'', benannt nach dem Stamm der ''Oscani'', einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als ''Nieder-Micolinien'' oder als ''Hiscantia ultra Marem et Montes'' bekannte Perucía erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen [[Perutinger]], die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als [[Königreich Perucía]] bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Perucía schließlich 1443 endgültig ans Königreich Micolinien, das das Land in den sich entwickelnden micolinischen Nationalstaat inkorporierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Perucías ==&lt;br /&gt;
=== Perucía in Antike und Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Die später als ''Perucia'' bekannte Landschaft im Norden Micoliniens war in vorrömischer Zeit von [[Sagro-Kelten|sagro-keltischen]] Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des [[Ale|Alius]] waren kurz vor der römischen Eroberung die [[Sorier]] im Nordwesten, die [[Oskaner]] nördlich und südlich des Hochlands und die [[Faläer]] im Südosten des Gebiets sowie die westlichen [[Ligrer]] (''Ligri Ulteriores'') an der Küste des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meeres]]. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmicoliniens der Provincia [[Micolina Superior]] zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge  wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Frühmittelalter fielen nacheinander die [[Golen]], [[Skanten]] und [[Herkanden]] im Norden der micolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Ab dem 6. Jahhrundert gehörte der größte Teil Nordmicoliniens zum [[Skantenreich]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große|Francrec der Große]] im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] in sein gesamtmicolinisches Großreich eingliedern konnte. Seine Nachfolger konnten die Herrschaft über die Gebiete im Norden aber nicht aufrecht erhalten, die im 8. Jahrhundert schließlich wieder unter der Kontrolle skantischer Könige standen und seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs [[Rodrec der Große]] gehörten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden Micoliniens, zu dieser Zeit als [[Hiscantia ultra Marem et Montes]] bekannt, zum Reich König [[Barungar]]s, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die micolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als [[Perutinger|Perutingi]] bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger [[Farengar]] um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König [[Francrec III.]] gegenüber als ''Dux Perutingorum'' auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn [[Naermyngal]] (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Barungar selbst den Königstitel annahm, den Sohn Barungars namens ''Rodrigo'' tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil Nordmicoliniens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden Micoliniens jenseits der Königsgebirge zum [[Königreich Perucía|Regnum Perutinum]], dessen Hauptstadt [[Alessa]] wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der [[Herkanden|herkandischen]] Teilreiche zum [[micolinischen Königreich|Königreich Micolinien]] und der Konzentration der Skanten auf [[Sagradien]] veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation in Nordmicolinien. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer micolinischen Expansion bedrohten Perucia suchte Verbündete in Scantia und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den [[Dianniden]] und den skantischen [[Lusoniden]] unterstützten die Peruziner die [[Herzog von Scantia|Skantenherzöge]] mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Micoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König [[Johann II. der Kurze|Jouan der Kurze]] im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|großen Thronstreit]], in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Micolinien durchsetzen und wurde [[König von Perucía]], sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben [[Scantia]] zum zweiten Kern des [[Ludonidenreich|lusonidischen Reichs]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-micolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs [[Martin II. der Zänker|Martin dem Zänker]] 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise. Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, [[Martin Posthumus]], regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom micolinischen König [[Richard I.]] kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Krieg zwischen Micolinien und Sagradien]] um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog [[Philipp der Schweigsame]] aus dem [[Haus Redanior]] sich mit Verweis auf den [[Vertrag von Erin]] von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König [[Philipp IV. Hermes]] unterstützt wurde, kämpfte Micolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, [[Renart von Soria]], der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Micolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Micolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der [[Schlacht von Porinéi]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit [[Gabriel IV.|Gabriels IV.]] und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten ([[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph von Óstino|José d'Óstino]]) an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels im Rahmen der [[Alberenser Union]] den micolinischen Regenten anerkannte, hielt eine Gegenpartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem 1396 im sagradischen Thronkampf siegreichen Miguel de Vesaey.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat ===&lt;br /&gt;
Im gesamtmicolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Perucía bald zur Randprovinz. Da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand, blieb Perucia ein peripheres Gebiet, das sich nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Die Könige des späteren 15. Jahrhunderts betrieben von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der peruzinischen Eigenständigkeit. Konflikte mit der noch immer starke Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmicolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564, die zu neuerlichen Verwüstungen in Perucia führten, wurden von Seiten des calvinistischen Adels daher zugleich als Religions- und Freiheitskriege gegen das katholisch-micolinische Regiment von Nanthés geführt. Es kam zu harten Auseinandersetzungen und Säuberungen im Adel durch die siegreiche micolinische Zentralmacht, die die Rebellion schließlich niederschlagen, die Lage aber nicht gänzlich befrieden konnte. Erst das Toleranzedikt [[Albert I. von Micolinien|Alberts I.]] 1584 konnte die Protestantenverfolgungen beenden und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Perucias eine große protestantische Minderheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuerliche Unruhen führten bald jedoch zu harten Maßnahmen gegen die Stände. Die Peruziner verloren einen Großteil ihrer Selbstverwaltungsrechte, das Doppelkönigreich wurde wesentlich zentralisiert. In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Perucia weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der micolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des micolinischen Nationalstaats, die politische Autonomie des Nordens ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmicolinischen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Perucia, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem micolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt. Doch erst die starken Benachteiligungen Perucias durch das faschistische [[Ulisse-Regime]] der Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahre führte zu einem eigenständigen politisch angelegten peruzinischen Nationalismus, der nach dem Ende des Regimes 1948 zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unabhängigkeitsbewegung blieb aber insgesamt sehr schwach und auf einzelne kleinere Hochburgen beschränkt. In der neuen föderalen Monarchie der demokratischen Nach-Ulisse-Ära erhielt ganz Perucia sodann auch wieder seine Autonomie, jedoch nicht in einer einzigen Großregion. Stattdessen wurde der Norden unter den Regionen [[Niederperucia]] (Hauptstadt [[Albero]]), [[Oberperucia]] ([[Alessa]]) und [[Nordperucia-Westligre]] ([[Luagua]]) aufgeteilt, [[Soria]] wurde erst 1991 aus Niederperucia ausgegliedert und damit eigenständige Region. Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die [[Peruzinische Gemeinschaft]] als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Revolution und Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte Micolinien'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien in der Antike ===&lt;br /&gt;
Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die [[Consadiner]] und [[Litier]] und gewann damit die Kontrolle über die gesamten [[Konsetten]] einschlißlich der südlichen [[Muren]]. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche Provinz [[Haescia et Litica]] mit der Hauptstadt [[Villagua|Aquae]] am [[Blaues Meer|Mare Quintisicum]] und dem Legionslager bei [[Cania]]. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende [[Pontier]] und [[Faläer]] kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der micolinischen Halbinsel, die als [[Provinca Micolina]] dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der [[Micoläer]] ab. Lediglich das Gebiet der keltischen [[Sorier]], [[Oskanier]] sowie der [[Faläer]] und [[Vellier]] im [[Hochland von Perucía|alberischen Hochland]] konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz [[Micolina Superior]] mit der Hauptstadt [[Nanthés|Nantium]] und eine südlichere [[Micolina Inferior]] mit der Hauptstadt [[Tinagua|Tinacanum]] aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden micolinischen Provinzen sowie der Provinz [[Haescia et Litica]] die Diözese Micolina und teilte Micolinien wiederum in die Provinzen [[Ligria Ulterior]], [[Micolina Legantiensis]], [[Caeliria]] und [[Lucia]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien im frühen Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Micolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der [[Skanten]] im gesamten Norden der [[Konsettenhalbinsel]], das der [[Herkanden]] in Süd- und Mittelmicolinien sowie das der [[Golen]] im Osten mit Teilen [[Conte]]s und [[Litien]]s etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche [[Pirania]], [[Colia]], [[Fanata]], [[Lucia]] und [[Conte]] ([[Herkandische Pentarchie]]). Um 600 einte der Colenfürst [[Antros]] die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im [[Eral]]-[[Luenda]]-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger [[Sylius]] eroberte Teile Lukiens. Aus diesem Reich entstand das Reich der Micoliner. [[Franzerich der Große]] (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und als erster eigentlicher micolinischer König gilt, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Micoliniens inklusive der Inseln [[Sáloa]] und [[Feiroa]] und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die [[Voraneiy]] tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger [[Loris I.]] und [[Lorrivik I.]] unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in Nordmicolinien ins Reich einzugliedern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen [[Perutinger]] auf die Nordküste Micoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem micolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in Nordmicolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter [[Franzerich II.]] und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das micolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem [[Königreich Golen|Golenreich]]. Nach dem Tod König [[Michael I. von Micolinien|Michaels I.]] 804 wurde das Reich im [[Vertrag von Nanthés]] unter seinen drei Söhnen [[Franzerich III. der Kurze|Franzrich]] (Norden), [[Loris II.|Loris]] (Westen) und [[Michael II. von Micolinien|Michael]] (Süden) aufgeteilt, die sich alle Könige von Micolinien nannten und sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der Fürst [[Berrent I.|Berrent]] selbst zum König und begründete das Geschlecht der [[Berrentiden]]. Die Teilreiche [[Montana]], [[Piranía]] und [[Tresterre]] wurden 899 unter [[Korrent III.]] wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmicolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der [[Syliden]]-Dynastie im wiedervereinigten &amp;quot;[[Drei-Micolinien]]&amp;quot; 909 beanspruchte [[Berrent III.]] von Kont die Herrschaft über ganz Micolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen [[Loris IV.|Loris von Lonéa]] zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Drei-Micolinien und Kont, die 989 mit dem Tod [[Berrent IV.|Berrents IV. von Kont]] endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien zwischen Ludiga dem Großen und der Temp de Sang ===&lt;br /&gt;
[[Ludiga der Große]] (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger [[Achim I.]] starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge [[Johann I. von Micolinien|Johanns I.]], eines Neffen Ludigas, wurde von großen Teilen der micolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der [[Haus Salua|Saloaner]] und der [[Älteres Haus Albero|Alberaner]] wiederum gegenseitig bekriegten und mit [[Charl von Álbero]] und [[Distriqs von Salua]] jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Micolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der [[Schlacht von Tinágua]]. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der [[Schlacht bei Saséia]] die Saloaner besiegen. Im [[Heiliger Friede 1078|Heiligen Frieden]] wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn [[Johann II. von Micolinien|Johann II.]] nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der micolinischen Krone verhinderte im [[Erster Peruzinische Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112]] einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn [[Michael III. von Micolinien|Michael III.]] wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Jakob I. der Kühne|Jakob den Kühnen]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Micolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der micolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als &amp;quot;Zeit des Blutes&amp;quot; ([[Temp de Sang]]) oder auch als &amp;quot;[[Micolinischer Bürgerkrieg]]&amp;quot; in die Geschichte ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua ===&lt;br /&gt;
Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Micolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren.&lt;br /&gt;
Nachdem [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Micoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Micolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermicolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Micolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmicolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Micolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.   	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innersagradische Machtkämpfe zwischen [[Lusoniden]] und [[Dianniden]] führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs [[Martin II. von Perucía|Martin des Zänkers]] aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in [[Perucía]] zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn [[Martin Posthumus]] regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des micolinischen Königs [[Richard I. von Micolinien|Richard I.]] stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers [[Renart von Soria]] unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 gegen den sagradischen Bewerber [[Philipp der Schweigsame|Philipp von Redanior]] verlor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge kam es mit südmicolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft ([[Peruzinische Kriege]]). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in Südmicolinien die Könige aus dem [[Haus Salua]] kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. [[Karl III. von Micolinien]] zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die micolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit dem [[Herzog von Scantia]], [[Joán de Gerón]], abtrünniger Bruder der sagradischen Könige [[Martin IV. Felix]], [[Robert von Sagradien|Robert I.]] und [[Jakob II.]], die zu engen Heiratsverbindungen zwischen dem Haus Salua und dem geronesischen Zweig des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Treibende Kraft der Allianz wurde bald König [[Roderich I. von Micolinien|Roderichs I.]] Schwester [[Margarete von Micolinien]], die schließlich auch die Hochzeit zwischen ihrem ältesten Sohn [[Philipp I. von Micolinien|Philipp von Redanior]] und Roderichs ältester Tochter [[Karoline I. von Micolinien|Carolina]] arrangierte. Nach den Bestimmungen der [[Konvention von Santéi]] folgte diese als Königin Karoline I. von Micolinien ihrem Vater auf dem Thron nach und herrschte zusammen mit ihrem Ehemann, der damit als Philipp I. der ersten micolinische König aus dem [[Haus Redanior]] wurde. Als dieser jedoch nach Karolines Tod 1313 alleine regieren wollte, kam es zum Aufstand [[Heinrich von Kont|Heinrichs von Kont]], eines illegitimen Sohnes [[Karl IV. von Micolinien|Karls IV.]], der Philipp besiegen und töten konnte, von den Ständen aber nicht als König anerkannt wurde. Es folgte ein zweijähriges [[Interregnum]], währenddessen Margarete die Regentschaft ausübte. Um einen neuerlichen Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten, allen voran Heinrich von Kont und [[Anton von Servette]], zu verhindern, einigten sich die micolinischen Stände auf ein Schiedsspruchverfahren, in dem sich die Adligen auf den jüngeren Sohn Margaretes und Bruder Philipps I., [[Sergi I. der Weise|Sergi von Gerón]], als König einigten, für den Margarete nachdrücklich geworben hatte. Da Heinrich von Kont den Spruch jedoch nicht anerkannte, kam es zur [[Schlacht bei Lonéa]] zwischen Sergi und Heinrich, in der sich der Geronese durchsetzen konnte und anschließend als Serge I. den micolinischen Thron bestieg, nachdem er im [[Akt von Marrel]] den micolinischen Ständen und insbesondere dem [[Haus Servette]] umfangreiche Privilegien zugesichert hatte. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als fünf Jahre später Jakob II. von Sagradien erbenlos starb, fiel Sergi auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen den Usurpator [[Danadier von Scola]] verteidigen, der mit Hilfe einer antimicolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Serge setzte seinen Schwager [[Martin de Interea]] aus einer illegitimen Linie des Hauses Salua als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Danadier de Scola zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Micoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Serge als erster Herrscher die sagradische und die micolinische Königskrone in seiner Hand. Serge I. führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn [[Sergi II. der Kleine|Serge II.]] (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Revolution und Fünfzigjähriger Krieg ===	&lt;br /&gt;
Die unter Serge I. auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers Sergi II. in eine Krise, die nach der Thronbesteigung [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriels I. des Schönen]] 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im micolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters [[Johann von Tesqué]] führte schließlich zu einem Aufstand des micolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von [[Karl V. von Micolinien|Charl de Interea]], dem [[Herzog von Lonéa]], der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ Gabriel den Schönen schließlich im Jahr 1386 in [[Nantheser Konvention]] offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden [[Micolinischer Revolutionskrieg|Krieg]], in der micolinischen Geschichtsschreibung als &amp;quot;Revolutionskrieg&amp;quot; oder &amp;quot;Unabhängigkeitskrieg&amp;quot; bezeichnet, besiegten die micolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Gabriels in mehreren Schlachten (u.a. bei [[Mel Ladí]] und [[Salazia]] 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des [[Haus Interea|Hauses Interea]] und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden [[Haus Álbero]]. Gabriel I. musste schließlich 1390 im [[Vertrag von Álbero]] offiziell auf die micolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive [[Perucía]] zu verzichten. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger [[Karl VI.]] die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Gabriel dem Schönen zwischen [[Joseph von Óstino]] und [[Michael I.|Michael von Vesaey]] ein. Im [[Vertrag von Nanthés]] verbündete er sich mit [[Joseph von Óstino]], mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Ziel war es, freie Hand für die geplante Inbesitznahme [[Perucía]]s zu erhalten. Dort verbündete sich in der [[Alberenser Union]] eine der konkurrierenden Adelsparteien mit Micolinien und bot Karl die verwaiste Krone an, woraufhin er in Perucía einfiel. Nachdem Miguel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erkannte Karl die Nachfolge Miguels nicht an und proklamierte sich selbst zum König von Perucía, womit er den Verzicht von 1390 de facto widerrief. Dies führte zum Ausbruch des [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieges]] (1396-1443) zwischen Micolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die [[Tulinesische Republik]], zeitweise auch das [[Haus Servette]] (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]] und [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] auf micolinischer Seite kämpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1420 konnte Micolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor [[Gerón]]. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 übernahm [[Don António]] den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Micolinien in den Schlachten von Gerón, [[San Cristo]] und [[Alágua]] schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den [[Herzog von Servette|Herzögen von Servette]] im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die micolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit [[Tulis]] 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der micolinischen Niederlage in [[Cania]] 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Servette und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Frieden von Tesqué]] 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Micoliniens festgeschrieben. [[Michael II.]], Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als micolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf ganz Nordmicolinien und Perucía verzichten und die so genannte [[Medéo-Linie]] wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb [[Golen]] bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des [[Ligrisches Meer|Ligischen Meeres]] an Micolinien fiel. Damit hatte das Königreich Micolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Servettinische Kriege ===&lt;br /&gt;
Der [[Frieden von Tesqué]] bildete die Basis, auf der die micolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches micolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem [[Herzog von Servette]] noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als [[Herzog von Sáloa]] sowie [[Fürst von Saséia]] und [[Fürst von Marbore]] den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der micolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in [[Lukien]] und [[Piranía|Südpiranien]] wie die [[Grafschaft Drouvel]] und die [[Grafschaft Carata]] als Pfandschaften in die Hand Servettes über. Für die micolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Servettiner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem 1477 mit dem Tod [[Anton III. von Servette|Antons III. von Servette]] die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König [[Heinrich I. von Micolinien]] gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren.  Die servettinischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit [[Filip von Saséia]] den illegitimen Sohn Antons zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König [[Jakob III.]] unterstützt. Es kam zum [[Erster Servettinischer Krieg|Ersten Servettinischen Krieg]] zwischen Micolinien und Sagradien, den Micolinien nach der [[Schlacht von Tinágua]] 1479 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die servettinisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde. Nach dem Tod Filips 1490 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Micolinien ([[Zweiter Servettinischer Krieg]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1494 konnte Micolinien die sagradischen Truppen bei [[Joçaleia]] zurückdrängen und [[Golen]] besetzen, 1496 wurde [[Servette]] eingenommen und die Regentin [[Isabel de Sántori]] abgesetzt. Daraufhin landeten sagradische Heere bei [[Macedi]] und besiegten die Heere Heinrichs in zwei wichtigen Feldschlachten in [[Sant Filip]] und [[Cosqol]]. Heinrich II. musste sich aus Servette zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in [[Lukien]] und [[Piranien]] halten. Erst 1499 gingen auch Golen und Plato wieder an Sagradien, das sich damit zur Hegemonialmacht auf der Konsettenhalbinsel aufstieg. Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Servettinischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der micolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog [[Peter I.]] von Servette 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Micolinien im  [[Dritter Servettinischer Krieg|Dritten Servettinischen Krieg]] vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Servettinischen Kriege endeten 1506 endgültig im [[Frieden von Sáloa]], in dem [[Achim II. von Micolinien|Aquim II.]] dem sagradischen König [[Peter II.]] die Herrschaft über die [[Servettinische Lande|Servettischen Lande]] sowie über die [[Markgrafschaft Golen]], die [[Südkont]], die [[Westligre]] sowie [[Lukien]] (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Uleistenbewegung zum Frieden von Villagua ===&lt;br /&gt;
Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in Südmicolinien war die Position Micoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Micoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König [[David I.]] zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die micolinischen Könige [[Achim II. von Micolinien|Aquim II.]] (1501-1542) und [[Karl VII. von Micolinien|Karl VII.]] (1542-1571) um die innere Konsolidierung des Königtums, mussten teilweise aber schwere innere Konflikte meistern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Könige des späteren 15. Jahrhunderts hatten von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der Eigenständigkeit der peruzinischen Stände betrieben. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Um 1540 kam der englische Calvinist [[Francis Howle]] (Franziskus Uleus) ins nordmicolinische [[Erín]], wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. In seinem Erfolg verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Unter den Königen Karl VII. und [[Karl VIII. von Micolinien|Karl VIII.]] (1571-151578) wurden diese „[[Uleisten]]“ verfolgt und unterdrückt, die nordmicolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im [[Erster Uleistenkrieg|Ersten Uleistenkrieg]] belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein [[Zweiter Uleistenkrieg]] 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde [[Albert I. von Micolinien|Albert I.]] (1578-1624) aus der Nebenlinie [[Interea-Conte]]. Er erließ 1584 das [[Edikt von Plato]], in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Micolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „[[Reformats]]“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Micolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer mit dem Dauerrivalen und zur Großmacht aufgestiegenen Sagradien konzentrieren. Der [[Ligrischer Krieg|Ligrische Krieg]] von 1620-24 um die Herrschaft über die Westligre endete jedoch in einer klaren Niederlage Micoliniens und der verbündeten Engländer. Nach dem gescheiterten Kriegsabenteuer versuchte Micolinien zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Heiratsweg eine machtpolitische Stärkung gegenüber Sagradien zu erhalten und übte eine gewisse Zeit Einfluss auf die sagradische Hofpolitik aus, ohne damit aber territoriale Gewinne erzielen zu können. Nachdem [[Katharina von Micolinien]], Schwester des micolinischen Herrschers [[Karl IX. von Micolinien|Karl IX.]] (1624-1670) und Mutter des sagradischen Königs [[Gabriel VII.]] 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Kriegs]] um den Besitz Golens, Servettes und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge Karls IX., der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem [[Frieden von Villagua]], in dem Micolinien endgültig auf die Lehnsherrschaft über Servette verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom servettinischen Herzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge [[Johann IV. von Micolinien|Johanns von Álbero]], eines Neffen Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie [[Interea]] auf dem micolinischen Thron.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Restitutionskriege im 18. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Auch wenn Micolinien in der langen Regierungszeit Karls IX., sein hauptsächliches Ziel, die Vertreibung Sagradiens von der eigenen Halbinsel, nicht durchsetzen konnte, so kehrte der Friede von Villagua doch die machtpolitischen Vorzeichen im sagradisch-micolinischen Verhältnis um und leitete längerfristig den Abstieg der Großmacht Sagradien und den allmählichen Aufstieg der konsolidierten micolinischen Krone ein. Im Bündnis mit England gelang es Micolinien im Spanischen Erbfolgekrieg, weitere wichtige Schritte gegen Sagradien zu unternehmen. Anders als im Asumarischen Krieg unter Karl IX. brachten die Kampfhandlungen gegen Sagradien unter [[Georg I. von Micolinien|Georg I.]] (1686-1714) auch territoriale Gewinne, die &amp;quot;Restitutionspolitik&amp;quot; der micolinischen Monarchie mit dem Ziel der Einigung der gesamten Halbinsel unter micolinischer Herrschaft zeichnete erstmals Erfolge. Im [[Friede von Cresq 1712]] sicherte sich Micolinien den Besitz der strategisch wichtigen Insel [[Feiroa]] vor der Küste [[Servette]]s sowie einige Festungen in [[Lukien]].   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge rangen die Könige [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]] (1714-1719) und [[Karl X. von Micolinien]] (1719-1760) mit Frankreich um den entscheidenden Einfluss auf das destabilisierte Sagradien und suchte von den inneren Wirren in Sagradien territoriale Vorteile herauszuschlagen. Georg II. unterstützte im [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkrieg]] die aufständische Adelskoalition. Im [[Sagro-Micolinischer Krieg 1718-1720|Sagradisch-Micolinischen Krieg von 1718-1720]] sowie den folgenden Auseinandersetzungen im Jahr 1722/23 sicherte sich Micolinien vom geschwächten Sagradien große Teile [[Südkont]]s, besetzte Teile Lukiens und setzte in der Folge die favorisierte [[Maria I.]] auf dem sagradischen Thron gegen den von Frankreich unterstützten [[Philipp Karl von Viça]] durch. Mit Marias Ehemann [[Johann III. Franz]] von Sagradien wurden 1736 im [[Vertrag von Monte Sinicia]] zahlreiche Grenzkonflikte zwischen beiden Ländern niedergelegt. U.a. gingen die bereits besetzten Gebiete Lukiens fest in micolinische Hand über. Der grundsätzliche Gegensatz zwischen beiden Ländern blieb jedoch bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erlöschen des [[Haus Santori|Hauses Santori-Servette]] in männlicher Linie im Jahr 1737 versuchte König [[Karl X. von Micolinien]] (1719-1760) abermals, das Reich im Süden der Halbinsel zu erobern. Da er selbst mit Antonia, einer Schwester des letzten Großherzogs [[Karl VI. Ferdinand von Servette|Karl Ferdinand]], verheiratet war, erkannte er die Nachfolge seiner Schwägerin [[Maria I. von Servette]], der älteren Schwester Antonias, nicht an und erhob selbst Anspruch auf das Großherzogtum. Es kam zum neuerlichen Krieg, in dem sich jedoch Maria mithilfe ihres französischen Ehemanns [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] vorerst durchsetzen konnte, da das mit Micolinien verbündete England eine neuerliche große Auseinandersetzung am Westrand Europas im Angesicht eines sich abzeichnenden Großkonflikts um die österreichische Erbfolge zu meiden versuchte. Im [[Nantheser Ausgleich]] von 1739 musste Karl X. seine Schwägerin Maria und ihren Mann Louis-Gabriel als Regenten in Servette anerkennen, erhielt aber für den Fall der Kinderlosigkeit Marias das Erbrecht im Herzogtum, im Falle einer weiblichen Nachfolge die Option auf eine Verlobung mit dem eigenen Thronfolger.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die Politik Karls X. im [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg]] 1755-1760 brachte Micolinien das lange erstrebte Ziel ein. Während Frankreich den Servettiner Regenten [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] als künftigen König favorisierte und ihn gegen die regierende [[Maria II. Franziska]] durchzusetzen suchte, verbündete sich Micolinien mit Maria II. und rückte nach dem Tod Marias von Servette gegen den regierenden Louis-Gabriel de Vienne in den [[Servettinische Lande|Servettinischen Landen]] vor. Der erfolgreiche Krieg versetzte Micolinien 1757 in die Lage, aus einer Position der Stärke heraus das Einvernehmen mit Frankreich zu suchen. Im [[Vertrag von Tinagua 1757]] und im endgültigen [[Friede von Tinagua|Friedensschluss von 1760]] wurde der Vienne-Herrscher nach seinem Erfolg gegen Maria II. als König von Sagradien anerkannt, musste seinerseits aber auf Servette und die gesamten Lande verzichten. König Heinrich III. war es schließlich auch, der den micolinischen Königshof im Jahr 1772 von [[Nanthés]] nach [[Servette]] verlegte und die Stadt in der Folge zur Hauptstadt des Reichs ausbaute.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss der Restitution und Sicherung in den Golenkriegen === &lt;br /&gt;
Während der Napoleonischen Kriege ging Micolinien im Bündnis mit Großbritannien auf klaren Konfrontationskurs zu Frankreich und schloss sich der antinapoleonischen Allianz an. Der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805 führte schließlich zum erneuten Krieg zwischen Micolinien und Sagradien. Den micolinischen Truppen gelang es dabei in den Folgejahren, mit Hilfe Großbritanniens alle französisch-sagradischen Invasionsversuche abzuwehren und im Gegenzug die angestrebte Reunion der micolinischen Halbinsel erfolgreich abzuschließen. Der Inbesitznahme [[Westligrien]]s, [[Tinagua]]s sowie [[Plato]]s folgte die erfolgreiche Besetzung [[Cuentez]]' sowie [[Golen]]s. Zugleich unterstützte der micolinische König [[Karl XI. von Micolinien|Karl XI.]] seit 1808 aktiv die antinapoleonische Bewegung innerhalb des mit Frankreich verbündeten Sagradien. Im [[Winterkrieg 1812/1813]] konnten die Heere Micoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen beiegen. Schließlich erreichte Micolinien auf dem Wiener Kongress die Bestätigung des Besitzes aller eroberten Gebiete. Lediglich Cuentez und der noch nicht in Besitz genommene Ostteil Golens sollten bei Sagradien verbleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen liberalen Aufstand gegen den König in Sagradien ([[Novemberrevolution 1817]]), um unter dem Vorwand der Restauration auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Der sagradische König [[Joseph Ludwig II.]] musste im [[Vertrag von Vèrisa]] schließlich nochmals die Abtretung Westgolens an Micolinien bestätigen, widerrief den Vertrag aber 1819 und versuchte in zwei [[Golenkriege]]n, das gesamte golische Gebiet sowie die zu Beginn des Jahrhunderts verloren gegangenen Gebiete in Micolinien für die sagradische Krone zurückzuerobern. Nach zwei wechselvollen Kriegen musste Sagradien seinen Anspruch aufgeben, sodass Micolinien, nachdem es zwischenzeitig ganz Golen beherrscht hatte, die dauerhafte Teilung der Region im [[Frieden von Diegue]] 1829 durchsetzen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien zwischen Beginn und Ende der Demokratie ===&lt;br /&gt;
In der Folge der revolutionären Unruhen im April 1848, die von Sagradien auch nach Micolinien überschwappten, hier jedoch zu keinen nennenswerten Umstürzen führten, erließ Königin [[Luise I. von Micolinien|Luise I.]], seit 1852 als Nachfolgerin ihrer Großeltern [[Karoline I. von Micolinien]] und [[Michael IV. von Micolinien|Michael IV.]] Königin, eine [[Micolinische Verfassung von 1855|liberale Verfassung]]). Mit der [[Micolinische Verfassungsreform 1879|Verfassungsreform des Jahres 1879]] wurde das Regierungssystem weitgehend parlamentarisiert und die Verantwortlichkeit des Kabinetts gegenüber den beiden Kammern des Nationalparlaments festgeschrieben. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel [[Henrique Joann Prinz von Perucía]] nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das micolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als [[Johann V. von Micolinien|Johann V.]] den Thron bestieg und die Dynastie [[Albero-Poléi-Battenberg]] begründete.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1888-1894) und [[Fernand Esquill]] (1904-1907) wurde eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisierten. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlsieg der [[Partit Socialiste|Sozialisten]] beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden. Nachdem Micolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale [[Marc Visconte]] bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, dem sowohl Konservative als auch Sozialisten angehörten. Nach dem Krieg geriet das Land in eine schwere Krise, in der es den demokratischen Parteien nicht mehr gelang, Lösungen für die sozialen Probleme des Landes zu finden. Nach landesweiten bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen linken und rechten Kampfverbänden sowie dem Wahlsieg der faschistischen [[Micolinische Nationalpartei|Micolinischen Nationalpartei]] von [[Pier Ulisse]] ernannte König [[Karl XII. von Micolinien|Karl XII.]] den ultrakonservativen General [[Osvalt Camur]] zum Staatsminister, der ein autoritäres Regime installierte und im Oktober 1922 eine ständestaatliche  Verfassung erließ, welche die parlamentarische Demokratie abschaffte ([[Nove Regimen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Faschistische Juni-Bewegung und Ulisse-Regime ===&lt;br /&gt;
Dennoch gelang es Camur nicht, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen und den Quasi-Bürgerkrieg zu beenden. Besonders die faschistische paramilitärische [[Schwarze Garde]] (Guarda Negre) gewann mit ihrem gewaltsamen Terror immer mehr Macht im Land. Im Juni 1924 startete Ulisses &amp;quot;[[Juni-Bewegung]]&amp;quot; einen &amp;quot;[[Marsch auf Servette]]&amp;quot; nach dem Vorbild Mussolinis, der ihm die Regierungsgewalt sichern sollte. König [[Karl XII. von Micolinien|Karl XII.]] gab schließlich nach und entließ Camur, um unmittelbar darauf Ulisse zum Staatsminister zu ernennen. Binnen kürzester Zeit modifizierte er die ständestaatliche Camur-Verfassung so, dass sie Ulisses PNM die alleinige Staatsmacht sicherte. Als neues entscheidendes Verfassungsorgan wurde der [[Nationaler Generalrat|Nationale Generalrat]] installiert, der faktisch die Rechte des Königs und des Staatsrats übernahm und bündelte. Die Bürgerrechte wurden suspendiert, die oppositionellen Parteien ausgeschaltet, die PNM zur alles beherrschenden Staatspartei gemacht.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Juni-Regime betrieb im ganzen Land eine systematische Micolinisierungspolitik, die die gewaltsame Unterdrückung der zahlreichen Regionalsprachen wie des Golischen, des Peruzinischen und des Litischen umfasste. In der Folge brach 1935 ein groß angelegter Aufstand in allen Teilen Golens aus ([[Golischer Aufstand 1935]]), der blutig niedergeschlagen wurde, aber zu einem anhaltenden Guerilla- und Bürgerkrieg führte. In der [[Golenkrise 1935/36]] besetzten zudem, unter dem Vorwand, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, micolinische Truppen das sagradische [[Val d’Ambrís]] sowie Teile der Provinz [[Escada]]. Nachdem der micolinische Außenminister [[Charl Marrel]] ein internationales Moratorium erwirken konnte, musste sich Micolinien 1936 wieder aus Sagradien zurückziehen, behielt aber einige Stützpunkte im [[Celistal]] sowie im [[Ambristal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Narzissenrevolution und die Redemokratisierung des Landes === &lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg blieb Micolinien trotz seiner ideologischen Nähe zu den Achsenmächten neutral. Dennoch führte der Sieg der Alliierten zu einer Destabilisierung des Juni-Regimes. Nach dem überraschenden Tod Ulisses im Mai 1947, mit dem das Regime seine unumstrittene Führungsfigur verloren hatte, zeigte die PNM-Führung zunehmend Auflösungserscheinungen, da Ulisses Nachfolger [[Noribert Ferrer]] es nicht vermochte, die Partei geschlossen hinter sich zu bringen. Im April 1948 kam es zum Aufstand der linksoppositionellen [[Narzissenbewegung]] (Moviment Narcisse), die so genannte &amp;quot;[[Narzissenrevolution]]&amp;quot;, die binnen kürzester Zeit die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich bringen konnte. Nachdem der Generalrat es nicht schaffen konnte, die Aufstände zu stoppen und das Militär den Kampf gegen die Aufständischen verweigert hatte, entließ König Karl XII. den Staatsrat Ferrer und dankte zugunsten seines Sohnes [[Karl XIII. von Micolinien]] ab. Dieser entmachtete umgehend den Generalrat und setzte die Verfassung aus. Stattdessen ernannte er den Sozialistenführer [[Antoni Piël]], einen der Führer der Narzissenbewegung, zum neuen Staatsminister. Er berief ein nationales Kabinett aus [[Partit Comuniste Micoline|Kommunisten]], [[Partit Socialiste Lavorator|Sozialisten]] und [[Cèntre Democrat Micoline|Christdemokraten]]. Eine der ersten Amtshandlungen war das Verbot der PNM, die Verhaftung ihrer führenden Köpfe sowie die Reinstallation der Bürgerrechte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1948 kam es zu den ersten freien Wahlen seit 1922, bei denen die Christdemokraten überraschend eine Mehrheit vor Sozialisten, Kommunisten und [[Partit Democrat Libral|Liberalen]] erreichten. Der parteilose [[Francis Ernest Crést]] bildete eine Dreiparteienregierung aus CDM, PSL und PDL, die nach Austritt der Sozialisten im Jahr 1949 von einem christdemokratisch-liberalen Staatsrat unter [[Armand Mikael Carpol]] (CDM) abgelöst wurde. Eine [[Micolinische Verfassung von 1948|neue liberale Verfassung]], die im Wesentlichen an die von 1879 anknüpfte, wurde in einer Volksabstimmung im Dezember 1948 angenommen. Um die nach dem Zusammenbruch des Juni-Regimes wieder aufflammenden Separationsbestrebungen in [[Golen]], aber auch die Regionalbewegungen in [[Perucía]] und [[Litien]] auffangen und die Integrität des Landes sicherstellen zu können, sah die neue Verfassung die Umwandlung Micoliniens von einem Einheitsstaat in einen Bundesstaat unter parlamentarisch-monarchischer Regierung vor. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde weitgehende kulturelle Autonomie garantiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Regierung liberalisierte das Land wirtschaftlich, hielt aber an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Micolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Micolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Micoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der micolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell, da Sagradien die ehemals sagradische Provinz [[Golen-Casqa]], also den Ostteil der neuen [[Region Golen]], nach wie vor als besetzten Teil seines Staatsgebiets betrachtete, auch wenn man keine aktive Wiedereroberungspolitik betrieb. Die Spannungen der Jahre 1948 und 1949 wurden erst im Jahr 1955 durch die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] zwischen Micolinien, Sagradien und der golischen Regionalregierung beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Micolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der [[Sagradische Sprache|sagradisch-]], [[Eskadische Sprache|eskadisch-]] und [[Asumarische Sprache|azumarisch]]-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Micolinien im [[Abkommen von Plato|Folgeabkommen von Plato]] (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf [[Cuentez]] fallen. Das 1943 von micolinischen Truppen besetzte [[Allécapo]] wurde daraufhin geräumt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das demokratische Micolinien auf dem Weg in die europäische Gemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Zwischen 1952 und 1956 regierten die Christdemokraten alleine. Im Jahr 1960 gehörte Micolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer [[Volksfront]]regierung der Sozialisten unter Tolerierung der Kommunisten unter PSL-Führer [[Luvis Blum-Sael]] regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter [[Mikael Mari Salt]] ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit [[Charl Henrique Valdés]] erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende [[Joann Christén]] zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten [[Joán Caval]]s hin kam es 1972 zur Gründung des [[Blaumeerrat]]es (''Consile Asumaresq'', ''Côsíliu Azumarês'') als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten [[Sagradien]], [[Micolinien]] und dem [[Fürstentum San Cristo]]. Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur [[UPD]]. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist [[Guillemes Oreste]] bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter [[Martin Bertrand]] (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger [[Stefan Casagre]] weichen. Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete [[Antoni Sagrand]] (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, [[DL]] und UPD unter [[Noribert Pasquale]] (CDM) abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat [[Carlo Masane]] eine Große Koalition mit den Sozialisten, welche in Abkehr von der traditionellen Neutralitätspolitik den Beitritt Micoliniens zur Europäischen Union betrieb, der 1995 vollzogen wurde. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist [[Bernard Sandres]] Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den micolinischen Grünen, unter deren Ägide Micolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten [[Albert Nobel]], der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen [[Acciò Marc Nabert]] (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<title>Geschichte Mikoliniens</title>
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		<updated>2012-05-11T22:48:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Von der Uleistenbewegung zum Frieden von Villagua */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte Micolinien'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien in der Antike ===&lt;br /&gt;
Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die [[Consadiner]] und [[Litier]] und gewann damit die Kontrolle über die gesamten [[Konsetten]] einschlißlich der südlichen [[Muren]]. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche Provinz [[Haescia et Litica]] mit der Hauptstadt [[Villagua|Aquae]] am [[Blaues Meer|Mare Quintisicum]] und dem Legionslager bei [[Cania]]. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende [[Pontier]] und [[Faläer]] kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der micolinischen Halbinsel, die als [[Provinca Micolina]] dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der [[Micoläer]] ab. Lediglich das Gebiet der keltischen [[Sorier]], [[Oskanier]] sowie der [[Faläer]] und [[Vellier]] im [[Hochland von Perucía|alberischen Hochland]] konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz [[Micolina Superior]] mit der Hauptstadt [[Nanthés|Nantium]] und eine südlichere [[Micolina Inferior]] mit der Hauptstadt [[Tinagua|Tinacanum]] aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden micolinischen Provinzen sowie der Provinz [[Haescia et Litica]] die Diözese Micolina und teilte Micolinien wiederum in die Provinzen [[Ligria Ulterior]], [[Micolina Legantiensis]], [[Caeliria]] und [[Lucia]] auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien im frühen Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Micolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der [[Skanten]] im gesamten Norden der [[Konsettenhalbinsel]], das der [[Herkanden]] in Süd- und Mittelmicolinien sowie das der [[Golen]] im Osten mit Teilen [[Conte]]s und [[Litien]]s etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche [[Pirania]], [[Colia]], [[Fanata]], [[Lucia]] und [[Conte]] ([[Herkandische Pentarchie]]). Um 600 einte der Colenfürst [[Antros]] die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im [[Eral]]-[[Luenda]]-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger [[Sylius]] eroberte Teile Lukiens. Aus diesem Reich entstand das Reich der Micoliner. [[Franzerich der Große]] (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und als erster eigentlicher micolinischer König gilt, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Micoliniens inklusive der Inseln [[Sáloa]] und [[Feiroa]] und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die [[Voraneiy]] tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger [[Loris I.]] und [[Lorrivik I.]] unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in Nordmicolinien ins Reich einzugliedern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen [[Perutinger]] auf die Nordküste Micoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem micolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in Nordmicolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter [[Franzerich II.]] und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das micolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem [[Königreich Golen|Golenreich]]. Nach dem Tod König [[Michael I. von Micolinien|Michaels I.]] 804 wurde das Reich im [[Vertrag von Nanthés]] unter seinen drei Söhnen [[Franzerich III. der Kurze|Franzrich]] (Norden), [[Loris II.|Loris]] (Westen) und [[Michael II. von Micolinien|Michael]] (Süden) aufgeteilt, die sich alle Könige von Micolinien nannten und sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der Fürst [[Berrent I.|Berrent]] selbst zum König und begründete das Geschlecht der [[Berrentiden]]. Die Teilreiche [[Montana]], [[Piranía]] und [[Tresterre]] wurden 899 unter [[Korrent III.]] wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmicolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der [[Syliden]]-Dynastie im wiedervereinigten &amp;quot;[[Drei-Micolinien]]&amp;quot; 909 beanspruchte [[Berrent III.]] von Kont die Herrschaft über ganz Micolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen [[Loris IV.|Loris von Lonéa]] zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Drei-Micolinien und Kont, die 989 mit dem Tod [[Berrent IV.|Berrents IV. von Kont]] endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien zwischen Ludiga dem Großen und der Temp de Sang ===&lt;br /&gt;
