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	<title>Sagradien - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Sagradischer_B%C3%BCrgerkrieg&amp;diff=8897</id>
		<title>Sagradischer Bürgerkrieg</title>
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		<updated>2012-03-27T16:39:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: /* Philippkarlistenkrieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Sagradischer Bürgerkrieg''' wird eine Reihe von Aufständen, Kriegen und sonstigen gewaltsamen Auseinandersetzungen bezeichnet, die sich im Königreich Sagradien zwischen 1708 und 1722 ereigneten. Darin ging es um einen Machtkampf zwischen dem sagradischen König und seinen absolutistisch gesinnten Anhängern sowie verschiedenen Strömungen, die eine Form des ständischen Regiments im Gegensatz zur monarchischen Alleinregierung anstrebten. Kontext der Konflikte war der seit 1701 ausgetragene Spanische Erbfolgekrieg, in dem Sagradien an der Seite Frankreichs gegen die antifranzösische Allianz kämpfte und der das sagradische Königreich erschöpfte und einen günstigen Boden für Aufstände, Protestbewegungen und Gewaltaktionen lieferte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im engeren Sinne wird als Sagradischer Bürgerkrieg klassischerweise der in der neueren Forschung meist als '''Sagradischer Koalitionskrieg''' oder '''Krieg der Coalicionárioes''' bezeichnete militärische Konflikt zwischen König [[Danadier II.]] und der oppositionellen Adelskoalition verstanden, der mit Unterbrechungen von 1713 bis 1718 geführt wurde, ehe er 1719-21 in Form von royalistischen Aufständen gegen das Regiment der Stände fortgesetzt wurde. Dagegen zählt die neuere Forschung zum Komplex des Bürgerkriegs auch die Reihe von Aufständen vor 1713 (v.a. den [[Juliaufstand 1708]] sowie den [[Septemberaufstand 1711]]) sowie die Auseinandersetzung mit den [[Semess|Semestiner]] Republikanern sowie den so genannten ''[[Philippkarlisten]]'', die sich nach 1721 ereigneten und bis etwa 1735 andauerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg hatte seine Ursachen vor allem in den sozialen und politischen Entwicklungen in Sagradien während der Regierungszeit König [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] (1651-1698). Dieser verfolgte gemäß den absolutistischen Vorbildern seiner Zeit das Ziel, die Zentralgewalt der Krone zulasten der traditionell einflussreichen Stände, den ''Cortes'' zu stärken. Für diesen Zweck benötigte er in erster Linie ein stabiles Finanzsystem. Das alte System zur Steuereintreibung durch die hochadeligen Gouverneure der Provinzen, hatte sich als ineffektiv erwiesen. Gabriel griff daher die Politk seines ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] auf und stärkte die Zugriffsrechte des Königs auf die Verwaltung des Landes. Der Adel verlor auf diese Weise rapide an Einfluss und Autonomie. Vorbild Gabriels war die absolutistische Regierungsform Frankreichs, wie sie unter Ludwig XIV. ausgeübt wurde. Auch in Sachen Hofhaltung und Ausgabenpolitik eiferte Gabriel dem französischen Vorbild nach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Gabriels Nachfolger [[Danadier II.]] (1698-1721) wurde diese unpopuläre Politik fortgeführt und erreichte einen Höhepunkt, der die Staatsfinanzen an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Die Beteiligung Danadiers am Spanischen Erbfolgekrieg auf Seiten Frankreichs führte zu einem rapiden Anwachsen der Staatsschulden, die der König durch Steuern in den Griff zu bekommen suchte. &lt;br /&gt;
Schnell weitete sich die Kritik im Land, die zunächst vor allem von den Städten aufgekommen war, auf den gesamten Regierungsstil Danadiers aus, der als autokratisch und absolutistisch empfunden wurde. Besonders gegen die verschwenderische Finanzpolitik des Königs wehrten sich die Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom Juliaufstand 1708 bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs ===&lt;br /&gt;
Nach der Erhöhung der allgemeinen Steuern im Jahr 1708 – sie hatten zum Rücktritt des leitenden Ministers [[Santiago Corvón, Graf von Casterley]], geführt – schlug die Missstimmung auf die hungernde [[Semess|Semestiner]] Stadtbevölkerung über, die ihren Unmut im Juli 1708 in einem allgemeinen Aufstand ([[Juliaufstand 1708]]) zum Ausdruck brachte. Danadier ließ die Aufstände niederschlagen. Die Kritik am König hielt aber an. Nachdem der König die Abgaben des Adels zur Kriegsfinanzierung angehoben hatte, war es im September 1711 der niedrige Landadel, der sich gegen den König erhob ([[Septemberaufstand 1711]]). Der König reagierte schließlich und berief die Generalstände ein, die nun über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten des Kriegs beraten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den einberufenen Generalständen kristallisierte sich jedoch schnell ein oppositionelles Lager um mehrere führende Adlige heraus, die dem Krieg ablehnend gegenüberstanden und einen raschen Friedensschluss befürworteten. Mehrere Resolutionen der Stände wurden vom König als Affront betrachtet und barsch zurückgewiesen. Die Versuche seines leitenden Ministers [[Carles de Granval]], zu vermitteln, scheiterten allesamt. Granval wurde schließlich entlassen, sein Nachfolger [[Manuel de Cambras]] setzte auf eine Konfrontation mit den Ständen, denen er Konspiration mit dem Königreich Cuentez vorwarf, das sich seit 1711 im Krieg mit Sagradien befand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die neuen Generalstände dem König die Zusicherung weiterer Kredite verweigerten, löste dieser schließlich im April 1713 die Versammlung auf und kehrte zu seiner autokratischen Politik zurück. Gleichzeitig musste Danadier im Friede von Utrecht die strategisch wichtigen Westseestützpunkte [[La Cripón]] und [[Cereza]] an Großbritannien abtreten, konnte sich aber auf keinen Frieden mit dem benachbarten [[Micolinien]] einigen, das den Krieg gegen Sagradien fortsetzte. Eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände versuchte nun auf Einladung des [[Herzog von Sesin|Herzogs von Sesin]], [[José de Sesín|José de Sántori]], einem entfernten Vetter des Königs, in [[Vesaey]] das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte ''Erklärung von Vesaey'', in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wurde von Minister Cambras als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sesin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Koalitionskrieg === &lt;br /&gt;
Sesin kam rasch frei und stellte sich an die Spitze des Aufstandes. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen, vornehmlich aus den Häusern [[Piacón]] und [[Todesco]]. Nachdem König [[Georg I. von Micolinien]] jede Verwicklung in die Kämpfe verweigert hatte, bewilligte sein Nachfolger [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]] die Entsendung eines Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Auch der de facto vom sagradischen König abhängige König [[Maximilian II. von Cuentez]] kämpfte nicht gegen, sondern mit dem Koalitionsheer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Oberbefehl von [[Alexandro Graf Vierna]] konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen. Während sich der König unnachgiebig zeigte, versuchte sein Bruder [[Peter II.|Don Pietro Joán]] mehrmals, mit den Aufständischen zu vermitteln. 1715 erreichte er einen zeitweiligen Waffenstillstand, der jedoch bald gebrochen wurde. Versuche Pietros, neuerliche Verhandlungen zu erreichen, führten dazu, dass er vom König bald nach Frankreich geschickt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhaftung des Königs und Ständeregiment ===&lt;br /&gt;
