<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=89.15.63.253</id>
	<title>Sagradien - Benutzerbeiträge [de]</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/api.php?action=feedcontributions&amp;feedformat=atom&amp;user=89.15.63.253"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Spezial:Beitr%C3%A4ge/89.15.63.253"/>
	<updated>2026-04-29T09:48:34Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.34.1</generator>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Comuni%C3%B3n_Nacional&amp;diff=12732</id>
		<title>Comunión Nacional</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Comuni%C3%B3n_Nacional&amp;diff=12732"/>
		<updated>2013-02-03T22:49:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Comunión Nacional''' war der Name einer rechtsgerichteten politischen Bewegung der späten [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] in [[Sagradien]], die im Jahr 1940 durch Ministerpräsident [[Manuel Álamo]] ausgerufen wurde. Hintergrund war die Bedrohung Sagradiens durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, angesichts derer Álamo für eine strikte Neutralität Sagradiens eintrat. Ziel der Kommunion war die Sammlung der nationalen Kräfte hinter seiner Regierung und ihrem Regierungsprogramm unter Umgehung der Parteistrukturen und der in den Vorjahren komplizierten Mehrheitsverhältnisse im Parlament. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm der Kommunion wurde von Álamo bereits im Dezember 1939 entwickelt und im Januar 1940 vorgestellt. Der Begriff ist von Álamo jedoch bereits für die Kampagne in den [[Aprilwahlen 1938]] nachzuweisen, in der er für eine Regierung der nationalen Kommunion eintrat. Nach der schnellen Niederlage Frankreichs im Jahr 1940 bestätigte Álamo seine Linie der strikten Neutralität und rief die Sagradier dazu auf, sich in patriotischer Einheit hinter der Regierung zu sammeln. Ende Juni 1930 übertrug die Nationalversammlung der Regierung außerordentliche Sondervollmachten, die unter anderem eine Einschränkung der Bürgerrechte und Gesetzgebungskompetenzen für die Regierung umfassten. Im August folgte mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen]] eine umfassende Verfassungsrevision, die die Exekutive zusätzlich gegenüber dem Parlament stärkte und zudem korporatistische Elemente einbaute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Öffentlichkeit inszenierte sich Álamo fortan zunehmend als Führer der nationalen Kommunion und lehnte sich an faschistische Ikonographie an. Als organisatorisches Gerüst wurden ''Círculoes Nacionales'' als kommunale Sektionen eingerichtet. An der Spitze wurde zudem ein ''Zentralausschuss für die Comunión Nacional'' gebildet, der als parteiähnliches Gremium wirkte und dem sich die katholisch-konservative [[Volksunion]] und einige kleinere Parteien anschlossen. Als Jugendverband wurde die [[Juventú Nacional]] gegründet, das [[Comité Social]] sollte Teile der politischen Linken integrieren. Nach Vorbild der rechtsextremen [[Divisionisten|Divisionen]], aber auch linker Kampfverbände sowie der [[Volksunion]]-nahen [[Juntas Accionistas]] wurde die paramilitärische [[Miliça Nacional]] gebildet, die vor allem gegen kommunistische Kämpfer eingesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Augustgesetzen 1940 stellte die Comunión Nacional eine Art Quasi-Staatspartei im zunehmend autoritär regierten Sagradien dar. Die Doktrin der strikten Neutralität wurde in der Bevölkerung aber mehr und mehr unpopulär. Mit dem Eintritt Sagradiens in den Zweiten Weltkrieg im April 1940 verlor daher auch die Comunión rasch an Einfluss. Der Entlassung [[Manuel Álamo]]s als Regierungschef im Juni 1940 folgte schließlich seine Absetzung als Führer der Comunión durch das Zentralkomitee. Nachfolger in beiden Ämtern wurde [[Amentino Xavier-Castrell]], der jedoch auf eine öffentliche Inszenierung weitgehend verzichtete und das Regierungsamt bereits im November 1942 wieder an den parteilosen [[Sergio Rafael Dini]] abgab. Mit der Auflösung des Zentralausschusses Anfang 1943 hörte die Comunión schließlich ganz auf zu bestehen.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradische Partei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Comuni%C3%B3n_Nacional&amp;diff=12731</id>
		<title>Comunión Nacional</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Comuni%C3%B3n_Nacional&amp;diff=12731"/>
		<updated>2013-02-03T22:48:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Comunión Nacional''' war der Name einer rechtsgerichteten politischen Bewegung der späten [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] in [[Sagradien]], die im Jahr 1940 durch Ministerpräsident [[Manuel Álamo]] ausgerufen wurde. Hintergrund war die Bedrohung Sagradiens durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, angesichts derer Álamo für eine strikte Neutralität Sagradiens eintrat. Ziel der Kommunion war die Sammlung der nationalen Kräfte hinter seiner Regierung und ihrem Regierungsprogramm unter Umgehung der Parteistrukturen und der in den Vorjahren komplizierten Mehrheitsverhältnisse im Parlament. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm der Kommunion wurde von Álamo bereits im Dezember 1939 entwickelt und im Januar 1940 vorgestellt. Der Begriff ist von Álamo jedoch bereits für die Kampagne in den [[Aprilwahlen 1938]] nachzuweisen, in der er für eine Regierung der nationalen Kommunion eintrat. Nach der schnellen Niederlage Frankreichs im Jahr 1940 bestätigte Álamo seine Linie der strikten Neutralität und rief die Sagradier dazu auf, sich in patriotischer Einheit hinter der Regierung zu sammeln. Ende Juni 1930 übertrug die Nationalversammlung der Regierung außerordentliche Sondervollmachten, die unter anderem eine Einschränkung der Bürgerrechte und Gesetzgebungskompetenzen für die Regierung umfassten. Im August folgte mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen]] eine umfassende Verfassungsrevision, die die Exekutive zusätzlich gegenüber dem Parlament stärkte und zudem korporatistische Elemente einbaute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Öffentlichkeit inszenierte sich Álamo fortan zunehmend als Führer der nationalen Kommunion und lehnte sich an faschistische Ikonographie an. Als organisatorisches Gerüst wurden ''Círculoes Nacionales'' als kommunale Sektionen eingerichtet. An der Spitze wurde zudem ein ''Zentralausschuss für die Comunión Nacional'' gebildet, der als parteiähnliches Gremium wirkte und dem sich die katholisch-konservative [[Volksunion]] und einige kleinere Parteien anschlossen. Als Jugendverband wurde die [[Juventú Nacional]] gegründet, das [[Comité Social]] sollte Teile der politischen Linken integrieren. Nach Vorbild der rechtsextremen [[Divisionisten|Divisionen]], aber auch linker Kampfverbände sowie der [[Volksunion]]-nahen [[Juntas Accionistas]] wurde die paramilitärische [[Miliça Nacional]] gebildet, die vor allem gegen kommunistische Kämpfer eingesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Augustgesetzen 1940 stellte die Comunión Nacional eine Art Quasi-Staatspartei im zunehmend autoritär regierten Sagradien dar. Die Doktrin der strikten Neutralität wurde in der Bevölkerung aber mehr und mehr unpopulär. Mit dem Eintritt Sagradiens in den Zweiten Weltkrieg im April 1940 verlor daher auch die Comunión rasch an Einfluss. Der Entlassung [[Manuel Álamo]]s als Regierungschef im Juni 1940 folgte schließlich seine Absetzung als Führer der Comunión durch das Zentralkomitee. Nachfolger in beiden Ämtern wurde [[Amentino Xavier-Castrell]], der jedoch auf eine öffentliche Inszenierung weitgehend verzichtete und das Regierungsamt bereits im November 1942 wieder an den parteilosen [[Sergio Rafael Dini]] abgab.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradische Partei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Comuni%C3%B3n_Nacional&amp;diff=12730</id>
		<title>Comunión Nacional</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Comuni%C3%B3n_Nacional&amp;diff=12730"/>
		<updated>2013-02-03T22:32:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Comunión Nacional''' war der Name einer rechtsgerichteten politischen Bewegung der späten [[Zweite Sagradischen Republik|Zweiten Republik]] in [[Sagradien]], die im Jahr 1940 durch Ministerpräsident [[Manuel Álamo]] ausgerufen wurde. Hintergrund war die Bedrohung Sagradiens durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, angesichts derer Álamo für eine strikte Neutralität Sagradiens eintrat. Ziel der Kommunion war die Sammlung der nationalen Kräfte hinter seiner Regierung und ihrem Regierungsprogramm unter Umgehung der Parteistrukturen und der in den Vorjahren komplizierten Mehrheitsverhältnisse im Parlament. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm der Kommunion wurde von Álamo bereits im Dezember 1939 entwickelt und im Januar 1940 vorgestellt. Der Begriff ist von Álamo jedoch bereits für die Kampagne in den [[Aprilwahlen 1938]] nachzuweisen, in der er für eine Regierung der nationalen Kommunion eintrat. Nach der schnellen Niederlage Frankreichs im Jahr 1940 bestätigte Álamo seine Linie der strikten Neutralität und rief die Sagradier dazu auf, sich in patriotischer Einheit hinter der Regierung zu sammeln. Ende Juni 1930 übertrug die Nationalversammlung der Regierung außerordentliche Sondervollmachten, die unter anderem eine Einschränkung der Bürgerrechte und Gesetzgebungskompetenzen für die Regierung umfassten. Im August folgte mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen]] eine umfassende Verfassungsrevision, die die Exekutive zusätzlich gegenüber dem Parlament stärkte und zudem korporatistische Elemente einbaute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Öffentlichkeit inszenierte sich Álamo fortan zunehmend als Führer der nationalen Kommunion und lehnte sich an faschistische Ikonographie an. Als organisatorisches Gerüst wurden ''Círculoes Nacionales'' als kommunale Sektionen eingerichtet. An der Spitze wurde zudem ein ''Zentralausschuss für die Comunión Nacional'' gebildet, der als parteiähnliches Gremium wirkte und dem sich die katholisch-konservative [[Volksunion]] und einige kleinere Parteien anschlossen. Als Jugendverband wurde die [[Juventú Nacional]] gegründet, das [[Comité Social]] sollte Teile der politischen Linken integrieren. Nach Vorbild der rechtsextremen [[Divisionisten|Divisionen]], aber auch linker Kampfverbände sowie der [[Volksunion]]-nahen [[Juntas Accionistas]] wurde die paramilitärische [[Miliça Nacional]] gebildet, die vor allem gegen kommunistische Kämpfer eingesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Augustgesetzen 1940 stellte die Comunión Nacional eine Art Quasi-Staatspartei im zunehmend autoritär regierten Sagradien dar. Die Doktrin der strikten Neutralität wurde in der Bevölkerung aber mehr und mehr unpopulär. Mit dem Eintritt Sagradiens in den Zweiten Weltkrieg im April 1940 verlor daher auch die Comunión rasch an Einfluss. Der Entlassung [[Manuel Álamo]]s als Regierungschef im Juni 1940 folgte schließlich seine Absetzung als Führer der Comunión durch das Zentralkomitee. Nachfolger in beiden Ämtern wurde [[Amentino Xavier-Castrell]], der jedoch auf eine öffentliche Inszenierung weitgehend verzichtete und das Regierungsamt bereits im November 1942 wieder an den parteilosen [[Sergio Rafael Dini]] abgab.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradische Partei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Comuni%C3%B3n_Nacional&amp;diff=12729</id>
		<title>Comunión Nacional</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Comuni%C3%B3n_Nacional&amp;diff=12729"/>
		<updated>2013-02-03T22:30:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Comunión Nacional''' war der Name einer rechtsgerichteten politischen Bewegung der späten [[Zweite Sagradischen Republik|Zweiten Republik]] in [[Sagradien]], die im Jahr 1940 durch Ministerpräsident [[Manuel Álamo]] ausgerufen wurde. Hintergrund war die Bedrohung Sagradiens durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, angesichts derer Álamo für eine strikte Neutralität Sagradiens eintrat. Ziel der Kommunion war die Sammlung der nationalen Kräfte hinter seiner Regierung und ihrem Regierungsprogramm unter Umgehung der Parteistrukturen und der in den Vorjahren komplizierten Mehrheitsverhältnisse im Parlament. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm der Kommunion wurde von Álamo bereits im Dezember 1939 entwickelt und im Januar 1940 vorgestellt. Der Begriff ist von Álamo jedoch bereits für die Kampagne in den [[Aprilwahlen 1938]] nachzuweisen, in der er für eine Regierung der nationalen Kommunion eintrat. Nach der schnellen Niederlage Frankreichs im Jahr 1940 bestätigte Álamo seine Linie der strikten Neutralität und rief die Sagradier dazu auf, sich in patriotischer Einheit hinter der Regierung zu sammeln. Ende Juni 1930 übertrug die Nationalversammlung der Regierung außerordentliche Sondervollmachten, die unter anderem eine Einschränkung der Bürgerrechte und Gesetzgebungskompetenzen für die Regierung umfassten. Im August folgte mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen]] eine umfassende Verfassungsrevision, die die Exekutive zusätzlich gegenüber dem Parlament stärkte und zudem korporatistische Elemente einbaute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Öffentlichkeit inszenierte sich Álamo fortan zunehmend als Führer der nationalen Kommunion und lehnte sich an faschistische Ikonographie an. Als organisatorisches Gerüst wurden ''Círculoes Nacionales'' als kommunale Sektionen eingerichtet. An der Spitze wurde zudem ein ''Zentralausschuss für die Comunión Nacional'' gebildet, der als parteiähnliches Gremium wirkte und dem sich die katholisch-konservative [[Volksunion]] und einige kleinere Parteien anschlossen. Als Jugendverband wurde die [[Juventú Nacional]] gegründet, das [[Comité Social]] sollte Teile der politischen Linken integrieren. Nach Vorbild der rechtsextremen [[Divisionisten|Divisionen]], aber auch linker Kampfverbände sowie der [[Volksunion]]-nahen [[Juntas Accionistas]] wurde die paramilitärische [[Miliça Nacional]] gebildet, die vor allem gegen kommunistische Kämpfer eingesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Augustgesetzen 1940 stellte die Comunión Nacional eine Art Quasi-Staatspartei im zunehmend autoritär regierten Sagradien dar. Die Doktrin der strikten Neutralität wurde in der Bevölkerung aber mehr und mehr unpopulär. Mit dem Eintritt Sagradiens in den Zweiten Weltkrieg im April 1940 verlor daher auch die Comunión rasch an Einfluss. Der Entlassung [[Manuel Álamo]]s als Regierungschef im Juni 1940 folgte schließlich seine Absetzung als Führer der Comunión durch das Zentralkomitee.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradische Partei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Comuni%C3%B3n_Nacional&amp;diff=12728</id>
		<title>Comunión Nacional</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Comuni%C3%B3n_Nacional&amp;diff=12728"/>
		<updated>2013-02-03T22:25:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Comunión Nacional''' war der Name einer rechtsgerichteten politischen Bewegung der späten [[Zweite Sagradischen Republik|Zweiten Republik]] in [[Sagradien]], die im Jahr 1940 durch Ministerpräsident [[Manuel Álamo]] ausgerufen wurde. Hintergrund war die Bedrohung Sagradiens durch die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, angesichts derer Álamo für eine strikte Neutralität Sagradiens eintrat. Ziel der Kommunion war die Sammlung der nationalen Kräfte hinter seiner Regierung und ihrem Regierungsprogramm unter Umgehung der Parteistrukturen und der in den Vorjahren komplizierten Mehrheitsverhältnisse im Parlament. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Programm der Kommunion wurde von Álamo bereits im Dezember 1939 entwickelt und im Januar 1940 vorgestellt. Der Begriff ist von Álamo jedoch bereits für die Kampagne in den [[Aprilwahlen 1938]] nachzuweisen, in der er für eine Regierung der nationalen Kommunion eintrat. Nach der schnellen Niederlage Frankreichs im Jahr 1940 bestätigte Álamo seine Linie der strikten Neutralität und rief die Sagradier dazu auf, sich in patriotischer Einheit hinter der Regierung zu sammeln. Ende Juni 1930 übertrug die Nationalversammlung der Regierung außerordentliche Sondervollmachten, die unter anderem eine Einschränkung der Bürgerrechte und Gesetzgebungskompetenzen für die Regierung umfassten. Im August folgte mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen]] eine umfassende Verfassungsrevision, die die Exekutive zusätzlich gegenüber dem Parlament stärkte und zudem korporatistische Elemente einbaute.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Öffentlichkeit inszenierte sich Álamo fortan zunehmend als Führer der nationalen Kommunion und lehnte sich an faschistische Ikonographie an. Als organisatorisches Gerüst wurden ''Círculoes Nacionales'' als kommunale Sektionen eingerichtet. An der Spitze wurde zudem ein ''Zentralausschuss für die Comunión Nacional'' gebildet, der als parteiähnliches Gremium wirkte und dem sich die katholisch-konservative [[Volksunion]] und einige kleinere Parteien anschlossen. Als Jugendverband wurde die [[Juventú Nacional]] gegründet, das [[Comité Social]] sollte Teile der politischen Linken integrieren. Nach Vorbild der rechtsextremen [[Divisionisten|Divisionen]], aber auch linker Kampfverbände sowie der [[Volksunion]]-nahen [[Juntas Accionistas]] wurde die paramilitärische [[Miliça Nacional]] gebildet, die vor allem gegen kommunistische Kämpfer eingesetzt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradische Partei]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12727</id>
		<title>Fernando De la Roya</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12727"/>
		<updated>2013-02-03T22:06:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Parteiämter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Ariel Fernando De la Roya''' (*1884, †1967) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker. Er war [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister]] der Stadt [[Semess]] von 1931 bis 1935 und erneut von 1948 bis 1952. Er war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär der christdemokratischen [[PDP]] und 1947 bis 1954 Parteipräsident der [[PPC]]. 1945 bis 1946 amtierte er als Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] und danach bis 1947 als erster Präsident des [[Senat]]s, ein Amt, das er 1952 bis 1954 erneut ausübte. 1954 bis 1964 war er der dritte [[Präsident der Republik|Präsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift [[la Vertá]], die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des [[Semess|Semestiner]] Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. 1924 gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das linkskatholische [[Cientro Social Humanista]] (CSH), aus dem sich 1925 mit dem [[Partido Democrático Popular]] unter der Führung von [[Don Martín de León]] die erste christdemokratische Partei Sagradiens herausbildete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] gewählt. 1929 wurde er im [[Kabinett Laponte]] zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1930 schied er aus der Regierung wieder aus. Nach der Bildung einer Koalition der Mitte aus Katholiken, Radikalen und Liberalen im Semestiner Stadtrat wurde der auf Ausgleich bedachte De la Roya 1931 zum [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister der Stadt]] gewählt. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, stand aber relativ machtlos zwischen den verfeindeten linken und rechten Parteien, die sich regelmäßig Straßenschlachten lieferten. Nach der Bildung der linken [[Volksfront]] 1935 verlor Roya seine Mehrheit im Stadtrat und musste das Amt des Bürgermeisters an den Sozialisten [[Joán Carles Ferrer]] abgeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Nacholger de Leóns wurde De la Roya für wenige Monate der letzte Parteisekretär der [[PDP]], ehe diese 1940 ihre Tätigkeit einstellte. 1940 wandte sich Roya gegen die Politik der [[Regierung Álamo]] und dafür mehrmals vorgeladen. Als einer der wenigen Abgeordneten außerhalb der Linken stimmte Roya gegen das Ermächtigungsgesetz vom Juni 1940 und gegen die [[Augustgesetze 1940|Augustgesetze]], die der [[Regierung Álamo]] außerordentliche Sondervollmachten übertrugen. Er veröffentlichte zwischen 1939 und 1944 zwei größere Monographien und arbeitete als Herausgeber der „Vertá“, die jedoch aufgrund regimekritischer Artikel Ende 1940 verboten wurde. In der Folge rief er seine Landsleute in Flugblättern zum Widerstand gegen das [[Álamo-Regime]] und zum Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte &amp;quot;[[Resistença Cristiana]]&amp;quot; und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des [[CNRS]]. Er gehörte dem Vorstand des Widerstandskomitees an und wurde als deren Vertreter 1942 in die Regierung Dini entsandt. 1945 wurde er in die [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] gewählt und stand der Versammlung bis zu ihrem Ende 1946 als Präsident vor, ehe er zum [[Senat]]spräsidenten gewählt wurde. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei ([[PPC]]) und seit 1947 deren Parteipräsident. 1947 trat er als Kirchenminister ins [[Kabinett Ilpa I|Kabinett De la Ilpa]] ein. 1948 wurde De la Roya erneut zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt. Er setzte sich deutlich gegen alle Mitbewerber durch. 1949 war er als Präsidentschaftskandidat der Christdemokraten im Gespräch, die dann jedoch aus koalitionstaktischen Gründen den liberalkonservativen Bewerber [[Daniel La Ponte]] unterstützten. Seit 1952 amtierte De la Roya erneut als Präsident des Senats, ehe er 1954 als Kandidat der Konservativen zum Präsidenten der Republik gewählt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im höchsten Staatsamt machte sich De la Roya sehr um das Ansehen Sagradiens in der Welt verdient und prägte das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Ariel“ oder „Papalito“ bezeichnet. 1959 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. 1960 ernannte er [[Carles Angel Favale]] nur unter großen, freilich nur intern geäußerten Bedenken zum Nachfolger Luciaros als Ministerpräsident, setzte nach Zusammenbruch der Koalition aber 1962 gegen den anfänglichen Willen der Konservativen die [[Große Koalition]] mit den [[ASUL|Sozialisten]] durch. 1964 weigerte er sich das Demissionsgesuch der [[Kabinett Costa|Regierung Costa]] anzunehmen, ehe nicht eine neue Mehrheit gefunden war. Schließlich ernannte er mit [[António Santiago]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik, ehe er im selben Jahr achtigjährig aus dem Amt schied. Danach verzichtete er auf das ihm zustehende Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1929-1930: stellvertretender [[Erziehungsminister]]&lt;br /&gt;
* 1931-1935: Bürgermeister von [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1942-1945: Stellvertretender Präsident der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1947-1948: Minister für Beziehungen zur Kirche im [[Kabinett Ilpa I]]&lt;br /&gt;
* 1948-1952: [[Bürgermeister von Semess]]&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1964: [[Präsident der Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1931: Stadtrat in [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1926-1931: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1938-1940: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der sagradischen [[Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1948: Mitglied des sagradischen [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Mitglied des sagradischen [[Senat]]s&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1933-1938: stellvertretender Parteisekretär des [[PDP]]&lt;br /&gt;
* seit 1938: Parteisekretär des PDP&lt;br /&gt;
* 1947-1954: Parteivorsitzender des [[PPC]]&lt;br /&gt;
* seit 1967: Ehrenpräsident der [[PPC]] (posthum)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsident der Republik|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bürgermeister von Semess|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Senatspräsident|De la Roya]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12726</id>
		<title>Paulo Luciaro</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12726"/>
		<updated>2013-02-03T22:05:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Öffentliche Ämter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Paulo Manuel Luciaro''' (*1888 in [[Nouberez]], †1963 in [[Semess]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker und Staatsmann. Er war von 1944 bis 1946 in verschiedenen Positionen Mitglied der provisorischen Regierung, zuletzt als deren Präsident. Er war [[Außenminister]] von 1947 bis 1949 sowie von 1955 bis 1957 und mit einer Amtszeit von 1949 bis 1960 der bis heute am längsten amtierende [[Ministerpräsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]]. Von 1945 bis 1948 war Luciaro zudem Parteisekretär und 1954 bis 1961 Parteivorsitzender der [[PPC]]. Von 1960 bis 1962 stand er zudem der Europäischen Parlamentarischen Versammlung vor. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union sowie der europäischen Christdemokratie und als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Sagradien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und politische Karriere in der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Der aus der [[Bretagne]] stammende Luciaro besuchte ein Jesuiten-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte danach Rechts- und Staatswissenschaften in [[Viça|Vice]], [[Semess]] und [[Vierna]]. Während des Studiums gehörte er verschiedenen katholischen Studentenvereinen an. Nach seiner Promotion ließ sich Luciaro 1913 im [[Sagonte|sagontinischen]] [[Vierna]] nieder, wo er zunächst für einen Rechtsanwalt arbeitete. Zugleich begann er, als Redakteur für verschiedene kleinere Zeitungen zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1920 wurde Luciaro erstmals in den Stadtrat von Vierna gewählt, wenig später kam er in Kontakt mit der liberalkatholischen [[Vertá]]-Gruppe um [[Don Martín de León]] und [[Ariel de la Roya]], seit 1922 schrieb er regelmäßig für das Blatt. Er war zudem Mitglied der [[Liga del Pôpolo Jovén]], einer Vereinigung junger Katholiken, die der katholischen [[Acción Popular]] nahestand und christdemokratische und christlich-soziale Ideen entwickelte. 1925 gehörte er schließlich zu den Gründern der [[PDP|Demokratischen Volkspartei]] (PDP), der ersten christdemokratischen Partei Sagradiens, die im Gegensatz zur klerikal-konservativen [[Volksunion]] progressive christlichsoziale Positionen vertrat. Er wurde ein enger Vertrauter des Parteichefs Don Martín und 1927 dessen persönlicher Sekretär. Im Jahr 1932 wurde Luciaro Bürgermeister von [[Vierna]]. Der seit 1935 amtierenden [[Volksfront|Volksfrontregierung]] stand er von Beginn an kritisch gegenüber, jedoch lehnte er auch den zunehmend autoritär-konservativen Kurs der rechtskatholischen Volksunion ab. Dennoch sprach sich Luciaro nach den [[Aprilwahlen 1938]] für eine Regierungsübernahme durch [[Manuel Álamo]] aus, da er sich dadurch eine politische Stabilisierung erhoffte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] legte Luciaro sein Amt als Bürgermeister nieder. Er gehörte fortan zu den Befürwortern eines sagradischen Kriegseintritts auf alliierter Seite. 1943 schloss er sich der sagradischen [[Resistença]] in Nordostsagradien an, wo er zusammen mit De la Roya und dem Linkskatholiken [[Nino Cabal]] den katholischen Flügel ([[Resistença Cristiana]]) vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung des PPC und Arbeit in der Nationalversammlung ===&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bemühte sich Luciaro um den Wiederaufbau der alten [[PDP]]. Im Herbst wurden die Parteiaktivitäten in Luciaros Privatwohnung wieder aufgenommen und Flugblätter wurden gedruckt, in der die „christlich-demokratische Volkspartei“ benannt wurde. Zu einer offiziellen Neugründung kam es jedoch nicht. Stattdessen gehörte Luciaro im Januar 1945 zu den Mitbegründern der [[PPC|Volkspartei PPC]], zu deren Parteisekretär er gewählt wurde. Während [[Ariel De la Roya]] als bekanntes Zugpferd zunächst als Parteiführer galt, übernahm Luciaro die Organisationsarbeit. Seinem Willen nach sollte die PPC eine nicht-konfessionelle christlich-orientierte Sammlungspartei darstellen, die demokratisch und nicht-sozialistisch sein und auch alten Anhängern der [[Volksunion]] offenstehen sollte. Dieser pragmatische liberalkatholisch dominierte  Kurs setzte sich in der Partei bald durch, nachdem der linkskatholische Flügel um Cabal, der einen christlichen Sozialismus propagierte, bald ins Abseits geriet und die Partei schließlich auch größtenteils verließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro wurde im August 1945 in die [[konstituierende Nationalversammlung]] gewählt. Die Christdemokraten bildeten hier eine Koalition mit [[PCS|Kommunisten]], [[PS|Sozialisten]] und [[Partido Radical|Radikalen]], die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]”, die eine demokratische Transition zum Ziel hatte. Konservative kritisierten Luciaro und die PPC für den „Pakt mit dem Teufel“, namentlich mit Kommunisten und Sozialisten. Luciaro war aber überzeugt, dass allein eine solche Koalition des demokratischen Konsenses das Land wiederaufbauen und eine stabile liberale Demokratie etablieren könne. Vor allem sollte die alte Spannung zwischen linken Säkularen und rechten Katholiken vermieden werden, die die [[Zweite Republik]] an ihren Abgrund geführt hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro war Mitglied der [[Provisorische Regierung Dini|provisorischen Regierung]] unter [[Sergio Rafael Dini]]. Hier wirkte er als Minister für öffentliche Verwaltung, unter Dinis Nachfolger [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola]] war er schließlich 1945/1946 für die auswärtigen Beziehungen zuständig. Im Frühjahr 1946 wurde Luciaro zum neuen Präsidenten der provisorischen Regierung gewählt. [[Provisorische Regierung Luciaro|Unter seiner Führung]] wurden die Verhandlungen über die neue Verfassung erfolgreich zum Abschluss gebracht und die [[Verfassung von 1946|neue demokratische Verfassung]] trat nach einem Referendum im Sommer 1946 in Kraft. Luciaro führte die Christdemokraten im Sommer 1946 in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|erste Wahl zur Abgeordnetenkammer]], wo die Partei sich als zweitstärkste Kraft hinter den Sozialisten etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ministerämter und Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Nach der Wahl wurde die „Demokratische Koalition“ im Rahmen der ersten verfassungsmäßigen Regierung der Dritten Republik nochmals erneuert. Im [[Kabinett Dorado|Kabinett]] des Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde Luciaro stellvertretender Ministerpräsident ohne eigenen Geschäftsbereich. Dieses Amt behielt er auch nach dem Ausscheiden der kommunistischen Minister unter Dorados Nachfolger [[António Delauro]] (siehe [[Kabinett Delauro]]). Als 1947 der [[PSD|Sozialdemokrat]] [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident eine Koalition mit Christdemokraten und Radikalen bildete, wurde Luciaro Außenminister. Beide Politiker, De la Ilpa und Luciaro sollten in den Folgejahren zu engen politischen Weggefährten und Vertrauten werden. Im Jahr 1948 gab Luciaro sein Amt als Parteisekretär an [[Benito Mello]] ab, er blieb aber eigentlicher Führer der Partei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die [[Kabinett Ilpa I|Regierung Ilpa]] im Frühjahr 1949 ihre Mehrheit verloren hatte, erhielt Luciaro von Präsident Dini den Auftrag zur Regierungsbildung. Erstmals rückte Luciaro vom Konzept der „Demokratischen Koalition“ unter Einbeziehung der Linken ab und bildete eine Mitte-Rechts-Koalition, in die neben Liberalkonservativen und Liberalen auch die konservativ-nationalistische [[UNP]] einbezogen wurde. Nach seiner Meinung war die Integration der einstigen Demokratiegegner in die demokratische Regierung nötig, um auch in rechtskonservativen Milieus Akzeptanz für die neue Republik zu schaffen. Der Schritt stellte den endgültigen Bruch mit den Parteilinken dar, die in der Folge das christlich-sozialistische [[Movimiento Socialista Cristiano]] (MSC) bildeten und sich der politischen Linken anschlossen. Bereits zuvor hatte sich im PPC gegen die Sozialisierungsbestrebungen einiger Linkskatholiken ein nicht-sozialistischer, d.h.  marktwirtschaftlicher Kurs durchgesetzt, den auch Paulo Luciaro vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro schaffte es, seine schwächelnden Koalitionspartner zunehmend in die Abhängigkeit der Christdemokraten zu bringen. Bei den [[Senatswahlen 1949]] kooperierten die Christdemokraten mit dem liberalkonservativen [[MPD]] von [[Daniel La Ponte]] und [[Oscar Corrado]], die infolge innerer Spannungen und Abspaltungen zunehmend geschwächt wurden. Mit seinem gemäßigt-marktwirtschaftlichen und konservativ-bürgerlichen Kurs schaffte es Luciaro, die Christdemokraten als dominante Kraft des bürgerlichen Lagers zu behaupten. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Kammerwahlen 1950]] trat Luciaro als Spitzenkandidat des PCC an, die deutlich stärkste Kraft im Parlament wurde. Der Erfolg brachte Luciaro auf einen Höhepunkt seiner Macht. 1954 wurde er aber als Nachfolger des zum Staatspräsidenten gewählten [[Ariel de la Roya]] zum Vorsitzenden der Partei gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurde Sagradien von einer so genannten [[Zentrumskoalition]] aus Luciaros Christdemokraten und seinen konservativen Verbündeten sowie den Sozialdemokraten Santo de la Ilpas regiert. Ministerpräsident Luciaro und Außenminister Ilpa prägten das Land und setzten eine deutliche außenpolitische Orientierung im Hinblick auf eine Westorientierung, NATO-Mitgliedschaft und europäische Zusammenarbeit durch. Unter der Führung Luciaros gehörte Sagradien 1949 zu den Gründernationen der nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO sowie des Europarats. Von Beginn an unterstützte Luciaro den so genannten Schuman-Plan, der 1951/52 zur Gründung der so genannten Montanunion führte. Auch die Römischen Verträge von 1957 mit der Gründung von EWG und Euratom gelten als außenpolitische Leistungen Luciaros, der mit seinem Kurs nicht nur dem Widerstand der kommunistischen und nationalistischen Rändern, sondern zeitweise auch der Sozialisten sowie Teilen der Liberalen trotzte. Luciaro gilt deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wurde im Jahr 1956 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die europäische Integration wurde 1954/55 ergänzt durch eine Aussöhnung mit dem [[Micolinien|micolinischen Nachbarn]], für die vor allem Santo de la Ilpa eintrat, und die im Sommer 1955 schließlich zur [[Golen-Verträge|Lösung der seit 1935 offenen Golen-Frage]] führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innenpolitisch setzte Luciaro im Bündnis mit Ilpa eine umfangreiche Sozialstaatsgesetzgebung durch, die jedoch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten 1955 in der neuen liberal-konservativen Koalition durch einen stärker wirtschaftsfreundlichen Kurs ergänzt wurde. Nach seinem [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|erneuten Wahlsieg 1958]] geriet Luciaro zunehmend in Gegensatz mit den eher progressiven Kräften seiner Koalition, die anfingen, den autoritär-konservativen Kurs in der Innen- und Justizpolitik zu kritisieren. Dazu gehörten vor allem die aus der radikalen Tradition stammenden Politiker der liberalen [[UDS|Demokratischen Union]], die seit 1955 als Bündnispartner der PPC mitregierten. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme Luciaros, der mit Atembeschwerden rang, aber auch eine zunehmend Unzufriedenheit in der Partei über die anhaltende Machtposition Luciaros. Besonders sein lange als Kronprinz gehandelter Finanzminister [[Carles Angel Favale]] wurde bald als Gegenspieler betrachtet. Luciaros Versuch, seinen mächtigen Kabinettschef und Wunschnachfolger als Premierminister [[Dián Jocéntilo Sánchez]] neben seinem Kabinettsamt zum einflussreichen Exekutivsekretär der Partei wählen zu lassen, führte Anfang 1959 schließlich zum Aufstand der Gegner Luciaros, die an der Stelle Sánchez' den früheren Staatssekretär im Justizministerium, neu ernannten [[Minister für die Kolonien]] und Favale-Vertrauten [[Martín Nêu Regríguez]] ins Amt wählten. Dies bedeutete eine herbe Niederlage Luciaros und markierte seinen zunehmenden Autoritätsschwund in der Partei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich auch parteiintern die Stimmen mehrten, die eine vorzeitige Ablösung Luciaros im Regierungsamt wünschten, entschied sich Luciaro schließlich im Herbst 1959, zum Januar 1960 sein Amt niederzulegen und sich aus der Regierungspolitik zurückzuziehen. Anlass dieser Entscheidung waren öffentliche Forderungen, u.a. des neuen Exekutivsekretärs der Partei [[Martín Nêu Regríguez]]' an Luciaro, der Öffentlichkeit und seiner Partei mitzuteilen, ob er die Legislaturperiode beenden wolle, um rechtzeitig einen Nachfolger zu bestimmen. Dieses Vorgehen empfand Luciaro als Palastrevolte und zog sich daraufhin aus dem Regierungsamt zurück. Sein Nachfolgefavorit [[Dián Jocéntilo Sánchez]] konnte sich schließlich nicht gegen den in der Partei höher angesehenen [[Carles Angel Favale]] durchsetzen, der Luciaro als zu wenig kompromissbereit galt. Dennoch wurde Favale schließlich neuer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben nach der Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Luciaro zog sich weitgehend aus der nationalen Politik zurück und gab 1961 auch sein Parteiamt auf, wurde jedoch zum Ehrenvorsitzenden der PPC ernannt. Sein Nachfolger Favale verlor die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und musste als Ministerpräsident zurücktreten. Luciaro wurde kurz nach seinem Rücktritt als Regierungschef zum Präsidenten der Europäischen Parlamentarischen Versammlung gewählt, der er bis 1962 vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Bürgermeister der Stadt [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1945: Minister für öffentliche Verwaltung der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: [[Außenminister|Minister für Auswärtige Beziehungen]] der Regierungen [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola III]] und [[Provisorische Regierung Saviola II|Saviola IV]]&lt;br /&gt;
* 1946: Präsident und in Personalunion [[Außenminister]] der [[Provisorische Regierung Luciaro|Provisorischen Regierung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: [[Stellvertretender Ministerpräsident]] und Minister ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Dorado]] sowie im [[Kabinett Delauro]]&lt;br /&gt;
* 1947-1949: [[Stellvertretender Ministerpräsident]] und [[Außenminister]] im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett Ilpa]]&lt;br /&gt;
* 1949-1960: [[Ministerpräsident]] ([[Kabinett Luciaro II]], [[Kabinett Luciaro III|III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]], [[Kabinett Luciaro V|V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]])&lt;br /&gt;
* 1955-1957: zugleich [[Außenminister]] ([[Kabinett Luciaro V]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1932: Stadtrat von [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1930-1932: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1963: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Präsident der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Sekretär des Exekutivkomitees des [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* 1954-1961: Parteivorsitzender der [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* Seit 1961: Ehrenvorsitzender der PPC&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PPC|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|Luciaro]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12725</id>
		<title>Paulo Luciaro</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12725"/>
		<updated>2013-02-03T22:04:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Öffentliche Ämter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Paulo Manuel Luciaro''' (*1888 in [[Nouberez]], †1963 in [[Semess]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker und Staatsmann. Er war von 1944 bis 1946 in verschiedenen Positionen Mitglied der provisorischen Regierung, zuletzt als deren Präsident. Er war [[Außenminister]] von 1947 bis 1949 sowie von 1955 bis 1957 und mit einer Amtszeit von 1949 bis 1960 der bis heute am längsten amtierende [[Ministerpräsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]]. Von 1945 bis 1948 war Luciaro zudem Parteisekretär und 1954 bis 1961 Parteivorsitzender der [[PPC]]. Von 1960 bis 1962 stand er zudem der Europäischen Parlamentarischen Versammlung vor. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union sowie der europäischen Christdemokratie und als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Sagradien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und politische Karriere in der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Der aus der [[Bretagne]] stammende Luciaro besuchte ein Jesuiten-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte danach Rechts- und Staatswissenschaften in [[Viça|Vice]], [[Semess]] und [[Vierna]]. Während des Studiums gehörte er verschiedenen katholischen Studentenvereinen an. Nach seiner Promotion ließ sich Luciaro 1913 im [[Sagonte|sagontinischen]] [[Vierna]] nieder, wo er zunächst für einen Rechtsanwalt arbeitete. Zugleich begann er, als Redakteur für verschiedene kleinere Zeitungen zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1920 wurde Luciaro erstmals in den Stadtrat von Vierna gewählt, wenig später kam er in Kontakt mit der liberalkatholischen [[Vertá]]-Gruppe um [[Don Martín de León]] und [[Ariel de la Roya]], seit 1922 schrieb er regelmäßig für das Blatt. Er war zudem Mitglied der [[Liga del Pôpolo Jovén]], einer Vereinigung junger Katholiken, die der katholischen [[Acción Popular]] nahestand und christdemokratische und christlich-soziale Ideen entwickelte. 1925 gehörte er schließlich zu den Gründern der [[PDP|Demokratischen Volkspartei]] (PDP), der ersten christdemokratischen Partei Sagradiens, die im Gegensatz zur klerikal-konservativen [[Volksunion]] progressive christlichsoziale Positionen vertrat. Er wurde ein enger Vertrauter des Parteichefs Don Martín und 1927 dessen persönlicher Sekretär. Im Jahr 1932 wurde Luciaro Bürgermeister von [[Vierna]]. Der seit 1935 amtierenden [[Volksfront|Volksfrontregierung]] stand er von Beginn an kritisch gegenüber, jedoch lehnte er auch den zunehmend autoritär-konservativen Kurs der rechtskatholischen Volksunion ab. Dennoch sprach sich Luciaro nach den [[Aprilwahlen 1938]] für eine Regierungsübernahme durch [[Manuel Álamo]] aus, da er sich dadurch eine politische Stabilisierung erhoffte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] legte Luciaro sein Amt als Bürgermeister nieder. Er gehörte fortan zu den Befürwortern eines sagradischen Kriegseintritts auf alliierter Seite. 1943 schloss er sich der sagradischen [[Resistença]] in Nordostsagradien an, wo er zusammen mit De la Roya und dem Linkskatholiken [[Nino Cabal]] den katholischen Flügel ([[Resistença Cristiana]]) vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung des PPC und Arbeit in der Nationalversammlung ===&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bemühte sich Luciaro um den Wiederaufbau der alten [[PDP]]. Im Herbst wurden die Parteiaktivitäten in Luciaros Privatwohnung wieder aufgenommen und Flugblätter wurden gedruckt, in der die „christlich-demokratische Volkspartei“ benannt wurde. Zu einer offiziellen Neugründung kam es jedoch nicht. Stattdessen gehörte Luciaro im Januar 1945 zu den Mitbegründern der [[PPC|Volkspartei PPC]], zu deren Parteisekretär er gewählt wurde. Während [[Ariel De la Roya]] als bekanntes Zugpferd zunächst als Parteiführer galt, übernahm Luciaro die Organisationsarbeit. Seinem Willen nach sollte die PPC eine nicht-konfessionelle christlich-orientierte Sammlungspartei darstellen, die demokratisch und nicht-sozialistisch sein und auch alten Anhängern der [[Volksunion]] offenstehen sollte. Dieser pragmatische liberalkatholisch dominierte  Kurs setzte sich in der Partei bald durch, nachdem der linkskatholische Flügel um Cabal, der einen christlichen Sozialismus propagierte, bald ins Abseits geriet und die Partei schließlich auch größtenteils verließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro wurde im August 1945 in die [[konstituierende Nationalversammlung]] gewählt. Die Christdemokraten bildeten hier eine Koalition mit [[PCS|Kommunisten]], [[PS|Sozialisten]] und [[Partido Radical|Radikalen]], die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]”, die eine demokratische Transition zum Ziel hatte. Konservative kritisierten Luciaro und die PPC für den „Pakt mit dem Teufel“, namentlich mit Kommunisten und Sozialisten. Luciaro war aber überzeugt, dass allein eine solche Koalition des demokratischen Konsenses das Land wiederaufbauen und eine stabile liberale Demokratie etablieren könne. Vor allem sollte die alte Spannung zwischen linken Säkularen und rechten Katholiken vermieden werden, die die [[Zweite Republik]] an ihren Abgrund geführt hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro war Mitglied der [[Provisorische Regierung Dini|provisorischen Regierung]] unter [[Sergio Rafael Dini]]. Hier wirkte er als Minister für öffentliche Verwaltung, unter Dinis Nachfolger [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola]] war er schließlich 1945/1946 für die auswärtigen Beziehungen zuständig. Im Frühjahr 1946 wurde Luciaro zum neuen Präsidenten der provisorischen Regierung gewählt. [[Provisorische Regierung Luciaro|Unter seiner Führung]] wurden die Verhandlungen über die neue Verfassung erfolgreich zum Abschluss gebracht und die [[Verfassung von 1946|neue demokratische Verfassung]] trat nach einem Referendum im Sommer 1946 in Kraft. Luciaro führte die Christdemokraten im Sommer 1946 in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|erste Wahl zur Abgeordnetenkammer]], wo die Partei sich als zweitstärkste Kraft hinter den Sozialisten etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ministerämter und Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Nach der Wahl wurde die „Demokratische Koalition“ im Rahmen der ersten verfassungsmäßigen Regierung der Dritten Republik nochmals erneuert. Im [[Kabinett Dorado|Kabinett]] des Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde Luciaro stellvertretender Ministerpräsident ohne eigenen Geschäftsbereich. Dieses Amt behielt er auch nach dem Ausscheiden der kommunistischen Minister unter Dorados Nachfolger [[António Delauro]] (siehe [[Kabinett Delauro]]). Als 1947 der [[PSD|Sozialdemokrat]] [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident eine Koalition mit Christdemokraten und Radikalen bildete, wurde Luciaro Außenminister. Beide Politiker, De la Ilpa und Luciaro sollten in den Folgejahren zu engen politischen Weggefährten und Vertrauten werden. Im Jahr 1948 gab Luciaro sein Amt als Parteisekretär an [[Benito Mello]] ab, er blieb aber eigentlicher Führer der Partei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die [[Kabinett Ilpa I|Regierung Ilpa]] im Frühjahr 1949 ihre Mehrheit verloren hatte, erhielt Luciaro von Präsident Dini den Auftrag zur Regierungsbildung. Erstmals rückte Luciaro vom Konzept der „Demokratischen Koalition“ unter Einbeziehung der Linken ab und bildete eine Mitte-Rechts-Koalition, in die neben Liberalkonservativen und Liberalen auch die konservativ-nationalistische [[UNP]] einbezogen wurde. Nach seiner Meinung war die Integration der einstigen Demokratiegegner in die demokratische Regierung nötig, um auch in rechtskonservativen Milieus Akzeptanz für die neue Republik zu schaffen. Der Schritt stellte den endgültigen Bruch mit den Parteilinken dar, die in der Folge das christlich-sozialistische [[Movimiento Socialista Cristiano]] (MSC) bildeten und sich der politischen Linken anschlossen. Bereits zuvor hatte sich im PPC gegen die Sozialisierungsbestrebungen einiger Linkskatholiken ein nicht-sozialistischer, d.h.  marktwirtschaftlicher Kurs durchgesetzt, den auch Paulo Luciaro vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro schaffte es, seine schwächelnden Koalitionspartner zunehmend in die Abhängigkeit der Christdemokraten zu bringen. Bei den [[Senatswahlen 1949]] kooperierten die Christdemokraten mit dem liberalkonservativen [[MPD]] von [[Daniel La Ponte]] und [[Oscar Corrado]], die infolge innerer Spannungen und Abspaltungen zunehmend geschwächt wurden. Mit seinem gemäßigt-marktwirtschaftlichen und konservativ-bürgerlichen Kurs schaffte es Luciaro, die Christdemokraten als dominante Kraft des bürgerlichen Lagers zu behaupten. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Kammerwahlen 1950]] trat Luciaro als Spitzenkandidat des PCC an, die deutlich stärkste Kraft im Parlament wurde. Der Erfolg brachte Luciaro auf einen Höhepunkt seiner Macht. 1954 wurde er aber als Nachfolger des zum Staatspräsidenten gewählten [[Ariel de la Roya]] zum Vorsitzenden der Partei gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurde Sagradien von einer so genannten [[Zentrumskoalition]] aus Luciaros Christdemokraten und seinen konservativen Verbündeten sowie den Sozialdemokraten Santo de la Ilpas regiert. Ministerpräsident Luciaro und Außenminister Ilpa prägten das Land und setzten eine deutliche außenpolitische Orientierung im Hinblick auf eine Westorientierung, NATO-Mitgliedschaft und europäische Zusammenarbeit durch. Unter der Führung Luciaros gehörte Sagradien 1949 zu den Gründernationen der nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO sowie des Europarats. Von Beginn an unterstützte Luciaro den so genannten Schuman-Plan, der 1951/52 zur Gründung der so genannten Montanunion führte. Auch die Römischen Verträge von 1957 mit der Gründung von EWG und Euratom gelten als außenpolitische Leistungen Luciaros, der mit seinem Kurs nicht nur dem Widerstand der kommunistischen und nationalistischen Rändern, sondern zeitweise auch der Sozialisten sowie Teilen der Liberalen trotzte. Luciaro gilt deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wurde im Jahr 1956 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die europäische Integration wurde 1954/55 ergänzt durch eine Aussöhnung mit dem [[Micolinien|micolinischen Nachbarn]], für die vor allem Santo de la Ilpa eintrat, und die im Sommer 1955 schließlich zur [[Golen-Verträge|Lösung der seit 1935 offenen Golen-Frage]] führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innenpolitisch setzte Luciaro im Bündnis mit Ilpa eine umfangreiche Sozialstaatsgesetzgebung durch, die jedoch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten 1955 in der neuen liberal-konservativen Koalition durch einen stärker wirtschaftsfreundlichen Kurs ergänzt wurde. Nach seinem [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|erneuten Wahlsieg 1958]] geriet Luciaro zunehmend in Gegensatz mit den eher progressiven Kräften seiner Koalition, die anfingen, den autoritär-konservativen Kurs in der Innen- und Justizpolitik zu kritisieren. Dazu gehörten vor allem die aus der radikalen Tradition stammenden Politiker der liberalen [[UDS|Demokratischen Union]], die seit 1955 als Bündnispartner der PPC mitregierten. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme Luciaros, der mit Atembeschwerden rang, aber auch eine zunehmend Unzufriedenheit in der Partei über die anhaltende Machtposition Luciaros. Besonders sein lange als Kronprinz gehandelter Finanzminister [[Carles Angel Favale]] wurde bald als Gegenspieler betrachtet. Luciaros Versuch, seinen mächtigen Kabinettschef und Wunschnachfolger als Premierminister [[Dián Jocéntilo Sánchez]] neben seinem Kabinettsamt zum einflussreichen Exekutivsekretär der Partei wählen zu lassen, führte Anfang 1959 schließlich zum Aufstand der Gegner Luciaros, die an der Stelle Sánchez' den früheren Staatssekretär im Justizministerium, neu ernannten [[Minister für die Kolonien]] und Favale-Vertrauten [[Martín Nêu Regríguez]] ins Amt wählten. Dies bedeutete eine herbe Niederlage Luciaros und markierte seinen zunehmenden Autoritätsschwund in der Partei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich auch parteiintern die Stimmen mehrten, die eine vorzeitige Ablösung Luciaros im Regierungsamt wünschten, entschied sich Luciaro schließlich im Herbst 1959, zum Januar 1960 sein Amt niederzulegen und sich aus der Regierungspolitik zurückzuziehen. Anlass dieser Entscheidung waren öffentliche Forderungen, u.a. des neuen Exekutivsekretärs der Partei [[Martín Nêu Regríguez]]' an Luciaro, der Öffentlichkeit und seiner Partei mitzuteilen, ob er die Legislaturperiode beenden wolle, um rechtzeitig einen Nachfolger zu bestimmen. Dieses Vorgehen empfand Luciaro als Palastrevolte und zog sich daraufhin aus dem Regierungsamt zurück. Sein Nachfolgefavorit [[Dián Jocéntilo Sánchez]] konnte sich schließlich nicht gegen den in der Partei höher angesehenen [[Carles Angel Favale]] durchsetzen, der Luciaro als zu wenig kompromissbereit galt. Dennoch wurde Favale schließlich neuer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben nach der Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Luciaro zog sich weitgehend aus der nationalen Politik zurück und gab 1961 auch sein Parteiamt auf, wurde jedoch zum Ehrenvorsitzenden der PPC ernannt. Sein Nachfolger Favale verlor die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und musste als Ministerpräsident zurücktreten. Luciaro wurde kurz nach seinem Rücktritt als Regierungschef zum Präsidenten der Europäischen Parlamentarischen Versammlung gewählt, der er bis 1962 vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1940: Bürgermeister der Stadt [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1945: Minister für öffentliche Verwaltung der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Minister für Auswärtige Beziehungen der Regierungen [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola III]] und [[Provisorische Regierung Saviola II|Saviola IV]]&lt;br /&gt;
* 1946: Präsident und in Personalunion Außenminister der [[Provisorische Regierung Luciaro|Provisorischen Regierung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Stellvertretender Ministerpräsident und Minister ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Dorado]] sowie im [[Kabinett Delauro]]&lt;br /&gt;
* 1947-1949: Stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett Ilpa]]&lt;br /&gt;
* 1949-1960: Ministerpräsident ([[Kabinett Luciaro II]], [[Kabinett Luciaro III|III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]], [[Kabinett Luciaro V|V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]])&lt;br /&gt;
* 1955-1957: zugleich Außenminister ([[Kabinett Luciaro V]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1932: Stadtrat von [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1930-1932: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1963: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Präsident der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Sekretär des Exekutivkomitees des [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* 1954-1961: Parteivorsitzender der [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* Seit 1961: Ehrenvorsitzender der PPC&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PPC|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|Luciaro]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12724</id>
		<title>Paulo Luciaro</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12724"/>