[[Ludiga der Große]] (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger [[Achim I.]] starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge [[Johann I. von Micolinien|Johanns I.]], eines Neffen Ludigas, wurde von großen Teilen der micolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der [[Haus Salua|Saloaner]] und der [[Älteres Haus Albero|Alberaner]] wiederum gegenseitig bekriegten und mit [[Charl von Álbero]] und [[Distriqs von Salua]] jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Micolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der [[Schlacht von Tinágua]]. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der [[Schlacht bei Saséia]] die Saloaner besiegen. Im [[Heiliger Friede 1078|Heiligen Frieden]] wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn [[Johann II. von Micolinien|Johann II.]] nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der micolinischen Krone verhinderte im [[Erster Peruzinische Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112]] einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn [[Michael III. von Micolinien|Michael III.]] wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Jakob I. der Kühne|Jakob den Kühnen]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Micolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der micolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als &amp;quot;Zeit des Blutes&amp;quot; ([[Temp de Sang]]) oder auch als &amp;quot;[[Micolinischer Bürgerkrieg]]&amp;quot; in die Geschichte ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua ===&lt;br /&gt;
Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Micolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren.&lt;br /&gt;
Nachdem [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Micoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Micolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermicolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Micolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmicolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Micolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.   	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innersagradische Machtkämpfe zwischen [[Lusoniden]] und [[Dianniden]] führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs [[Martin II. von Perucía|Martin des Zänkers]] aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in [[Perucía]] zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn [[Martin Posthumus]] regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des micolinischen Königs [[Richard I. von Micolinien|Richard I.]] stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers [[Renart von Soria]] unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 gegen den sagradischen Bewerber [[Philipp der Schweigsame|Philipp von Redanior]] verlor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge kam es mit südmicolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft ([[Peruzinische Kriege]]). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in Südmicolinien die Könige aus dem [[Haus Salua]] kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. [[Karl III. von Micolinien]] zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die micolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit dem [[Herzog von Scantia]], [[Joán de Gerón]], abtrünniger Bruder der sagradischen Könige [[Martin IV. Felix]], [[Robert von Sagradien|Robert I.]] und [[Jakob II.]], die zu engen Heiratsverbindungen zwischen dem Haus Salua und dem geronesischen Zweig des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Treibende Kraft der Allianz wurde bald König [[Roderich I. von Micolinien|Roderichs I.]] Schwester [[Margarete von Micolinien]], die schließlich auch die Hochzeit zwischen ihrem ältesten Sohn [[Philipp I. von Micolinien|Philipp von Redanior]] und Roderichs ältester Tochter [[Karoline I. von Micolinien|Carolina]] arrangierte. Nach den Bestimmungen der [[Konvention von Santéi]] folgte diese als Königin Karoline I. von Micolinien ihrem Vater auf dem Thron nach und herrschte zusammen mit ihrem Ehemann, der damit als Philipp I. der ersten micolinische König aus dem [[Haus Redanior]] wurde. Als dieser jedoch nach Karolines Tod 1313 alleine regieren wollte, kam es zum Aufstand [[Heinrich von Kont|Heinrichs von Kont]], eines illegitimen Sohnes [[Karl IV. von Micolinien|Karls IV.]], der Philipp besiegen und töten konnte, von den Ständen aber nicht als König anerkannt wurde. Es folgte ein zweijähriges [[Interregnum]], währenddessen Margarete die Regentschaft ausübte. Um einen neuerlichen Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten, allen voran Heinrich von Kont und [[Anton von Servette]], zu verhindern, einigten sich die micolinischen Stände auf ein Schiedsspruchverfahren, in dem sich die Adligen auf den jüngeren Sohn Margaretes und Bruder Philipps I., [[Sergi I. der Weise|Sergi von Gerón]], als König einigten, für den Margarete nachdrücklich geworben hatte. Da Heinrich von Kont den Spruch jedoch nicht anerkannte, kam es zur [[Schlacht bei Lonéa]] zwischen Sergi und Heinrich, in der sich der Geronese durchsetzen konnte und anschließend als Serge I. den micolinischen Thron bestieg, nachdem er im [[Akt von Marrel]] den micolinischen Ständen und insbesondere dem [[Haus Servette]] umfangreiche Privilegien zugesichert hatte. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als fünf Jahre später Jakob II. von Sagradien erbenlos starb, fiel Sergi auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen den Usurpator [[Danadier von Scola]] verteidigen, der mit Hilfe einer antimicolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Serge setzte seinen Schwager [[Martin de Interea]] aus einer illegitimen Linie des Hauses Salua als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Danadier de Scola zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Micoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Serge als erster Herrscher die sagradische und die micolinische Königskrone in seiner Hand. Serge I. führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn [[Sergi II. der Kleine|Serge II.]] (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Revolution und Fünfzigjähriger Krieg ===	&lt;br /&gt;
Die unter Serge I. auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers Sergi II. in eine Krise, die nach der Thronbesteigung [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriels I. des Schönen]] 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im micolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters [[Johann von Tesqué]] führte schließlich zu einem Aufstand des micolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von [[Karl V. von Micolinien|Charl de Interea]], dem [[Herzog von Lonéa]], der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ Gabriel den Schönen schließlich im Jahr 1386 in [[Nantheser Konvention]] offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden [[Micolinischer Revolutionskrieg|Krieg]], in der micolinischen Geschichtsschreibung als &amp;quot;Revolutionskrieg&amp;quot; oder &amp;quot;Unabhängigkeitskrieg&amp;quot; bezeichnet, besiegten die micolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Gabriels in mehreren Schlachten (u.a. bei [[Mel Ladí]] und [[Salazia]] 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des [[Haus Interea|Hauses Interea]] und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden [[Haus Álbero]]. Gabriel I. musste schließlich 1390 im [[Vertrag von Álbero]] offiziell auf die micolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive [[Perucía]] zu verzichten. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger [[Karl VI.]] die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Gabriel dem Schönen zwischen [[Joseph von Óstino]] und [[Michael I.|Michael von Vesaey]] ein. Im [[Vertrag von Nanthés]] verbündete er sich mit [[Joseph von Óstino]], mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Nachdem Miguel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erhob Karl VI. als Vetter Josés und Pate dessen Sohnes [[Johann das Kind|Johann]] selbst Anspruch auf den sagradischen Thron und widerrief damit den Thronverzicht seines Vaters von 1390. Dies führte zum Ausbruch des [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieges]] (1396-1443) zwischen Micolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die [[Tulinesische Republik]], zeitweise auch das [[Haus Servette]] (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]] und [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] auf micolinischer Seite kämpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1420 konnte Micolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor [[Gerón]]. In der [[Alberenser Union]] war es ihm zudem 1408 gelungen, sich die Unterstützung der peruzinischen Stände gegen Sagradien zu sichern. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 übernahm [[Don António]] den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Micolinien in den Schlachten von Gerón, [[San Cristo]] und [[Alágua]] schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den [[Herzog von Servette|Herzögen von Servette]] im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die micolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit [[Tulis]] 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der micolinischen Niederlage in [[Cania]] 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Servette und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Frieden von Tesqué]] 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Micoliniens festgeschrieben. [[Michael II.]], Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als micolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf ganz Nordmicolinien und Perucía verzichten und die so genannte [[Medéo-Linie]] wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb [[Golen]] bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des [[Ligrisches Meer|Ligischen Meeres]] an Micolinien fiel. Damit hatte das Königreich Micolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Servettinische Kriege ===&lt;br /&gt;
Der [[Frieden von Tesqué]] bildete die Basis, auf der die micolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches micolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem [[Herzog von Servette]] noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als [[Herzog von Sáloa]] sowie [[Fürst von Saséia]] und [[Fürst von Marbore]] den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der micolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in [[Lukien]] und [[Piranía|Südpiranien]] wie die [[Grafschaft Drouvel]] und die [[Grafschaft Carata]] als Pfandschaften in die Hand Servettes über. Für die micolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Servettiner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem 1477 mit dem Tod [[Anton III. von Servette|Antons III. von Servette]] die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König [[Heinrich I. von Micolinien]] gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren.  Die servettinischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit [[Filip von Saséia]] den illegitimen Sohn Antons zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König [[Jakob III.]] unterstützt. Es kam zum [[Erster Servettinischer Krieg|Ersten Servettinischen Krieg]] zwischen Micolinien und Sagradien, den Micolinien nach der [[Schlacht von Tinágua]] 1479 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die servettinisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde. Nach dem Tod Filips 1490 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Micolinien ([[Zweiter Servettinischer Krieg]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1494 konnte Micolinien die sagradischen Truppen bei [[Joçaleia]] zurückdrängen und [[Golen]] besetzen, 1496 wurde [[Servette]] eingenommen und die Regentin [[Isabel de Sántori]] abgesetzt. Daraufhin landeten sagradische Heere bei [[Macedi]] und besiegten die Heere Heinrichs in zwei wichtigen Feldschlachten in [[Sant Filip]] und [[Cosqol]]. Heinrich II. musste sich aus Servette zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in [[Lukien]] und [[Piranien]] halten. Erst 1499 gingen auch Golen und Plato wieder an Sagradien, das sich damit zur Hegemonialmacht auf der Konsettenhalbinsel aufstieg. Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Servettinischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der micolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog [[Peter I.]] von Servette 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Micolinien im  [[Dritter Servettinischer Krieg|Dritten Servettinischen Krieg]] vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Servettinischen Kriege endeten 1506 endgültig im [[Frieden von Sáloa]], in dem [[Achim II. von Micolinien|Aquim II.]] dem sagradischen König [[Peter II.]] die Herrschaft über die [[Servettinische Lande|Servettischen Lande]] sowie über die [[Markgrafschaft Golen]], die [[Südkont]], die [[Westligre]] sowie [[Lukien]] (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Uleistenbewegung zum Frieden von Villagua ===&lt;br /&gt;
Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in Südmicolinien war die Position Micoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Micoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König [[David I.]] zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die micolinischen Könige [[Achim II. von Micolinien|Aquim II.]] (1501-1542) und [[Karl VII. von Micolinien|Karl VII.]] (1542-1571) um die innere Konsolidierung des Königtums, mussten teilweise aber schwere innere Konflikte meistern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon die Könige des späteren 15. Jahrhunderts hatten von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der Eigenständigkeit der peruzinischen Stände betrieben. Konflikte mit der noch immer starken Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Um 1540 kam der englische Calvinist [[Francis Howle]] (Franziskus Uleus) ins nordmicolinische [[Erín]], wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. In seinem Erfolg verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Unter den Königen Karl VII. und [[Karl VIII. von Micolinien|Karl VIII.]] (1571-151578) wurden diese „[[Uleisten]]“ verfolgt und unterdrückt, die nordmicolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im [[Erster Uleistenkrieg|Ersten Uleistenkrieg]] belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein [[Zweiter Uleistenkrieg]] 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde [[Albert I. von Micolinien|Albert I.]] (1578-1624) aus der Nebenlinie [[Interea-Conte]]. Er erließ 1584 das [[Edikt von Plato]], in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Micolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „[[Reformats]]“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Micolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer mit dem Dauerrivalen und zur Großmacht aufgestiegenen Sagradien konzentrieren. Der [[Ligrischer Krieg|Ligrische Krieg]] von 1620-24 um die Herrschaft über die Westligre endete jedoch in einer klaren Niederlage Micoliniens und der verbündeten Engländer. Nach dem gescheiterten Kriegsabenteuer versuchte Micolinien zur Mitte des 17. Jahrhunderts auf dem Heiratsweg eine machtpolitische Stärkung gegenüber Sagradien zu erhalten und übte eine gewisse Zeit Einfluss auf die sagradische Hofpolitik aus, ohne damit aber territoriale Gewinne erzielen zu können. Nachdem [[Katharina von Micolinien]], Schwester des micolinischen Herrschers [[Karl IX. von Micolinien|Karl IX.]] (1624-1670) und Mutter des sagradischen Königs [[Gabriel VII.]] 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Kriegs]] um den Besitz Golens, Servettes und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge Karls IX., der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem [[Frieden von Villagua]], in dem Micolinien endgültig auf die Lehnsherrschaft über Servette verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom servettinischen Herzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge [[Johann IV. von Micolinien|Johanns von Álbero]], eines Neffen Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie [[Interea]] auf dem micolinischen Thron.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Restitutionskriege im 18. Jahrhundert ===&lt;br /&gt;
Auch wenn Micolinien in der langen Regierungszeit Karls IX., sein hauptsächliches Ziel, die Vertreibung Sagradiens von der eigenen Halbinsel, nicht durchsetzen konnte, so kehrte der Friede von Villagua doch die machtpolitischen Vorzeichen im sagradisch-micolinischen Verhältnis um und leitete längerfristig den Abstieg der Großmacht Sagradien und den allmählichen Aufstieg der konsolidierten micolinischen Krone ein. Im Bündnis mit England gelang es Micolinien im Spanischen Erbfolgekrieg, weitere wichtige Schritte gegen Sagradien zu unternehmen. Anders als im Asumarischen Krieg unter Karl IX. brachten die Kampfhandlungen gegen Sagradien unter [[Georg I. von Micolinien|Georg I.]] (1686-1714) auch territoriale Gewinne, die &amp;quot;Restitutionspolitik&amp;quot; der micolinischen Monarchie mit dem Ziel der Einigung der gesamten Halbinsel unter micolinischer Herrschaft zeichnete erstmals Erfolge. Im [[Friede von Cresq 1712]] sicherte sich Micolinien den Besitz der strategisch wichtigen Insel [[Feiroa]] vor der Küste [[Servette]]s sowie einige Festungen in [[Lukien]].   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge rangen die Könige [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]] (1714-1719) und [[Karl X. von Micolinien]] (1719-1760) mit Frankreich um den entscheidenden Einfluss auf das destabilisierte Sagradien und suchte von den inneren Wirren in Sagradien territoriale Vorteile herauszuschlagen. Georg II. unterstützte im [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkrieg]] die aufständische Adelskoalition. Im [[Sagro-Micolinischer Krieg 1718-1720|Sagradisch-Micolinischen Krieg von 1718-1720]] sowie den folgenden Auseinandersetzungen im Jahr 1722/23 sicherte sich Micolinien vom geschwächten Sagradien große Teile [[Südkont]]s, besetzte Teile Lukiens und setzte in der Folge die favorisierte [[Maria I.]] auf dem sagradischen Thron gegen den von Frankreich unterstützten [[Philipp Karl von Viça]] durch. Mit Marias Ehemann [[Johann III. Franz]] von Sagradien wurden 1736 im [[Vertrag von Monte Sinicia]] zahlreiche Grenzkonflikte zwischen beiden Ländern niedergelegt. U.a. gingen die bereits besetzten Gebiete Lukiens fest in micolinische Hand über. Der grundsätzliche Gegensatz zwischen beiden Ländern blieb jedoch bestehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Erlöschen des [[Haus Santori|Hauses Santori-Servette]] in männlicher Linie im Jahr 1737 versuchte König [[Karl X. von Micolinien]] (1719-1760) abermals, das Reich im Süden der Halbinsel zu erobern. Da er selbst mit Antonia, einer Schwester des letzten Großherzogs [[Karl VI. Ferdinand von Servette|Karl Ferdinand]], verheiratet war, erkannte er die Nachfolge seiner Schwägerin [[Maria I. von Servette]], der älteren Schwester Antonias, nicht an und erhob selbst Anspruch auf das Großherzogtum. Es kam zum neuerlichen Krieg, in dem sich jedoch Maria mithilfe ihres französischen Ehemanns [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] vorerst durchsetzen konnte, da das mit Micolinien verbündete England eine neuerliche große Auseinandersetzung am Westrand Europas im Angesicht eines sich abzeichnenden Großkonflikts um die österreichische Erbfolge zu meiden versuchte. Im [[Nantheser Ausgleich]] von 1739 musste Karl X. seine Schwägerin Maria und ihren Mann Louis-Gabriel als Regenten in Servette anerkennen, erhielt aber für den Fall der Kinderlosigkeit Marias das Erbrecht im Herzogtum, im Falle einer weiblichen Nachfolge die Option auf eine Verlobung mit dem eigenen Thronfolger.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst die Politik Karls X. im [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg]] 1755-1760 brachte Micolinien das lange erstrebte Ziel ein. Während Frankreich den Servettiner Regenten [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] als künftigen König favorisierte und ihn gegen die regierende [[Maria II. Franziska]] durchzusetzen suchte, verbündete sich Micolinien mit Maria II. und rückte nach dem Tod Marias von Servette gegen den regierenden Louis-Gabriel de Vienne in den [[Servettinische Lande|Servettinischen Landen]] vor. Der erfolgreiche Krieg versetzte Micolinien 1757 in die Lage, aus einer Position der Stärke heraus das Einvernehmen mit Frankreich zu suchen. Im [[Vertrag von Tinagua 1757]] und im endgültigen [[Friede von Tinagua|Friedensschluss von 1760]] wurde der Vienne-Herrscher nach seinem Erfolg gegen Maria II. als König von Sagradien anerkannt, musste seinerseits aber auf Servette und die gesamten Lande verzichten. König Heinrich III. war es schließlich auch, der den micolinischen Königshof im Jahr 1772 von [[Nanthés]] nach [[Servette]] verlegte und die Stadt in der Folge zur Hauptstadt des Reichs ausbaute.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschluss der Restitution und Sicherung in den Golenkriegen === &lt;br /&gt;
Während der Napoleonischen Kriege ging Micolinien im Bündnis mit Großbritannien auf klaren Konfrontationskurs zu Frankreich und schloss sich der antinapoleonischen Allianz an. Der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805 führte schließlich zum erneuten Krieg zwischen Micolinien und Sagradien. Den micolinischen Truppen gelang es dabei in den Folgejahren, mit Hilfe Großbritanniens alle französisch-sagradischen Invasionsversuche abzuwehren und im Gegenzug die angestrebte Reunion der micolinischen Halbinsel erfolgreich abzuschließen. Der Inbesitznahme [[Westligrien]]s, [[Tinagua]]s sowie [[Plato]]s folgte die erfolgreiche Besetzung [[Cuentez]]' sowie [[Golen]]s. Zugleich unterstützte der micolinische König [[Karl XI. von Micolinien|Karl XI.]] seit 1808 aktiv die antinapoleonische Bewegung innerhalb des mit Frankreich verbündeten Sagradien. Im [[Winterkrieg 1812/1813]] konnten die Heere Micoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen beiegen. Schließlich erreichte Micolinien auf dem Wiener Kongress die Bestätigung des Besitzes aller eroberten Gebiete. Lediglich Cuentez und der noch nicht in Besitz genommene Ostteil Golens sollten bei Sagradien verbleiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen liberalen Aufstand gegen den König in Sagradien ([[Novemberrevolution 1817]]), um unter dem Vorwand der Restauration auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Der sagradische König [[Joseph Ludwig II.]] musste im [[Vertrag von Vèrisa]] schließlich nochmals die Abtretung Westgolens an Micolinien bestätigen, widerrief den Vertrag aber 1819 und versuchte in zwei [[Golenkriege]]n, das gesamte golische Gebiet sowie die zu Beginn des Jahrhunderts verloren gegangenen Gebiete in Micolinien für die sagradische Krone zurückzuerobern. Nach zwei wechselvollen Kriegen musste Sagradien seinen Anspruch aufgeben, sodass Micolinien, nachdem es zwischenzeitig ganz Golen beherrscht hatte, die dauerhafte Teilung der Region im [[Frieden von Diegue]] 1829 durchsetzen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien zwischen Beginn und Ende der Demokratie ===&lt;br /&gt;