Nach der Hinrichtung Casterleys im Jahr 1717 und der Übernahme des Oberbefehls der santorischen Truppen durch [[Filipe de Piacón]] geriet der König immer mehr unter Druck. Im Frühjahr 1718 geriet Danadier II. in Gefangenschaft der Koalitionäre. Der Sieg der Koalitionstruppen bei [[Sagrera]] beendete den Bürgerkrieg vorerst, die Royalisten mussten sich zunächst zurückziehen und warteten und die Situation ab. König Danadier wurde in der Folge zusammen mit seiner Familie im Semestiner [[Plazarenya-Palast]] festgesetzt, wo er unter strikter Kontrolle der Koalitionäre gehalten wurde und mit diesen Konditionen einer Waffenstillstands- und Friedensregelung verhandelte, derweil im Jahr 1719 im ganzen Land royalistische Aufstände weitergeführt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1719 kam eine neue Ständeversammlung zusammen, in der auch Royalisten vertreten waren und die von Danadier II. umfassende Zugeständnisse verlangte und eine Abordnung bestimmte, die zukünftig als Regierung dienen sollte. König und Stände sollten gemeinsam über die Modalitäten eines neuen Regierungssystems verhandeln, das die ''alten Freiheiten'' der Stände wiederherstellen und den Absolutismus durch ein ''Kondominium'' von König und Ständen ersetzen sollte, wie es die Vorstellung des Adels und der Mehrheit der Stände war. Der König wäre auf diesem Weg zu einer Art konstitutionellen Monarchen geworden, unter strenger Kontrolle der Stände. Die Ständeversammlung einigte sich im Januar 1720 auf einen Entwurf für eine neue Ordnung, die als ''Codices Magna Libertatum'' bezeichnet wurden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König stimmte dem Dokument zwar nicht offiziell zu, bemühte sich aber um einen Schein von Kooperation. Er erklärte sich bereit, einer Regelung auf Basis der Codices zuzustimmen, forderte jedoch Änderungen und zog so die Verhandlungen weiter hinaus. Im Herbst 1720 schließlich kam es zu einem vorläufigen Ende der Aufstände, den Winter über regierte Danadier als de facto entmachteter König nur noch offiziell, während eine Abordnung der Generalstände die eigentliche Macht ausübte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Danadier im Februar 1721 starb, erhoben die Royalisten seinen Bruder [[Peter II.|Peter]] zum König, dieser musste jedoch um seine Anerkennung durch die Stände in schwierige Verhandlungen treten. Obwohl er die Amtsgeschäfte danach wahrnahm, wurde er nie gekrönt, da er sich mit den Ständen nicht auf Konditionen seiner Herrschaft einigen konnte und stäker noch als Danadier die Konditionen der Codices Magna ablehnte. Derweil machten Gerüchte über eine Vergiftung Danadiers II. die Runde, die royalistische Aufstände und anti-royalistische Gegenbewegungen auslösten und zu einer raschen Radikalisierung beider Seiten beitrugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maiaufstand und Erste Republik ===&lt;br /&gt;
Als es am Morgen des 23. Mai zur Hinrichtung des populären Semestiner Bürgers [[Luis Otero]] kam, der sich gegen das neue Stände-Regiment ausgesprochen und für eine Fortsetzung des Bürgerkriegs plädiert hatte und dafür des Hochverrats für schuldig befunden worden war, folgte in der Metropole ein blutiger Volksaufstand, der sich nun gegen König und den in den Ständen führenden Adel insgesamt richtete. Von den Repressalien, die das Stadtvolk im Krieg erlitten hatte, und von der schlechten wirtschaftlichen und sozialen Lage radikalisiert, bedrohten sie nun die gesamte Monarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der folgenden [[Maiblutnacht]] vom 23. auf den 24. Mai 1721 stürmte ein wütender Mob den Königspalast am Plazarenya, in dem Peter unter Kontrolle der Stände festgehalten worden war, und tötete den auf der Flucht befindlichen König zusammen mit mehreren adligen Begleitern. Pietro war damit der erste sagradische König, der de facto vom Volk gerichtet wurde. Dabei wurde immer wieder gesagt, dass Pietro nicht für seine eigenen Handlungen, sondern für die seines Bruders büßen musste. Ob es sich bei der Ermordung tatsächlich um eine spontane Tat aus Wut und Hass handelte oder ob stattdessen ein gezielter Anschlag auf den Leben des Königs von Seiten seiner Gegner unternommen worden war, wie später von vielen behauptet, ist bis heute nicht geklärt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rest des Königshofs floh nun nach [[Noyar]] und auch die Ständeversammlung musste vor der unterschätzten Eskalation ins nahe [[Vierna]] flüchten. In Semess selbst übernahm der Kleinadlige [[Simón Bernord]] als Anführer des radikalen Maiaufstands die Führung, rief die Republik aus und stellte ein Heer freiwilliger Bürger und Bauern des Umlandes auf, um die Stadt gegen das in der Nähe stehende Heer unter [[Carles de Vierna]] zu verteidigen. Dieser aber wagte in der Folge keinen Angriff, sondern übergab seine Truppen an den Herzog vom Sesin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herrschaft der Sieben und Aufstände 1721/22 ===&lt;br /&gt;
In Semess übernahm ein ''Rat der Sieben'' aus Bürgerlichen und Kleinadligen unter Führung Simón Bernords die Herrschaft. Er erklärte die Monarchie für beendet und das Volk zum Souverän, in dessen Namen der Rat zu handeln glaubte. Die Kammern der Stadt wurden nun mit Anhängern der Sieben besetzt und zu wesentlichen Vollzugsorganen erklärt. In der Folge weitete sich der Volksaufstands von Semess aus auf das gesamte Land aus. Im Mai und Juni bildeten sich auch in anderen Städten und teilweise auch auf dem Land radikale ''Räte'' und ''Abordnungen'', die sich teilweise den Sieben in Semess unterstellten, teilweise aber auch als eigenständiges Vollzugsorgan auftraten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Radikalisierung eines Teils des Volkes gegen den Adel und die Stände erreichte der Bürgerkrieg eine neue Wendung. Royalisten und Koalitionäre mussten sich nun gegen die ''Radikalen'' behaupten und verbündeten sich zu diesem Zweck. Mehrere Heere der Royalisten und Koalitionäre gingen in der Folge gegen die Aufständischen vor. Im Herbst kam es zur Belagerung von Semess, das im November 1721 eingenommen werden konnte. Bernord wurde auf der Flucht festgenommen und schließlich als Verräter angeklagt und hingerichtet. Die Aufstände der Radikalen sowie diverse Bauernaufstände zogen sich noch bis Mitte 1722 hin und konnten erst dann weitgehend beendet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Philippkarlistenkrieg 1722/23 ===&lt;br /&gt;
Die Stände, die nun die Macht konsolidiert hatten, wählten im Januar 1722 einen ''Staatsrat'', der nun die Regierungsgeschäfte wahrnehmen sollte. [[José de Sesín]] wurde als Generalvikar der Stände zum Verweser der monarchischen Gewalt erklärt. Derweil machte sich die im Mai 1722 neu zusammengetretene Ständeversammlung daran, einen neuen König zu finden und Konditionen einer neuen Ordnung auf Grundlage der Codices Magna festzusetzen. Diese wurden im September 1722 für verbindlich erklärt. Da König Danadier und sein Bruder beide keine Söhne hinterlassen hatten, konzentrierte sich die Suche nach einem Monarchen vornehmlich auf die Töchter Danadiers Isabel und [[Maria I. Luise|María Luísa]]. Da der Herzog von Sesin selbst ein entfernter Verwandter der Könige aus dem [[Haus Sántori]] war, wurden auch ihm Ambitionen nachgesagt. Diese freilich endeten gewaltsam durch die Ermordung des Herzogs im Sommer 1722. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derweil war der Bürgerkrieg noch immer nicht beendet. Stattdessen erkannte [[Philipp Karl von Viça]], der Bruder der toten Könige [[Danadier II.]] und [[Peter II.]], die Codices Magna nicht an und pochte auf seine Thronrechte. Er ließ sich zum König ausrufen und wurde von Legitimisten unterstützt, die ihn mangels anderer männlicher Thronprätendenten als legitimen Erben der Krone betrachteten. Unterstützt wurde Philipp Karl von seinem Schwiegervater, dem französischen Regenten Philipp von Orléans. Noch ehe es zu militärischen Auseinandersetzungen mit dem Heer gekommen war, versuchten beide Seiten sich gütlich zu einigen. Die Verlobung des Santori-Prinzen [[Johann III. Karl|Johann Karl von Cuentez]] mit der Prinzessin [[Maria I.|Maria Luise]] markierte schließlich das Scheitern der Verhandlungen mit Philipp Karl, der die Verlobung und die damit wahrscheinlich gewordene Thronfolge des Paares nicht anerkannte und mit einem französisch unterstützten Heer in [[Amôria]] einfiel, um zunächst sein Herzogtum und anschließend die Krone zu erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schnellen Erfolge Philipp Karls führten innerhalb der Stände zu Verunsicherung. Die Verhandlungen mit dem Santori-Prinzen Johann Karl und seinem Vater Maximilian II. wurden beschleunigt und schließlich ausgesetzt. Als ''Prinz von Sagradien'' wurde Johann im August 1722 zum Oberbefehlshaber des Ständeheeres ernannt. Nachdem sein Gegner ihm in mehreren Schlachten hatte ausweichen können, stellte Johann Philipp Karl im November 1722 bei [[Canar]] in der Landschaft [[Soler]] und errang einen entscheidenden Sieg. Philipp Karl verlor in der Folge schlagartig seine Stellung im Nordosten und ging schließlich in Frankreich ins Winterquartier. Ein Versuch, schon im Frühjahr 1723 zurückzuschlagen, war nicht von Erfolg gekrönt. Der militärische Widerstand von Seiten Philipp Karls war einstweilen besiegt. Den Sieg hatten die Stände aber nicht alleine erreicht, die Stellung des künftigen Königs Johann Franz von Cuentez war deutlich gestärkt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.43.117</name></author>
		
	</entry>
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Sagradischer_B%C3%BCrgerkrieg&amp;diff=8896</id>
		<title>Sagradischer Bürgerkrieg</title>