		<updated>2013-02-03T22:04:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Mandate */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Paulo Manuel Luciaro''' (*1888 in [[Nouberez]], †1963 in [[Semess]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker und Staatsmann. Er war von 1944 bis 1946 in verschiedenen Positionen Mitglied der provisorischen Regierung, zuletzt als deren Präsident. Er war [[Außenminister]] von 1947 bis 1949 sowie von 1955 bis 1957 und mit einer Amtszeit von 1949 bis 1960 der bis heute am längsten amtierende [[Ministerpräsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]]. Von 1945 bis 1948 war Luciaro zudem Parteisekretär und 1954 bis 1961 Parteivorsitzender der [[PPC]]. Von 1960 bis 1962 stand er zudem der Europäischen Parlamentarischen Versammlung vor. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union sowie der europäischen Christdemokratie und als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Sagradien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und politische Karriere in der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Der aus der [[Bretagne]] stammende Luciaro besuchte ein Jesuiten-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte danach Rechts- und Staatswissenschaften in [[Viça|Vice]], [[Semess]] und [[Vierna]]. Während des Studiums gehörte er verschiedenen katholischen Studentenvereinen an. Nach seiner Promotion ließ sich Luciaro 1913 im [[Sagonte|sagontinischen]] [[Vierna]] nieder, wo er zunächst für einen Rechtsanwalt arbeitete. Zugleich begann er, als Redakteur für verschiedene kleinere Zeitungen zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1920 wurde Luciaro erstmals in den Stadtrat von Vierna gewählt, wenig später kam er in Kontakt mit der liberalkatholischen [[Vertá]]-Gruppe um [[Don Martín de León]] und [[Ariel de la Roya]], seit 1922 schrieb er regelmäßig für das Blatt. Er war zudem Mitglied der [[Liga del Pôpolo Jovén]], einer Vereinigung junger Katholiken, die der katholischen [[Acción Popular]] nahestand und christdemokratische und christlich-soziale Ideen entwickelte. 1925 gehörte er schließlich zu den Gründern der [[PDP|Demokratischen Volkspartei]] (PDP), der ersten christdemokratischen Partei Sagradiens, die im Gegensatz zur klerikal-konservativen [[Volksunion]] progressive christlichsoziale Positionen vertrat. Er wurde ein enger Vertrauter des Parteichefs Don Martín und 1927 dessen persönlicher Sekretär. Im Jahr 1932 wurde Luciaro Bürgermeister von [[Vierna]]. Der seit 1935 amtierenden [[Volksfront|Volksfrontregierung]] stand er von Beginn an kritisch gegenüber, jedoch lehnte er auch den zunehmend autoritär-konservativen Kurs der rechtskatholischen Volksunion ab. Dennoch sprach sich Luciaro nach den [[Aprilwahlen 1938]] für eine Regierungsübernahme durch [[Manuel Álamo]] aus, da er sich dadurch eine politische Stabilisierung erhoffte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] legte Luciaro sein Amt als Bürgermeister nieder. Er gehörte fortan zu den Befürwortern eines sagradischen Kriegseintritts auf alliierter Seite. 1943 schloss er sich der sagradischen [[Resistença]] in Nordostsagradien an, wo er zusammen mit De la Roya und dem Linkskatholiken [[Nino Cabal]] den katholischen Flügel ([[Resistença Cristiana]]) vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung des PPC und Arbeit in der Nationalversammlung ===&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bemühte sich Luciaro um den Wiederaufbau der alten [[PDP]]. Im Herbst wurden die Parteiaktivitäten in Luciaros Privatwohnung wieder aufgenommen und Flugblätter wurden gedruckt, in der die „christlich-demokratische Volkspartei“ benannt wurde. Zu einer offiziellen Neugründung kam es jedoch nicht. Stattdessen gehörte Luciaro im Januar 1945 zu den Mitbegründern der [[PPC|Volkspartei PPC]], zu deren Parteisekretär er gewählt wurde. Während [[Ariel De la Roya]] als bekanntes Zugpferd zunächst als Parteiführer galt, übernahm Luciaro die Organisationsarbeit. Seinem Willen nach sollte die PPC eine nicht-konfessionelle christlich-orientierte Sammlungspartei darstellen, die demokratisch und nicht-sozialistisch sein und auch alten Anhängern der [[Volksunion]] offenstehen sollte. Dieser pragmatische liberalkatholisch dominierte  Kurs setzte sich in der Partei bald durch, nachdem der linkskatholische Flügel um Cabal, der einen christlichen Sozialismus propagierte, bald ins Abseits geriet und die Partei schließlich auch größtenteils verließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro wurde im August 1945 in die [[konstituierende Nationalversammlung]] gewählt. Die Christdemokraten bildeten hier eine Koalition mit [[PCS|Kommunisten]], [[PS|Sozialisten]] und [[Partido Radical|Radikalen]], die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]”, die eine demokratische Transition zum Ziel hatte. Konservative kritisierten Luciaro und die PPC für den „Pakt mit dem Teufel“, namentlich mit Kommunisten und Sozialisten. Luciaro war aber überzeugt, dass allein eine solche Koalition des demokratischen Konsenses das Land wiederaufbauen und eine stabile liberale Demokratie etablieren könne. Vor allem sollte die alte Spannung zwischen linken Säkularen und rechten Katholiken vermieden werden, die die [[Zweite Republik]] an ihren Abgrund geführt hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro war Mitglied der [[Provisorische Regierung Dini|provisorischen Regierung]] unter [[Sergio Rafael Dini]]. Hier wirkte er als Minister für öffentliche Verwaltung, unter Dinis Nachfolger [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola]] war er schließlich 1945/1946 für die auswärtigen Beziehungen zuständig. Im Frühjahr 1946 wurde Luciaro zum neuen Präsidenten der provisorischen Regierung gewählt. [[Provisorische Regierung Luciaro|Unter seiner Führung]] wurden die Verhandlungen über die neue Verfassung erfolgreich zum Abschluss gebracht und die [[Verfassung von 1946|neue demokratische Verfassung]] trat nach einem Referendum im Sommer 1946 in Kraft. Luciaro führte die Christdemokraten im Sommer 1946 in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|erste Wahl zur Abgeordnetenkammer]], wo die Partei sich als zweitstärkste Kraft hinter den Sozialisten etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ministerämter und Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Nach der Wahl wurde die „Demokratische Koalition“ im Rahmen der ersten verfassungsmäßigen Regierung der Dritten Republik nochmals erneuert. Im [[Kabinett Dorado|Kabinett]] des Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde Luciaro stellvertretender Ministerpräsident ohne eigenen Geschäftsbereich. Dieses Amt behielt er auch nach dem Ausscheiden der kommunistischen Minister unter Dorados Nachfolger [[António Delauro]] (siehe [[Kabinett Delauro]]). Als 1947 der [[PSD|Sozialdemokrat]] [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident eine Koalition mit Christdemokraten und Radikalen bildete, wurde Luciaro Außenminister. Beide Politiker, De la Ilpa und Luciaro sollten in den Folgejahren zu engen politischen Weggefährten und Vertrauten werden. Im Jahr 1948 gab Luciaro sein Amt als Parteisekretär an [[Benito Mello]] ab, er blieb aber eigentlicher Führer der Partei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die [[Kabinett Ilpa I|Regierung Ilpa]] im Frühjahr 1949 ihre Mehrheit verloren hatte, erhielt Luciaro von Präsident Dini den Auftrag zur Regierungsbildung. Erstmals rückte Luciaro vom Konzept der „Demokratischen Koalition“ unter Einbeziehung der Linken ab und bildete eine Mitte-Rechts-Koalition, in die neben Liberalkonservativen und Liberalen auch die konservativ-nationalistische [[UNP]] einbezogen wurde. Nach seiner Meinung war die Integration der einstigen Demokratiegegner in die demokratische Regierung nötig, um auch in rechtskonservativen Milieus Akzeptanz für die neue Republik zu schaffen. Der Schritt stellte den endgültigen Bruch mit den Parteilinken dar, die in der Folge das christlich-sozialistische [[Movimiento Socialista Cristiano]] (MSC) bildeten und sich der politischen Linken anschlossen. Bereits zuvor hatte sich im PPC gegen die Sozialisierungsbestrebungen einiger Linkskatholiken ein nicht-sozialistischer, d.h.  marktwirtschaftlicher Kurs durchgesetzt, den auch Paulo Luciaro vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro schaffte es, seine schwächelnden Koalitionspartner zunehmend in die Abhängigkeit der Christdemokraten zu bringen. Bei den [[Senatswahlen 1949]] kooperierten die Christdemokraten mit dem liberalkonservativen [[MPD]] von [[Daniel La Ponte]] und [[Oscar Corrado]], die infolge innerer Spannungen und Abspaltungen zunehmend geschwächt wurden. Mit seinem gemäßigt-marktwirtschaftlichen und konservativ-bürgerlichen Kurs schaffte es Luciaro, die Christdemokraten als dominante Kraft des bürgerlichen Lagers zu behaupten. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Kammerwahlen 1950]] trat Luciaro als Spitzenkandidat des PCC an, die deutlich stärkste Kraft im Parlament wurde. Der Erfolg brachte Luciaro auf einen Höhepunkt seiner Macht. 1954 wurde er aber als Nachfolger des zum Staatspräsidenten gewählten [[Ariel de la Roya]] zum Vorsitzenden der Partei gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurde Sagradien von einer so genannten [[Zentrumskoalition]] aus Luciaros Christdemokraten und seinen konservativen Verbündeten sowie den Sozialdemokraten Santo de la Ilpas regiert. Ministerpräsident Luciaro und Außenminister Ilpa prägten das Land und setzten eine deutliche außenpolitische Orientierung im Hinblick auf eine Westorientierung, NATO-Mitgliedschaft und europäische Zusammenarbeit durch. Unter der Führung Luciaros gehörte Sagradien 1949 zu den Gründernationen der nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO sowie des Europarats. Von Beginn an unterstützte Luciaro den so genannten Schuman-Plan, der 1951/52 zur Gründung der so genannten Montanunion führte. Auch die Römischen Verträge von 1957 mit der Gründung von EWG und Euratom gelten als außenpolitische Leistungen Luciaros, der mit seinem Kurs nicht nur dem Widerstand der kommunistischen und nationalistischen Rändern, sondern zeitweise auch der Sozialisten sowie Teilen der Liberalen trotzte. Luciaro gilt deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wurde im Jahr 1956 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die europäische Integration wurde 1954/55 ergänzt durch eine Aussöhnung mit dem [[Micolinien|micolinischen Nachbarn]], für die vor allem Santo de la Ilpa eintrat, und die im Sommer 1955 schließlich zur [[Golen-Verträge|Lösung der seit 1935 offenen Golen-Frage]] führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innenpolitisch setzte Luciaro im Bündnis mit Ilpa eine umfangreiche Sozialstaatsgesetzgebung durch, die jedoch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten 1955 in der neuen liberal-konservativen Koalition durch einen stärker wirtschaftsfreundlichen Kurs ergänzt wurde. Nach seinem [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|erneuten Wahlsieg 1958]] geriet Luciaro zunehmend in Gegensatz mit den eher progressiven Kräften seiner Koalition, die anfingen, den autoritär-konservativen Kurs in der Innen- und Justizpolitik zu kritisieren. Dazu gehörten vor allem die aus der radikalen Tradition stammenden Politiker der liberalen [[UDS|Demokratischen Union]], die seit 1955 als Bündnispartner der PPC mitregierten. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme Luciaros, der mit Atembeschwerden rang, aber auch eine zunehmend Unzufriedenheit in der Partei über die anhaltende Machtposition Luciaros. Besonders sein lange als Kronprinz gehandelter Finanzminister [[Carles Angel Favale]] wurde bald als Gegenspieler betrachtet. Luciaros Versuch, seinen mächtigen Kabinettschef und Wunschnachfolger als Premierminister [[Dián Jocéntilo Sánchez]] neben seinem Kabinettsamt zum einflussreichen Exekutivsekretär der Partei wählen zu lassen, führte Anfang 1959 schließlich zum Aufstand der Gegner Luciaros, die an der Stelle Sánchez' den früheren Staatssekretär im Justizministerium, neu ernannten [[Minister für die Kolonien]] und Favale-Vertrauten [[Martín Nêu Regríguez]] ins Amt wählten. Dies bedeutete eine herbe Niederlage Luciaros und markierte seinen zunehmenden Autoritätsschwund in der Partei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich auch parteiintern die Stimmen mehrten, die eine vorzeitige Ablösung Luciaros im Regierungsamt wünschten, entschied sich Luciaro schließlich im Herbst 1959, zum Januar 1960 sein Amt niederzulegen und sich aus der Regierungspolitik zurückzuziehen. Anlass dieser Entscheidung waren öffentliche Forderungen, u.a. des neuen Exekutivsekretärs der Partei [[Martín Nêu Regríguez]]' an Luciaro, der Öffentlichkeit und seiner Partei mitzuteilen, ob er die Legislaturperiode beenden wolle, um rechtzeitig einen Nachfolger zu bestimmen. Dieses Vorgehen empfand Luciaro als Palastrevolte und zog sich daraufhin aus dem Regierungsamt zurück. Sein Nachfolgefavorit [[Dián Jocéntilo Sánchez]] konnte sich schließlich nicht gegen den in der Partei höher angesehenen [[Carles Angel Favale]] durchsetzen, der Luciaro als zu wenig kompromissbereit galt. Dennoch wurde Favale schließlich neuer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben nach der Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Luciaro zog sich weitgehend aus der nationalen Politik zurück und gab 1961 auch sein Parteiamt auf, wurde jedoch zum Ehrenvorsitzenden der PPC ernannt. Sein Nachfolger Favale verlor die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und musste als Ministerpräsident zurücktreten. Luciaro wurde kurz nach seinem Rücktritt als Regierungschef zum Präsidenten der Europäischen Parlamentarischen Versammlung gewählt, der er bis 1962 vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1938: Bürgermeister der Stadt [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1944-1945: Kommissar für öffentliche Verwaltung der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Kommissar für Auswärtige Beziehungen der Regierungen [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola III]] und [[Provisorische Regierung Saviola II|Saviola IV]]&lt;br /&gt;
* 1946: Präsident und in Personalunion Außenkommissar der [[Provisorische Regierung Luciaro|Provisorischen Regierung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Stellvertretender Ministerpräsident und Minister ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Dorado]] sowie im [[Kabinett Delauro]]&lt;br /&gt;
* 1947-1949: Stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett Ilpa]]&lt;br /&gt;
* 1949-1960: Ministerpräsident ([[Kabinett Luciaro II]], [[Kabinett Luciaro III|III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]], [[Kabinett Luciaro V|V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]])&lt;br /&gt;
* 1955-1957: zugleich Außenminister ([[Kabinett Luciaro V]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1932: Stadtrat von [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1930-1932: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1963: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Präsident der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Sekretär des Exekutivkomitees des [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* 1954-1961: Parteivorsitzender der [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* Seit 1961: Ehrenvorsitzender der PPC&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PPC|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|Luciaro]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12723</id>
		<title>Paulo Luciaro</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12723"/>
		<updated>2013-02-03T22:03:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Öffentliche Ämter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Paulo Manuel Luciaro''' (*1888 in [[Nouberez]], †1963 in [[Semess]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker und Staatsmann. Er war von 1944 bis 1946 in verschiedenen Positionen Mitglied der provisorischen Regierung, zuletzt als deren Präsident. Er war [[Außenminister]] von 1947 bis 1949 sowie von 1955 bis 1957 und mit einer Amtszeit von 1949 bis 1960 der bis heute am längsten amtierende [[Ministerpräsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]]. Von 1945 bis 1948 war Luciaro zudem Parteisekretär und 1954 bis 1961 Parteivorsitzender der [[PPC]]. Von 1960 bis 1962 stand er zudem der Europäischen Parlamentarischen Versammlung vor. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union sowie der europäischen Christdemokratie und als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Sagradien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und politische Karriere in der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Der aus der [[Bretagne]] stammende Luciaro besuchte ein Jesuiten-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte danach Rechts- und Staatswissenschaften in [[Viça|Vice]], [[Semess]] und [[Vierna]]. Während des Studiums gehörte er verschiedenen katholischen Studentenvereinen an. Nach seiner Promotion ließ sich Luciaro 1913 im [[Sagonte|sagontinischen]] [[Vierna]] nieder, wo er zunächst für einen Rechtsanwalt arbeitete. Zugleich begann er, als Redakteur für verschiedene kleinere Zeitungen zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1920 wurde Luciaro erstmals in den Stadtrat von Vierna gewählt, wenig später kam er in Kontakt mit der liberalkatholischen [[Vertá]]-Gruppe um [[Don Martín de León]] und [[Ariel de la Roya]], seit 1922 schrieb er regelmäßig für das Blatt. Er war zudem Mitglied der [[Liga del Pôpolo Jovén]], einer Vereinigung junger Katholiken, die der katholischen [[Acción Popular]] nahestand und christdemokratische und christlich-soziale Ideen entwickelte. 1925 gehörte er schließlich zu den Gründern der [[PDP|Demokratischen Volkspartei]] (PDP), der ersten christdemokratischen Partei Sagradiens, die im Gegensatz zur klerikal-konservativen [[Volksunion]] progressive christlichsoziale Positionen vertrat. Er wurde ein enger Vertrauter des Parteichefs Don Martín und 1927 dessen persönlicher Sekretär. Im Jahr 1932 wurde Luciaro Bürgermeister von [[Vierna]]. Der seit 1935 amtierenden [[Volksfront|Volksfrontregierung]] stand er von Beginn an kritisch gegenüber, jedoch lehnte er auch den zunehmend autoritär-konservativen Kurs der rechtskatholischen Volksunion ab. Dennoch sprach sich Luciaro nach den [[Aprilwahlen 1938]] für eine Regierungsübernahme durch [[Manuel Álamo]] aus, da er sich dadurch eine politische Stabilisierung erhoffte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] legte Luciaro sein Amt als Bürgermeister nieder. Er gehörte fortan zu den Befürwortern eines sagradischen Kriegseintritts auf alliierter Seite. 1943 schloss er sich der sagradischen [[Resistença]] in Nordostsagradien an, wo er zusammen mit De la Roya und dem Linkskatholiken [[Nino Cabal]] den katholischen Flügel ([[Resistença Cristiana]]) vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung des PPC und Arbeit in der Nationalversammlung ===&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bemühte sich Luciaro um den Wiederaufbau der alten [[PDP]]. Im Herbst wurden die Parteiaktivitäten in Luciaros Privatwohnung wieder aufgenommen und Flugblätter wurden gedruckt, in der die „christlich-demokratische Volkspartei“ benannt wurde. Zu einer offiziellen Neugründung kam es jedoch nicht. Stattdessen gehörte Luciaro im Januar 1945 zu den Mitbegründern der [[PPC|Volkspartei PPC]], zu deren Parteisekretär er gewählt wurde. Während [[Ariel De la Roya]] als bekanntes Zugpferd zunächst als Parteiführer galt, übernahm Luciaro die Organisationsarbeit. Seinem Willen nach sollte die PPC eine nicht-konfessionelle christlich-orientierte Sammlungspartei darstellen, die demokratisch und nicht-sozialistisch sein und auch alten Anhängern der [[Volksunion]] offenstehen sollte. Dieser pragmatische liberalkatholisch dominierte  Kurs setzte sich in der Partei bald durch, nachdem der linkskatholische Flügel um Cabal, der einen christlichen Sozialismus propagierte, bald ins Abseits geriet und die Partei schließlich auch größtenteils verließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro wurde im August 1945 in die [[konstituierende Nationalversammlung]] gewählt. Die Christdemokraten bildeten hier eine Koalition mit [[PCS|Kommunisten]], [[PS|Sozialisten]] und [[Partido Radical|Radikalen]], die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]”, die eine demokratische Transition zum Ziel hatte. Konservative kritisierten Luciaro und die PPC für den „Pakt mit dem Teufel“, namentlich mit Kommunisten und Sozialisten. Luciaro war aber überzeugt, dass allein eine solche Koalition des demokratischen Konsenses das Land wiederaufbauen und eine stabile liberale Demokratie etablieren könne. Vor allem sollte die alte Spannung zwischen linken Säkularen und rechten Katholiken vermieden werden, die die [[Zweite Republik]] an ihren Abgrund geführt hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro war Mitglied der [[Provisorische Regierung Dini|provisorischen Regierung]] unter [[Sergio Rafael Dini]]. Hier wirkte er als Minister für öffentliche Verwaltung, unter Dinis Nachfolger [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola]] war er schließlich 1945/1946 für die auswärtigen Beziehungen zuständig. Im Frühjahr 1946 wurde Luciaro zum neuen Präsidenten der provisorischen Regierung gewählt. [[Provisorische Regierung Luciaro|Unter seiner Führung]] wurden die Verhandlungen über die neue Verfassung erfolgreich zum Abschluss gebracht und die [[Verfassung von 1946|neue demokratische Verfassung]] trat nach einem Referendum im Sommer 1946 in Kraft. Luciaro führte die Christdemokraten im Sommer 1946 in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|erste Wahl zur Abgeordnetenkammer]], wo die Partei sich als zweitstärkste Kraft hinter den Sozialisten etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ministerämter und Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Nach der Wahl wurde die „Demokratische Koalition“ im Rahmen der ersten verfassungsmäßigen Regierung der Dritten Republik nochmals erneuert. Im [[Kabinett Dorado|Kabinett]] des Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde Luciaro stellvertretender Ministerpräsident ohne eigenen Geschäftsbereich. Dieses Amt behielt er auch nach dem Ausscheiden der kommunistischen Minister unter Dorados Nachfolger [[António Delauro]] (siehe [[Kabinett Delauro]]). Als 1947 der [[PSD|Sozialdemokrat]] [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident eine Koalition mit Christdemokraten und Radikalen bildete, wurde Luciaro Außenminister. Beide Politiker, De la Ilpa und Luciaro sollten in den Folgejahren zu engen politischen Weggefährten und Vertrauten werden. Im Jahr 1948 gab Luciaro sein Amt als Parteisekretär an [[Benito Mello]] ab, er blieb aber eigentlicher Führer der Partei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die [[Kabinett Ilpa I|Regierung Ilpa]] im Frühjahr 1949 ihre Mehrheit verloren hatte, erhielt Luciaro von Präsident Dini den Auftrag zur Regierungsbildung. Erstmals rückte Luciaro vom Konzept der „Demokratischen Koalition“ unter Einbeziehung der Linken ab und bildete eine Mitte-Rechts-Koalition, in die neben Liberalkonservativen und Liberalen auch die konservativ-nationalistische [[UNP]] einbezogen wurde. Nach seiner Meinung war die Integration der einstigen Demokratiegegner in die demokratische Regierung nötig, um auch in rechtskonservativen Milieus Akzeptanz für die neue Republik zu schaffen. Der Schritt stellte den endgültigen Bruch mit den Parteilinken dar, die in der Folge das christlich-sozialistische [[Movimiento Socialista Cristiano]] (MSC) bildeten und sich der politischen Linken anschlossen. Bereits zuvor hatte sich im PPC gegen die Sozialisierungsbestrebungen einiger Linkskatholiken ein nicht-sozialistischer, d.h.  marktwirtschaftlicher Kurs durchgesetzt, den auch Paulo Luciaro vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro schaffte es, seine schwächelnden Koalitionspartner zunehmend in die Abhängigkeit der Christdemokraten zu bringen. Bei den [[Senatswahlen 1949]] kooperierten die Christdemokraten mit dem liberalkonservativen [[MPD]] von [[Daniel La Ponte]] und [[Oscar Corrado]], die infolge innerer Spannungen und Abspaltungen zunehmend geschwächt wurden. Mit seinem gemäßigt-marktwirtschaftlichen und konservativ-bürgerlichen Kurs schaffte es Luciaro, die Christdemokraten als dominante Kraft des bürgerlichen Lagers zu behaupten. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Kammerwahlen 1950]] trat Luciaro als Spitzenkandidat des PCC an, die deutlich stärkste Kraft im Parlament wurde. Der Erfolg brachte Luciaro auf einen Höhepunkt seiner Macht. 1954 wurde er aber als Nachfolger des zum Staatspräsidenten gewählten [[Ariel de la Roya]] zum Vorsitzenden der Partei gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurde Sagradien von einer so genannten [[Zentrumskoalition]] aus Luciaros Christdemokraten und seinen konservativen Verbündeten sowie den Sozialdemokraten Santo de la Ilpas regiert. Ministerpräsident Luciaro und Außenminister Ilpa prägten das Land und setzten eine deutliche außenpolitische Orientierung im Hinblick auf eine Westorientierung, NATO-Mitgliedschaft und europäische Zusammenarbeit durch. Unter der Führung Luciaros gehörte Sagradien 1949 zu den Gründernationen der nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO sowie des Europarats. Von Beginn an unterstützte Luciaro den so genannten Schuman-Plan, der 1951/52 zur Gründung der so genannten Montanunion führte. Auch die Römischen Verträge von 1957 mit der Gründung von EWG und Euratom gelten als außenpolitische Leistungen Luciaros, der mit seinem Kurs nicht nur dem Widerstand der kommunistischen und nationalistischen Rändern, sondern zeitweise auch der Sozialisten sowie Teilen der Liberalen trotzte. Luciaro gilt deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wurde im Jahr 1956 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die europäische Integration wurde 1954/55 ergänzt durch eine Aussöhnung mit dem [[Micolinien|micolinischen Nachbarn]], für die vor allem Santo de la Ilpa eintrat, und die im Sommer 1955 schließlich zur [[Golen-Verträge|Lösung der seit 1935 offenen Golen-Frage]] führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innenpolitisch setzte Luciaro im Bündnis mit Ilpa eine umfangreiche Sozialstaatsgesetzgebung durch, die jedoch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten 1955 in der neuen liberal-konservativen Koalition durch einen stärker wirtschaftsfreundlichen Kurs ergänzt wurde. Nach seinem [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|erneuten Wahlsieg 1958]] geriet Luciaro zunehmend in Gegensatz mit den eher progressiven Kräften seiner Koalition, die anfingen, den autoritär-konservativen Kurs in der Innen- und Justizpolitik zu kritisieren. Dazu gehörten vor allem die aus der radikalen Tradition stammenden Politiker der liberalen [[UDS|Demokratischen Union]], die seit 1955 als Bündnispartner der PPC mitregierten. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme Luciaros, der mit Atembeschwerden rang, aber auch eine zunehmend Unzufriedenheit in der Partei über die anhaltende Machtposition Luciaros. Besonders sein lange als Kronprinz gehandelter Finanzminister [[Carles Angel Favale]] wurde bald als Gegenspieler betrachtet. Luciaros Versuch, seinen mächtigen Kabinettschef und Wunschnachfolger als Premierminister [[Dián Jocéntilo Sánchez]] neben seinem Kabinettsamt zum einflussreichen Exekutivsekretär der Partei wählen zu lassen, führte Anfang 1959 schließlich zum Aufstand der Gegner Luciaros, die an der Stelle Sánchez' den früheren Staatssekretär im Justizministerium, neu ernannten [[Minister für die Kolonien]] und Favale-Vertrauten [[Martín Nêu Regríguez]] ins Amt wählten. Dies bedeutete eine herbe Niederlage Luciaros und markierte seinen zunehmenden Autoritätsschwund in der Partei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich auch parteiintern die Stimmen mehrten, die eine vorzeitige Ablösung Luciaros im Regierungsamt wünschten, entschied sich Luciaro schließlich im Herbst 1959, zum Januar 1960 sein Amt niederzulegen und sich aus der Regierungspolitik zurückzuziehen. Anlass dieser Entscheidung waren öffentliche Forderungen, u.a. des neuen Exekutivsekretärs der Partei [[Martín Nêu Regríguez]]' an Luciaro, der Öffentlichkeit und seiner Partei mitzuteilen, ob er die Legislaturperiode beenden wolle, um rechtzeitig einen Nachfolger zu bestimmen. Dieses Vorgehen empfand Luciaro als Palastrevolte und zog sich daraufhin aus dem Regierungsamt zurück. Sein Nachfolgefavorit [[Dián Jocéntilo Sánchez]] konnte sich schließlich nicht gegen den in der Partei höher angesehenen [[Carles Angel Favale]] durchsetzen, der Luciaro als zu wenig kompromissbereit galt. Dennoch wurde Favale schließlich neuer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben nach der Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Luciaro zog sich weitgehend aus der nationalen Politik zurück und gab 1961 auch sein Parteiamt auf, wurde jedoch zum Ehrenvorsitzenden der PPC ernannt. Sein Nachfolger Favale verlor die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und musste als Ministerpräsident zurücktreten. Luciaro wurde kurz nach seinem Rücktritt als Regierungschef zum Präsidenten der Europäischen Parlamentarischen Versammlung gewählt, der er bis 1962 vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1938: Bürgermeister der Stadt [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1944-1945: Kommissar für öffentliche Verwaltung der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Kommissar für Auswärtige Beziehungen der Regierungen [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola III]] und [[Provisorische Regierung Saviola II|Saviola IV]]&lt;br /&gt;
* 1946: Präsident und in Personalunion Außenkommissar der [[Provisorische Regierung Luciaro|Provisorischen Regierung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Stellvertretender Ministerpräsident und Minister ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Dorado]] sowie im [[Kabinett Delauro]]&lt;br /&gt;
* 1947-1949: Stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett Ilpa]]&lt;br /&gt;
* 1949-1960: Ministerpräsident ([[Kabinett Luciaro II]], [[Kabinett Luciaro III|III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]], [[Kabinett Luciaro V|V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]])&lt;br /&gt;
* 1955-1957: zugleich Außenminister ([[Kabinett Luciaro V]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1938: Stadtrat von [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1930-1940: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1963: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Präsident der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Sekretär des Exekutivkomitees des [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* 1954-1961: Parteivorsitzender der [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* Seit 1961: Ehrenvorsitzender der PPC&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PPC|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|Luciaro]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12722</id>
		<title>Paulo Luciaro</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12722"/>
		<updated>2013-02-03T22:03:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Paulo Manuel Luciaro''' (*1888 in [[Nouberez]], †1963 in [[Semess]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker und Staatsmann. Er war von 1944 bis 1946 in verschiedenen Positionen Mitglied der provisorischen Regierung, zuletzt als deren Präsident. Er war [[Außenminister]] von 1947 bis 1949 sowie von 1955 bis 1957 und mit einer Amtszeit von 1949 bis 1960 der bis heute am längsten amtierende [[Ministerpräsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]]. Von 1945 bis 1948 war Luciaro zudem Parteisekretär und 1954 bis 1961 Parteivorsitzender der [[PPC]]. Von 1960 bis 1962 stand er zudem der Europäischen Parlamentarischen Versammlung vor. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union sowie der europäischen Christdemokratie und als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Sagradien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und politische Karriere in der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Der aus der [[Bretagne]] stammende Luciaro besuchte ein Jesuiten-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte danach Rechts- und Staatswissenschaften in [[Viça|Vice]], [[Semess]] und [[Vierna]]. Während des Studiums gehörte er verschiedenen katholischen Studentenvereinen an. Nach seiner Promotion ließ sich Luciaro 1913 im [[Sagonte|sagontinischen]] [[Vierna]] nieder, wo er zunächst für einen Rechtsanwalt arbeitete. Zugleich begann er, als Redakteur für verschiedene kleinere Zeitungen zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1920 wurde Luciaro erstmals in den Stadtrat von Vierna gewählt, wenig später kam er in Kontakt mit der liberalkatholischen [[Vertá]]-Gruppe um [[Don Martín de León]] und [[Ariel de la Roya]], seit 1922 schrieb er regelmäßig für das Blatt. Er war zudem Mitglied der [[Liga del Pôpolo Jovén]], einer Vereinigung junger Katholiken, die der katholischen [[Acción Popular]] nahestand und christdemokratische und christlich-soziale Ideen entwickelte. 1925 gehörte er schließlich zu den Gründern der [[PDP|Demokratischen Volkspartei]] (PDP), der ersten christdemokratischen Partei Sagradiens, die im Gegensatz zur klerikal-konservativen [[Volksunion]] progressive christlichsoziale Positionen vertrat. Er wurde ein enger Vertrauter des Parteichefs Don Martín und 1927 dessen persönlicher Sekretär. Im Jahr 1932 wurde Luciaro Bürgermeister von [[Vierna]]. Der seit 1935 amtierenden [[Volksfront|Volksfrontregierung]] stand er von Beginn an kritisch gegenüber, jedoch lehnte er auch den zunehmend autoritär-konservativen Kurs der rechtskatholischen Volksunion ab. Dennoch sprach sich Luciaro nach den [[Aprilwahlen 1938]] für eine Regierungsübernahme durch [[Manuel Álamo]] aus, da er sich dadurch eine politische Stabilisierung erhoffte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] legte Luciaro sein Amt als Bürgermeister nieder. Er gehörte fortan zu den Befürwortern eines sagradischen Kriegseintritts auf alliierter Seite. 1943 schloss er sich der sagradischen [[Resistença]] in Nordostsagradien an, wo er zusammen mit De la Roya und dem Linkskatholiken [[Nino Cabal]] den katholischen Flügel ([[Resistença Cristiana]]) vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung des PPC und Arbeit in der Nationalversammlung ===&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bemühte sich Luciaro um den Wiederaufbau der alten [[PDP]]. Im Herbst wurden die Parteiaktivitäten in Luciaros Privatwohnung wieder aufgenommen und Flugblätter wurden gedruckt, in der die „christlich-demokratische Volkspartei“ benannt wurde. Zu einer offiziellen Neugründung kam es jedoch nicht. Stattdessen gehörte Luciaro im Januar 1945 zu den Mitbegründern der [[PPC|Volkspartei PPC]], zu deren Parteisekretär er gewählt wurde. Während [[Ariel De la Roya]] als bekanntes Zugpferd zunächst als Parteiführer galt, übernahm Luciaro die Organisationsarbeit. Seinem Willen nach sollte die PPC eine nicht-konfessionelle christlich-orientierte Sammlungspartei darstellen, die demokratisch und nicht-sozialistisch sein und auch alten Anhängern der [[Volksunion]] offenstehen sollte. Dieser pragmatische liberalkatholisch dominierte  Kurs setzte sich in der Partei bald durch, nachdem der linkskatholische Flügel um Cabal, der einen christlichen Sozialismus propagierte, bald ins Abseits geriet und die Partei schließlich auch größtenteils verließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro wurde im August 1945 in die [[konstituierende Nationalversammlung]] gewählt. Die Christdemokraten bildeten hier eine Koalition mit [[PCS|Kommunisten]], [[PS|Sozialisten]] und [[Partido Radical|Radikalen]], die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]”, die eine demokratische Transition zum Ziel hatte. Konservative kritisierten Luciaro und die PPC für den „Pakt mit dem Teufel“, namentlich mit Kommunisten und Sozialisten. Luciaro war aber überzeugt, dass allein eine solche Koalition des demokratischen Konsenses das Land wiederaufbauen und eine stabile liberale Demokratie etablieren könne. Vor allem sollte die alte Spannung zwischen linken Säkularen und rechten Katholiken vermieden werden, die die [[Zweite Republik]] an ihren Abgrund geführt hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro war Mitglied der [[Provisorische Regierung Dini|provisorischen Regierung]] unter [[Sergio Rafael Dini]]. Hier wirkte er als Minister für öffentliche Verwaltung, unter Dinis Nachfolger [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola]] war er schließlich 1945/1946 für die auswärtigen Beziehungen zuständig. Im Frühjahr 1946 wurde Luciaro zum neuen Präsidenten der provisorischen Regierung gewählt. [[Provisorische Regierung Luciaro|Unter seiner Führung]] wurden die Verhandlungen über die neue Verfassung erfolgreich zum Abschluss gebracht und die [[Verfassung von 1946|neue demokratische Verfassung]] trat nach einem Referendum im Sommer 1946 in Kraft. Luciaro führte die Christdemokraten im Sommer 1946 in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|erste Wahl zur Abgeordnetenkammer]], wo die Partei sich als zweitstärkste Kraft hinter den Sozialisten etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ministerämter und Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Nach der Wahl wurde die „Demokratische Koalition“ im Rahmen der ersten verfassungsmäßigen Regierung der Dritten Republik nochmals erneuert. Im [[Kabinett Dorado|Kabinett]] des Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde Luciaro stellvertretender Ministerpräsident ohne eigenen Geschäftsbereich. Dieses Amt behielt er auch nach dem Ausscheiden der kommunistischen Minister unter Dorados Nachfolger [[António Delauro]] (siehe [[Kabinett Delauro]]). Als 1947 der [[PSD|Sozialdemokrat]] [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident eine Koalition mit Christdemokraten und Radikalen bildete, wurde Luciaro Außenminister. Beide Politiker, De la Ilpa und Luciaro sollten in den Folgejahren zu engen politischen Weggefährten und Vertrauten werden. Im Jahr 1948 gab Luciaro sein Amt als Parteisekretär an [[Benito Mello]] ab, er blieb aber eigentlicher Führer der Partei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die [[Kabinett Ilpa I|Regierung Ilpa]] im Frühjahr 1949 ihre Mehrheit verloren hatte, erhielt Luciaro von Präsident Dini den Auftrag zur Regierungsbildung. Erstmals rückte Luciaro vom Konzept der „Demokratischen Koalition“ unter Einbeziehung der Linken ab und bildete eine Mitte-Rechts-Koalition, in die neben Liberalkonservativen und Liberalen auch die konservativ-nationalistische [[UNP]] einbezogen wurde. Nach seiner Meinung war die Integration der einstigen Demokratiegegner in die demokratische Regierung nötig, um auch in rechtskonservativen Milieus Akzeptanz für die neue Republik zu schaffen. Der Schritt stellte den endgültigen Bruch mit den Parteilinken dar, die in der Folge das christlich-sozialistische [[Movimiento Socialista Cristiano]] (MSC) bildeten und sich der politischen Linken anschlossen. Bereits zuvor hatte sich im PPC gegen die Sozialisierungsbestrebungen einiger Linkskatholiken ein nicht-sozialistischer, d.h.  marktwirtschaftlicher Kurs durchgesetzt, den auch Paulo Luciaro vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro schaffte es, seine schwächelnden Koalitionspartner zunehmend in die Abhängigkeit der Christdemokraten zu bringen. Bei den [[Senatswahlen 1949]] kooperierten die Christdemokraten mit dem liberalkonservativen [[MPD]] von [[Daniel La Ponte]] und [[Oscar Corrado]], die infolge innerer Spannungen und Abspaltungen zunehmend geschwächt wurden. Mit seinem gemäßigt-marktwirtschaftlichen und konservativ-bürgerlichen Kurs schaffte es Luciaro, die Christdemokraten als dominante Kraft des bürgerlichen Lagers zu behaupten. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Kammerwahlen 1950]] trat Luciaro als Spitzenkandidat des PCC an, die deutlich stärkste Kraft im Parlament wurde. Der Erfolg brachte Luciaro auf einen Höhepunkt seiner Macht. 1954 wurde er aber als Nachfolger des zum Staatspräsidenten gewählten [[Ariel de la Roya]] zum Vorsitzenden der Partei gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurde Sagradien von einer so genannten [[Zentrumskoalition]] aus Luciaros Christdemokraten und seinen konservativen Verbündeten sowie den Sozialdemokraten Santo de la Ilpas regiert. Ministerpräsident Luciaro und Außenminister Ilpa prägten das Land und setzten eine deutliche außenpolitische Orientierung im Hinblick auf eine Westorientierung, NATO-Mitgliedschaft und europäische Zusammenarbeit durch. Unter der Führung Luciaros gehörte Sagradien 1949 zu den Gründernationen der nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO sowie des Europarats. Von Beginn an unterstützte Luciaro den so genannten Schuman-Plan, der 1951/52 zur Gründung der so genannten Montanunion führte. Auch die Römischen Verträge von 1957 mit der Gründung von EWG und Euratom gelten als außenpolitische Leistungen Luciaros, der mit seinem Kurs nicht nur dem Widerstand der kommunistischen und nationalistischen Rändern, sondern zeitweise auch der Sozialisten sowie Teilen der Liberalen trotzte. Luciaro gilt deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wurde im Jahr 1956 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die europäische Integration wurde 1954/55 ergänzt durch eine Aussöhnung mit dem [[Micolinien|micolinischen Nachbarn]], für die vor allem Santo de la Ilpa eintrat, und die im Sommer 1955 schließlich zur [[Golen-Verträge|Lösung der seit 1935 offenen Golen-Frage]] führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innenpolitisch setzte Luciaro im Bündnis mit Ilpa eine umfangreiche Sozialstaatsgesetzgebung durch, die jedoch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten 1955 in der neuen liberal-konservativen Koalition durch einen stärker wirtschaftsfreundlichen Kurs ergänzt wurde. Nach seinem [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|erneuten Wahlsieg 1958]] geriet Luciaro zunehmend in Gegensatz mit den eher progressiven Kräften seiner Koalition, die anfingen, den autoritär-konservativen Kurs in der Innen- und Justizpolitik zu kritisieren. Dazu gehörten vor allem die aus der radikalen Tradition stammenden Politiker der liberalen [[UDS|Demokratischen Union]], die seit 1955 als Bündnispartner der PPC mitregierten. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme Luciaros, der mit Atembeschwerden rang, aber auch eine zunehmend Unzufriedenheit in der Partei über die anhaltende Machtposition Luciaros. Besonders sein lange als Kronprinz gehandelter Finanzminister [[Carles Angel Favale]] wurde bald als Gegenspieler betrachtet. Luciaros Versuch, seinen mächtigen Kabinettschef und Wunschnachfolger als Premierminister [[Dián Jocéntilo Sánchez]] neben seinem Kabinettsamt zum einflussreichen Exekutivsekretär der Partei wählen zu lassen, führte Anfang 1959 schließlich zum Aufstand der Gegner Luciaros, die an der Stelle Sánchez' den früheren Staatssekretär im Justizministerium, neu ernannten [[Minister für die Kolonien]] und Favale-Vertrauten [[Martín Nêu Regríguez]] ins Amt wählten. Dies bedeutete eine herbe Niederlage Luciaros und markierte seinen zunehmenden Autoritätsschwund in der Partei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich auch parteiintern die Stimmen mehrten, die eine vorzeitige Ablösung Luciaros im Regierungsamt wünschten, entschied sich Luciaro schließlich im Herbst 1959, zum Januar 1960 sein Amt niederzulegen und sich aus der Regierungspolitik zurückzuziehen. Anlass dieser Entscheidung waren öffentliche Forderungen, u.a. des neuen Exekutivsekretärs der Partei [[Martín Nêu Regríguez]]' an Luciaro, der Öffentlichkeit und seiner Partei mitzuteilen, ob er die Legislaturperiode beenden wolle, um rechtzeitig einen Nachfolger zu bestimmen. Dieses Vorgehen empfand Luciaro als Palastrevolte und zog sich daraufhin aus dem Regierungsamt zurück. Sein Nachfolgefavorit [[Dián Jocéntilo Sánchez]] konnte sich schließlich nicht gegen den in der Partei höher angesehenen [[Carles Angel Favale]] durchsetzen, der Luciaro als zu wenig kompromissbereit galt. Dennoch wurde Favale schließlich neuer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben nach der Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Luciaro zog sich weitgehend aus der nationalen Politik zurück und gab 1961 auch sein Parteiamt auf, wurde jedoch zum Ehrenvorsitzenden der PPC ernannt. Sein Nachfolger Favale verlor die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und musste als Ministerpräsident zurücktreten. Luciaro wurde kurz nach seinem Rücktritt als Regierungschef zum Präsidenten der Europäischen Parlamentarischen Versammlung gewählt, der er bis 1962 vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1938: Bürgermeister der Stadt [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1944-1945: Kommissar für öffentliche Verwaltung der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Kommissar für Auswärtige Beziehungen der Regierungen [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola III]] und [[Provisorische Regierung Saviola II|Saviola IV]]&lt;br /&gt;
* 1946: Präsident und in Personalunion Außenkommissar der [[Provisorische Regierung Luciaro|Provisorischen Regierung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Stellvertretender Ministerpräsident und Minister ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Dorado]] sowie im [[Kabinett Delauro]]&lt;br /&gt;
* 1947-1949: Stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett Ilpa]]&lt;br /&gt;
* 1949-1960: Ministerpräsident ([[Kabinett Luciaro II]], [[Kabinett Luciaro III|III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]], [[Kabinett Luciaro V|V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1955-1957: zugleich Außenminister ([[Kabinett Luciaro V]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1938: Stadtrat von [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1930-1940: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1963: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Präsident der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Sekretär des Exekutivkomitees des [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* 1954-1961: Parteivorsitzender der [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* Seit 1961: Ehrenvorsitzender der PPC&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PPC|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|Luciaro]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12721</id>
		<title>Paulo Luciaro</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12721"/>
		<updated>2013-02-03T21:57:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Mandate */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Paulo Manuel Luciaro''' (*1888 in [[Nouberez]], †1963 in [[Semess]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker und Staatsmann. Er war von 1944 bis 1946 in verschiedenen Positionen Mitglied der provisorischen Regierung, zuletzt als deren Präsident. Er war [[Außenminister]] von 1947 bis 1949 sowie von 1955 bis 1957 und mit einer Amtszeit von 1949 bis 1960 der bis heute am längsten amtierende [[Ministerpräsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]]. Von 1945 bis 1948 war Luciaro zudem Parteisekretär und 1954 bis 1961 Parteivorsitzender der [[PPC]]. Von 1960 bis 1962 stand er zudem der Europäischen Parlamentarischen Versammlung vor. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union sowie der europäischen Christdemokratie und als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Sagradien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und politische Karriere in der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Der aus der [[Bretagne]] stammende Luciaro besuchte ein Jesuiten-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte danach Rechts- und Staatswissenschaften in [[Viça|Vice]], [[Semess]] und [[Vierna]]. Während des Studiums gehörte er verschiedenen katholischen Studentenvereinen an. Nach seiner Promotion ließ sich Luciaro 1913 im [[Sagonte|sagontinischen]] [[Vierna]] nieder, wo er zunächst für einen Rechtsanwalt arbeitete. Zugleich begann er, als Redakteur für verschiedene kleinere Zeitungen zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1920 wurde Luciaro erstmals in den Stadtrat von Vierna gewählt, wenig später kam er in Kontakt mit der liberalkatholischen [[Vertá]]-Gruppe um [[Don Martín de León]] und [[Ariel de la Roya]], seit 1922 schrieb er regelmäßig für das Blatt. Er war zudem Mitglied der [[Liga del Pôpolo Jovén]], einer Vereinigung junger Katholiken, die der katholischen [[Acción Popular]] nahestand und christdemokratische und christlich-soziale Ideen entwickelte. 1925 gehörte er schließlich zu den Gründern der [[PDP|Demokratischen Volkspartei]] (PDP), der ersten christdemokratischen Partei Sagradiens, die im Gegensatz zur klerikal-konservativen [[Volksunion]] progressive christlichsoziale Positionen vertrat. Er wurde ein enger Vertrauter des Parteichefs Don Martín und 1927 dessen persönlicher Sekretär. 1930 wurde Luciaro erstmals für die PDP in die Abgeordnetenkammer gewählt. Im Jahr 1932 dann wurde er Bürgermeister von Vierna. Der seit 1935 amtierenden [[Volksfront|Volksfrontregierung]] stand er von Beginn an kritisch gegenüber, jedoch lehnte er auch den zunehmend antidemokratischen Kurs der rechtskatholischen Volksunion ab. Dennoch sprach sich Luciaro nach dem rechten Februarputsch 1938 für eine Regierungsübernahme durch [[Manuel Álamo]] aus, da er sich dadurch eine politische Stabilisierung erhoffte. Nach der Verhaftung de Leóns und dem Verbot der PDP durch das Regime der [[Comunión Nacional]] änderte er seine Meinung und verweigerte jede Zusammenarbeit mit dem Regime. Von seinen Ämtern als Bürgermeister und Abgeordneter trat er im Sommer 1938 zurück. Nachdem er zwischen 1939 und 1941 in Haft gesessen hatte, schloss er sich dem [[Resistença|sagradischen Widerstand]] an. Er hielt Kontakt zu dem in London publizierenden De la Roya und gehörte schließlich 1943 zu den Mitgründern des nationalen Widerstandskomitees [[CNRS]], wo er zusammen mit De la Roya und dem Linkskatholiken [[Nino Cabal]] den katholischen Flügel ([[Resistença Cristiana]]) vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung des PPC und Arbeit in der Nationalversammlung ===&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bemühte sich Luciaro um den Wiederaufbau der alten PDP. Im Herbst wurden die Parteiaktivitäten in Luciaros Privatwohnung wieder aufgenommen und Flugblätter wurden gedruckt, in der die „christlich-demokratische Volkspartei“ benannt wurde. Zu einer offiziellen Neugründung kam es jedoch nicht. Stattdessen gehörte Luciaro im Januar 1945 zu den Mitbegründern der [[PPC|Volkspartei PPC]], zu deren Parteisekretär er gewählt wurde. Während [[Ariel De la Roya]] als bekanntes Zugpferd zunächst als Parteiführer galt, übernahm Luciaro die Organisationsarbeit. Seinem Willen nach sollte die PPC eine nicht-konfessionelle christlich-orientierte Sammlungspartei darstellen, die demokratisch und nicht-sozialistisch sein und auch alten Anhängern der Volksunion und des CN-Regimes offenstehen sollte. Dieser pragmatische liberalkatholisch dominierte  Kurs setzte sich in der Partei bald durch, nachdem der linkskatholische Flügel um Cabal, der einen christlichen Sozialismus propagierte, bald ins Abseits geriet und die Partei schließlich auch größtenteils verließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro wurde im August 1945 in die [[konstituierende Nationalversammlung]] gewählt. Die Christdemokraten bildeten hier eine Koalition mit [[PCS|Kommunisten]], [[PS|Sozialisten]] und [[Partido Radical|Radikalen]], die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]”, die eine demokratische Transition zum Ziel hatte. Konservative kritisierten Luciaro und die PPC für den „Pakt mit dem Teufel“, namentlich mit Kommunisten und Sozialisten. Luciaro war aber überzeugt, dass allein eine solche Koalition des demokratischen Konsenses das Land wiederaufbauen und eine stabile liberale Demokratie etablieren könne. Vor allem sollte die alte Spannung zwischen linken Säkularen und rechten Katholiken vermieden werden, die die [[Zweite Republik]] an ihren Abgrund geführt hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro war Mitglied der [[Provisorische Regierung Dini|provisorischen Regierung]] unter [[Sergio Rafael Dini]]. Hier wirkte er als Minister für öffentliche Verwaltung, unter Dinis Nachfolger [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola]] war er schließlich 1945/1946 für die auswärtigen Beziehungen zuständig. Im Frühjahr 1946 wurde Luciaro zum neuen Präsidenten der provisorischen Regierung gewählt. [[Provisorische Regierung Luciaro|Unter seiner Führung]] wurden die Verhandlungen über die neue Verfassung erfolgreich zum Abschluss gebracht und die [[Verfassung von 1946|neue demokratische Verfassung]] trat nach einem Referendum im Sommer 1946 in Kraft. Luciaro führte die Christdemokraten im Sommer 1946 in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|erste Wahl zur Abgeordnetenkammer]], wo die Partei sich als zweitstärkste Kraft hinter den Sozialisten etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ministerämter und Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Nach der Wahl wurde die „Demokratische Koalition“ im Rahmen der ersten verfassungsmäßigen Regierung der Dritten Republik nochmals erneuert. Im [[Kabinett Dorado|Kabinett]] des Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde Luciaro stellvertretender Ministerpräsident ohne eigenen Geschäftsbereich. Dieses Amt behielt er auch nach dem Ausscheiden der kommunistischen Minister unter Dorados Nachfolger [[António Delauro]] (siehe [[Kabinett Delauro]]). Als 1947 der [[PSD|Sozialdemokrat]] [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident eine Koalition mit Christdemokraten und Radikalen bildete, wurde Luciaro Außenminister. Beide Politiker, De la Ilpa und Luciaro sollten in den Folgejahren zu engen politischen Weggefährten und Vertrauten werden. Im Jahr 1948 gab Luciaro sein Amt als Parteisekretär an [[Benito Mello]] ab, er blieb aber eigentlicher Führer der Partei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die [[Kabinett Ilpa I|Regierung Ilpa]] im Frühjahr 1949 ihre Mehrheit verloren hatte, erhielt Luciaro von Präsident Dini den Auftrag zur Regierungsbildung. Erstmals rückte Luciaro vom Konzept der „Demokratischen Koalition“ unter Einbeziehung der Linken ab und bildete eine Mitte-Rechts-Koalition, in die neben Liberalkonservativen und Liberalen auch die konservativ-nationalistische [[UNP]] einbezogen wurde. Nach seiner Meinung war die Integration der einstigen Demokratiegegner in die demokratische Regierung nötig, um auch in rechtskonservativen Milieus Akzeptanz für die neue Republik zu schaffen. Der Schritt stellte den endgültigen Bruch mit den Parteilinken dar, die in der Folge das christlich-sozialistische [[Movimiento Socialista Cristiano]] (MSC) bildeten und sich der politischen Linken anschlossen. Bereits zuvor hatte sich im PPC gegen die Sozialisierungsbestrebungen einiger Linkskatholiken ein nicht-sozialistischer, d.h.  marktwirtschaftlicher Kurs durchgesetzt, den auch Paulo Luciaro vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro schaffte es, seine schwächelnden Koalitionspartner zunehmend in die Abhängigkeit der Christdemokraten zu bringen. Bei den [[Senatswahlen 1949]] kooperierten die Christdemokraten mit dem liberalkonservativen [[MPD]] von [[Daniel La Ponte]] und [[Oscar Corrado]], die infolge innerer Spannungen und Abspaltungen zunehmend geschwächt wurden. Mit seinem gemäßigt-marktwirtschaftlichen und konservativ-bürgerlichen Kurs schaffte es Luciaro, die Christdemokraten als dominante Kraft des bürgerlichen Lagers zu behaupten. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Kammerwahlen 1950]] trat Luciaro als Spitzenkandidat des PCC an, die deutlich stärkste Kraft im Parlament wurde. Der Erfolg brachte Luciaro auf einen Höhepunkt seiner Macht. 1954 wurde er aber als Nachfolger des zum Staatspräsidenten gewählten [[Ariel de la Roya]] zum Vorsitzenden der Partei gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurde Sagradien von einer so genannten [[Zentrumskoalition]] aus Luciaros Christdemokraten und seinen konservativen Verbündeten sowie den Sozialdemokraten Santo de la Ilpas regiert. Ministerpräsident Luciaro und Außenminister Ilpa prägten das Land und setzten eine deutliche außenpolitische Orientierung im Hinblick auf eine Westorientierung, NATO-Mitgliedschaft und europäische Zusammenarbeit durch. Unter der Führung Luciaros gehörte Sagradien 1949 zu den Gründernationen der nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO sowie des Europarats. Von Beginn an unterstützte Luciaro den so genannten Schuman-Plan, der 1951/52 zur Gründung der so genannten Montanunion führte. Auch die Römischen Verträge von 1957 mit der Gründung von EWG und Euratom gelten als außenpolitische Leistungen Luciaros, der mit seinem Kurs nicht nur dem Widerstand der kommunistischen und nationalistischen Rändern, sondern zeitweise auch der Sozialisten sowie Teilen der Liberalen trotzte. Luciaro gilt deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wurde im Jahr 1956 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die europäische Integration wurde 1954/55 ergänzt durch eine Aussöhnung mit dem [[Micolinien|micolinischen Nachbarn]], für die vor allem Santo de la Ilpa eintrat, und die im Sommer 1955 schließlich zur [[Golen-Verträge|Lösung der seit 1935 offenen Golen-Frage]] führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innenpolitisch setzte Luciaro im Bündnis mit Ilpa eine umfangreiche Sozialstaatsgesetzgebung durch, die jedoch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten 1955 in der neuen liberal-konservativen Koalition durch einen stärker wirtschaftsfreundlichen Kurs ergänzt wurde. Nach seinem [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|erneuten Wahlsieg 1958]] geriet Luciaro zunehmend in Gegensatz mit den eher progressiven Kräften seiner Koalition, die anfingen, den autoritär-konservativen Kurs in der Innen- und Justizpolitik zu kritisieren. Dazu gehörten vor allem die aus der radikalen Tradition stammenden Politiker der liberalen [[UDS|Demokratischen Union]], die seit 1955 als Bündnispartner der PPC mitregierten. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme Luciaros, der mit Atembeschwerden rang, aber auch eine zunehmend Unzufriedenheit in der Partei über die anhaltende Machtposition Luciaros. Besonders sein lange als Kronprinz gehandelter Finanzminister [[Carles Angel Favale]] wurde bald als Gegenspieler betrachtet. Luciaros Versuch, seinen mächtigen Kabinettschef und Wunschnachfolger als Premierminister [[Dián Jocéntilo Sánchez]] neben seinem Kabinettsamt zum einflussreichen Exekutivsekretär der Partei wählen zu lassen, führte Anfang 1959 schließlich zum Aufstand der Gegner Luciaros, die an der Stelle Sánchez' den früheren Staatssekretär im Justizministerium, neu ernannten [[Minister für die Kolonien]] und Favale-Vertrauten [[Martín Nêu Regríguez]] ins Amt wählten. Dies bedeutete eine herbe Niederlage Luciaros und markierte seinen zunehmenden Autoritätsschwund in der Partei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich auch parteiintern die Stimmen mehrten, die eine vorzeitige Ablösung Luciaros im Regierungsamt wünschten, entschied sich Luciaro schließlich im Herbst 1959, zum Januar 1960 sein Amt niederzulegen und sich aus der Regierungspolitik zurückzuziehen. Anlass dieser Entscheidung waren öffentliche Forderungen, u.a. des neuen Exekutivsekretärs der Partei [[Martín Nêu Regríguez]]' an Luciaro, der Öffentlichkeit und seiner Partei mitzuteilen, ob er die Legislaturperiode beenden wolle, um rechtzeitig einen Nachfolger zu bestimmen. Dieses Vorgehen empfand Luciaro als Palastrevolte und zog sich daraufhin aus dem Regierungsamt zurück. Sein Nachfolgefavorit [[Dián Jocéntilo Sánchez]] konnte sich schließlich nicht gegen den in der Partei höher angesehenen [[Carles Angel Favale]] durchsetzen, der Luciaro als zu wenig kompromissbereit galt. Dennoch wurde Favale schließlich neuer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben nach der Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Luciaro zog sich weitgehend aus der nationalen Politik zurück und gab 1961 auch sein Parteiamt auf, wurde jedoch zum Ehrenvorsitzenden der PPC ernannt. Sein Nachfolger Favale verlor die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und musste als Ministerpräsident zurücktreten. Luciaro wurde kurz nach seinem Rücktritt als Regierungschef zum Präsidenten der Europäischen Parlamentarischen Versammlung gewählt, der er bis 1962 vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1938: Bürgermeister der Stadt [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1944-1945: Kommissar für öffentliche Verwaltung der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Kommissar für Auswärtige Beziehungen der Regierungen [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola III]] und [[Provisorische Regierung Saviola II|Saviola IV]]&lt;br /&gt;