In der Folge der revolutionären Unruhen im April 1848, die von Sagradien auch nach Micolinien überschwappten, hier jedoch zu keinen nennenswerten Umstürzen führten, erließ Königin [[Luise I. von Micolinien|Luise I.]], seit 1852 als Nachfolgerin ihrer Großeltern [[Karoline I. von Micolinien]] und [[Michael IV. von Micolinien|Michael IV.]] Königin, eine [[Micolinische Verfassung von 1855|liberale Verfassung]]). Mit der [[Micolinische Verfassungsreform 1879|Verfassungsreform des Jahres 1879]] wurde das Regierungssystem weitgehend parlamentarisiert und die Verantwortlichkeit des Kabinetts gegenüber den beiden Kammern des Nationalparlaments festgeschrieben. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel [[Henrique Joann Prinz von Perucía]] nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das micolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als [[Johann V. von Micolinien|Johann V.]] den Thron bestieg und die Dynastie [[Albero-Poléi-Battenberg]] begründete.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1888-1894) und [[Fernand Esquill]] (1904-1907) wurde eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisierten. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlsieg der [[Partit Socialiste|Sozialisten]] beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden. Nachdem Micolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale [[Marc Visconte]] bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, dem sowohl Konservative als auch Sozialisten angehörten. Nach dem Krieg geriet das Land in eine schwere Krise, in der es den demokratischen Parteien nicht mehr gelang, Lösungen für die sozialen Probleme des Landes zu finden. Nach landesweiten bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen linken und rechten Kampfverbänden sowie dem Wahlsieg der faschistischen [[Micolinische Nationalpartei|Micolinischen Nationalpartei]] von [[Pier Ulisse]] ernannte König [[Karl XII. von Micolinien|Karl XII.]] den ultrakonservativen General [[Osvalt Camur]] zum Staatsminister, der ein autoritäres Regime installierte und im Oktober 1922 eine ständestaatliche  Verfassung erließ, welche die parlamentarische Demokratie abschaffte ([[Nove Regimen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Faschistische Juni-Bewegung und Ulisse-Regime ===&lt;br /&gt;
Dennoch gelang es Camur nicht, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen und den Quasi-Bürgerkrieg zu beenden. Besonders die faschistische paramilitärische [[Schwarze Garde]] (Guarda Negre) gewann mit ihrem gewaltsamen Terror immer mehr Macht im Land. Im Juni 1924 startete Ulisses &amp;quot;[[Juni-Bewegung]]&amp;quot; einen &amp;quot;[[Marsch auf Servette]]&amp;quot; nach dem Vorbild Mussolinis, der ihm die Regierungsgewalt sichern sollte. König [[Karl XII. von Micolinien|Karl XII.]] gab schließlich nach und entließ Camur, um unmittelbar darauf Ulisse zum Staatsminister zu ernennen. Binnen kürzester Zeit modifizierte er die ständestaatliche Camur-Verfassung so, dass sie Ulisses PNM die alleinige Staatsmacht sicherte. Als neues entscheidendes Verfassungsorgan wurde der [[Nationaler Generalrat|Nationale Generalrat]] installiert, der faktisch die Rechte des Königs und des Staatsrats übernahm und bündelte. Die Bürgerrechte wurden suspendiert, die oppositionellen Parteien ausgeschaltet, die PNM zur alles beherrschenden Staatspartei gemacht.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Juni-Regime betrieb im ganzen Land eine systematische Micolinisierungspolitik, die die gewaltsame Unterdrückung der zahlreichen Regionalsprachen wie des Golischen, des Peruzinischen und des Litischen umfasste. In der Folge brach 1935 ein groß angelegter Aufstand in allen Teilen Golens aus ([[Golischer Aufstand 1935]]), der blutig niedergeschlagen wurde, aber zu einem anhaltenden Guerilla- und Bürgerkrieg führte. In der [[Golenkrise 1935/36]] besetzten zudem, unter dem Vorwand, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, micolinische Truppen das sagradische [[Val d’Ambrís]] sowie Teile der Provinz [[Escada]]. Nachdem der micolinische Außenminister [[Charl Marrel]] ein internationales Moratorium erwirken konnte, musste sich Micolinien 1936 wieder aus Sagradien zurückziehen, behielt aber einige Stützpunkte im [[Celistal]] sowie im [[Ambristal]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Narzissenrevolution und die Redemokratisierung des Landes === &lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg blieb Micolinien trotz seiner ideologischen Nähe zu den Achsenmächten neutral. Dennoch führte der Sieg der Alliierten zu einer Destabilisierung des Juni-Regimes. Nach dem überraschenden Tod Ulisses im Mai 1947, mit dem das Regime seine unumstrittene Führungsfigur verloren hatte, zeigte die PNM-Führung zunehmend Auflösungserscheinungen, da Ulisses Nachfolger [[Noribert Ferrer]] es nicht vermochte, die Partei geschlossen hinter sich zu bringen. Im April 1948 kam es zum Aufstand der linksoppositionellen [[Narzissenbewegung]] (Moviment Narcisse), die so genannte &amp;quot;[[Narzissenrevolution]]&amp;quot;, die binnen kürzester Zeit die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich bringen konnte. Nachdem der Generalrat es nicht schaffen konnte, die Aufstände zu stoppen und das Militär den Kampf gegen die Aufständischen verweigert hatte, entließ König Karl XII. den Staatsrat Ferrer und dankte zugunsten seines Sohnes [[Karl XIII. von Micolinien]] ab. Dieser entmachtete umgehend den Generalrat und setzte die Verfassung aus. Stattdessen ernannte er den Sozialistenführer [[Antoni Piël]], einen der Führer der Narzissenbewegung, zum neuen Staatsminister. Er berief ein nationales Kabinett aus [[Partit Comuniste Micoline|Kommunisten]], [[Partit Socialiste Lavorator|Sozialisten]] und [[Cèntre Democrat Micoline|Christdemokraten]]. Eine der ersten Amtshandlungen war das Verbot der PNM, die Verhaftung ihrer führenden Köpfe sowie die Reinstallation der Bürgerrechte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1948 kam es zu den ersten freien Wahlen seit 1922, bei denen die Christdemokraten überraschend eine Mehrheit vor Sozialisten, Kommunisten und [[Partit Democrat Libral|Liberalen]] erreichten. Der parteilose [[Francis Ernest Crést]] bildete eine Dreiparteienregierung aus CDM, PSL und PDL, die nach Austritt der Sozialisten im Jahr 1949 von einem christdemokratisch-liberalen Staatsrat unter [[Armand Mikael Carpol]] (CDM) abgelöst wurde. Eine [[Micolinische Verfassung von 1948|neue liberale Verfassung]], die im Wesentlichen an die von 1879 anknüpfte, wurde in einer Volksabstimmung im Dezember 1948 angenommen. Um die nach dem Zusammenbruch des Juni-Regimes wieder aufflammenden Separationsbestrebungen in [[Golen]], aber auch die Regionalbewegungen in [[Perucía]] und [[Litien]] auffangen und die Integrität des Landes sicherstellen zu können, sah die neue Verfassung die Umwandlung Micoliniens von einem Einheitsstaat in einen Bundesstaat unter parlamentarisch-monarchischer Regierung vor. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde weitgehende kulturelle Autonomie garantiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Regierung liberalisierte das Land wirtschaftlich, hielt aber an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Micolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Micolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Micoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der micolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell, da Sagradien die ehemals sagradische Provinz [[Golen-Casqa]], also den Ostteil der neuen [[Region Golen]], nach wie vor als besetzten Teil seines Staatsgebiets betrachtete, auch wenn man keine aktive Wiedereroberungspolitik betrieb. Die Spannungen der Jahre 1948 und 1949 wurden erst im Jahr 1955 durch die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] zwischen Micolinien, Sagradien und der golischen Regionalregierung beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Micolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der [[Sagradische Sprache|sagradisch-]], [[Eskadische Sprache|eskadisch-]] und [[Asumarische Sprache|azumarisch]]-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Micolinien im [[Abkommen von Plato|Folgeabkommen von Plato]] (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf [[Cuentez]] fallen. Das 1943 von micolinischen Truppen besetzte [[Allécapo]] wurde daraufhin geräumt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das demokratische Micolinien auf dem Weg in die europäische Gemeinschaft ===&lt;br /&gt;
Zwischen 1952 und 1956 regierten die Christdemokraten alleine. Im Jahr 1960 gehörte Micolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer [[Volksfront]]regierung der Sozialisten unter Tolerierung der Kommunisten unter PSL-Führer [[Luvis Blum-Sael]] regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter [[Mikael Mari Salt]] ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit [[Charl Henrique Valdés]] erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende [[Joann Christén]] zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten [[Joán Caval]]s hin kam es 1972 zur Gründung des [[Blaumeerrat]]es (''Consile Asumaresq'', ''Côsíliu Azumarês'') als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten [[Sagradien]], [[Micolinien]] und dem [[Fürstentum San Cristo]]. Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur [[UPD]]. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist [[Guillemes Oreste]] bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter [[Martin Bertrand]] (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger [[Stefan Casagre]] weichen. Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete [[Antoni Sagrand]] (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, [[DL]] und UPD unter [[Noribert Pasquale]] (CDM) abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat [[Carlo Masane]] eine Große Koalition mit den Sozialisten, welche in Abkehr von der traditionellen Neutralitätspolitik den Beitritt Micoliniens zur Europäischen Union betrieb, der 1995 vollzogen wurde. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist [[Bernard Sandres]] Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den micolinischen Grünen, unter deren Ägide Micolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten [[Albert Nobel]], der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen [[Acciò Marc Nabert]] (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<title>Sechzigjähriger Krieg</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Anlass */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Fünfzigjähriger Krieg''' ist die Bezeichnung für eine Reihe von Kriegen im [[Sagradien|sagradisch]]-[[Micolinien|micolinischen]] Konflikt, der nach dem Ende der [[Union von Alágua]] 1386/90 aufflammte. Traditionell werden der Beginn des Kriegs mit dem Einfall [[Karl VI. von Micolinien]] 1396 in [[Perucía]] und sein Ende mit dem [[Friede von Tesqué|Friedensvertrag von Tesqué]] 1443 angesetzt. Jedoch können bereits der so genannte [[Micolinischer Revolutionskrieg|Micolinische Revolutionskrieg]] (''Guerra de la Revolutió'') von 1386-1390 sowie der sagradische [[Krieg der zwei Herzöge|Bürgerkrieg der zwei Herzöge]] (''Guerra de Ducas'') von 1392-1396 als erste Phasen des Fünfzigjährigen Kriegs angesehen werden, dessen Kampfhandlungen weitestgehend bereits 1439 endeten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im einzelnen umfasst der Fünfzigjährige Krieg folgende Phasen der Auseinandersetzung:&lt;br /&gt;
* [[Micolinischer Revolutionskrieg]] (1386-1390)&lt;br /&gt;
* [[Krieg der zwei Herzöge]] (1392-1396)&lt;br /&gt;
* Sagradisch-Micolinischer Krieg um Perucía, Golen und Scantia (1396-1423, 1427-1443)&lt;br /&gt;
* Erster Tulinesisch-Micolinischer Krieg (1398-1418)&lt;br /&gt;
* [[Tulinesischer Bürgerkrieg]] (1416-1423)&lt;br /&gt;
* Zweiter Tulinesisch-Micolinischer Krieg (1424-1440)&lt;br /&gt;
* [[Servettinisch-Loneischer Krieg]] (1420-1429)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anlass ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des sagradischen Königs [[Jakob II.]] und seinem Sieg über [[Danadier I. von Scola|Danadier von Scola]] 1321 hatte König [[Sergius I. der Große|Serge I.]] aus dem [[Haus Redanior]], seit 1313/15 als Nachfolger seines Bruders [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] als [[König von Perucía]] und [[König von Micolinien]], die drei Königreiche von Sagradien (inklusive [[Golen]]), Perucía und Micolinien in der [[Union von Alágua]] in Personalunion vereint. Die Herrschaft seines Enkels [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriel dem Schönen]] hatte 1386 jedoch zur Rebellion der micolinischen Stände unter der Führung von [[Karl V. von Micolinien|Karl von Interea]], einem illegitimen Nachkommen der micolinischen [[Haus Salua|Salua]]-Könige, geführt, der sich als Karl V. zum micolinischen König machte und seine Herrschaft im Micolinischen Unabhängigkeitskrieg von 1386-1390 sicherte. Die micolinischen Stände beriefen sich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, in der sie dem [[Erbteilungsplan Sergis II.]] zugestimmt hatten, der die Trennung der sagradischen von der micolinischen und peruzinischen Krone unter Sergis Nachfolgern vorgesehen hatte, jedoch nie wirksam geworden war. Im [[Vertrag von Albero]] musste Gabriel IV. 1390 seine Ansprüche auf die micolinische Krone fallen lassen, behielt aber Perucía und Golen, während Karl VI. wiederum auf alle Ansprüche in Sagradien verzichtete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erbenlosigkeit Gabriels führte aber dazu, dass der Vertrag lediglich eine Zwischenstation in der Auseinandersetzung blieb. Noch zu Lebzeiten Gabriels begannen in Sagradien bürgerkriegsartige Nachfolgekämpfe zwischen den Häusern [[Haus Vesaey|Vesaey]] und [[Haus Ostino|Ostino]] um das Königtum. In Perucía kristallisierten sich mehrere Adelsparteien heraus, die sich zwar auf die Behauptung des ständischen Wahlrechts, nicht aber auf einen Nachfolgekandidaten einigen konnten. Nach dem Tod Gabriels 1395 kam es in Sagradien schließlich zur Fortführung des Kriegs zwischen seinen möglichen Nachfolgern [[Michael I.|Michael von Vesaey]] und [[Joseph von Óstino]], in dem der Ostinenser sich mit [[Karl VI. von Micolinien]], seit 1391 Nachfolger Karls V. als König von Micolinien, verbündete und zunächst siegte, ehe Michael von Vesaey aber 1396 die Oberhand gewann und seinen Kontrahenten zur Abdankung zwang. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitgleich nahm ein Teil des peruzinischen Adels Verhandlungen mit Karl VI. auf und bot ihm ohne Mehrheit der Stände das Königtum an, was dieser wiederum 1396 zur Intervention in Perucía nutzte und damit den Krieg mit Sagradien auslöste. Karl und die promicolinische Ständepartei beriefen sich dabei auf die Konvention von Marbore. Nach dem Tod Josephs von Óstino 1398 erklärte Karl zunächst dessen 13-jährigen Sohn [[Johann das Kind]] zum sagradischen König, erhob nach dessen Tod 1402 aber kurze Zeit selbst Anspruch auf die sagradische Krone, womit er den Vertrag von 1390 in allen Teilen, aber auch die Konvention von Marbore, auf die er sich bis dahin berufen hatte, für ungültig und sich selbst zum legitimen Erben des Reichs Sergis I. erklärte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Auf sagradischer Seite kämpften zeitweise die [[Tulinesische Republik|Comitat-Republik Tulis]] sowie das im Krieg um [[Lonéa]] befindliche [[Haus Salua-Servette]] in Micolinien, mit dem micolinischen König waren u.a. die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]], [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] und [[Haus Alagua|Golen-Alagua]] verbündet, ehe nach einem Seitenwechsel in der Endphase auch der [[Herzog von Servette]] als potenter Geldgeber Karls VI. eine Schlüsselrolle spielte. Während es für Karl VI. um die Eroberung Perucías und Golens und zeitweise auch den Gewinn der sagradischen Krone ging, versuchte Sagradien unter Michael I. und [[Michael II.]] seine Besitzungen im Norden der micolinischen Halbinsel zu halten. Die Tulinesische Republik der [[Sántori]]-Contes sah in einer neuerlichen sagradisch-micolinischen Union unter Karl VI. eine Gefahr für die eigene Unabhängigkeit und kämpfte um seine Vorherrschaft im [[Blaues Meer|Blaumeer]], seine Kolonien in Ostmicolinien sowie beanspruchte Gebiete in Golen. Für die nur zeitweise und auch nur indirekt gegen Karl VI. kämpfenden [[Haus Salua-Servette|Servettenser]] ging es vor allem um eine Stärkung der eigenen Hausmacht in Südmicolinien und die Unabhängigkeit von der Krone, während die Anmeldung eigener Ansprüche auf die micolinische Krone vor allem taktischer Natur war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kriegsverlauf ===&lt;br /&gt;
Die Anfangsphase des Kriegs zwischen Sagradien und Micolinien brachte Erfolge für Micolinien, das sich in der [[Alberenser Union]] 1409 die Unterstützung der peruzinischen Stände sichern und anschließend bis nach [[Gerón]] vordringen konnte, die Belagerung der Stadt aber 1420 aufgeben musste. Zu dieser Zeit fand der Krieg hauptsächlich im Gebiet rechts der Konsetten statt mit micolinischen und tulinesischen Truppen auf sagradischem Gebiet, wobei die Gewinne [[António de Sántori]]s, als [[Fürst von Valier]] sagradischer Lehnsträger, gegen den mit Micolinien verbündeten Markgrafen [[Ludwig von Golen]] zwar offiziell im Namen der sagradischen Krone stattfanden, de facto aber die Macht der Sántori vermehrte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die gescheiterte Belagerung Geróns 1420 führte zu einer Wende im Krieg. Obwohl Michael I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 fiel, siegte sein Sohn [[Don António]] 1422 und 1423 bei [[San Cristo]] und [[Alágua]], ehe die Kämpfe vorübergehend eingestellt wurden. Während Karl VI. in der Folge mit Gefechten gegen Tulis und das rebellierende Haus Servette beschäftigt war, nahm Sagradien unter Michael II. die Kämpfe im Jahr 1427 wieder auf und rüstete zur Gegenoffensive. In der [[Schlacht von Cania]] erlitt Micolinien eine empfindliche Niederlage und verlor in der Folge große Gebiete [[Conte]]s an Sagradien. Die Rebellion Contes gegen Sagradien im Jahr 1431 beendete schließlich die sagradische Offensive.&lt;br /&gt;
Kleinere Gefechte brachten in der Folge keine neuen Entwicklungen, ehe die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden. 1440 schloss Micolinien einen Separatfrieden mit Tulis, das seine Stützpunkte in Micolinien behielt, ehe der Krieg im Frieden von Tesqué von 1443 endgültig beendet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Folgen ===&lt;br /&gt;
Mit dem [[Frieden von Tesqué]] endete die von 1321 bis 1386 bestehende und danach von verschiedenen Seiten angestrebte sagradisch-micolinische Union endgültig und die seit dem 11. Jahrhundert andauernden Kämpfe um Perucía wurden aufgegeben. Der Friedensvertrag berief sich inhaltlich auf die [[Konvention von Marbore]] von 1368, bestätigte aber de facto lediglich den im Krieg entstandenen Status Quo. Mit dem Verzicht Sagradiens auf Perucía und dem Micoliniens auf Golens sowie die Festschreibung der so genannten &amp;quot;[[Medeo-Linie]]&amp;quot; als Grenze beider Staaten wurde die bis 1815 und mit leichten Veränderungen in Bezug auf Golen bis ins 20. Jahrhundert hinein gültige Grenze zwischen beiden Staaten festgelegt. Der Friedensvertrag von Tesqué kann darüber hinaus als Gründungsstunde des modernen micolinischen Nationalstaates gelten, da das neue Königreich erstmals überhaupt seit dem Frühmittelalter neben Süd- und Mittelmicolinien auch den peruzinischen Norden umfasste, der heute als integraler Bestandteil Micoliniens angesehen wird. In Micolinien konnte sich in der Folge das Königtum des [[Haus Interea|Hauses Interea]] stabilisieren, dessen Herrschaft in Nebenlinien bis heute andauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Frieden mit Micolinien bildete die Grundlage für den Aufstieg Sagradiens zur europäischen Großmacht und zur Weltmacht im 16. Jahrhundert (so genanntes [[Goldenes Jahrhundert]]). Die Servettensischen Herzöge konnten sich im Süden de facto als unabhängige Macht etablieren, deren Besitztümer am Ende des Jahrhunderts an die sagradischen [[Haus Santori|Santori]]-Könige fiel. Die Tulinesische Adelsrepublik ging nach Eroberungen, Bürgerkämpfen, Verlusten und neuerlichen Siegen schließlich als de facto unabhängige Monarchie der Santori hervor, die als Fürst-Grafen von Valier, Tulis, Golen, Conte und Plato zum eigenen Machtfaktor aufgestiegen waren. Durch das Ehebündnis zwischen den Sántori und den [[Haus Vesaey]] gelangte das kurzlebige Konglomerat schließlich 1457 zum Königreich Sagradien der [[Sántori]]-Könige und bildete neben Servette eine wesentliche Stütze der frühneuzeitlichen Santori-Monarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Frieden zwischen Sagradien und Micolinien hielt jedoch nicht einmal ein halbes Jahrhundert. Mit dem Ende der Servettiner Dynastie im Süden kam es seit 1477 zu neuerlichen Kriegen zwischen Sagradien und Micolinien um das Erbe der saluanischen Herzöge in Südmicolinien, in denen sich schließlich die sagradischen Santori durchsetzen konnten ([[Servettinische Kriege]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einschätzung ===&lt;br /&gt;
Die micolinische Nationalgeschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts sah den Fünfzigjährigen Krieg mehrheitlich als Fortsetzung des Befreiungskriegs gegen Sagradien und als micolinischen Einigungskrieg. Dagegen wurde der Krieg in Sagradien als erfolgreicher Abwehrkrieg der micolinischen Expansionsbestrebungen angesehen. Die neuere Forschung betont den machtpolitischen Charakter des Erbfolge- und Bürgerkriegs und bezeichnet die Auseinandersetzungen als Beispiel eines Staatsbildungskriegs, aus dem schließlich nicht nur die moderne micolinisch-peruzinische Monarchie, sondern auch der sagradische Santori-Staat der frühen Neuzeit in Grundzügen hervorgegangen ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Krieg in Micolinien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Martin_von_Ostino&amp;diff=9496</id>
		<title>Martin von Ostino</title>
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		<updated>2012-05-11T22:31:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Joseph I.''' (von Sagradien) von Óstino, (*1345, †1398) war [[König von Sagradien]] (1395/1396), erster und einziger König aus dem [[Haus Óstino]]. Wurde nach dem Tod des letzten [[Haus Redanior|Redanior]]-Königs [[Gabriel IV.]] in [[Sagradien]] mit [[Micolinien|micolinischer]] Unterstützung König, musste nach einem Jahr aber bereits abdanken, was den [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] zwischen Sagradien und Micolinien auslöste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joseph wurde 1345 in [[Óstino]] als Sohn des Herzogs [[Johann von Óstino]] und Adelina von Rantiata geboren. Seine Großmutter Maria von Gerón war eine Schwester [[Sergius I. der Große|Sergis des Großen]] und eine Nichte [[Robert von Sagradien|Roberts I.]] und [[Jakob II.|Jakobs II.]], sein Vater damit ein Cousin [[Sergius II. der Kleine|Sergis II.]], er selbst zudem Vetter [[Karl V. von Micolinien|Karls von Interea]], dessen Mutter eine Schwester Johanns von Óstino war und der sich 1386 gegen König [[Gabriel IV.]] von Sagradien erhob und selbst als Karl V. den micolinischen Thron bestieg. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
José de Óstino heiratete 1369 Charlotte von Gerón, eine Schwester Gabriels IV. Da dieser kinderlos war, kam es bereits zu Lebzeiten zu Nachfolgekämpfen um das Erbe des vermeintlich letzten Redanior-Königs, in denen Joseph als Schwager und naher Verwandter Gabriels als einer der aussichtsreichen Kandidaten galt. Während sein Konkurrent [[Michael I.|Michael von Vesaey]] als Enkel Sergis I. nach Blutsverwandtschaft die höheren Rechte auf den Thron hatte, leitete Joseph seine höheren Rechte von seiner Ehefrau Carlota ab. &lt;br /&gt;
Nach dem [[Vertrag von Álbero]], in dem Gabriel auf den micolinischen Thron verzichten musste, erhob sich Joseph selbst gegen König Gabriel, versöhnte sich 1392 aber wieder mit ihm, da er hoffte, vom kinderlosen Gabriel als Erbe eingesetzt zu werden. Gegen diese Bestrebungen lehnte sich Miguel de Vesaey, ebenfalls ein Schwager Gabriels, auf und es kam zum &amp;quot;[[Krieg der zwei Herzöge]]&amp;quot; zwischen Joseph, der 1393 seinem Vater als [[Herzog von Óstino]] nachgefolgt war, und Miguel de Vesaey, dem [[Herzog von Sesín]], um die Thronfolge Gabriels. Nachdem er sich im Krieg nicht durchsetzen konnte, floh er nach Micolinien, wo er 1394 mit seinem Vetter [[Karl VI. von Micolinien]] ein Bündnis gegen den König Gabriel und seinen Konkurrenten Miguel de Vesaey schloss ([[Vertrag von Nanthés]]).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Unmittelbar nach dem Vertragsschluss zog Joseph mit einem micolinischen Heer nach Sagradien, wo er gegen Gabriel zog. Dieser rief Miguel de Vesaey zu Hilfe, der aber seine Unterstützung verweigerte. In der [[Schlacht von Meném]] siegte Joseph über den König und nahm ihn gefangen. Er zwang den König, ihn als Erben einzusetzen, was die gegnerische Vesaey-Partei aber nicht anerkannte. Wenige Monate später, im Februar 1395, starb Gabriel IV. in der Gefangenschaft Josephs und dieser erhob sich selbst zum König. Mit micolinischer Unterstützung konnte er seinen Konkurrenten Miguel de Vesaey im April und im August 1395 bei [[Bosa]] und [[Lesta]] besiegen. Vesaey floh nach [[Cuentez]], wo er den Winter verbrachte, stellte im Frühjahr 1396 aber ein neues Heer gegen Joseph auf. Diesesmal musste Joseph auf micolinische Hilfe verzichten, da Karl seine Heere zurückgerufen hatte, um Aufstände in Micolinien niederzuschlagen. Womöglich hoffte er zudem, von den Streitigkeiten in Sagradien zu profitieren und selbst nach der Krone greifen zu können.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Mai 1396 wurde Joseph bei [[Xenópolis]] vernichtend geschlagen und geriet selbst in Gefangenschaft des Herzogs von Sesín. Joseph musste auf die Krone verzichten und wurde ins Kloster [[Martiniac]] verbannt. Der Herzog von Sesín ließ sich im Frühjahr 1397 als Michael I. zum König krönen. Karl VI. von Micolinien erkannte die Abdankung Josephs von Óstino nicht an, entführte Josephs minderjährigen Sohn [[Johann das Kind]], um ihn vor Vesaey zu schützen, und fiel in [[Perucía]] ein, was den [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] auslöste.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als Joseph von Óstino 1398 in vesaeyischer Gefangenschaft starb, erklärte Karl dessen 13-jährigen Sohn zum sagradischen König und verheiratete ihn mit seiner Tochter Caroline. Im [[Vertrag von Mont Sinicia]] verzichtete Johann das Kind schließlich zugunsten des Micoliners auf die Krone Perucías und Golens. Johann von Óstino fiel schließlich im Alter von 17 Jahren in der [[Schlacht von Calzac]] im Jahr 1402. Nach seinem Tod erhob Karl VI. von Micolinien selbst Anspruch auf die sagradische Krone und widerrief damit den Vertrag von Albero.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Peruzien&amp;diff=9495</id>