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		<updated>2012-03-27T16:38:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: /* Philippkarlistenkrieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Sagradischer Bürgerkrieg''' wird eine Reihe von Aufständen, Kriegen und sonstigen gewaltsamen Auseinandersetzungen bezeichnet, die sich im Königreich Sagradien zwischen 1708 und 1722 ereigneten. Darin ging es um einen Machtkampf zwischen dem sagradischen König und seinen absolutistisch gesinnten Anhängern sowie verschiedenen Strömungen, die eine Form des ständischen Regiments im Gegensatz zur monarchischen Alleinregierung anstrebten. Kontext der Konflikte war der seit 1701 ausgetragene Spanische Erbfolgekrieg, in dem Sagradien an der Seite Frankreichs gegen die antifranzösische Allianz kämpfte und der das sagradische Königreich erschöpfte und einen günstigen Boden für Aufstände, Protestbewegungen und Gewaltaktionen lieferte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im engeren Sinne wird als Sagradischer Bürgerkrieg klassischerweise der in der neueren Forschung meist als '''Sagradischer Koalitionskrieg''' oder '''Krieg der Coalicionárioes''' bezeichnete militärische Konflikt zwischen König [[Danadier II.]] und der oppositionellen Adelskoalition verstanden, der mit Unterbrechungen von 1713 bis 1718 geführt wurde, ehe er 1719-21 in Form von royalistischen Aufständen gegen das Regiment der Stände fortgesetzt wurde. Dagegen zählt die neuere Forschung zum Komplex des Bürgerkriegs auch die Reihe von Aufständen vor 1713 (v.a. den [[Juliaufstand 1708]] sowie den [[Septemberaufstand 1711]]) sowie die Auseinandersetzung mit den [[Semess|Semestiner]] Republikanern sowie den so genannten ''[[Philippkarlisten]]'', die sich nach 1721 ereigneten und bis etwa 1735 andauerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg hatte seine Ursachen vor allem in den sozialen und politischen Entwicklungen in Sagradien während der Regierungszeit König [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] (1651-1698). Dieser verfolgte gemäß den absolutistischen Vorbildern seiner Zeit das Ziel, die Zentralgewalt der Krone zulasten der traditionell einflussreichen Stände, den ''Cortes'' zu stärken. Für diesen Zweck benötigte er in erster Linie ein stabiles Finanzsystem. Das alte System zur Steuereintreibung durch die hochadeligen Gouverneure der Provinzen, hatte sich als ineffektiv erwiesen. Gabriel griff daher die Politk seines ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] auf und stärkte die Zugriffsrechte des Königs auf die Verwaltung des Landes. Der Adel verlor auf diese Weise rapide an Einfluss und Autonomie. Vorbild Gabriels war die absolutistische Regierungsform Frankreichs, wie sie unter Ludwig XIV. ausgeübt wurde. Auch in Sachen Hofhaltung und Ausgabenpolitik eiferte Gabriel dem französischen Vorbild nach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Gabriels Nachfolger [[Danadier II.]] (1698-1721) wurde diese unpopuläre Politik fortgeführt und erreichte einen Höhepunkt, der die Staatsfinanzen an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Die Beteiligung Danadiers am Spanischen Erbfolgekrieg auf Seiten Frankreichs führte zu einem rapiden Anwachsen der Staatsschulden, die der König durch Steuern in den Griff zu bekommen suchte. &lt;br /&gt;
Schnell weitete sich die Kritik im Land, die zunächst vor allem von den Städten aufgekommen war, auf den gesamten Regierungsstil Danadiers aus, der als autokratisch und absolutistisch empfunden wurde. Besonders gegen die verschwenderische Finanzpolitik des Königs wehrten sich die Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom Juliaufstand 1708 bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs ===&lt;br /&gt;
Nach der Erhöhung der allgemeinen Steuern im Jahr 1708 – sie hatten zum Rücktritt des leitenden Ministers [[Santiago Corvón, Graf von Casterley]], geführt – schlug die Missstimmung auf die hungernde [[Semess|Semestiner]] Stadtbevölkerung über, die ihren Unmut im Juli 1708 in einem allgemeinen Aufstand ([[Juliaufstand 1708]]) zum Ausdruck brachte. Danadier ließ die Aufstände niederschlagen. Die Kritik am König hielt aber an. Nachdem der König die Abgaben des Adels zur Kriegsfinanzierung angehoben hatte, war es im September 1711 der niedrige Landadel, der sich gegen den König erhob ([[Septemberaufstand 1711]]). Der König reagierte schließlich und berief die Generalstände ein, die nun über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten des Kriegs beraten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den einberufenen Generalständen kristallisierte sich jedoch schnell ein oppositionelles Lager um mehrere führende Adlige heraus, die dem Krieg ablehnend gegenüberstanden und einen raschen Friedensschluss befürworteten. Mehrere Resolutionen der Stände wurden vom König als Affront betrachtet und barsch zurückgewiesen. Die Versuche seines leitenden Ministers [[Carles de Granval]], zu vermitteln, scheiterten allesamt. Granval wurde schließlich entlassen, sein Nachfolger [[Manuel de Cambras]] setzte auf eine Konfrontation mit den Ständen, denen er Konspiration mit dem Königreich Cuentez vorwarf, das sich seit 1711 im Krieg mit Sagradien befand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die neuen Generalstände dem König die Zusicherung weiterer Kredite verweigerten, löste dieser schließlich im April 1713 die Versammlung auf und kehrte zu seiner autokratischen Politik zurück. Gleichzeitig musste Danadier im Friede von Utrecht die strategisch wichtigen Westseestützpunkte [[La Cripón]] und [[Cereza]] an Großbritannien abtreten, konnte sich aber auf keinen Frieden mit dem benachbarten [[Micolinien]] einigen, das den Krieg gegen Sagradien fortsetzte. Eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände versuchte nun auf Einladung des [[Herzog von Sesin|Herzogs von Sesin]], [[José de Sesín|José de Sántori]], einem entfernten Vetter des Königs, in [[Vesaey]] das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte ''Erklärung von Vesaey'', in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wurde von Minister Cambras als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sesin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Koalitionskrieg === &lt;br /&gt;
Sesin kam rasch frei und stellte sich an die Spitze des Aufstandes. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen, vornehmlich aus den Häusern [[Piacón]] und [[Todesco]]. Nachdem König [[Georg I. von Micolinien]] jede Verwicklung in die Kämpfe verweigert hatte, bewilligte sein Nachfolger [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]] die Entsendung eines Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Auch der de facto vom sagradischen König abhängige König [[Maximilian II. von Cuentez]] kämpfte nicht gegen, sondern mit dem Koalitionsheer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Oberbefehl von [[Alexandro Graf Vierna]] konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen. Während sich der König unnachgiebig zeigte, versuchte sein Bruder [[Peter II.|Don Pietro Joán]] mehrmals, mit den Aufständischen zu vermitteln. 1715 erreichte er einen zeitweiligen Waffenstillstand, der jedoch bald gebrochen wurde. Versuche Pietros, neuerliche Verhandlungen zu erreichen, führten dazu, dass er vom König bald nach Frankreich geschickt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhaftung des Königs und Ständeregiment ===&lt;br /&gt;
Nach der Hinrichtung Casterleys im Jahr 1717 und der Übernahme des Oberbefehls der santorischen Truppen durch [[Filipe de Piacón]] geriet der König immer mehr unter Druck. Im Frühjahr 1718 geriet Danadier II. in Gefangenschaft der Koalitionäre. Der Sieg der Koalitionstruppen bei [[Sagrera]] beendete den Bürgerkrieg vorerst, die Royalisten mussten sich zunächst zurückziehen und warteten und die Situation ab. König Danadier wurde in der Folge zusammen mit seiner Familie im Semestiner [[Plazarenya-Palast]] festgesetzt, wo er unter strikter Kontrolle der Koalitionäre gehalten wurde und mit diesen Konditionen einer Waffenstillstands- und Friedensregelung verhandelte, derweil im Jahr 1719 im ganzen Land royalistische Aufstände weitergeführt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1719 kam eine neue Ständeversammlung zusammen, in der auch Royalisten vertreten waren und die von Danadier II. umfassende Zugeständnisse verlangte und eine Abordnung bestimmte, die zukünftig als Regierung dienen sollte. König und Stände sollten gemeinsam über die Modalitäten eines neuen Regierungssystems verhandeln, das die ''alten Freiheiten'' der Stände wiederherstellen und den Absolutismus durch ein ''Kondominium'' von König und Ständen ersetzen sollte, wie es die Vorstellung des Adels und der Mehrheit der Stände war. Der König wäre auf diesem Weg zu einer Art konstitutionellen Monarchen geworden, unter strenger Kontrolle der Stände. Die Ständeversammlung einigte sich im Januar 1720 auf einen Entwurf für eine neue Ordnung, die als ''Codices Magna Libertatum'' bezeichnet wurden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König stimmte dem Dokument zwar nicht offiziell zu, bemühte sich aber um einen Schein von Kooperation. Er erklärte sich bereit, einer Regelung auf Basis der Codices zuzustimmen, forderte jedoch Änderungen und zog so die Verhandlungen weiter hinaus. Im Herbst 1720 schließlich kam es zu einem vorläufigen Ende der Aufstände, den Winter über regierte Danadier als de facto entmachteter König nur noch offiziell, während eine Abordnung der Generalstände die eigentliche Macht ausübte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Danadier im Februar 1721 starb, erhoben die Royalisten seinen Bruder [[Peter II.|Peter]] zum König, dieser musste jedoch um seine Anerkennung durch die Stände in schwierige Verhandlungen treten. Obwohl er die Amtsgeschäfte danach wahrnahm, wurde er nie gekrönt, da er sich mit den Ständen nicht auf Konditionen seiner Herrschaft einigen konnte und stäker noch als Danadier die Konditionen der Codices Magna ablehnte. Derweil machten Gerüchte über eine Vergiftung Danadiers II. die Runde, die royalistische Aufstände und anti-royalistische Gegenbewegungen auslösten und zu einer raschen Radikalisierung beider Seiten beitrugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maiaufstand und Erste Republik ===&lt;br /&gt;