* 1946: Präsident und in Personalunion Außenkommissar der [[Provisorische Regierung Luciaro|Provisorischen Regierung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Stellvertretender Ministerpräsident und Minister ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Dorado]] sowie im [[Kabinett Delauro]]&lt;br /&gt;
* 1947-1949: Stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett Ilpa]]&lt;br /&gt;
* 1949-1960: Ministerpräsident ([[Kabinett Luciaro II]], [[Kabinett Luciaro III|III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]], [[Kabinett Luciaro V|V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1955-1957: zugleich Außenminister ([[Kabinett Luciaro V]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1938: Stadtrat von [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1930-1940: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1963: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Präsident der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Sekretär des Exekutivkomitees des [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* 1954-1961: Parteivorsitzender der [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* Seit 1961: Ehrenvorsitzender der PPC&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PPC|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|Luciaro]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12720</id>
		<title>Fernando De la Roya</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12720"/>
		<updated>2013-02-03T21:56:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Leben */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Ariel Fernando De la Roya''' (*1884, †1967) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker. Er war [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister]] der Stadt [[Semess]] von 1931 bis 1935 und erneut von 1948 bis 1952. Er war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär der christdemokratischen [[PDP]] und 1947 bis 1954 Parteipräsident der [[PPC]]. 1945 bis 1946 amtierte er als Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] und danach bis 1947 als erster Präsident des [[Senat]]s, ein Amt, das er 1952 bis 1954 erneut ausübte. 1954 bis 1964 war er der dritte [[Präsident der Republik|Präsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift [[la Vertá]], die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des [[Semess|Semestiner]] Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. 1924 gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das linkskatholische [[Cientro Social Humanista]] (CSH), aus dem sich 1925 mit dem [[Partido Democrático Popular]] unter der Führung von [[Don Martín de León]] die erste christdemokratische Partei Sagradiens herausbildete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] gewählt. 1929 wurde er im [[Kabinett Laponte]] zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1930 schied er aus der Regierung wieder aus. Nach der Bildung einer Koalition der Mitte aus Katholiken, Radikalen und Liberalen im Semestiner Stadtrat wurde der auf Ausgleich bedachte De la Roya 1931 zum [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister der Stadt]] gewählt. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, stand aber relativ machtlos zwischen den verfeindeten linken und rechten Parteien, die sich regelmäßig Straßenschlachten lieferten. Nach der Bildung der linken [[Volksfront]] 1935 verlor Roya seine Mehrheit im Stadtrat und musste das Amt des Bürgermeisters an den Sozialisten [[Joán Carles Ferrer]] abgeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Nacholger de Leóns wurde De la Roya für wenige Monate der letzte Parteisekretär der [[PDP]], ehe diese 1940 ihre Tätigkeit einstellte. 1940 wandte sich Roya gegen die Politik der [[Regierung Álamo]] und dafür mehrmals vorgeladen. Als einer der wenigen Abgeordneten außerhalb der Linken stimmte Roya gegen das Ermächtigungsgesetz vom Juni 1940 und gegen die [[Augustgesetze 1940|Augustgesetze]], die der [[Regierung Álamo]] außerordentliche Sondervollmachten übertrugen. Er veröffentlichte zwischen 1939 und 1944 zwei größere Monographien und arbeitete als Herausgeber der „Vertá“, die jedoch aufgrund regimekritischer Artikel Ende 1940 verboten wurde. In der Folge rief er seine Landsleute in Flugblättern zum Widerstand gegen das [[Álamo-Regime]] und zum Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte &amp;quot;[[Resistença Cristiana]]&amp;quot; und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des [[CNRS]]. Er gehörte dem Vorstand des Widerstandskomitees an und wurde als deren Vertreter 1942 in die Regierung Dini entsandt. 1945 wurde er in die [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] gewählt und stand der Versammlung bis zu ihrem Ende 1946 als Präsident vor, ehe er zum [[Senat]]spräsidenten gewählt wurde. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei ([[PPC]]) und seit 1947 deren Parteipräsident. 1947 trat er als Kirchenminister ins [[Kabinett Ilpa I|Kabinett De la Ilpa]] ein. 1948 wurde De la Roya erneut zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt. Er setzte sich deutlich gegen alle Mitbewerber durch. 1949 war er als Präsidentschaftskandidat der Christdemokraten im Gespräch, die dann jedoch aus koalitionstaktischen Gründen den liberalkonservativen Bewerber [[Daniel La Ponte]] unterstützten. Seit 1952 amtierte De la Roya erneut als Präsident des Senats, ehe er 1954 als Kandidat der Konservativen zum Präsidenten der Republik gewählt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im höchsten Staatsamt machte sich De la Roya sehr um das Ansehen Sagradiens in der Welt verdient und prägte das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Ariel“ oder „Papalito“ bezeichnet. 1959 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. 1960 ernannte er [[Carles Angel Favale]] nur unter großen, freilich nur intern geäußerten Bedenken zum Nachfolger Luciaros als Ministerpräsident, setzte nach Zusammenbruch der Koalition aber 1962 gegen den anfänglichen Willen der Konservativen die [[Große Koalition]] mit den [[ASUL|Sozialisten]] durch. 1964 weigerte er sich das Demissionsgesuch der [[Kabinett Costa|Regierung Costa]] anzunehmen, ehe nicht eine neue Mehrheit gefunden war. Schließlich ernannte er mit [[António Santiago]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik, ehe er im selben Jahr achtigjährig aus dem Amt schied. Danach verzichtete er auf das ihm zustehende Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1929-1930: stellvertretender [[Erziehungsminister]]&lt;br /&gt;
* 1931-1935: Bürgermeister von [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1942-1945: Stellvertretender Präsident der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1947-1948: Minister für Beziehungen zur Kirche im [[Kabinett Ilpa I]]&lt;br /&gt;
* 1948-1952: [[Bürgermeister von Semess]]&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1964: [[Präsident der Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1931: Stadtrat in [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1926-1931: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1938-1940: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der sagradischen [[Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1948: Mitglied des sagradischen [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Mitglied des sagradischen [[Senat]]s&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1933-1938: stellvertretender Parteisekretär des [[PDP]]&lt;br /&gt;
* 1938: Parteisekretär des PDP&lt;br /&gt;
* 1947-1954: Parteivorsitzender des [[PPC]]&lt;br /&gt;
* seit 1967: Ehrenpräsident der [[PPC]] (posthum)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsident der Republik|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bürgermeister von Semess|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Senatspräsident|De la Roya]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12719</id>
		<title>Fernando De la Roya</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12719"/>
		<updated>2013-02-03T21:52:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Mandate */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Ariel Fernando De la Roya''' (*1884, †1967) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker. Er war [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister]] der Stadt [[Semess]] von 1931 bis 1935 und erneut von 1948 bis 1952. Er war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär der christdemokratischen [[PDP]] und 1947 bis 1954 Parteipräsident der [[PPC]]. 1945 bis 1946 amtierte er als Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] und danach bis 1947 als erster Präsident des [[Senat]]s, ein Amt, das er 1952 bis 1954 erneut ausübte. 1954 bis 1964 war er der dritte [[Präsident der Republik|Präsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift [[la Vertá]], die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des [[Semess|Semestiner]] Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. 1924 gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das linkskatholische [[Cientro Social Humanista]] (CSH), aus dem sich 1925 mit dem [[Partido Democrático Popular]] unter der Führung von [[Don Martín de León]] die erste christdemokratische Partei Sagradiens herausbildete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] gewählt. 1929 wurde er im [[Kabinett Laponte]] zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1930 schied er aus der Regierung wieder aus. Nach der Bildung einer Koalition der Mitte aus Katholiken, Radikalen und Liberalen im Semestiner Stadtrat wurde der auf Ausgleich bedachte De la Roya 1931 zum [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister der Stadt]] gewählt. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, stand aber relativ machtlos zwischen den verfeindeten linken und rechten Parteien, die sich regelmäßig Straßenschlachten lieferten. Nach der Bildung der linken [[Volksfront]] 1935 verlor Roya seine Mehrheit im Stadtrat und musste das Amt des Bürgermeisters an den Sozialisten [[Joán Carles Ferrer]] abgeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Nacholger de Leóns wurde De la Roya für wenige Monate der letzte Parteisekretär der [[PDP]], ehe diese 1940 ihre Tätigkeit einstellte. 1940 wandte sich Roya gegen die Politik der [[Regierung Álamo]] und dafür mehrmals vorgeladen. Er veröffentlichte zwischen 1939 und 1944 zwei größere Monographien und arbeitete als Herausgeber der „Vertá“, die jedoch aufgrund regimekritischer Artikel Ende 1940 verboten wurde. In der Folge rief er seine Landsleute in Flugblättern zum Widerstand gegen das [[Álamo-Regime]] und zum Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte &amp;quot;[[Resistença Cristiana]]&amp;quot; und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des [[CNRS]]. Er gehörte dem Vorstand des Widerstandskomitees an und wurde als deren Vertreter 1942 in die Regierung Dini entsandt. 1945 wurde er in die [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] gewählt und stand der Versammlung bis zu ihrem Ende 1946 als Präsident vor, ehe er zum [[Senat]]spräsidenten gewählt wurde. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei ([[PPC]]) und seit 1947 deren Parteipräsident. 1947 trat er als Kirchenminister ins [[Kabinett Ilpa I|Kabinett De la Ilpa]] ein. 1948 wurde De la Roya erneut zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt. Er setzte sich deutlich gegen alle Mitbewerber durch. 1949 war er als Präsidentschaftskandidat der Christdemokraten im Gespräch, die dann jedoch aus koalitionstaktischen Gründen den liberalkonservativen Bewerber [[Daniel La Ponte]] unterstützten. Seit 1952 amtierte De la Roya erneut als Präsident des Senats, ehe er 1954 als Kandidat der Konservativen zum Präsidenten der Republik gewählt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im höchsten Staatsamt machte sich De la Roya sehr um das Ansehen Sagradiens in der Welt verdient und prägte das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Ariel“ oder „Papalito“ bezeichnet. 1959 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. 1960 ernannte er [[Carles Angel Favale]] nur unter großen, freilich nur intern geäußerten Bedenken zum Nachfolger Luciaros als Ministerpräsident, setzte nach Zusammenbruch der Koalition aber 1962 gegen den anfänglichen Willen der Konservativen die [[Große Koalition]] mit den [[ASUL|Sozialisten]] durch. 1964 weigerte er sich das Demissionsgesuch der [[Kabinett Costa|Regierung Costa]] anzunehmen, ehe nicht eine neue Mehrheit gefunden war. Schließlich ernannte er mit [[António Santiago]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik, ehe er im selben Jahr achtigjährig aus dem Amt schied. Danach verzichtete er auf das ihm zustehende Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1929-1930: stellvertretender [[Erziehungsminister]]&lt;br /&gt;
* 1931-1935: Bürgermeister von [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1942-1945: Stellvertretender Präsident der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1947-1948: Minister für Beziehungen zur Kirche im [[Kabinett Ilpa I]]&lt;br /&gt;
* 1948-1952: [[Bürgermeister von Semess]]&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1964: [[Präsident der Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1931: Stadtrat in [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1926-1931: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1938-1940: Mitglied der sagradischen [[Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der sagradischen [[Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1948: Mitglied des sagradischen [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Mitglied des sagradischen [[Senat]]s&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1933-1938: stellvertretender Parteisekretär des [[PDP]]&lt;br /&gt;
* 1938: Parteisekretär des PDP&lt;br /&gt;
* 1947-1954: Parteivorsitzender des [[PPC]]&lt;br /&gt;
* seit 1967: Ehrenpräsident der [[PPC]] (posthum)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsident der Republik|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bürgermeister von Semess|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Senatspräsident|De la Roya]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12718</id>
		<title>Paulo Luciaro</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Paulo_Luciaro&amp;diff=12718"/>
		<updated>2013-02-03T21:48:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Parteiämter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Paulo Manuel Luciaro''' (*1888 in [[Nouberez]], †1963 in [[Semess]]) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker und Staatsmann. Er war von 1944 bis 1946 in verschiedenen Positionen Mitglied der provisorischen Regierung, zuletzt als deren Präsident. Er war [[Außenminister]] von 1947 bis 1949 sowie von 1955 bis 1957 und mit einer Amtszeit von 1949 bis 1960 der bis heute am längsten amtierende [[Ministerpräsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]]. Von 1945 bis 1948 war Luciaro zudem Parteisekretär und 1954 bis 1961 Parteivorsitzender der [[PPC]]. Von 1960 bis 1962 stand er zudem der Europäischen Parlamentarischen Versammlung vor. Er gilt als einer der Gründerväter der Europäischen Union sowie der europäischen Christdemokratie und als eine der einflussreichsten politischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts in Sagradien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Jugend und politische Karriere in der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Der aus der [[Bretagne]] stammende Luciaro besuchte ein Jesuiten-Gymnasium in seiner Heimatstadt und studierte danach Rechts- und Staatswissenschaften in [[Viça|Vice]], [[Semess]] und [[Vierna]]. Während des Studiums gehörte er verschiedenen katholischen Studentenvereinen an. Nach seiner Promotion ließ sich Luciaro 1913 im [[Sagonte|sagontinischen]] [[Vierna]] nieder, wo er zunächst für einen Rechtsanwalt arbeitete. Zugleich begann er, als Redakteur für verschiedene kleinere Zeitungen zu schreiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1920 wurde Luciaro erstmals in den Stadtrat von Vierna gewählt, wenig später kam er in Kontakt mit der liberalkatholischen [[Vertá]]-Gruppe um [[Don Martín de León]] und [[Ariel de la Roya]], seit 1922 schrieb er regelmäßig für das Blatt. Er war zudem Mitglied der [[Liga del Pôpolo Jovén]], einer Vereinigung junger Katholiken, die der katholischen [[Acción Popular]] nahestand und christdemokratische und christlich-soziale Ideen entwickelte. 1925 gehörte er schließlich zu den Gründern der [[PDP|Demokratischen Volkspartei]] (PDP), der ersten christdemokratischen Partei Sagradiens, die im Gegensatz zur klerikal-konservativen [[Volksunion]] progressive christlichsoziale Positionen vertrat. Er wurde ein enger Vertrauter des Parteichefs Don Martín und 1927 dessen persönlicher Sekretär. 1930 wurde Luciaro erstmals für die PDP in die Abgeordnetenkammer gewählt. Im Jahr 1932 dann wurde er Bürgermeister von Vierna. Der seit 1935 amtierenden [[Volksfront|Volksfrontregierung]] stand er von Beginn an kritisch gegenüber, jedoch lehnte er auch den zunehmend antidemokratischen Kurs der rechtskatholischen Volksunion ab. Dennoch sprach sich Luciaro nach dem rechten Februarputsch 1938 für eine Regierungsübernahme durch [[Manuel Álamo]] aus, da er sich dadurch eine politische Stabilisierung erhoffte. Nach der Verhaftung de Leóns und dem Verbot der PDP durch das Regime der [[Comunión Nacional]] änderte er seine Meinung und verweigerte jede Zusammenarbeit mit dem Regime. Von seinen Ämtern als Bürgermeister und Abgeordneter trat er im Sommer 1938 zurück. Nachdem er zwischen 1939 und 1941 in Haft gesessen hatte, schloss er sich dem [[Resistença|sagradischen Widerstand]] an. Er hielt Kontakt zu dem in London publizierenden De la Roya und gehörte schließlich 1943 zu den Mitgründern des nationalen Widerstandskomitees [[CNRS]], wo er zusammen mit De la Roya und dem Linkskatholiken [[Nino Cabal]] den katholischen Flügel ([[Resistença Cristiana]]) vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gründung des PPC und Arbeit in der Nationalversammlung ===&lt;br /&gt;
Gleichzeitig bemühte sich Luciaro um den Wiederaufbau der alten PDP. Im Herbst wurden die Parteiaktivitäten in Luciaros Privatwohnung wieder aufgenommen und Flugblätter wurden gedruckt, in der die „christlich-demokratische Volkspartei“ benannt wurde. Zu einer offiziellen Neugründung kam es jedoch nicht. Stattdessen gehörte Luciaro im Januar 1945 zu den Mitbegründern der [[PPC|Volkspartei PPC]], zu deren Parteisekretär er gewählt wurde. Während [[Ariel De la Roya]] als bekanntes Zugpferd zunächst als Parteiführer galt, übernahm Luciaro die Organisationsarbeit. Seinem Willen nach sollte die PPC eine nicht-konfessionelle christlich-orientierte Sammlungspartei darstellen, die demokratisch und nicht-sozialistisch sein und auch alten Anhängern der Volksunion und des CN-Regimes offenstehen sollte. Dieser pragmatische liberalkatholisch dominierte  Kurs setzte sich in der Partei bald durch, nachdem der linkskatholische Flügel um Cabal, der einen christlichen Sozialismus propagierte, bald ins Abseits geriet und die Partei schließlich auch größtenteils verließ.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro wurde im August 1945 in die [[konstituierende Nationalversammlung]] gewählt. Die Christdemokraten bildeten hier eine Koalition mit [[PCS|Kommunisten]], [[PS|Sozialisten]] und [[Partido Radical|Radikalen]], die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]”, die eine demokratische Transition zum Ziel hatte. Konservative kritisierten Luciaro und die PPC für den „Pakt mit dem Teufel“, namentlich mit Kommunisten und Sozialisten. Luciaro war aber überzeugt, dass allein eine solche Koalition des demokratischen Konsenses das Land wiederaufbauen und eine stabile liberale Demokratie etablieren könne. Vor allem sollte die alte Spannung zwischen linken Säkularen und rechten Katholiken vermieden werden, die die [[Zweite Republik]] an ihren Abgrund geführt hatte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro war Mitglied der [[Provisorische Regierung Dini|provisorischen Regierung]] unter [[Sergio Rafael Dini]]. Hier wirkte er als Minister für öffentliche Verwaltung, unter Dinis Nachfolger [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola]] war er schließlich 1945/1946 für die auswärtigen Beziehungen zuständig. Im Frühjahr 1946 wurde Luciaro zum neuen Präsidenten der provisorischen Regierung gewählt. [[Provisorische Regierung Luciaro|Unter seiner Führung]] wurden die Verhandlungen über die neue Verfassung erfolgreich zum Abschluss gebracht und die [[Verfassung von 1946|neue demokratische Verfassung]] trat nach einem Referendum im Sommer 1946 in Kraft. Luciaro führte die Christdemokraten im Sommer 1946 in die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946|erste Wahl zur Abgeordnetenkammer]], wo die Partei sich als zweitstärkste Kraft hinter den Sozialisten etablieren konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ministerämter und Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Nach der Wahl wurde die „Demokratische Koalition“ im Rahmen der ersten verfassungsmäßigen Regierung der Dritten Republik nochmals erneuert. Im [[Kabinett Dorado|Kabinett]] des Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde Luciaro stellvertretender Ministerpräsident ohne eigenen Geschäftsbereich. Dieses Amt behielt er auch nach dem Ausscheiden der kommunistischen Minister unter Dorados Nachfolger [[António Delauro]] (siehe [[Kabinett Delauro]]). Als 1947 der [[PSD|Sozialdemokrat]] [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident eine Koalition mit Christdemokraten und Radikalen bildete, wurde Luciaro Außenminister. Beide Politiker, De la Ilpa und Luciaro sollten in den Folgejahren zu engen politischen Weggefährten und Vertrauten werden. Im Jahr 1948 gab Luciaro sein Amt als Parteisekretär an [[Benito Mello]] ab, er blieb aber eigentlicher Führer der Partei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die [[Kabinett Ilpa I|Regierung Ilpa]] im Frühjahr 1949 ihre Mehrheit verloren hatte, erhielt Luciaro von Präsident Dini den Auftrag zur Regierungsbildung. Erstmals rückte Luciaro vom Konzept der „Demokratischen Koalition“ unter Einbeziehung der Linken ab und bildete eine Mitte-Rechts-Koalition, in die neben Liberalkonservativen und Liberalen auch die konservativ-nationalistische [[UNP]] einbezogen wurde. Nach seiner Meinung war die Integration der einstigen Demokratiegegner in die demokratische Regierung nötig, um auch in rechtskonservativen Milieus Akzeptanz für die neue Republik zu schaffen. Der Schritt stellte den endgültigen Bruch mit den Parteilinken dar, die in der Folge das christlich-sozialistische [[Movimiento Socialista Cristiano]] (MSC) bildeten und sich der politischen Linken anschlossen. Bereits zuvor hatte sich im PPC gegen die Sozialisierungsbestrebungen einiger Linkskatholiken ein nicht-sozialistischer, d.h.  marktwirtschaftlicher Kurs durchgesetzt, den auch Paulo Luciaro vertrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Luciaro schaffte es, seine schwächelnden Koalitionspartner zunehmend in die Abhängigkeit der Christdemokraten zu bringen. Bei den [[Senatswahlen 1949]] kooperierten die Christdemokraten mit dem liberalkonservativen [[MPD]] von [[Daniel La Ponte]] und [[Oscar Corrado]], die infolge innerer Spannungen und Abspaltungen zunehmend geschwächt wurden. Mit seinem gemäßigt-marktwirtschaftlichen und konservativ-bürgerlichen Kurs schaffte es Luciaro, die Christdemokraten als dominante Kraft des bürgerlichen Lagers zu behaupten. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950|Kammerwahlen 1950]] trat Luciaro als Spitzenkandidat des PCC an, die deutlich stärkste Kraft im Parlament wurde. Der Erfolg brachte Luciaro auf einen Höhepunkt seiner Macht. 1954 wurde er aber als Nachfolger des zum Staatspräsidenten gewählten [[Ariel de la Roya]] zum Vorsitzenden der Partei gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bilanz seiner Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
In der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre wurde Sagradien von einer so genannten [[Zentrumskoalition]] aus Luciaros Christdemokraten und seinen konservativen Verbündeten sowie den Sozialdemokraten Santo de la Ilpas regiert. Ministerpräsident Luciaro und Außenminister Ilpa prägten das Land und setzten eine deutliche außenpolitische Orientierung im Hinblick auf eine Westorientierung, NATO-Mitgliedschaft und europäische Zusammenarbeit durch. Unter der Führung Luciaros gehörte Sagradien 1949 zu den Gründernationen der nordatlantischen Verteidigungsallianz NATO sowie des Europarats. Von Beginn an unterstützte Luciaro den so genannten Schuman-Plan, der 1951/52 zur Gründung der so genannten Montanunion führte. Auch die Römischen Verträge von 1957 mit der Gründung von EWG und Euratom gelten als außenpolitische Leistungen Luciaros, der mit seinem Kurs nicht nur dem Widerstand der kommunistischen und nationalistischen Rändern, sondern zeitweise auch der Sozialisten sowie Teilen der Liberalen trotzte. Luciaro gilt deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als einer der Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft und wurde im Jahr 1956 mit dem Internationalen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet. Die europäische Integration wurde 1954/55 ergänzt durch eine Aussöhnung mit dem [[Micolinien|micolinischen Nachbarn]], für die vor allem Santo de la Ilpa eintrat, und die im Sommer 1955 schließlich zur [[Golen-Verträge|Lösung der seit 1935 offenen Golen-Frage]] führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innenpolitisch setzte Luciaro im Bündnis mit Ilpa eine umfangreiche Sozialstaatsgesetzgebung durch, die jedoch nach dem Ausscheiden der Sozialdemokraten 1955 in der neuen liberal-konservativen Koalition durch einen stärker wirtschaftsfreundlichen Kurs ergänzt wurde. Nach seinem [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1958|erneuten Wahlsieg 1958]] geriet Luciaro zunehmend in Gegensatz mit den eher progressiven Kräften seiner Koalition, die anfingen, den autoritär-konservativen Kurs in der Innen- und Justizpolitik zu kritisieren. Dazu gehörten vor allem die aus der radikalen Tradition stammenden Politiker der liberalen [[UDS|Demokratischen Union]], die seit 1955 als Bündnispartner der PPC mitregierten. Hinzu kamen gesundheitliche Probleme Luciaros, der mit Atembeschwerden rang, aber auch eine zunehmend Unzufriedenheit in der Partei über die anhaltende Machtposition Luciaros. Besonders sein lange als Kronprinz gehandelter Finanzminister [[Carles Angel Favale]] wurde bald als Gegenspieler betrachtet. Luciaros Versuch, seinen mächtigen Kabinettschef und Wunschnachfolger als Premierminister [[Dián Jocéntilo Sánchez]] neben seinem Kabinettsamt zum einflussreichen Exekutivsekretär der Partei wählen zu lassen, führte Anfang 1959 schließlich zum Aufstand der Gegner Luciaros, die an der Stelle Sánchez' den früheren Staatssekretär im Justizministerium, neu ernannten [[Minister für die Kolonien]] und Favale-Vertrauten [[Martín Nêu Regríguez]] ins Amt wählten. Dies bedeutete eine herbe Niederlage Luciaros und markierte seinen zunehmenden Autoritätsschwund in der Partei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als sich auch parteiintern die Stimmen mehrten, die eine vorzeitige Ablösung Luciaros im Regierungsamt wünschten, entschied sich Luciaro schließlich im Herbst 1959, zum Januar 1960 sein Amt niederzulegen und sich aus der Regierungspolitik zurückzuziehen. Anlass dieser Entscheidung waren öffentliche Forderungen, u.a. des neuen Exekutivsekretärs der Partei [[Martín Nêu Regríguez]]' an Luciaro, der Öffentlichkeit und seiner Partei mitzuteilen, ob er die Legislaturperiode beenden wolle, um rechtzeitig einen Nachfolger zu bestimmen. Dieses Vorgehen empfand Luciaro als Palastrevolte und zog sich daraufhin aus dem Regierungsamt zurück. Sein Nachfolgefavorit [[Dián Jocéntilo Sánchez]] konnte sich schließlich nicht gegen den in der Partei höher angesehenen [[Carles Angel Favale]] durchsetzen, der Luciaro als zu wenig kompromissbereit galt. Dennoch wurde Favale schließlich neuer Ministerpräsident.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Leben nach der Ministerpräsidentschaft ===&lt;br /&gt;
Luciaro zog sich weitgehend aus der nationalen Politik zurück und gab 1961 auch sein Parteiamt auf, wurde jedoch zum Ehrenvorsitzenden der PPC ernannt. Sein Nachfolger Favale verlor die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962|Wahl 1962]] und musste als Ministerpräsident zurücktreten. Luciaro wurde kurz nach seinem Rücktritt als Regierungschef zum Präsidenten der Europäischen Parlamentarischen Versammlung gewählt, der er bis 1962 vorstand.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1932-1938: Bürgermeister der Stadt [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1944-1945: Kommissar für öffentliche Verwaltung der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Kommissar für Auswärtige Beziehungen der Regierungen [[Provisorische Regierung Saviola I|Saviola III]] und [[Provisorische Regierung Saviola II|Saviola IV]]&lt;br /&gt;
* 1946: Präsident und in Personalunion Außenkommissar der [[Provisorische Regierung Luciaro|Provisorischen Regierung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Stellvertretender Ministerpräsident und Minister ohne Geschäftsbereich im [[Kabinett Dorado]] sowie im [[Kabinett Delauro]]&lt;br /&gt;
* 1947-1949: Stellvertretender Ministerpräsident und Außenminister im [[Kabinett Ilpa I|Kabinett Ilpa]]&lt;br /&gt;
* 1949-1960: Ministerpräsident ([[Kabinett Luciaro II]], [[Kabinett Luciaro III|III]], [[Kabinett Luciaro IV|IV]], [[Kabinett Luciaro V|V]], [[Kabinett Luciaro VI|VI]] und [[Kabinett Luciaro VII|VII]]&lt;br /&gt;
* 1955-1957: zugleich Außenminister ([[Kabinett Luciaro V]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1938: Stadtrat von [[Vierna]]&lt;br /&gt;
* 1930-1938: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der [[Verfassungsgebende Nationalversammlung (1944)|verfassungsgebenden Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1963: Mitglied der [[Sagradische Abgeordnetenkammer|sagradischen Abgeordnetenkammer]]&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Mitglied der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
* 1960-1962: Präsident der Parlamentarischen Versammlung der EWG&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1945-1948: Sekretär des Exekutivkomitees des [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* 1954-1961: Parteivorsitzender der [[Partido Popular de Convergência]] (PPC)&lt;br /&gt;
* Seit 1961: Ehrenvorsitzender der PPC&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Politiker PPC|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Außenminister Sagradiens|Luciaro]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|Luciaro]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12717</id>
		<title>Fernando De la Roya</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12717"/>
		<updated>2013-02-03T21:43:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Öffentliche Ämter */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Ariel Fernando De la Roya''' (*1884, †1967) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker. Er war [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister]] der Stadt [[Semess]] von 1931 bis 1935 und erneut von 1948 bis 1952. Er war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär der christdemokratischen [[PDP]] und 1947 bis 1954 Parteipräsident der [[PPC]]. 1945 bis 1946 amtierte er als Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] und danach bis 1947 als erster Präsident des [[Senat]]s, ein Amt, das er 1952 bis 1954 erneut ausübte. 1954 bis 1964 war er der dritte [[Präsident der Republik|Präsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift [[la Vertá]], die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des [[Semess|Semestiner]] Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. 1924 gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das linkskatholische [[Cientro Social Humanista]] (CSH), aus dem sich 1925 mit dem [[Partido Democrático Popular]] unter der Führung von [[Don Martín de León]] die erste christdemokratische Partei Sagradiens herausbildete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] gewählt. 1929 wurde er im [[Kabinett Laponte]] zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1930 schied er aus der Regierung wieder aus. Nach der Bildung einer Koalition der Mitte aus Katholiken, Radikalen und Liberalen im Semestiner Stadtrat wurde der auf Ausgleich bedachte De la Roya 1931 zum [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister der Stadt]] gewählt. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, stand aber relativ machtlos zwischen den verfeindeten linken und rechten Parteien, die sich regelmäßig Straßenschlachten lieferten. Nach der Bildung der linken [[Volksfront]] 1935 verlor Roya seine Mehrheit im Stadtrat und musste das Amt des Bürgermeisters an den Sozialisten [[Joán Carles Ferrer]] abgeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Nacholger de Leóns wurde De la Roya für wenige Monate der letzte Parteisekretär der [[PDP]], ehe diese 1940 ihre Tätigkeit einstellte. 1940 wandte sich Roya gegen die Politik der [[Regierung Álamo]] und dafür mehrmals vorgeladen. Er veröffentlichte zwischen 1939 und 1944 zwei größere Monographien und arbeitete als Herausgeber der „Vertá“, die jedoch aufgrund regimekritischer Artikel Ende 1940 verboten wurde. In der Folge rief er seine Landsleute in Flugblättern zum Widerstand gegen das [[Álamo-Regime]] und zum Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte &amp;quot;[[Resistença Cristiana]]&amp;quot; und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des [[CNRS]]. Er gehörte dem Vorstand des Widerstandskomitees an und wurde als deren Vertreter 1942 in die Regierung Dini entsandt. 1945 wurde er in die [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] gewählt und stand der Versammlung bis zu ihrem Ende 1946 als Präsident vor, ehe er zum [[Senat]]spräsidenten gewählt wurde. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei ([[PPC]]) und seit 1947 deren Parteipräsident. 1947 trat er als Kirchenminister ins [[Kabinett Ilpa I|Kabinett De la Ilpa]] ein. 1948 wurde De la Roya erneut zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt. Er setzte sich deutlich gegen alle Mitbewerber durch. 1949 war er als Präsidentschaftskandidat der Christdemokraten im Gespräch, die dann jedoch aus koalitionstaktischen Gründen den liberalkonservativen Bewerber [[Daniel La Ponte]] unterstützten. Seit 1952 amtierte De la Roya erneut als Präsident des Senats, ehe er 1954 als Kandidat der Konservativen zum Präsidenten der Republik gewählt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im höchsten Staatsamt machte sich De la Roya sehr um das Ansehen Sagradiens in der Welt verdient und prägte das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Ariel“ oder „Papalito“ bezeichnet. 1959 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. 1960 ernannte er [[Carles Angel Favale]] nur unter großen, freilich nur intern geäußerten Bedenken zum Nachfolger Luciaros als Ministerpräsident, setzte nach Zusammenbruch der Koalition aber 1962 gegen den anfänglichen Willen der Konservativen die [[Große Koalition]] mit den [[ASUL|Sozialisten]] durch. 1964 weigerte er sich das Demissionsgesuch der [[Kabinett Costa|Regierung Costa]] anzunehmen, ehe nicht eine neue Mehrheit gefunden war. Schließlich ernannte er mit [[António Santiago]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik, ehe er im selben Jahr achtigjährig aus dem Amt schied. Danach verzichtete er auf das ihm zustehende Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1929-1930: stellvertretender [[Erziehungsminister]]&lt;br /&gt;
* 1931-1935: Bürgermeister von [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1942-1945: Stellvertretender Präsident der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1947-1948: Minister für Beziehungen zur Kirche im [[Kabinett Ilpa I]]&lt;br /&gt;
* 1948-1952: [[Bürgermeister von Semess]]&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1964: [[Präsident der Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1931: Stadtrat in Semess&lt;br /&gt;
* 1926-1931: Mitglied der Abgeordnetenkammer&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der konstituierenden Nationalversammlung&lt;br /&gt;
* 1946-1948: Senator für Semess&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Senator für Semess&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1933-1938: stellvertretender Parteisekretär des [[PDP]]&lt;br /&gt;
* 1938: Parteisekretär des PDP&lt;br /&gt;
* 1947-1954: Parteivorsitzender des [[PPC]]&lt;br /&gt;
* seit 1967: Ehrenpräsident der [[PPC]] (posthum)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsident der Republik|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bürgermeister von Semess|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Senatspräsident|De la Roya]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12716</id>
		<title>Fernando De la Roya</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12716"/>
		<updated>2013-02-03T19:06:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Ariel Fernando De la Roya''' (*1884, †1967) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker. Er war [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister]] der Stadt [[Semess]] von 1931 bis 1935 und erneut von 1948 bis 1952. Er war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär der christdemokratischen [[PDP]] und 1947 bis 1954 Parteipräsident der [[PPC]]. 1945 bis 1946 amtierte er als Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] und danach bis 1947 als erster Präsident des [[Senat]]s, ein Amt, das er 1952 bis 1954 erneut ausübte. 1954 bis 1964 war er der dritte [[Präsident der Republik|Präsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift [[la Vertá]], die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des [[Semess|Semestiner]] Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. 1924 gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das linkskatholische [[Cientro Social Humanista]] (CSH), aus dem sich 1925 mit dem [[Partido Democrático Popular]] unter der Führung von [[Don Martín de León]] die erste christdemokratische Partei Sagradiens herausbildete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] gewählt. 1929 wurde er im [[Kabinett Laponte]] zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1930 schied er aus der Regierung wieder aus. Nach der Bildung einer Koalition der Mitte aus Katholiken, Radikalen und Liberalen im Semestiner Stadtrat wurde der auf Ausgleich bedachte De la Roya 1931 zum [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister der Stadt]] gewählt. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, stand aber relativ machtlos zwischen den verfeindeten linken und rechten Parteien, die sich regelmäßig Straßenschlachten lieferten. Nach der Bildung der linken [[Volksfront]] 1935 verlor Roya seine Mehrheit im Stadtrat und musste das Amt des Bürgermeisters an den Sozialisten [[Joán Carles Ferrer]] abgeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Nacholger de Leóns wurde De la Roya für wenige Monate der letzte Parteisekretär der [[PDP]], ehe diese 1940 ihre Tätigkeit einstellte. 1940 wandte sich Roya gegen die Politik der [[Regierung Álamo]] und dafür mehrmals vorgeladen. Er veröffentlichte zwischen 1939 und 1944 zwei größere Monographien und arbeitete als Herausgeber der „Vertá“, die jedoch aufgrund regimekritischer Artikel Ende 1940 verboten wurde. In der Folge rief er seine Landsleute in Flugblättern zum Widerstand gegen das [[Álamo-Regime]] und zum Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte &amp;quot;[[Resistença Cristiana]]&amp;quot; und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des [[CNRS]]. Er gehörte dem Vorstand des Widerstandskomitees an und wurde als deren Vertreter 1942 in die Regierung Dini entsandt. 1945 wurde er in die [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]] gewählt und stand der Versammlung bis zu ihrem Ende 1946 als Präsident vor, ehe er zum [[Senat]]spräsidenten gewählt wurde. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei ([[PPC]]) und seit 1947 deren Parteipräsident. 1947 trat er als Kirchenminister ins [[Kabinett Ilpa I|Kabinett De la Ilpa]] ein. 1948 wurde De la Roya erneut zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt. Er setzte sich deutlich gegen alle Mitbewerber durch. 1949 war er als Präsidentschaftskandidat der Christdemokraten im Gespräch, die dann jedoch aus koalitionstaktischen Gründen den liberalkonservativen Bewerber [[Daniel La Ponte]] unterstützten. Seit 1952 amtierte De la Roya erneut als Präsident des Senats, ehe er 1954 als Kandidat der Konservativen zum Präsidenten der Republik gewählt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im höchsten Staatsamt machte sich De la Roya sehr um das Ansehen Sagradiens in der Welt verdient und prägte das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Ariel“ oder „Papalito“ bezeichnet. 1959 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. 1960 ernannte er [[Carles Angel Favale]] nur unter großen, freilich nur intern geäußerten Bedenken zum Nachfolger Luciaros als Ministerpräsident, setzte nach Zusammenbruch der Koalition aber 1962 gegen den anfänglichen Willen der Konservativen die [[Große Koalition]] mit den [[ASUL|Sozialisten]] durch. 1964 weigerte er sich das Demissionsgesuch der [[Kabinett Costa|Regierung Costa]] anzunehmen, ehe nicht eine neue Mehrheit gefunden war. Schließlich ernannte er mit [[António Santiago]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik, ehe er im selben Jahr achtigjährig aus dem Amt schied. Danach verzichtete er auf das ihm zustehende Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1929-1930: stellvertretender [[Erziehungsminister]]&lt;br /&gt;
* 1931-1935: Bürgermeister von [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1944-1945: Stellvertretender Präsident der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1947-1948: Minister für Beziehungen zur Kirche im [[Kabinett Ilpa I]]&lt;br /&gt;
* 1948-1952: [[Bürgermeister von Semess]]&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1964: [[Präsident der Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1931: Stadtrat in Semess&lt;br /&gt;
* 1926-1931: Mitglied der Abgeordnetenkammer&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der konstituierenden Nationalversammlung&lt;br /&gt;
* 1946-1948: Senator für Semess&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Senator für Semess&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1933-1938: stellvertretender Parteisekretär des [[PDP]]&lt;br /&gt;
* 1938: Parteisekretär des PDP&lt;br /&gt;
* 1947-1954: Parteivorsitzender des [[PPC]]&lt;br /&gt;
* seit 1967: Ehrenpräsident der [[PPC]] (posthum)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsident der Republik|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bürgermeister von Semess|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Senatspräsident|De la Roya]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12715</id>
		<title>Fernando De la Roya</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12715"/>
		<updated>2013-02-03T19:06:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Politische Funktionen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Ariel Fernando De la Roya''' (*1884, †1967) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker. Er war [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister]] der Stadt [[Semess]] von 1931 bis 1935 und erneut von 1948 bis 1952. Er war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär der christdemokratischen [[PDP]] und 1947 bis 1954 Parteipräsident der [[PPC]]. 1945 bis 1946 amtierte er als Präsident der [[Nationalversammlung (1944)|Nationalversammlung]] und danach bis 1947 als erster Präsident des [[Senat]]s, ein Amt, das er 1952 bis 1954 erneut ausübte. 1954 bis 1964 war er der dritte [[Präsident der Republik|Präsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift [[la Vertá]], die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des [[Semess|Semestiner]] Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. 1924 gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das linkskatholische [[Cientro Social Humanista]] (CSH), aus dem sich 1925 mit dem [[Partido Democrático Popular]] unter der Führung von [[Don Martín de León]] die erste christdemokratische Partei Sagradiens herausbildete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] gewählt. 1929 wurde er im [[Kabinett Laponte]] zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1930 schied er aus der Regierung wieder aus. Nach der Bildung einer Koalition der Mitte aus Katholiken, Radikalen und Liberalen im Semestiner Stadtrat wurde der auf Ausgleich bedachte De la Roya 1931 zum [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister der Stadt]] gewählt. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, stand aber relativ machtlos zwischen den verfeindeten linken und rechten Parteien, die sich regelmäßig Straßenschlachten lieferten. Nach der Bildung der linken [[Volksfront]] 1935 verlor Roya seine Mehrheit im Stadtrat und musste das Amt des Bürgermeisters an den Sozialisten [[Joán Carles Ferrer]] abgeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Nacholger de Leóns wurde De la Roya für wenige Monate der letzte Parteisekretär der [[PDP]], ehe diese 1940 ihre Tätigkeit einstellte. 1940 wandte sich Roya gegen die Politik der [[Regierung Álamo]] und dafür mehrmals vorgeladen. Er veröffentlichte zwischen 1939 und 1944 zwei größere Monographien und arbeitete als Herausgeber der „Vertá“, die jedoch aufgrund regimekritischer Artikel Ende 1940 verboten wurde. In der Folge rief er seine Landsleute in Flugblättern zum Widerstand gegen das [[Álamo-Regime]] und zum Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte &amp;quot;[[Resistença Cristiana]]&amp;quot; und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des [[CNRS]]. Er gehörte dem Vorstand des Widerstandskomitees an und wurde als deren Vertreter 1942 in die Regierung Dini entsandt. 1945 wurde er in die [[Nationalversammlung (1944)|Nationalversammlung]] gewählt und stand der Versammlung bis zu ihrem Ende 1946 als Präsident vor, ehe er zum [[Senat]]spräsidenten gewählt wurde. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei ([[PPC]]) und seit 1947 deren Parteipräsident. 1947 trat er als Kirchenminister ins [[Kabinett Ilpa I|Kabinett De la Ilpa]] ein. 1948 wurde De la Roya erneut zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt. Er setzte sich deutlich gegen alle Mitbewerber durch. 1949 war er als Präsidentschaftskandidat der Christdemokraten im Gespräch, die dann jedoch aus koalitionstaktischen Gründen den liberalkonservativen Bewerber [[Daniel La Ponte]] unterstützten. Seit 1952 amtierte De la Roya erneut als Präsident des Senats, ehe er 1954 als Kandidat der Konservativen zum Präsidenten der Republik gewählt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im höchsten Staatsamt machte sich De la Roya sehr um das Ansehen Sagradiens in der Welt verdient und prägte das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Ariel“ oder „Papalito“ bezeichnet. 1959 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. 1960 ernannte er [[Carles Angel Favale]] nur unter großen, freilich nur intern geäußerten Bedenken zum Nachfolger Luciaros als Ministerpräsident, setzte nach Zusammenbruch der Koalition aber 1962 gegen den anfänglichen Willen der Konservativen die [[Große Koalition]] mit den [[ASUL|Sozialisten]] durch. 1964 weigerte er sich das Demissionsgesuch der [[Kabinett Costa|Regierung Costa]] anzunehmen, ehe nicht eine neue Mehrheit gefunden war. Schließlich ernannte er mit [[António Santiago]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik, ehe er im selben Jahr achtigjährig aus dem Amt schied. Danach verzichtete er auf das ihm zustehende Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1929-1930: stellvertretender [[Erziehungsminister]]&lt;br /&gt;
* 1931-1935: Bürgermeister von [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1944-1945: Stellvertretender Präsident der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Präsident der [[Nationalversammlung (1945)|Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1947-1948: Minister für Beziehungen zur Kirche im [[Kabinett Ilpa I]]&lt;br /&gt;
* 1948-1952: [[Bürgermeister von Semess]]&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1964: [[Präsident der Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1931: Stadtrat in Semess&lt;br /&gt;
* 1926-1931: Mitglied der Abgeordnetenkammer&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der konstituierenden Nationalversammlung&lt;br /&gt;
* 1946-1948: Senator für Semess&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Senator für Semess&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1933-1938: stellvertretender Parteisekretär des [[PDP]]&lt;br /&gt;
* 1938: Parteisekretär des PDP&lt;br /&gt;
* 1947-1954: Parteivorsitzender des [[PPC]]&lt;br /&gt;
* seit 1967: Ehrenpräsident der [[PPC]] (posthum)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsident der Republik|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bürgermeister von Semess|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Senatspräsident|De la Roya]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12714</id>
		<title>Fernando De la Roya</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12714"/>