		<title>Peruzien</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Perucía''' ist eine Landschaft im Norden der [[Micolinische Halbinsel|micolinischen Halbinsel]], die nördlich der [[Konsetten]] und des [[Königsgebirge]]s liegt und zum [[Vereinigten Königreich Micolinien]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Römer kannten das Land nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] unter dem Namen ''Oscania'', benannt nach dem Stamm der ''Oscani'', einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als ''Nieder-Micolinien'' oder als ''Hiscantia ultra Marem et Montes'' bekannte Perucía erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen [[Perutinger]], die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als [[Königreich Perucía]] bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Perucía schließlich 1443 endgültig ans Königreich Micolinien, das das Land in den sich entwickelnden micolinischen Nationalstaat inkorporierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Perucías ==&lt;br /&gt;
=== Perucía in Antike und Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Die später als ''Perucia'' bekannte Landschaft im Norden Micoliniens war in vorrömischer Zeit von [[Sagro-Kelten|sagro-keltischen]] Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des [[Ale|Alius]] waren kurz vor der römischen Eroberung die [[Sorier]] im Nordwesten, die [[Oskaner]] nördlich und südlich des Hochlands und die [[Faläer]] im Südosten des Gebiets sowie die westlichen [[Ligrer]] (''Ligri Ulteriores'') an der Küste des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meeres]]. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmicoliniens der Provincia [[Micolina Superior]] zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge  wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Frühmittelalter fielen nacheinander die [[Golen]], [[Skanten]] und [[Herkanden]] im Norden der micolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Ab dem 6. Jahhrundert gehörte der größte Teil Nordmicoliniens zum [[Skantenreich]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große|Francrec der Große]] im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] in sein gesamtmicolinisches Großreich eingliedern konnte. Seine Nachfolger konnten die Herrschaft über die Gebiete im Norden aber nicht aufrecht erhalten, die im 8. Jahrhundert schließlich wieder unter der Kontrolle skantischer Könige standen und seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs [[Rodrec der Große]] gehörten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden Micoliniens, zu dieser Zeit als [[Hiscantia ultra Marem et Montes]] bekannt, zum Reich König [[Barungar]]s, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die micolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als [[Perutinger|Perutingi]] bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger [[Farengar]] um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König [[Francrec III.]] gegenüber als ''Dux Perutingorum'' auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn [[Naermyngal]] (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Barungar selbst den Königstitel annahm, den Sohn Barungars namens ''Rodrigo'' tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil Nordmicoliniens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden Micoliniens jenseits der Königsgebirge zum [[Königreich Perucía|Regnum Perutinum]], dessen Hauptstadt [[Alessa]] wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der [[Herkanden|herkandischen]] Teilreiche zum [[micolinischen Königreich|Königreich Micolinien]] und der Konzentration der Skanten auf [[Sagradien]] veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation in Nordmicolinien. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer micolinischen Expansion bedrohten Perucia suchte Verbündete in Scantia und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den [[Dianniden]] und den skantischen [[Lusoniden]] unterstützten die Peruziner die [[Herzog von Scantia|Skantenherzöge]] mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Micoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König [[Johann II. der Kurze|Jouan der Kurze]] im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|großen Thronstreit]], in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Micolinien durchsetzen und wurde [[König von Perucía]], sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben [[Scantia]] zum zweiten Kern des [[Ludonidenreich|lusonidischen Reichs]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-micolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs [[Martin II. der Zänker|Martin dem Zänker]] 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise. Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, [[Martin Posthumus]], regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom micolinischen König [[Richard I.]] kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Krieg zwischen Micolinien und Sagradien]] um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog [[Philipp der Schweigsame]] aus dem [[Haus Redanior]] sich mit Verweis auf den [[Vertrag von Erin]] von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König [[Philipp IV. Hermes]] unterstützt wurde, kämpfte Micolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, [[Renart von Soria]], der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Micolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Micolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der [[Schlacht von Porinéi]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit [[Gabriel IV.|Gabriels IV.]] und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten ([[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph von Óstino|José d'Óstino]]) an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels den micolinischen Regenten anerkannte, hielt eine Gegenpartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem 1396 im sagradischen Thronkampf siegreichen Miguel de Vesaey.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat ===&lt;br /&gt;
Im gesamtmicolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Perucía bald zur Randprovinz. Da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand, blieb Perucia ein peripheres Gebiet, das sich nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Die Könige des späteren 15. Jahrhunderts betrieben von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der peruzinischen Eigenständigkeit. Konflikte mit der noch immer starke Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmicolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564, die zu neuerlichen Verwüstungen in Perucia führten, wurden von Seiten des calvinistischen Adels daher zugleich als Religions- und Freiheitskriege gegen das katholisch-micolinische Regiment von Nanthés geführt. Es kam zu harten Auseinandersetzungen und Säuberungen im Adel durch die siegreiche micolinische Zentralmacht, die die Rebellion schließlich niederschlagen, die Lage aber nicht gänzlich befrieden konnte. Erst das Toleranzedikt [[Albert I. von Micolinien|Alberts I.]] 1584 konnte die Protestantenverfolgungen beenden und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Perucias eine große protestantische Minderheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuerliche Unruhen führten bald jedoch zu harten Maßnahmen gegen die Stände. Die Peruziner verloren einen Großteil ihrer Selbstverwaltungsrechte, das Doppelkönigreich wurde wesentlich zentralisiert. In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Perucia weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der micolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des micolinischen Nationalstaats, die politische Autonomie des Nordens ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmicolinischen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Perucia, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem micolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt. Doch erst die starken Benachteiligungen Perucias durch das faschistische [[Ulisse-Regime]] der Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahre führte zu einem eigenständigen politisch angelegten peruzinischen Nationalismus, der nach dem Ende des Regimes 1948 zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unabhängigkeitsbewegung blieb aber insgesamt sehr schwach und auf einzelne kleinere Hochburgen beschränkt. In der neuen föderalen Monarchie der demokratischen Nach-Ulisse-Ära erhielt ganz Perucia sodann auch wieder seine Autonomie, jedoch nicht in einer einzigen Großregion. Stattdessen wurde der Norden unter den Regionen [[Niederperucia]] (Hauptstadt [[Albero]]), [[Oberperucia]] ([[Alessa]]) und [[Nordperucia-Westligre]] ([[Luagua]]) aufgeteilt, [[Soria]] wurde erst 1991 aus Niederperucia ausgegliedert und damit eigenständige Region. Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die [[Peruzinische Gemeinschaft]] als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<title>Peruzien</title>
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		<updated>2012-05-11T22:29:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Perucía''' ist eine Landschaft im Norden der [[Micolinische Halbinsel|micolinischen Halbinsel]], die nördlich der [[Konsetten]] und des [[Königsgebirge]]s liegt und zum [[Vereinigten Königreich Micolinien]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Römer kannten das Land nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] unter dem Namen ''Oscania'', benannt nach dem Stamm der ''Oscani'', einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als ''Nieder-Micolinien'' oder als ''Hiscantia ultra Marem et Montes'' bekannte Perucía erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen [[Perutinger]], die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als [[Königreich Perucía]] bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Perucía schließlich 1443 endgültig ans Königreich Micolinien, das das Land in den sich entwickelnden micolinischen Nationalstaat inkorporierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Perucías ==&lt;br /&gt;
=== Perucía in Antike und Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Die später als ''Perucia'' bekannte Landschaft im Norden Micoliniens war in vorrömischer Zeit von [[Sagro-Kelten|sagro-keltischen]] Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des [[Ale|Alius]] waren kurz vor der römischen Eroberung die [[Sorier]] im Nordwesten, die [[Oskaner]] nördlich und südlich des Hochlands und die [[Faläer]] im Südosten des Gebiets sowie die westlichen [[Ligrer]] (''Ligri Ulteriores'') an der Küste des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meeres]]. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmicoliniens der Provincia [[Micolina Superior]] zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge  wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Frühmittelalter fielen nacheinander die [[Golen]], [[Skanten]] und [[Herkanden]] im Norden der micolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Ab dem 6. Jahhrundert gehörte der größte Teil Nordmicoliniens zum [[Skantenreich]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große|Francrec der Große]] im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] in sein gesamtmicolinisches Großreich eingliedern konnte. Seine Nachfolger konnten die Herrschaft über die Gebiete im Norden aber nicht aufrecht erhalten, die im 8. Jahrhundert schließlich wieder unter der Kontrolle skantischer Könige standen und seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs [[Rodrec der Große]] gehörten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden Micoliniens, zu dieser Zeit als [[Hiscantia ultra Marem et Montes]] bekannt, zum Reich König [[Barungar]]s, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die micolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als [[Perutinger|Perutingi]] bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger [[Farengar]] um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König [[Francrec III.]] gegenüber als ''Dux Perutingorum'' auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn [[Naermyngal]] (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Barungar selbst den Königstitel annahm, den Sohn Barungars namens ''Rodrigo'' tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil Nordmicoliniens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden Micoliniens jenseits der Königsgebirge zum [[Königreich Perucía|Regnum Perutinum]], dessen Hauptstadt [[Alessa]] wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der [[Herkanden|herkandischen]] Teilreiche zum [[micolinischen Königreich|Königreich Micolinien]] und der Konzentration der Skanten auf [[Sagradien]] veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation in Nordmicolinien. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer micolinischen Expansion bedrohten Perucia suchte Verbündete in Scantia und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den [[Dianniden]] und den skantischen [[Lusoniden]] unterstützten die Peruziner die [[Herzog von Scantia|Skantenherzöge]] mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Micoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König [[Johann II. der Kurze|Jouan der Kurze]] im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|großen Thronstreit]], in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Micolinien durchsetzen und wurde [[König von Perucía]], sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben [[Scantia]] zum zweiten Kern des [[Ludonidenreich|lusonidischen Reichs]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-micolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs [[Martin II. der Zänker|Martin dem Zänker]] 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise. Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, [[Martin Posthumus]], regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom micolinischen König [[Richard I.]] kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Krieg zwischen Micolinien und Sagradien]] um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog [[Philipp der Schweigsame]] aus dem [[Haus Redanior]] sich mit Verweis auf den [[Vertrag von Erin]] von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König [[Philipp IV. Hermes]] unterstützt wurde, kämpfte Micolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, [[Renart von Soria]], der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Micolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Micolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der [[Schlacht von Porinéi]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit [[Gabriel IV.|Gabriels IV.]] und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten ([[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph von Ostino|José d'Óstino]]) an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels den micolinischen Regenten anerkannte, hielt eine Gegenpartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem 1396 im sagradischen Thronkampf siegreichen Miguel de Vesaey.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat ===&lt;br /&gt;
Im gesamtmicolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Perucía bald zur Randprovinz. Da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand, blieb Perucia ein peripheres Gebiet, das sich nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Die Könige des späteren 15. Jahrhunderts betrieben von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der peruzinischen Eigenständigkeit. Konflikte mit der noch immer starke Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmicolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564, die zu neuerlichen Verwüstungen in Perucia führten, wurden von Seiten des calvinistischen Adels daher zugleich als Religions- und Freiheitskriege gegen das katholisch-micolinische Regiment von Nanthés geführt. Es kam zu harten Auseinandersetzungen und Säuberungen im Adel durch die siegreiche micolinische Zentralmacht, die die Rebellion schließlich niederschlagen, die Lage aber nicht gänzlich befrieden konnte. Erst das Toleranzedikt [[Albert I. von Micolinien|Alberts I.]] 1584 konnte die Protestantenverfolgungen beenden und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Perucias eine große protestantische Minderheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuerliche Unruhen führten bald jedoch zu harten Maßnahmen gegen die Stände. Die Peruziner verloren einen Großteil ihrer Selbstverwaltungsrechte, das Doppelkönigreich wurde wesentlich zentralisiert. In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Perucia weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der micolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des micolinischen Nationalstaats, die politische Autonomie des Nordens ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmicolinischen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Perucia, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem micolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt. Doch erst die starken Benachteiligungen Perucias durch das faschistische [[Ulisse-Regime]] der Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahre führte zu einem eigenständigen politisch angelegten peruzinischen Nationalismus, der nach dem Ende des Regimes 1948 zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unabhängigkeitsbewegung blieb aber insgesamt sehr schwach und auf einzelne kleinere Hochburgen beschränkt. In der neuen föderalen Monarchie der demokratischen Nach-Ulisse-Ära erhielt ganz Perucia sodann auch wieder seine Autonomie, jedoch nicht in einer einzigen Großregion. Stattdessen wurde der Norden unter den Regionen [[Niederperucia]] (Hauptstadt [[Albero]]), [[Oberperucia]] ([[Alessa]]) und [[Nordperucia-Westligre]] ([[Luagua]]) aufgeteilt, [[Soria]] wurde erst 1991 aus Niederperucia ausgegliedert und damit eigenständige Region. Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die [[Peruzinische Gemeinschaft]] als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<updated>2012-05-11T22:29:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Perucía''' ist eine Landschaft im Norden der [[Micolinische Halbinsel|micolinischen Halbinsel]], die nördlich der [[Konsetten]] und des [[Königsgebirge]]s liegt und zum [[Vereinigten Königreich Micolinien]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Römer kannten das Land nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] unter dem Namen ''Oscania'', benannt nach dem Stamm der ''Oscani'', einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als ''Nieder-Micolinien'' oder als ''Hiscantia ultra Marem et Montes'' bekannte Perucía erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen [[Perutinger]], die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als [[Königreich Perucía]] bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Perucía schließlich 1443 endgültig ans Königreich Micolinien, das das Land in den sich entwickelnden micolinischen Nationalstaat inkorporierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Perucías ==&lt;br /&gt;
=== Perucía in Antike und Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Die später als ''Perucia'' bekannte Landschaft im Norden Micoliniens war in vorrömischer Zeit von [[Sagro-Kelten|sagro-keltischen]] Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des [[Ale|Alius]] waren kurz vor der römischen Eroberung die [[Sorier]] im Nordwesten, die [[Oskaner]] nördlich und südlich des Hochlands und die [[Faläer]] im Südosten des Gebiets sowie die westlichen [[Ligrer]] (''Ligri Ulteriores'') an der Küste des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meeres]]. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmicoliniens der Provincia [[Micolina Superior]] zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge  wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Frühmittelalter fielen nacheinander die [[Golen]], [[Skanten]] und [[Herkanden]] im Norden der micolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Ab dem 6. Jahhrundert gehörte der größte Teil Nordmicoliniens zum [[Skantenreich]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große|Francrec der Große]] im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] in sein gesamtmicolinisches Großreich eingliedern konnte. Seine Nachfolger konnten die Herrschaft über die Gebiete im Norden aber nicht aufrecht erhalten, die im 8. Jahrhundert schließlich wieder unter der Kontrolle skantischer Könige standen und seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs [[Rodrec der Große]] gehörten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden Micoliniens, zu dieser Zeit als [[Hiscantia ultra Marem et Montes]] bekannt, zum Reich König [[Barungar]]s, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die micolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als [[Perutinger|Perutingi]] bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger [[Farengar]] um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König [[Francrec III.]] gegenüber als ''Dux Perutingorum'' auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn [[Naermyngal]] (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Barungar selbst den Königstitel annahm, den Sohn Barungars namens ''Rodrigo'' tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil Nordmicoliniens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden Micoliniens jenseits der Königsgebirge zum [[Königreich Perucía|Regnum Perutinum]], dessen Hauptstadt [[Alessa]] wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der [[Herkanden|herkandischen]] Teilreiche zum [[micolinischen Königreich|Königreich Micolinien]] und der Konzentration der Skanten auf [[Sagradien]] veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation in Nordmicolinien. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer micolinischen Expansion bedrohten Perucia suchte Verbündete in Scantia und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den [[Dianniden]] und den skantischen [[Lusoniden]] unterstützten die Peruziner die [[Herzog von Scantia|Skantenherzöge]] mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Micoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König [[Johann II. der Kurze|Jouan der Kurze]] im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|großen Thronstreit]], in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Micolinien durchsetzen und wurde [[König von Perucía]], sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben [[Scantia]] zum zweiten Kern des [[Ludonidenreich|lusonidischen Reichs]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-micolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs [[Martin II. der Zänker|Martin dem Zänker]] 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise. Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, [[Martin Posthumus]], regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom micolinischen König [[Richard I.]] kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Krieg zwischen Micolinien und Sagradien]] um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog [[Philipp der Schweigsame]] aus dem [[Haus Redanior]] sich mit Verweis auf den [[Vertrag von Erin]] von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König [[Philipp IV. Hermes]] unterstützt wurde, kämpfte Micolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, [[Renart von Soria]], der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Micolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Micolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der [[Schlacht von Porinéi]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit [[Gabriel IV.|Gabriels IV.]] und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten ([[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph I.|José d'Óstino]]) an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels den micolinischen Regenten anerkannte, hielt eine Gegenpartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem 1396 im sagradischen Thronkampf siegreichen Miguel de Vesaey.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat ===&lt;br /&gt;