Als es am Morgen des 23. Mai zur Hinrichtung des populären Semestiner Bürgers [[Luis Otero]] kam, der sich gegen das neue Stände-Regiment ausgesprochen und für eine Fortsetzung des Bürgerkriegs plädiert hatte und dafür des Hochverrats für schuldig befunden worden war, folgte in der Metropole ein blutiger Volksaufstand, der sich nun gegen König und den in den Ständen führenden Adel insgesamt richtete. Von den Repressalien, die das Stadtvolk im Krieg erlitten hatte, und von der schlechten wirtschaftlichen und sozialen Lage radikalisiert, bedrohten sie nun die gesamte Monarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der folgenden [[Maiblutnacht]] vom 23. auf den 24. Mai 1721 stürmte ein wütender Mob den Königspalast am Plazarenya, in dem Peter unter Kontrolle der Stände festgehalten worden war, und tötete den auf der Flucht befindlichen König zusammen mit mehreren adligen Begleitern. Pietro war damit der erste sagradische König, der de facto vom Volk gerichtet wurde. Dabei wurde immer wieder gesagt, dass Pietro nicht für seine eigenen Handlungen, sondern für die seines Bruders büßen musste. Ob es sich bei der Ermordung tatsächlich um eine spontane Tat aus Wut und Hass handelte oder ob stattdessen ein gezielter Anschlag auf den Leben des Königs von Seiten seiner Gegner unternommen worden war, wie später von vielen behauptet, ist bis heute nicht geklärt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rest des Königshofs floh nun nach [[Noyar]] und auch die Ständeversammlung musste vor der unterschätzten Eskalation ins nahe [[Vierna]] flüchten. In Semess selbst übernahm der Kleinadlige [[Simón Bernord]] als Anführer des radikalen Maiaufstands die Führung, rief die Republik aus und stellte ein Heer freiwilliger Bürger und Bauern des Umlandes auf, um die Stadt gegen das in der Nähe stehende Heer unter [[Carles de Vierna]] zu verteidigen. Dieser aber wagte in der Folge keinen Angriff, sondern übergab seine Truppen an den Herzog vom Sesin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herrschaft der Sieben und Aufstände 1721/22 ===&lt;br /&gt;
In Semess übernahm ein ''Rat der Sieben'' aus Bürgerlichen und Kleinadligen unter Führung Simón Bernords die Herrschaft. Er erklärte die Monarchie für beendet und das Volk zum Souverän, in dessen Namen der Rat zu handeln glaubte. Die Kammern der Stadt wurden nun mit Anhängern der Sieben besetzt und zu wesentlichen Vollzugsorganen erklärt. In der Folge weitete sich der Volksaufstands von Semess aus auf das gesamte Land aus. Im Mai und Juni bildeten sich auch in anderen Städten und teilweise auch auf dem Land radikale ''Räte'' und ''Abordnungen'', die sich teilweise den Sieben in Semess unterstellten, teilweise aber auch als eigenständiges Vollzugsorgan auftraten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Radikalisierung eines Teils des Volkes gegen den Adel und die Stände erreichte der Bürgerkrieg eine neue Wendung. Royalisten und Koalitionäre mussten sich nun gegen die ''Radikalen'' behaupten und verbündeten sich zu diesem Zweck. Mehrere Heere der Royalisten und Koalitionäre gingen in der Folge gegen die Aufständischen vor. Im Herbst kam es zur Belagerung von Semess, das im November 1721 eingenommen werden konnte. Bernord wurde auf der Flucht festgenommen und schließlich als Verräter angeklagt und hingerichtet. Die Aufstände der Radikalen sowie diverse Bauernaufstände zogen sich noch bis Mitte 1722 hin und konnten erst dann weitgehend beendet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Philippkarlistenkrieg ===&lt;br /&gt;
Die Stände, die nun die Macht konsolidiert hatten, wählten im Januar 1722 einen ''Staatsrat'', der nun die Regierungsgeschäfte wahrnehmen sollte. [[José de Sesín]] wurde als Generalvikar der Stände zum Verweser der monarchischen Gewalt erklärt. Derweil machte sich die im Mai 1722 neu zusammengetretene Ständeversammlung daran, einen neuen König zu finden und Konditionen einer neuen Ordnung auf Grundlage der Codices Magna festzusetzen. Diese wurden im September 1722 für verbindlich erklärt. Da König Danadier und sein Bruder beide keine Söhne hinterlassen hatten, konzentrierte sich die Suche nach einem Monarchen vornehmlich auf die Töchter Danadiers Isabel und [[Maria I. Luise|María Luísa]]. Da der Herzog von Sesin selbst ein entfernter Verwandter der Könige aus dem [[Haus Sántori]] war, wurden auch ihm Ambitionen nachgesagt. Diese freilich endeten gewaltsam durch die Ermordung des Herzogs im Sommer 1722. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derweil war der Bürgerkrieg noch immer nicht beendet. Stattdessen erkannte [[Philipp Karl von Viça]], der Bruder der toten Könige [[Danadier II.]] und [[Peter II.]], die Codices Magna nicht an und pochte auf seine Thronrechte. Er ließ sich zum König ausrufen und wurde von Legitimisten unterstützt, die ihn mangels anderer männlicher Thronprätendenten als legitimen Erben der Krone betrachteten. Unterstützt wurde Philipp Karl von seinem Schwiegervater, dem französischen Regenten Philipp von Orléans. Noch ehe es zu militärischen Auseinandersetzungen mit dem Heer gekommen war, versuchten beide Seiten sich gütlich zu einigen. Die Verlobung des Santori-Prinzen [[Johann III. Karl|Johann Karl von Cuentez]] mit der Prinzessin [[Maria I.|Maria Luise]] markierte schließlich das Scheitern der Verhandlungen mit Philipp Karl, der die Verlobung und die damit wahrscheinlich gewordene Thronfolge des Paares nicht anerkannte und mit einem französisch unterstützten Heer in [[Amôria]] einfiel, um zunächst sein Herzogtum und anschließend die Krone zu erobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die schnellen Erfolge Philipp Karls führten innerhalb der Stände zu Verunsicherung. Die Verhandlungen mit dem Santori-Prinzen Johann Karl und seinem Vater Maximilian II. wurden beschleunigt und schließlich ausgesetzt. Als ''Prinz von Sagradien'' wurde Johann im August 1722 zum Oberbefehlshaber des Ständeheeres ernannt. Nachdem sein Gegner ihm in mehreren Schlachten hatte ausweichen können, stellte Johann Philipp Karl im November 1722 bei [[Canar]] in der Landschaft [[Soler]] und errang einen entscheidenden Sieg. Philipp Karl verlor in der Folge schlagartig seine Stellung im Nordosten und ging schließlich in Frankreich ins Winterquartier. Ein Versuch, schon im Frühjahr 1723 zurückzuschlagen, war nicht von Erfolg gekrönt. Der militärische Widerstand von Seiten Philipp Karls war einstweilen besiegt.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.43.117</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Johann_Franz&amp;diff=8895</id>
		<title>Johann Franz</title>
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		<updated>2012-03-27T16:30:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: /* Erlebnisse im Koalitionskrieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Johann Franz von Santori''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Joán Francisco de Sántori'', [[Asumarische Sprache|asum.]] ''Joán Francês de Sàntori'', *1700, †1749) war als ''Johann Franz I.'' Graf von Nadal und Prinz von Cuentez, als '''Johann III. Franz''' [[König von Cuentez]] (1725-1744) sowie seit 1723 als Mitherrscher seiner Frau [[Maria I.]] und nach deren Tod 1735 allein [[König von Sagradien]] (1723-1749).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