		<updated>2013-02-03T18:53:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Leben */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Ariel Fernando De la Roya''' (*1884, †1967) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker. Er war [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister]] der Stadt [[Semess]] von 1931 bis 1935 und erneut von 1948 bis 1952. Er war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär der christdemokratischen [[PDP]] und 1947 bis 1954 Parteipräsident der [[PPC]]. 1945 bis 1946 amtierte er als Präsident der [[Nationalversammlung (1944)|Nationalversammlung]] und danach bis 1947 als erster Präsident des [[Senat]]s, ein Amt, das er 1952 bis 1954 erneut ausübte. 1954 bis 1964 war er der dritte [[Präsident der Republik|Präsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift [[la Vertá]], die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des [[Semess|Semestiner]] Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. 1924 gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das linkskatholische [[Cientro Social Humanista]] (CSH), aus dem sich 1925 mit dem [[Partido Democrático Popular]] unter der Führung von [[Don Martín de León]] die erste christdemokratische Partei Sagradiens herausbildete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] gewählt. 1929 wurde er im [[Kabinett Laponte]] zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1930 schied er aus der Regierung wieder aus. Nach der Bildung einer Koalition der Mitte aus Katholiken, Radikalen und Liberalen im Semestiner Stadtrat wurde der auf Ausgleich bedachte De la Roya 1931 zum [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister der Stadt]] gewählt. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, stand aber relativ machtlos zwischen den verfeindeten linken und rechten Parteien, die sich regelmäßig Straßenschlachten lieferten. Nach der Bildung der linken [[Volksfront]] 1935 verlor Roya seine Mehrheit im Stadtrat und musste das Amt des Bürgermeisters an den Sozialisten [[Joán Carles Ferrer]] abgeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Nacholger de Leóns wurde De la Roya für wenige Monate der letzte Parteisekretär der [[PDP]], ehe diese 1940 ihre Tätigkeit einstellte. 1940 wandte sich Roya gegen die Politik der [[Regierung Álamo]] und dafür mehrmals vorgeladen. Er veröffentlichte zwischen 1939 und 1944 zwei größere Monographien und arbeitete als Herausgeber der „Vertá“, die jedoch aufgrund regimekritischer Artikel Ende 1940 verboten wurde. In der Folge rief er seine Landsleute in Flugblättern zum Widerstand gegen das [[Álamo-Regime]] und zum Kriegseintritt auf Seiten der Alliierten auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Besatzung Nordostsagradiens durch deutsche Truppen gründete Roya mit Mitstreitern die so genannte &amp;quot;[[Resistença Cristiana]]&amp;quot; und gehörte zu den Gründungsmitgliedern des [[CNRS]]. Er gehörte dem Vorstand des Widerstandskomitees an und wurde als deren Vertreter 1942 in die Regierung Dini entsandt. 1945 wurde er in die [[Nationalversammlung (1944)|Nationalversammlung]] gewählt und stand der Versammlung bis zu ihrem Ende 1946 als Präsident vor, ehe er zum [[Senat]]spräsidenten gewählt wurde. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei ([[PPC]]) und seit 1947 deren Parteipräsident. 1947 trat er als Kirchenminister ins [[Kabinett Ilpa I|Kabinett De la Ilpa]] ein. 1948 wurde De la Roya erneut zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt. Er setzte sich deutlich gegen alle Mitbewerber durch. 1949 war er als Präsidentschaftskandidat der Christdemokraten im Gespräch, die dann jedoch aus koalitionstaktischen Gründen den liberalkonservativen Bewerber [[Daniel La Ponte]] unterstützten. Seit 1952 amtierte De la Roya erneut als Präsident des Senats, ehe er 1954 als Kandidat der Konservativen zum Präsidenten der Republik gewählt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im höchsten Staatsamt machte sich De la Roya sehr um das Ansehen Sagradiens in der Welt verdient und prägte das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Ariel“ oder „Papalito“ bezeichnet. 1959 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. 1960 ernannte er [[Carles Angel Favale]] nur unter großen, freilich nur intern geäußerten Bedenken zum Nachfolger Luciaros als Ministerpräsident, setzte nach Zusammenbruch der Koalition aber 1962 gegen den anfänglichen Willen der Konservativen die [[Große Koalition]] mit den [[ASUL|Sozialisten]] durch. 1964 weigerte er sich das Demissionsgesuch der [[Kabinett Costa|Regierung Costa]] anzunehmen, ehe nicht eine neue Mehrheit gefunden war. Schließlich ernannte er mit [[António Santiago]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik, ehe er im selben Jahr achtigjährig aus dem Amt schied. Danach verzichtete er auf das ihm zustehende Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1929-1930: stellvertretender [[Erziehungsminister]]&lt;br /&gt;
* 1931-1935: Bürgermeister von [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1944-1945: Stellvertretender Präsident der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Präsident der [[Verfassungsgebende Nationalversammlung|Verfassungsgebenden Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1947-1948: Minister für Beziehungen zur Kirche im [[Kabinett Ilpa I]]&lt;br /&gt;
* 1948-1952: [[Bürgermeister von Semess]]&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1964: [[Präsident der Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1931: Stadtrat in Semess&lt;br /&gt;
* 1926-1931: Mitglied der Abgeordnetenkammer&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der konstituierenden Nationalversammlung&lt;br /&gt;
* 1946-1948: Senator für Semess&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Senator für Semess&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1933-1938: stellvertretender Parteisekretär des [[PDP]]&lt;br /&gt;
* 1938: Parteisekretär des PDP&lt;br /&gt;
* 1947-1954: Parteivorsitzender des [[PPC]]&lt;br /&gt;
* seit 1967: Ehrenpräsident der [[PPC]] (posthum)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsident der Republik|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bürgermeister von Semess|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Senatspräsident|De la Roya]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12713</id>
		<title>Fernando De la Roya</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Fernando_De_la_Roya&amp;diff=12713"/>
		<updated>2013-02-03T18:45:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Ariel Fernando De la Roya''' (*1884, †1967) war ein [[Sagradien|sagradischer]] christdemokratischer Politiker. Er war [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister]] der Stadt [[Semess]] von 1931 bis 1935 und erneut von 1948 bis 1952. Er war im Jahr 1938 letzter Parteisekretär der christdemokratischen [[PDP]] und 1947 bis 1954 Parteipräsident der [[PPC]]. 1945 bis 1946 amtierte er als Präsident der [[Nationalversammlung (1944)|Nationalversammlung]] und danach bis 1947 als erster Präsident des [[Senat]]s, ein Amt, das er 1952 bis 1954 erneut ausübte. 1954 bis 1964 war er der dritte [[Präsident der Republik|Präsident]] der [[Dritte Sagradische Republik|Dritten Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Der gebürtige Semestiner begann ein Studium der Rechtswissenschaften, wechselte aber ins theologische Fach und beendete sein Studium mit einer Doktorarbeit in katholischen Religionswissenschaften. Danach arbeitete De la Roya als Journalist und Lehrbeauftragter an mehreren katholischen Hochschulen im Land. 1920 wurde er Chefredakteur der liberal-katholischen Zeitschrift [[la Vertá]], die sich gegen den rechtskonservativen Mainstream innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien wandte. Bis 1931 war er Mitglied des [[Semess|Semestiner]] Stadtrats und übernahm verschiedene Posten in der Stadtverwaltung. 1924 gründete De la Roya mit anderen Persönlichkeiten aus dem „la Vertá“-Umfeld das linkskatholische [[Cientro Social Humanista]] (CSH), aus dem sich 1925 mit dem [[Partido Democrático Popular]] unter der Führung von [[Don Martín de León]] die erste christdemokratische Partei Sagradiens herausbildete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
De la Roya wurde 1926 erstmals für die PDP in die [[sagradische Abgeordnetenkammer]] gewählt. 1929 wurde er im [[Kabinett Laponte]] zum stellvertretenden Erziehungsminister ernannt. 1930 schied er aus der Regierung wieder aus. Nach der Bildung einer Koalition der Mitte aus Katholiken, Radikalen und Liberalen im Semestiner Stadtrat wurde der auf Ausgleich bedachte De la Roya 1931 zum [[Bürgermeister von Semess|Bürgermeister der Stadt]] gewählt. In diesem Amt konnte er große Popularität gewinnen, stand aber relativ machtlos zwischen den verfeindeten linken und rechten Parteien, die sich regelmäßig Straßenschlachten lieferten. Nach der Bildung der linken [[Volksfront]] 1935 verlor Roya seine Mehrheit im Stadtrat und musste das Amt des Bürgermeisters an den Sozialisten [[Joán Carles Ferrer]] abgeben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Infolges des rechten [[Februarputsch 1938|Februarputsches 1938]] und der Verhaftung de Leóns wurde De la Roya für wenige Monate der letzte Parteisekretär der PDP bis zu deren Verbot durch das Álamo-Regime im selben Jahr. Von der [[Regierung Álamo]] wurde De la Roya in der Folge mit einem Politikverbot belegt und für wenige Wochen inhaftiert. Seine Versuche, wieder als Journalist Fuß zu fassen, scheiterten, da er 1939 auch mit einem Publikationsverbot belegt wurde. Dennoch veröffentlichte er zwischen 1938 und 1944 zwei größere Monographien. 1940 emigrierte er nach London, von wo aus er die 1938 eingestellte „Vertá“ neu auflegte und als Herausgeber und Chefredakteur verantwortlich zeichnete. Bereits 1942 rief er seine Landsleute in Flugblättern zum Widerstand gegen das [[Álamo-Regime]] und die deutsche „Schutzbesatzung“ auf. Kurz darauf rief er die so genannte &amp;quot;[[Resistença Humana]]&amp;quot; ins Leben, die als Unströmung der [[Resistença Cristiana]] angesehen werden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1943 gehörte De la Roya zu den Gründungsmitgliedern des [[CNRS]] und kehrte nach Sagradien zurück. Er gehörte dem Vorstand des Widerstandskomitees an und verhandelte mit der [[Mai-Junta|Militär-Junta]] um Wahlen zu einer [[Verfassungsgebende Nationalversammlung (1944)|verfassungsgebenden Nationalversammlung]]. In diese gewählt, stand er der Versammlung bis zu ihrem Ende 1946 als Präsident vor und wurde danach zum Senatspräsidenten gewählt. Er war Mitgründer der christdemokratischen Volkspartei ([[PPC]]) und seit 1947 deren Parteipräsident. 1947 trat er als Kirchenminister ins [[Kabinett Ilpa I|Kabinett De la Ilpa]] ein. 1948 wurde De la Roya erneut zum Bürgermeister seiner Heimatstadt gewählt. Er setzte sich deutlich gegen alle Mitbewerber durch. 1949 war er als Präsidentschaftskandidat der Christdemokraten im Gespräch, die dann jedoch aus koalitionstaktischen Gründen den liberalkonservativen Bewerber [[Daniel La Ponte]] unterstützten. Seit 1952 amtierte De la Roya erneut als Präsident des Senats, ehe er 1954 als Kandidat der Konservativen zum Präsidenten der Republik gewählt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im höchsten Staatsamt machte sich De la Roya sehr um das Ansehen Sagradiens in der Welt verdient und prägte das Amt durch eine würdevolle, aber stets volksnahe und integrative Amtsführung. Im Volksmund wurde er liebevoll als „Papa Ariel“ oder „Papalito“ bezeichnet. 1959 wurde er für eine zweite Amtszeit gewählt. Er trat als Präsident stets unabhängig und überparteilich, aber nicht unpolitisch auf. 1960 ernannte er [[Carles Angel Favale]] nur unter großen, freilich nur intern geäußerten Bedenken zum Nachfolger Luciaros als Ministerpräsident, setzte nach Zusammenbruch der Koalition aber 1962 gegen den anfänglichen Willen der Konservativen die [[Große Koalition]] mit den [[ASUL|Sozialisten]] durch. 1964 weigerte er sich das Demissionsgesuch der [[Kabinett Costa|Regierung Costa]] anzunehmen, ehe nicht eine neue Mehrheit gefunden war. Schließlich ernannte er mit [[António Santiago]] den ersten sozialistischen Ministerpräsidenten der Republik, ehe er im selben Jahr achtigjährig aus dem Amt schied. Danach verzichtete er auf das ihm zustehende Senatsmandat auf Lebenszeit und zog sich auf seinen Landsitz zurück, wo er 1967 verstarb. Kurz nach seinem Tod wurde er von seiner Partei zum Ehrenpräsidenten des PPC ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politische Funktionen ==&lt;br /&gt;
=== Öffentliche Ämter ===&lt;br /&gt;
* 1929-1930: stellvertretender [[Erziehungsminister]]&lt;br /&gt;
* 1931-1935: Bürgermeister von [[Semess]]&lt;br /&gt;
* 1944-1945: Stellvertretender Präsident der [[Provisorische Regierung Dini|Provisorischen Regierung Dini]]&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Präsident der [[Verfassungsgebende Nationalversammlung|Verfassungsgebenden Nationalversammlung]]&lt;br /&gt;
* 1946-1947: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1947-1948: Minister für Beziehungen zur Kirche im [[Kabinett Ilpa I]]&lt;br /&gt;
* 1948-1952: [[Bürgermeister von Semess]]&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Präsident des [[Senat]]s&lt;br /&gt;
* 1954-1964: [[Präsident der Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mandate ===&lt;br /&gt;
* 1920-1931: Stadtrat in Semess&lt;br /&gt;
* 1926-1931: Mitglied der Abgeordnetenkammer&lt;br /&gt;
* 1945-1946: Mitglied der konstituierenden Nationalversammlung&lt;br /&gt;
* 1946-1948: Senator für Semess&lt;br /&gt;
* 1952-1954: Senator für Semess&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteiämter ===&lt;br /&gt;
* 1933-1938: stellvertretender Parteisekretär des [[PDP]]&lt;br /&gt;
* 1938: Parteisekretär des PDP&lt;br /&gt;
* 1947-1954: Parteivorsitzender des [[PPC]]&lt;br /&gt;
* seit 1967: Ehrenpräsident der [[PPC]] (posthum)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Präsident der Republik|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Parteivorsitzender PPC|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Bürgermeister von Semess|De la Roya]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Senatspräsident|De la Roya]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Wahl_zur_sagradischen_Abgeordnetenkammer_1939&amp;diff=12672</id>
		<title>Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1939</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Wahl_zur_sagradischen_Abgeordnetenkammer_1939&amp;diff=12672"/>
		<updated>2013-02-03T14:10:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer|Abgeordnetenkammer 1938]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Manuel_Sants-Igualde&amp;diff=12669</id>
		<title>Manuel Sants-Igualde</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Manuel_Sants-Igualde&amp;diff=12669"/>
		<updated>2013-02-03T13:40:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Manuel Rodrigo Álamo Igualde''' (*1898 in [[Carrel de Amôria]]; +1960) war ein [[Sagradien|sagradischer]] Politiker der rechtskonservativen [[UP]] und [[sagradischer Ministerpräsident]] von 1938 bis 1942. Er war der letzte Regierungschef der [[Zweite Republik|Zweiten Republik]] vor dem Zweiten Weltkrieg und setzte mit dessen Ausbruch eine allmähliche autoritäre Umgestaltung zum [[Estado Sagradês]] durch, die jedoch 1942 mit der Absetzung Álamos durch Präsident [[Iacovo Jimenez Margüís]]' endete. Neben dem Amt des Premierministers oder ''Chefe del Governo'' begleitete er zudem zeitweise das des Außen- und das des Innenministers. Nach seiner Absetzung ging er 1943 ins Exil nach Südamerika, wo er bis zu seinem Tod blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jugend und frühe Karriere ===&lt;br /&gt;
Manuel Álamo Igualde wurde 1898 in der [[Amôria|amorischen]] Kleinstadt [[Carrel]] geboren. Er war der Sohn eines erzkatholischen Lehrers und besuchte ein katholisches Gymnasium. Danach studierte er Rechtswissenschaft und wurde Anwalt. Bereits in Studentenjahren engagierte er sich in mehreren katholischen Organisationen und trat der [[Acción Popular]] bei. Deren christdemokratisch beeinflusste Jugendorganisation [[Liga del Pôpolo Jovén]] verließ er bereits 1923, da sie ihm als unpatriotisch und &amp;quot;jüdisch unterwandert&amp;quot; erschien. Er beteiligte sich danach an der Gründung der [[Círculoes de la Juventú]], welche die Liga ersetzen sollten und zur Jugendorganisation der neu gegründeten [[Unión Popular]] wurden. Bis 1928 schrieb er für die Zirkel-nahe Zeitschrift ''La Nova Epoca'' und wurde 1926 deren Chefredakteur. Nach seiner Promition zum Dr. jur. arbeitete Álamo für einen rechtskatholischen Juristenverband. Nachdem er bereits zuvor in die nationale Führungsriege der Jugendzirkel aufgestiegen war, wurde 1929 deren ''Chefe Nacional''. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg in den Jugendzirkeln ===&lt;br /&gt;
Als ''Chefe Nacional'' der Jugendzirkel führte Álamo die Jugendorganisation der [[Volksunion]] auf einen autoritär inspirierten Rechtskurs, der die Zirkel in Widerspruch zur Mutterpartei brachte. Nach der Wahl des UP-Führers [[Gaitán Alemà Sobrantes]] unterstützte Álamo dessen Programm der [[Renovación Nacional]]. 1933 sprachen sich die Círculoes unter Álamos Führung gegen die [[Kabinett Santês II|Regierung Santês]] aus, der mangelnder Einsatzwille zur Errichtung einer katholisch-autoritären Reform vorgeworfen wurde, die die Jugendzirkel propagierten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Entlassung Santês' im Oktober 1934 wurde Álamo im [[Kabinett Negrín II]] zum Minister für öffentliche Wohlfahrt ernannt. In einer Regierungserklärung nannte Álamo die korporatistische Ausrichtung der Gesellschaft als Ziel seiner Politik und sagte den &amp;quot;parlamentarischen Feinden der verräterischen Linken&amp;quot; den Kampf an. Nach einem gescheiterten Mordanschlag auf Alemà kam es Anfang November zum [[faschistischer Putsch 1934|gescheiterten Putsch]] der [[Frente Fraternal|faschistischen Rechten]] gegen die Regierung, in deren Folge die Regierung entlassen wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übernahme der Parteiführung ===&lt;br /&gt;
In der Folge führte Álamo die parteiinterne Opposition gegen die Parteiführung unter [[Domênco Santês]] an, blieb aber ein relativer Außenseiter in der Partei. Mit den Jugendzirkeln und den gewaltbereiten paramilitärischen [[Juntas Accionistas]]  im Rücken, die sich nun auf Álamo als Führer einschworen, begann er aber in den Folgemonaten seine Position innerhalb der sagradischen Rechten auszubauen. Nach der Niederlage des von der UP angeführten [[Frente Nacional]] bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935]] wagte Álamo auf dem Noyarenser Parteitag der UP im Dezember 1935 den Machtkampf mit Santês. Mit der einschüchternden Hilfe seiner Juntas und den wortgewaltigen Beifallskundgebungen der Jugendzirkel-Mitglieder sowie einer umstrittenen Abstimmung stürzte Álamo den amtierenden Parteichef Santês und wurde zum neuen ''Chefe'' der Partei gewählt. In der Folge begann er, die Partei ganz auf seine Person hin auszurichten, wie es ihm bereits zuvor mit den Zirkeln und den Juntisten geglückt war. Die linke [[Volksfront]]regierung wurde zum Hauptfeind erklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Comunión Nacional und Februarputsch ===&lt;br /&gt;
Im Kampf gegen die &amp;quot;linke Republik&amp;quot; scheute Álamo auch vor einer punktuellen Zusammenarbeit mit der faschistischen Rechten nicht zurück, die sich reorganisierte und v.a. hinter der von [[León Francês]] als FF-Nachfolgerin gegründeten [[División Negra]] sammelte. 1937 kam es zu gemeinsamen Demonstrationen von Álamo und Francês gegen die Linksregierung, die gewaltsam endeten. Zwar distanzierte sich Álamo danach von der Gewalt, verteidigte aber seine Kooperation mit den Divisionisten. Im November 1937 entging Álamo nur knapp einem anarchistischen Attentat. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem es am 21. Februar zum gescheiterten [[Februarputsch]] der Faschisten den sozialistischen Präsidenten [[Santiago Laval]] und die amtierende [[Kabinett Colón IV|Regierung Colón]] gekommen war, kam es zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1938|Neuwahlen, aus denen Álamos [[Volksunion]] als stärkste Kraft hervorging. Álamo wurde daraufhin zum Ministeprräsidenten einer katholisch-liberalen [[Kabinett Álamo Igualde I|Koalitionsregierung]] ernannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Weltkrieg und Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Gegenüber der aggressiven Außenpolitik Hitlers reihte sich Manuel Álamo in die internationale Reihe der Appeasement-Politiker ein und suchte einen Krieg zu verhindern. Auch nach dem Angriff Deutschlands auf Polen im Herbst 1939 erklärte Álamo, keinen Grund für eine sagradische Intervention zu sehen. Sagradien blieb in der Folge neutral, steigerte aber die Rüstungsausgaben. Mit Beginn der Invasion Frankreichs durch deutsche Truppen im Mai 1940 stieg auch in Sagradien die Furcht vor einer Verwicklung in den Krieg. Die zahlreichen Anhänger eines Kriegseintritts auf Seiten der Alliierten verstummten mit zunehmendem Erfolg der Deutschen im Blitzkrieg. Der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland im Juni 1940 bestätigte die Regierung darin, dass ein neutrales Sagradien der beste Weg wäre, den befürchteten Angriff Deutschlands zu vereiteln. Am 1. Juni 1940 erklärte Premierminister Álamo sein Programm der „Nationalen Kommunion“, in der das ganze Land die Integrität und Sicherheit der Nation verteidigen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach dem Waffenstillstand in Compiègne kam es am 30. Juni zu einer parlamentarischen Abstimmung über ein Ermächtigungsgesetz gegenüber der Regierung Álamo, das der Exekutive erlauben sollte, exekutive und legislative Abwehrmaßnahmen gegen einen befürchteten deutschen Angriff zu ergreifen. Auch Bürgerrechte wie die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit sollten betroffen sein. Das Gesetz erhielt schließlich eine knappe parlamentarische Mehrheit, nachdem auch Teile des [[Partido Radical]] zugestimmt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem durch den nationalen Notstand erklärten Juni-Gesetz 1940 schlug Sagradien einen zunehmend autoritären Weg ein. Die Befugnisse der Regierung wurden extensiv gebraucht, die Presse deutlich eingeschränkt und schließlich auch Aktivitäten der Linksparteien kriminalisiert. Sozialistische Versammlungen wurden mit der Begründung aufgelöst, sie dienten dem Feind als Angriffsgrund und zwängen Sagradien in den Weltkrieg. Nach anhaltenden Protesten der Sozialisten folgten im August 1940 schließlich weitere Restriktionen gegen führende Politiker des [[Partido Socialista]], Abgeordnete des [[Partido Radical]] verließen die Partei und schlossen sich der neuen [[Comunión Nacional]] an, die zwar keine Staatspartei im eigentlichen Sinn darstellte, aber wesentliches Propagandainstrument der Regierung Álamo wurde und als „politische Organisation der Volksgemeinschaft“ diente, in der alle Gegensätze und Spannungen der pluralistischen Gesellschaft aufgehen und neutralisiert werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der [[Augustrevision 1940]] wurde die Verfassung aus dem Jahr 1892/95 in zentralen Punkten geändert. Staatsname blieb zwar offiziell „República Sagradêsa“, im öffentlichen Leben wurde aber fortan die Bezeichung „Sagradischer Staat“ ([[Estado Sagradês]]) bevorzugt. Die Stellung des Staatspräsidenten wurde deutlich gestärkt, die des Parlamentes geschwächt, da den Präsidenten nicht mehr mit einfacher Mehrheit absetzen konnte. Der Rat der Republik wurde nach ständestaatlichen Vorstellungen als ’’Staatsrat’’ zur korporatistischen Vertretung umgewandelt. Das Näheverhältnis zur katholischen Kirche blieb zwar nicht spannungsfrei, stellte aber eines der wichtigen Fundamente der Nationalen Kommunion dar. Aus dem sagradischen Rechtsstaat wurde unter Álamos Führung nun ein autoritäres Notstandsregime. Die paramilitärischen Einheiten der [[Volksunion]] ([[Juntas Accionistas]]) wurden in der [[Miliça Nacional]] eingegliedert. Als Geheimdienst im Inneren fungierte die [[Policía Interior de Securitá]] (PIS), neben der unabhängig der [[Ordre Secreto]] besondere Funktionen übernahm und direkt dem Premierminister unterstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Absetzung und Exil ===&lt;br /&gt;
Zentral für den weiteren Kriegsverlauf sollte die Kontrolle über den [[Bretagnekanal]] werden, weswegen beide Kriegsseiten aktiv um die Gunst der Álamo-Regierung in Sagradien warben. Bereits im Frühjahr 1940 hatte es britische Pläne gegeben, eine Invasionsarmee in die sagradische Bretagne zu entsenden, um den wichtigen Kanal unter Kontrolle zu bringen, ehe dies die Deutschen tun konnten. Diese wurden mit Rücksicht auf Sagradiens offiziellen diplomatischen Status aber nicht durchgeführt. Nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 begann sich die öffentliche Meinung in Sagradien zum Krieg zu drehen. Die Zugeständnisse an Deutschland, mit dem Ziel die Neutralität zu wahren, wurden auch innerhalb der Nationalen Kommunion zunehmend unpopulär. Dazu kamen anhaltende Verletzungen der sagradischen Neutralität durch – angeblich versehentliche – deutsche Angriffe aus der Luft und auf See sowie Versuche, das Land durch Spione zu infiltrieren. Der Druck auf Álamo, Deutschland den Krieg zu erklären, wurde in der zunehmend anti-deutsch gestimmten Öffentlichkeit immer größer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konsequenz erklärte [[Sagradien]] gegen den Rat Álamos dem Deutschen Reich am 2. April 1942 den Krieg und trat damit auf Seiten der Alliierten ins Kriegsgeschehen ein. Mit dem Kriegseintritt ging die Entscheidungsgewalt wesentlich auf Präsident [[Iacovo Jimenez Margüís]] und den Oberbefehlshaber General [[Oscar Taglle Rodríguez]] über. Dagegen verloren die [[Nationale Kommunion]] und mit ihr Premierminister [[Manuel Álamo]] schnell an Einfluss. Nach anhaltenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Margüís und Álamo wurde der Regierungschef am 5. Juni 1942 entlassen. Neuer Ministerpräsident wurde [[Amentino Xavier-Castrell]], der zu den Gegnern Álamos innerhalb der Volksunion gehört hatte. Wenige Tage später wurde Xavier-Castrell auch als Führer des ''Zentralkomitees für die Nationale Kommunion'' zum Nachfolger Álamos bestimmt. Álamo dagegen zog sich aufs Land zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der sagradischen Kriegserklärung nahmen deutsche Truppen schlagartig [[Fidelfe]] und weitere Städte an der sagradischen Ostküste ein, um sich den Zugang zum Kanal zu sichern ([[Operation Roderich]]). Binnen weniger Tage brachten deutsche Truppen nun große Teile des sagradischen Nordostens unter ihre Kontrolle und setzten dort den entlassenen Stellvertreter Manuel Álamos [[Caro Mêstre]] als Chef einer Gegenregierung mit Sitz im [[Ceundâlia|ceundalischen]] [[Fidelfe]] ein ([[Regierung von Fidelfe]], die als deutsche Marionettenregierung fungierte. Álamo musste nun fürchten, als Kollaborateur des Kriegsgegners verfolgt zu werden und setzte sich schließlich nach [[Micolinien]] ab, von wo aus er nach Südamerika ging. Dort verbrachte er seinen Lebensabend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Sagradischer Politiker|Alamo Igualde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Ministerpräsident Sagradiens|Alamo Igualde]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=12668</id>
		<title>Geschichte der Sagradischen Republik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=12668"/>
		<updated>2013-02-03T13:37:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Geschichte Sagradiens im Zweiter Weltkrieg (1940-1945) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bloco de Sinistra und Große Koalition (1917-1925) ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1917 wurden die ersten sagradischen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1917|Parlamentswahlen]] nach dem Modus der Verhältniswahl mit Listen durchgeführt. Den Sieg trugen dabei die Parteien der Linken davon. Die [[Partido Socialista|Sozialisten]], unter den Bedingungen der Mehrheitswahl meist aufgrund des Wahlkreiszuschnitts benachteiligt, wurden mit einem Stimmenanteil von über 30 Prozent erwartungsgemäßg stärkste Kraft. Die [[Partido Radical|Radikalen]] und [[PDRS|Radikalsozialisten]] kamen zusammen auf über 20 Prozent, sodass die Linksparteien des [[Bloco de Sinistra]] gemeinsam eine Mehrheit der Abgeordneten stellen konnten. Neuer Regierungschef wurde der Radikaldemokrat [[Francisco Calbane]]. Gegen die Beteiligung der Sozialisten an der Regierung spaltete sich jedoch der linke Flügel ab und bildete den oppositionellen [[Partido Socialista Independiente]], dem sich aber nur eine Minderheit von 21 Abgeordneten anschloss. Mit dem bisherigen Parteichef [[Carles Ferro Rodríguez]] trat der erste sozialistische Minister in ein Kabinett ein, ließ seine Parteimitgliedschaft aber ruhen, ehe 1919 auch offiziell Minister der PS in die Regierung eintraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der Regierung des [[Bloco de Sinistra]] war es, die laizistischen Reformen der ''sinistra laica'', unter [[Donado Salgado]] nur unvollständig durchgesetzt und inzwischen von mehreren Rechtsregierungen revidiert, endgültig zu einem Ende zu bringen und die strikte Trennung von Staat und Kirche durchzusetzen, um den Einfluss der als reaktionär betrachteten katholischen Kirche auf den sagradischen Staat zu brechen. Daneben pochten die Sozialisten auf weitgehende Sozialreformen, welche schließlich den modernen sagradischen Wohlfahrtsstaat begründen sollten. Die Linksblockregierung arbeitete außerordentlich erfolgreich und konnte in ihren vier Regierungsjahren mit dem Schulgesetz von 1918 und der Sozialgesetzgebung von 1919/20 ihre wichtigsten Reformvorhaben umsetzen. Auch der Rücktritt Calbanes 1920 bedeutete letztlich keinen Bruch der Koalition, da auch die [[Kabinett Simón López II|Nachfolgeregierung]] unter [[Carles Simón López]] von den Sozialisten unterstützt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies erreichte die Regierung trotz heftiger parteiinterner Auseinandersetzungen in der Sozialistischen Partei, die sich infolge der russischen Oktoberrevolution 1917 und im Streit um das Verhältnis zur Komintern nochmals spaltete. Da es derartige Auseinandersetzungen aber auch innerhalb des PSI gab, wo sich die ''Terceristas'' durchsetzen konnten und den [[Partido Comunista Sagradês]] begründeten, kehrten die gemäßigten Unabhängigen 1919/22 wieder in die Mutterpartei zurück, die damit eine nachhaltige Schwächung verhindern konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1921|Parlamentswahlen 1921]] wurde der PS erneut stärkste Partei, die nun im [[PRSD]] wiedervereinigten Radikalen und Radikalsozialisten erlitten aber schwere Verluste, sodass der Bloco de Sinistra seine Mehrheit im Parlament einbüßte. Erstmals traten auch die Kommunisten an und gewannen 30 Mandate in der Abgeordnetenkammer. Relativer Sieger der Wahl war die rechtsliberale [[Aliança Republicana]], die sich von 56 auf 74 Mandate verbessern konnte und nun mit den Parteien des Linksblocks eine Regierung der Großen Koalition ([[Governo del Horizonte Largo]]) unter dem Radikalen [[António Diaz]] bildeten. Die neue von der gemäßigten Linken zur gemäßigten Rechten reichende Regierung ergänzte die laizistischen Reformen und trug damit erheblich zu deren Etablierung bei. Mit den Stimmen der neuen Koalition wurde schließlich der Radikaldemokrat [[Carles Simón López]] als Nachfolger [[Cristoval Sánchez]]' zum vierten Präsidenten der Republik gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierung Diaz scheiterte zwar im Januar/Februar 1924, jedoch amtierten bis 1925 noch weitere Linksblock-Regierungen, die teilweise von den Liberalen toleriert wurden. Im Mai 1924 wurde mit [[António Sarabal]] schließlich der erste Sozialist Regierungschef, im Dezember desselben Jahres folgte ihm der ehemalige Staatspräsident [[Cristoval Sánchez]], der nun für wenige Moante auf den Stuhl des Regierungschefs zurückkehrte, ehe ihm sein Parteifreund [[Angel Colón]] mit seinem [[Kabinett Colón I|ersten Kabinett]] folgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Ära der wechselnden Rechtskoalitionen (1925-1930) === &lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Linken und der laizistischen Parteien hatte in Kombination mit dem neuen Verhältniswahlsystem innerhalb der Rechten zu einem Umstrukturierungsprozess geführt. Anlässlich der Parlamentswahlen 1917 hatten sich verschiedene monarchistische und nationalkonservative Gruppen und Abgeordnete, die zuvor nicht parteipolitisch organisiert waren, zur Fraktion der [[Conservadores Sagradés]] (COSA) vereinigt. Daneben war aus ultrakonservativen Kreisen nach dem Vorbild der Action française die reaktionäre [[Liga de la Renovación Sagradêsa]] entstanden, die den rechten Rand des sagradischen Parteienspektrums abdeckte. Renovación und Cosa kämpften nun gemeinsam energisch gegen die kirchenfeindliche Politik der laizistischen Linken und linken Mitte. Hierin wurden sie von der insgesamt gemäßigteren [[Acción Popular]] von [[Francisco Tropexas]] unterstützt, die sich jedoch im Zuge der Auseinandersetzungen um die Laizismus-Reformen der Linken zunehmend radikalisierte und schließlich spaltete. Eine progressive Minderheit, die sich christlich-sozialen und christdemokratischen Ideen geöffnet hatte, bildete aus der [[Liga del Pôpolo Jovén]] und dem [[la Vertá|Vertá]]-Kreis heraus den zentristischen [[Partido Democrático Popular]], während die Parteimehrheit auf deutlichen Abstand zur Linken ging und schließlich 1924/25 unter Einbeziehung zahlreicher Conservadores die rechtskonservative [[Unión Popular]] begründete, die sich deutlich skeptischer gegenüber der parlamentarischen Republik zeigte und nicht nur im Kirchenkampf einen radikaleren Ton anschlug als zuvor.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Unión Popular]] konnte schließlich erfolgreich die Katholiken im Land mobilisieren und auf diese Weise die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925|Parlamentswahl des Jahres 1925]] für sich entscheiden. Mit 107 Abgeordneten wurden die Katholiken zwar nur zweitstärkste Kraft, da eine neuerliche Zusammenarbeit zwischen Sozialisten und liberalen Republikanern aber scheiterte, gelangte die UP in eine Schlüsselstellung. Präsident López beließ jedoch die Minderheitsregierung Colón im Amt und weigerte sich, eine Rechtsregierung unter Beteiligung der Volksunion zu ernennen, womit er eine handfeste politische Krise auslöste. Nachdem sich López' eigene Partei jedoch mit der Aliança auf die Bildung einer Minderheitsregierung geeinigt hatte, die von den Rechten toleriert werden sollte, erklärte Präsident López seinen Rücktritt. Die Wahl seines Nachfolgers wurde zu einer der schwierigsten Wahlen der Zweiten Republik. Am Ende konnte sich überraschend der Kandidat der Volksunion [[Domênco Scalfín]] durchsetzen, der mit der Unterstützung der Rechtsparteien zum fünften Präsidenten der Republik gewählt wurde und u.a. gegen den Ex-Präsidenten [[Cristoval Sánchez]] vom [[Partido Radical]] siegte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Weltwirtschaftskrise und die Präsidentschaft Alemà Sobrantes' (1930-1934) ===&lt;br /&gt;
Die Weltwirtschaftskrise nach dem Börsencrash 1929 stürzte Sagradien in eine schwere Krise. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahr 1930 rapide an und die Wirtschaftsleistung nahm ab. Soziale Krisen überströmten das Land. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1930|Parlamentswahlen im November 1930]] standen bereits im Zeichen der Krise und brachten einen deutlichen Rechtsruck. Die Parteien der Mitte, welche die Republik geprägt hatten, Liberale und Radikale, verzeichneten herbe Verluste, während nicht nur die katholisch-konservative [[Volksunion]] und die nationalistische [[PAN]] an Zustimmung gewannen, sondern auch die [[Frente Fascista|Faschisten]] von [[León Francês]], welche ihren Sitzanteil von 4 auf 25 erhöhen konnten. Damit konnte der „Bloco Nacional“ aus UP, PAN und Landbund zwar keine absolute, aber eine relative Mehrheit der Sitze gewinnen. Ministerpräsident [[Daniel La Ponte]] von der rechtsliberalen [[ARD]], der bereits im September seine Mehrheit im Parlament verloren hatte, reichte seinen Rücktritt ein, doch erst im Januar 1931 konnte eine neue Regierung gebildet werden. UP-Führer [[Gaitán Alemà Sobrantes]], bereits als Vizeministerpräsident der starke Mann im Kabinett La Ponte, wurde nun zum Ministepräsidenten ernannt. Alemà Sobrantes bildete ein [[Kabinett Alemà Sobrantes|Rechtskabinett]] des siegreichen [[Bloco Nacional|Nationalen Blocks]], dem erstmals auch die nationalistische PAN angehörte, während die Zentrumsparteien ihre Unterstützung angekündigt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierung Alemà erreichte ihr Ziel, ein umfangreiches öffentliches Kürzungsprogramm zur Überwindung der Wirtschaftskrise nicht. Als die Liberalen ihre Unterstützung im Frühjahr 1932 aufgekündigt hatten, erbat Alemà Sobrantes bei Präsident [[Domênco Scalfín]] die Auflösung des Parlaments, der diesem Wunsch entsprach und [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1932 (April)|Neuwahlen für den April 1932]] festsetzte. Bei den Wahlen standen sich die Parteien der Linken und erneut der Nationale Block gegenüber, der nun in einer Listengemeinschaft antrat, um stärker vom Wahlsystem zu profitieren. Wieder errang der Bloco Nacional eine relative Mehrheit, verfehlte aber klar die absolute Majorität im Parlament. Die unabhängig vom Bloco antretende faschistische Rechte verbesserte sich schlagartig auf 36 Sitze in der Kammer. Die gemeinsam angetretenen Zentrumsparteien verweigerten dem Block die Unterstützung, woraufhin Präsident Scalfín ein [[Kabinett Celano López]] technisches Kabinett aus Vertretern des Zentrums und einzelner „rechter Persönlichkeiten“ unter der Führung des parteilosen Bürokraten [[Martín Celano López]] ernannte. Alemà wurde im neuen Kabinett Innenminister. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1932 wurde ein neuer Präsident der Republik gewählt. Mit der Unterstützung seines Nationalen Blocks setzte sich Gaitán Alemà Sobrantes schließlich im fünften Wahlgang gegen seine linken Mitbewerber durch, nachdem Laponte als Bewerber des Zentrums zurückgezogen hatte, und wurde damit Nachfolger von Domênco Scalfín. Stärker als dieser sah Alemà seine Rolle in einer aktiven Amtsführung und dem Ziel, Regierungen seines Vertrauens zu ernennen. Die Macht der zersplitterten Nationalversammlung sollte zurückgedrängt werden. Als einen seiner ersten Schritte löste Alemà die Kammern auf und setzte damit die zweiten Wahlen innerhalb eines Jahres an, nachdem sein Nachfolger im Amt des UP-Chefs [[Domênco Santês]] vergeblich versucht hatte, als neuer Ministerpräsident einer Rechtsregierung eine neue Mehrheit hinter sich zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1932 (Dezember|Dezemberwahlen des Jahres 1932]] brachten schließlich eine deutliche Stärkung der Ränder. Die rechtsextremen Parteien erhielten 57, die Kommunisten 85 Mandate im Unterhaus. Alemàs Ziel einer absoluten Mehrheit für seine Volksunion und ihre Verbündeten scheiterte abermals. Der parteilose [[Pietro Manuel]] wurde mit der Regierungsbildung beauftragt, Ziel war wieder ein „Kabinett der Persönlichkeiten“, das unabhängig von Parteikämpfen regieren sollte. Für die ersten drei Monate des Jahres 1933 unterstützten auch die Zentrumsparteien und die Radikalen das [[Kabinett Manuel|Kabinett]], das aber bereits im März 1933 scheiterte. [[Domênco Santês]] wurde daraufhin wieder Premierminister einer [[Kabinett Santês I|Minderheitsregierung]] des Nationalen Blocks. Mit den Stimmen der rechten Mehrheit erhielt die Regierung Santês im April 1933 für ein halbes Jahr außerordentliche Gesetzgebungsbefugnisse zur Behebung der sozialen Krise.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die anhaltende soziale Notlage führte im ganzen Land zu einer Radikalisierung der politischen Situation. Angeheizt durch die sozialen Missstände florierten die rechten [[Aktionstruppen]], die ständig wuchsen und neue Anhänger der verarmten Mittelschichten anlockten. In Teilen des Landes standen sich seit den Dezemberwochen 1933 rechte und linke Schlägertruppen und paramilitärische Verbände gegenüber. Die kommunistischen [[Rote Garden|Roten Garden]] stellten sich den rechten Aktionstruppen entgegen und versuchten vielerorts, die Revolution auszulösen. Die Regierung Santês reagierte – von Alemà bestärkt – mit eiserner Hand gegen die Rotgardisten, während die Truppisten vielerorts freie Hand erhielten. Die Politik gegenüber der radikalen Rechten blieb daher ambivalent. Im Januar 1934 wurden zahlreiche - vermeintlich gemäßigte - Truppistenverbände offiziell zu Hilfstruppen des staatlichen Militärs ernannt, nachdem sie sich auf die Regierung verpflichtet hatten. Ein Misstrauensvotum der Opposition gegen die Regierung Santês vom Oktober 1934 blieb praktisch folgenlos, da Alemà lediglich eine Kabinettsumbildung vornahm, die gemäßigten Kräfte aus der Regierung entfernte, den Armeechef [[Oscar Romero Castro]] und den Führer des rechten Flügels der UP, [[Manuel Álamo]] zu Ministern ernannte und anstelle Santês’ den bisherigen Innenminister [[Joán César Negrín]] mit dem Premieramt betraute ([[Kabinett Negrín]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herbstkrise 1934 und die Regierung Dini (1934-1935) ===&lt;br /&gt;
Die Kabinettsumbildung war der Auftakt für den ereignisreichen Krisenherbst 1934. Am 30. Oktober 1934 wurde Präsident Gaitán Alemà Sobrantes von einem kommunistisch motivierten Attentäter angeschossen. Sofort verhängte die Regierung Negrín eine allgemeine Ausgangssperre, löste die Sitzung der Nationalversammlung auf und bezichtigte die [[PCS|Kommunistische Partei]] eines Umsturzversuchs. Im ganzen Land kam es daraufhin zu einer Eskalation und zu heftigen bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Linken und Rechten. Die aufgehetzte Menge stürmte die kommunistische Parteizentrale und tötete dabei einige Mitarbeiter der Parteiführung, nur wenige Stunden später, am Morgen des 1. November 1934 wurde der KP-Chef [[Lorenzo Sabal]] von Truppisten gefangengesetzt und ermordet. Noch in der Nacht vom 1. auf den 2. November 1934 setzte Faschistenführer [[León Francês]] zum „[[Marsch auf Semess]]&amp;quot; an und versuchte durch einen [[Novemberputsch 1934|Putsch]], die Macht zu übernehmen. Francês’ Sturmtruppen nahmen binnen weniger Stunden den Platz vor dem Regierungspalais ein und forderten die Machtübergabe an Francês. Die Regierung Negrín, von den Ereignissen überrannt, zeigte sich abwartend, ehe sich Präsident Alemà zu hartem Durchgreifen entschloss und das Militär gegen die faschistischen Putschisten einsetzte. Er verhängte den Ausnahmezustand und übertrug die Exekutivgewalt an General [[Alfonso Cabarel]]. Nach wenigen Stunden bereits Militärtruppen unter General Cabarel den Platz vor dem Regierungspalast und schlugen den faschistischen Putschversuch nieder. In der Folgewoche wurden die Aktionstruppen sowie der [[Frente Fraternal]] [[León Francês]]' verboten. Der Ausnahmezustand wurde am 1. Dezember beendet und ein neues [[Kabinett Dini I|ziviles Kabinett]] unter Führung des parteilosen [[Banca de Sagradia|Nationalbank]]präsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ernannt. Dini sollte ein unabhängiges [[Kabinett Dini|Präsidialkabinett]] leiten, dem Cabarel als Armeeminister mit besonderen Befugnissen angehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage blieb aber angespannt, zumal der [[Golischer Aufstand 1935|in Golen wütende separatistische Aufstand]] gegen das rechte [[Ulisse-Regime]] auf den golischen Westen Sagradiens überzugreifen drohte, wo sich Sympathisanten des in [[Alágua]] ausgerufenen &amp;quot;[[Golischer Staat|Estat Gools]]&amp;quot; sammelten und für eine gesamtgolische Unabhängigkeit Stimmung machten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Volksfront (1935-1938) ===&lt;br /&gt;
Im gemeinsamen Kampf gegen die Bedrohung von rechts hatten sich seit 1932, erstrecht aber nach der Wahl [[Narcís Colom]]s zum KP-Sekretär im Herbst 1934 die gemäßigten Kräfte der sagradischen Linken und die Kommunisten angenähert. Für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935|auf den September 1935 vorgezogenen Parlamentswahlen]] bildeten die sagradischen Sozialisten unter [[Santiago Laval]], die Kommunisten Coloms und die linksbürgerlichen [[Partido Radical|Radikalen]] unter [[Angel Colón]] ein linkes Wahlbündnis, den [[Frente Popular]] (Volksfront), der geschlossen gegen die Parteien der Rechten antreten sollte, die zunehmend Kritik an der parlamentarischen Form der angeblich &amp;quot;sozialistisch unterwanderten&amp;quot; Republik übten und immer offener auf eine autoritäre Verfassungsreform drängten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Parlamentswahlen brachten einen knappen Sieg für die Volksfront mit sich, die von dem modifizierten Wahlsystem profitierte und die absolute Mehrheit der Sitze errang. Der gegnerische [[Frente Nacional]] um die von [[Domênco Santês]] angeführte [[Volksunion]] verlor deutlich an Sitzen und die zahlreichen in Nachfolge des FF entstandenen faschistischen Splitterparteien kamen zusammen nur auf 28 Sitze in der Kammer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der neuen Mehrheit im Parlament weigerte sich Präsident Alemà, den Führer der Sozialisten [[Santiago Laval]] als Kandidaten der Volksfront zum Regierungschef zu ernennen. Gleichzeitig missachtete er das parlamentarische Misstrauensvotum gegen die Regierung Dini und zwang diese, im Amt zu bleiben. Nach einer anhaltenden Verfassungskrise, in der Ministerpräsident Dini nur noch über ein geschäftsführendes Kabinett verfügte, enthob die Nationalversammlung den Präsidenten des Amtes und wählte Santiago Laval zum neuen Präsidenten der Republik. Es kam daraufhin zu heftigen parlamentarischen Tumulten der Rechten, die das Abwahlverfahren für verfassungswidrig erklärten. Trotz der angespannten Lage fürchteten beide Seiten einen Bürgerkrieg und suchten schließlich einen Kompromiss. Die Opposition musste sich schließlich dem Mehrheitsvotum richten, woraufhin die neue Volksfrontregierung auf eine Anklage gegen den Ex-Präsidenten des Verfassungsbruchs verzichtete. &lt;br /&gt;
Laval war der erste Sozialist im höchsten Staatsamt und ernannte sogleich seinen Parteifreund [[José Saviola]] zu seinem eigenen Nachfolger als Regierungschef, der ein [[Kabinett Saviola I|sozialistisch-radikales Kabinett]] bildete, das als erste parlamentarische Regierung von den Kommunisten unterstützt wurde.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung Laval-Colón führte zahlreiche Reformen durch. Sie erließ ein allgemeines Streikrecht, führte die 40-Stunden-Woche ein und erhöhte die Löhne im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Doch hatte sie von Beginn an mit großen außen- und innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die anhaltenden separatistischen Bewegungen im micolinischen Teil Golens und die im sagradischen Teil gehegten Sympathien belasteten die Beziehungen zwischen dem autokratisch regierten Micolinien und der nun linken Bastion Sagradien nachhaltig, zumal sich Teile der neuen sagradischen Regierung wohlwollend zeigten. Als die Regierung Saviola es ablehnte, eine Reihe nach Sagradien geflüchteter, des Hochverrats angeklagter Golen an Micolinien auszuliefern kam es im Herbst 1935 - nur wenige Wochen nach dem Machtwechsel zur Linken – zu einer heftigen diplomatischen Krise ([[Golenkrise]]), in deren Lauf es fast zum Krieg zwischen den ideologisch verfeindeten Regierungen Sagradiens und Micoliniens kam, als micolinische Truppen unter dem Vorwand terroristischer Umtriebe im Grenzgebiet auf sagradisches Staatsgebiet vorstießen. Mit dem Vorwurf an die sagradische Regierung, der Lage selbst nicht Herr werden zu können, übernahmen die micolinischen Truppen binnen weniger Tagen die [[Provinz Pexace]] sowie den Westen der [[Escada]]. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, jedoch zu keiner Kriegserklärung. Der Völkerbund erwirkte einen dreimonatigen Waffenstillstand ([[Marrel-Moratorium]]), in dem es aber zu mehreren kleineren Zusammenstößen kam. Erst unter intensiver Vermittlung der internationalen Mächte unter Androhung eines internationalen Krieges erreichte die Staatengemeinschaft den Rückzug Micoliniens aus den besetzten Gebieten mit Ausnahme kleinerer Stützpunkte im [[Celistal]] und Teilen des [[Ambristals]], die noch weitere Jahrzehnte besetzt blieben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Lösung dieser Frage gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausgang der Golenkrise wurde als schwere Niederlage der neuen Linksregierung gewertet, der ihr abwartendes Verhalten als Schwäche ausgelegt wurde. Abgesehen davon, dass die pazifistischen Sozialisten eine kriegerische Auseinandersetzung ablehnten, waren der Regierung aber weithin die Hände gebunden, da sich das Militär vielerorts kaum bereit zeigte, den Befehlen des sozialistischen Verteidigungsministers zu gehorchen. Es zeigte sich das schwere Autoritätsproblem, das die Volksfrontregierung von Beginn an gegenüber Teilen des Militärs besaß, auch wenn sich der Großteil des Militärs noch loyal zeigte und es in der Folge zu einer Reihe von Disziplinarverfahren gegen renitente Offiziere kam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bezüglich des 1936 ausgebrochenen Spanischen Bürgerkriegs geriet die Volksfrontregierung in Schwierigkeiten. Während Sozialisten und Kommunisten eine Beteiligung Sagradiens auf Seiten der republikanischen Kräfte forderten, lehnten die Radikalen eine solche ab und stellten die Regierung in Frage. Die [[Kabinett Saviola|zweite Regierung Saviola]], seit April 1936 im Amt, sowie die [[Kabinett Colón II|Nachfolgeregierung unter Angel Colón]] einigten sich daher auf eine Nicht-Intervention. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als im Oktober 1937 in Alconía ein kommunistischer Aufstand gegen den lokalen Großgrundbesitz ausbrach, der eine sofortige Bodenreform forderte und sich zum blutig geführten „[[Alkonischer Oktober|Alkonischen Oktober]]“ ausweitete, zerbrach die Volksfrontregierung, da Premierminister Colón Truppen einsetzte, um den Aufstand einzudämmen. Die Kommunisten erklärten die Volksfront für beendet und forderten den Rücktritt der Regierung Colón. Dieser blieb aber im Amt und suchte sich neue Mehrheiten durch Einbeziehung liberaler Kräfte.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Neuordnung und Radikalisierung der Rechten ===&lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung führte zu einer Machtverschiebung innerhalb der sagradischen Rechten. Die Niederlage der katholisch-konservativen Volksunion bei den Wahlen 1935 und die Zerschlagung der faschistischen und extremen Rechten führte zu einem Machtvakuum, in das [[Manuel Álamo Igualde]] mit seiner radikal-konservativen [[Jugendzirkel]]-Bewegung stoßen konnte. Beim Noyarenser Parteitag der UP im Dezember 1935 wurde Álamo Igualde in einer umstrittenen Abstimmung an die Spitze der Partei gewählt. Mit den aus der Truppistenbewegung hervorgegangenen „[[Juntas Accionistas]]“ als Leibwache betrat Álamo den Parteitag, kündigte den äußersten Kampf gegen den Kommunismus und die Linke an und warnte seine Gegner vor der „Macht des Volkes“. Unter Historikern ist umstritten, wie der Parteitag von Noyar zu werten ist, doch sprechen einige von einem mehr oder weniger gewaltsamen Putsch Álamos an die Parteispitze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit reorganisierten sich auch die anderen antiparlamentarischen und antirepublikanischen Kräfte der Rechten neu. Nach dem Verbot der Aktionstruppen und der Faschistischen Front León Francês’ wirkten viele Mitglieder der Bewegung auch weiterhin im Untergrund weiter. Die terroristische rechtsextreme „[[Organisación d’Acción Patriota]]“ (OAP) verübte im ganzen Land Anschläge mit dem Ziel, die linke Regierung und die von ihr getragene Republik zu stürzen. In weiten Teilen der Republik bildeten sich zudem neue illegale paramilitärische Truppen, welche die Nachfolge der Truppistenbewegung antraten. Die bedeutendste wurde die von León Francês gegründete [[División Negra|División Sagradêsa de Ofensiva Popular]]. Noch immer mit großem Einfluss unter der faschistischen Rechten, änderte Francês nun seine Strategie. An die Stelle des stark am italienischen Faschismus orientierten antiklerikalen Programms des alten Frente Fascista verbündete sich Francês nun mit den klerikal orientierten Ultrarechten, die zuvor den [[Bloco Nacional]] bzw. den [[Frente Nacional]] unterstützt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die de facto in konkurrierende Flügel zerfallene katholisch-konservative Volksunion wurde unter Manuel Álamo Igualde neu strukturiert. Álamos parteiinterne Gegner wurden entweder aus der Partei gedrängt oder mundtot gemacht, die Parteiorganisation zentralisiert und nach dem Führerprinzip ganz auf den neuen „Chefe“ an der Spitze ausgerichtet. Auf dem Parteikongress von Malesc im Mai 1936 bekannte sich die Volksunion im „[[Manifesto de Malesc]]“ zum Programm einer autoritär-korporatistischen Verfassungsreform. Die Republik wurde als Beute der kommunistischen Revolution betrachtet, weswegen sich die Rechte hinter einer starken Persönlichkeit sammeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folgezeit kam es auch zu partiellen Annäherungen zwischen der katholischen und der faschistischen Rechten. Divisionistische &amp;quot;Blaumützen&amp;quot; sowie die weiß-blau gekleideten [[Juntas Accionistas]] als Verbände der Volksunion kämpften nun vielerorts gemeinsam gegen Kommunisten, Sozialisten und Regierungstruppen. Die Ermorderung der prominenten Kommunistin [[Mercé Restuça]] durch Divisonstruppen im Herbst 1937 blieb nur einer von vielen Ausbrüchen der Gewalt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Februarputsch und Aprilwahlen 1938 ===&lt;br /&gt;
Im Januar und Februar 1938 intensivierten sich die [[Januaraufstände 1938|Aufstände der Rechten]], die in [[Ceundâlia]] und [[Amoria]] zahlreiche linke Stadtverwaltungen übernahmen und sich der Kasernen bemächtigten. Laval stand dem weitgehend machtlos gegenüber. Der Sturz der [[Kabinett Colón IV|Regierung Colón]] durch ein Misstrauensvotum in der Abgeordnetenkammer im Januar 1938 und die etwa zeitgleich erfolgte Verhängung des Ausnahmezustands besiegelten schließlich das Schicksal der Republik. Die nationale Opposition forderte von Laval die sofortige Ernennung einer &amp;quot;Regierung der Autorität&amp;quot; und die Auflösung der Abgeordnetenkammer. Laval aber war überzeugt, eine Regierung der Rechten bedeute das Ende der Republik und betraute stattdessen nacheinander mehrere Politiker der Mitte mit der Bildung einer Koalition der Einheit, die jedoch alle scheiterten, woraufhin Präsident Laval die Kammern auflöste und Neuwahlen zum Parlament ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Divisionisten unter [[León Francês]] versuchten schließlich die unklare Situation für einen neuerlichen Putschversuch zu nutzen. Francês hoffte vor allem auf die Unterstützung der regierungsfeindlichen konservativen Rechten. Am Abend des 21. Februar 1938 wurde der sich im Wahlkampf befindliche Präsident [[Santiago Laval]] auf offener Straße von einem divisionistischen Attentäter ermordet. Anschließend versuchten Divisionisten und sympathisierende Soldaten im so genannten „[[Kommando Februar]]“ den Präsidentenpalast am [[Plazarenya]] zu stürmen und León Francês zum Staatschef zu proklamieren, was allerdings schnell scheiterte. León Francês wurde jedoch nicht festgenommen, stattdessen blieb der Wahlkampf von Gewalt überschattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den [[Aprilwahlen 1938]] gingen schließlich die Parteien der Rechten als Sieger hervor. Die zerstrittenen Parteien der ehemaligen Volksfront dagegen erlitten eine klare Niederlage. Interimspräsident [[Luciano Capón]] wurde von der Nationalversammlung zum neuen Staatspräsidenten gewählt, neuer Regierungschef wurde UP-Führer [[Manuel Álamo Igualde]]. Dieser regierte in der Folge mit einer konservativ-liberalen Mehrheit im Parlament und suchte, sein Vorhaben einer autoritären Verfassungsreform durchzusetzen, wurde aber durch seine liberalen Koalitionspartner blockiert. Gegenüber den Divisionisten legte Álamo in der Folge eine harte Hand an den Tag und verbot die Bewegung, León Francês blieb jedoch ohne Verurteilung. Dagegen wurde die Sagradische Kommunistische Partei verboten und ihre führenden Politiker verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Sagradiens im Zweiter Weltkrieg (1940-1945) ==&lt;br /&gt;
=== Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und Programm der „Comunión Nacional“ ===&lt;br /&gt;