Im gesamtmicolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Perucía bald zur Randprovinz. Da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand, blieb Perucia ein peripheres Gebiet, das sich nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Die Könige des späteren 15. Jahrhunderts betrieben von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der peruzinischen Eigenständigkeit. Konflikte mit der noch immer starke Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmicolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564, die zu neuerlichen Verwüstungen in Perucia führten, wurden von Seiten des calvinistischen Adels daher zugleich als Religions- und Freiheitskriege gegen das katholisch-micolinische Regiment von Nanthés geführt. Es kam zu harten Auseinandersetzungen und Säuberungen im Adel durch die siegreiche micolinische Zentralmacht, die die Rebellion schließlich niederschlagen, die Lage aber nicht gänzlich befrieden konnte. Erst das Toleranzedikt [[Albert I. von Micolinien|Alberts I.]] 1584 konnte die Protestantenverfolgungen beenden und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Perucias eine große protestantische Minderheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuerliche Unruhen führten bald jedoch zu harten Maßnahmen gegen die Stände. Die Peruziner verloren einen Großteil ihrer Selbstverwaltungsrechte, das Doppelkönigreich wurde wesentlich zentralisiert. In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Perucia weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der micolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des micolinischen Nationalstaats, die politische Autonomie des Nordens ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmicolinischen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Perucia, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem micolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt. Doch erst die starken Benachteiligungen Perucias durch das faschistische [[Ulisse-Regime]] der Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahre führte zu einem eigenständigen politisch angelegten peruzinischen Nationalismus, der nach dem Ende des Regimes 1948 zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unabhängigkeitsbewegung blieb aber insgesamt sehr schwach und auf einzelne kleinere Hochburgen beschränkt. In der neuen föderalen Monarchie der demokratischen Nach-Ulisse-Ära erhielt ganz Perucia sodann auch wieder seine Autonomie, jedoch nicht in einer einzigen Großregion. Stattdessen wurde der Norden unter den Regionen [[Niederperucia]] (Hauptstadt [[Albero]]), [[Oberperucia]] ([[Alessa]]) und [[Nordperucia-Westligre]] ([[Luagua]]) aufgeteilt, [[Soria]] wurde erst 1991 aus Niederperucia ausgegliedert und damit eigenständige Region. Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die [[Peruzinische Gemeinschaft]] als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<title>Peruzien</title>
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		<updated>2012-05-11T22:28:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Perucía''' ist eine Landschaft im Norden der [[Micolinische Halbinsel|micolinischen Halbinsel]], die nördlich der [[Konsetten]] und des [[Königsgebirge]]s liegt und zum [[Vereinigten Königreich Micolinien]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Römer kannten das Land nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] unter dem Namen ''Oscania'', benannt nach dem Stamm der ''Oscani'', einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als ''Nieder-Micolinien'' oder als ''Hiscantia ultra Marem et Montes'' bekannte Perucía erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen [[Perutinger]], die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als [[Königreich Perucía]] bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Perucía schließlich 1443 endgültig ans Königreich Micolinien, das das Land in den sich entwickelnden micolinischen Nationalstaat inkorporierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Perucías ==&lt;br /&gt;
=== Perucía in Antike und Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Die später als ''Perucia'' bekannte Landschaft im Norden Micoliniens war in vorrömischer Zeit von [[Sagro-Kelten|sagro-keltischen]] Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des [[Ale|Alius]] waren kurz vor der römischen Eroberung die [[Sorier]] im Nordwesten, die [[Oskaner]] nördlich und südlich des Hochlands und die [[Faläer]] im Südosten des Gebiets sowie die westlichen [[Ligrer]] (''Ligri Ulteriores'') an der Küste des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meeres]]. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmicoliniens der Provincia [[Micolina Superior]] zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge  wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Frühmittelalter fielen nacheinander die [[Golen]], [[Skanten]] und [[Herkanden]] im Norden der micolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Ab dem 6. Jahhrundert gehörte der größte Teil Nordmicoliniens zum [[Skantenreich]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große|Francrec der Große]] im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] in sein gesamtmicolinisches Großreich eingliedern konnte. Seine Nachfolger konnten die Herrschaft über die Gebiete im Norden aber nicht aufrecht erhalten, die im 8. Jahrhundert schließlich wieder unter der Kontrolle skantischer Könige standen und seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs [[Rodrec der Große]] gehörten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden Micoliniens, zu dieser Zeit als [[Hiscantia ultra Marem et Montes]] bekannt, zum Reich König [[Barungar]]s, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die micolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als [[Perutinger|Perutingi]] bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger [[Farengar]] um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König [[Francrec III.]] gegenüber als ''Dux Perutingorum'' auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn [[Naermyngal]] (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Barungar selbst den Königstitel annahm, den Sohn Barungars namens ''Rodrigo'' tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil Nordmicoliniens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden Micoliniens jenseits der Königsgebirge zum [[Königreich Perucía|Regnum Perutinum]], dessen Hauptstadt [[Alessa]] wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der [[Herkanden|herkandischen]] Teilreiche zum [[micolinischen Königreich|Königreich Micolinien]] und der Konzentration der Skanten auf [[Sagradien]] veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation in Nordmicolinien. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer micolinischen Expansion bedrohten Perucia suchte Verbündete in Scantia und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den [[Dianniden]] und den skantischen [[Lusoniden]] unterstützten die Peruziner die [[Herzog von Scantia|Skantenherzöge]] mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Micoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König [[Johann II. der Kurze|Jouan der Kurze]] im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|großen Thronstreit]], in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Micolinien durchsetzen und wurde [[König von Perucía]], sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben [[Scantia]] zum zweiten Kern des [[Ludonidenreich|lusonidischen Reichs]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-micolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs [[Martin II. der Zänker|Martin dem Zänker]] 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise. Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, [[Martin Posthumus]], regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom micolinischen König [[Richard I.]] kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Krieg zwischen Micolinien und Sagradien]] um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog [[Philipp der Schweigsame]] aus dem [[Haus Redanior]] sich mit Verweis auf den [[Vertrag von Erin]] von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König [[Philipp IV. Hermes]] unterstützt wurde, kämpfte Micolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, [[Renart von Soria]], der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Micolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Micolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der [[Schlacht von Porinéi]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit [[Gabriel IV.|Gabriels IV.]] und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten ([[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph I. von Óstino|José d'Óstino]]) an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels den micolinischen Regenten anerkannte, hielt eine Gegenpartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem 1396 im sagradischen Thronkampf siegreichen Miguel de Vesaey.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat ===&lt;br /&gt;
Im gesamtmicolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Perucía bald zur Randprovinz. Da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand, blieb Perucia ein peripheres Gebiet, das sich nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Die Könige des späteren 15. Jahrhunderts betrieben von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der peruzinischen Eigenständigkeit. Konflikte mit der noch immer starke Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmicolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564, die zu neuerlichen Verwüstungen in Perucia führten, wurden von Seiten des calvinistischen Adels daher zugleich als Religions- und Freiheitskriege gegen das katholisch-micolinische Regiment von Nanthés geführt. Es kam zu harten Auseinandersetzungen und Säuberungen im Adel durch die siegreiche micolinische Zentralmacht, die die Rebellion schließlich niederschlagen, die Lage aber nicht gänzlich befrieden konnte. Erst das Toleranzedikt [[Albert I. von Micolinien|Alberts I.]] 1584 konnte die Protestantenverfolgungen beenden und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Perucias eine große protestantische Minderheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuerliche Unruhen führten bald jedoch zu harten Maßnahmen gegen die Stände. Die Peruziner verloren einen Großteil ihrer Selbstverwaltungsrechte, das Doppelkönigreich wurde wesentlich zentralisiert. In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Perucia weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der micolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des micolinischen Nationalstaats, die politische Autonomie des Nordens ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmicolinischen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Perucia, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem micolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt. Doch erst die starken Benachteiligungen Perucias durch das faschistische [[Ulisse-Regime]] der Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahre führte zu einem eigenständigen politisch angelegten peruzinischen Nationalismus, der nach dem Ende des Regimes 1948 zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unabhängigkeitsbewegung blieb aber insgesamt sehr schwach und auf einzelne kleinere Hochburgen beschränkt. In der neuen föderalen Monarchie der demokratischen Nach-Ulisse-Ära erhielt ganz Perucia sodann auch wieder seine Autonomie, jedoch nicht in einer einzigen Großregion. Stattdessen wurde der Norden unter den Regionen [[Niederperucia]] (Hauptstadt [[Albero]]), [[Oberperucia]] ([[Alessa]]) und [[Nordperucia-Westligre]] ([[Luagua]]) aufgeteilt, [[Soria]] wurde erst 1991 aus Niederperucia ausgegliedert und damit eigenständige Region. Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die [[Peruzinische Gemeinschaft]] als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt.&lt;/div&gt;</summary>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Perucía''' ist eine Landschaft im Norden der [[Micolinische Halbinsel|micolinischen Halbinsel]], die nördlich der [[Konsetten]] und des [[Königsgebirge]]s liegt und zum [[Vereinigten Königreich Micolinien]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Römer kannten das Land nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] unter dem Namen ''Oscania'', benannt nach dem Stamm der ''Oscani'', einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als ''Nieder-Micolinien'' oder als ''Hiscantia ultra Marem et Montes'' bekannte Perucía erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen [[Perutinger]], die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als [[Königreich Perucía]] bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Perucía schließlich 1443 endgültig ans Königreich Micolinien, das das Land in den sich entwickelnden micolinischen Nationalstaat inkorporierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Perucías ==&lt;br /&gt;
=== Perucía in Antike und Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Die später als ''Perucia'' bekannte Landschaft im Norden Micoliniens war in vorrömischer Zeit von [[Sagro-Kelten|sagro-keltischen]] Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des [[Ale|Alius]] waren kurz vor der römischen Eroberung die [[Sorier]] im Nordwesten, die [[Oskaner]] nördlich und südlich des Hochlands und die [[Faläer]] im Südosten des Gebiets sowie die westlichen [[Ligrer]] (''Ligri Ulteriores'') an der Küste des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meeres]]. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmicoliniens der Provincia [[Micolina Superior]] zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge  wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Frühmittelalter fielen nacheinander die [[Golen]], [[Skanten]] und [[Herkanden]] im Norden der micolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Ab dem 6. Jahhrundert gehörte der größte Teil Nordmicoliniens zum [[Skantenreich]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große|Francrec der Große]] im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] in sein gesamtmicolinisches Großreich eingliedern konnte. Seine Nachfolger konnten die Herrschaft über die Gebiete im Norden aber nicht aufrecht erhalten, die im 8. Jahrhundert schließlich wieder unter der Kontrolle skantischer Könige standen und seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs [[Rodrec der Große]] gehörten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden Micoliniens, zu dieser Zeit als [[Hiscantia ultra Marem et Montes]] bekannt, zum Reich König [[Barungar]]s, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die micolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als [[Perutinger|Perutingi]] bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger [[Farengar]] um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König [[Francrec III.]] gegenüber als ''Dux Perutingorum'' auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn [[Naermyngal]] (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Barungar selbst den Königstitel annahm, den Sohn Barungars namens ''Rodrigo'' tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil Nordmicoliniens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden Micoliniens jenseits der Königsgebirge zum [[Königreich Perucía|Regnum Perutinum]], dessen Hauptstadt [[Alessa]] wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der [[Herkanden|herkandischen]] Teilreiche zum [[micolinischen Königreich|Königreich Micolinien]] und der Konzentration der Skanten auf [[Sagradien]] veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation in Nordmicolinien. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer micolinischen Expansion bedrohten Perucia suchte Verbündete in Scantia und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den [[Dianniden]] und den skantischen [[Lusoniden]] unterstützten die Peruziner die [[Herzog von Scantia|Skantenherzöge]] mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Micoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König [[Johann II. der Kurze|Jouan der Kurze]] im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|großen Thronstreit]], in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Micolinien durchsetzen und wurde [[König von Perucía]], sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben [[Scantia]] zum zweiten Kern des [[Ludonidenreich|lusonidischen Reichs]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-micolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs [[Martin II. der Zänker|Martin dem Zänker]] 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise. Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, [[Martin Posthumus]], regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom micolinischen König [[Richard I.]] kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Krieg zwischen Micolinien und Sagradien]] um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog [[Philipp der Schweigsame]] aus dem [[Haus Redanior]] sich mit Verweis auf den [[Vertrag von Erin]] von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König [[Philipp IV. Hermes]] unterstützt wurde, kämpfte Micolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, [[Renart von Soria]], der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Micolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Micolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der [[Schlacht von Porinéi]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit [[Gabriel IV.|Gabriels IV.]] und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten ([[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph I. von Ostino|José d'Óstino]]) an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels den micolinischen Regenten anerkannte, hielt eine Gegenpartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem 1396 im sagradischen Thronkampf siegreichen [[Miguel de Vesaey]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat ===&lt;br /&gt;
Im gesamtmicolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Perucía bald zur Randprovinz. Da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand, blieb Perucia ein peripheres Gebiet, das sich nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Die Könige des späteren 15. Jahrhunderts betrieben von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der peruzinischen Eigenständigkeit. Konflikte mit der noch immer starke Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmicolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564, die zu neuerlichen Verwüstungen in Perucia führten, wurden von Seiten des calvinistischen Adels daher zugleich als Religions- und Freiheitskriege gegen das katholisch-micolinische Regiment von Nanthés geführt. Es kam zu harten Auseinandersetzungen und Säuberungen im Adel durch die siegreiche micolinische Zentralmacht, die die Rebellion schließlich niederschlagen, die Lage aber nicht gänzlich befrieden konnte. Erst das Toleranzedikt [[Albert I. von Micolinien|Alberts I.]] 1584 konnte die Protestantenverfolgungen beenden und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Perucias eine große protestantische Minderheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuerliche Unruhen führten bald jedoch zu harten Maßnahmen gegen die Stände. Die Peruziner verloren einen Großteil ihrer Selbstverwaltungsrechte, das Doppelkönigreich wurde wesentlich zentralisiert. In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Perucia weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der micolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des micolinischen Nationalstaats, die politische Autonomie des Nordens ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmicolinischen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Perucia, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem micolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt. Doch erst die starken Benachteiligungen Perucias durch das faschistische [[Ulisse-Regime]] der Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahre führte zu einem eigenständigen politisch angelegten peruzinischen Nationalismus, der nach dem Ende des Regimes 1948 zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unabhängigkeitsbewegung blieb aber insgesamt sehr schwach und auf einzelne kleinere Hochburgen beschränkt. In der neuen föderalen Monarchie der demokratischen Nach-Ulisse-Ära erhielt ganz Perucia sodann auch wieder seine Autonomie, jedoch nicht in einer einzigen Großregion. Stattdessen wurde der Norden unter den Regionen [[Niederperucia]] (Hauptstadt [[Albero]]), [[Oberperucia]] ([[Alessa]]) und [[Nordperucia-Westligre]] ([[Luagua]]) aufgeteilt, [[Soria]] wurde erst 1991 aus Niederperucia ausgegliedert und damit eigenständige Region. Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die [[Peruzinische Gemeinschaft]] als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Perucía''' ist eine Landschaft im Norden der [[Micolinische Halbinsel|micolinischen Halbinsel]], die nördlich der [[Konsetten]] und des [[Königsgebirge]]s liegt und zum [[Vereinigten Königreich Micolinien]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Römer kannten das Land nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] unter dem Namen ''Oscania'', benannt nach dem Stamm der ''Oscani'', einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als ''Nieder-Micolinien'' oder als ''Hiscantia ultra Marem et Montes'' bekannte Perucía erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen [[Perutinger]], die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als [[Königreich Perucía]] bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Perucía schließlich 1443 endgültig ans Königreich Micolinien, das das Land in den sich entwickelnden micolinischen Nationalstaat inkorporierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Perucías ==&lt;br /&gt;
=== Perucía in Antike und Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Die später als ''Perucia'' bekannte Landschaft im Norden Micoliniens war in vorrömischer Zeit von [[Sagro-Kelten|sagro-keltischen]] Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des [[Ale|Alius]] waren kurz vor der römischen Eroberung die [[Sorier]] im Nordwesten, die [[Oskaner]] nördlich und südlich des Hochlands und die [[Faläer]] im Südosten des Gebiets sowie die westlichen [[Ligrer]] (''Ligri Ulteriores'') an der Küste des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meeres]]. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmicoliniens der Provincia [[Micolina Superior]] zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge  wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Frühmittelalter fielen nacheinander die [[Golen]], [[Skanten]] und [[Herkanden]] im Norden der micolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Ab dem 6. Jahhrundert gehörte der größte Teil Nordmicoliniens zum [[Skantenreich]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große|Francrec der Große]] im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] in sein gesamtmicolinisches Großreich eingliedern konnte. Seine Nachfolger konnten die Herrschaft über die Gebiete im Norden aber nicht aufrecht erhalten, die im 8. Jahrhundert schließlich wieder unter der Kontrolle skantischer Könige standen und seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs [[Rodrec der Große]] gehörten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden Micoliniens, zu dieser Zeit als [[Hiscantia ultra Marem et Montes]] bekannt, zum Reich König [[Barungar]]s, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die micolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als [[Perutinger|Perutingi]] bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger [[Farengar]] um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König [[Francrec III.]] gegenüber als ''Dux Perutingorum'' auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn [[Naermyngal]] (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Barungar selbst den Königstitel annahm, den Sohn Barungars namens ''Rodrigo'' tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil Nordmicoliniens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden Micoliniens jenseits der Königsgebirge zum [[Königreich Perucía|Regnum Perutinum]], dessen Hauptstadt [[Alessa]] wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der [[Herkanden|herkandischen]] Teilreiche zum [[micolinischen Königreich|Königreich Micolinien]] und der Konzentration der Skanten auf [[Sagradien]] veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation in Nordmicolinien. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer micolinischen Expansion bedrohten Perucia suchte Verbündete in Scantia und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den [[Dianniden]] und den skantischen [[Lusoniden]] unterstützten die Peruziner die [[Herzog von Scantia|Skantenherzöge]] mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Micoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König [[Johann II. der Kurze|Jouan der Kurze]] im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|großen Thronstreit]], in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Micolinien durchsetzen und wurde [[König von Perucía]], sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben [[Scantia]] zum zweiten Kern des [[Ludonidenreich|lusonidischen Reichs]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-micolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs [[Martin II. der Zänker|Martin dem Zänker]] 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise. Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, [[Martin Posthumus]], regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom micolinischen König [[Richard I.]] kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Krieg zwischen Micolinien und Sagradien]] um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog [[Philipp der Schweigsame]] aus dem [[Haus Redanior]] sich mit Verweis auf den [[Vertrag von Erin]] von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König [[Philipp IV. Hermes]] unterstützt wurde, kämpfte Micolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, [[Renart von Soria]], der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Micolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Micolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der [[Schlacht von Porinéi]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit [[Gabriel IV.|Gabriels IV.]] und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten ([[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph I. von Ostino|José d'Óstino]] an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels den micolinischen Regenten anerkannte, hielt eine Gegenpartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem 1396 im sagradischen Thronkampf siegreichen [[Miguel de Vesaey]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat ===&lt;br /&gt;