Don Joán Francisco wurde 1700 im sagradischen [[Carravil de Nadal]] als Sohn von [[Don Francisco de Diegue|Prinz Francisco von Cuentez]] und Carlota de Sesín geboren. Er wuchs zunächst am Hof des sagradischen Königs [[Danadier II.]] in [[Semess]] auf. 1699 war sein Urgroßvater [[Manuel I. von Cuentez|Manuel I. der Alte]] in hohem Alter von 75 Jahren [[König von Cuentez]] geworden, sein Vater erhielt den Titel eines Vizegrafen von Diegue, sein Onkel [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian]] den traditionellen Thronfolgertitel eines [[Prinz von Cuentez|Prinzen von Cuentez]]. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte im Alter von 77 Jahren und übergab den Königstitel und die Herrschaft über die relativ geringen Besitzungen an seinen Enkel [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian II.]], den älteren Bruder Franciscos und Onkel Joán Franciscos. Bereits als Kind lernte Johann Franz seine zwei Jahre jüngere Verwandte [[Maria I. Luise|Maria Luise von Sagradien]] kennen, die Tochter von König Danadier II. Eine Zeit lang wurden beide gemeinsam erzogen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1708 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König [[Danadier II.]] kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg der Koalition]], in dem Maximilian II. die antiroyalistischen &amp;quot;[[Coalicionarioes]]&amp;quot; unterstützte und unter den symbolischen Schutz des cuentesischen Königs stellte. Maximilian versprach sich vor allem Gebietsgewinne entlang der Blaumeerküste sowie eine neue sagradisch-cuentezische Allianz gegen die Hegemonie der Bourbonenstaaten Frankreich und Spanien und Schutz gegen Micolinien. Mit einem propagandistischen Großangriff in Sagradien versuchte er die Sympathien der Bevölkerung und der königstreuen oder unentschiedenen Adligen zu erwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erlebnisse im Koalitionskrieg ===&lt;br /&gt;
Als Prinz von Cuentez beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines ''Regimen Mixtum et Moderatum'', das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte. Nach dem Tod seines Vaters Prinz Francisco im Jahr 1720 wurde Johann Franz als nächster Verwandter Maximilians II. zu dessen Erben designiert und erhielt den Titel eines [[Prinz von Cuentez|Erbprinzen von Cuentez]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Ermordung König [[Peter II.|Peters II.]] in der Semestiner [[Maiblutnacht]] 1721 stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von [[Simón Bernord]] und war als Heerführer an der Belagerung [[Semess]]' im Herbst 1721 beteiligt. Nach der Niederschlagung der republikanischen Aufstände wurde Johann Franz als möglicher künftiger König gehandelt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. und Peters II. Herzog [[Philipp Karl von Viça]] an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, gingen die Anhänger Johann Franz' schließlich in die Offensive und lancierten dessen Kandidatur um den Thron. König Maximilian II. arrangierte schließlich die Verlobung seines Neffen und Erben mit [[Maria I. Luise|Maria Luisa]], einer Tochter König [[Danadier II.|Danadiers II.]]. Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein, was die Stände dazu bewegte, Johann Karl große Zugeständnisse zu machen und ihm den Oberbefehl über das Heer zu übertragen. Nach seinem Sieg in der [[Schlacht bei Canar]] war der Thron in greifbarer Nähe. Die Stände benannten diese schließlich als Erbin der Krone und trugen dem jungen Paar schließlich gemeinsam die Königswürde an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krönung zum sagradischen König === &lt;br /&gt;
Nach längeren Verhandlungen mit den Generalständen kam es 1723 zum Staatsvertrag zwischen den sagradischen Generalständen und König Maximilian II. von Cuentez. Feierlich wurde Johann Franz die Krone angetragen, diese sollte er aber erst nach der Hochzeit mit [[Maria I. Luise|María Luísa de Santori]], der Tochter König Danadiers II., sowie nach dem Schwur auf die Gesetze der Versammlung, die [[Codices Magna]], antreten. Im Juli kam es in [[Semess]] zur Hochzeit, im August schworen Joán Francisco und seine Ehefrau vor der Versammlung, die Codices Magna zu beachten und im September wurden beide in [[Noyar]] zu König und Königin gekrönt. Damit hatte das Königreich Sagradien nach zweijährigem Intermezzo wieder ein Herrscherpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Im Laufe ihrer Regierungszeit konnten beide jedoch den Einfluss der Cortes, die allein das Königspaar einberufen und auflösen konnte, immer mehr zugunsten der königlichen Befugnisse zurückdrängen. Im Jahr 1725 starb Johanns Onkel Maximilian II. und Johann III. Franz erbte die cuentesische Königskrone, die er feierlich entgegennahm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Valier und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. 1736 schloss Sagradien mit Micolinien den [[Vertrag von Diegue]], in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francisco und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als erster aufgeklärter Monarch Sagradiens. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und ein großer Anhänger von [[Santiago Calles]]. Zudem berief er einige Gelehrte an seinen Hof in Semess. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann herrschte in Cuentez als legitimer König in der Blutslinie, in Semess jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (''de iure uxoris''), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Tulis theoretisch voran- und in Semess untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, in wiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten. Als Königin María I. 1735 an den Folgen einer Totgeburt starb, wurde das Problem aktuell. Da nur eine gemeinsame Tochter Johanns und Marias namens [[Maria II. Franziska|María Francisca]] lebte, stellten sich die sagradischen Cortes auf die Position, dass Johann III. qua Wahl durch die Stände und eigenes Blutrecht (als Urenkel [[Gabriel VI.|Gabriels VI.]]) auch nach dem Tode seiner Frau und seines Sohnes rechtmäßiger König des Landes sei. Der [[Akt von Vierna]] vereinigte die Stände von Sagradien und Tulis-Cuentez vollzog damit de facto, aber nicht de jure den Schritt von der Personal- zur Realunion. Das Königreich von Sagradien und Cuentez erklärte der Akt für untrennbar und die Codices Magna als verbindlich für das gesamte Reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachfolgefrage ===&lt;br /&gt;
Gemeinsam erließen König und Stände zudem eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magna ergänzten. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter [[Maria II. Franziska|Dona María Francisca]] zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca - bereits zuvor zur Thronfolgerin in Cuentez proklamiert, nun als Thronfolgerin auch der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer [[Prinz von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]]. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten. Als María Francisca 1742 im Alter von 16 Jahren Johanns Schwager aus erster Ehe [[Anton II.|Antonio Raimundo di Piacone]] heiratete, musste dieser einen Eid auf die Codices Magna ableisten und wurde damit möglicher zukünftiger König an der Seite Maria Franciscas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Johann Franz am Tod seiner Frau María stark litt, entschloss er sich 1739 zu einer neuerlichen Heirat, um doch noch die Möglichkeit auf einen männlichen Thronfolger zu haben. Die Wahl fiel schließlich auf die neunzehnjährige Maria Eleonore von Österreich, eine Tochter Kaiser Karls VI. und Schwester Maria Theresias. Seit 1740 befand sich Sagradien als Mitglied der Pragmatischen Allianz mit Österreich und Großbritannien im Krieg gegen Frankreich, Preußen und ihre Verbündete. Aus der Ehe mit der Habsburgerin ging 1745 schließlich unerwartet doch noch ein männlicher Thronfolger namens [[David II.|David Johann]] hervor. Der Krieg gegen Frankreich wurde 1748 beendet und brachte für Sagradien keine Gebietsgewinne. Als Johann Franz bereits im Folgejahr überraschend starb, folgte ihm sein erst vierjähriger Sohn als [[David II.]] auf den Thron. Dessen Tod 1754 stürzte das Santori-Reich schließlich in einen Abgrund und führte schließlich zum [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]] um die Nachfolge durch Johanns Tochter [[Maria II. Franziska]] und ihren Mann [[Anton II. Raimund]].  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Cuentez]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.43.117</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Philipp_Karl_von_Vi%C3%A7a&amp;diff=8894</id>
		<title>Philipp Karl von Viça</title>