Gegenüber der aggressiven Außenpolitik Hitlers reihte sich Manuel Álamo in die internationale Reihe der Appeasement-Politiker ein und suchte einen Krieg zu verhindern. Auch nach dem Angriff Deutschlands auf Polen im Herbst 1939 erklärte Álamo, keinen Grund für eine sagradische Intervention zu sehen. Sagradien blieb in der Folge neutral, steigerte aber die Rüstungsausgaben. Mit Beginn der Invasion Frankreichs durch deutsche Truppen im Mai 1940 stieg auch in Sagradien die Furcht vor einer Verwicklung in den Krieg. Die zahlreichen Anhänger eines Kriegseintritts auf Seiten der Alliierten verstummten mit zunehmendem Erfolg der Deutschen im Blitzkrieg. Der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland im Juni 1940 bestätigte die Regierung darin, dass ein neutrales Sagradien der beste Weg wäre, den befürchteten Angriff Deutschlands zu vereiteln. Am 1. Juni 1940 erklärte Premierminister Álamo sein Programm der „Nationalen Kommunion“, in der das ganze Land die Integrität und Sicherheit der Nation verteidigen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach dem Waffenstillstand in Compiègne kam es am 30. Juni zu einer parlamentarischen Abstimmung über ein Ermächtigungsgesetz gegenüber der Regierung Álamo, das der Exekutive erlauben sollte, exekutive und legislative Abwehrmaßnahmen gegen einen befürchteten deutschen Angriff zu ergreifen. Auch Bürgerrechte wie die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit sollten betroffen sein. Das Gesetz erhielt schließlich eine knappe parlamentarische Mehrheit, nachdem auch Teile des [[Partido Radical]] zugestimmt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem durch den nationalen Notstand erklärten Juni-Gesetz 1940 schlug Sagradien einen zunehmend autoritären Weg ein. Die Befugnisse der Regierung wurden extensiv gebraucht, die Presse deutlich eingeschränkt und schließlich auch Aktivitäten der Linksparteien kriminalisiert. Sozialistische Versammlungen wurden mit der Begründung aufgelöst, sie dienten dem Feind als Angriffsgrund und zwängen Sagradien in den Weltkrieg. Nach anhaltenden Protesten der Sozialisten folgten im August 1940 schließlich weitere Restriktionen gegen führende Politiker des [[Partido Socialista]], Abgeordnete des [[Partido Radical]] verließen die Partei und schlossen sich der neuen [[Comunión Nacional]] an, die zwar keine Staatspartei im eigentlichen Sinn darstellte, aber wesentliches Propagandainstrument der Regierung Álamo wurde und als „politische Organisation der Volksgemeinschaft“ diente, in der alle Gegensätze und Spannungen der pluralistischen Gesellschaft aufgehen und neutralisiert werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien im Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Mit der [[Augustrevision 1940]] wurde die Verfassung aus dem Jahr 1892/95 in zentralen Punkten geändert. Staatsname blieb zwar offiziell „República Sagradêsa“, im öffentlichen Leben wurde aber fortan die Bezeichung „Sagradischer Staat“ ([[Estado Sagradês]]) bevorzugt. Die Stellung des Staatspräsidenten wurde deutlich gestärkt, die des Parlamentes geschwächt, da den Präsidenten nicht mehr mit einfacher Mehrheit absetzen konnte. Der Rat der Republik wurde nach ständestaatlichen Vorstellungen als ’’Staatsrat’’ zur korporatistischen Vertretung umgewandelt. Das Näheverhältnis zur katholischen Kirche blieb zwar nicht spannungsfrei, stellte aber eines der wichtigen Fundamente der Nationalen Kommunion dar. Aus dem sagradischen Rechtsstaat wurde unter Álamos Führung nun ein autoritäres Notstandsregime. Die paramilitärischen Einheiten der [[Volksunion]] ([[Juntas Accionistas]]) wurden in der [[Miliça Nacional]] eingegliedert. Als Geheimdienst im Inneren fungierte die [[Policía Interior de Securitá]] (PIS), neben der unabhängig der [[Ordre Secreto]] besondere Funktionen übernahm und direkt dem Premierminister unterstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentral für den weiteren Kriegsverlauf sollte die Kontrolle über den [[Bretagnekanal]] werden, weswegen beide Kriegsseiten aktiv um die Gunst der Álamo-Regierung in Sagradien warben. Bereits im Frühjahr 1940 hatte es britische Pläne gegeben, eine Invasionsarmee in die sagradische Bretagne zu entsenden, um den wichtigen Kanal unter Kontrolle zu bringen, ehe dies die Deutschen tun konnten. Diese wurden mit Rücksicht auf Sagradiens offiziellen diplomatischen Status aber nicht durchgeführt. Nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 begann sich die öffentliche Meinung in Sagradien zum Krieg zu drehen. Die Zugeständnisse an Deutschland, mit dem Ziel die Neutralität zu wahren, wurden auch innerhalb der Nationalen Kommunion zunehmend unpopulär. Dazu kamen anhaltende Verletzungen der sagradischen Neutralität durch – angeblich versehentliche – deutsche Angriffe aus der Luft und auf See sowie Versuche, das Land durch Spione zu infiltrieren. Der Druck auf Álamo, Deutschland den Krieg zu erklären, wurde in der zunehmend anti-deutsch gestimmten Öffentlichkeit immer größer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konsequenz erklärte [[Sagradien]] dem Deutschen Reich am 2. April 1942 den Krieg und trat damit auf Seiten der Alliierten ins Kriegsgeschehen ein. Mit dem Kriegseintritt ging die Entscheidungsgewalt wesentlich auf Präsident [[Iacovo Jimenez Margüís]] und den Oberbefehlshaber General [[Oscar Taglle Rodríguez]] über. Dagegen verloren die [[Nationale Kommunion]] und mit ihr Premierminister [[Manuel Álamo]] schnell an Einfluss. Nach anhaltenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Margüís und Álamo wurde der Regierungschef am 5. Juni 1942 entlassen und durch seinen parteiinternen Kontrahenten [[Amentino Xavier-Castrell]] ersetzt. Diesem folgte im November schließlich der parteilose frühere Zentralbankchef und Ministerpräsident [[Sergio Rafael Dini]] nach, der ein [[Kabinett Dini II|Kabinett der nationalen Verteidigung]] bildete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der sagradischen Kriegserklärung nahmen deutsche Truppen schlagartig [[Fidelfe]] und weitere Städte an der sagradischen Ostküste ein, um sich den Zugang zum Kanal zu sichern ([[Operation Roderich]]). Binnen weniger Tage brachten deutsche Truppen nun große Teile des sagradischen Nordostens unter ihre Kontrolle und setzten dort den entlassenen Stellvertreter Manuel Álamos [[Caro Mêstre]] als Chef einer Gegenregierung mit Sitz im [[Ceundâlia|ceundalischen]] [[Fidelfe]] ein ([[Regierung von Fidelfe]], die als deutsche Marionettenregierung fungierte. In den besetzten Gebieten begannen die Deutschen – unterstützt von sagradischen Kollaborateuren – mit der Verfolgung der sagradischen Juden. Gleichzeitig bildete sich eine [[Resistença|Widerstandsbewegung]], die vor allem von [[PCS|Kommunisten]] und [[PS|Sozialisten]] getragen wurde. Der Partisanenbewegung gelangen wichtige Schläge gegen die Deutschen. Unterstützt wurden sie durch eine allgemeine Streikwelle, die das Regime in Fidelfe im Sommer 1944 nachhaltig destabilisierte. Der Landung der Allierten in der Normandie am 6. Juni 1944 folgte der endgültige Sieg der sagradischen Truppen und der Alliierten gegen Deutschland und die Mêstre-Kollaborateure. Die Kapitulation der letzten Regierungstruppen der Regierung von Fidelfe im August 1944 gilt als endgültiges Ende des Zweiten Weltkriegs auf sagradischem Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Sagradische Republik ==&lt;br /&gt;
=== Die Wiederbegründung der Republik ===&lt;br /&gt;
Mit der Übertragung der gesamten Exekutivgewalt auf die [[Kabinett Dini II|Regierung Dini]] im Januar 1945 begann in Sagradien der zivile Wiederaufbau. Der Kriegszustand wurde beendet. Die korporatistischen Verfassungsrevisionen von 1940 wurden weitgehend revidiert und die Bürgerrechte wieder eingesetzt. Der Staatsrat wurde aufgelöst und die ’’Dritte Sagradische Republik’’ ausgerufen. Die [[PCS|Kommunistische Partei]] wurde wieder zugelassen und an der Regierung beteiligt. Im August 1945 kam es schließlich zur [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1945|Wahl zu einer Nationalversammlung]], die eine neue Verfassung ausarbeiten sollte. Die [[Volksunion]], de größte Rechtspartei der vergangenen Republik, nahm nicht mehr an den Wahlen teil. Zu sehr war die Herrschaftszeit Manuel Álamos in Verruf geraten. Unter Einfluss des linken und liberalen Flügels der früheren Volksunion wurde als Nachfolgeorganisation der christdemokratisch inspirierte [[Partido Popular de Convergência]] gewählt, der sich für eine parlamentarische Demokratie aussprach. Stärkste Kraft bei den Wahlen wurden aber die [[PS|Sozialisten]], gefolgt von den [[PPC|Christdemokraten]] und den [[PCS|Kommunisten]]. Zum Präsidenten der Nationalversammlung wurde der Christdemokrat [[Ariel Fernando De la Roya]] gewählt. Einen Tag nach der Konstituierung der Versammlung wählte die Versammlung [[Sergio Dini]] zum provisorischen Staatsoberhaupt Sagradiens (''Presidente Provisional de la República Sagradêsa'') und den ehemaligen sozialistischen Ministerpräsidenten [[José António Saviola]] zum neuen Präsidenten der [[Provisorische Regierung Saviola I|Provisorischen Regierung]] (''Presidente del Governo Provisional''), der die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]&amp;quot; aus Sozialisten, Christdemokraten, Kommunisten und [[Partido Radical|Radikalen]] fortführte. In der Opposition dazu standen lediglich die konservativ-liberale Rechte, die jede Zusammenarbeit mit der kommunistischen Linken ablehnten, sowie mehrere rechte Splitterparteien, die als nicht koalitionsfähig angesehen wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge einigten sich die Parteien der Demokratischen Koalition auf eine liberal-parlamentarische Verfassung sowie auf ein umfassendes Wirtschaftsprogramm, das [[Sagradien]] zu einer gemischten Ökonomie aus marktwirtschaftlichen und planwirtschaftlichen Elementen machen sollte, wenngleich der marktwirtschaftliche Rahmen als starke Basis diente. Nichtsdestotrotz führte die Demokratische Koalition die Tariffreiheit ein, erließ eine gesetzliche Mindestlohnregelung und einigte sich auf einige zentrale Verstaatlichungen. Damit gelang es der neuen Regierung, zentrale Streitfragen der Zweiten Republik im breiten Konsens zu lösen und die Polarisierung zwischen der Linken und der Rechten zumindest für eine gewisse Zeit lang zu überwinden. Gleichzeitig wurde der Grundstein für den ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat gelegt, der in den Folgejahren als Basis des ökonomischen Aufschwungs betrachtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von der Demokratischen Koalition erarbeitete [[Verfassung der Dritten Sagradischen Republik]] wurde im Juli 1946 in einem Referendum dem Volk zur Abstimmung vorgelegt und wurde mit deutlicher Mehrheit der Wahlberechtigten angenommen. Sie trat daraufhin am 20. Juli 1946 in Kraft. Anders als in der Zweiten Republik sollte der [[Präsident der Republik]] als Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Truppen zukünftig für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt vom Volk gewählt werden. Daneben wurde aber das parlamentarische Prinzip verankert, da die vom Präsidenten ernannte Regierung unter Führung des [[Ministerpräsident|Präsidenten des Ministerrats]] ganz vom Vertrauen der [[Abgeordnetenkammer]] abhängig sein sollte. Neben der nach Verhältniswahlrecht gewählten [[Abgeordnetenkammer]] wurde auch der Rat in Form eines nach Mehrheitswahl zu bestimmenden [[Senat]]s wieder eingerichtet, dessen Kompetenzen aber gegenüber denen der Kammer deutlich zurücktraten. Die neue Verfassung glich in großen Teilen einem deutlichen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Regierungsparteien. Während die bürgerlichen Parteien beispielsweise gegenüber den linken ein Zweikammer- gegenüber einem Einkammersystem durchsetzten, wehrten letztere die Überlegungen zur Einführung eines Mehrheitswahlrechts auch für die Kammer ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Demokratischen Koalition zum Zentrumsblock ===&lt;br /&gt;
Wenige Wochen nach Inkraftreten der Verfassung kam es erstmals zu Parlamentswahlen zur [[Abgeordnetenkammer]] wie für den [[Senat]]. Die unterschiedlichen Wahlmodi führten dabei auch zu unterschiedlichen Mehrheitsverhältnissen. Während der Senat mehrheitlich an die bürgerlichen Parteien ging und die christdemokratische [[Volkspartei]] die größte Einzelfraktion stellte, wurden bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946]] die Sozialisten knapp stärkste Kraft vor den [[Volkspartei|Christdemokraten]] und den [[PCS|Kommunisten]]. Auf die Regierungsparteien der Demokratischen Koalition entfielen über drei Viertel der Stimmen, während die Parteien der antidemokratischen Rechten kaum eine Rolle spielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde schließlich die [[Kabinett Dorado|erste konstitutionelle Regierung]] der Dritten Republik gebildet. Sie bestand wiederum aus den Parteien der Demokratischen Koalition und suchte die Konsenspolitik fortzusetzen. Im Zeichen des entstehenden Kalten Krieges und der Entscheidungen über die außenpolitische Bündnis-Integration Sagradiens kam es zu einer zunehmenden Entfremdung der Regierungspartner, die schließlich auch – nach einer liberalen Wendung der [[Volkspartei]] – in der Wirtschaftspolitik zu unterschiedlichen Positionen kamen. In der Auseinandersetzung um die Marshallplanhilfen zerbrach die Demokratische Koalition schließlich im März 1947. Der neuen [[Kabinett Delauro|Regierung]] unter [[António Delauro]] gehörten die Kommunisten nicht mehr länger an. Wenige Monate später folgte auch der Austritt der [[PS|Sozialistischen Partei]] aus der Regierung, der jedoch von einigen Ministern nicht mitvollzogen wurde und schließlich zur zeitweiligen Spaltung der Sozialistischen Partei führte. Der rechte Flügel der Sozialisten ([[PSD]]) unter der Führung [[Santo de la Ilpa]]s begründete daraufhin zusammen mit der von [[Paulo Luciaro]] angeführten [[Volkspartei]] und dem [[Partido Radical]] eine neue &amp;quot;[[Zentrumskoalition]]&amp;quot;, die sich als westliche antiextremistische Konsenskoalition verstand. Bis 1949 amtierte [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident, ehe er von [[Paulo Luciaro]] abgelöst wurde, der mit dem [[PPC]] schließlich die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] deutlich gewann und bis 1960 Ministerpräsident blieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Wirtschafts- und Sozialpolitik blieb die Koalition des Zentrumsblocks im Grunde dem Kurs der Demokratischen Koalition treu, auch wenn vor allem die Volkspartei von nun an stärkere Akzente auf die marktwirtschaftliche Komponente zu setzen suchte. In der Außenpolitik, die von Ministerpräsident Luciaro (PPC) und Außenminister De la Ilpa (PSD) wesentlich geprägt wurde, setzte die Zentrumskoalition die deutliche Westorientierung Sagradiens gegen Widerstände von rechts und von links durch. Ziele waren die tiefere Integration in NATO, die Aussöhnung mit den westeuropäischen Nachbarn und eine stärkere westeuropäische Zusammenarbeit. Luciaro und Ilpa unterstützten die NATO-Gründung 1949, den Schuman-Plan sowie die Pläne für eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft. Unter der Regierung Luciaro-Ilpa gehörte Sagradien zudem 1951 zu den Gründern der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl ('Montanunion'). Luciaro und Ilpa gelten deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft. Außerdem bemühte sich die Koalition um einen Ausgleich mit [[Micolinien]] und eine endgültige Regelung der [[Golen]]-Frage, die aber erst nach Bruch der Koalition im Sommer 1955 in den [[Golischen Verträgen]] erreicht wurde. Sagradien verzichtete in den Golischen Verträgen offiziell auf die 1936 von Micolinien annektierten sagradischen Teile Golens und erreichte eine Kompensationszahlung von der micolinischen Regierung. Außerdem wurden die Rechte der sagradischen Minderheit in [[Micolinien]] ausgeweitet und Sagradien erhielt eine wirtschaftliche Privilegierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradisches Wirtschaftswunder und Rückkehr der moderaten Polarisierung ===&lt;br /&gt;
Nach den politischen Krisenjahren kam es in den 1950er Jahren in Sagradien wie in vielen anderen westeuropäischen Ländern zu einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung, der dank Wachstum und Arbeit einen Ausbau der sozialstaatlichen Sicherungen auf Grundlage des marktwirtschaftlichen Modells ermöglichte. Der Aufschwung wurde von vielen als Verdienst der christdemokratischen [[PPC|Volkspartei der Konvergenz]] des populären Ministerpräsidenten [[Paulo Luciaro]] angesehen. Unter Luciaro gelang es der katholischen Partei, mit einer Mischung aus pragmatischer Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik im Sinne der katholischen Soziallehre und einem gesellschaftspolitisch konservativen Kurs die politische Mitte in einer Weise zu hegemonialisieren, wie es den sagradischen Christdemokraten danach nie wieder gelingen sollte. Luciaros Volkspartei konnte dabei in großen Teilen das Wählerpotenzial ansprechen, das in der Zweiten Republik zu den Unterstützern der antidemokratischen katholischen Rechten gehört hatte, band diese aber an die demokratische und parlamentarische Ordnung und ließ post- und neofaschistische Wettbewerber auf der politischen Rechten weitgehend chancenlos. Damit verbunden war freilich der Verzicht auf eine konsequente Aufarbeitung der autoritären Vergangenheit der katholischen Rechten und die Anknüpfungspunkte an die Faschisten, von denen sich Luciaros PPC deutlich distanzierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Opposition zum Zentrumsblock standen neben der äußeren Rechten vor allem die [[Sagradische Kommunistische Partei]] sowie der linke Flügel des [[Partido Socialista]], der jedoch stetig zwischen Annäherung und Abgrenzung gegenüber den Kommunisten schwankte und stetig an Unterstützung durch die Wähler verlor. 1946 noch die stärkste Partei, erreichte der PS bei den [[Kommunalwahlen 1948]] nicht einmal 20 Prozent der Stimmen und fiel in einigen Hochburgen hinter die Kommunisten zurück. Die KPS gewann zwar durch ihre Widerstandsarbeit ganz neue Wählerpotenziale, schaffte es aber nicht, von der Schwäche der Sozialisten in einem Maß zu profitieren wie etwa die italienischen oder französischen Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg. Stattdessen übersteigten die Wähleranteile der PCS bei nationale Wahlen nur ein einziges Mal die Marke von 17 Prozent und pendelte danach zwischen zehn und 15 Prozent der Stimmen ein, während der PS sich diesem Niveau ebenfalls annäherte. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] erreichte die Sozialistische Partei nur noch knapp über 19 Prozent der Wähler und suchte in der Folge wieder eine Annäherung an den abgespaltenen rechten Parteiflügel, der nach der enttäuschenden [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954]] mit zusammen nur noch 22 Prozent für die beiden sozialistischen Konkurrenten schließlich gegen den Willen Ilpas aus der Zentrumskoalition ausschied. In der Folge kam es zu einer Neuordnung der politischen Landschaft. Die christdemokratische [[Volkspartei]] ging ein Bündnis mit den Parteien der [[UDS|Demokratischen Union]] ein, einem bürgerlich-liberalen Wahlbündnis, das 1954 gegründet und 1961 schließlich zur Partei [[UDS]] umgewandelt wurde. Zur UD gehörten sowohl konservativ-liberale Gruppen wie auch der rechte Flügel des alten [[Partido Radical]], die nun mit den Christdemokraten eine konservativ-liberale Koalition eingingen. Gegenüber dem Zentrumsblock wurden auf diese Weise die großbourgeoisen und wirtschaftsliberalen Elemente gestärkt. Auf der anderen Seite bemühten sich die zersplitterten sozialistischen Gruppierungen auf der Linken um eine Wiedervereinigung des alten [[PS]]. Bereits vor dem Ungarn-Aufstand 1956 hatten sich die Sozialisten unter dem neuen Parteisekretär [[António Santiago]] von der KPS distanziert und den außenpolitischen Positionen der Rechten angenähert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1957 schließlich kam es zur Gründung einer neuen sozialistischen Sammlungspartei, der [[Aliança Socialista d'Unitá Lavorista]], in der erstmals nicht nur traditionelle sozialistische Arbeiter, sondern auch Katholiken und Linksbürgerliche eine Heimat finden sollten. Schnell entwickelte sich die neue [[ASUL]] zu einem Integrationspol der linken Mitte und als Gegengewicht zum nach rechts treibenden [[PPC]]. In den Sechziger Jahren entwickelte sich auf diese Weise ein stabiles moderat polarisiertes Parteiensystem. Formal ähnelte es dem der späteren [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] mit einer großen sozialistischen und einer katholischen Partei, einem kommunistischen Flügel, einem schwachen sozialliberalen Zentrum in Form des [[Partido Radical-Democrático]] und einer rechtsliberalen Gruppierung. Im Gegensatz zur Zeit vor 1938 begegneten sich nun aber keine unversöhnlichen Lager mehr, die sich gegenseitig bekriegten. Stattdessen orientierte sich auch die [[ASUL]] in den 1960er Jahren deutlich zur politischen Mitte hin, erkannte die internationale Bindung Sagradiens in NATO und EG an und operierte zudem auf einer marktwirtschaftlichen Grundlage, während auch die katholische Rechte keine autoritäre Umformung mehr verfolgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die frühen Sechziger Jahre ===&lt;br /&gt;
Die Sechziger Jahre waren schließlich in [[Sagradien]] von einer zunehmenden Erosion des Gründungskonsenses zwischen den Lagern und einer zunehmenden politischen Polarisierung geprägt. Mit [[Paulo Luciaro]]s Rücktritt Anfang 1960 verließ der prägende Politiker der vergangenen fünfzehn Jahre die sagradische Politik. Sein Nachfolger als Premierminister [[Carles Angel Favale]] (seit 1964 erst als Parteivorsitzender) repräsentierte stärker als Luciaro den Typus des konservativ-katholischen Rechtsauslegers und polarisierte auch in seiner eigenen Partei. Eine ähnlich unangefochtene Stellung wie Luciaro erreichte er daher zu keiner Zeit. Im Gegenteil erreichte er vor allem die jüngeren Wählerschichten nicht, die sich seit Anfang der Sechziger Jahre zunehmend für eine Liberalisierung gesellschaftlicher Werte und Formen begeistern ließen. Es gelang Favale denn auch nicht, bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]] an die Erfolge Luciaros anzuknüpfen. Nachdem die Mitte-Rechts-Koalition zunehmend uneinig gewirkt hatte, verlor sie 1962 schließlich ihre parlamentarische Mehrheit in einer Situation, in der eine mittlere Wirtschaftskrise den Wirtschaftsaufschwung der Fünfziger Jahre zu beenden schien. Dass es in der Folge unter dem moderaten Christdemokraten [[Martín Ánibal Costa]] zu einer Großen Koalition aus [[PPC|Christdemokraten]] und [[ASUL|Sozialisten]] kam, bestätigte das grundsätzliche Konsensklima der neuen Republik im Vergleich zur alten. Dies war auch das Ziel der Regierungsparteien, die mit dem Erstarken der politischen Ränder einen Rückfall in die alte Republik befürchteten. Vor allem der Einzug der [[Partido de la Fraternitá Popular|Volksbruderschaftspartei]], einer nationalistischen, populistischen und modernisierungsfeindlichen Sammlungsbewegung der alten Mittelschichten, schürte Erinnerungen an die Erfolge der Faschisten in den Dreißiger Jahren.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz diesem Willem zum Konsens bei den Regierungsparteien gestaltete sich die Arbeit in der Regierung schwierig, zumal die Volkspartei vor allem von eigenen Machtkämpfen in der Partei geschwächt war und ASUL-Chef [[António Santiago]] es vorzog, außerhalb der Kabinettsdisziplin zu verbleiben. Es gelang der Koalition zwar, einige wirtschaftliche Aufschwungprogramme in Gang zu setzen, nach einem Jahr kam es aber zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|vorgezogenen Neuwahlen]], bei denen die liberale [[UDS]] von ihrer Oppositionsrolle profitieren konnte. Gleichzeitig wurden die [[ASUL|Sozialisten]] zum ersten Mal seit 1946 wieder die stärkste Kraft im Parlament. DIe Volksbruderschaftspartei unter ihrem populistischen Anführer [[Álvaro Blanxard Rovira]] konnte sich erneut auf fast sieben Prozent der Stimmen steigern. Im Wahlkampf waren deren Anhänger uniformiert und protestierend durch die Städte gezogen und hatten dabei nationalistische und teilweise auch antisemitische Parolen verkündet. Die Partei verfügte über kein konsistentes Parteiprogramm und setzte vor allem auf Vorurteile und in Teilen der Bevölkerung noch immer verbreitete Ressentiments gegen die parlamentarische Demokratie. Die Unfähigkeit der Großen Parteien zur konstruktiven Zusammenarbeit nutzte er, um ähnlich wie die Rechte der Zweiten Republik für eine autoritäre Umgestaltung in Form einer Präsidialdemokratie mobil zu machen. Vor allem aber stellte sich die Partei gegen den verbreiteten Willen der sagradischen Kolonien nach Unabhängigkeit, dem die großen Parteien einer nach dem anderen nachzugeben schienen. Vor allem der christlich-sozialistische Kolonialminister [[Nino Cabal]] wurde zur Zielscheibe der verbalen Angriffe der Blanxardisten, die seiner Politik Verrat an den nationalen Interessen vorwarf. Sagradien sei dabei, mit seinen Kolonien seine historische Größe zu verschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der gescheiterten Großen Koalition blieben wenige Alternativen zur Bildung einer erneuten lagerübergreifenden Regierung, dieses Mal unter Führung des [[ASUL]]-Generalsekretärs [[António Santiago]]. Dieser gab schließlich der schwierigen Option einer erneuten Großen Koalition die Alternative einer Zusammenarbeit mit den beiden liberalen Parteien den Vorrang und bildete die erste sozialistisch-liberale Koalitionsregierung der Dritten Republik aus sozialistischer [[ASUL]], linksliberaler [[PRD]] und rechtsliberaler [[UDS]]. Als Santiago nach wenigen Monaten im Amt verstarb, folgte ihm schließlich Außenminister [[Iacovo Del Pérez]] als Ministerpräsident und ASUL-Sekretär nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 schied mit Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] - acht Jahre nach dem Tod [[Santo de la Ilpa]]s und vier Jahre nach dem Rücktritt [[Paulo Luciaro]]s – eine weitere Identifikationsfigur der neuen Republik aus dem Amt. De la Roya hatte bereits in der Zweiten Republik zur liberal-katholischen Minderheit gehört und danach wesentlich die Idee einer demokratisch-katholischen Partei verfolgt. 1945 war er Präsident der [[Nationalversammlung]] und danach des [[Senat]]s geworden. 1948 zum zweiten Mal [[Bürgermeister von Semess]] - bis 1988 als letzter Christdemokrat - wurde er schließlich 1954 zum dritten [[Präsident der Republik|Präsidenten der Dritten Republik]] gewählt und 1959 mit überragender Mehrheit bereits im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Als sozial engagierter Katholik mit einem gewinnenden Auftreten erreichte De la Roya große Beliebtheitswerte. Seine zurückhaltende, aber nicht unpolitische Art der Amtsführung prägte das Amt nachhaltiger als die seiner beiden Vorgänger. Vor allem außenpolitisch setzte Roya Akzente in europäischen Integrationspolitik, aber auch in der &amp;quot;Entdeckung&amp;quot; der Dritten Welt. Er wurde vor allem als Repräsentant der neuen demokratischen, wenn auch paternalistischen Republik wahrgenommen und von der Bevölkerung liebevoll als &amp;quot;Onkel&amp;quot; bezeichnet. Royas Nachfolger [[Carles María Ortega]] erreichte derartige Popularitätswerte nicht. Als langjähriger Diplomat und Parteivorsitzender des [[PPC]] besaß er eine weniger offene Art als sein Vorgänger und übte sich in staatsmännischer Würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Radikalisierung und Revolte in den späten Sechziger Jahren ===&lt;br /&gt;
Die sozialistisch-liberale Regierung unter [[Iacovo Del Pérez]] litt ähnlich wie die Vorgängerregierung der Großen Koalition unter den geringen politischen Schnittmengen der Koalitionspartner. Dennoch gelang es Del Pérez über zweieinhalb Jahre, eine Mehrheit für seine Regierung zu organisieren. Akzente legte die neue Regierung vor allem in der Verwaltungspolitik, in dem sie erstmals die überfälligen, schon in der Verfassung von 1946 angekündigte, Gesetzgebung über die Einrichtung von regionalen Selbstverwaltungsorganen verabschiedete. Damit wurde die unitarische Republik ein Stück weit dezentralisiert, in dem neben den bestehenden vier Autonomen Provinzen auch die eingerichteten 17 Regionen des Mutterlandes eigene Volksvertretungen und Administrationen erhalten sollten. Die ersten Regionalräte traten schließlich 1968 als Delegiertenversammlungen der Provinzialverwaltungen zusammen und gaben ihrer Region jeweils ausführende Statuten. 1969 fanden schließlich wie vorgesehen die ersten [[Regionalwahlen 1969|Direktwahlen zu den Räten]] der Regionen statt. Die Autonomen Provinzen [[Ambristal]], [[Bretagne]], [[Cuentez]] sowie [[Aziz]] erhielten zudem den Status Autonomer Regionen und behielten ihre erweiterten Autonomierechte. Die im [[Código Cabal]] durchgeführte Verwaltungsreform ist als wichtige Wegmarke im sagradischen Devolutionsprozess anzusehen, der bis heute anhält. Daneben wurde unter Del Pérez auch die letzten Kolonien Mosambik, Guinea-Bissau und [[Oguana]] in die endgültige Unabhängigkeit entlassen. Außenpolitisch setzte sich die Regierung Del Pérez für eine Intensivierung des Dialogs mit den westlichen Nachbarn ein, die nicht den Europäischen Gemeinschaften angehörten. Im Sommer 1965 nahmen [[Micolinien]], [[Sagradien]] und [[San Cristo]] offizielle Dreistaatengespräche über eine verstärkte Zusammenarbeit auf, die fortan zweijährlich wiederholt werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Austritt der rechtsliberalen [[UDS|Unionsdemokraten]] aus der Regierung Anfang 1967 verlor die Mitte-Links-Regierung Del Pérez schließlich ihre parlamentarische Mehrheit. Del Pérez wurde durch ein Misstrauensvotum der Rechten sowie der Kommunisten gestürzt. Aus [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer]] ging schließlich die oppositionelle [[Volkspartei]] unter [[Carles Angel Favale]] als Sieger hervor. Favale kehrte damit nach fünf Jahren in die Präsidentschaft des Ministerrats zurück und bildete eine konservativ-liberale [[Kabinett Favale II|Minderheitsregierung]] seiner Partei mit der [[UDS]], die anfänglich von den [[PRD|Radikaldemokraten]] gestützt wurde. Kontrovers war in dieser Konstellation von Beginn an das Verhältnis der Minderheitsregierung zur [[Álvaro Blanxard Rovira|blanxardistischen]] [[PFP]], die ankündigte, eine anti-sozialistische Regierung Favale unter bestimmten Umständen zu unterstützen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=12667</id>
		<title>Zweite Sagradische Republik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=12667"/>
		<updated>2013-02-03T13:22:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Verfassungsordnung */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Zweite Sagradische Republik''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Segona República Sagradêsa'') wird die [[Geschichte Sagradiens|Geschichte]] [[Sagradien]]s zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes. Mit Ausbruch des Weltkriegs wurde Sagradien mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] unter [[Manuel Álamo Igualde]] zunehmend autoritär regiert (siehe [[Estado Sagradês]]. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte mit der [[Verfassung von 1946]] die [[Dritte Sagradische Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
=== Verfassungsordnung ===&lt;br /&gt;
Als konstitutionelle Grundlagen der Zweiten Republik können das provisorische [[Novemberstatut 1891]], die parlamentarische [[Aprilverfassung 1892]] sowie die konservativ orientierten [[Januarrevisionen 1895]] gelten. Nach der Revision von 1895 war die Verfassung - mit mehreren weniger umfassenden Änderungen - bis 1938 gültig und wurde schließlich durch die autoritär-ständestaatliche [[Augustverfassung 1938|Augustverfassung]] des [[Estado Sagradês]] abgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Januarrevolution 1891]] erklärte die königliche Abgeordnetenkammer die Nobelnkammer für aufgelöst und übertrug die Regierungsmacht bis zur [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1891|Wahl einer verfassungsgebenden Nationalversammlung]] im April an eine provisorische Exekutive. Das Einkammerprinzip sollte fortan das monarchische Zweikammerprinzip ablösen. Die neue republikanisch dominierte Nationalversammlung delegierte schließlich die Exekutivbefugnisse auf den [[Volksrat]] unter Führung von Volksratspräsident [[Luis Cavaller]] und Kriegsminister [[Luis María del Castos]], die aber jederzeit von der Versammlung abberufen werden konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Novemberstatut 1891]] und schließlich in der darauf basierenden [[Aprilverfassung 1892]] wurde das Einkammerprinzip bestätigt. Sagradien wurde als &amp;quot;demokratische, soziale und unteilbare Republik&amp;quot; konstituiert. Die Legislative lag fortan bei der für drei Jahre nach allgemeinem Männerwahlrecht gewählten gesetzgebenden [[Nationalversammlung]], die ihrerseits die Exekutive unter Führung des [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] wählte. Dessen Regierung, nominell vom Präsidenten des Ministerrats angeführt, war dem Parlament verantwortlich und konnte von diesem entlassen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Verfassung geriet bereits nach der erstmaligen [[Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1892]] in die Kritik. Die gestärkten konservativen Kräfte kritisierten vor allem die ungezügelte Parlamentsherrschaft und die angebliche Abhängigkeit des Präsidenten vom Parlament, die sie als Ursprung politischer Instabilität ansahen. Nach einer politischen Krise im Jahr 1894 setzten die konservativen Kräfte schließlich eine umfassende Verfassungsrevision ([[Januarrevisionen 1895]]) durch. Die gesetzgebende Nationalversammlung wurde durch eine Zweikammerarchitektur ersetzt, bestehend aus einer alle vier Jahre direkt gewählten [[Abgeordnetenkammer]] und einem nicht direkt gewählten [[Rat der Republik]], der von einem eigenen Wahlmännergremium, bestehend aus lokalen Amtsträgern, bestellt wurde und ein konservatives Gegengewicht gegen den ungebändigten Parlamentswillen darstellen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Präsident der Republik sollte fortan für eine Amtszeit von sieben Jahren durch die gemeinsame Versammlung der Abgeordneten und der Räte gewählt werden. Seine Stellung wurde zusätzlich gestärkt, indem ihm das Recht zugestanden wurde, die Abgeordnetenkammer mit Zustimmung des Rats der Republik aufzulösen. Mit den Januarrevisionen ging das parlamentarische in ein semipräsidentielles Regierungssystem über, in dem der Präsident eine starke konstitutionelle Stellung einnahm. Die von ihm berufene Regierung (Ministerrat) blieb aber vom Vertrauen der Abgeordnetenkammer abhängig, auch wenn ein formales Misstrauensvotum nicht vorgesehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Absetzung Präsident [[Gaitán Alemà Sobrantes]]' durch die parlamentarische Mehrheit der linken [[Volksfront]] im Jahr 1935 wurde ein Präzedenzfall geschaffen, der das Amt des Präsidenten der Republik wieder formal schwächte, auch wenn der Präsident mit der Absetzung der Regierung und der Auflösung der [[Abgeordnetenkammer]] in einer starken Position verblieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Die in der Zeit der konstitutionellen Monarchie prägende Spaltung der sagradischen Politik in ein monarchisch-konservatives und konstitutionell-liberales Lager wurde am Übergang zur Republik abgelöst durch die Polarisierung zwischen Anhängern und Gegnern der Republik. Nach den negativen Erfahrungen mit dem autokratischen Verfassungsrevisionismus der Rechten in der Regierungszeit [[Philipp VIII.|Philipps VIII.]] stellten sich in der [[Januarrevolution 1891]] große Teile des liberalen Bürgertums auf die Seite der Republik und bescherten bei den [[Aprilwahlen 1891]] der republikanischen Partei eine deutliche Mehrheit. Der liberal-republikanische Verfassungskonsens von 1891/92 prägte die bürgerlich-liberale Gestalt der Republik, an der auch weitere Verfassungskorrekturen bis 1895 nichts ändern konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Auseinandersetzungen um die konkrete Ausgestaltung der Republik kam es aber bald zu einer Ausdifferenzierung und Spaltung der republikanischen Partei in einen radikalen Flügel ([[Partido Radical|Radicales]]) und eine moderate Strömung ([[Moderatas]]). Während die Moderatas zunächst dominierten und mit Maßnahmen wie der [[Januarrevision 1895]], dem Schutz des Eigentums und des Großgrundbesitzes sowie der katholischen Kirche den Schulterschluss mit konservativen Republikgegnern suchten, drängten die Radicales auf soziale und vor allem laizistische Reformen. Der Kulturkampf um das Verhältnis von Staat und Kirche spaltete die politische Landschaft schließlich in [[Partido Radical|radikale]] und [[Partido Republicano Liberal|liberale]] Laizisten einerseits und konservativ-katholische Republikaner ([[Unionistas]]) und Republikgegner andererseits. Der Regierung der laizistisch-liberalen Linken (&amp;quot;Sinistra laica&amp;quot;) folgte 1903 eine rechte &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;, die aber letztlich an innerer Zerstrittenheit daran scheiterte, die Republik in Richtung eines konservativ-korporatistischen Staats umzuwandeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des [[Partido Socialista]] einerseits, der den [[Partido Radical]] als größte Linkspartei ablöste, und der [[Acción Popular]] andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die [[Aliança Republicana]] und der [[Partido Unionista]] zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die [[Volksunion]] hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre standen sich schließlich die linke [[Volksfront]] und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Zudem erhielt die Republik mit der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] und mehreren faschistischen Gruppierungen wie der [[Frente Fraternal]] und der Bewegung der [[Divisionisten]] neue Gegner. Auch innerhalb der konservativ-katholischen Rechten wuchs die Kritik am parlamentarischen System und wurde der Ruf nach einer autoritären Reform der Republik laut, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter [[Santiago Laval]] scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte 1938 zum Wahlsieg der Rechten unter [[Manuel Álamo Igualde]], der als Ministerpräsident im Angesicht der Bedrohung des Zweiten Weltkriegs zu einer autoritären Umgestaltung ansetzte und zur Sammlung der nationalen Kräfte unter dem Banner der [[Comunión Nacional]] ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe dazu [[Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=12666</id>
		<title>Zweite Sagradische Republik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Zweite_Sagradische_Republik&amp;diff=12666"/>
		<updated>2013-02-03T13:20:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Zweite Sagradische Republik''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Segona República Sagradêsa'') wird die [[Geschichte Sagradiens|Geschichte]] [[Sagradien]]s zwischen der Abschaffung der Monarchie 1891 und dem Zweiten Weltkrieg bezeichnet. Diese Zeit umfasst die Ausbildung einer liberalen Demokratie, eines modernen pluralistischen Gemeinwesens und der bereits vor 1891 beginnenden industriellen Modernisierung des Landes. Mit Ausbruch des Weltkriegs wurde Sagradien mit den [[Augustgesetze 1940|Augustgesetzen 1940]] unter [[Manuel Álamo Igualde]] zunehmend autoritär regiert (siehe [[Estado Sagradês]]. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte mit der [[Verfassung von 1946]] die [[Dritte Sagradische Republik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Politisches System ==&lt;br /&gt;
=== Verfassungsordnung ===&lt;br /&gt;
Als konstitutionelle Grundlagen der Zweiten Republik können das provisorische [[Novemberstatut 1891]], die parlamentarische [[Aprilverfassung 1892]] sowie die konservativ orientierten [[Januarrevisionen 1895]] gelten. Nach der Revision von 1895 war die Verfassung - mit mehreren weniger umfassenden Änderungen - bis 1938 gültig und wurde schließlich durch die autoritär-ständestaatliche [[Augustverfassung 1938|Augustverfassung]] des [[Estado Sagradês]] abgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Januarrevolution 1891]] erklärte die königliche Abgeordnetenkammer die Nobelnkammer für aufgelöst und übertrug die Regierungsmacht bis zur [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1891|Wahl einer verfassungsgebenden Nationalversammlung]] im April an eine provisorische Exekutive. Das Einkammerprinzip sollte fortan das monarchische Zweikammerprinzip ablösen. Die neue republikanisch dominierte Nationalversammlung delegierte schließlich die Exekutivbefugnisse auf den [[Volksrat]] unter Führung von Volksratspräsident [[Luis Cavaller]] und Kriegsminister [[Luis María del Castos]], die aber jederzeit von der Versammlung abberufen werden konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Novemberstatut 1891]] und schließlich in der darauf basierenden [[Aprilverfassung 1892]] wurde das Einkammerprinzip bestätigt. Sagradien wurde als &amp;quot;demokratische, soziale und unteilbare Republik&amp;quot; konstituiert. Die Legislative lag fortan bei der für drei Jahre nach allgemeinem Männerwahlrecht gewählten gesetzgebenden [[Nationalversammlung]], die ihrerseits die Exekutive unter Führung des [[Präsident der Republik|Präsidenten der Republik]] wählte. Dessen Regierung, nominell vom Präsidenten des Ministerrats angeführt, war dem Parlament verantwortlich und konnte von diesem entlassen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Verfassung geriet bereits nach der erstmaligen [[Wahl zur gesetzgebenden Nationalversammlung 1892]]&lt;br /&gt;
in die Kritik. Die gestärkten konservativen Kräfte kritisierten vor allem die ungezügelte Parlamentsherrschaft und die angebliche Abhängigkeit des Präsidenten vom Parlament, die sie als Ursprung politischer Instabilität ansahen. Nach einer politischen Krise im Jahr 1894 setzten die konservativen Kräfte schließlich eine umfassende Verfassungsrevision ([[Januarrevisionen 1895]]) durch. Die gesetzgebende Nationalversammlung wurde durch eine Zweikammerarchitektur ersetzt, bestehend aus einer alle vier Jahre direkt gewählten [[Abgeordnetenkammer]] und einem nicht direkt gewählten [[Rat der Republik]], der von einem eigenen Wahlmännergremium, bestehend aus lokalen Amtsträgern, bestellt wurde und ein konservatives Gegengewicht gegen den ungebändigten Parlamentswillen darstellen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Präsident der Republik sollte fortan für eine Amtszeit von sieben Jahren durch die gemeinsame Versammlung der Abgeordneten und der Räte gewählt werden und nicht abwählbar sein. Seine Stellung wurde zusätzlich gestärkt, indem ihm das Recht zugestanden wurde, die Abgeordnetenkammer mit Zustimmung des Rats der Republik aufzulösen. Mit den Januarrevisionen ging das parlamentarische in ein semipräsidentielles Regierungssystem über, in dem der Präsident eine starke konstitutionelle Stellung einnahm. Die von ihm berufene Regierung (Ministerrat) blieb aber vom Vertrauen der Abgeordnetenkammer abhängig, auch wenn ein formales Misstrauensvotum nicht vorgesehen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Parteien ===&lt;br /&gt;
Die in der Zeit der konstitutionellen Monarchie prägende Spaltung der sagradischen Politik in ein monarchisch-konservatives und konstitutionell-liberales Lager wurde am Übergang zur Republik abgelöst durch die Polarisierung zwischen Anhängern und Gegnern der Republik. Nach den negativen Erfahrungen mit dem autokratischen Verfassungsrevisionismus der Rechten in der Regierungszeit [[Philipp VIII.|Philipps VIII.]] stellten sich in der [[Januarrevolution 1891]] große Teile des liberalen Bürgertums auf die Seite der Republik und bescherten bei den [[Aprilwahlen 1891]] der republikanischen Partei eine deutliche Mehrheit. Der liberal-republikanische Verfassungskonsens von 1891/92 prägte die bürgerlich-liberale Gestalt der Republik, an der auch weitere Verfassungskorrekturen bis 1895 nichts ändern konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den folgenden Auseinandersetzungen um die konkrete Ausgestaltung der Republik kam es aber bald zu einer Ausdifferenzierung und Spaltung der republikanischen Partei in einen radikalen Flügel ([[Partido Radical|Radicales]]) und eine moderate Strömung ([[Moderatas]]). Während die Moderatas zunächst dominierten und mit Maßnahmen wie der [[Januarrevision 1895]], dem Schutz des Eigentums und des Großgrundbesitzes sowie der katholischen Kirche den Schulterschluss mit konservativen Republikgegnern suchten, drängten die Radicales auf soziale und vor allem laizistische Reformen. Der Kulturkampf um das Verhältnis von Staat und Kirche spaltete die politische Landschaft schließlich in [[Partido Radical|radikale]] und [[Partido Republicano Liberal|liberale]] Laizisten einerseits und konservativ-katholische Republikaner ([[Unionistas]]) und Republikgegner andererseits. Der Regierung der laizistisch-liberalen Linken (&amp;quot;Sinistra laica&amp;quot;) folgte 1903 eine rechte &amp;quot;[[Koalition der Moral]]&amp;quot;, die aber letztlich an innerer Zerstrittenheit daran scheiterte, die Republik in Richtung eines konservativ-korporatistischen Staats umzuwandeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1910 begann sich das Parteiensystem der Zweiten Republik erneut zu wandeln. Mit dem zunehmenden Erfolg des [[Partido Socialista]] einerseits, der den [[Partido Radical]] als größte Linkspartei ablöste, und der [[Acción Popular]] andererseits, die als neue Kraft das konservativ-katholische Lager band, traten neue Massenparteien auf die Bildfläche, wodurch die bürgerlich-liberalen Honoratiorenparteien wie die [[Aliança Republicana]] und der [[Partido Unionista]] zunehmend an Einfluss verloren. Die 1913 eroberte Stellung des PS als stärkste Kraft auf der Linken wurde durch die Einführung der Verhältniswahl 1917 bestärkt. Aus der AP, seit 1913 größte Partei der Rechten, ging 1924 schließlich die [[Volksunion]] hervor, die bis zum Ende der Republik die politische Rechte dominierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zunehmenden wirtschaftlichen, sozialen und politischen Krise der 1930er Jahre standen sich schließlich die linke [[Volksfront]] und die national-konservative Rechte gegenüber, die liberale Mitte wurde gänzlich marginalisiert. Zudem erhielt die Republik mit der [[PCS|Sagradischen Kommunistischen Partei]] und mehreren faschistischen Gruppierungen wie der [[Frente Fraternal]] und der Bewegung der [[Divisionisten]] neue Gegner. Auch innerhalb der konservativ-katholischen Rechten wuchs die Kritik am parlamentarischen System und wurde der Ruf nach einer autoritären Reform der Republik laut, die in einen korporatistischen Staat mit starker Exekutive umgewandelt werden sollte. Die 1935 gewählte Volksfrontregierung unter [[Santiago Laval]] scheiterte letztlich auch an der Uneinigkeit ihrer Unterstützer. Ihr Zerfall führte 1938 zum Wahlsieg der Rechten unter [[Manuel Álamo Igualde]], der als Ministerpräsident im Angesicht der Bedrohung des Zweiten Weltkriegs zu einer autoritären Umgestaltung ansetzte und zur Sammlung der nationalen Kräfte unter dem Banner der [[Comunión Nacional]] ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
siehe dazu [[Geschichte Sagradiens im 20. Jahrhundert]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=12659</id>
		<title>Geschichte der Sagradischen Republik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=12659"/>
		<updated>2013-02-03T11:42:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Übergang zum Estado Sagradês */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bloco de Sinistra und Große Koalition (1917-1925) ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1917 wurden die ersten sagradischen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1917|Parlamentswahlen]] nach dem Modus der Verhältniswahl mit Listen durchgeführt. Den Sieg trugen dabei die Parteien der Linken davon. Die [[Partido Socialista|Sozialisten]], unter den Bedingungen der Mehrheitswahl meist aufgrund des Wahlkreiszuschnitts benachteiligt, wurden mit einem Stimmenanteil von über 30 Prozent erwartungsgemäßg stärkste Kraft. Die [[Partido Radical|Radikalen]] und [[PDRS|Radikalsozialisten]] kamen zusammen auf über 20 Prozent, sodass die Linksparteien des [[Bloco de Sinistra]] gemeinsam eine Mehrheit der Abgeordneten stellen konnten. Neuer Regierungschef wurde der Radikaldemokrat [[Francisco Calbane]]. Gegen die Beteiligung der Sozialisten an der Regierung spaltete sich jedoch der linke Flügel ab und bildete den oppositionellen [[Partido Socialista Independiente]], dem sich aber nur eine Minderheit von 21 Abgeordneten anschloss. Mit dem bisherigen Parteichef [[Carles Ferro Rodríguez]] trat der erste sozialistische Minister in ein Kabinett ein, ließ seine Parteimitgliedschaft aber ruhen, ehe 1919 auch offiziell Minister der PS in die Regierung eintraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der Regierung des [[Bloco de Sinistra]] war es, die laizistischen Reformen der ''sinistra laica'', unter [[Donado Salgado]] nur unvollständig durchgesetzt und inzwischen von mehreren Rechtsregierungen revidiert, endgültig zu einem Ende zu bringen und die strikte Trennung von Staat und Kirche durchzusetzen, um den Einfluss der als reaktionär betrachteten katholischen Kirche auf den sagradischen Staat zu brechen. Daneben pochten die Sozialisten auf weitgehende Sozialreformen, welche schließlich den modernen sagradischen Wohlfahrtsstaat begründen sollten. Die Linksblockregierung arbeitete außerordentlich erfolgreich und konnte in ihren vier Regierungsjahren mit dem Schulgesetz von 1918 und der Sozialgesetzgebung von 1919/20 ihre wichtigsten Reformvorhaben umsetzen. Auch der Rücktritt Calbanes 1920 bedeutete letztlich keinen Bruch der Koalition, da auch die [[Kabinett Simón López II|Nachfolgeregierung]] unter [[Carles Simón López]] von den Sozialisten unterstützt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies erreichte die Regierung trotz heftiger parteiinterner Auseinandersetzungen in der Sozialistischen Partei, die sich infolge der russischen Oktoberrevolution 1917 und im Streit um das Verhältnis zur Komintern nochmals spaltete. Da es derartige Auseinandersetzungen aber auch innerhalb des PSI gab, wo sich die ''Terceristas'' durchsetzen konnten und den [[Partido Comunista Sagradês]] begründeten, kehrten die gemäßigten Unabhängigen 1919/22 wieder in die Mutterpartei zurück, die damit eine nachhaltige Schwächung verhindern konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1921|Parlamentswahlen 1921]] wurde der PS erneut stärkste Partei, die nun im [[PRSD]] wiedervereinigten Radikalen und Radikalsozialisten erlitten aber schwere Verluste, sodass der Bloco de Sinistra seine Mehrheit im Parlament einbüßte. Erstmals traten auch die Kommunisten an und gewannen 30 Mandate in der Abgeordnetenkammer. Relativer Sieger der Wahl war die rechtsliberale [[Aliança Republicana]], die sich von 56 auf 74 Mandate verbessern konnte und nun mit den Parteien des Linksblocks eine Regierung der Großen Koalition ([[Governo del Horizonte Largo]]) unter dem Radikalen [[António Diaz]] bildeten. Die neue von der gemäßigten Linken zur gemäßigten Rechten reichende Regierung ergänzte die laizistischen Reformen und trug damit erheblich zu deren Etablierung bei. Mit den Stimmen der neuen Koalition wurde schließlich der Radikaldemokrat [[Carles Simón López]] als Nachfolger [[Cristoval Sánchez]]' zum vierten Präsidenten der Republik gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierung Diaz scheiterte zwar im Januar/Februar 1924, jedoch amtierten bis 1925 noch weitere Linksblock-Regierungen, die teilweise von den Liberalen toleriert wurden. Im Mai 1924 wurde mit [[António Sarabal]] schließlich der erste Sozialist Regierungschef, im Dezember desselben Jahres folgte ihm der ehemalige Staatspräsident [[Cristoval Sánchez]], der nun für wenige Moante auf den Stuhl des Regierungschefs zurückkehrte, ehe ihm sein Parteifreund [[Angel Colón]] mit seinem [[Kabinett Colón I|ersten Kabinett]] folgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Ära der wechselnden Rechtskoalitionen (1925-1930) === &lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Linken und der laizistischen Parteien hatte in Kombination mit dem neuen Verhältniswahlsystem innerhalb der Rechten zu einem Umstrukturierungsprozess geführt. Anlässlich der Parlamentswahlen 1917 hatten sich verschiedene monarchistische und nationalkonservative Gruppen und Abgeordnete, die zuvor nicht parteipolitisch organisiert waren, zur Fraktion der [[Conservadores Sagradés]] (COSA) vereinigt. Daneben war aus ultrakonservativen Kreisen nach dem Vorbild der Action française die reaktionäre [[Liga de la Renovación Sagradêsa]] entstanden, die den rechten Rand des sagradischen Parteienspektrums abdeckte. Renovación und Cosa kämpften nun gemeinsam energisch gegen die kirchenfeindliche Politik der laizistischen Linken und linken Mitte. Hierin wurden sie von der insgesamt gemäßigteren [[Acción Popular]] von [[Francisco Tropexas]] unterstützt, die sich jedoch im Zuge der Auseinandersetzungen um die Laizismus-Reformen der Linken zunehmend radikalisierte und schließlich spaltete. Eine progressive Minderheit, die sich christlich-sozialen und christdemokratischen Ideen geöffnet hatte, bildete aus der [[Liga del Pôpolo Jovén]] und dem [[la Vertá|Vertá]]-Kreis heraus den zentristischen [[Partido Democrático Popular]], während die Parteimehrheit auf deutlichen Abstand zur Linken ging und schließlich 1924/25 unter Einbeziehung zahlreicher Conservadores die rechtskonservative [[Unión Popular]] begründete, die sich deutlich skeptischer gegenüber der parlamentarischen Republik zeigte und nicht nur im Kirchenkampf einen radikaleren Ton anschlug als zuvor.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Unión Popular]] konnte schließlich erfolgreich die Katholiken im Land mobilisieren und auf diese Weise die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925|Parlamentswahl des Jahres 1925]] für sich entscheiden. Mit 107 Abgeordneten wurden die Katholiken zwar nur zweitstärkste Kraft, da eine neuerliche Zusammenarbeit zwischen Sozialisten und liberalen Republikanern aber scheiterte, gelangte die UP in eine Schlüsselstellung. Präsident López beließ jedoch die Minderheitsregierung Colón im Amt und weigerte sich, eine Rechtsregierung unter Beteiligung der Volksunion zu ernennen, womit er eine handfeste politische Krise auslöste. Nachdem sich López' eigene Partei jedoch mit der Aliança auf die Bildung einer Minderheitsregierung geeinigt hatte, die von den Rechten toleriert werden sollte, erklärte Präsident López seinen Rücktritt. Die Wahl seines Nachfolgers wurde zu einer der schwierigsten Wahlen der Zweiten Republik. Am Ende konnte sich überraschend der Kandidat der Volksunion [[Domênco Scalfín]] durchsetzen, der mit der Unterstützung der Rechtsparteien zum fünften Präsidenten der Republik gewählt wurde und u.a. gegen den Ex-Präsidenten [[Cristoval Sánchez]] vom [[Partido Radical]] siegte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Weltwirtschaftskrise und die Präsidentschaft Alemà Sobrantes' (1930-1934) ===&lt;br /&gt;