Im gesamtmicolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Perucía bald zur Randprovinz. Da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand, blieb Perucia ein peripheres Gebiet, das sich nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Die Könige des späteren 15. Jahrhunderts betrieben von [[Nanthés]] aus eine zunehmende Zentralisierungspolitik zulasten der peruzinischen Eigenständigkeit. Konflikte mit der noch immer starke Unabhängigkeitspartei im Norden mehrten sich. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmicolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 verbanden sich die nationalen mit neuen religiösen Gegensätzen, da der Reformator vor allem im peruzinischen Hoch- und Niederadel Anhänger fand. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564, die zu neuerlichen Verwüstungen in Perucia führten, wurden von Seiten des calvinistischen Adels daher zugleich als Religions- und Freiheitskriege gegen das katholisch-micolinische Regiment von Nanthés geführt. Es kam zu harten Auseinandersetzungen und Säuberungen im Adel durch die siegreiche micolinische Zentralmacht, die die Rebellion schließlich niederschlagen, die Lage aber nicht gänzlich befrieden konnte. Erst das Toleranzedikt [[Albert I. von Micolinien|Alberts I.]] 1584 konnte die Protestantenverfolgungen beenden und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Perucias eine große protestantische Minderheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neuerliche Unruhen führten bald jedoch zu harten Maßnahmen gegen die Stände. Die Peruziner verloren einen Großteil ihrer Selbstverwaltungsrechte, das Doppelkönigreich wurde wesentlich zentralisiert. In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Perucia weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der micolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des micolinischen Nationalstaats, die politische Autonomie des Nordens ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmicolinischen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Perucia, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem micolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt. Doch erst die starken Benachteiligungen Perucias durch das faschistische [[Ulisse-Regime]] der Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahre führte zu einem eigenständigen politisch angelegten peruzinischen Nationalismus, der nach dem Ende des Regimes 1948 zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unabhängigkeitsbewegung blieb aber insgesamt sehr schwach und auf einzelne kleinere Hochburgen beschränkt. In der neuen föderalen Monarchie der demokratischen Nach-Ulisse-Ära erhielt ganz Perucia sodann auch wieder seine Autonomie, jedoch nicht in einer einzigen Großregion. Stattdessen wurde der Norden unter den Regionen [[Niederperucia]] (Hauptstadt [[Albero]]), [[Oberperucia]] ([[Alessa]]) und [[Nordperucia-Westligre]] ([[Luagua]]) aufgeteilt, [[Soria]] wurde erst 1991 aus Niederperucia ausgegliedert und damit eigenständige Region. Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die [[Peruzinische Gemeinschaft]] als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<updated>2012-05-11T22:16:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Perucía''' ist eine Landschaft im Norden der [[Micolinische Halbinsel|micolinischen Halbinsel]], die nördlich der [[Konsetten]] und des [[Königsgebirge]]s liegt und zum [[Vereinigten Königreich Micolinien]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Römer kannten das Land nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] unter dem Namen ''Oscania'', benannt nach dem Stamm der ''Oscani'', einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als ''Nieder-Micolinien'' oder als ''Hiscantia ultra Marem et Montes'' bekannte Perucía erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen [[Perutinger]], die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als [[Königreich Perucía]] bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Perucía schließlich 1443 endgültig ans Königreich Micolinien, das das Land in den sich entwickelnden micolinischen Nationalstaat inkorporierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Perucías ==&lt;br /&gt;
=== Perucía in Antike und Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Die später als ''Perucia'' bekannte Landschaft im Norden Micoliniens war in vorrömischer Zeit von [[Sagro-Kelten|sagro-keltischen]] Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des [[Ale|Alius]] waren kurz vor der römischen Eroberung die [[Sorier]] im Nordwesten, die [[Oskaner]] nördlich und südlich des Hochlands und die [[Faläer]] im Südosten des Gebiets sowie die westlichen [[Ligrer]] (''Ligri Ulteriores'') an der Küste des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meeres]]. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmicoliniens der Provincia [[Micolina Superior]] zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge  wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Frühmittelalter fielen nacheinander die [[Golen]], [[Skanten]] und [[Herkanden]] im Norden der micolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Ab dem 6. Jahhrundert gehörte der größte Teil Nordmicoliniens zum [[Skantenreich]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große|Francrec der Große]] im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] in sein gesamtmicolinisches Großreich eingliedern konnte. Seine Nachfolger konnten die Herrschaft über die Gebiete im Norden aber nicht aufrecht erhalten, die im 8. Jahrhundert schließlich wieder unter der Kontrolle skantischer Könige standen und seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs [[Rodrec der Große]] gehörten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden Micoliniens, zu dieser Zeit als [[Hiscantia ultra Marem et Montes]] bekannt, zum Reich König [[Barungar]]s, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die micolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als [[Perutinger|Perutingi]] bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger [[Farengar]] um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König [[Francrec III.]] gegenüber als ''Dux Perutingorum'' auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn [[Naermyngal]] (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Barungar selbst den Königstitel annahm, den Sohn Barungars namens ''Rodrigo'' tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil Nordmicoliniens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden Micoliniens jenseits der Königsgebirge zum [[Königreich Perucía|Regnum Perutinum]], dessen Hauptstadt [[Alessa]] wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der [[Herkanden|herkandischen]] Teilreiche zum [[micolinischen Königreich|Königreich Micolinien]] und der Konzentration der Skanten auf [[Sagradien]] veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation in Nordmicolinien. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer micolinischen Expansion bedrohten Perucia suchte Verbündete in Scantia und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den [[Dianniden]] und den skantischen [[Lusoniden]] unterstützten die Peruziner die [[Herzog von Scantia|Skantenherzöge]] mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Micoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König [[Johann II. der Kurze|Jouan der Kurze]] im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|großen Thronstreit]], in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Micolinien durchsetzen und wurde [[König von Perucía]], sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben [[Scantia]] zum zweiten Kern des [[Ludonidenreich|lusonidischen Reichs]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-micolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs [[Martin II. der Zänker|Martin dem Zänker]] 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise. Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, [[Martin Posthumus]], regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom micolinischen König [[Richard I.]] kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Krieg zwischen Micolinien und Sagradien]] um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog [[Philipp der Schweigsame]] aus dem [[Haus Redanior]] sich mit Verweis auf den [[Vertrag von Erin]] von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König [[Philipp IV. Hermes]] unterstützt wurde, kämpfte Micolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, [[Renart von Soria]], der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Micolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Micolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der [[Schlacht von Porinéi]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit [[Gabriel IV.|Gabriels IV.]] und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten ([[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph I. von Ostino|José d'Óstino]] an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels den micolinischen Regenten anerkannte, hielt eine Gegenpartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem 1396 im sagradischen Thronkampf siegreichen [[Miguel de Vesaey]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat ===&lt;br /&gt;
Im gesamtmicolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Perucía bald zur Randprovinz. Da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand, blieb Perucia ein peripheres Gebiet, das sich nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmicolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 kam es zu einer Reihe neuer Konflikte in Perucia um die schnell anwachsende protestantische Minderheit. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564 führte zu neuerlichen Verwüstungen in Perucia. Das Toleranzedikt [[Albert I. von Micolinien|Alberts I.]] 1584 beendete die Protestantenverfolgungen und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Perucias eine große protestantische Minderheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Perucia weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der micolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des micolinischen Nationalstaats, die politische Autonomie des Nordens ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmicolinischen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Perucia, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem micolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt. Doch erst die starken Benachteiligungen Perucias durch das faschistische [[Ulisse-Regime]] der Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahre führte zu einem eigenständigen politisch angelegten peruzinischen Nationalismus, der nach dem Ende des Regimes 1948 zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unabhängigkeitsbewegung blieb aber insgesamt sehr schwach und auf einzelne kleinere Hochburgen beschränkt. In der neuen föderalen Monarchie der demokratischen Nach-Ulisse-Ära erhielt ganz Perucia sodann auch wieder seine Autonomie, jedoch nicht in einer einzigen Großregion. Stattdessen wurde der Norden unter den Regionen [[Niederperucia]] (Hauptstadt [[Albero]]), [[Oberperucia]] ([[Alessa]]) und [[Nordperucia-Westligre]] ([[Luagua]]) aufgeteilt, [[Soria]] wurde erst 1991 aus Niederperucia ausgegliedert und damit eigenständige Region. Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die [[Peruzinische Gemeinschaft]] als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<updated>2012-05-11T22:13:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Perucía''' ist eine Landschaft im Norden der [[Micolinische Halbinsel|micolinischen Halbinsel]], die nördlich der [[Konsetten]] und des [[Königsgebirge]]s liegt und zum [[Vereinigten Königreich Micolinien]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Römer kannten das Land nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] unter dem Namen ''Oscania'', benannt nach dem Stamm der ''Oscani'', einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als ''Nieder-Micolinien'' oder als ''Hiscantia ultra Marem et Montes'' bekannte Perucía erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen [[Perutinger]], die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als [[Königreich Perucía]] bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Perucía schließlich 1443 endgültig ans Königreich Micolinien, das das Land in den sich entwickelnden micolinischen Nationalstaat inkorporierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Perucías ==&lt;br /&gt;
=== Perucía in Antike und Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Die später als ''Perucia'' bekannte Landschaft im Norden Micoliniens war in vorrömischer Zeit von [[Sagro-Kelten|sagro-keltischen]] Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des [[Ale|Alius]] waren kurz vor der römischen Eroberung die [[Sorier]] im Nordwesten, die [[Oskaner]] nördlich und südlich des Hochlands und die [[Faläer]] im Südosten des Gebiets sowie die westlichen [[Ligrer]] (''Ligri Ulteriores'') an der Küste des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meeres]]. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmicoliniens der Provincia [[Micolina Superior]] zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge  wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Frühmittelalter fielen nacheinander die [[Golen]], [[Skanten]] und [[Herkanden]] im Norden der micolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Ab dem 6. Jahhrundert gehörte der größte Teil Nordmicoliniens zum [[Skantenreich]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große|Francrec der Große]] im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] in sein gesamtmicolinisches Großreich eingliedern konnte. Seine Nachfolger konnten die Herrschaft über die Gebiete im Norden aber nicht aufrecht erhalten, die im 8. Jahrhundert schließlich wieder unter der Kontrolle skantischer Könige standen und seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs [[Rodrec der Große]] gehörten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden Micoliniens, zu dieser Zeit als [[Hiscantia ultra Marem et Montes]] bekannt, zum Reich König [[Barungar]]s, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die micolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als [[Perutinger|Perutingi]] bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger [[Farengar]] um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König [[Francrec III.]] gegenüber als ''Dux Perutingorum'' auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn [[Naermyngal]] (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Barungar selbst den Königstitel annahm, den Sohn Barungars namens ''Rodrigo'' tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil Nordmicoliniens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden Micoliniens jenseits der Königsgebirge zum [[Königreich Perucía|Regnum Perutinum]], dessen Hauptstadt [[Alessa]] wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der [[Herkanden|herkandischen]] Teilreiche zum [[micolinischen Königreich|Königreich Micolinien]] und der Konzentration der Skanten auf [[Sagradien]] veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation in Nordmicolinien. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer micolinischen Expansion bedrohten Perucia suchte Verbündete in Scantia und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den [[Dianniden]] und den skantischen [[Lusoniden]] unterstützten die Peruziner die [[Herzog von Scantia|Skantenherzöge]] mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Micoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König [[Johann II. der Kurze|Jouan der Kurze]] im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|großen Thronstreit]], in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Micolinien durchsetzen und wurde [[König von Perucía]], sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben [[Scantia]] zum zweiten Kern des [[Ludonidenreich|lusonidischen Reichs]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-micolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs [[Martin II. der Zänker|Martin dem Zänker]] 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise. Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, [[Martin Posthumus]], regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom micolinischen König [[Richard I.]] kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Krieg zwischen Micolinien und Sagradien]] um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog [[Philipp der Schweigsame]] aus dem [[Haus Redanior]] sich mit Verweis auf den [[Vertrag von Erin]] von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König [[Philipp IV. Hermes]] unterstützt wurde, kämpfte Micolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, [[Renart von Soria]], der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Micolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Micolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der [[Schlacht von Porinéi]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit [[Gabriel IV.|Gabriels IV.]] und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten ([[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph I. von Ostino|José d'Óstino]] an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. Während ein großer Teil des peruzinischen Adels den micolinischen Regenten anerkannte, hielt eine starke Unabhängigkeitspartei den Widerstand aufrecht und verbündete sich mit dem zunächst schwächeren Sagradien unter Miguel de Vesaey.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Folgejahren wurde Perucía schwer verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute währt. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat ===&lt;br /&gt;
Im gesamtmicolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Perucía bald zur Randprovinz. Da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand, blieb Perucia ein peripheres Gebiet, das sich nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmicolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 kam es zu einer Reihe neuer Konflikte in Perucia um die schnell anwachsende protestantische Minderheit. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564 führte zu neuerlichen Verwüstungen in Perucia. Das Toleranzedikt [[Albert I. von Micolinien|Alberts I.]] 1584 beendete die Protestantenverfolgungen und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Perucias eine große protestantische Minderheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Perucia weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der micolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des micolinischen Nationalstaats, die politische Autonomie des Nordens ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmicolinischen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Perucia, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem micolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt. Doch erst die starken Benachteiligungen Perucias durch das faschistische [[Ulisse-Regime]] der Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahre führte zu einem eigenständigen politisch angelegten peruzinischen Nationalismus, der nach dem Ende des Regimes 1948 zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unabhängigkeitsbewegung blieb aber insgesamt sehr schwach und auf einzelne kleinere Hochburgen beschränkt. In der neuen föderalen Monarchie der demokratischen Nach-Ulisse-Ära erhielt ganz Perucia sodann auch wieder seine Autonomie, jedoch nicht in einer einzigen Großregion. Stattdessen wurde der Norden unter den Regionen [[Niederperucia]] (Hauptstadt [[Albero]]), [[Oberperucia]] ([[Alessa]]) und [[Nordperucia-Westligre]] ([[Luagua]]) aufgeteilt, [[Soria]] wurde erst 1991 aus Niederperucia ausgegliedert und damit eigenständige Region. Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die [[Peruzinische Gemeinschaft]] als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Peruzien&amp;diff=9487</id>
		<title>Peruzien</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Perucía''' ist eine Landschaft im Norden der [[Micolinische Halbinsel|micolinischen Halbinsel]], die nördlich der [[Konsetten]] und des [[Königsgebirge]]s liegt und zum [[Vereinigten Königreich Micolinien]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Römer kannten das Land nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] unter dem Namen ''Oscania'', benannt nach dem Stamm der ''Oscani'', einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als ''Nieder-Micolinien'' oder als ''Hiscantia ultra Marem et Montes'' bekannte Perucía erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen [[Perutinger]], die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als [[Königreich Perucía]] bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Perucía schließlich 1443 endgültig ans Königreich Micolinien, das das Land in den sich entwickelnden micolinischen Nationalstaat inkorporierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Perucías ==&lt;br /&gt;