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		<updated>2012-03-27T16:30:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Philipp Karl von Sántori''', [[Herzog von Viça]] und Graf von Noyar (sagr. ''Don Filipe Carles de Viça'', *1689, †1740) war der jüngste Sohn des sagradischen Thronfolgers [[Gabriel Agosto]] und Enkel König [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] sowie ein Bruder der [[König von Sagradien|sagradischen Könige]] [[Danadier II.]] und [[Peter II.]] Nach der Ermordung Peters II. im [[Aufstand vom 23. Mai 1721]] war Prinz Filipe Carles als einzig verbliebener Enkel Gabriels VII. in männlicher Linie Anwärter auf den sagradischen Thron und Anführer der antikoalitionären royalistischen [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkriegspartei]]. Seine Anhänger wurden als ''Filipecarlistas'' bezeichnet. Er selbst bezeichnete sich bis zu seinem Tod 1740 als ''Filipe Carles Rei de Sagradia''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Don Filipe Carles María Javier Fernando Agosto de Sántori i Borbón wurde 1689 als jüngster Sohn des sagradischen Thronfolgers Don [[Gabriel Agosto]], [[Prinz von Sarmay]], und dessen Frau Marie Josephine von Bourbon, Tochter Ludwigs XIV., geboren. Seine älteren Brüder waren [[Danadier II.|Don Luis Danadier]] und [[Peter II.|Don Pietro Joán]], seine Großväter König [[Gabriel VII.]] von Sagradien und König Ludwig XIV. von Frankreich. Als Philipp Karl sechs Jahre alt war, starb sein Vater, sein Bruder Luis Danadier bestieg nach dem Tod des Großvaters 1698 als Danadier II. den sagradischen Thron. Philipp Karl, bis dahin als Graf von Noyar bekannt, erhielt nun den Titel eines Herzogs von Viça, den zuvor sein Onkel Joán Filipe gehalten hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Philipp Karl heiratete im Jahr 1710 seine vier Jahre jüngere Großcousine Jeanne Philippe d'Orléans, die Tochter des späteren französischen Regenten Philipp II. von Orléans. 1713 kam der gemeinsame Sohn Luis Gabriel zur Welt, der später den Titel eines Herzogs von Lojandía erhielt. Im gleichen Jahr begann der [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg]] seines Bruders Danadier gegen die oppositionelle Adelskoalition unter Philipp Karls und Danadiers Schwager [[José de Sesín]], in der es um die absolutistische Regierungsform und die Macht von König und Ständen ging. Anders als sein Bruder Pietro, der sich um Vermittlung bemührte, stellte sich Philipp Karl klar auf die Seite des Königs und wurde zu einem der energischsten Verfechter des absoluten Königtums. Jedoch gelang es ihm nicht, seinen Schwiegervater, seit 1715 Regent von Frankreich, zu einem militärischen Eingreifen Frankreichs in die innersagradische Auseinandersetzung zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als König Danadier im Februar 1721 überraschend verstarb, gelangte sein älterer Bruder Pietro als [[Peter II.]] auf den Thron. Gegen den Willen Philipp Karls leitete dieser unmittelbare Waffenstillstandsverhandlungen ein, was vor allem der aussichtslosen militärischen und finanziellen Lage der Königspartei geschuldet war. Mehrmals versuchte Philipp Karl erfolglos, die Verhandlungen zu torpedieren. Als es am 23. Mai 1721 schließlich zu einem neuerlichen Volksaufstand in [[Semess]] kam, bei dem Peter II. das Leben ließ, hielt sich Philipp Karl in Amoria auf. Nachdem er von der Nachricht des Todes seines Bruders gehört hatte, rief er sich unmittelbar zum neuen König aus, wurde nach einem gescheiterten Mordversuch jedoch über die französische Grenze außer Landes geschafft. Derweil rief der Bürgerliche [[Simón Bernord]] in Semess die Republik aus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während die Koalitionäre den republikanischen Aufstand niederschlagen und die Macht in Semess übernehmen konnten, rüstete Philipp Karl in Frankreich zu einer Fortsetzung des Bürgerkriegs und nahm währenddessen Verhandlungen mit der Koalition auf. Diese weigerten sich aber, den Bruder des Königs ohne Zugeständnisse als neuen Monarchen anzuerkennen und drängten auf eine Einberufung der Generalstände, was Philipp Karl jedoch verweigerte. Schließlich kam es ohne Philipp Karls Zustimmung zur Einberufung einer neuen Ständeversammlung in Sagradien, die Philipp Karl ausdrücklich nicht als König anerkannte und stattdessen Prinzessin Isabela, der Tochter Danadiers II., den Thron antrugen. Als diese jedoch 1722 starb, wandten sich die Koalionäre an den cuentesischen König [[Johann III.]], der Danadiers jüngere Tochter [[Maria I.|María Luísa]] heiraten sollte. Mit dem Einfall Philipp Karls, der die Nachfolge seiner Nichte nicht anerkannte, in Viça begann der Bürgerkrieg von neuem. Binn kurzem eroberte Philipp Karl große Teile des Nordostens und rückte bis in die [[Cabeza]] vor. Die Stände beschleunigten daraufhin die Verhandlungen mit Johann von Cuentez und übergaben ihm den Oberbefehl über die Truppen. In der [[Schlacht bei Altobel]] in [[Ceundâlia]] wurde das Heer Philipp Karls besiegt, der Prinz musste ins französische Exil zurückkehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann und Maria heirateten schließlich und betraten 1723 gemeinsam den sagradischen Thron, nachdem sie den Eid auf die [[Codices Magna]] der Stände geleistet und damit den Bürgerkrieg offiziell beendet hatten. Danach kam es - besonders in Nordostsagradien - immer wieder zu Aufständen der Anhänger Philipp Karls, die sich als ''Filipecarlistas'' bezeichneten, von größerem Erfolg war jedoch keine der Erhebungen. Nach dem Tod von Philipp Karls einzigem Sohn Luis Gabriel im Jahr 1728 war Philipp Karl zudem ohne eigenen männlichen Nachkommen. Sein Schwiegersohn Heinrich von Vallador versuchte danach vergebens, als neuer filipecarlistischer Thronprätendent anerkannt zu werden. Sein Aufstand nach dem Tod Marias und ihres Sohnes [[David II.]] im Jahr 1735 führte zu seiner Verhaftung und Hinrichtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz vor seinem Tod 1740 übertrug Philipp Karl alle seine Thronansprüche auf seine Schwester Maria Anna und ihre Kinder aus der Ehe mit [[Antoine de Bourbon, duc de Vienne|Antoine de Vienne, Herzog von Mantua und Montferrat]]. Deren Sohn [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel]] bestieg schließlich als [[Gabriel VIII.]] 1757 den sagradischen Thron.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.43.117</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Johann_Franz&amp;diff=8893</id>
		<title>Johann Franz</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Johann_Franz&amp;diff=8893"/>
		<updated>2012-03-27T16:26:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: /* Erlebnisse im Koalitionskrieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Johann Franz von Santori''' ([[Sagradische Sprache|sagr.]] ''Joán Francisco de Sántori'', [[Asumarische Sprache|asum.]] ''Joán Francês de Sàntori'', *1700, †1749) war als ''Johann Franz I.'' Graf von Nadal und Prinz von Cuentez, als '''Johann III. Franz''' [[König von Cuentez]] (1725-1744) sowie seit 1723 als Mitherrscher seiner Frau [[Maria I.]] und nach deren Tod 1735 allein [[König von Sagradien]] (1723-1749).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kindheit und Jugend ===&lt;br /&gt;
Don Joán Francisco wurde 1700 im sagradischen [[Carravil de Nadal]] als Sohn von [[Don Francisco de Diegue|Prinz Francisco von Cuentez]] und Carlota de Sesín geboren. Er wuchs zunächst am Hof des sagradischen Königs [[Danadier II.]] in [[Semess]] auf. 1699 war sein Urgroßvater [[Manuel I. von Cuentez|Manuel I. der Alte]] in hohem Alter von 75 Jahren [[König von Cuentez]] geworden, sein Vater erhielt den Titel eines Vizegrafen von Diegue, sein Onkel [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian]] den traditionellen Thronfolgertitel eines [[Prinz von Cuentez|Prinzen von Cuentez]]. Im Jahr 1701 starb Manuel der Alte im Alter von 77 Jahren und übergab den Königstitel und die Herrschaft über die relativ geringen Besitzungen an seinen Enkel [[Maximilian II. von Cuentez|Maximilian II.]], den älteren Bruder Franciscos und Onkel Joán Franciscos. Bereits als Kind lernte Johann Franz seine zwei Jahre jüngere Verwandte [[Maria I. Luise|Maria Luise von Sagradien]] kennen, die Tochter von König Danadier II. Eine Zeit lang wurden beide gemeinsam erzogen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 1708 stand Sagradien im Spanischen Erbfolgekrieg zunehmend auf verlorenem Posten. Der Krieg, in dem Maximilian II. für den sagradischen König [[Danadier II.]] kämpfte, entwickelte sich für den sagradischen König zu einem Desaster und mündete unmittelbar in den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Bürgerkrieg der Koalition]], in dem Maximilian II. die antiroyalistischen &amp;quot;[[Coalicionarioes]]&amp;quot; unterstützte und unter den symbolischen Schutz des cuentesischen Königs stellte. Maximilian versprach sich vor allem Gebietsgewinne entlang der Blaumeerküste sowie eine neue sagradisch-cuentezische Allianz gegen die Hegemonie der Bourbonenstaaten Frankreich und Spanien und Schutz gegen Micolinien. Mit einem propagandistischen Großangriff in Sagradien versuchte er die Sympathien der Bevölkerung und der königstreuen oder unentschiedenen Adligen zu erwerben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erlebnisse im Koalitionskrieg ===&lt;br /&gt;