Die Weltwirtschaftskrise nach dem Börsencrash 1929 stürzte Sagradien in eine schwere Krise. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahr 1930 rapide an und die Wirtschaftsleistung nahm ab. Soziale Krisen überströmten das Land. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1930|Parlamentswahlen im November 1930]] standen bereits im Zeichen der Krise und brachten einen deutlichen Rechtsruck. Die Parteien der Mitte, welche die Republik geprägt hatten, Liberale und Radikale, verzeichneten herbe Verluste, während nicht nur die katholisch-konservative [[Volksunion]] und die nationalistische [[PAN]] an Zustimmung gewannen, sondern auch die [[Frente Fascista|Faschisten]] von [[León Francês]], welche ihren Sitzanteil von 4 auf 25 erhöhen konnten. Damit konnte der „Bloco Nacional“ aus UP, PAN und Landbund zwar keine absolute, aber eine relative Mehrheit der Sitze gewinnen. Ministerpräsident [[Daniel La Ponte]] von der rechtsliberalen [[ARD]], der bereits im September seine Mehrheit im Parlament verloren hatte, reichte seinen Rücktritt ein, doch erst im Januar 1931 konnte eine neue Regierung gebildet werden. UP-Führer [[Gaitán Alemà Sobrantes]], bereits als Vizeministerpräsident der starke Mann im Kabinett La Ponte, wurde nun zum Ministepräsidenten ernannt. Alemà Sobrantes bildete ein [[Kabinett Alemà Sobrantes|Rechtskabinett]] des siegreichen [[Bloco Nacional|Nationalen Blocks]], dem erstmals auch die nationalistische PAN angehörte, während die Zentrumsparteien ihre Unterstützung angekündigt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierung Alemà erreichte ihr Ziel, ein umfangreiches öffentliches Kürzungsprogramm zur Überwindung der Wirtschaftskrise nicht. Als die Liberalen ihre Unterstützung im Frühjahr 1932 aufgekündigt hatten, erbat Alemà Sobrantes bei Präsident [[Domênco Scalfín]] die Auflösung des Parlaments, der diesem Wunsch entsprach und [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1932 (April)|Neuwahlen für den April 1932]] festsetzte. Bei den Wahlen standen sich die Parteien der Linken und erneut der Nationale Block gegenüber, der nun in einer Listengemeinschaft antrat, um stärker vom Wahlsystem zu profitieren. Wieder errang der Bloco Nacional eine relative Mehrheit, verfehlte aber klar die absolute Majorität im Parlament. Die unabhängig vom Bloco antretende faschistische Rechte verbesserte sich schlagartig auf 36 Sitze in der Kammer. Die gemeinsam angetretenen Zentrumsparteien verweigerten dem Block die Unterstützung, woraufhin Präsident Scalfín ein [[Kabinett Celano López]] technisches Kabinett aus Vertretern des Zentrums und einzelner „rechter Persönlichkeiten“ unter der Führung des parteilosen Bürokraten [[Martín Celano López]] ernannte. Alemà wurde im neuen Kabinett Innenminister. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1932 wurde ein neuer Präsident der Republik gewählt. Mit der Unterstützung seines Nationalen Blocks setzte sich Gaitán Alemà Sobrantes schließlich im fünften Wahlgang gegen seine linken Mitbewerber durch, nachdem Laponte als Bewerber des Zentrums zurückgezogen hatte, und wurde damit Nachfolger von Domênco Scalfín. Stärker als dieser sah Alemà seine Rolle in einer aktiven Amtsführung und dem Ziel, Regierungen seines Vertrauens zu ernennen. Die Macht der zersplitterten Nationalversammlung sollte zurückgedrängt werden. Als einen seiner ersten Schritte löste Alemà die Kammern auf und setzte damit die zweiten Wahlen innerhalb eines Jahres an, nachdem sein Nachfolger im Amt des UP-Chefs [[Domênco Santês]] vergeblich versucht hatte, als neuer Ministerpräsident einer Rechtsregierung eine neue Mehrheit hinter sich zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1932 (Dezember|Dezemberwahlen des Jahres 1932]] brachten schließlich eine deutliche Stärkung der Ränder. Die rechtsextremen Parteien erhielten 57, die Kommunisten 85 Mandate im Unterhaus. Alemàs Ziel einer absoluten Mehrheit für seine Volksunion und ihre Verbündeten scheiterte abermals. Der parteilose [[Pietro Manuel]] wurde mit der Regierungsbildung beauftragt, Ziel war wieder ein „Kabinett der Persönlichkeiten“, das unabhängig von Parteikämpfen regieren sollte. Für die ersten drei Monate des Jahres 1933 unterstützten auch die Zentrumsparteien und die Radikalen das [[Kabinett Manuel|Kabinett]], das aber bereits im März 1933 scheiterte. [[Domênco Santês]] wurde daraufhin wieder Premierminister einer [[Kabinett Santês I|Minderheitsregierung]] des Nationalen Blocks. Mit den Stimmen der rechten Mehrheit erhielt die Regierung Santês im April 1933 für ein halbes Jahr außerordentliche Gesetzgebungsbefugnisse zur Behebung der sozialen Krise.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die anhaltende soziale Notlage führte im ganzen Land zu einer Radikalisierung der politischen Situation. Angeheizt durch die sozialen Missstände florierten die rechten [[Aktionstruppen]], die ständig wuchsen und neue Anhänger der verarmten Mittelschichten anlockten. In Teilen des Landes standen sich seit den Dezemberwochen 1933 rechte und linke Schlägertruppen und paramilitärische Verbände gegenüber. Die kommunistischen [[Rote Garden|Roten Garden]] stellten sich den rechten Aktionstruppen entgegen und versuchten vielerorts, die Revolution auszulösen. Die Regierung Santês reagierte – von Alemà bestärkt – mit eiserner Hand gegen die Rotgardisten, während die Truppisten vielerorts freie Hand erhielten. Die Politik gegenüber der radikalen Rechten blieb daher ambivalent. Im Januar 1934 wurden zahlreiche - vermeintlich gemäßigte - Truppistenverbände offiziell zu Hilfstruppen des staatlichen Militärs ernannt, nachdem sie sich auf die Regierung verpflichtet hatten. Ein Misstrauensvotum der Opposition gegen die Regierung Santês vom Oktober 1934 blieb praktisch folgenlos, da Alemà lediglich eine Kabinettsumbildung vornahm, die gemäßigten Kräfte aus der Regierung entfernte, den Armeechef [[Oscar Romero Castro]] und den Führer des rechten Flügels der UP, [[Manuel Álamo]] zu Ministern ernannte und anstelle Santês’ den bisherigen Innenminister [[Joán César Negrín]] mit dem Premieramt betraute ([[Kabinett Negrín]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herbstkrise 1934 und die Regierung Dini (1934-1935) ===&lt;br /&gt;
Die Kabinettsumbildung war der Auftakt für den ereignisreichen Krisenherbst 1934. Am 30. Oktober 1934 wurde Präsident Gaitán Alemà Sobrantes von einem kommunistisch motivierten Attentäter angeschossen. Sofort verhängte die Regierung Negrín eine allgemeine Ausgangssperre, löste die Sitzung der Nationalversammlung auf und bezichtigte die [[PCS|Kommunistische Partei]] eines Umsturzversuchs. Im ganzen Land kam es daraufhin zu einer Eskalation und zu heftigen bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Linken und Rechten. Die aufgehetzte Menge stürmte die kommunistische Parteizentrale und tötete dabei einige Mitarbeiter der Parteiführung, nur wenige Stunden später, am Morgen des 1. November 1934 wurde der KP-Chef [[Lorenzo Sabal]] von Truppisten gefangengesetzt und ermordet. Noch in der Nacht vom 1. auf den 2. November 1934 setzte Faschistenführer [[León Francês]] zum „[[Marsch auf Semess]]&amp;quot; an und versuchte durch einen [[Novemberputsch 1934|Putsch]], die Macht zu übernehmen. Francês’ Sturmtruppen nahmen binnen weniger Stunden den Platz vor dem Regierungspalais ein und forderten die Machtübergabe an Francês. Die Regierung Negrín, von den Ereignissen überrannt, zeigte sich abwartend, ehe sich Präsident Alemà zu hartem Durchgreifen entschloss und das Militär gegen die faschistischen Putschisten einsetzte. Er verhängte den Ausnahmezustand und übertrug die Exekutivgewalt an General [[Alfonso Cabarel]]. Nach wenigen Stunden bereits Militärtruppen unter General Cabarel den Platz vor dem Regierungspalast und schlugen den faschistischen Putschversuch nieder. In der Folgewoche wurden die Aktionstruppen sowie der [[Frente Fraternal]] [[León Francês]]' verboten. Der Ausnahmezustand wurde am 1. Dezember beendet und ein neues [[Kabinett Dini I|ziviles Kabinett]] unter Führung des parteilosen [[Banca de Sagradia|Nationalbank]]präsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ernannt. Dini sollte ein unabhängiges [[Kabinett Dini|Präsidialkabinett]] leiten, dem Cabarel als Armeeminister mit besonderen Befugnissen angehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage blieb aber angespannt, zumal der [[Golischer Aufstand 1935|in Golen wütende separatistische Aufstand]] gegen das rechte [[Ulisse-Regime]] auf den golischen Westen Sagradiens überzugreifen drohte, wo sich Sympathisanten des in [[Alágua]] ausgerufenen &amp;quot;[[Golischer Staat|Estat Gools]]&amp;quot; sammelten und für eine gesamtgolische Unabhängigkeit Stimmung machten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Volksfront (1935-1938) ===&lt;br /&gt;
Im gemeinsamen Kampf gegen die Bedrohung von rechts hatten sich seit 1932, erstrecht aber nach der Wahl [[Narcís Colom]]s zum KP-Sekretär im Herbst 1934 die gemäßigten Kräfte der sagradischen Linken und die Kommunisten angenähert. Für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935|auf den September 1935 vorgezogenen Parlamentswahlen]] bildeten die sagradischen Sozialisten unter [[Santiago Laval]], die Kommunisten Coloms und die linksbürgerlichen [[Partido Radical|Radikalen]] unter [[Angel Colón]] ein linkes Wahlbündnis, den [[Frente Popular]] (Volksfront), der geschlossen gegen die Parteien der Rechten antreten sollte, die zunehmend Kritik an der parlamentarischen Form der angeblich &amp;quot;sozialistisch unterwanderten&amp;quot; Republik übten und immer offener auf eine autoritäre Verfassungsreform drängten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Parlamentswahlen brachten einen knappen Sieg für die Volksfront mit sich, die von dem modifizierten Wahlsystem profitierte und die absolute Mehrheit der Sitze errang. Der gegnerische [[Frente Nacional]] um die von [[Domênco Santês]] angeführte [[Volksunion]] verlor deutlich an Sitzen und die zahlreichen in Nachfolge des FF entstandenen faschistischen Splitterparteien kamen zusammen nur auf 28 Sitze in der Kammer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der neuen Mehrheit im Parlament weigerte sich Präsident Alemà, den Führer der Sozialisten [[Santiago Laval]] als Kandidaten der Volksfront zum Regierungschef zu ernennen. Gleichzeitig missachtete er das parlamentarische Misstrauensvotum gegen die Regierung Dini und zwang diese, im Amt zu bleiben. Nach einer anhaltenden Verfassungskrise, in der Ministerpräsident Dini nur noch über ein geschäftsführendes Kabinett verfügte, enthob die Nationalversammlung den Präsidenten des Amtes und wählte Santiago Laval zum neuen Präsidenten der Republik. Es kam daraufhin zu heftigen parlamentarischen Tumulten der Rechten, die das Abwahlverfahren für verfassungswidrig erklärten. Trotz der angespannten Lage fürchteten beide Seiten einen Bürgerkrieg und suchten schließlich einen Kompromiss. Die Opposition musste sich schließlich dem Mehrheitsvotum richten, woraufhin die neue Volksfrontregierung auf eine Anklage gegen den Ex-Präsidenten des Verfassungsbruchs verzichtete. &lt;br /&gt;
Laval war der erste Sozialist im höchsten Staatsamt und ernannte sogleich seinen Parteifreund [[José Saviola]] zu seinem eigenen Nachfolger als Regierungschef, der ein [[Kabinett Saviola I|sozialistisch-radikales Kabinett]] bildete, das als erste parlamentarische Regierung von den Kommunisten unterstützt wurde.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung Laval-Colón führte zahlreiche Reformen durch. Sie erließ ein allgemeines Streikrecht, führte die 40-Stunden-Woche ein und erhöhte die Löhne im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Doch hatte sie von Beginn an mit großen außen- und innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die anhaltenden separatistischen Bewegungen im micolinischen Teil Golens und die im sagradischen Teil gehegten Sympathien belasteten die Beziehungen zwischen dem autokratisch regierten Micolinien und der nun linken Bastion Sagradien nachhaltig, zumal sich Teile der neuen sagradischen Regierung wohlwollend zeigten. Als die Regierung Saviola es ablehnte, eine Reihe nach Sagradien geflüchteter, des Hochverrats angeklagter Golen an Micolinien auszuliefern kam es im Herbst 1935 - nur wenige Wochen nach dem Machtwechsel zur Linken – zu einer heftigen diplomatischen Krise ([[Golenkrise]]), in deren Lauf es fast zum Krieg zwischen den ideologisch verfeindeten Regierungen Sagradiens und Micoliniens kam, als micolinische Truppen unter dem Vorwand terroristischer Umtriebe im Grenzgebiet auf sagradisches Staatsgebiet vorstießen. Mit dem Vorwurf an die sagradische Regierung, der Lage selbst nicht Herr werden zu können, übernahmen die micolinischen Truppen binnen weniger Tagen die [[Provinz Pexace]] sowie den Westen der [[Escada]]. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, jedoch zu keiner Kriegserklärung. Der Völkerbund erwirkte einen dreimonatigen Waffenstillstand ([[Marrel-Moratorium]]), in dem es aber zu mehreren kleineren Zusammenstößen kam. Erst unter intensiver Vermittlung der internationalen Mächte unter Androhung eines internationalen Krieges erreichte die Staatengemeinschaft den Rückzug Micoliniens aus den besetzten Gebieten mit Ausnahme kleinerer Stützpunkte im [[Celistal]] und Teilen des [[Ambristals]], die noch weitere Jahrzehnte besetzt blieben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Lösung dieser Frage gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausgang der Golenkrise wurde als schwere Niederlage der neuen Linksregierung gewertet, der ihr abwartendes Verhalten als Schwäche ausgelegt wurde. Abgesehen davon, dass die pazifistischen Sozialisten eine kriegerische Auseinandersetzung ablehnten, waren der Regierung aber weithin die Hände gebunden, da sich das Militär vielerorts kaum bereit zeigte, den Befehlen des sozialistischen Verteidigungsministers zu gehorchen. Es zeigte sich das schwere Autoritätsproblem, das die Volksfrontregierung von Beginn an gegenüber Teilen des Militärs besaß, auch wenn sich der Großteil des Militärs noch loyal zeigte und es in der Folge zu einer Reihe von Disziplinarverfahren gegen renitente Offiziere kam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bezüglich des 1936 ausgebrochenen Spanischen Bürgerkriegs geriet die Volksfrontregierung in Schwierigkeiten. Während Sozialisten und Kommunisten eine Beteiligung Sagradiens auf Seiten der republikanischen Kräfte forderten, lehnten die Radikalen eine solche ab und stellten die Regierung in Frage. Die [[Kabinett Saviola|zweite Regierung Saviola]], seit April 1936 im Amt, sowie die [[Kabinett Colón II|Nachfolgeregierung unter Angel Colón]] einigten sich daher auf eine Nicht-Intervention. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als im Oktober 1937 in Alconía ein kommunistischer Aufstand gegen den lokalen Großgrundbesitz ausbrach, der eine sofortige Bodenreform forderte und sich zum blutig geführten „[[Alkonischer Oktober|Alkonischen Oktober]]“ ausweitete, zerbrach die Volksfrontregierung, da Premierminister Colón Truppen einsetzte, um den Aufstand einzudämmen. Die Kommunisten erklärten die Volksfront für beendet und forderten den Rücktritt der Regierung Colón. Dieser blieb aber im Amt und suchte sich neue Mehrheiten durch Einbeziehung liberaler Kräfte.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Neuordnung und Radikalisierung der Rechten ===&lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung führte zu einer Machtverschiebung innerhalb der sagradischen Rechten. Die Niederlage der katholisch-konservativen Volksunion bei den Wahlen 1935 und die Zerschlagung der faschistischen und extremen Rechten führte zu einem Machtvakuum, in das [[Manuel Álamo Igualde]] mit seiner radikal-konservativen [[Jugendzirkel]]-Bewegung stoßen konnte. Beim Noyarenser Parteitag der UP im Dezember 1935 wurde Álamo Igualde in einer umstrittenen Abstimmung an die Spitze der Partei gewählt. Mit den aus der Truppistenbewegung hervorgegangenen „[[Juntas Accionistas]]“ als Leibwache betrat Álamo den Parteitag, kündigte den äußersten Kampf gegen den Kommunismus und die Linke an und warnte seine Gegner vor der „Macht des Volkes“. Unter Historikern ist umstritten, wie der Parteitag von Noyar zu werten ist, doch sprechen einige von einem mehr oder weniger gewaltsamen Putsch Álamos an die Parteispitze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit reorganisierten sich auch die anderen antiparlamentarischen und antirepublikanischen Kräfte der Rechten neu. Nach dem Verbot der Aktionstruppen und der Faschistischen Front León Francês’ wirkten viele Mitglieder der Bewegung auch weiterhin im Untergrund weiter. Die terroristische rechtsextreme „[[Organisación d’Acción Patriota]]“ (OAP) verübte im ganzen Land Anschläge mit dem Ziel, die linke Regierung und die von ihr getragene Republik zu stürzen. In weiten Teilen der Republik bildeten sich zudem neue illegale paramilitärische Truppen, welche die Nachfolge der Truppistenbewegung antraten. Die bedeutendste wurde die von León Francês gegründete [[División Negra|División Sagradêsa de Ofensiva Popular]]. Noch immer mit großem Einfluss unter der faschistischen Rechten, änderte Francês nun seine Strategie. An die Stelle des stark am italienischen Faschismus orientierten antiklerikalen Programms des alten Frente Fascista verbündete sich Francês nun mit den klerikal orientierten Ultrarechten, die zuvor den [[Bloco Nacional]] bzw. den [[Frente Nacional]] unterstützt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die de facto in konkurrierende Flügel zerfallene katholisch-konservative Volksunion wurde unter Manuel Álamo Igualde neu strukturiert. Álamos parteiinterne Gegner wurden entweder aus der Partei gedrängt oder mundtot gemacht, die Parteiorganisation zentralisiert und nach dem Führerprinzip ganz auf den neuen „Chefe“ an der Spitze ausgerichtet. Auf dem Parteikongress von Malesc im Mai 1936 bekannte sich die Volksunion im „[[Manifesto de Malesc]]“ zum Programm einer autoritär-korporatistischen Verfassungsreform. Die Republik wurde als Beute der kommunistischen Revolution betrachtet, weswegen sich die Rechte hinter einer starken Persönlichkeit sammeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folgezeit kam es auch zu partiellen Annäherungen zwischen der katholischen und der faschistischen Rechten. Divisionistische &amp;quot;Blaumützen&amp;quot; sowie die weiß-blau gekleideten [[Juntas Accionistas]] als Verbände der Volksunion kämpften nun vielerorts gemeinsam gegen Kommunisten, Sozialisten und Regierungstruppen. Die Ermorderung der prominenten Kommunistin [[Mercé Restuça]] durch Divisonstruppen im Herbst 1937 blieb nur einer von vielen Ausbrüchen der Gewalt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Februarputsch und Aprilwahlen 1938 ===&lt;br /&gt;
Im Januar und Februar 1938 intensivierten sich die [[Januaraufstände 1938|Aufstände der Rechten]], die in [[Ceundâlia]] und [[Amoria]] zahlreiche linke Stadtverwaltungen übernahmen und sich der Kasernen bemächtigten. Laval stand dem weitgehend machtlos gegenüber. Der Sturz der [[Kabinett Colón IV|Regierung Colón]] durch ein Misstrauensvotum in der Abgeordnetenkammer im Januar 1938 und die etwa zeitgleich erfolgte Verhängung des Ausnahmezustands besiegelten schließlich das Schicksal der Republik. Die nationale Opposition forderte von Laval die sofortige Ernennung einer &amp;quot;Regierung der Autorität&amp;quot; und die Auflösung der Abgeordnetenkammer. Laval aber war überzeugt, eine Regierung der Rechten bedeute das Ende der Republik und betraute stattdessen nacheinander mehrere Politiker der Mitte mit der Bildung einer Koalition der Einheit, die jedoch alle scheiterten, woraufhin Präsident Laval die Kammern auflöste und Neuwahlen zum Parlament ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Divisionisten unter [[León Francês]] versuchten schließlich die unklare Situation für einen neuerlichen Putschversuch zu nutzen. Francês hoffte vor allem auf die Unterstützung der regierungsfeindlichen konservativen Rechten. Am Abend des 21. Februar 1938 wurde der sich im Wahlkampf befindliche Präsident [[Santiago Laval]] auf offener Straße von einem divisionistischen Attentäter ermordet. Anschließend versuchten Divisionisten und sympathisierende Soldaten im so genannten „[[Kommando Februar]]“ den Präsidentenpalast am [[Plazarenya]] zu stürmen und León Francês zum Staatschef zu proklamieren, was allerdings schnell scheiterte. León Francês wurde jedoch nicht festgenommen, stattdessen blieb der Wahlkampf von Gewalt überschattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den [[Aprilwahlen 1938]] gingen schließlich die Parteien der Rechten als Sieger hervor. Die zerstrittenen Parteien der ehemaligen Volksfront dagegen erlitten eine klare Niederlage. Interimspräsident [[Luciano Capón]] wurde von der Nationalversammlung zum neuen Staatspräsidenten gewählt, neuer Regierungschef wurde UP-Führer [[Manuel Álamo Igualde]]. Dieser regierte in der Folge mit einer konservativ-liberalen Mehrheit im Parlament und suchte, sein Vorhaben einer autoritären Verfassungsreform durchzusetzen, wurde aber durch seine liberalen Koalitionspartner blockiert. Gegenüber den Divisionisten legte Álamo in der Folge eine harte Hand an den Tag und verbot die Bewegung, León Francês blieb jedoch ohne Verurteilung. Dagegen wurde die Sagradische Kommunistische Partei verboten und ihre führenden Politiker verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Sagradiens im Zweiter Weltkrieg (1940-1945) ==&lt;br /&gt;
=== Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und Programm der „Comunión Nacional“ ===&lt;br /&gt;
Gegenüber der aggressiven Außenpolitik Hitlers reihte sich Manuel Álamo in die internationale Reihe der Appeasement-Politiker ein und suchte einen Krieg zu verhindern. Auch nach dem Angriff Deutschlands auf Polen im Herbst 1939 erklärte Álamo, keinen Grund für eine sagradische Intervention zu sehen. Sagradien blieb in der Folge neutral, steigerte aber die Rüstungsausgaben. Mit Beginn der Invasion Frankreichs durch deutsche Truppen im Mai 1940 stieg auch in Sagradien die Furcht vor einer Verwicklung in den Krieg. Die zahlreichen Anhänger eines Kriegseintritts auf Seiten der Alliierten verstummten mit zunehmendem Erfolg der Deutschen im Blitzkrieg. Der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland im Juni 1940 bestätigte die Regierung darin, dass ein neutrales Sagradien der beste Weg wäre, den befürchteten Angriff Deutschlands zu vereiteln. Am 1. Juni 1940 erklärte Premierminister Álamo sein Programm der „Nationalen Kommunion“, in der das ganze Land die Integrität und Sicherheit der Nation verteidigen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach dem Waffenstillstand in Compiègne kam es am 30. Juni zu einer parlamentarischen Abstimmung über ein Ermächtigungsgesetz gegenüber der Regierung Álamo, das der Exekutive erlauben sollte, exekutive und legislative Abwehrmaßnahmen gegen einen befürchteten deutschen Angriff zu ergreifen. Auch Bürgerrechte wie die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit sollten betroffen sein. Das Gesetz erhielt schließlich eine knappe parlamentarische Mehrheit, nachdem auch Teile des [[Partido Radical]] zugestimmt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem durch den nationalen Notstand erklärten Juni-Gesetz 1940 schlug Sagradien einen zunehmend autoritären Weg ein. Die Befugnisse der Regierung wurden extensiv gebraucht, die Presse deutlich eingeschränkt und schließlich auch Aktivitäten der Linksparteien kriminalisiert. Sozialistische Versammlungen wurden mit der Begründung aufgelöst, sie dienten dem Feind als Angriffsgrund und zwängen Sagradien in den Weltkrieg. Nach anhaltenden Protesten der Sozialisten folgten im August 1940 schließlich weitere Restriktionen gegen führende Politiker des [[Partido Socialista]], Abgeordnete des [[Partido Radical]] verließen die Partei und schlossen sich der neuen [[Comunión Nacional]] an, die zwar keine Staatspartei im eigentlichen Sinn darstellte, aber wesentliches Propagandainstrument der Regierung Álamo wurde und als „politische Organisation der Volksgemeinschaft“ diente, in der alle Gegensätze und Spannungen der pluralistischen Gesellschaft aufgehen und neutralisiert werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien im Zweiten Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Mit der [[Augustrevision 1940]] wurde die Verfassung aus dem Jahr 1892/95 in zentralen Punkten geändert. Staatsname blieb zwar offiziell „República Sagradêsa“, im öffentlichen Leben wurde aber fortan die Bezeichung „Sagradischer Staat“ ([[Estado Sagradês]]) bevorzugt. Die Stellung des Staatspräsidenten wurde deutlich gestärkt, die des Parlamentes geschwächt, da den Präsidenten nicht mehr mit einfacher Mehrheit absetzen konnte. Der Rat der Republik wurde nach ständestaatlichen Vorstellungen als ’’Staatsrat’’ zur korporatistischen Vertretung umgewandelt. Das Näheverhältnis zur katholischen Kirche blieb zwar nicht spannungsfrei, stellte aber eines der wichtigen Fundamente der Nationalen Kommunion dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem sagradischen Rechtsstaat wurde unter Álamos Führung nun ein autoritäres Notstandsregime. Die paramilitärischen Einheiten der [[Volksunion]] ([[Juntas Accionistas]]) wurden in der [[Miliça Nacional]] eingegliedert. Als Geheimdienst im Inneren fungierte die [[Policía Interior de Securitá]] (PIS), neben der unabhängig der [[Ordre Secreto]] besondere Funktionen übernahm und direkt dem Premierminister unterstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentral für den weiteren Kriegsverlauf sollte die Kontrolle über den [[Bretagnekanal]] werden, weswegen beide Kriegsseiten aktiv um die Gunst der Álamo-Regierung in Sagradien warben. Bereits im Frühjahr 1940 hatte es britische Pläne gegeben, eine Invasionsarmee in die sagradische Bretagne zu entsenden, um den wichtigen Kanal unter Kontrolle zu bringen, ehe dies die Deutschen tun konnten. Diese wurden mit Rücksicht auf Sagradiens offiziellen diplomatischen Status aber nicht durchgeführt. Nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 begann sich die öffentliche Meinung in Sagradien zum Krieg zu drehen. Die Zugeständnisse an Deutschland, mit dem Ziel die Neutralität zu wahren, wurden auch innerhalb der Nationalen Kommunion zunehmend unpopulär. Dazu kamen anhaltende Verletzungen der sagradischen Neutralität durch – angeblich versehentliche – deutsche Angriffe aus der Luft und auf See sowie Versuche, das Land durch Spione zu infiltrieren. Der Druck auf Álamo, Deutschland den Krieg zu erklären, wurde in der zunehmend anti-deutsch gestimmten Öffentlichkeit immer größer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konsequenz erklärte [[Sagradien]] dem Deutschen Reich am 2. April 1942 den Krieg und trat damit auf Seiten der Alliierten ins Kriegsgeschehen ein. Mit dem Kriegseintritt ging die Entscheidungsgewalt wesentlich auf Präsident [[Iacovo Jimenez Margüís]] und den Oberbefehlshaber General [[Oscar Taglle Rodríguez]] über. Dagegen verloren die [[Nationale Kommunion]] und mit ihr Premierminister [[Manuel Álamo]] schnell an Einfluss. Nach anhaltenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Margüís und Álamo wurde der Regierungschef am 5. Juni 1942 entlassen und durch den parteilosen früheren Zentralbankchef und Ministerpräsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ersetzt. Dieser bildete ein [[Kabinett Dini II|Kabinett der nationalen Verteidigung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der sagradischen Kriegserklärung nahmen deutsche Truppen schlagartig [[Fidelfe]] und weitere Städte an der sagradischen Ostküste ein, um sich den Zugang zum Kanal zu sichern ([[Operation Roderich]]). Binnen weniger Tage brachten deutsche Truppen nun große Teile des sagradischen Nordostens unter ihre Kontrolle und setzten dort den entlassenen Stellvertreter Manuel Álamos [[Caro Mêstre]] als Chef einer Gegenregierung mit Sitz im [[Ceundâlia|ceundalischen]] [[Fidelfe]] ein ([[Regierung von Fidelfe]], die als deutsche Marionettenregierung fungierte. In den besetzten Gebieten begannen die Deutschen – unterstützt von sagradischen Kollaborateuren – mit der Verfolgung der sagradischen Juden. Gleichzeitig bildete sich eine [[Resistença|Widerstandsbewegung]], die vor allem von [[PCS|Kommunisten]] und [[PS|Sozialisten]] getragen wurde. Der Partisanenbewegung gelangen wichtige Schläge gegen die Deutschen. Unterstützt wurden sie durch eine allgemeine Streikwelle, die das Regime in Fidelfe im Sommer 1944 nachhaltig destabilisierte. Der Landung der Allierten in der Normandie am 6. Juni 1944 folgte der endgültige Sieg der sagradischen Truppen und der Alliierten gegen Deutschland und die Mêstre-Kollaborateure. Die Kapitulation der letzten Regierungstruppen der Regierung von Fidelfe im August 1944 gilt als endgültiges Ende des Zweiten Weltkriegs auf sagradischem Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Sagradische Republik ==&lt;br /&gt;
=== Die Wiederbegründung der Republik ===&lt;br /&gt;
Mit der Übertragung der gesamten Exekutivgewalt auf die [[Kabinett Dini II|Regierung Dini]] im Januar 1945 begann in Sagradien der zivile Wiederaufbau. Der Kriegszustand wurde beendet. Die korporatistischen Verfassungsrevisionen von 1940 wurden weitgehend revidiert und die Bürgerrechte wieder eingesetzt. Der Staatsrat wurde aufgelöst und die ’’Dritte Sagradische Republik’’ ausgerufen. Die [[PCS|Kommunistische Partei]] wurde wieder zugelassen und an der Regierung beteiligt. Im August 1945 kam es schließlich zur [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1945|Wahl zu einer Nationalversammlung]], die eine neue Verfassung ausarbeiten sollte. Die [[Volksunion]], de größte Rechtspartei der vergangenen Republik, nahm nicht mehr an den Wahlen teil. Zu sehr war die Herrschaftszeit Manuel Álamos in Verruf geraten. Unter Einfluss des linken und liberalen Flügels der früheren Volksunion wurde als Nachfolgeorganisation der christdemokratisch inspirierte [[Partido Popular de Convergência]] gewählt, der sich für eine parlamentarische Demokratie aussprach. Stärkste Kraft bei den Wahlen wurden aber die [[PS|Sozialisten]], gefolgt von den [[PPC|Christdemokraten]] und den [[PCS|Kommunisten]]. Zum Präsidenten der Nationalversammlung wurde der Christdemokrat [[Ariel Fernando De la Roya]] gewählt. Einen Tag nach der Konstituierung der Versammlung wählte die Versammlung [[Sergio Dini]] zum provisorischen Staatsoberhaupt Sagradiens (''Presidente Provisional de la República Sagradêsa'') und den ehemaligen sozialistischen Ministerpräsidenten [[José António Saviola]] zum neuen Präsidenten der [[Provisorische Regierung Saviola I|Provisorischen Regierung]] (''Presidente del Governo Provisional''), der die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]&amp;quot; aus Sozialisten, Christdemokraten, Kommunisten und [[Partido Radical|Radikalen]] fortführte. In der Opposition dazu standen lediglich die konservativ-liberale Rechte, die jede Zusammenarbeit mit der kommunistischen Linken ablehnten, sowie mehrere rechte Splitterparteien, die als nicht koalitionsfähig angesehen wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge einigten sich die Parteien der Demokratischen Koalition auf eine liberal-parlamentarische Verfassung sowie auf ein umfassendes Wirtschaftsprogramm, das [[Sagradien]] zu einer gemischten Ökonomie aus marktwirtschaftlichen und planwirtschaftlichen Elementen machen sollte, wenngleich der marktwirtschaftliche Rahmen als starke Basis diente. Nichtsdestotrotz führte die Demokratische Koalition die Tariffreiheit ein, erließ eine gesetzliche Mindestlohnregelung und einigte sich auf einige zentrale Verstaatlichungen. Damit gelang es der neuen Regierung, zentrale Streitfragen der Zweiten Republik im breiten Konsens zu lösen und die Polarisierung zwischen der Linken und der Rechten zumindest für eine gewisse Zeit lang zu überwinden. Gleichzeitig wurde der Grundstein für den ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat gelegt, der in den Folgejahren als Basis des ökonomischen Aufschwungs betrachtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von der Demokratischen Koalition erarbeitete [[Verfassung der Dritten Sagradischen Republik]] wurde im Juli 1946 in einem Referendum dem Volk zur Abstimmung vorgelegt und wurde mit deutlicher Mehrheit der Wahlberechtigten angenommen. Sie trat daraufhin am 20. Juli 1946 in Kraft. Anders als in der Zweiten Republik sollte der [[Präsident der Republik]] als Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Truppen zukünftig für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt vom Volk gewählt werden. Daneben wurde aber das parlamentarische Prinzip verankert, da die vom Präsidenten ernannte Regierung unter Führung des [[Ministerpräsident|Präsidenten des Ministerrats]] ganz vom Vertrauen der [[Abgeordnetenkammer]] abhängig sein sollte. Neben der nach Verhältniswahlrecht gewählten [[Abgeordnetenkammer]] wurde auch der Rat in Form eines nach Mehrheitswahl zu bestimmenden [[Senat]]s wieder eingerichtet, dessen Kompetenzen aber gegenüber denen der Kammer deutlich zurücktraten. Die neue Verfassung glich in großen Teilen einem deutlichen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Regierungsparteien. Während die bürgerlichen Parteien beispielsweise gegenüber den linken ein Zweikammer- gegenüber einem Einkammersystem durchsetzten, wehrten letztere die Überlegungen zur Einführung eines Mehrheitswahlrechts auch für die Kammer ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Demokratischen Koalition zum Zentrumsblock ===&lt;br /&gt;
Wenige Wochen nach Inkraftreten der Verfassung kam es erstmals zu Parlamentswahlen zur [[Abgeordnetenkammer]] wie für den [[Senat]]. Die unterschiedlichen Wahlmodi führten dabei auch zu unterschiedlichen Mehrheitsverhältnissen. Während der Senat mehrheitlich an die bürgerlichen Parteien ging und die christdemokratische [[Volkspartei]] die größte Einzelfraktion stellte, wurden bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946]] die Sozialisten knapp stärkste Kraft vor den [[Volkspartei|Christdemokraten]] und den [[PCS|Kommunisten]]. Auf die Regierungsparteien der Demokratischen Koalition entfielen über drei Viertel der Stimmen, während die Parteien der antidemokratischen Rechten kaum eine Rolle spielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde schließlich die [[Kabinett Dorado|erste konstitutionelle Regierung]] der Dritten Republik gebildet. Sie bestand wiederum aus den Parteien der Demokratischen Koalition und suchte die Konsenspolitik fortzusetzen. Im Zeichen des entstehenden Kalten Krieges und der Entscheidungen über die außenpolitische Bündnis-Integration Sagradiens kam es zu einer zunehmenden Entfremdung der Regierungspartner, die schließlich auch – nach einer liberalen Wendung der [[Volkspartei]] – in der Wirtschaftspolitik zu unterschiedlichen Positionen kamen. In der Auseinandersetzung um die Marshallplanhilfen zerbrach die Demokratische Koalition schließlich im März 1947. Der neuen [[Kabinett Delauro|Regierung]] unter [[António Delauro]] gehörten die Kommunisten nicht mehr länger an. Wenige Monate später folgte auch der Austritt der [[PS|Sozialistischen Partei]] aus der Regierung, der jedoch von einigen Ministern nicht mitvollzogen wurde und schließlich zur zeitweiligen Spaltung der Sozialistischen Partei führte. Der rechte Flügel der Sozialisten ([[PSD]]) unter der Führung [[Santo de la Ilpa]]s begründete daraufhin zusammen mit der von [[Paulo Luciaro]] angeführten [[Volkspartei]] und dem [[Partido Radical]] eine neue &amp;quot;[[Zentrumskoalition]]&amp;quot;, die sich als westliche antiextremistische Konsenskoalition verstand. Bis 1949 amtierte [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident, ehe er von [[Paulo Luciaro]] abgelöst wurde, der mit dem [[PPC]] schließlich die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] deutlich gewann und bis 1960 Ministerpräsident blieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Wirtschafts- und Sozialpolitik blieb die Koalition des Zentrumsblocks im Grunde dem Kurs der Demokratischen Koalition treu, auch wenn vor allem die Volkspartei von nun an stärkere Akzente auf die marktwirtschaftliche Komponente zu setzen suchte. In der Außenpolitik, die von Ministerpräsident Luciaro (PPC) und Außenminister De la Ilpa (PSD) wesentlich geprägt wurde, setzte die Zentrumskoalition die deutliche Westorientierung Sagradiens gegen Widerstände von rechts und von links durch. Ziele waren die tiefere Integration in NATO, die Aussöhnung mit den westeuropäischen Nachbarn und eine stärkere westeuropäische Zusammenarbeit. Luciaro und Ilpa unterstützten die NATO-Gründung 1949, den Schuman-Plan sowie die Pläne für eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft. Unter der Regierung Luciaro-Ilpa gehörte Sagradien zudem 1951 zu den Gründern der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl ('Montanunion'). Luciaro und Ilpa gelten deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft. Außerdem bemühte sich die Koalition um einen Ausgleich mit [[Micolinien]] und eine endgültige Regelung der [[Golen]]-Frage, die aber erst nach Bruch der Koalition im Sommer 1955 in den [[Golischen Verträgen]] erreicht wurde. Sagradien verzichtete in den Golischen Verträgen offiziell auf die 1936 von Micolinien annektierten sagradischen Teile Golens und erreichte eine Kompensationszahlung von der micolinischen Regierung. Außerdem wurden die Rechte der sagradischen Minderheit in [[Micolinien]] ausgeweitet und Sagradien erhielt eine wirtschaftliche Privilegierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradisches Wirtschaftswunder und Rückkehr der moderaten Polarisierung ===&lt;br /&gt;
Nach den politischen Krisenjahren kam es in den 1950er Jahren in Sagradien wie in vielen anderen westeuropäischen Ländern zu einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung, der dank Wachstum und Arbeit einen Ausbau der sozialstaatlichen Sicherungen auf Grundlage des marktwirtschaftlichen Modells ermöglichte. Der Aufschwung wurde von vielen als Verdienst der christdemokratischen [[PPC|Volkspartei der Konvergenz]] des populären Ministerpräsidenten [[Paulo Luciaro]] angesehen. Unter Luciaro gelang es der katholischen Partei, mit einer Mischung aus pragmatischer Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik im Sinne der katholischen Soziallehre und einem gesellschaftspolitisch konservativen Kurs die politische Mitte in einer Weise zu hegemonialisieren, wie es den sagradischen Christdemokraten danach nie wieder gelingen sollte. Luciaros Volkspartei konnte dabei in großen Teilen das Wählerpotenzial ansprechen, das in der Zweiten Republik zu den Unterstützern der antidemokratischen katholischen Rechten gehört hatte, band diese aber an die demokratische und parlamentarische Ordnung und ließ post- und neofaschistische Wettbewerber auf der politischen Rechten weitgehend chancenlos. Damit verbunden war freilich der Verzicht auf eine konsequente Aufarbeitung der autoritären Vergangenheit der katholischen Rechten und die Anknüpfungspunkte an die Faschisten, von denen sich Luciaros PPC deutlich distanzierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Opposition zum Zentrumsblock standen neben der äußeren Rechten vor allem die [[Sagradische Kommunistische Partei]] sowie der linke Flügel des [[Partido Socialista]], der jedoch stetig zwischen Annäherung und Abgrenzung gegenüber den Kommunisten schwankte und stetig an Unterstützung durch die Wähler verlor. 1946 noch die stärkste Partei, erreichte der PS bei den [[Kommunalwahlen 1948]] nicht einmal 20 Prozent der Stimmen und fiel in einigen Hochburgen hinter die Kommunisten zurück. Die KPS gewann zwar durch ihre Widerstandsarbeit ganz neue Wählerpotenziale, schaffte es aber nicht, von der Schwäche der Sozialisten in einem Maß zu profitieren wie etwa die italienischen oder französischen Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg. Stattdessen übersteigten die Wähleranteile der PCS bei nationale Wahlen nur ein einziges Mal die Marke von 17 Prozent und pendelte danach zwischen zehn und 15 Prozent der Stimmen ein, während der PS sich diesem Niveau ebenfalls annäherte. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] erreichte die Sozialistische Partei nur noch knapp über 19 Prozent der Wähler und suchte in der Folge wieder eine Annäherung an den abgespaltenen rechten Parteiflügel, der nach der enttäuschenden [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954]] mit zusammen nur noch 22 Prozent für die beiden sozialistischen Konkurrenten schließlich gegen den Willen Ilpas aus der Zentrumskoalition ausschied. In der Folge kam es zu einer Neuordnung der politischen Landschaft. Die christdemokratische [[Volkspartei]] ging ein Bündnis mit den Parteien der [[UDS|Demokratischen Union]] ein, einem bürgerlich-liberalen Wahlbündnis, das 1954 gegründet und 1961 schließlich zur Partei [[UDS]] umgewandelt wurde. Zur UD gehörten sowohl konservativ-liberale Gruppen wie auch der rechte Flügel des alten [[Partido Radical]], die nun mit den Christdemokraten eine konservativ-liberale Koalition eingingen. Gegenüber dem Zentrumsblock wurden auf diese Weise die großbourgeoisen und wirtschaftsliberalen Elemente gestärkt. Auf der anderen Seite bemühten sich die zersplitterten sozialistischen Gruppierungen auf der Linken um eine Wiedervereinigung des alten [[PS]]. Bereits vor dem Ungarn-Aufstand 1956 hatten sich die Sozialisten unter dem neuen Parteisekretär [[António Santiago]] von der KPS distanziert und den außenpolitischen Positionen der Rechten angenähert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1957 schließlich kam es zur Gründung einer neuen sozialistischen Sammlungspartei, der [[Aliança Socialista d'Unitá Lavorista]], in der erstmals nicht nur traditionelle sozialistische Arbeiter, sondern auch Katholiken und Linksbürgerliche eine Heimat finden sollten. Schnell entwickelte sich die neue [[ASUL]] zu einem Integrationspol der linken Mitte und als Gegengewicht zum nach rechts treibenden [[PPC]]. In den Sechziger Jahren entwickelte sich auf diese Weise ein stabiles moderat polarisiertes Parteiensystem. Formal ähnelte es dem der späteren [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] mit einer großen sozialistischen und einer katholischen Partei, einem kommunistischen Flügel, einem schwachen sozialliberalen Zentrum in Form des [[Partido Radical-Democrático]] und einer rechtsliberalen Gruppierung. Im Gegensatz zur Zeit vor 1938 begegneten sich nun aber keine unversöhnlichen Lager mehr, die sich gegenseitig bekriegten. Stattdessen orientierte sich auch die [[ASUL]] in den 1960er Jahren deutlich zur politischen Mitte hin, erkannte die internationale Bindung Sagradiens in NATO und EG an und operierte zudem auf einer marktwirtschaftlichen Grundlage, während auch die katholische Rechte keine autoritäre Umformung mehr verfolgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die frühen Sechziger Jahre ===&lt;br /&gt;
Die Sechziger Jahre waren schließlich in [[Sagradien]] von einer zunehmenden Erosion des Gründungskonsenses zwischen den Lagern und einer zunehmenden politischen Polarisierung geprägt. Mit [[Paulo Luciaro]]s Rücktritt Anfang 1960 verließ der prägende Politiker der vergangenen fünfzehn Jahre die sagradische Politik. Sein Nachfolger als Premierminister [[Carles Angel Favale]] (seit 1964 erst als Parteivorsitzender) repräsentierte stärker als Luciaro den Typus des konservativ-katholischen Rechtsauslegers und polarisierte auch in seiner eigenen Partei. Eine ähnlich unangefochtene Stellung wie Luciaro erreichte er daher zu keiner Zeit. Im Gegenteil erreichte er vor allem die jüngeren Wählerschichten nicht, die sich seit Anfang der Sechziger Jahre zunehmend für eine Liberalisierung gesellschaftlicher Werte und Formen begeistern ließen. Es gelang Favale denn auch nicht, bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]] an die Erfolge Luciaros anzuknüpfen. Nachdem die Mitte-Rechts-Koalition zunehmend uneinig gewirkt hatte, verlor sie 1962 schließlich ihre parlamentarische Mehrheit in einer Situation, in der eine mittlere Wirtschaftskrise den Wirtschaftsaufschwung der Fünfziger Jahre zu beenden schien. Dass es in der Folge unter dem moderaten Christdemokraten [[Martín Ánibal Costa]] zu einer Großen Koalition aus [[PPC|Christdemokraten]] und [[ASUL|Sozialisten]] kam, bestätigte das grundsätzliche Konsensklima der neuen Republik im Vergleich zur alten. Dies war auch das Ziel der Regierungsparteien, die mit dem Erstarken der politischen Ränder einen Rückfall in die alte Republik befürchteten. Vor allem der Einzug der [[Partido de la Fraternitá Popular|Volksbruderschaftspartei]], einer nationalistischen, populistischen und modernisierungsfeindlichen Sammlungsbewegung der alten Mittelschichten, schürte Erinnerungen an die Erfolge der Faschisten in den Dreißiger Jahren.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz diesem Willem zum Konsens bei den Regierungsparteien gestaltete sich die Arbeit in der Regierung schwierig, zumal die Volkspartei vor allem von eigenen Machtkämpfen in der Partei geschwächt war und ASUL-Chef [[António Santiago]] es vorzog, außerhalb der Kabinettsdisziplin zu verbleiben. Es gelang der Koalition zwar, einige wirtschaftliche Aufschwungprogramme in Gang zu setzen, nach einem Jahr kam es aber zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|vorgezogenen Neuwahlen]], bei denen die liberale [[UDS]] von ihrer Oppositionsrolle profitieren konnte. Gleichzeitig wurden die [[ASUL|Sozialisten]] zum ersten Mal seit 1946 wieder die stärkste Kraft im Parlament. DIe Volksbruderschaftspartei unter ihrem populistischen Anführer [[Álvaro Blanxard Rovira]] konnte sich erneut auf fast sieben Prozent der Stimmen steigern. Im Wahlkampf waren deren Anhänger uniformiert und protestierend durch die Städte gezogen und hatten dabei nationalistische und teilweise auch antisemitische Parolen verkündet. Die Partei verfügte über kein konsistentes Parteiprogramm und setzte vor allem auf Vorurteile und in Teilen der Bevölkerung noch immer verbreitete Ressentiments gegen die parlamentarische Demokratie. Die Unfähigkeit der Großen Parteien zur konstruktiven Zusammenarbeit nutzte er, um ähnlich wie die Rechte der Zweiten Republik für eine autoritäre Umgestaltung in Form einer Präsidialdemokratie mobil zu machen. Vor allem aber stellte sich die Partei gegen den verbreiteten Willen der sagradischen Kolonien nach Unabhängigkeit, dem die großen Parteien einer nach dem anderen nachzugeben schienen. Vor allem der christlich-sozialistische Kolonialminister [[Nino Cabal]] wurde zur Zielscheibe der verbalen Angriffe der Blanxardisten, die seiner Politik Verrat an den nationalen Interessen vorwarf. Sagradien sei dabei, mit seinen Kolonien seine historische Größe zu verschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der gescheiterten Großen Koalition blieben wenige Alternativen zur Bildung einer erneuten lagerübergreifenden Regierung, dieses Mal unter Führung des [[ASUL]]-Generalsekretärs [[António Santiago]]. Dieser gab schließlich der schwierigen Option einer erneuten Großen Koalition die Alternative einer Zusammenarbeit mit den beiden liberalen Parteien den Vorrang und bildete die erste sozialistisch-liberale Koalitionsregierung der Dritten Republik aus sozialistischer [[ASUL]], linksliberaler [[PRD]] und rechtsliberaler [[UDS]]. Als Santiago nach wenigen Monaten im Amt verstarb, folgte ihm schließlich Außenminister [[Iacovo Del Pérez]] als Ministerpräsident und ASUL-Sekretär nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 schied mit Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] - acht Jahre nach dem Tod [[Santo de la Ilpa]]s und vier Jahre nach dem Rücktritt [[Paulo Luciaro]]s – eine weitere Identifikationsfigur der neuen Republik aus dem Amt. De la Roya hatte bereits in der Zweiten Republik zur liberal-katholischen Minderheit gehört und danach wesentlich die Idee einer demokratisch-katholischen Partei verfolgt. 1945 war er Präsident der [[Nationalversammlung]] und danach des [[Senat]]s geworden. 1948 zum zweiten Mal [[Bürgermeister von Semess]] - bis 1988 als letzter Christdemokrat - wurde er schließlich 1954 zum dritten [[Präsident der Republik|Präsidenten der Dritten Republik]] gewählt und 1959 mit überragender Mehrheit bereits im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Als sozial engagierter Katholik mit einem gewinnenden Auftreten erreichte De la Roya große Beliebtheitswerte. Seine zurückhaltende, aber nicht unpolitische Art der Amtsführung prägte das Amt nachhaltiger als die seiner beiden Vorgänger. Vor allem außenpolitisch setzte Roya Akzente in europäischen Integrationspolitik, aber auch in der &amp;quot;Entdeckung&amp;quot; der Dritten Welt. Er wurde vor allem als Repräsentant der neuen demokratischen, wenn auch paternalistischen Republik wahrgenommen und von der Bevölkerung liebevoll als &amp;quot;Onkel&amp;quot; bezeichnet. Royas Nachfolger [[Carles María Ortega]] erreichte derartige Popularitätswerte nicht. Als langjähriger Diplomat und Parteivorsitzender des [[PPC]] besaß er eine weniger offene Art als sein Vorgänger und übte sich in staatsmännischer Würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Radikalisierung und Revolte in den späten Sechziger Jahren ===&lt;br /&gt;
Die sozialistisch-liberale Regierung unter [[Iacovo Del Pérez]] litt ähnlich wie die Vorgängerregierung der Großen Koalition unter den geringen politischen Schnittmengen der Koalitionspartner. Dennoch gelang es Del Pérez über zweieinhalb Jahre, eine Mehrheit für seine Regierung zu organisieren. Akzente legte die neue Regierung vor allem in der Verwaltungspolitik, in dem sie erstmals die überfälligen, schon in der Verfassung von 1946 angekündigte, Gesetzgebung über die Einrichtung von regionalen Selbstverwaltungsorganen verabschiedete. Damit wurde die unitarische Republik ein Stück weit dezentralisiert, in dem neben den bestehenden vier Autonomen Provinzen auch die eingerichteten 17 Regionen des Mutterlandes eigene Volksvertretungen und Administrationen erhalten sollten. Die ersten Regionalräte traten schließlich 1968 als Delegiertenversammlungen der Provinzialverwaltungen zusammen und gaben ihrer Region jeweils ausführende Statuten. 1969 fanden schließlich wie vorgesehen die ersten [[Regionalwahlen 1969|Direktwahlen zu den Räten]] der Regionen statt. Die Autonomen Provinzen [[Ambristal]], [[Bretagne]], [[Cuentez]] sowie [[Aziz]] erhielten zudem den Status Autonomer Regionen und behielten ihre erweiterten Autonomierechte. Die im [[Código Cabal]] durchgeführte Verwaltungsreform ist als wichtige Wegmarke im sagradischen Devolutionsprozess anzusehen, der bis heute anhält. Daneben wurde unter Del Pérez auch die letzten Kolonien Mosambik, Guinea-Bissau und [[Oguana]] in die endgültige Unabhängigkeit entlassen. Außenpolitisch setzte sich die Regierung Del Pérez für eine Intensivierung des Dialogs mit den westlichen Nachbarn ein, die nicht den Europäischen Gemeinschaften angehörten. Im Sommer 1965 nahmen [[Micolinien]], [[Sagradien]] und [[San Cristo]] offizielle Dreistaatengespräche über eine verstärkte Zusammenarbeit auf, die fortan zweijährlich wiederholt werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Austritt der rechtsliberalen [[UDS|Unionsdemokraten]] aus der Regierung Anfang 1967 verlor die Mitte-Links-Regierung Del Pérez schließlich ihre parlamentarische Mehrheit. Del Pérez wurde durch ein Misstrauensvotum der Rechten sowie der Kommunisten gestürzt. Aus [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer]] ging schließlich die oppositionelle [[Volkspartei]] unter [[Carles Angel Favale]] als Sieger hervor. Favale kehrte damit nach fünf Jahren in die Präsidentschaft des Ministerrats zurück und bildete eine konservativ-liberale [[Kabinett Favale II|Minderheitsregierung]] seiner Partei mit der [[UDS]], die anfänglich von den [[PRD|Radikaldemokraten]] gestützt wurde. Kontrovers war in dieser Konstellation von Beginn an das Verhältnis der Minderheitsregierung zur [[Álvaro Blanxard Rovira|blanxardistischen]] [[PFP]], die ankündigte, eine anti-sozialistische Regierung Favale unter bestimmten Umständen zu unterstützen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=12658</id>
		<title>Geschichte der Sagradischen Republik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=12658"/>
		<updated>2013-02-03T11:41:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: /* Zweiter Weltkrieg und Sturz des Regimes */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bloco de Sinistra und Große Koalition (1917-1925) ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1917 wurden die ersten sagradischen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1917|Parlamentswahlen]] nach dem Modus der Verhältniswahl mit Listen durchgeführt. Den Sieg trugen dabei die Parteien der Linken davon. Die [[Partido Socialista|Sozialisten]], unter den Bedingungen der Mehrheitswahl meist aufgrund des Wahlkreiszuschnitts benachteiligt, wurden mit einem Stimmenanteil von über 30 Prozent erwartungsgemäßg stärkste Kraft. Die [[Partido Radical|Radikalen]] und [[PDRS|Radikalsozialisten]] kamen zusammen auf über 20 Prozent, sodass die Linksparteien des [[Bloco de Sinistra]] gemeinsam eine Mehrheit der Abgeordneten stellen konnten. Neuer Regierungschef wurde der Radikaldemokrat [[Francisco Calbane]]. Gegen die Beteiligung der Sozialisten an der Regierung spaltete sich jedoch der linke Flügel ab und bildete den oppositionellen [[Partido Socialista Independiente]], dem sich aber nur eine Minderheit von 21 Abgeordneten anschloss. Mit dem bisherigen Parteichef [[Carles Ferro Rodríguez]] trat der erste sozialistische Minister in ein Kabinett ein, ließ seine Parteimitgliedschaft aber ruhen, ehe 1919 auch offiziell Minister der PS in die Regierung eintraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der Regierung des [[Bloco de Sinistra]] war es, die laizistischen Reformen der ''sinistra laica'', unter [[Donado Salgado]] nur unvollständig durchgesetzt und inzwischen von mehreren Rechtsregierungen revidiert, endgültig zu einem Ende zu bringen und die strikte Trennung von Staat und Kirche durchzusetzen, um den Einfluss der als reaktionär betrachteten katholischen Kirche auf den sagradischen Staat zu brechen. Daneben pochten die Sozialisten auf weitgehende Sozialreformen, welche schließlich den modernen sagradischen Wohlfahrtsstaat begründen sollten. Die Linksblockregierung arbeitete außerordentlich erfolgreich und konnte in ihren vier Regierungsjahren mit dem Schulgesetz von 1918 und der Sozialgesetzgebung von 1919/20 ihre wichtigsten Reformvorhaben umsetzen. Auch der Rücktritt Calbanes 1920 bedeutete letztlich keinen Bruch der Koalition, da auch die [[Kabinett Simón López II|Nachfolgeregierung]] unter [[Carles Simón López]] von den Sozialisten unterstützt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies erreichte die Regierung trotz heftiger parteiinterner Auseinandersetzungen in der Sozialistischen Partei, die sich infolge der russischen Oktoberrevolution 1917 und im Streit um das Verhältnis zur Komintern nochmals spaltete. Da es derartige Auseinandersetzungen aber auch innerhalb des PSI gab, wo sich die ''Terceristas'' durchsetzen konnten und den [[Partido Comunista Sagradês]] begründeten, kehrten die gemäßigten Unabhängigen 1919/22 wieder in die Mutterpartei zurück, die damit eine nachhaltige Schwächung verhindern konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1921|Parlamentswahlen 1921]] wurde der PS erneut stärkste Partei, die nun im [[PRSD]] wiedervereinigten Radikalen und Radikalsozialisten erlitten aber schwere Verluste, sodass der Bloco de Sinistra seine Mehrheit im Parlament einbüßte. Erstmals traten auch die Kommunisten an und gewannen 30 Mandate in der Abgeordnetenkammer. Relativer Sieger der Wahl war die rechtsliberale [[Aliança Republicana]], die sich von 56 auf 74 Mandate verbessern konnte und nun mit den Parteien des Linksblocks eine Regierung der Großen Koalition ([[Governo del Horizonte Largo]]) unter dem Radikalen [[António Diaz]] bildeten. Die neue von der gemäßigten Linken zur gemäßigten Rechten reichende Regierung ergänzte die laizistischen Reformen und trug damit erheblich zu deren Etablierung bei. Mit den Stimmen der neuen Koalition wurde schließlich der Radikaldemokrat [[Carles Simón López]] als Nachfolger [[Cristoval Sánchez]]' zum vierten Präsidenten der Republik gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierung Diaz scheiterte zwar im Januar/Februar 1924, jedoch amtierten bis 1925 noch weitere Linksblock-Regierungen, die teilweise von den Liberalen toleriert wurden. Im Mai 1924 wurde mit [[António Sarabal]] schließlich der erste Sozialist Regierungschef, im Dezember desselben Jahres folgte ihm der ehemalige Staatspräsident [[Cristoval Sánchez]], der nun für wenige Moante auf den Stuhl des Regierungschefs zurückkehrte, ehe ihm sein Parteifreund [[Angel Colón]] mit seinem [[Kabinett Colón I|ersten Kabinett]] folgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Ära der wechselnden Rechtskoalitionen (1925-1930) === &lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Linken und der laizistischen Parteien hatte in Kombination mit dem neuen Verhältniswahlsystem innerhalb der Rechten zu einem Umstrukturierungsprozess geführt. Anlässlich der Parlamentswahlen 1917 hatten sich verschiedene monarchistische und nationalkonservative Gruppen und Abgeordnete, die zuvor nicht parteipolitisch organisiert waren, zur Fraktion der [[Conservadores Sagradés]] (COSA) vereinigt. Daneben war aus ultrakonservativen Kreisen nach dem Vorbild der Action française die reaktionäre [[Liga de la Renovación Sagradêsa]] entstanden, die den rechten Rand des sagradischen Parteienspektrums abdeckte. Renovación und Cosa kämpften nun gemeinsam energisch gegen die kirchenfeindliche Politik der laizistischen Linken und linken Mitte. Hierin wurden sie von der insgesamt gemäßigteren [[Acción Popular]] von [[Francisco Tropexas]] unterstützt, die sich jedoch im Zuge der Auseinandersetzungen um die Laizismus-Reformen der Linken zunehmend radikalisierte und schließlich spaltete. Eine progressive Minderheit, die sich christlich-sozialen und christdemokratischen Ideen geöffnet hatte, bildete aus der [[Liga del Pôpolo Jovén]] und dem [[la Vertá|Vertá]]-Kreis heraus den zentristischen [[Partido Democrático Popular]], während die Parteimehrheit auf deutlichen Abstand zur Linken ging und schließlich 1924/25 unter Einbeziehung zahlreicher Conservadores die rechtskonservative [[Unión Popular]] begründete, die sich deutlich skeptischer gegenüber der parlamentarischen Republik zeigte und nicht nur im Kirchenkampf einen radikaleren Ton anschlug als zuvor.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Unión Popular]] konnte schließlich erfolgreich die Katholiken im Land mobilisieren und auf diese Weise die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925|Parlamentswahl des Jahres 1925]] für sich entscheiden. Mit 107 Abgeordneten wurden die Katholiken zwar nur zweitstärkste Kraft, da eine neuerliche Zusammenarbeit zwischen Sozialisten und liberalen Republikanern aber scheiterte, gelangte die UP in eine Schlüsselstellung. Präsident López beließ jedoch die Minderheitsregierung Colón im Amt und weigerte sich, eine Rechtsregierung unter Beteiligung der Volksunion zu ernennen, womit er eine handfeste politische Krise auslöste. Nachdem sich López' eigene Partei jedoch mit der Aliança auf die Bildung einer Minderheitsregierung geeinigt hatte, die von den Rechten toleriert werden sollte, erklärte Präsident López seinen Rücktritt. Die Wahl seines Nachfolgers wurde zu einer der schwierigsten Wahlen der Zweiten Republik. Am Ende konnte sich überraschend der Kandidat der Volksunion [[Domênco Scalfín]] durchsetzen, der mit der Unterstützung der Rechtsparteien zum fünften Präsidenten der Republik gewählt wurde und u.a. gegen den Ex-Präsidenten [[Cristoval Sánchez]] vom [[Partido Radical]] siegte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Weltwirtschaftskrise und die Präsidentschaft Alemà Sobrantes' (1930-1934) ===&lt;br /&gt;