=== Perucía in Antike und Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Die später als ''Perucia'' bekannte Landschaft im Norden Micoliniens war in vorrömischer Zeit von [[Sagro-Kelten|sagro-keltischen]] Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des [[Ale|Alius]] waren kurz vor der römischen Eroberung die [[Sorier]] im Nordwesten, die [[Oskaner]] nördlich und südlich des Hochlands und die [[Faläer]] im Südosten des Gebiets sowie die westlichen [[Ligrer]] (''Ligri Ulteriores'') an der Küste des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meeres]]. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmicoliniens der Provincia [[Micolina Superior]] zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge  wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Frühmittelalter fielen nacheinander die [[Golen]], [[Skanten]] und [[Herkanden]] im Norden der micolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Ab dem 6. Jahhrundert gehörte der größte Teil Nordmicoliniens zum [[Skantenreich]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große|Francrec der Große]] im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] in sein gesamtmicolinisches Großreich eingliedern konnte. Seine Nachfolger konnten die Herrschaft über die Gebiete im Norden aber nicht aufrecht erhalten, die im 8. Jahrhundert schließlich wieder unter der Kontrolle skantischer Könige standen und seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs [[Rodrec der Große]] gehörten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden Micoliniens, zu dieser Zeit als [[Hiscantia ultra Marem et Montes]] bekannt, zum Reich König [[Barungar]]s, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die micolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als [[Perutinger|Perutingi]] bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger [[Farengar]] um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König [[Francrec III.]] gegenüber als ''Dux Perutingorum'' auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn [[Naermyngal]] (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Barungar selbst den Königstitel annahm, den Sohn Barungars namens ''Rodrigo'' tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil Nordmicoliniens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden Micoliniens jenseits der Königsgebirge zum [[Königreich Perucía|Regnum Perutinum]], dessen Hauptstadt [[Alessa]] wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der [[Herkanden|herkandischen]] Teilreiche zum [[micolinischen Königreich|Königreich Micolinien]] und der Konzentration der Skanten auf [[Sagradien]] veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation in Nordmicolinien. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer micolinischen Expansion bedrohten Perucia suchte Verbündete in Scantia und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den [[Dianniden]] und den skantischen [[Lusoniden]] unterstützten die Peruziner die [[Herzog von Scantia|Skantenherzöge]] mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Micoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König [[Johann II. der Kurze|Jouan der Kurze]] im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|großen Thronstreit]], in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Micolinien durchsetzen und wurde [[König von Perucía]], sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben [[Scantia]] zum zweiten Kern des [[Ludonidenreich|lusonidischen Reichs]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-micolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs [[Martin II. der Zänker|Martin dem Zänker]] 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise. Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, [[Martin Posthumus]], regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom micolinischen König [[Richard I.]] kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Krieg zwischen Micolinien und Sagradien]] um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog [[Philipp der Schweigsame]] aus dem [[Haus Redanior]] sich mit Verweis auf den [[Vertrag von Erin]] von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König [[Philipp IV. Hermes]] unterstützt wurde, kämpfte Micolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, [[Renart von Soria]], der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Micolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Micolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der [[Schlacht von Porinéi]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Die Kinderlosigkeit [[Gabriel IV.|Gabriels IV.]] und das drohende Aussterben der Redanior führte aber in den 1380er Jahren zu einer dynastischen und politischen Krise, da ein Auseinanderfallen der Union und eine neuerliche kriegerische Auseinandersetzung um die Kronen der Königreiche drohte. Mit dem vorzeitigen Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann damit eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía vorerst in der Hand Gabriels, der jedoch keine Nachfolgelösung vorzeigen konnte. Nach seinem Tod 1395 und in der folgenden Nachfolgekrise in Sagradien erkannten die Stände Perucías keinen der beiden sagradischen Thronprätendenten ([[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph I. von Ostino|José d'Óstino]] an, sondern suchten ihre Unabhängigkeit zurückzuerlangen. In dieser Situation des machtpolitischen Vakuums suchte der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] seine Chance zu nutzen und nach ersten Verhandlungen mit den Ständen des Nordens vollendete Tatsachen zu schaffen. Er fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 – die eine Vereinigung der Kronen Perucías und Micoliniens festsetzte – in Perucía ein und löste den bis 1443 andauernden Krieg gegen Sagradien aus, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wurde Perucía von zahlreichen Schlachten verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 erstmals die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute andauert. Damit endeten jedoch nicht nur die Jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat ===&lt;br /&gt;
Im gesamtmicolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Perucía bald zur Randprovinz. Da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand, blieb Perucia ein peripheres Gebiet, das sich nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmicolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 kam es zu einer Reihe neuer Konflikte in Perucia um die schnell anwachsende protestantische Minderheit. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564 führte zu neuerlichen Verwüstungen in Perucia. Das Toleranzedikt [[Albert I. von Micolinien|Alberts I.]] 1584 beendete die Protestantenverfolgungen und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Perucias eine große protestantische Minderheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Perucia weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der micolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des micolinischen Nationalstaats, die politische Autonomie des Nordens ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmicolinischen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Perucia, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem micolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt. Doch erst die starken Benachteiligungen Perucias durch das faschistische [[Ulisse-Regime]] der Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahre führte zu einem eigenständigen politisch angelegten peruzinischen Nationalismus, der nach dem Ende des Regimes 1948 zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unabhängigkeitsbewegung blieb aber insgesamt sehr schwach und auf einzelne kleinere Hochburgen beschränkt. In der neuen föderalen Monarchie der demokratischen Nach-Ulisse-Ära erhielt ganz Perucia sodann auch wieder seine Autonomie, jedoch nicht in einer einzigen Großregion. Stattdessen wurde der Norden unter den Regionen [[Niederperucia]] (Hauptstadt [[Albero]]), [[Oberperucia]] ([[Alessa]]) und [[Nordperucia-Westligre]] ([[Luagua]]) aufgeteilt, [[Soria]] wurde erst 1991 aus Niederperucia ausgegliedert und damit eigenständige Region. Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die [[Peruzinische Gemeinschaft]] als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>95.116.140.78</name></author>
		
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		<summary type="html">&lt;p&gt;95.116.140.78: /* Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Perucía''' ist eine Landschaft im Norden der [[Micolinische Halbinsel|micolinischen Halbinsel]], die nördlich der [[Konsetten]] und des [[Königsgebirge]]s liegt und zum [[Vereinigten Königreich Micolinien]] gehört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Römer kannten das Land nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] unter dem Namen ''Oscania'', benannt nach dem Stamm der ''Oscani'', einem der sagrokeltischen Stämme im Norden. Das im frühen Mittelalter als ''Nieder-Micolinien'' oder als ''Hiscantia ultra Marem et Montes'' bekannte Perucía erhielt seinen heutigen Namen erst durch die skandinavischen [[Perutinger]], die sich hier im 8. Jahrhundert ansiedelten und ein eigenes Reich gründeten, das später als [[Königreich Perucía]] bekannt war. Im 13. und 14. Jahrhundert mit der sagradischen Krone verbunden, fiel Perucía schließlich 1443 endgültig ans Königreich Micolinien, das das Land in den sich entwickelnden micolinischen Nationalstaat inkorporierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Perucías ==&lt;br /&gt;
=== Perucía in Antike und Frühmittelalter ===&lt;br /&gt;
Die später als ''Perucia'' bekannte Landschaft im Norden Micoliniens war in vorrömischer Zeit von [[Sagro-Kelten|sagro-keltischen]] Stämmen bewohnt. Die bedeutendsten Stämme nördlich des [[Ale|Alius]] waren kurz vor der römischen Eroberung die [[Sorier]] im Nordwesten, die [[Oskaner]] nördlich und südlich des Hochlands und die [[Faläer]] im Südosten des Gebiets sowie die westlichen [[Ligrer]] (''Ligri Ulteriores'') an der Küste des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meeres]]. Nach der Eroberung des Südteils der Halbinsel durch die Römer im 1. Jahrhundert n. Chr. wurden auch Teile Nordmicoliniens der Provincia [[Micolina Superior]] zugeschlagen. Im größten Teil des keltischen Nordens konnte jedoch keine römische Herrschaft etabliert werden. Die litischen Berge  wurden faktisch zur Grenze des römischen Reichs zum Gebiet der Micolina Libera. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im Frühmittelalter fielen nacheinander die [[Golen]], [[Skanten]] und [[Herkanden]] im Norden der micolinischen Halbinsel ein und errichteten eigene Reiche, die sich in kurzen Abständen abwechselten. Ab dem 6. Jahhrundert gehörte der größte Teil Nordmicoliniens zum [[Skantenreich]], ehe der Herkandenfürst [[Franzerich der Große|Francrec der Große]] im späten 7. Jahrhundert die Gebiete nördlich des [[Litisches Gebirge|Litischen Gebirges]] in sein gesamtmicolinisches Großreich eingliedern konnte. Seine Nachfolger konnten die Herrschaft über die Gebiete im Norden aber nicht aufrecht erhalten, die im 8. Jahrhundert schließlich wieder unter der Kontrolle skantischer Könige standen und seit ca. 780 zum Herrschaftsgebiet des skantischen Großkönigs [[Rodrec der Große]] gehörten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den skantischen Reichsteilungen von 799 und 812 gehörte der Norden Micoliniens, zu dieser Zeit als [[Hiscantia ultra Marem et Montes]] bekannt, zum Reich König [[Barungar]]s, der sich aber gegen die seit dem 8. Jahrhundert begonnenen regelmäßigen Plünderungsfahrten norwegischer Seefahrer an die micolinische Nordküste wehren musste, welche die ohnehin geschwächte skantische Herrschaft zunehmend destabilisierten. Aus den Winterlagern der immer weiter entlang der Flüsse ins Landesinnere vordringenden Nordmänner, die von den Romanen als [[Perutinger|Perutingi]] bezeichnet wurden, entwickelte sich im Machtvakuum der geschwächten Skantenherrschaft zu Beginn des 9. Jahrhunderts eine dauerhafte Herrschaft perutingischer Machthaber, die sich bald an die einheimische Bevölkerung assimilierten und ihre nordische Sprache ablegten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Blütezeit des peruzinischen Königreichs im Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
Im Kampf gegen die Skanten konvertierte der Perutinger [[Farengar]] um 820 zum Christentum und trat dem montanischen König [[Francrec III.]] gegenüber als ''Dux Perutingorum'' auf. Seinen geleisteten Eid widerrief aber bereits sein Sohn [[Naermyngal]] (Nermengal), der in der Nachfolge des 822 gestorbenen Skanten Barungar selbst den Königstitel annahm, den Sohn Barungars namens ''Rodrigo'' tötete und binnen kurzer Zeit den Großteil Nordmicoliniens für sein Reich eroberte. Bereits um 860 gehörte mit Ausnahme der Westligrischen Küste der gesamte Norden Micoliniens jenseits der Königsgebirge zum [[Königreich Perucía|Regnum Perutinum]], dessen Hauptstadt [[Alessa]] wurde. Von dort aus starteten die Perutiner Eroberungsfahrten auf die britischen Inseln, wo sich ihre Herrschaft aber nicht etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden beiden Jahrhunderten blieb Perucía eine unabhängige Macht im Norden der Halbinsel, führte aber immer wieder Kriege gegen den südlichen und den östlichen Nachbarn. Nach der Wiedervereinigung der [[Herkanden|herkandischen]] Teilreiche zum [[micolinischen Königreich|Königreich Micolinien]] und der Konzentration der Skanten auf [[Sagradien]] veränderte sich allmählich die Mächtekonstellation in Nordmicolinien. Das spätestens seit Mitte des 10. Jahrhunderts von einer micolinischen Expansion bedrohten Perucia suchte Verbündete in Scantia und unterstützte zunächst dessen Eroberungspolitik in Sagradien. Im sagradischen Thronstreit von 1078 zwischen den [[Dianniden]] und den skantischen [[Lusoniden]] unterstützten die Peruziner die [[Herzog von Scantia|Skantenherzöge]] mit dem Ziel einer sagradisch-peruzinischen Allianz. Teil dieser peruzinisch-lusonidischen Allianz des späten 11. Jahrhunderts war auch die Hochzeit Bertas von Perucía mit [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]. Die Allianz erwies sich mit dem Scheitern Martins in Sagradien und den vermehrten Angriffen Micoliniens auf Perucia aber als Fehlschlag. Als der peruzinische König [[Johann II. der Kurze|Jouan der Kurze]] im Jahr 1101 starb, ohne einen männlichen Erben zu hinterlassen, kam es in Perucia zum [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|großen Thronstreit]], in den Martin der Kühne als Ehemann der Prinzessin Berta eingriff. Der Lusonide konnte sich schließlich gegen Micolinien durchsetzen und wurde [[König von Perucía]], sodass das Königreich im folgenden Jahrhundert neben [[Scantia]] zum zweiten Kern des [[Ludonidenreich|lusonidischen Reichs]] wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ende der Lusonidenherrschaft, Peruzinische Kriege und Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Damit blieb Perucía aber auch ständiger Schauplatz innersagradischer wie sagradisch-micolinischer Kämpfe, die Ende des 12. Jahrhunderts einen Höhepunkt fanden. Mit dem Verlust Scantias begann die Macht der Lusoniden und damit auch die Perucias zu zerfallen. Mit dem Tod des lusonidischen Königs [[Martin II. der Zänker|Martin dem Zänker]] 1242 kam es zudem zu einer dynastischen Krise. Für den erst posthum geborenen Sohn Martins des Zänkers, [[Martin Posthumus]], regierte zunächst ein Regentschaftsrat einheimischer Adliger, der aber seit 1245 vom micolinischen König [[Richard I.]] kontrolliert wurde. Nach dem plötzlichen Tod des minderjährigen Königs 1249 kam es schließlich zum [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Krieg zwischen Micolinien und Sagradien]] um das Reich im Norden der Halbinsel. Während der skantische Herzog [[Philipp der Schweigsame]] aus dem [[Haus Redanior]] sich mit Verweis auf den [[Vertrag von Erin]] von 1184 als Haupterben der Lusoniden betrachtete und vom sagradischen König [[Philipp IV. Hermes]] unterstützt wurde, kämpfte Micolinien auf der Seite eines unehelichen Sohnes Martins des Zänkers, [[Renart von Soria]], der zunächst den Thron an sich reißen konnte und den Regierungsrat auflöste. Renart verlor in der Folge jedoch gegen das sagradische Heer und musste sich nach Micolinien zurückziehen. Philipp der Schweiger bestieg nun als Philipp I. den Thron, leistete dem sagradischen König aber auch für sein neues Reich den Lehnseid und beendete damit im Grunde die peruzinische Eigenständigkeit endgültig. Der zwischenzeitige Versuch der Rückeroberung durch Renart von Soria und Micolinien scheiterte 1255 mit der vernichtenden Niederlage in der [[Schlacht von Porinéi]]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Aussterben der Lusoniden begann in Perucía jedoch eine anhaltende Phase der Unruhen und Aufstände, in der Adelsfehden, bürgerkriegsähnliche Kämpfe und Einmischungen von außen, vor allem aus Micolinien und Sagradien, an der Tagesordnung waren. Nachdem [[Martin IV. Felix]] 1275 den sagradischen mit dem peruzinischen Thron vereint hatte, folgte auf seinen Tod 1289 ein neuerlicher Thronstreit zwischen den sagradischen Königen aus dem [[Haus Redanior]] und einheimischen Magnaten und Thronprätendenten, die sich auf das Erbe der Lusoniden beriefen und von Micolinien protegiert wurden. In der Tradition der nationalen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wurden diese ''[[Peruzinische Kriege|Peruzinischen Kriege]]'' hauptsächlich als Unabhängigkeitsbestrebungen der peruzinischen Stände gegen die sagradische Fremdherrschaft gedeutet, tatsächlich handelte es sich jedoch vielmehr um quer durch den peruzinischen Adel sowie durch das [[Haus Redanior|Königshaus Redanior]] verlaufende Machtkämpfe, die sich mit Konflikten zwischen Sagradien und Micolinien um den Einfluss auf das Königreich vermischten. Nach Wirren innerhalb des Königshauses konnte sich 1301 mit micolinischer Hilfe die von [[Johann von Gerón]] begründete Linie des Hauses Redanior gegen die sagradische Linie unter [[Jakob II.]] durchsetzen, sodass die beiden Kronen vorübergehend wieder auseinanderfielen. Unter Johanns beiden Söhnen [[Philipp I. von Micolinien|Philipp]] und [[Sergi I.|Sergi]] wurde die peruzinische Krone jedoch zunächst mit der micolinischen (1310/13/15) und 1321 schließlich mit sagradischen Krone vereinigt. Die Machtkämpfe zwischen den Königen von Micolinien und Sagradien um das Reich im Norden der micolinischen Halbinsel wurden damit vorerst beigelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der sagradisch-micolinischen [[Union von Alagua]] von 1321 wurde Perucia damit Teil des neuen, von den Redanior-Königen regierten Großreiches auf beiden Seiten der Konsetten und des Blauen Meers, was den Konflikt um das Land vorübergehend befriedete. Mit dem Ende der Union 1386 durch den Abfall Micoliniens von [[Gabriel IV.]] begann jedoch eine neue Phase der Kriege um Perucía, die unmittelbar in den [[Fünfzigjährigen Krieg]] mündete, der sich zu großen Teilen auf peruzinischem Gebiet abspielte. Mit dem [[Vertrag von Albero]] 1390 blieb Perucía bei der sagradischen Krone, jedoch widerrief der micolinische König [[Karl VI. von Micolinien|Karl VI.]] im Jahr 1396 eben diesen Vertrag und fiel unter Berufung auf die [[Konvention von Marbore]] aus dem Jahr 1368 in Perucía ein, was den bis 1443 andauernden Krieg auslöste, der mehr als alle Kämpfe zuvor verhehrende Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So wurde Perucía von zahlreichen Schlachten verwüstet und wechselte mehrmals den Besitzer, ehe der [[Friede von Tesqué]] 1443 erstmals die Union zwischen dem micolinischen Königreich in Süd- und Mittelmicolinien und der Krone Perucías herstellte, die bis heute andauert. Damit endeten jedoch nicht nur die jahrhunderte andauernden Auseinandersetzungen um den Besitz des Landes, sondern auch die Eigenständigkeit des peruzinischen Königreichs, das nun vollends ins Königreich Micolinien eingegliedert wurde. An die eigenständige Tradition Perucias als Königreich verweist heute der Titel [[Prinz von Perucía]], den der micolinische Thronfolger traditionsgemäß trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Perucía als Peripherie im Micolinischen Staat ===&lt;br /&gt;
Im gesamtmicolinischen Königreich unter den [[Interea]]-Königen wurde Perucía bald zur Randprovinz. Da sich das Zentrum des Reichs nach wie vor im Süden rund um das Gebiet der [[Eraltiefebene]] befand, blieb Perucia ein peripheres Gebiet, das sich nur sehr langsam von den Verwüstungen des Krieges erholte. Mit der Landung des Calvinistenführers [[Francis Howle]] (Franciscus Uleus) im nordmicolinischen [[Erin]] im Jahr 1540 kam es zu einer Reihe neuer Konflikte in Perucia um die schnell anwachsende protestantische Minderheit. Die beiden [[Uleistenkriege]] von 1549-1552 und von 1559-1564 führte zu neuerlichen Verwüstungen in Perucia. Das Toleranzedikt [[Albert I. von Micolinien|Alberts I.]] 1584 beendete die Protestantenverfolgungen und gewährte den peruzinischen Calvinisten weitgehend Religionsfreiheit, noch heute existiert in einigen Gebieten Perucias eine große protestantische Minderheit. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den kommenden Jahrhundert blieb die Situation im schwach besiedelten Perucia weitgehend ruhig, die peruzinische Kultur sowie die einheimische Sprache wurden aber im Zuge der Zentralisierungsbestrebungen des 18. Jahrhunderts immer mehr zurückgedrängt. Der micolinische Nationalismus des 19. Jahrhunderts sah den Norden schließlich als integralen Bestandteil des micolinischen Nationalstaats, die politische Autonomie des Nordens ging im 18. Jahrhundert verloren und die peruzinischen Stände gingen voll in den gesamtmicolinischen auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung des 19. Jahrhunderts machte [[Albero]] schließlich zu einer neuen Metropole. Aus ganz Perucia, aber auch aus anderen Gebieten des Königreichs kamen Arbeiter mit ihren Familien nach Albero, das binnen eines halben Jahrhunderts zur zweitgrößten Stadt des Landes nach [[Servette]] heranwuchs. Dagegen blieb der große Rest des Landes von der Industrialisierung weitgehend unbeeinflusst und weiterhin agrarisch geprägt. Im Gegensatz zum ebenfalls dem micolinischen Zentralismus ausgesetzten [[Golen]] brachte die Romantik des 19. Jahrhunderts keine groß angelegte Renaissance der peruzinischen Unabhängigkeitsbewegung. Dennoch verbreiteten sich im ganzen Land peruzinische Regionalismen und die eigenständige Kultur wurde zunehmend gepflegt. Doch erst die starken Benachteiligungen Perucias durch das faschistische [[Ulisse-Regime]] der Zwanziger, Dreißiger und Vierziger Jahre führte zu einem eigenständigen politisch angelegten peruzinischen Nationalismus, der nach dem Ende des Regimes 1948 zu vereinzelten Versuchen führte, Perucia vom Rest des Königreichs abzuspalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Unabhängigkeitsbewegung blieb aber insgesamt sehr schwach und auf einzelne kleinere Hochburgen beschränkt. In der neuen föderalen Monarchie der demokratischen Nach-Ulisse-Ära erhielt ganz Perucia sodann auch wieder seine Autonomie, jedoch nicht in einer einzigen Großregion. Stattdessen wurde der Norden unter den Regionen [[Niederperucia]] (Hauptstadt [[Albero]]), [[Oberperucia]] ([[Alessa]]) und [[Nordperucia-Westligre]] ([[Luagua]]) aufgeteilt, [[Soria]] wurde erst 1991 aus Niederperucia ausgegliedert und damit eigenständige Region. Um ein Gegengewicht gegen den einwohner- und industriestarken Süden zu bilden, wurde 1993 die [[Peruzinische Gemeinschaft]] als inter-regionale Arbeitsgemeinschaft gegründet, die aber auf die Koordination auf einigen Politikfeldern beschränkt bleibt.&lt;/div&gt;</summary>
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&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Erbteilungsplan Sergis II.''' wird das Vorhaben König [[Sergi II.|Sergis II.]] bezeichnet, seine in der [[Union von Alagua]] vereinigten Königreiche [[Sagradien]], [[Micolinien]], [[Perucía]] und [[Golen]] nach seinem Tod unter seinen beiden Söhnen [[Gabriel IV.|Gabriel]] und [[Don Joán de Perucía|Johann]] aufzuteilen. Hintergrund war die Erkrankung Sergis, die es ihm zunehmend unmöglich machte, die Herrschaft in allen Teilen des Großreichs auszuüben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Plan sah vor, dass Sergis ältester Sohn Gabriel die Krone von Sagradien und Golen und sein jüngerer Sohn Johann die Krone Micoliniens und die Perucías erben sollte. Ob der Plan erst nach dem Tod Sergis greifen sollte, oder ob dieser an eine Abdankung dachte, ist bis heute ungeklärt. Als erstes stimmten die Stände Micoliniens in der '''Konvention von Marbore''' im Jahr 1368 dem Plan zu. Ehe es jedoch zu einer Bestätigung auch in den anderen Reichsteilen hätte kommen können, starb Sergis jüngerer Sohn Johann überraschend, wodurch die Konvention hinfällig wurde. Nach Sergis Tod 1378 übernahm sein Sohn Gabriel IV. daher in allen Reichsteilen die Herrschaft. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als es 1386 jedoch in Micolinien zum Aufstand gegen Gabriel IV. kam, beriefen sich die micolinischen Stände auf die Konvention von 1368 und den Erbteilungsplan und erklärten diesen für gültig, wodurch das Königtum Gabriels IV. für unwirksam erklärt wurde. An Stelle Gabriels wurde nun Karl von Interea als [[Karl V. von Micolinien]] zum König erhoben, was den [[Micolinischer Unabhängigkeitskrieg|Micolinischen Unabhängigkeitskrieg]] auslöste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Vertrag von Álbero 1390]] erklärte Gabriel IV. schließlich seinen Verzicht auf die Krone Micoliniens, durfte aber das Königreich Perucía behalten, womit die Konvention von Marbore nicht gänzlich durchgesetzt werden konnte. Nach dem Tod Gabriels IV. widerrief Karls Sohn und Nachfolger [[Karl VI. von Micolinien]] jedoch den Vertrag von Álbero, erklärte die Konvention von 1368 erneut für geltendes Recht und erhob selbst Anspruch auf das Königreich Perucía, was den [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] auslöste. Erst 1402 revidierte Karl seine Haltung und erklärte auch die Konvention von Marbore für ungültig, womit er nun nicht nur Anspruch auf die Krone Perucías, sondern als vermeintlicher Erbe [[Sergi I.|Sergis I.]] auch Anspruch auf die sagradisch-golische Königskrone erheben konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Friede von Tesqué]], der den Fünfzigjährigen Krieg 1443 beendete, nahm schließlich die Konvention von Marbore aus dem Jahr 1368 und damit den Erbteilungsplan Sergis II. als rechtliche Grundlage, um den im Krieg entstandenen Status Quo zu rechtfertigen, der die Trennung der Territorien Karls VI. und [[Michael II.|Michaels II.]] entlang der so genannten &amp;quot;[[Medéo-Linie]]&amp;quot; festschrieb. Die Krone Perucías wurde damit - wie bereits 1368 vorgesehen - mit der Micoliniens vereinigt, während Golen bei Sagradien verblieb. Diese Konstellation blieb im Grunde bis zu den Napoleonischen Kriegen und darüber hinaus wirksam und bildet die Grundlage für den modernen gesamtmicolinischen Nationalstaat, der sich über die gesamte micolinische Halbinsel erstreckt.&lt;/div&gt;</summary>
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