Als Prinz von Cuentez beteiligte sich der junge Johann Franz aktiv im Krieg gegen die Royalisten, der mit der Gefangennahme Danadiers II. 1718 vorerst beendet wurde. Als Mitglied der neu einberufenen Ständeversammlung gehörte Johann Franz danach zu den Anhängern eines ''Regimen Mixtum et Moderatum'', das eine Mitherrschaft der Stände an der königlichen Regierung vorsah, eine weitere Radikalisierung der Ereignisse aber ablehnte. Nach dem Tod seines Vaters Prinz Francisco im Jahr 1720 wurde Johann Franz als nächster Verwandter Maximilians II. zu dessen Erben designiert und erhielt den Titel eines [[Prinz von Cuentez|Erbprinzen von Cuentez]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Ermordung König [[Peter II.|Peters II.]] in der Semestiner [[Maiblutnacht]] 1721 stellte sich Johann Franz gegen die radikalen Republikaner unter Führung von [[Simón Bernord]] und war als Heerführer an der Belagerung [[Semess]]' im Herbst 1721 beteiligt. Nach der Niederschlagung der republikanischen Aufstände wurde Johann Franz als möglicher künftiger König gehandelt. Als deutlich wurde, dass eine friedliche Einigung mit dem im Exil befindlichen Bruder Danadiers II. und Peters II. Herzog [[Philipp Karl von Viça]] an dessen Weigerung scheitern würde, das ständische Kondominium zu akzeptieren, gingen die Anhänger Johann Franz' schließlich in die Offensive und lancierten dessen Kandidatur um den Thron. König Maximilian II. arrangierte schließlich die Verlobung seines Neffen und Erben mit [[Maria I. Luise|Maria Luisa]], einer Tochter König [[Danadier II.|Danadiers II.]]. Während noch verhandelt wurde, rückte Philipp Karl mit einem Heer in Nordostsagradien ein, was die Stände dazu bewegte, Johann Karl große Zugeständnisse zu machen und ihm den Oberbefehl über das Heer zu übertragen. Nach seinem Sieg in der [[Schlacht von Vallador]] war der Thron in greifbarer Nähe. Die Stände benannten diese schließlich als Erbin der Krone und trugen dem jungen Paar schließlich gemeinsam die Königswürde an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krönung zum sagradischen König === &lt;br /&gt;
Nach längeren Verhandlungen mit den Generalständen kam es 1723 zum Staatsvertrag zwischen den sagradischen Generalständen und König Maximilian II. von Cuentez. Feierlich wurde Johann Franz die Krone angetragen, diese sollte er aber erst nach der Hochzeit mit [[Maria I. Luise|María Luísa de Santori]], der Tochter König Danadiers II., sowie nach dem Schwur auf die Gesetze der Versammlung, die [[Codices Magna]], antreten. Im Juli kam es in [[Semess]] zur Hochzeit, im August schworen Joán Francisco und seine Ehefrau vor der Versammlung, die Codices Magna zu beachten und im September wurden beide in [[Noyar]] zu König und Königin gekrönt. Damit hatte das Königreich Sagradien nach zweijährigem Intermezzo wieder ein Herrscherpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie. Im Laufe ihrer Regierungszeit konnten beide jedoch den Einfluss der Cortes, die allein das Königspaar einberufen und auflösen konnte, immer mehr zugunsten der königlichen Befugnisse zurückdrängen. Im Jahr 1725 starb Johanns Onkel Maximilian II. und Johann III. Franz erbte die cuentesische Königskrone, die er feierlich entgegennahm. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außenpolitisch brach das Paar mit dem lange gepflegten Frankreich-Bündnis der späten Santori-Valier und orientierte sich zunehmend am liberalen England sowie an Österreich. 1736 schloss Sagradien mit Micolinien den [[Vertrag von Diegue]], in dem er zahlreiche Grenzkonflikte niederlegte. Im Innern förderten Joán Francisco und María Sagradiens Kultur, Wissenschaft und Handel. Johann gilt zudem als erster aufgeklärter Monarch Sagradiens. Er war begeistert von den Ideen der französischen Aufklärer und ein großer Anhänger von [[Santiago Calles]]. Zudem berief er einige Gelehrte an seinen Hof in Semess. Sein aufgeklärter Regierungsstil und sein Versuch, Sagradien durch Reformen zu modernisieren, führten mehrmals zu Spannungen mit der katholischen Kirche, die um ihre Machtstellung im Königreich fürchtete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Johann herrschte in Cuentez als legitimer König in der Blutslinie, in Semess jedoch „nur“ als Mann seiner Ehefrau (''de iure uxoris''), welche die legitimen Thronrechte hielt. Damit war Johann seiner Ehefrau in Tulis theoretisch voran- und in Semess untergestellt. Jedoch waren beide in der Theorie gleichberechtigte Herrscher und es blieb zu Lebzeiten der beiden umstritten, in wiefern sich die Herrschaft Johanns in Sagradien auf das Erbrecht seiner Frau oder auf die Wahl der Stände gründete, die in freiem Entschluss Johanns als neuen König erwählt hatten. Als Königin María I. 1735 an den Folgen einer Totgeburt starb, wurde das Problem aktuell. Da nur eine gemeinsame Tochter Johanns und Marias namens [[Maria II. Franziska|María Francisca]] lebte, stellten sich die sagradischen Cortes auf die Position, dass Johann III. qua Wahl durch die Stände und eigenes Blutrecht (als Urenkel [[Gabriel VI.|Gabriels VI.]]) auch nach dem Tode seiner Frau und seines Sohnes rechtmäßiger König des Landes sei. Der [[Akt von Vierna]] vereinigte die Stände von Sagradien und Tulis-Cuentez vollzog damit de facto, aber nicht de jure den Schritt von der Personal- zur Realunion. Das Königreich von Sagradien und Cuentez erklärte der Akt für untrennbar und die Codices Magna als verbindlich für das gesamte Reich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachfolgefrage ===&lt;br /&gt;
Gemeinsam erließen König und Stände zudem eine neue Nachfolgeregelung, welche die Codices Magna ergänzten. Darin versuchte Johann, die dynastische Nachfolge seiner einzig verbliebenen Tochter [[Maria II. Franziska|Dona María Francisca]] zu bestätigen, musste aber den Ständen ein Mitspracherecht einräumen. Gemäß der neuen Nachfolgeordnung aus dem Jahr 1738 wurde die dreizehnjährige María Francisca - bereits zuvor zur Thronfolgerin in Cuentez proklamiert, nun als Thronfolgerin auch der sagradischen Krone bestätigt und erhielt den Titel einer [[Prinz von Sarmay|Prinzessin von Sarmay]]. Jedoch sollten die Stände nun auch bei der Wahl ihres Gatten, des zukünftigen Königs, ein Mitspracherecht erhalten. Als María Francisca 1742 im Alter von 16 Jahren Johanns Schwager aus erster Ehe [[Anton II.|Antonio Raimundo di Piacone]] heiratete, musste dieser einen Eid auf die Codices Magna ableisten und wurde damit möglicher zukünftiger König an der Seite Maria Franciscas. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Johann Franz am Tod seiner Frau María stark litt, entschloss er sich 1739 zu einer neuerlichen Heirat, um doch noch die Möglichkeit auf einen männlichen Thronfolger zu haben. Die Wahl fiel schließlich auf die neunzehnjährige Maria Eleonore von Österreich, eine Tochter Kaiser Karls VI. und Schwester Maria Theresias. Seit 1740 befand sich Sagradien als Mitglied der Pragmatischen Allianz mit Österreich und Großbritannien im Krieg gegen Frankreich, Preußen und ihre Verbündete. Aus der Ehe mit der Habsburgerin ging 1745 schließlich unerwartet doch noch ein männlicher Thronfolger namens [[David II.|David Johann]] hervor. Der Krieg gegen Frankreich wurde 1748 beendet und brachte für Sagradien keine Gebietsgewinne. Als Johann Franz bereits im Folgejahr überraschend starb, folgte ihm sein erst vierjähriger Sohn als [[David II.]] auf den Thron. Dessen Tod 1754 stürzte das Santori-Reich schließlich in einen Abgrund und führte schließlich zum [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]] um die Nachfolge durch Johanns Tochter [[Maria II. Franziska]] und ihren Mann [[Anton II. Raimund]].  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Cuentez]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.43.117</name></author>
		
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		<title>Sagradischer Bürgerkrieg</title>