Die Weltwirtschaftskrise nach dem Börsencrash 1929 stürzte Sagradien in eine schwere Krise. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahr 1930 rapide an und die Wirtschaftsleistung nahm ab. Soziale Krisen überströmten das Land. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1930|Parlamentswahlen im November 1930]] standen bereits im Zeichen der Krise und brachten einen deutlichen Rechtsruck. Die Parteien der Mitte, welche die Republik geprägt hatten, Liberale und Radikale, verzeichneten herbe Verluste, während nicht nur die katholisch-konservative [[Volksunion]] und die nationalistische [[PAN]] an Zustimmung gewannen, sondern auch die [[Frente Fascista|Faschisten]] von [[León Francês]], welche ihren Sitzanteil von 4 auf 25 erhöhen konnten. Damit konnte der „Bloco Nacional“ aus UP, PAN und Landbund zwar keine absolute, aber eine relative Mehrheit der Sitze gewinnen. Ministerpräsident [[Daniel La Ponte]] von der rechtsliberalen [[ARD]], der bereits im September seine Mehrheit im Parlament verloren hatte, reichte seinen Rücktritt ein, doch erst im Januar 1931 konnte eine neue Regierung gebildet werden. UP-Führer [[Gaitán Alemà Sobrantes]], bereits als Vizeministerpräsident der starke Mann im Kabinett La Ponte, wurde nun zum Ministepräsidenten ernannt. Alemà Sobrantes bildete ein [[Kabinett Alemà Sobrantes|Rechtskabinett]] des siegreichen [[Bloco Nacional|Nationalen Blocks]], dem erstmals auch die nationalistische PAN angehörte, während die Zentrumsparteien ihre Unterstützung angekündigt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierung Alemà erreichte ihr Ziel, ein umfangreiches öffentliches Kürzungsprogramm zur Überwindung der Wirtschaftskrise nicht. Als die Liberalen ihre Unterstützung im Frühjahr 1932 aufgekündigt hatten, erbat Alemà Sobrantes bei Präsident [[Domênco Scalfín]] die Auflösung des Parlaments, der diesem Wunsch entsprach und [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1932 (April)|Neuwahlen für den April 1932]] festsetzte. Bei den Wahlen standen sich die Parteien der Linken und erneut der Nationale Block gegenüber, der nun in einer Listengemeinschaft antrat, um stärker vom Wahlsystem zu profitieren. Wieder errang der Bloco Nacional eine relative Mehrheit, verfehlte aber klar die absolute Majorität im Parlament. Die unabhängig vom Bloco antretende faschistische Rechte verbesserte sich schlagartig auf 36 Sitze in der Kammer. Die gemeinsam angetretenen Zentrumsparteien verweigerten dem Block die Unterstützung, woraufhin Präsident Scalfín ein [[Kabinett Celano López]] technisches Kabinett aus Vertretern des Zentrums und einzelner „rechter Persönlichkeiten“ unter der Führung des parteilosen Bürokraten [[Martín Celano López]] ernannte. Alemà wurde im neuen Kabinett Innenminister. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1932 wurde ein neuer Präsident der Republik gewählt. Mit der Unterstützung seines Nationalen Blocks setzte sich Gaitán Alemà Sobrantes schließlich im fünften Wahlgang gegen seine linken Mitbewerber durch, nachdem Laponte als Bewerber des Zentrums zurückgezogen hatte, und wurde damit Nachfolger von Domênco Scalfín. Stärker als dieser sah Alemà seine Rolle in einer aktiven Amtsführung und dem Ziel, Regierungen seines Vertrauens zu ernennen. Die Macht der zersplitterten Nationalversammlung sollte zurückgedrängt werden. Als einen seiner ersten Schritte löste Alemà die Kammern auf und setzte damit die zweiten Wahlen innerhalb eines Jahres an, nachdem sein Nachfolger im Amt des UP-Chefs [[Domênco Santês]] vergeblich versucht hatte, als neuer Ministerpräsident einer Rechtsregierung eine neue Mehrheit hinter sich zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1932 (Dezember|Dezemberwahlen des Jahres 1932]] brachten schließlich eine deutliche Stärkung der Ränder. Die rechtsextremen Parteien erhielten 57, die Kommunisten 85 Mandate im Unterhaus. Alemàs Ziel einer absoluten Mehrheit für seine Volksunion und ihre Verbündeten scheiterte abermals. Der parteilose [[Pietro Manuel]] wurde mit der Regierungsbildung beauftragt, Ziel war wieder ein „Kabinett der Persönlichkeiten“, das unabhängig von Parteikämpfen regieren sollte. Für die ersten drei Monate des Jahres 1933 unterstützten auch die Zentrumsparteien und die Radikalen das [[Kabinett Manuel|Kabinett]], das aber bereits im März 1933 scheiterte. [[Domênco Santês]] wurde daraufhin wieder Premierminister einer [[Kabinett Santês I|Minderheitsregierung]] des Nationalen Blocks. Mit den Stimmen der rechten Mehrheit erhielt die Regierung Santês im April 1933 für ein halbes Jahr außerordentliche Gesetzgebungsbefugnisse zur Behebung der sozialen Krise.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die anhaltende soziale Notlage führte im ganzen Land zu einer Radikalisierung der politischen Situation. Angeheizt durch die sozialen Missstände florierten die rechten [[Aktionstruppen]], die ständig wuchsen und neue Anhänger der verarmten Mittelschichten anlockten. In Teilen des Landes standen sich seit den Dezemberwochen 1933 rechte und linke Schlägertruppen und paramilitärische Verbände gegenüber. Die kommunistischen [[Rote Garden|Roten Garden]] stellten sich den rechten Aktionstruppen entgegen und versuchten vielerorts, die Revolution auszulösen. Die Regierung Santês reagierte – von Alemà bestärkt – mit eiserner Hand gegen die Rotgardisten, während die Truppisten vielerorts freie Hand erhielten. Die Politik gegenüber der radikalen Rechten blieb daher ambivalent. Im Januar 1934 wurden zahlreiche - vermeintlich gemäßigte - Truppistenverbände offiziell zu Hilfstruppen des staatlichen Militärs ernannt, nachdem sie sich auf die Regierung verpflichtet hatten. Ein Misstrauensvotum der Opposition gegen die Regierung Santês vom Oktober 1934 blieb praktisch folgenlos, da Alemà lediglich eine Kabinettsumbildung vornahm, die gemäßigten Kräfte aus der Regierung entfernte, den Armeechef [[Oscar Romero Castro]] und den Führer des rechten Flügels der UP, [[Manuel Álamo]] zu Ministern ernannte und anstelle Santês’ den bisherigen Innenminister [[Joán César Negrín]] mit dem Premieramt betraute ([[Kabinett Negrín]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herbstkrise 1934 und die Regierung Dini (1934-1935) ===&lt;br /&gt;
Die Kabinettsumbildung war der Auftakt für den ereignisreichen Krisenherbst 1934. Am 30. Oktober 1934 wurde Präsident Gaitán Alemà Sobrantes von einem kommunistisch motivierten Attentäter angeschossen. Sofort verhängte die Regierung Negrín eine allgemeine Ausgangssperre, löste die Sitzung der Nationalversammlung auf und bezichtigte die [[PCS|Kommunistische Partei]] eines Umsturzversuchs. Im ganzen Land kam es daraufhin zu einer Eskalation und zu heftigen bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Linken und Rechten. Die aufgehetzte Menge stürmte die kommunistische Parteizentrale und tötete dabei einige Mitarbeiter der Parteiführung, nur wenige Stunden später, am Morgen des 1. November 1934 wurde der KP-Chef [[Lorenzo Sabal]] von Truppisten gefangengesetzt und ermordet. Noch in der Nacht vom 1. auf den 2. November 1934 setzte Faschistenführer [[León Francês]] zum „[[Marsch auf Semess]]&amp;quot; an und versuchte durch einen [[Novemberputsch 1934|Putsch]], die Macht zu übernehmen. Francês’ Sturmtruppen nahmen binnen weniger Stunden den Platz vor dem Regierungspalais ein und forderten die Machtübergabe an Francês. Die Regierung Negrín, von den Ereignissen überrannt, zeigte sich abwartend, ehe sich Präsident Alemà zu hartem Durchgreifen entschloss und das Militär gegen die faschistischen Putschisten einsetzte. Er verhängte den Ausnahmezustand und übertrug die Exekutivgewalt an General [[Alfonso Cabarel]]. Nach wenigen Stunden bereits Militärtruppen unter General Cabarel den Platz vor dem Regierungspalast und schlugen den faschistischen Putschversuch nieder. In der Folgewoche wurden die Aktionstruppen sowie der [[Frente Fraternal]] [[León Francês]]' verboten. Der Ausnahmezustand wurde am 1. Dezember beendet und ein neues [[Kabinett Dini I|ziviles Kabinett]] unter Führung des parteilosen [[Banca de Sagradia|Nationalbank]]präsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ernannt. Dini sollte ein unabhängiges [[Kabinett Dini|Präsidialkabinett]] leiten, dem Cabarel als Armeeminister mit besonderen Befugnissen angehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage blieb aber angespannt, zumal der [[Golischer Aufstand 1935|in Golen wütende separatistische Aufstand]] gegen das rechte [[Ulisse-Regime]] auf den golischen Westen Sagradiens überzugreifen drohte, wo sich Sympathisanten des in [[Alágua]] ausgerufenen &amp;quot;[[Golischer Staat|Estat Gools]]&amp;quot; sammelten und für eine gesamtgolische Unabhängigkeit Stimmung machten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Volksfront (1935-1938) ===&lt;br /&gt;
Im gemeinsamen Kampf gegen die Bedrohung von rechts hatten sich seit 1932, erstrecht aber nach der Wahl [[Narcís Colom]]s zum KP-Sekretär im Herbst 1934 die gemäßigten Kräfte der sagradischen Linken und die Kommunisten angenähert. Für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935|auf den September 1935 vorgezogenen Parlamentswahlen]] bildeten die sagradischen Sozialisten unter [[Santiago Laval]], die Kommunisten Coloms und die linksbürgerlichen [[Partido Radical|Radikalen]] unter [[Angel Colón]] ein linkes Wahlbündnis, den [[Frente Popular]] (Volksfront), der geschlossen gegen die Parteien der Rechten antreten sollte, die zunehmend Kritik an der parlamentarischen Form der angeblich &amp;quot;sozialistisch unterwanderten&amp;quot; Republik übten und immer offener auf eine autoritäre Verfassungsreform drängten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Parlamentswahlen brachten einen knappen Sieg für die Volksfront mit sich, die von dem modifizierten Wahlsystem profitierte und die absolute Mehrheit der Sitze errang. Der gegnerische [[Frente Nacional]] um die von [[Domênco Santês]] angeführte [[Volksunion]] verlor deutlich an Sitzen und die zahlreichen in Nachfolge des FF entstandenen faschistischen Splitterparteien kamen zusammen nur auf 28 Sitze in der Kammer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der neuen Mehrheit im Parlament weigerte sich Präsident Alemà, den Führer der Sozialisten [[Santiago Laval]] als Kandidaten der Volksfront zum Regierungschef zu ernennen. Gleichzeitig missachtete er das parlamentarische Misstrauensvotum gegen die Regierung Dini und zwang diese, im Amt zu bleiben. Nach einer anhaltenden Verfassungskrise, in der Ministerpräsident Dini nur noch über ein geschäftsführendes Kabinett verfügte, enthob die Nationalversammlung den Präsidenten des Amtes und wählte Santiago Laval zum neuen Präsidenten der Republik. Es kam daraufhin zu heftigen parlamentarischen Tumulten der Rechten, die das Abwahlverfahren für verfassungswidrig erklärten. Trotz der angespannten Lage fürchteten beide Seiten einen Bürgerkrieg und suchten schließlich einen Kompromiss. Die Opposition musste sich schließlich dem Mehrheitsvotum richten, woraufhin die neue Volksfrontregierung auf eine Anklage gegen den Ex-Präsidenten des Verfassungsbruchs verzichtete. &lt;br /&gt;
Laval war der erste Sozialist im höchsten Staatsamt und ernannte sogleich seinen Parteifreund [[José Saviola]] zu seinem eigenen Nachfolger als Regierungschef, der ein [[Kabinett Saviola I|sozialistisch-radikales Kabinett]] bildete, das als erste parlamentarische Regierung von den Kommunisten unterstützt wurde.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung Laval-Colón führte zahlreiche Reformen durch. Sie erließ ein allgemeines Streikrecht, führte die 40-Stunden-Woche ein und erhöhte die Löhne im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Doch hatte sie von Beginn an mit großen außen- und innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die anhaltenden separatistischen Bewegungen im micolinischen Teil Golens und die im sagradischen Teil gehegten Sympathien belasteten die Beziehungen zwischen dem autokratisch regierten Micolinien und der nun linken Bastion Sagradien nachhaltig, zumal sich Teile der neuen sagradischen Regierung wohlwollend zeigten. Als die Regierung Saviola es ablehnte, eine Reihe nach Sagradien geflüchteter, des Hochverrats angeklagter Golen an Micolinien auszuliefern kam es im Herbst 1935 - nur wenige Wochen nach dem Machtwechsel zur Linken – zu einer heftigen diplomatischen Krise ([[Golenkrise]]), in deren Lauf es fast zum Krieg zwischen den ideologisch verfeindeten Regierungen Sagradiens und Micoliniens kam, als micolinische Truppen unter dem Vorwand terroristischer Umtriebe im Grenzgebiet auf sagradisches Staatsgebiet vorstießen. Mit dem Vorwurf an die sagradische Regierung, der Lage selbst nicht Herr werden zu können, übernahmen die micolinischen Truppen binnen weniger Tagen die [[Provinz Pexace]] sowie den Westen der [[Escada]]. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, jedoch zu keiner Kriegserklärung. Der Völkerbund erwirkte einen dreimonatigen Waffenstillstand ([[Marrel-Moratorium]]), in dem es aber zu mehreren kleineren Zusammenstößen kam. Erst unter intensiver Vermittlung der internationalen Mächte unter Androhung eines internationalen Krieges erreichte die Staatengemeinschaft den Rückzug Micoliniens aus den besetzten Gebieten mit Ausnahme kleinerer Stützpunkte im [[Celistal]] und Teilen des [[Ambristals]], die noch weitere Jahrzehnte besetzt blieben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Lösung dieser Frage gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausgang der Golenkrise wurde als schwere Niederlage der neuen Linksregierung gewertet, der ihr abwartendes Verhalten als Schwäche ausgelegt wurde. Abgesehen davon, dass die pazifistischen Sozialisten eine kriegerische Auseinandersetzung ablehnten, waren der Regierung aber weithin die Hände gebunden, da sich das Militär vielerorts kaum bereit zeigte, den Befehlen des sozialistischen Verteidigungsministers zu gehorchen. Es zeigte sich das schwere Autoritätsproblem, das die Volksfrontregierung von Beginn an gegenüber Teilen des Militärs besaß, auch wenn sich der Großteil des Militärs noch loyal zeigte und es in der Folge zu einer Reihe von Disziplinarverfahren gegen renitente Offiziere kam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bezüglich des 1936 ausgebrochenen Spanischen Bürgerkriegs geriet die Volksfrontregierung in Schwierigkeiten. Während Sozialisten und Kommunisten eine Beteiligung Sagradiens auf Seiten der republikanischen Kräfte forderten, lehnten die Radikalen eine solche ab und stellten die Regierung in Frage. Die [[Kabinett Saviola|zweite Regierung Saviola]], seit April 1936 im Amt, sowie die [[Kabinett Colón II|Nachfolgeregierung unter Angel Colón]] einigten sich daher auf eine Nicht-Intervention. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als im Oktober 1937 in Alconía ein kommunistischer Aufstand gegen den lokalen Großgrundbesitz ausbrach, der eine sofortige Bodenreform forderte und sich zum blutig geführten „[[Alkonischer Oktober|Alkonischen Oktober]]“ ausweitete, zerbrach die Volksfrontregierung, da Premierminister Colón Truppen einsetzte, um den Aufstand einzudämmen. Die Kommunisten erklärten die Volksfront für beendet und forderten den Rücktritt der Regierung Colón. Dieser blieb aber im Amt und suchte sich neue Mehrheiten durch Einbeziehung liberaler Kräfte.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Neuordnung und Radikalisierung der Rechten ===&lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung führte zu einer Machtverschiebung innerhalb der sagradischen Rechten. Die Niederlage der katholisch-konservativen Volksunion bei den Wahlen 1935 und die Zerschlagung der faschistischen und extremen Rechten führte zu einem Machtvakuum, in das [[Manuel Álamo Igualde]] mit seiner radikal-konservativen [[Jugendzirkel]]-Bewegung stoßen konnte. Beim Noyarenser Parteitag der UP im Dezember 1935 wurde Álamo Igualde in einer umstrittenen Abstimmung an die Spitze der Partei gewählt. Mit den aus der Truppistenbewegung hervorgegangenen „[[Juntas Accionistas]]“ als Leibwache betrat Álamo den Parteitag, kündigte den äußersten Kampf gegen den Kommunismus und die Linke an und warnte seine Gegner vor der „Macht des Volkes“. Unter Historikern ist umstritten, wie der Parteitag von Noyar zu werten ist, doch sprechen einige von einem mehr oder weniger gewaltsamen Putsch Álamos an die Parteispitze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit reorganisierten sich auch die anderen antiparlamentarischen und antirepublikanischen Kräfte der Rechten neu. Nach dem Verbot der Aktionstruppen und der Faschistischen Front León Francês’ wirkten viele Mitglieder der Bewegung auch weiterhin im Untergrund weiter. Die terroristische rechtsextreme „[[Organisación d’Acción Patriota]]“ (OAP) verübte im ganzen Land Anschläge mit dem Ziel, die linke Regierung und die von ihr getragene Republik zu stürzen. In weiten Teilen der Republik bildeten sich zudem neue illegale paramilitärische Truppen, welche die Nachfolge der Truppistenbewegung antraten. Die bedeutendste wurde die von León Francês gegründete [[División Negra|División Sagradêsa de Ofensiva Popular]]. Noch immer mit großem Einfluss unter der faschistischen Rechten, änderte Francês nun seine Strategie. An die Stelle des stark am italienischen Faschismus orientierten antiklerikalen Programms des alten Frente Fascista verbündete sich Francês nun mit den klerikal orientierten Ultrarechten, die zuvor den [[Bloco Nacional]] bzw. den [[Frente Nacional]] unterstützt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die de facto in konkurrierende Flügel zerfallene katholisch-konservative Volksunion wurde unter Manuel Álamo Igualde neu strukturiert. Álamos parteiinterne Gegner wurden entweder aus der Partei gedrängt oder mundtot gemacht, die Parteiorganisation zentralisiert und nach dem Führerprinzip ganz auf den neuen „Chefe“ an der Spitze ausgerichtet. Auf dem Parteikongress von Malesc im Mai 1936 bekannte sich die Volksunion im „[[Manifesto de Malesc]]“ zum Programm einer autoritär-korporatistischen Verfassungsreform. Die Republik wurde als Beute der kommunistischen Revolution betrachtet, weswegen sich die Rechte hinter einer starken Persönlichkeit sammeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folgezeit kam es auch zu partiellen Annäherungen zwischen der katholischen und der faschistischen Rechten. Divisionistische &amp;quot;Blaumützen&amp;quot; sowie die weiß-blau gekleideten [[Juntas Accionistas]] als Verbände der Volksunion kämpften nun vielerorts gemeinsam gegen Kommunisten, Sozialisten und Regierungstruppen. Die Ermorderung der prominenten Kommunistin [[Mercé Restuça]] durch Divisonstruppen im Herbst 1937 blieb nur einer von vielen Ausbrüchen der Gewalt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Februarputsch und Aprilwahlen 1938 ===&lt;br /&gt;
Im Januar und Februar 1938 intensivierten sich die [[Januaraufstände 1938|Aufstände der Rechten]], die in [[Ceundâlia]] und [[Amoria]] zahlreiche linke Stadtverwaltungen übernahmen und sich der Kasernen bemächtigten. Laval stand dem weitgehend machtlos gegenüber. Der Sturz der [[Kabinett Colón IV|Regierung Colón]] durch ein Misstrauensvotum in der Abgeordnetenkammer im Januar 1938 und die etwa zeitgleich erfolgte Verhängung des Ausnahmezustands besiegelten schließlich das Schicksal der Republik. Die nationale Opposition forderte von Laval die sofortige Ernennung einer &amp;quot;Regierung der Autorität&amp;quot; und die Auflösung der Abgeordnetenkammer. Laval aber war überzeugt, eine Regierung der Rechten bedeute das Ende der Republik und betraute stattdessen nacheinander mehrere Politiker der Mitte mit der Bildung einer Koalition der Einheit, die jedoch alle scheiterten, woraufhin Präsident Laval die Kammern auflöste und Neuwahlen zum Parlament ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Divisionisten unter [[León Francês]] versuchten schließlich die unklare Situation für einen neuerlichen Putschversuch zu nutzen. Francês hoffte vor allem auf die Unterstützung der regierungsfeindlichen konservativen Rechten. Am Abend des 21. Februar 1938 wurde der sich im Wahlkampf befindliche Präsident [[Santiago Laval]] auf offener Straße von einem divisionistischen Attentäter ermordet. Anschließend versuchten Divisionisten und sympathisierende Soldaten im so genannten „[[Kommando Februar]]“ den Präsidentenpalast am [[Plazarenya]] zu stürmen und León Francês zum Staatschef zu proklamieren, was allerdings schnell scheiterte. León Francês wurde jedoch nicht festgenommen, stattdessen blieb der Wahlkampf von Gewalt überschattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den [[Aprilwahlen 1938]] gingen schließlich die Parteien der Rechten als Sieger hervor. Die zerstrittenen Parteien der ehemaligen Volksfront dagegen erlitten eine klare Niederlage. Interimspräsident [[Luciano Capón]] wurde von der Nationalversammlung zum neuen Staatspräsidenten gewählt, neuer Regierungschef wurde UP-Führer [[Manuel Álamo Igualde]]. Dieser regierte in der Folge mit einer konservativ-liberalen Mehrheit im Parlament und suchte, sein Vorhaben einer autoritären Verfassungsreform durchzusetzen, wurde aber durch seine liberalen Koalitionspartner blockiert. Gegenüber den Divisionisten legte Álamo in der Folge eine harte Hand an den Tag und verbot die Bewegung, León Francês blieb jedoch ohne Verurteilung. Dagegen wurde die Sagradische Kommunistische Partei verboten und ihre führenden Politiker verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Sagradiens im Zweiter Weltkrieg (1940-1945) ==&lt;br /&gt;
=== Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und Programm der „Comunión Nacional“ ===&lt;br /&gt;
Gegenüber der aggressiven Außenpolitik Hitlers reihte sich Manuel Álamo in die internationale Reihe der Appeasement-Politiker ein und suchte einen Krieg zu verhindern. Auch nach dem Angriff Deutschlands auf Polen im Herbst 1939 erklärte Álamo, keinen Grund für eine sagradische Intervention zu sehen. Sagradien blieb in der Folge neutral, steigerte aber die Rüstungsausgaben. Mit Beginn der Invasion Frankreichs durch deutsche Truppen im Mai 1940 stieg auch in Sagradien die Furcht vor einer Verwicklung in den Krieg. Die zahlreichen Anhänger eines Kriegseintritts auf Seiten der Alliierten verstummten mit zunehmendem Erfolg der Deutschen im Blitzkrieg. Der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland im Juni 1940 bestätigte die Regierung darin, dass ein neutrales Sagradien der beste Weg wäre, den befürchteten Angriff Deutschlands zu vereiteln. Am 1. Juni 1940 erklärte Premierminister Álamo sein Programm der „Nationalen Kommunion“, in der das ganze Land die Integrität und Sicherheit der Nation verteidigen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach dem Waffenstillstand in Compiègne kam es am 30. Juni zu einer parlamentarischen Abstimmung über ein Ermächtigungsgesetz gegenüber der Regierung Álamo, das der Exekutive erlauben sollte, exekutive und legislative Abwehrmaßnahmen gegen einen befürchteten deutschen Angriff zu ergreifen. Auch Bürgerrechte wie die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit sollten betroffen sein. Das Gesetz erhielt schließlich eine knappe parlamentarische Mehrheit, nachdem auch Teile des [[Partido Radical]] zugestimmt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem durch den nationalen Notstand erklärten Juni-Gesetz 1940 schlug Sagradien einen zunehmend autoritären Weg ein. Die Befugnisse der Regierung wurden extensiv gebraucht, die Presse deutlich eingeschränkt und schließlich auch Aktivitäten der Linksparteien kriminalisiert. Sozialistische Versammlungen wurden mit der Begründung aufgelöst, sie dienten dem Feind als Angriffsgrund und zwängen Sagradien in den Weltkrieg. Nach anhaltenden Protesten der Sozialisten folgten im August 1940 schließlich weitere Restriktionen gegen führende Politiker des [[Partido Socialista]], Abgeordnete des [[Partido Radical]] verließen die Partei und schlossen sich der neuen [[Comunión Nacional]] an, die zwar keine Staatspartei im eigentlichen Sinn darstellte, aber wesentliches Propagandainstrument der Regierung Álamo wurde und als „politische Organisation der Volksgemeinschaft“ diente, in der alle Gegensätze und Spannungen der pluralistischen Gesellschaft aufgehen und neutralisiert werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übergang zum Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Mit der [[Augustrevision 1938]] wurde die Verfassung aus dem Jahr 1892/95 in zentralen Punkten geändert. Staatsname blieb zwar offiziell „República Sagradêsa“, im öffentlichen Leben wurde aber fortan die Bezeichung „Sagradischer Staat“ ([[Estado Sagradês]]) bevorzugt. Die Stellung des Staatspräsidenten wurde deutlich gestärkt, die des Parlamentes geschwächt, da den Präsidenten nicht mehr mit einfacher Mehrheit absetzen konnte. Der Rat der Republik wurde nach ständestaatlichen Vorstellungen als ’’Staatsrat’’ zur korporatistischen Vertretung umgewandelt. Das Näheverhältnis zur katholischen Kirche blieb zwar nicht spannungsfrei, stellte aber eines der wichtigen Fundamente der Nationalen Kommunion dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem sagradischen Rechtsstaat wurde unter Álamos Führung nun ein autoritäres Notstandsregime. Die paramilitärischen Einheiten der [[Volksunion]] ([[Juntas Accionistas]]) wurden in der [[Miliça Nacional]] eingegliedert. Als Geheimdienst im Inneren fungierte die [[Policía Interior de Securitá]] (PIS), neben der unabhängig der [[Ordre Secreto]] besondere Funktionen übernahm und direkt dem Premierminister unterstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zentral für den weiteren Kriegsverlauf sollte die Kontrolle über den [[Bretagnekanal]] werden, weswegen beide Kriegsseiten aktiv um die Gunst der Álamo-Regierung in Sagradien warben. Bereits im Frühjahr 1940 hatte es britische Pläne gegeben, eine Invasionsarmee in die sagradische Bretagne zu entsenden, um den wichtigen Kanal unter Kontrolle zu bringen, ehe dies die Deutschen tun konnten. Diese wurden mit Rücksicht auf Sagradiens offiziellen diplomatischen Status aber nicht durchgeführt. Nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 begann sich die öffentliche Meinung in Sagradien zum Krieg zu drehen. Die Zugeständnisse an Deutschland, mit dem Ziel die Neutralität zu wahren, wurden auch innerhalb der Nationalen Kommunion zunehmend unpopulär. Dazu kamen anhaltende Verletzungen der sagradischen Neutralität durch – angeblich versehentliche – deutsche Angriffe aus der Luft und auf See sowie Versuche, das Land durch Spione zu infiltrieren. Der Druck auf Álamo, Deutschland den Krieg zu erklären, wurde in der zunehmend anti-deutsch gestimmten Öffentlichkeit immer größer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konsequenz erklärte [[Sagradien]] dem Deutschen Reich am 2. April 1942 den Krieg und trat damit auf Seiten der Alliierten ins Kriegsgeschehen ein. Mit dem Kriegseintritt ging die Entscheidungsgewalt wesentlich auf Präsident [[Iacovo Jimenez Margüís]] und den Oberbefehlshaber General [[Oscar Taglle Rodríguez]] über. Dagegen verloren die [[Nationale Kommunion]] und mit ihr Premierminister [[Manuel Álamo]] schnell an Einfluss. Nach anhaltenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Margüís und Álamo wurde der Regierungschef am 5. Juni 1942 entlassen und durch den parteilosen früheren Zentralbankchef und Ministerpräsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ersetzt. Dieser bildete ein [[Kabinett Dini II|Kabinett der nationalen Verteidigung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der sagradischen Kriegserklärung nahmen deutsche Truppen schlagartig [[Fidelfe]] und weitere Städte an der sagradischen Ostküste ein, um sich den Zugang zum Kanal zu sichern ([[Operation Roderich]]). Binnen weniger Tage brachten deutsche Truppen nun große Teile des sagradischen Nordostens unter ihre Kontrolle und setzten dort den entlassenen Stellvertreter Manuel Álamos [[Caro Mêstre]] als Chef einer Gegenregierung mit Sitz im [[Ceundâlia|ceundalischen]] [[Fidelfe]] ein ([[Regierung von Fidelfe]], die als deutsche Marionettenregierung fungierte. In den besetzten Gebieten begannen die Deutschen – unterstützt von sagradischen Kollaborateuren – mit der Verfolgung der sagradischen Juden. Gleichzeitig bildete sich eine [[Resistença|Widerstandsbewegung]], die vor allem von [[PCS|Kommunisten]] und [[PS|Sozialisten]] getragen wurde. Der Partisanenbewegung gelangen wichtige Schläge gegen die Deutschen. Unterstützt wurden sie durch eine allgemeine Streikwelle, die das Regime in Fidelfe im Sommer 1944 nachhaltig destabilisierte. Der Landung der Allierten in der Normandie am 6. Juni 1944 folgte der endgültige Sieg der sagradischen Truppen und der Alliierten gegen Deutschland und die Mêstre-Kollaborateure. Die Kapitulation der letzten Regierungstruppen der Regierung von Fidelfe im August 1944 gilt als endgültiges Ende des Zweiten Weltkriegs auf sagradischem Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Sagradische Republik ==&lt;br /&gt;
=== Die Wiederbegründung der Republik ===&lt;br /&gt;
Mit der Übertragung der gesamten Exekutivgewalt auf die [[Kabinett Dini II|Regierung Dini]] im Januar 1945 begann in Sagradien der zivile Wiederaufbau. Der Kriegszustand wurde beendet. Die korporatistischen Verfassungsrevisionen von 1940 wurden weitgehend revidiert und die Bürgerrechte wieder eingesetzt. Der Staatsrat wurde aufgelöst und die ’’Dritte Sagradische Republik’’ ausgerufen. Die [[PCS|Kommunistische Partei]] wurde wieder zugelassen und an der Regierung beteiligt. Im August 1945 kam es schließlich zur [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1945|Wahl zu einer Nationalversammlung]], die eine neue Verfassung ausarbeiten sollte. Die [[Volksunion]], de größte Rechtspartei der vergangenen Republik, nahm nicht mehr an den Wahlen teil. Zu sehr war die Herrschaftszeit Manuel Álamos in Verruf geraten. Unter Einfluss des linken und liberalen Flügels der früheren Volksunion wurde als Nachfolgeorganisation der christdemokratisch inspirierte [[Partido Popular de Convergência]] gewählt, der sich für eine parlamentarische Demokratie aussprach. Stärkste Kraft bei den Wahlen wurden aber die [[PS|Sozialisten]], gefolgt von den [[PPC|Christdemokraten]] und den [[PCS|Kommunisten]]. Zum Präsidenten der Nationalversammlung wurde der Christdemokrat [[Ariel Fernando De la Roya]] gewählt. Einen Tag nach der Konstituierung der Versammlung wählte die Versammlung [[Sergio Dini]] zum provisorischen Staatsoberhaupt Sagradiens (''Presidente Provisional de la República Sagradêsa'') und den ehemaligen sozialistischen Ministerpräsidenten [[José António Saviola]] zum neuen Präsidenten der [[Provisorische Regierung Saviola I|Provisorischen Regierung]] (''Presidente del Governo Provisional''), der die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]&amp;quot; aus Sozialisten, Christdemokraten, Kommunisten und [[Partido Radical|Radikalen]] fortführte. In der Opposition dazu standen lediglich die konservativ-liberale Rechte, die jede Zusammenarbeit mit der kommunistischen Linken ablehnten, sowie mehrere rechte Splitterparteien, die als nicht koalitionsfähig angesehen wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge einigten sich die Parteien der Demokratischen Koalition auf eine liberal-parlamentarische Verfassung sowie auf ein umfassendes Wirtschaftsprogramm, das [[Sagradien]] zu einer gemischten Ökonomie aus marktwirtschaftlichen und planwirtschaftlichen Elementen machen sollte, wenngleich der marktwirtschaftliche Rahmen als starke Basis diente. Nichtsdestotrotz führte die Demokratische Koalition die Tariffreiheit ein, erließ eine gesetzliche Mindestlohnregelung und einigte sich auf einige zentrale Verstaatlichungen. Damit gelang es der neuen Regierung, zentrale Streitfragen der Zweiten Republik im breiten Konsens zu lösen und die Polarisierung zwischen der Linken und der Rechten zumindest für eine gewisse Zeit lang zu überwinden. Gleichzeitig wurde der Grundstein für den ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat gelegt, der in den Folgejahren als Basis des ökonomischen Aufschwungs betrachtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von der Demokratischen Koalition erarbeitete [[Verfassung der Dritten Sagradischen Republik]] wurde im Juli 1946 in einem Referendum dem Volk zur Abstimmung vorgelegt und wurde mit deutlicher Mehrheit der Wahlberechtigten angenommen. Sie trat daraufhin am 20. Juli 1946 in Kraft. Anders als in der Zweiten Republik sollte der [[Präsident der Republik]] als Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Truppen zukünftig für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt vom Volk gewählt werden. Daneben wurde aber das parlamentarische Prinzip verankert, da die vom Präsidenten ernannte Regierung unter Führung des [[Ministerpräsident|Präsidenten des Ministerrats]] ganz vom Vertrauen der [[Abgeordnetenkammer]] abhängig sein sollte. Neben der nach Verhältniswahlrecht gewählten [[Abgeordnetenkammer]] wurde auch der Rat in Form eines nach Mehrheitswahl zu bestimmenden [[Senat]]s wieder eingerichtet, dessen Kompetenzen aber gegenüber denen der Kammer deutlich zurücktraten. Die neue Verfassung glich in großen Teilen einem deutlichen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Regierungsparteien. Während die bürgerlichen Parteien beispielsweise gegenüber den linken ein Zweikammer- gegenüber einem Einkammersystem durchsetzten, wehrten letztere die Überlegungen zur Einführung eines Mehrheitswahlrechts auch für die Kammer ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Demokratischen Koalition zum Zentrumsblock ===&lt;br /&gt;
Wenige Wochen nach Inkraftreten der Verfassung kam es erstmals zu Parlamentswahlen zur [[Abgeordnetenkammer]] wie für den [[Senat]]. Die unterschiedlichen Wahlmodi führten dabei auch zu unterschiedlichen Mehrheitsverhältnissen. Während der Senat mehrheitlich an die bürgerlichen Parteien ging und die christdemokratische [[Volkspartei]] die größte Einzelfraktion stellte, wurden bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946]] die Sozialisten knapp stärkste Kraft vor den [[Volkspartei|Christdemokraten]] und den [[PCS|Kommunisten]]. Auf die Regierungsparteien der Demokratischen Koalition entfielen über drei Viertel der Stimmen, während die Parteien der antidemokratischen Rechten kaum eine Rolle spielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde schließlich die [[Kabinett Dorado|erste konstitutionelle Regierung]] der Dritten Republik gebildet. Sie bestand wiederum aus den Parteien der Demokratischen Koalition und suchte die Konsenspolitik fortzusetzen. Im Zeichen des entstehenden Kalten Krieges und der Entscheidungen über die außenpolitische Bündnis-Integration Sagradiens kam es zu einer zunehmenden Entfremdung der Regierungspartner, die schließlich auch – nach einer liberalen Wendung der [[Volkspartei]] – in der Wirtschaftspolitik zu unterschiedlichen Positionen kamen. In der Auseinandersetzung um die Marshallplanhilfen zerbrach die Demokratische Koalition schließlich im März 1947. Der neuen [[Kabinett Delauro|Regierung]] unter [[António Delauro]] gehörten die Kommunisten nicht mehr länger an. Wenige Monate später folgte auch der Austritt der [[PS|Sozialistischen Partei]] aus der Regierung, der jedoch von einigen Ministern nicht mitvollzogen wurde und schließlich zur zeitweiligen Spaltung der Sozialistischen Partei führte. Der rechte Flügel der Sozialisten ([[PSD]]) unter der Führung [[Santo de la Ilpa]]s begründete daraufhin zusammen mit der von [[Paulo Luciaro]] angeführten [[Volkspartei]] und dem [[Partido Radical]] eine neue &amp;quot;[[Zentrumskoalition]]&amp;quot;, die sich als westliche antiextremistische Konsenskoalition verstand. Bis 1949 amtierte [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident, ehe er von [[Paulo Luciaro]] abgelöst wurde, der mit dem [[PPC]] schließlich die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] deutlich gewann und bis 1960 Ministerpräsident blieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Wirtschafts- und Sozialpolitik blieb die Koalition des Zentrumsblocks im Grunde dem Kurs der Demokratischen Koalition treu, auch wenn vor allem die Volkspartei von nun an stärkere Akzente auf die marktwirtschaftliche Komponente zu setzen suchte. In der Außenpolitik, die von Ministerpräsident Luciaro (PPC) und Außenminister De la Ilpa (PSD) wesentlich geprägt wurde, setzte die Zentrumskoalition die deutliche Westorientierung Sagradiens gegen Widerstände von rechts und von links durch. Ziele waren die tiefere Integration in NATO, die Aussöhnung mit den westeuropäischen Nachbarn und eine stärkere westeuropäische Zusammenarbeit. Luciaro und Ilpa unterstützten die NATO-Gründung 1949, den Schuman-Plan sowie die Pläne für eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft. Unter der Regierung Luciaro-Ilpa gehörte Sagradien zudem 1951 zu den Gründern der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl ('Montanunion'). Luciaro und Ilpa gelten deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft. Außerdem bemühte sich die Koalition um einen Ausgleich mit [[Micolinien]] und eine endgültige Regelung der [[Golen]]-Frage, die aber erst nach Bruch der Koalition im Sommer 1955 in den [[Golischen Verträgen]] erreicht wurde. Sagradien verzichtete in den Golischen Verträgen offiziell auf die 1936 von Micolinien annektierten sagradischen Teile Golens und erreichte eine Kompensationszahlung von der micolinischen Regierung. Außerdem wurden die Rechte der sagradischen Minderheit in [[Micolinien]] ausgeweitet und Sagradien erhielt eine wirtschaftliche Privilegierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradisches Wirtschaftswunder und Rückkehr der moderaten Polarisierung ===&lt;br /&gt;
Nach den politischen Krisenjahren kam es in den 1950er Jahren in Sagradien wie in vielen anderen westeuropäischen Ländern zu einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung, der dank Wachstum und Arbeit einen Ausbau der sozialstaatlichen Sicherungen auf Grundlage des marktwirtschaftlichen Modells ermöglichte. Der Aufschwung wurde von vielen als Verdienst der christdemokratischen [[PPC|Volkspartei der Konvergenz]] des populären Ministerpräsidenten [[Paulo Luciaro]] angesehen. Unter Luciaro gelang es der katholischen Partei, mit einer Mischung aus pragmatischer Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik im Sinne der katholischen Soziallehre und einem gesellschaftspolitisch konservativen Kurs die politische Mitte in einer Weise zu hegemonialisieren, wie es den sagradischen Christdemokraten danach nie wieder gelingen sollte. Luciaros Volkspartei konnte dabei in großen Teilen das Wählerpotenzial ansprechen, das in der Zweiten Republik zu den Unterstützern der antidemokratischen katholischen Rechten gehört hatte, band diese aber an die demokratische und parlamentarische Ordnung und ließ post- und neofaschistische Wettbewerber auf der politischen Rechten weitgehend chancenlos. Damit verbunden war freilich der Verzicht auf eine konsequente Aufarbeitung der autoritären Vergangenheit der katholischen Rechten und die Anknüpfungspunkte an die Faschisten, von denen sich Luciaros PPC deutlich distanzierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Opposition zum Zentrumsblock standen neben der äußeren Rechten vor allem die [[Sagradische Kommunistische Partei]] sowie der linke Flügel des [[Partido Socialista]], der jedoch stetig zwischen Annäherung und Abgrenzung gegenüber den Kommunisten schwankte und stetig an Unterstützung durch die Wähler verlor. 1946 noch die stärkste Partei, erreichte der PS bei den [[Kommunalwahlen 1948]] nicht einmal 20 Prozent der Stimmen und fiel in einigen Hochburgen hinter die Kommunisten zurück. Die KPS gewann zwar durch ihre Widerstandsarbeit ganz neue Wählerpotenziale, schaffte es aber nicht, von der Schwäche der Sozialisten in einem Maß zu profitieren wie etwa die italienischen oder französischen Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg. Stattdessen übersteigten die Wähleranteile der PCS bei nationale Wahlen nur ein einziges Mal die Marke von 17 Prozent und pendelte danach zwischen zehn und 15 Prozent der Stimmen ein, während der PS sich diesem Niveau ebenfalls annäherte. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] erreichte die Sozialistische Partei nur noch knapp über 19 Prozent der Wähler und suchte in der Folge wieder eine Annäherung an den abgespaltenen rechten Parteiflügel, der nach der enttäuschenden [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954]] mit zusammen nur noch 22 Prozent für die beiden sozialistischen Konkurrenten schließlich gegen den Willen Ilpas aus der Zentrumskoalition ausschied. In der Folge kam es zu einer Neuordnung der politischen Landschaft. Die christdemokratische [[Volkspartei]] ging ein Bündnis mit den Parteien der [[UDS|Demokratischen Union]] ein, einem bürgerlich-liberalen Wahlbündnis, das 1954 gegründet und 1961 schließlich zur Partei [[UDS]] umgewandelt wurde. Zur UD gehörten sowohl konservativ-liberale Gruppen wie auch der rechte Flügel des alten [[Partido Radical]], die nun mit den Christdemokraten eine konservativ-liberale Koalition eingingen. Gegenüber dem Zentrumsblock wurden auf diese Weise die großbourgeoisen und wirtschaftsliberalen Elemente gestärkt. Auf der anderen Seite bemühten sich die zersplitterten sozialistischen Gruppierungen auf der Linken um eine Wiedervereinigung des alten [[PS]]. Bereits vor dem Ungarn-Aufstand 1956 hatten sich die Sozialisten unter dem neuen Parteisekretär [[António Santiago]] von der KPS distanziert und den außenpolitischen Positionen der Rechten angenähert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1957 schließlich kam es zur Gründung einer neuen sozialistischen Sammlungspartei, der [[Aliança Socialista d'Unitá Lavorista]], in der erstmals nicht nur traditionelle sozialistische Arbeiter, sondern auch Katholiken und Linksbürgerliche eine Heimat finden sollten. Schnell entwickelte sich die neue [[ASUL]] zu einem Integrationspol der linken Mitte und als Gegengewicht zum nach rechts treibenden [[PPC]]. In den Sechziger Jahren entwickelte sich auf diese Weise ein stabiles moderat polarisiertes Parteiensystem. Formal ähnelte es dem der späteren [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] mit einer großen sozialistischen und einer katholischen Partei, einem kommunistischen Flügel, einem schwachen sozialliberalen Zentrum in Form des [[Partido Radical-Democrático]] und einer rechtsliberalen Gruppierung. Im Gegensatz zur Zeit vor 1938 begegneten sich nun aber keine unversöhnlichen Lager mehr, die sich gegenseitig bekriegten. Stattdessen orientierte sich auch die [[ASUL]] in den 1960er Jahren deutlich zur politischen Mitte hin, erkannte die internationale Bindung Sagradiens in NATO und EG an und operierte zudem auf einer marktwirtschaftlichen Grundlage, während auch die katholische Rechte keine autoritäre Umformung mehr verfolgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die frühen Sechziger Jahre ===&lt;br /&gt;
Die Sechziger Jahre waren schließlich in [[Sagradien]] von einer zunehmenden Erosion des Gründungskonsenses zwischen den Lagern und einer zunehmenden politischen Polarisierung geprägt. Mit [[Paulo Luciaro]]s Rücktritt Anfang 1960 verließ der prägende Politiker der vergangenen fünfzehn Jahre die sagradische Politik. Sein Nachfolger als Premierminister [[Carles Angel Favale]] (seit 1964 erst als Parteivorsitzender) repräsentierte stärker als Luciaro den Typus des konservativ-katholischen Rechtsauslegers und polarisierte auch in seiner eigenen Partei. Eine ähnlich unangefochtene Stellung wie Luciaro erreichte er daher zu keiner Zeit. Im Gegenteil erreichte er vor allem die jüngeren Wählerschichten nicht, die sich seit Anfang der Sechziger Jahre zunehmend für eine Liberalisierung gesellschaftlicher Werte und Formen begeistern ließen. Es gelang Favale denn auch nicht, bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]] an die Erfolge Luciaros anzuknüpfen. Nachdem die Mitte-Rechts-Koalition zunehmend uneinig gewirkt hatte, verlor sie 1962 schließlich ihre parlamentarische Mehrheit in einer Situation, in der eine mittlere Wirtschaftskrise den Wirtschaftsaufschwung der Fünfziger Jahre zu beenden schien. Dass es in der Folge unter dem moderaten Christdemokraten [[Martín Ánibal Costa]] zu einer Großen Koalition aus [[PPC|Christdemokraten]] und [[ASUL|Sozialisten]] kam, bestätigte das grundsätzliche Konsensklima der neuen Republik im Vergleich zur alten. Dies war auch das Ziel der Regierungsparteien, die mit dem Erstarken der politischen Ränder einen Rückfall in die alte Republik befürchteten. Vor allem der Einzug der [[Partido de la Fraternitá Popular|Volksbruderschaftspartei]], einer nationalistischen, populistischen und modernisierungsfeindlichen Sammlungsbewegung der alten Mittelschichten, schürte Erinnerungen an die Erfolge der Faschisten in den Dreißiger Jahren.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz diesem Willem zum Konsens bei den Regierungsparteien gestaltete sich die Arbeit in der Regierung schwierig, zumal die Volkspartei vor allem von eigenen Machtkämpfen in der Partei geschwächt war und ASUL-Chef [[António Santiago]] es vorzog, außerhalb der Kabinettsdisziplin zu verbleiben. Es gelang der Koalition zwar, einige wirtschaftliche Aufschwungprogramme in Gang zu setzen, nach einem Jahr kam es aber zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|vorgezogenen Neuwahlen]], bei denen die liberale [[UDS]] von ihrer Oppositionsrolle profitieren konnte. Gleichzeitig wurden die [[ASUL|Sozialisten]] zum ersten Mal seit 1946 wieder die stärkste Kraft im Parlament. DIe Volksbruderschaftspartei unter ihrem populistischen Anführer [[Álvaro Blanxard Rovira]] konnte sich erneut auf fast sieben Prozent der Stimmen steigern. Im Wahlkampf waren deren Anhänger uniformiert und protestierend durch die Städte gezogen und hatten dabei nationalistische und teilweise auch antisemitische Parolen verkündet. Die Partei verfügte über kein konsistentes Parteiprogramm und setzte vor allem auf Vorurteile und in Teilen der Bevölkerung noch immer verbreitete Ressentiments gegen die parlamentarische Demokratie. Die Unfähigkeit der Großen Parteien zur konstruktiven Zusammenarbeit nutzte er, um ähnlich wie die Rechte der Zweiten Republik für eine autoritäre Umgestaltung in Form einer Präsidialdemokratie mobil zu machen. Vor allem aber stellte sich die Partei gegen den verbreiteten Willen der sagradischen Kolonien nach Unabhängigkeit, dem die großen Parteien einer nach dem anderen nachzugeben schienen. Vor allem der christlich-sozialistische Kolonialminister [[Nino Cabal]] wurde zur Zielscheibe der verbalen Angriffe der Blanxardisten, die seiner Politik Verrat an den nationalen Interessen vorwarf. Sagradien sei dabei, mit seinen Kolonien seine historische Größe zu verschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der gescheiterten Großen Koalition blieben wenige Alternativen zur Bildung einer erneuten lagerübergreifenden Regierung, dieses Mal unter Führung des [[ASUL]]-Generalsekretärs [[António Santiago]]. Dieser gab schließlich der schwierigen Option einer erneuten Großen Koalition die Alternative einer Zusammenarbeit mit den beiden liberalen Parteien den Vorrang und bildete die erste sozialistisch-liberale Koalitionsregierung der Dritten Republik aus sozialistischer [[ASUL]], linksliberaler [[PRD]] und rechtsliberaler [[UDS]]. Als Santiago nach wenigen Monaten im Amt verstarb, folgte ihm schließlich Außenminister [[Iacovo Del Pérez]] als Ministerpräsident und ASUL-Sekretär nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 schied mit Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] - acht Jahre nach dem Tod [[Santo de la Ilpa]]s und vier Jahre nach dem Rücktritt [[Paulo Luciaro]]s – eine weitere Identifikationsfigur der neuen Republik aus dem Amt. De la Roya hatte bereits in der Zweiten Republik zur liberal-katholischen Minderheit gehört und danach wesentlich die Idee einer demokratisch-katholischen Partei verfolgt. 1945 war er Präsident der [[Nationalversammlung]] und danach des [[Senat]]s geworden. 1948 zum zweiten Mal [[Bürgermeister von Semess]] - bis 1988 als letzter Christdemokrat - wurde er schließlich 1954 zum dritten [[Präsident der Republik|Präsidenten der Dritten Republik]] gewählt und 1959 mit überragender Mehrheit bereits im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Als sozial engagierter Katholik mit einem gewinnenden Auftreten erreichte De la Roya große Beliebtheitswerte. Seine zurückhaltende, aber nicht unpolitische Art der Amtsführung prägte das Amt nachhaltiger als die seiner beiden Vorgänger. Vor allem außenpolitisch setzte Roya Akzente in europäischen Integrationspolitik, aber auch in der &amp;quot;Entdeckung&amp;quot; der Dritten Welt. Er wurde vor allem als Repräsentant der neuen demokratischen, wenn auch paternalistischen Republik wahrgenommen und von der Bevölkerung liebevoll als &amp;quot;Onkel&amp;quot; bezeichnet. Royas Nachfolger [[Carles María Ortega]] erreichte derartige Popularitätswerte nicht. Als langjähriger Diplomat und Parteivorsitzender des [[PPC]] besaß er eine weniger offene Art als sein Vorgänger und übte sich in staatsmännischer Würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Radikalisierung und Revolte in den späten Sechziger Jahren ===&lt;br /&gt;
Die sozialistisch-liberale Regierung unter [[Iacovo Del Pérez]] litt ähnlich wie die Vorgängerregierung der Großen Koalition unter den geringen politischen Schnittmengen der Koalitionspartner. Dennoch gelang es Del Pérez über zweieinhalb Jahre, eine Mehrheit für seine Regierung zu organisieren. Akzente legte die neue Regierung vor allem in der Verwaltungspolitik, in dem sie erstmals die überfälligen, schon in der Verfassung von 1946 angekündigte, Gesetzgebung über die Einrichtung von regionalen Selbstverwaltungsorganen verabschiedete. Damit wurde die unitarische Republik ein Stück weit dezentralisiert, in dem neben den bestehenden vier Autonomen Provinzen auch die eingerichteten 17 Regionen des Mutterlandes eigene Volksvertretungen und Administrationen erhalten sollten. Die ersten Regionalräte traten schließlich 1968 als Delegiertenversammlungen der Provinzialverwaltungen zusammen und gaben ihrer Region jeweils ausführende Statuten. 1969 fanden schließlich wie vorgesehen die ersten [[Regionalwahlen 1969|Direktwahlen zu den Räten]] der Regionen statt. Die Autonomen Provinzen [[Ambristal]], [[Bretagne]], [[Cuentez]] sowie [[Aziz]] erhielten zudem den Status Autonomer Regionen und behielten ihre erweiterten Autonomierechte. Die im [[Código Cabal]] durchgeführte Verwaltungsreform ist als wichtige Wegmarke im sagradischen Devolutionsprozess anzusehen, der bis heute anhält. Daneben wurde unter Del Pérez auch die letzten Kolonien Mosambik, Guinea-Bissau und [[Oguana]] in die endgültige Unabhängigkeit entlassen. Außenpolitisch setzte sich die Regierung Del Pérez für eine Intensivierung des Dialogs mit den westlichen Nachbarn ein, die nicht den Europäischen Gemeinschaften angehörten. Im Sommer 1965 nahmen [[Micolinien]], [[Sagradien]] und [[San Cristo]] offizielle Dreistaatengespräche über eine verstärkte Zusammenarbeit auf, die fortan zweijährlich wiederholt werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Austritt der rechtsliberalen [[UDS|Unionsdemokraten]] aus der Regierung Anfang 1967 verlor die Mitte-Links-Regierung Del Pérez schließlich ihre parlamentarische Mehrheit. Del Pérez wurde durch ein Misstrauensvotum der Rechten sowie der Kommunisten gestürzt. Aus [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer]] ging schließlich die oppositionelle [[Volkspartei]] unter [[Carles Angel Favale]] als Sieger hervor. Favale kehrte damit nach fünf Jahren in die Präsidentschaft des Ministerrats zurück und bildete eine konservativ-liberale [[Kabinett Favale II|Minderheitsregierung]] seiner Partei mit der [[UDS]], die anfänglich von den [[PRD|Radikaldemokraten]] gestützt wurde. Kontrovers war in dieser Konstellation von Beginn an das Verhältnis der Minderheitsregierung zur [[Álvaro Blanxard Rovira|blanxardistischen]] [[PFP]], die ankündigte, eine anti-sozialistische Regierung Favale unter bestimmten Umständen zu unterstützen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=12657</id>
		<title>Geschichte der Sagradischen Republik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Geschichte_der_Sagradischen_Republik&amp;diff=12657"/>
		<updated>2013-02-03T11:40:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.63.253: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Geschichte der Zweiten Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bloco de Sinistra und Große Koalition (1917-1925) ===&lt;br /&gt;
Im Jahr 1917 wurden die ersten sagradischen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1917|Parlamentswahlen]] nach dem Modus der Verhältniswahl mit Listen durchgeführt. Den Sieg trugen dabei die Parteien der Linken davon. Die [[Partido Socialista|Sozialisten]], unter den Bedingungen der Mehrheitswahl meist aufgrund des Wahlkreiszuschnitts benachteiligt, wurden mit einem Stimmenanteil von über 30 Prozent erwartungsgemäßg stärkste Kraft. Die [[Partido Radical|Radikalen]] und [[PDRS|Radikalsozialisten]] kamen zusammen auf über 20 Prozent, sodass die Linksparteien des [[Bloco de Sinistra]] gemeinsam eine Mehrheit der Abgeordneten stellen konnten. Neuer Regierungschef wurde der Radikaldemokrat [[Francisco Calbane]]. Gegen die Beteiligung der Sozialisten an der Regierung spaltete sich jedoch der linke Flügel ab und bildete den oppositionellen [[Partido Socialista Independiente]], dem sich aber nur eine Minderheit von 21 Abgeordneten anschloss. Mit dem bisherigen Parteichef [[Carles Ferro Rodríguez]] trat der erste sozialistische Minister in ein Kabinett ein, ließ seine Parteimitgliedschaft aber ruhen, ehe 1919 auch offiziell Minister der PS in die Regierung eintraten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel der Regierung des [[Bloco de Sinistra]] war es, die laizistischen Reformen der ''sinistra laica'', unter [[Donado Salgado]] nur unvollständig durchgesetzt und inzwischen von mehreren Rechtsregierungen revidiert, endgültig zu einem Ende zu bringen und die strikte Trennung von Staat und Kirche durchzusetzen, um den Einfluss der als reaktionär betrachteten katholischen Kirche auf den sagradischen Staat zu brechen. Daneben pochten die Sozialisten auf weitgehende Sozialreformen, welche schließlich den modernen sagradischen Wohlfahrtsstaat begründen sollten. Die Linksblockregierung arbeitete außerordentlich erfolgreich und konnte in ihren vier Regierungsjahren mit dem Schulgesetz von 1918 und der Sozialgesetzgebung von 1919/20 ihre wichtigsten Reformvorhaben umsetzen. Auch der Rücktritt Calbanes 1920 bedeutete letztlich keinen Bruch der Koalition, da auch die [[Kabinett Simón López II|Nachfolgeregierung]] unter [[Carles Simón López]] von den Sozialisten unterstützt wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies erreichte die Regierung trotz heftiger parteiinterner Auseinandersetzungen in der Sozialistischen Partei, die sich infolge der russischen Oktoberrevolution 1917 und im Streit um das Verhältnis zur Komintern nochmals spaltete. Da es derartige Auseinandersetzungen aber auch innerhalb des PSI gab, wo sich die ''Terceristas'' durchsetzen konnten und den [[Partido Comunista Sagradês]] begründeten, kehrten die gemäßigten Unabhängigen 1919/22 wieder in die Mutterpartei zurück, die damit eine nachhaltige Schwächung verhindern konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1921|Parlamentswahlen 1921]] wurde der PS erneut stärkste Partei, die nun im [[PRSD]] wiedervereinigten Radikalen und Radikalsozialisten erlitten aber schwere Verluste, sodass der Bloco de Sinistra seine Mehrheit im Parlament einbüßte. Erstmals traten auch die Kommunisten an und gewannen 30 Mandate in der Abgeordnetenkammer. Relativer Sieger der Wahl war die rechtsliberale [[Aliança Republicana]], die sich von 56 auf 74 Mandate verbessern konnte und nun mit den Parteien des Linksblocks eine Regierung der Großen Koalition ([[Governo del Horizonte Largo]]) unter dem Radikalen [[António Diaz]] bildeten. Die neue von der gemäßigten Linken zur gemäßigten Rechten reichende Regierung ergänzte die laizistischen Reformen und trug damit erheblich zu deren Etablierung bei. Mit den Stimmen der neuen Koalition wurde schließlich der Radikaldemokrat [[Carles Simón López]] als Nachfolger [[Cristoval Sánchez]]' zum vierten Präsidenten der Republik gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierung Diaz scheiterte zwar im Januar/Februar 1924, jedoch amtierten bis 1925 noch weitere Linksblock-Regierungen, die teilweise von den Liberalen toleriert wurden. Im Mai 1924 wurde mit [[António Sarabal]] schließlich der erste Sozialist Regierungschef, im Dezember desselben Jahres folgte ihm der ehemalige Staatspräsident [[Cristoval Sánchez]], der nun für wenige Moante auf den Stuhl des Regierungschefs zurückkehrte, ehe ihm sein Parteifreund [[Angel Colón]] mit seinem [[Kabinett Colón I|ersten Kabinett]] folgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Ära der wechselnden Rechtskoalitionen (1925-1930) === &lt;br /&gt;
Die Vorherrschaft der Linken und der laizistischen Parteien hatte in Kombination mit dem neuen Verhältniswahlsystem innerhalb der Rechten zu einem Umstrukturierungsprozess geführt. Anlässlich der Parlamentswahlen 1917 hatten sich verschiedene monarchistische und nationalkonservative Gruppen und Abgeordnete, die zuvor nicht parteipolitisch organisiert waren, zur Fraktion der [[Conservadores Sagradés]] (COSA) vereinigt. Daneben war aus ultrakonservativen Kreisen nach dem Vorbild der Action française die reaktionäre [[Liga de la Renovación Sagradêsa]] entstanden, die den rechten Rand des sagradischen Parteienspektrums abdeckte. Renovación und Cosa kämpften nun gemeinsam energisch gegen die kirchenfeindliche Politik der laizistischen Linken und linken Mitte. Hierin wurden sie von der insgesamt gemäßigteren [[Acción Popular]] von [[Francisco Tropexas]] unterstützt, die sich jedoch im Zuge der Auseinandersetzungen um die Laizismus-Reformen der Linken zunehmend radikalisierte und schließlich spaltete. Eine progressive Minderheit, die sich christlich-sozialen und christdemokratischen Ideen geöffnet hatte, bildete aus der [[Liga del Pôpolo Jovén]] und dem [[la Vertá|Vertá]]-Kreis heraus den zentristischen [[Partido Democrático Popular]], während die Parteimehrheit auf deutlichen Abstand zur Linken ging und schließlich 1924/25 unter Einbeziehung zahlreicher Conservadores die rechtskonservative [[Unión Popular]] begründete, die sich deutlich skeptischer gegenüber der parlamentarischen Republik zeigte und nicht nur im Kirchenkampf einen radikaleren Ton anschlug als zuvor.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Unión Popular]] konnte schließlich erfolgreich die Katholiken im Land mobilisieren und auf diese Weise die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925|Parlamentswahl des Jahres 1925]] für sich entscheiden. Mit 107 Abgeordneten wurden die Katholiken zwar nur zweitstärkste Kraft, da eine neuerliche Zusammenarbeit zwischen Sozialisten und liberalen Republikanern aber scheiterte, gelangte die UP in eine Schlüsselstellung. Präsident López beließ jedoch die Minderheitsregierung Colón im Amt und weigerte sich, eine Rechtsregierung unter Beteiligung der Volksunion zu ernennen, womit er eine handfeste politische Krise auslöste. Nachdem sich López' eigene Partei jedoch mit der Aliança auf die Bildung einer Minderheitsregierung geeinigt hatte, die von den Rechten toleriert werden sollte, erklärte Präsident López seinen Rücktritt. Die Wahl seines Nachfolgers wurde zu einer der schwierigsten Wahlen der Zweiten Republik. Am Ende konnte sich überraschend der Kandidat der Volksunion [[Domênco Scalfín]] durchsetzen, der mit der Unterstützung der Rechtsparteien zum fünften Präsidenten der Republik gewählt wurde und u.a. gegen den Ex-Präsidenten [[Cristoval Sánchez]] vom [[Partido Radical]] siegte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Weltwirtschaftskrise und die Präsidentschaft Alemà Sobrantes' (1930-1934) ===&lt;br /&gt;
Die Weltwirtschaftskrise nach dem Börsencrash 1929 stürzte Sagradien in eine schwere Krise. Die Arbeitslosigkeit stieg im Jahr 1930 rapide an und die Wirtschaftsleistung nahm ab. Soziale Krisen überströmten das Land. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1930|Parlamentswahlen im November 1930]] standen bereits im Zeichen der Krise und brachten einen deutlichen Rechtsruck. Die Parteien der Mitte, welche die Republik geprägt hatten, Liberale und Radikale, verzeichneten herbe Verluste, während nicht nur die katholisch-konservative [[Volksunion]] und die nationalistische [[PAN]] an Zustimmung gewannen, sondern auch die [[Frente Fascista|Faschisten]] von [[León Francês]], welche ihren Sitzanteil von 4 auf 25 erhöhen konnten. Damit konnte der „Bloco Nacional“ aus UP, PAN und Landbund zwar keine absolute, aber eine relative Mehrheit der Sitze gewinnen. Ministerpräsident [[Daniel La Ponte]] von der rechtsliberalen [[ARD]], der bereits im September seine Mehrheit im Parlament verloren hatte, reichte seinen Rücktritt ein, doch erst im Januar 1931 konnte eine neue Regierung gebildet werden. UP-Führer [[Gaitán Alemà Sobrantes]], bereits als Vizeministerpräsident der starke Mann im Kabinett La Ponte, wurde nun zum Ministepräsidenten ernannt. Alemà Sobrantes bildete ein [[Kabinett Alemà Sobrantes|Rechtskabinett]] des siegreichen [[Bloco Nacional|Nationalen Blocks]], dem erstmals auch die nationalistische PAN angehörte, während die Zentrumsparteien ihre Unterstützung angekündigt hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Regierung Alemà erreichte ihr Ziel, ein umfangreiches öffentliches Kürzungsprogramm zur Überwindung der Wirtschaftskrise nicht. Als die Liberalen ihre Unterstützung im Frühjahr 1932 aufgekündigt hatten, erbat Alemà Sobrantes bei Präsident [[Domênco Scalfín]] die Auflösung des Parlaments, der diesem Wunsch entsprach und [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1932 (April)|Neuwahlen für den April 1932]] festsetzte. Bei den Wahlen standen sich die Parteien der Linken und erneut der Nationale Block gegenüber, der nun in einer Listengemeinschaft antrat, um stärker vom Wahlsystem zu profitieren. Wieder errang der Bloco Nacional eine relative Mehrheit, verfehlte aber klar die absolute Majorität im Parlament. Die unabhängig vom Bloco antretende faschistische Rechte verbesserte sich schlagartig auf 36 Sitze in der Kammer. Die gemeinsam angetretenen Zentrumsparteien verweigerten dem Block die Unterstützung, woraufhin Präsident Scalfín ein [[Kabinett Celano López]] technisches Kabinett aus Vertretern des Zentrums und einzelner „rechter Persönlichkeiten“ unter der Führung des parteilosen Bürokraten [[Martín Celano López]] ernannte. Alemà wurde im neuen Kabinett Innenminister. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im August 1932 wurde ein neuer Präsident der Republik gewählt. Mit der Unterstützung seines Nationalen Blocks setzte sich Gaitán Alemà Sobrantes schließlich im fünften Wahlgang gegen seine linken Mitbewerber durch, nachdem Laponte als Bewerber des Zentrums zurückgezogen hatte, und wurde damit Nachfolger von Domênco Scalfín. Stärker als dieser sah Alemà seine Rolle in einer aktiven Amtsführung und dem Ziel, Regierungen seines Vertrauens zu ernennen. Die Macht der zersplitterten Nationalversammlung sollte zurückgedrängt werden. Als einen seiner ersten Schritte löste Alemà die Kammern auf und setzte damit die zweiten Wahlen innerhalb eines Jahres an, nachdem sein Nachfolger im Amt des UP-Chefs [[Domênco Santês]] vergeblich versucht hatte, als neuer Ministerpräsident einer Rechtsregierung eine neue Mehrheit hinter sich zu bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1932 (Dezember|Dezemberwahlen des Jahres 1932]] brachten schließlich eine deutliche Stärkung der Ränder. Die rechtsextremen Parteien erhielten 57, die Kommunisten 85 Mandate im Unterhaus. Alemàs Ziel einer absoluten Mehrheit für seine Volksunion und ihre Verbündeten scheiterte abermals. Der parteilose [[Pietro Manuel]] wurde mit der Regierungsbildung beauftragt, Ziel war wieder ein „Kabinett der Persönlichkeiten“, das unabhängig von Parteikämpfen regieren sollte. Für die ersten drei Monate des Jahres 1933 unterstützten auch die Zentrumsparteien und die Radikalen das [[Kabinett Manuel|Kabinett]], das aber bereits im März 1933 scheiterte. [[Domênco Santês]] wurde daraufhin wieder Premierminister einer [[Kabinett Santês I|Minderheitsregierung]] des Nationalen Blocks. Mit den Stimmen der rechten Mehrheit erhielt die Regierung Santês im April 1933 für ein halbes Jahr außerordentliche Gesetzgebungsbefugnisse zur Behebung der sozialen Krise.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die anhaltende soziale Notlage führte im ganzen Land zu einer Radikalisierung der politischen Situation. Angeheizt durch die sozialen Missstände florierten die rechten [[Aktionstruppen]], die ständig wuchsen und neue Anhänger der verarmten Mittelschichten anlockten. In Teilen des Landes standen sich seit den Dezemberwochen 1933 rechte und linke Schlägertruppen und paramilitärische Verbände gegenüber. Die kommunistischen [[Rote Garden|Roten Garden]] stellten sich den rechten Aktionstruppen entgegen und versuchten vielerorts, die Revolution auszulösen. Die Regierung Santês reagierte – von Alemà bestärkt – mit eiserner Hand gegen die Rotgardisten, während die Truppisten vielerorts freie Hand erhielten. Die Politik gegenüber der radikalen Rechten blieb daher ambivalent. Im Januar 1934 wurden zahlreiche - vermeintlich gemäßigte - Truppistenverbände offiziell zu Hilfstruppen des staatlichen Militärs ernannt, nachdem sie sich auf die Regierung verpflichtet hatten. Ein Misstrauensvotum der Opposition gegen die Regierung Santês vom Oktober 1934 blieb praktisch folgenlos, da Alemà lediglich eine Kabinettsumbildung vornahm, die gemäßigten Kräfte aus der Regierung entfernte, den Armeechef [[Oscar Romero Castro]] und den Führer des rechten Flügels der UP, [[Manuel Álamo]] zu Ministern ernannte und anstelle Santês’ den bisherigen Innenminister [[Joán César Negrín]] mit dem Premieramt betraute ([[Kabinett Negrín]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herbstkrise 1934 und die Regierung Dini (1934-1935) ===&lt;br /&gt;
Die Kabinettsumbildung war der Auftakt für den ereignisreichen Krisenherbst 1934. Am 30. Oktober 1934 wurde Präsident Gaitán Alemà Sobrantes von einem kommunistisch motivierten Attentäter angeschossen. Sofort verhängte die Regierung Negrín eine allgemeine Ausgangssperre, löste die Sitzung der Nationalversammlung auf und bezichtigte die [[PCS|Kommunistische Partei]] eines Umsturzversuchs. Im ganzen Land kam es daraufhin zu einer Eskalation und zu heftigen bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen Linken und Rechten. Die aufgehetzte Menge stürmte die kommunistische Parteizentrale und tötete dabei einige Mitarbeiter der Parteiführung, nur wenige Stunden später, am Morgen des 1. November 1934 wurde der KP-Chef [[Lorenzo Sabal]] von Truppisten gefangengesetzt und ermordet. Noch in der Nacht vom 1. auf den 2. November 1934 setzte Faschistenführer [[León Francês]] zum „[[Marsch auf Semess]]&amp;quot; an und versuchte durch einen [[Novemberputsch 1934|Putsch]], die Macht zu übernehmen. Francês’ Sturmtruppen nahmen binnen weniger Stunden den Platz vor dem Regierungspalais ein und forderten die Machtübergabe an Francês. Die Regierung Negrín, von den Ereignissen überrannt, zeigte sich abwartend, ehe sich Präsident Alemà zu hartem Durchgreifen entschloss und das Militär gegen die faschistischen Putschisten einsetzte. Er verhängte den Ausnahmezustand und übertrug die Exekutivgewalt an General [[Alfonso Cabarel]]. Nach wenigen Stunden bereits Militärtruppen unter General Cabarel den Platz vor dem Regierungspalast und schlugen den faschistischen Putschversuch nieder. In der Folgewoche wurden die Aktionstruppen sowie der [[Frente Fraternal]] [[León Francês]]' verboten. Der Ausnahmezustand wurde am 1. Dezember beendet und ein neues [[Kabinett Dini I|ziviles Kabinett]] unter Führung des parteilosen [[Banca de Sagradia|Nationalbank]]präsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ernannt. Dini sollte ein unabhängiges [[Kabinett Dini|Präsidialkabinett]] leiten, dem Cabarel als Armeeminister mit besonderen Befugnissen angehörte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lage blieb aber angespannt, zumal der [[Golischer Aufstand 1935|in Golen wütende separatistische Aufstand]] gegen das rechte [[Ulisse-Regime]] auf den golischen Westen Sagradiens überzugreifen drohte, wo sich Sympathisanten des in [[Alágua]] ausgerufenen &amp;quot;[[Golischer Staat|Estat Gools]]&amp;quot; sammelten und für eine gesamtgolische Unabhängigkeit Stimmung machten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Volksfront (1935-1938) ===&lt;br /&gt;
Im gemeinsamen Kampf gegen die Bedrohung von rechts hatten sich seit 1932, erstrecht aber nach der Wahl [[Narcís Colom]]s zum KP-Sekretär im Herbst 1934 die gemäßigten Kräfte der sagradischen Linken und die Kommunisten angenähert. Für die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935|auf den September 1935 vorgezogenen Parlamentswahlen]] bildeten die sagradischen Sozialisten unter [[Santiago Laval]], die Kommunisten Coloms und die linksbürgerlichen [[Partido Radical|Radikalen]] unter [[Angel Colón]] ein linkes Wahlbündnis, den [[Frente Popular]] (Volksfront), der geschlossen gegen die Parteien der Rechten antreten sollte, die zunehmend Kritik an der parlamentarischen Form der angeblich &amp;quot;sozialistisch unterwanderten&amp;quot; Republik übten und immer offener auf eine autoritäre Verfassungsreform drängten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Parlamentswahlen brachten einen knappen Sieg für die Volksfront mit sich, die von dem modifizierten Wahlsystem profitierte und die absolute Mehrheit der Sitze errang. Der gegnerische [[Frente Nacional]] um die von [[Domênco Santês]] angeführte [[Volksunion]] verlor deutlich an Sitzen und die zahlreichen in Nachfolge des FF entstandenen faschistischen Splitterparteien kamen zusammen nur auf 28 Sitze in der Kammer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz der neuen Mehrheit im Parlament weigerte sich Präsident Alemà, den Führer der Sozialisten [[Santiago Laval]] als Kandidaten der Volksfront zum Regierungschef zu ernennen. Gleichzeitig missachtete er das parlamentarische Misstrauensvotum gegen die Regierung Dini und zwang diese, im Amt zu bleiben. Nach einer anhaltenden Verfassungskrise, in der Ministerpräsident Dini nur noch über ein geschäftsführendes Kabinett verfügte, enthob die Nationalversammlung den Präsidenten des Amtes und wählte Santiago Laval zum neuen Präsidenten der Republik. Es kam daraufhin zu heftigen parlamentarischen Tumulten der Rechten, die das Abwahlverfahren für verfassungswidrig erklärten. Trotz der angespannten Lage fürchteten beide Seiten einen Bürgerkrieg und suchten schließlich einen Kompromiss. Die Opposition musste sich schließlich dem Mehrheitsvotum richten, woraufhin die neue Volksfrontregierung auf eine Anklage gegen den Ex-Präsidenten des Verfassungsbruchs verzichtete. &lt;br /&gt;
Laval war der erste Sozialist im höchsten Staatsamt und ernannte sogleich seinen Parteifreund [[José Saviola]] zu seinem eigenen Nachfolger als Regierungschef, der ein [[Kabinett Saviola I|sozialistisch-radikales Kabinett]] bildete, das als erste parlamentarische Regierung von den Kommunisten unterstützt wurde.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung Laval-Colón führte zahlreiche Reformen durch. Sie erließ ein allgemeines Streikrecht, führte die 40-Stunden-Woche ein und erhöhte die Löhne im öffentlichen Dienst. Zahlreiche Schlüsselindustrien wurden sozialisiert. Doch hatte sie von Beginn an mit großen außen- und innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die anhaltenden separatistischen Bewegungen im micolinischen Teil Golens und die im sagradischen Teil gehegten Sympathien belasteten die Beziehungen zwischen dem autokratisch regierten Micolinien und der nun linken Bastion Sagradien nachhaltig, zumal sich Teile der neuen sagradischen Regierung wohlwollend zeigten. Als die Regierung Saviola es ablehnte, eine Reihe nach Sagradien geflüchteter, des Hochverrats angeklagter Golen an Micolinien auszuliefern kam es im Herbst 1935 - nur wenige Wochen nach dem Machtwechsel zur Linken – zu einer heftigen diplomatischen Krise ([[Golenkrise]]), in deren Lauf es fast zum Krieg zwischen den ideologisch verfeindeten Regierungen Sagradiens und Micoliniens kam, als micolinische Truppen unter dem Vorwand terroristischer Umtriebe im Grenzgebiet auf sagradisches Staatsgebiet vorstießen. Mit dem Vorwurf an die sagradische Regierung, der Lage selbst nicht Herr werden zu können, übernahmen die micolinischen Truppen binnen weniger Tagen die [[Provinz Pexace]] sowie den Westen der [[Escada]]. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, jedoch zu keiner Kriegserklärung. Der Völkerbund erwirkte einen dreimonatigen Waffenstillstand ([[Marrel-Moratorium]]), in dem es aber zu mehreren kleineren Zusammenstößen kam. Erst unter intensiver Vermittlung der internationalen Mächte unter Androhung eines internationalen Krieges erreichte die Staatengemeinschaft den Rückzug Micoliniens aus den besetzten Gebieten mit Ausnahme kleinerer Stützpunkte im [[Celistal]] und Teilen des [[Ambristals]], die noch weitere Jahrzehnte besetzt blieben. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Lösung dieser Frage gefunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ausgang der Golenkrise wurde als schwere Niederlage der neuen Linksregierung gewertet, der ihr abwartendes Verhalten als Schwäche ausgelegt wurde. Abgesehen davon, dass die pazifistischen Sozialisten eine kriegerische Auseinandersetzung ablehnten, waren der Regierung aber weithin die Hände gebunden, da sich das Militär vielerorts kaum bereit zeigte, den Befehlen des sozialistischen Verteidigungsministers zu gehorchen. Es zeigte sich das schwere Autoritätsproblem, das die Volksfrontregierung von Beginn an gegenüber Teilen des Militärs besaß, auch wenn sich der Großteil des Militärs noch loyal zeigte und es in der Folge zu einer Reihe von Disziplinarverfahren gegen renitente Offiziere kam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch bezüglich des 1936 ausgebrochenen Spanischen Bürgerkriegs geriet die Volksfrontregierung in Schwierigkeiten. Während Sozialisten und Kommunisten eine Beteiligung Sagradiens auf Seiten der republikanischen Kräfte forderten, lehnten die Radikalen eine solche ab und stellten die Regierung in Frage. Die [[Kabinett Saviola|zweite Regierung Saviola]], seit April 1936 im Amt, sowie die [[Kabinett Colón II|Nachfolgeregierung unter Angel Colón]] einigten sich daher auf eine Nicht-Intervention. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als im Oktober 1937 in Alconía ein kommunistischer Aufstand gegen den lokalen Großgrundbesitz ausbrach, der eine sofortige Bodenreform forderte und sich zum blutig geführten „[[Alkonischer Oktober|Alkonischen Oktober]]“ ausweitete, zerbrach die Volksfrontregierung, da Premierminister Colón Truppen einsetzte, um den Aufstand einzudämmen. Die Kommunisten erklärten die Volksfront für beendet und forderten den Rücktritt der Regierung Colón. Dieser blieb aber im Amt und suchte sich neue Mehrheiten durch Einbeziehung liberaler Kräfte.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Neuordnung und Radikalisierung der Rechten ===&lt;br /&gt;
Die Volksfrontregierung führte zu einer Machtverschiebung innerhalb der sagradischen Rechten. Die Niederlage der katholisch-konservativen Volksunion bei den Wahlen 1935 und die Zerschlagung der faschistischen und extremen Rechten führte zu einem Machtvakuum, in das [[Manuel Álamo Igualde]] mit seiner radikal-konservativen [[Jugendzirkel]]-Bewegung stoßen konnte. Beim Noyarenser Parteitag der UP im Dezember 1935 wurde Álamo Igualde in einer umstrittenen Abstimmung an die Spitze der Partei gewählt. Mit den aus der Truppistenbewegung hervorgegangenen „[[Juntas Accionistas]]“ als Leibwache betrat Álamo den Parteitag, kündigte den äußersten Kampf gegen den Kommunismus und die Linke an und warnte seine Gegner vor der „Macht des Volkes“. Unter Historikern ist umstritten, wie der Parteitag von Noyar zu werten ist, doch sprechen einige von einem mehr oder weniger gewaltsamen Putsch Álamos an die Parteispitze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit reorganisierten sich auch die anderen antiparlamentarischen und antirepublikanischen Kräfte der Rechten neu. Nach dem Verbot der Aktionstruppen und der Faschistischen Front León Francês’ wirkten viele Mitglieder der Bewegung auch weiterhin im Untergrund weiter. Die terroristische rechtsextreme „[[Organisación d’Acción Patriota]]“ (OAP) verübte im ganzen Land Anschläge mit dem Ziel, die linke Regierung und die von ihr getragene Republik zu stürzen. In weiten Teilen der Republik bildeten sich zudem neue illegale paramilitärische Truppen, welche die Nachfolge der Truppistenbewegung antraten. Die bedeutendste wurde die von León Francês gegründete [[División Negra|División Sagradêsa de Ofensiva Popular]]. Noch immer mit großem Einfluss unter der faschistischen Rechten, änderte Francês nun seine Strategie. An die Stelle des stark am italienischen Faschismus orientierten antiklerikalen Programms des alten Frente Fascista verbündete sich Francês nun mit den klerikal orientierten Ultrarechten, die zuvor den [[Bloco Nacional]] bzw. den [[Frente Nacional]] unterstützt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die de facto in konkurrierende Flügel zerfallene katholisch-konservative Volksunion wurde unter Manuel Álamo Igualde neu strukturiert. Álamos parteiinterne Gegner wurden entweder aus der Partei gedrängt oder mundtot gemacht, die Parteiorganisation zentralisiert und nach dem Führerprinzip ganz auf den neuen „Chefe“ an der Spitze ausgerichtet. Auf dem Parteikongress von Malesc im Mai 1936 bekannte sich die Volksunion im „[[Manifesto de Malesc]]“ zum Programm einer autoritär-korporatistischen Verfassungsreform. Die Republik wurde als Beute der kommunistischen Revolution betrachtet, weswegen sich die Rechte hinter einer starken Persönlichkeit sammeln sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folgezeit kam es auch zu partiellen Annäherungen zwischen der katholischen und der faschistischen Rechten. Divisionistische &amp;quot;Blaumützen&amp;quot; sowie die weiß-blau gekleideten [[Juntas Accionistas]] als Verbände der Volksunion kämpften nun vielerorts gemeinsam gegen Kommunisten, Sozialisten und Regierungstruppen. Die Ermorderung der prominenten Kommunistin [[Mercé Restuça]] durch Divisonstruppen im Herbst 1937 blieb nur einer von vielen Ausbrüchen der Gewalt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Februarputsch und Aprilwahlen 1938 ===&lt;br /&gt;
Im Januar und Februar 1938 intensivierten sich die [[Januaraufstände 1938|Aufstände der Rechten]], die in [[Ceundâlia]] und [[Amoria]] zahlreiche linke Stadtverwaltungen übernahmen und sich der Kasernen bemächtigten. Laval stand dem weitgehend machtlos gegenüber. Der Sturz der [[Kabinett Colón IV|Regierung Colón]] durch ein Misstrauensvotum in der Abgeordnetenkammer im Januar 1938 und die etwa zeitgleich erfolgte Verhängung des Ausnahmezustands besiegelten schließlich das Schicksal der Republik. Die nationale Opposition forderte von Laval die sofortige Ernennung einer &amp;quot;Regierung der Autorität&amp;quot; und die Auflösung der Abgeordnetenkammer. Laval aber war überzeugt, eine Regierung der Rechten bedeute das Ende der Republik und betraute stattdessen nacheinander mehrere Politiker der Mitte mit der Bildung einer Koalition der Einheit, die jedoch alle scheiterten, woraufhin Präsident Laval die Kammern auflöste und Neuwahlen zum Parlament ansetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Divisionisten unter [[León Francês]] versuchten schließlich die unklare Situation für einen neuerlichen Putschversuch zu nutzen. Francês hoffte vor allem auf die Unterstützung der regierungsfeindlichen konservativen Rechten. Am Abend des 21. Februar 1938 wurde der sich im Wahlkampf befindliche Präsident [[Santiago Laval]] auf offener Straße von einem divisionistischen Attentäter ermordet. Anschließend versuchten Divisionisten und sympathisierende Soldaten im so genannten „[[Kommando Februar]]“ den Präsidentenpalast am [[Plazarenya]] zu stürmen und León Francês zum Staatschef zu proklamieren, was allerdings schnell scheiterte. León Francês wurde jedoch nicht festgenommen, stattdessen blieb der Wahlkampf von Gewalt überschattet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus den [[Aprilwahlen 1938]] gingen schließlich die Parteien der Rechten als Sieger hervor. Die zerstrittenen Parteien der ehemaligen Volksfront dagegen erlitten eine klare Niederlage. Interimspräsident [[Luciano Capón]] wurde von der Nationalversammlung zum neuen Staatspräsidenten gewählt, neuer Regierungschef wurde UP-Führer [[Manuel Álamo Igualde]]. Dieser regierte in der Folge mit einer konservativ-liberalen Mehrheit im Parlament und suchte, sein Vorhaben einer autoritären Verfassungsreform durchzusetzen, wurde aber durch seine liberalen Koalitionspartner blockiert. Gegenüber den Divisionisten legte Álamo in der Folge eine harte Hand an den Tag und verbot die Bewegung, León Francês blieb jedoch ohne Verurteilung. Dagegen wurde die Sagradische Kommunistische Partei verboten und ihre führenden Politiker verfolgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte Sagradiens im Zweiter Weltkrieg (1940-1945) ==&lt;br /&gt;
=== Ausbruch des Zweiten Weltkriegs und Programm der „Comunión Nacional“ ===&lt;br /&gt;
Gegenüber der aggressiven Außenpolitik Hitlers reihte sich Manuel Álamo in die internationale Reihe der Appeasement-Politiker ein und suchte einen Krieg zu verhindern. Auch nach dem Angriff Deutschlands auf Polen im Herbst 1939 erklärte Álamo, keinen Grund für eine sagradische Intervention zu sehen. Sagradien blieb in der Folge neutral, steigerte aber die Rüstungsausgaben. Mit Beginn der Invasion Frankreichs durch deutsche Truppen im Mai 1940 stieg auch in Sagradien die Furcht vor einer Verwicklung in den Krieg. Die zahlreichen Anhänger eines Kriegseintritts auf Seiten der Alliierten verstummten mit zunehmendem Erfolg der Deutschen im Blitzkrieg. Der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland im Juni 1940 bestätigte die Regierung darin, dass ein neutrales Sagradien der beste Weg wäre, den befürchteten Angriff Deutschlands zu vereiteln. Am 1. Juni 1940 erklärte Premierminister Álamo sein Programm der „Nationalen Kommunion“, in der das ganze Land die Integrität und Sicherheit der Nation verteidigen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenige Tage nach dem Waffenstillstand in Compiègne kam es am 30. Juni zu einer parlamentarischen Abstimmung über ein Ermächtigungsgesetz gegenüber der Regierung Álamo, das der Exekutive erlauben sollte, exekutive und legislative Abwehrmaßnahmen gegen einen befürchteten deutschen Angriff zu ergreifen. Auch Bürgerrechte wie die Pressefreiheit und die Versammlungsfreiheit sollten betroffen sein. Das Gesetz erhielt schließlich eine knappe parlamentarische Mehrheit, nachdem auch Teile des [[Partido Radical]] zugestimmt hatten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem durch den nationalen Notstand erklärten Juni-Gesetz 1940 schlug Sagradien einen zunehmend autoritären Weg ein. Die Befugnisse der Regierung wurden extensiv gebraucht, die Presse deutlich eingeschränkt und schließlich auch Aktivitäten der Linksparteien kriminalisiert. Sozialistische Versammlungen wurden mit der Begründung aufgelöst, sie dienten dem Feind als Angriffsgrund und zwängen Sagradien in den Weltkrieg. Nach anhaltenden Protesten der Sozialisten folgten im August 1940 schließlich weitere Restriktionen gegen führende Politiker des [[Partido Socialista]], Abgeordnete des [[Partido Radical]] verließen die Partei und schlossen sich der neuen [[Comunión Nacional]] an, die zwar keine Staatspartei im eigentlichen Sinn darstellte, aber wesentliches Propagandainstrument der Regierung Álamo wurde und als „politische Organisation der Volksgemeinschaft“ diente, in der alle Gegensätze und Spannungen der pluralistischen Gesellschaft aufgehen und neutralisiert werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Übergang zum Estado Sagradês ===&lt;br /&gt;
Mit der [[Augustrevision 1938]] wurde die Verfassung aus dem Jahr 1892/95 in zentralen Punkten geändert. Staatsname blieb zwar offiziell „República Sagradêsa“, im öffentlichen Leben wurde aber fortan die Bezeichung „Sagradischer Staat“ ([[Estado Sagradês]]) bevorzugt. Die Stellung des Staatspräsidenten wurde deutlich gestärkt, die des Parlamentes geschwächt, da den Präsidenten nicht mehr mit einfacher Mehrheit absetzen konnte. Der Rat der Republik wurde nach ständestaatlichen Vorstellungen als ’’Staatsrat’’ zur korporatistischen Vertretung umgewandelt. Das Näheverhältnis zur katholischen Kirche blieb zwar nicht spannungsfrei, stellte aber eines der wichtigen Fundamente der Nationalen Kommunion dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dem sagradischen Rechtsstaat wurde unter Álamos Führung nun ein autoritäres Notstandsregime. Die paramilitärischen Einheiten der [[Volksunion]] ([[Juntas Accionistas]]) wurden in der [[Miliça Nacional]] eingegliedert. Als Geheimdienst im Inneren fungierte die [[Policía Interior de Securitá]] (PIS), neben der unabhängig der [[Ordre Secreto]] besondere Funktionen übernahm und direkt dem Premierminister unterstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zweiter Weltkrieg und Sturz des Regimes ===&lt;br /&gt;
Zentral für den weiteren Kriegsverlauf sollte die Kontrolle über den [[Bretagnekanal]] werden, weswegen beide Kriegsseiten aktiv um die Gunst der Álamo-Regierung in Sagradien warben. Bereits im Frühjahr 1940 hatte es britische Pläne gegeben, eine Invasionsarmee in die sagradische Bretagne zu entsenden, um den wichtigen Kanal unter Kontrolle zu bringen, ehe dies die Deutschen tun konnten. Diese wurden mit Rücksicht auf Sagradiens offiziellen diplomatischen Status aber nicht durchgeführt. Nach dem Kriegseintritt der USA im Dezember 1941 begann sich die öffentliche Meinung in Sagradien zum Krieg zu drehen. Die Zugeständnisse an Deutschland, mit dem Ziel die Neutralität zu wahren, wurden auch innerhalb der Nationalen Kommunion zunehmend unpopulär. Dazu kamen anhaltende Verletzungen der sagradischen Neutralität durch – angeblich versehentliche – deutsche Angriffe aus der Luft und auf See sowie Versuche, das Land durch Spione zu infiltrieren. Der Druck auf Álamo, Deutschland den Krieg zu erklären, wurde in der zunehmend anti-deutsch gestimmten Öffentlichkeit immer größer.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Konsequenz erklärte [[Sagradien]] dem Deutschen Reich am 2. April 1942 den Krieg und trat damit auf Seiten der Alliierten ins Kriegsgeschehen ein. Mit dem Kriegseintritt ging die Entscheidungsgewalt wesentlich auf Präsident [[Iacovo Jimenez Margüís]] und den Oberbefehlshaber General [[Oscar Taglle Rodríguez]] über. Dagegen verloren die [[Nationale Kommunion]] und mit ihr Premierminister [[Manuel Álamo]] schnell an Einfluss. Nach anhaltenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Margüís und Álamo wurde der Regierungschef am 5. Juni 1942 entlassen und durch den parteilosen früheren Zentralbankchef und Ministerpräsidenten [[Sergio Rafael Dini]] ersetzt. Dieser bildete ein [[Kabinett Dini II|Kabinett der nationalen Verteidigung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der sagradischen Kriegserklärung nahmen deutsche Truppen schlagartig [[Fidelfe]] und weitere Städte an der sagradischen Ostküste ein, um sich den Zugang zum Kanal zu sichern ([[Operation Roderich]]). Binnen weniger Tage brachten deutsche Truppen nun große Teile des sagradischen Nordostens unter ihre Kontrolle und setzten dort den entlassenen Stellvertreter Manuel Álamos [[Caro Mêstre]] als Chef einer Gegenregierung mit Sitz im [[Ceundâlia|ceundalischen]] [[Fidelfe]] ein ([[Regierung von Fidelfe]], die als deutsche Marionettenregierung fungierte. In den besetzten Gebieten begannen die Deutschen – unterstützt von sagradischen Kollaborateuren – mit der Verfolgung der sagradischen Juden. Gleichzeitig bildete sich eine [[Resistença|Widerstandsbewegung]], die vor allem von [[PCS|Kommunisten]] und [[PS|Sozialisten]] getragen wurde. Der Partisanenbewegung gelangen wichtige Schläge gegen die Deutschen. Unterstützt wurden sie durch eine allgemeine Streikwelle, die das Regime in Fidelfe im Sommer 1944 nachhaltig destabilisierte. Der Landung der Allierten in der Normandie am 6. Juni 1944 folgte der endgültige Sieg der sagradischen Truppen und der Alliierten gegen Deutschland und die Mêstre-Kollaborateure. Die Kapitulation der letzten Regierungstruppen der Regierung von Fidelfe im August 1944 gilt als endgültiges Ende des Zweiten Weltkriegs auf sagradischem Boden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dritte Sagradische Republik ==&lt;br /&gt;
=== Die Wiederbegründung der Republik ===&lt;br /&gt;
Mit der Übertragung der gesamten Exekutivgewalt auf die [[Kabinett Dini II|Regierung Dini]] im Januar 1945 begann in Sagradien der zivile Wiederaufbau. Der Kriegszustand wurde beendet. Die korporatistischen Verfassungsrevisionen von 1940 wurden weitgehend revidiert und die Bürgerrechte wieder eingesetzt. Der Staatsrat wurde aufgelöst und die ’’Dritte Sagradische Republik’’ ausgerufen. Die [[PCS|Kommunistische Partei]] wurde wieder zugelassen und an der Regierung beteiligt. Im August 1945 kam es schließlich zur [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1945|Wahl zu einer Nationalversammlung]], die eine neue Verfassung ausarbeiten sollte. Die [[Volksunion]], de größte Rechtspartei der vergangenen Republik, nahm nicht mehr an den Wahlen teil. Zu sehr war die Herrschaftszeit Manuel Álamos in Verruf geraten. Unter Einfluss des linken und liberalen Flügels der früheren Volksunion wurde als Nachfolgeorganisation der christdemokratisch inspirierte [[Partido Popular de Convergência]] gewählt, der sich für eine parlamentarische Demokratie aussprach. Stärkste Kraft bei den Wahlen wurden aber die [[PS|Sozialisten]], gefolgt von den [[PPC|Christdemokraten]] und den [[PCS|Kommunisten]]. Zum Präsidenten der Nationalversammlung wurde der Christdemokrat [[Ariel Fernando De la Roya]] gewählt. Einen Tag nach der Konstituierung der Versammlung wählte die Versammlung [[Sergio Dini]] zum provisorischen Staatsoberhaupt Sagradiens (''Presidente Provisional de la República Sagradêsa'') und den ehemaligen sozialistischen Ministerpräsidenten [[José António Saviola]] zum neuen Präsidenten der [[Provisorische Regierung Saviola I|Provisorischen Regierung]] (''Presidente del Governo Provisional''), der die so genannte &amp;quot;[[Demokratische Koalition]]&amp;quot; aus Sozialisten, Christdemokraten, Kommunisten und [[Partido Radical|Radikalen]] fortführte. In der Opposition dazu standen lediglich die konservativ-liberale Rechte, die jede Zusammenarbeit mit der kommunistischen Linken ablehnten, sowie mehrere rechte Splitterparteien, die als nicht koalitionsfähig angesehen wurden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge einigten sich die Parteien der Demokratischen Koalition auf eine liberal-parlamentarische Verfassung sowie auf ein umfassendes Wirtschaftsprogramm, das [[Sagradien]] zu einer gemischten Ökonomie aus marktwirtschaftlichen und planwirtschaftlichen Elementen machen sollte, wenngleich der marktwirtschaftliche Rahmen als starke Basis diente. Nichtsdestotrotz führte die Demokratische Koalition die Tariffreiheit ein, erließ eine gesetzliche Mindestlohnregelung und einigte sich auf einige zentrale Verstaatlichungen. Damit gelang es der neuen Regierung, zentrale Streitfragen der Zweiten Republik im breiten Konsens zu lösen und die Polarisierung zwischen der Linken und der Rechten zumindest für eine gewisse Zeit lang zu überwinden. Gleichzeitig wurde der Grundstein für den ausgebauten sagradischen Wohlfahrtsstaat gelegt, der in den Folgejahren als Basis des ökonomischen Aufschwungs betrachtet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die von der Demokratischen Koalition erarbeitete [[Verfassung der Dritten Sagradischen Republik]] wurde im Juli 1946 in einem Referendum dem Volk zur Abstimmung vorgelegt und wurde mit deutlicher Mehrheit der Wahlberechtigten angenommen. Sie trat daraufhin am 20. Juli 1946 in Kraft. Anders als in der Zweiten Republik sollte der [[Präsident der Republik]] als Staatsoberhaupt und Oberbefehlshaber der Truppen zukünftig für eine Amtszeit von fünf Jahren direkt vom Volk gewählt werden. Daneben wurde aber das parlamentarische Prinzip verankert, da die vom Präsidenten ernannte Regierung unter Führung des [[Ministerpräsident|Präsidenten des Ministerrats]] ganz vom Vertrauen der [[Abgeordnetenkammer]] abhängig sein sollte. Neben der nach Verhältniswahlrecht gewählten [[Abgeordnetenkammer]] wurde auch der Rat in Form eines nach Mehrheitswahl zu bestimmenden [[Senat]]s wieder eingerichtet, dessen Kompetenzen aber gegenüber denen der Kammer deutlich zurücktraten. Die neue Verfassung glich in großen Teilen einem deutlichen Kompromiss zwischen den unterschiedlichen Regierungsparteien. Während die bürgerlichen Parteien beispielsweise gegenüber den linken ein Zweikammer- gegenüber einem Einkammersystem durchsetzten, wehrten letztere die Überlegungen zur Einführung eines Mehrheitswahlrechts auch für die Kammer ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Demokratischen Koalition zum Zentrumsblock ===&lt;br /&gt;
Wenige Wochen nach Inkraftreten der Verfassung kam es erstmals zu Parlamentswahlen zur [[Abgeordnetenkammer]] wie für den [[Senat]]. Die unterschiedlichen Wahlmodi führten dabei auch zu unterschiedlichen Mehrheitsverhältnissen. Während der Senat mehrheitlich an die bürgerlichen Parteien ging und die christdemokratische [[Volkspartei]] die größte Einzelfraktion stellte, wurden bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1946]] die Sozialisten knapp stärkste Kraft vor den [[Volkspartei|Christdemokraten]] und den [[PCS|Kommunisten]]. Auf die Regierungsparteien der Demokratischen Koalition entfielen über drei Viertel der Stimmen, während die Parteien der antidemokratischen Rechten kaum eine Rolle spielten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Sozialisten [[Francisco Dorado]] wurde schließlich die [[Kabinett Dorado|erste konstitutionelle Regierung]] der Dritten Republik gebildet. Sie bestand wiederum aus den Parteien der Demokratischen Koalition und suchte die Konsenspolitik fortzusetzen. Im Zeichen des entstehenden Kalten Krieges und der Entscheidungen über die außenpolitische Bündnis-Integration Sagradiens kam es zu einer zunehmenden Entfremdung der Regierungspartner, die schließlich auch – nach einer liberalen Wendung der [[Volkspartei]] – in der Wirtschaftspolitik zu unterschiedlichen Positionen kamen. In der Auseinandersetzung um die Marshallplanhilfen zerbrach die Demokratische Koalition schließlich im März 1947. Der neuen [[Kabinett Delauro|Regierung]] unter [[António Delauro]] gehörten die Kommunisten nicht mehr länger an. Wenige Monate später folgte auch der Austritt der [[PS|Sozialistischen Partei]] aus der Regierung, der jedoch von einigen Ministern nicht mitvollzogen wurde und schließlich zur zeitweiligen Spaltung der Sozialistischen Partei führte. Der rechte Flügel der Sozialisten ([[PSD]]) unter der Führung [[Santo de la Ilpa]]s begründete daraufhin zusammen mit der von [[Paulo Luciaro]] angeführten [[Volkspartei]] und dem [[Partido Radical]] eine neue &amp;quot;[[Zentrumskoalition]]&amp;quot;, die sich als westliche antiextremistische Konsenskoalition verstand. Bis 1949 amtierte [[Santo de la Ilpa]] als Ministerpräsident, ehe er von [[Paulo Luciaro]] abgelöst wurde, der mit dem [[PPC]] schließlich die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] deutlich gewann und bis 1960 Ministerpräsident blieb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Wirtschafts- und Sozialpolitik blieb die Koalition des Zentrumsblocks im Grunde dem Kurs der Demokratischen Koalition treu, auch wenn vor allem die Volkspartei von nun an stärkere Akzente auf die marktwirtschaftliche Komponente zu setzen suchte. In der Außenpolitik, die von Ministerpräsident Luciaro (PPC) und Außenminister De la Ilpa (PSD) wesentlich geprägt wurde, setzte die Zentrumskoalition die deutliche Westorientierung Sagradiens gegen Widerstände von rechts und von links durch. Ziele waren die tiefere Integration in NATO, die Aussöhnung mit den westeuropäischen Nachbarn und eine stärkere westeuropäische Zusammenarbeit. Luciaro und Ilpa unterstützten die NATO-Gründung 1949, den Schuman-Plan sowie die Pläne für eine Europäische Verteidigungsgemeinschaft. Unter der Regierung Luciaro-Ilpa gehörte Sagradien zudem 1951 zu den Gründern der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl ('Montanunion'). Luciaro und Ilpa gelten deswegen auch neben Robert Schumann, Jean Monnet, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als Gründerväter der Europäischen Gemeinschaft. Außerdem bemühte sich die Koalition um einen Ausgleich mit [[Micolinien]] und eine endgültige Regelung der [[Golen]]-Frage, die aber erst nach Bruch der Koalition im Sommer 1955 in den [[Golischen Verträgen]] erreicht wurde. Sagradien verzichtete in den Golischen Verträgen offiziell auf die 1936 von Micolinien annektierten sagradischen Teile Golens und erreichte eine Kompensationszahlung von der micolinischen Regierung. Außerdem wurden die Rechte der sagradischen Minderheit in [[Micolinien]] ausgeweitet und Sagradien erhielt eine wirtschaftliche Privilegierung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradisches Wirtschaftswunder und Rückkehr der moderaten Polarisierung ===&lt;br /&gt;
Nach den politischen Krisenjahren kam es in den 1950er Jahren in Sagradien wie in vielen anderen westeuropäischen Ländern zu einem deutlichen wirtschaftlichen Aufschwung, der dank Wachstum und Arbeit einen Ausbau der sozialstaatlichen Sicherungen auf Grundlage des marktwirtschaftlichen Modells ermöglichte. Der Aufschwung wurde von vielen als Verdienst der christdemokratischen [[PPC|Volkspartei der Konvergenz]] des populären Ministerpräsidenten [[Paulo Luciaro]] angesehen. Unter Luciaro gelang es der katholischen Partei, mit einer Mischung aus pragmatischer Wirtschaftspolitik, Sozialpolitik im Sinne der katholischen Soziallehre und einem gesellschaftspolitisch konservativen Kurs die politische Mitte in einer Weise zu hegemonialisieren, wie es den sagradischen Christdemokraten danach nie wieder gelingen sollte. Luciaros Volkspartei konnte dabei in großen Teilen das Wählerpotenzial ansprechen, das in der Zweiten Republik zu den Unterstützern der antidemokratischen katholischen Rechten gehört hatte, band diese aber an die demokratische und parlamentarische Ordnung und ließ post- und neofaschistische Wettbewerber auf der politischen Rechten weitgehend chancenlos. Damit verbunden war freilich der Verzicht auf eine konsequente Aufarbeitung der autoritären Vergangenheit der katholischen Rechten und die Anknüpfungspunkte an die Faschisten, von denen sich Luciaros PPC deutlich distanzierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Opposition zum Zentrumsblock standen neben der äußeren Rechten vor allem die [[Sagradische Kommunistische Partei]] sowie der linke Flügel des [[Partido Socialista]], der jedoch stetig zwischen Annäherung und Abgrenzung gegenüber den Kommunisten schwankte und stetig an Unterstützung durch die Wähler verlor. 1946 noch die stärkste Partei, erreichte der PS bei den [[Kommunalwahlen 1948]] nicht einmal 20 Prozent der Stimmen und fiel in einigen Hochburgen hinter die Kommunisten zurück. Die KPS gewann zwar durch ihre Widerstandsarbeit ganz neue Wählerpotenziale, schaffte es aber nicht, von der Schwäche der Sozialisten in einem Maß zu profitieren wie etwa die italienischen oder französischen Kommunisten nach dem Zweiten Weltkrieg. Stattdessen übersteigten die Wähleranteile der PCS bei nationale Wahlen nur ein einziges Mal die Marke von 17 Prozent und pendelte danach zwischen zehn und 15 Prozent der Stimmen ein, während der PS sich diesem Niveau ebenfalls annäherte. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1950]] erreichte die Sozialistische Partei nur noch knapp über 19 Prozent der Wähler und suchte in der Folge wieder eine Annäherung an den abgespaltenen rechten Parteiflügel, der nach der enttäuschenden [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1954]] mit zusammen nur noch 22 Prozent für die beiden sozialistischen Konkurrenten schließlich gegen den Willen Ilpas aus der Zentrumskoalition ausschied. In der Folge kam es zu einer Neuordnung der politischen Landschaft. Die christdemokratische [[Volkspartei]] ging ein Bündnis mit den Parteien der [[UDS|Demokratischen Union]] ein, einem bürgerlich-liberalen Wahlbündnis, das 1954 gegründet und 1961 schließlich zur Partei [[UDS]] umgewandelt wurde. Zur UD gehörten sowohl konservativ-liberale Gruppen wie auch der rechte Flügel des alten [[Partido Radical]], die nun mit den Christdemokraten eine konservativ-liberale Koalition eingingen. Gegenüber dem Zentrumsblock wurden auf diese Weise die großbourgeoisen und wirtschaftsliberalen Elemente gestärkt. Auf der anderen Seite bemühten sich die zersplitterten sozialistischen Gruppierungen auf der Linken um eine Wiedervereinigung des alten [[PS]]. Bereits vor dem Ungarn-Aufstand 1956 hatten sich die Sozialisten unter dem neuen Parteisekretär [[António Santiago]] von der KPS distanziert und den außenpolitischen Positionen der Rechten angenähert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1957 schließlich kam es zur Gründung einer neuen sozialistischen Sammlungspartei, der [[Aliança Socialista d'Unitá Lavorista]], in der erstmals nicht nur traditionelle sozialistische Arbeiter, sondern auch Katholiken und Linksbürgerliche eine Heimat finden sollten. Schnell entwickelte sich die neue [[ASUL]] zu einem Integrationspol der linken Mitte und als Gegengewicht zum nach rechts treibenden [[PPC]]. In den Sechziger Jahren entwickelte sich auf diese Weise ein stabiles moderat polarisiertes Parteiensystem. Formal ähnelte es dem der späteren [[Zweite Sagradische Republik|Zweiten Republik]] mit einer großen sozialistischen und einer katholischen Partei, einem kommunistischen Flügel, einem schwachen sozialliberalen Zentrum in Form des [[Partido Radical-Democrático]] und einer rechtsliberalen Gruppierung. Im Gegensatz zur Zeit vor 1938 begegneten sich nun aber keine unversöhnlichen Lager mehr, die sich gegenseitig bekriegten. Stattdessen orientierte sich auch die [[ASUL]] in den 1960er Jahren deutlich zur politischen Mitte hin, erkannte die internationale Bindung Sagradiens in NATO und EG an und operierte zudem auf einer marktwirtschaftlichen Grundlage, während auch die katholische Rechte keine autoritäre Umformung mehr verfolgte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die frühen Sechziger Jahre ===&lt;br /&gt;
Die Sechziger Jahre waren schließlich in [[Sagradien]] von einer zunehmenden Erosion des Gründungskonsenses zwischen den Lagern und einer zunehmenden politischen Polarisierung geprägt. Mit [[Paulo Luciaro]]s Rücktritt Anfang 1960 verließ der prägende Politiker der vergangenen fünfzehn Jahre die sagradische Politik. Sein Nachfolger als Premierminister [[Carles Angel Favale]] (seit 1964 erst als Parteivorsitzender) repräsentierte stärker als Luciaro den Typus des konservativ-katholischen Rechtsauslegers und polarisierte auch in seiner eigenen Partei. Eine ähnlich unangefochtene Stellung wie Luciaro erreichte er daher zu keiner Zeit. Im Gegenteil erreichte er vor allem die jüngeren Wählerschichten nicht, die sich seit Anfang der Sechziger Jahre zunehmend für eine Liberalisierung gesellschaftlicher Werte und Formen begeistern ließen. Es gelang Favale denn auch nicht, bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1962]] an die Erfolge Luciaros anzuknüpfen. Nachdem die Mitte-Rechts-Koalition zunehmend uneinig gewirkt hatte, verlor sie 1962 schließlich ihre parlamentarische Mehrheit in einer Situation, in der eine mittlere Wirtschaftskrise den Wirtschaftsaufschwung der Fünfziger Jahre zu beenden schien. Dass es in der Folge unter dem moderaten Christdemokraten [[Martín Ánibal Costa]] zu einer Großen Koalition aus [[PPC|Christdemokraten]] und [[ASUL|Sozialisten]] kam, bestätigte das grundsätzliche Konsensklima der neuen Republik im Vergleich zur alten. Dies war auch das Ziel der Regierungsparteien, die mit dem Erstarken der politischen Ränder einen Rückfall in die alte Republik befürchteten. Vor allem der Einzug der [[Partido de la Fraternitá Popular|Volksbruderschaftspartei]], einer nationalistischen, populistischen und modernisierungsfeindlichen Sammlungsbewegung der alten Mittelschichten, schürte Erinnerungen an die Erfolge der Faschisten in den Dreißiger Jahren.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz diesem Willem zum Konsens bei den Regierungsparteien gestaltete sich die Arbeit in der Regierung schwierig, zumal die Volkspartei vor allem von eigenen Machtkämpfen in der Partei geschwächt war und ASUL-Chef [[António Santiago]] es vorzog, außerhalb der Kabinettsdisziplin zu verbleiben. Es gelang der Koalition zwar, einige wirtschaftliche Aufschwungprogramme in Gang zu setzen, nach einem Jahr kam es aber zu [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1963|vorgezogenen Neuwahlen]], bei denen die liberale [[UDS]] von ihrer Oppositionsrolle profitieren konnte. Gleichzeitig wurden die [[ASUL|Sozialisten]] zum ersten Mal seit 1946 wieder die stärkste Kraft im Parlament. DIe Volksbruderschaftspartei unter ihrem populistischen Anführer [[Álvaro Blanxard Rovira]] konnte sich erneut auf fast sieben Prozent der Stimmen steigern. Im Wahlkampf waren deren Anhänger uniformiert und protestierend durch die Städte gezogen und hatten dabei nationalistische und teilweise auch antisemitische Parolen verkündet. Die Partei verfügte über kein konsistentes Parteiprogramm und setzte vor allem auf Vorurteile und in Teilen der Bevölkerung noch immer verbreitete Ressentiments gegen die parlamentarische Demokratie. Die Unfähigkeit der Großen Parteien zur konstruktiven Zusammenarbeit nutzte er, um ähnlich wie die Rechte der Zweiten Republik für eine autoritäre Umgestaltung in Form einer Präsidialdemokratie mobil zu machen. Vor allem aber stellte sich die Partei gegen den verbreiteten Willen der sagradischen Kolonien nach Unabhängigkeit, dem die großen Parteien einer nach dem anderen nachzugeben schienen. Vor allem der christlich-sozialistische Kolonialminister [[Nino Cabal]] wurde zur Zielscheibe der verbalen Angriffe der Blanxardisten, die seiner Politik Verrat an den nationalen Interessen vorwarf. Sagradien sei dabei, mit seinen Kolonien seine historische Größe zu verschenken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der gescheiterten Großen Koalition blieben wenige Alternativen zur Bildung einer erneuten lagerübergreifenden Regierung, dieses Mal unter Führung des [[ASUL]]-Generalsekretärs [[António Santiago]]. Dieser gab schließlich der schwierigen Option einer erneuten Großen Koalition die Alternative einer Zusammenarbeit mit den beiden liberalen Parteien den Vorrang und bildete die erste sozialistisch-liberale Koalitionsregierung der Dritten Republik aus sozialistischer [[ASUL]], linksliberaler [[PRD]] und rechtsliberaler [[UDS]]. Als Santiago nach wenigen Monaten im Amt verstarb, folgte ihm schließlich Außenminister [[Iacovo Del Pérez]] als Ministerpräsident und ASUL-Sekretär nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1964 schied mit Präsident [[Ariel Fernando De la Roya]] - acht Jahre nach dem Tod [[Santo de la Ilpa]]s und vier Jahre nach dem Rücktritt [[Paulo Luciaro]]s – eine weitere Identifikationsfigur der neuen Republik aus dem Amt. De la Roya hatte bereits in der Zweiten Republik zur liberal-katholischen Minderheit gehört und danach wesentlich die Idee einer demokratisch-katholischen Partei verfolgt. 1945 war er Präsident der [[Nationalversammlung]] und danach des [[Senat]]s geworden. 1948 zum zweiten Mal [[Bürgermeister von Semess]] - bis 1988 als letzter Christdemokrat - wurde er schließlich 1954 zum dritten [[Präsident der Republik|Präsidenten der Dritten Republik]] gewählt und 1959 mit überragender Mehrheit bereits im ersten Wahlgang im Amt bestätigt. Als sozial engagierter Katholik mit einem gewinnenden Auftreten erreichte De la Roya große Beliebtheitswerte. Seine zurückhaltende, aber nicht unpolitische Art der Amtsführung prägte das Amt nachhaltiger als die seiner beiden Vorgänger. Vor allem außenpolitisch setzte Roya Akzente in europäischen Integrationspolitik, aber auch in der &amp;quot;Entdeckung&amp;quot; der Dritten Welt. Er wurde vor allem als Repräsentant der neuen demokratischen, wenn auch paternalistischen Republik wahrgenommen und von der Bevölkerung liebevoll als &amp;quot;Onkel&amp;quot; bezeichnet. Royas Nachfolger [[Carles María Ortega]] erreichte derartige Popularitätswerte nicht. Als langjähriger Diplomat und Parteivorsitzender des [[PPC]] besaß er eine weniger offene Art als sein Vorgänger und übte sich in staatsmännischer Würde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Radikalisierung und Revolte in den späten Sechziger Jahren ===&lt;br /&gt;
Die sozialistisch-liberale Regierung unter [[Iacovo Del Pérez]] litt ähnlich wie die Vorgängerregierung der Großen Koalition unter den geringen politischen Schnittmengen der Koalitionspartner. Dennoch gelang es Del Pérez über zweieinhalb Jahre, eine Mehrheit für seine Regierung zu organisieren. Akzente legte die neue Regierung vor allem in der Verwaltungspolitik, in dem sie erstmals die überfälligen, schon in der Verfassung von 1946 angekündigte, Gesetzgebung über die Einrichtung von regionalen Selbstverwaltungsorganen verabschiedete. Damit wurde die unitarische Republik ein Stück weit dezentralisiert, in dem neben den bestehenden vier Autonomen Provinzen auch die eingerichteten 17 Regionen des Mutterlandes eigene Volksvertretungen und Administrationen erhalten sollten. Die ersten Regionalräte traten schließlich 1968 als Delegiertenversammlungen der Provinzialverwaltungen zusammen und gaben ihrer Region jeweils ausführende Statuten. 1969 fanden schließlich wie vorgesehen die ersten [[Regionalwahlen 1969|Direktwahlen zu den Räten]] der Regionen statt. Die Autonomen Provinzen [[Ambristal]], [[Bretagne]], [[Cuentez]] sowie [[Aziz]] erhielten zudem den Status Autonomer Regionen und behielten ihre erweiterten Autonomierechte. Die im [[Código Cabal]] durchgeführte Verwaltungsreform ist als wichtige Wegmarke im sagradischen Devolutionsprozess anzusehen, der bis heute anhält. Daneben wurde unter Del Pérez auch die letzten Kolonien Mosambik, Guinea-Bissau und [[Oguana]] in die endgültige Unabhängigkeit entlassen. Außenpolitisch setzte sich die Regierung Del Pérez für eine Intensivierung des Dialogs mit den westlichen Nachbarn ein, die nicht den Europäischen Gemeinschaften angehörten. Im Sommer 1965 nahmen [[Micolinien]], [[Sagradien]] und [[San Cristo]] offizielle Dreistaatengespräche über eine verstärkte Zusammenarbeit auf, die fortan zweijährlich wiederholt werden sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Austritt der rechtsliberalen [[UDS|Unionsdemokraten]] aus der Regierung Anfang 1967 verlor die Mitte-Links-Regierung Del Pérez schließlich ihre parlamentarische Mehrheit. Del Pérez wurde durch ein Misstrauensvotum der Rechten sowie der Kommunisten gestürzt. Aus [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Neuwahlen zur Abgeordnetenkammer]] ging schließlich die oppositionelle [[Volkspartei]] unter [[Carles Angel Favale]] als Sieger hervor. Favale kehrte damit nach fünf Jahren in die Präsidentschaft des Ministerrats zurück und bildete eine konservativ-liberale [[Kabinett Favale II|Minderheitsregierung]] seiner Partei mit der [[UDS]], die anfänglich von den [[PRD|Radikaldemokraten]] gestützt wurde. Kontrovers war in dieser Konstellation von Beginn an das Verhältnis der Minderheitsregierung zur [[Álvaro Blanxard Rovira|blanxardistischen]] [[PFP]], die ankündigte, eine anti-sozialistische Regierung Favale unter bestimmten Umständen zu unterstützen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.63.253</name></author>
		
	</entry>
</feed>