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		<updated>2012-03-27T16:22:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Sagradischer Bürgerkrieg''' wird eine Reihe von Aufständen, Kriegen und sonstigen gewaltsamen Auseinandersetzungen bezeichnet, die sich im Königreich Sagradien zwischen 1708 und 1722 ereigneten. Darin ging es um einen Machtkampf zwischen dem sagradischen König und seinen absolutistisch gesinnten Anhängern sowie verschiedenen Strömungen, die eine Form des ständischen Regiments im Gegensatz zur monarchischen Alleinregierung anstrebten. Kontext der Konflikte war der seit 1701 ausgetragene Spanische Erbfolgekrieg, in dem Sagradien an der Seite Frankreichs gegen die antifranzösische Allianz kämpfte und der das sagradische Königreich erschöpfte und einen günstigen Boden für Aufstände, Protestbewegungen und Gewaltaktionen lieferte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im engeren Sinne wird als Sagradischer Bürgerkrieg klassischerweise der in der neueren Forschung meist als '''Sagradischer Koalitionskrieg''' oder '''Krieg der Coalicionárioes''' bezeichnete militärische Konflikt zwischen König [[Danadier II.]] und der oppositionellen Adelskoalition verstanden, der mit Unterbrechungen von 1713 bis 1718 geführt wurde, ehe er 1719-21 in Form von royalistischen Aufständen gegen das Regiment der Stände fortgesetzt wurde. Dagegen zählt die neuere Forschung zum Komplex des Bürgerkriegs auch die Reihe von Aufständen vor 1713 (v.a. den [[Juliaufstand 1708]] sowie den [[Septemberaufstand 1711]]) sowie die Auseinandersetzung mit den [[Semess|Semestiner]] Republikanern sowie den so genannten ''[[Philippkarlisten]]'', die sich nach 1721 ereigneten und bis etwa 1735 andauerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg hatte seine Ursachen vor allem in den sozialen und politischen Entwicklungen in Sagradien während der Regierungszeit König [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] (1651-1698). Dieser verfolgte gemäß den absolutistischen Vorbildern seiner Zeit das Ziel, die Zentralgewalt der Krone zulasten der traditionell einflussreichen Stände, den ''Cortes'' zu stärken. Für diesen Zweck benötigte er in erster Linie ein stabiles Finanzsystem. Das alte System zur Steuereintreibung durch die hochadeligen Gouverneure der Provinzen, hatte sich als ineffektiv erwiesen. Gabriel griff daher die Politk seines ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] auf und stärkte die Zugriffsrechte des Königs auf die Verwaltung des Landes. Der Adel verlor auf diese Weise rapide an Einfluss und Autonomie. Vorbild Gabriels war die absolutistische Regierungsform Frankreichs, wie sie unter Ludwig XIV. ausgeübt wurde. Auch in Sachen Hofhaltung und Ausgabenpolitik eiferte Gabriel dem französischen Vorbild nach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Gabriels Nachfolger [[Danadier II.]] (1698-1721) wurde diese unpopuläre Politik fortgeführt und erreichte einen Höhepunkt, der die Staatsfinanzen an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Die Beteiligung Danadiers am Spanischen Erbfolgekrieg auf Seiten Frankreichs führte zu einem rapiden Anwachsen der Staatsschulden, die der König durch Steuern in den Griff zu bekommen suchte. &lt;br /&gt;
Schnell weitete sich die Kritik im Land, die zunächst vor allem von den Städten aufgekommen war, auf den gesamten Regierungsstil Danadiers aus, der als autokratisch und absolutistisch empfunden wurde. Besonders gegen die verschwenderische Finanzpolitik des Königs wehrten sich die Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom Juliaufstand 1708 bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs ===&lt;br /&gt;
Nach der Erhöhung der allgemeinen Steuern im Jahr 1708 – sie hatten zum Rücktritt des leitenden Ministers [[Santiago Corvón, Graf von Casterley]], geführt – schlug die Missstimmung auf die hungernde [[Semess|Semestiner]] Stadtbevölkerung über, die ihren Unmut im Juli 1708 in einem allgemeinen Aufstand ([[Juliaufstand 1708]]) zum Ausdruck brachte. Danadier ließ die Aufstände niederschlagen. Die Kritik am König hielt aber an. Nachdem der König die Abgaben des Adels zur Kriegsfinanzierung angehoben hatte, war es im September 1711 der niedrige Landadel, der sich gegen den König erhob ([[Septemberaufstand 1711]]). Der König reagierte schließlich und berief die Generalstände ein, die nun über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten des Kriegs beraten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den einberufenen Generalständen kristallisierte sich jedoch schnell ein oppositionelles Lager um mehrere führende Adlige heraus, die dem Krieg ablehnend gegenüberstanden und einen raschen Friedensschluss befürworteten. Mehrere Resolutionen der Stände wurden vom König als Affront betrachtet und barsch zurückgewiesen. Die Versuche seines leitenden Ministers [[Carles de Granval]], zu vermitteln, scheiterten allesamt. Granval wurde schließlich entlassen, sein Nachfolger [[Manuel de Cambras]] setzte auf eine Konfrontation mit den Ständen, denen er Konspiration mit dem Königreich Cuentez vorwarf, das sich seit 1711 im Krieg mit Sagradien befand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die neuen Generalstände dem König die Zusicherung weiterer Kredite verweigerten, löste dieser schließlich im April 1713 die Versammlung auf und kehrte zu seiner autokratischen Politik zurück. Gleichzeitig musste Danadier im Friede von Utrecht die strategisch wichtigen Westseestützpunkte [[La Cripón]] und [[Cereza]] an Großbritannien abtreten, konnte sich aber auf keinen Frieden mit dem benachbarten [[Micolinien]] einigen, das den Krieg gegen Sagradien fortsetzte. Eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände versuchte nun auf Einladung des [[Herzog von Sesin|Herzogs von Sesin]], [[José de Sesín|José de Sántori]], einem entfernten Vetter des Königs, in [[Vesaey]] das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte ''Erklärung von Vesaey'', in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wurde von Minister Cambras als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sesin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Koalitionskrieg === &lt;br /&gt;
Sesin kam rasch frei und stellte sich an die Spitze des Aufstandes. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen, vornehmlich aus den Häusern [[Piacón]] und [[Todesco]]. Nachdem König [[Georg I. von Micolinien]] jede Verwicklung in die Kämpfe verweigert hatte, bewilligte sein Nachfolger [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]] die Entsendung eines Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Auch der de facto vom sagradischen König abhängige König [[Maximilian II. von Cuentez]] kämpfte nicht gegen, sondern mit dem Koalitionsheer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Oberbefehl von [[Alexandro Graf Vierna]] konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen. Während sich der König unnachgiebig zeigte, versuchte sein Bruder [[Peter II.|Don Pietro Joán]] mehrmals, mit den Aufständischen zu vermitteln. 1715 erreichte er einen zeitweiligen Waffenstillstand, der jedoch bald gebrochen wurde. Versuche Pietros, neuerliche Verhandlungen zu erreichen, führten dazu, dass er vom König bald nach Frankreich geschickt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhaftung des Königs und Ständeregiment ===&lt;br /&gt;
Nach der Hinrichtung Casterleys im Jahr 1717 und der Übernahme des Oberbefehls der santorischen Truppen durch [[Filipe de Piacón]] geriet der König immer mehr unter Druck. Im Frühjahr 1718 geriet Danadier II. in Gefangenschaft der Koalitionäre. Der Sieg der Koalitionstruppen bei [[Sagrera]] beendete den Bürgerkrieg vorerst, die Royalisten mussten sich zunächst zurückziehen und warteten und die Situation ab. König Danadier wurde in der Folge zusammen mit seiner Familie im Semestiner [[Plazarenya-Palast]] festgesetzt, wo er unter strikter Kontrolle der Koalitionäre gehalten wurde und mit diesen Konditionen einer Waffenstillstands- und Friedensregelung verhandelte, derweil im Jahr 1719 im ganzen Land royalistische Aufstände weitergeführt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1719 kam eine neue Ständeversammlung zusammen, in der auch Royalisten vertreten waren und die von Danadier II. umfassende Zugeständnisse verlangte und eine Abordnung bestimmte, die zukünftig als Regierung dienen sollte. König und Stände sollten gemeinsam über die Modalitäten eines neuen Regierungssystems verhandeln, das die ''alten Freiheiten'' der Stände wiederherstellen und den Absolutismus durch ein ''Kondominium'' von König und Ständen ersetzen sollte, wie es die Vorstellung des Adels und der Mehrheit der Stände war. Der König wäre auf diesem Weg zu einer Art konstitutionellen Monarchen geworden, unter strenger Kontrolle der Stände. Die Ständeversammlung einigte sich im Januar 1720 auf einen Entwurf für eine neue Ordnung, die als ''Codices Magna Libertatum'' bezeichnet wurden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König stimmte dem Dokument zwar nicht offiziell zu, bemühte sich aber um einen Schein von Kooperation. Er erklärte sich bereit, einer Regelung auf Basis der Codices zuzustimmen, forderte jedoch Änderungen und zog so die Verhandlungen weiter hinaus. Im Herbst 1720 schließlich kam es zu einem vorläufigen Ende der Aufstände, den Winter über regierte Danadier als de facto entmachteter König nur noch offiziell, während eine Abordnung der Generalstände die eigentliche Macht ausübte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Danadier im Februar 1721 starb, erhoben die Royalisten seinen Bruder [[Peter II.|Peter]] zum König, dieser musste jedoch um seine Anerkennung durch die Stände in schwierige Verhandlungen treten. Obwohl er die Amtsgeschäfte danach wahrnahm, wurde er nie gekrönt, da er sich mit den Ständen nicht auf Konditionen seiner Herrschaft einigen konnte und stäker noch als Danadier die Konditionen der Codices Magna ablehnte. Derweil machten Gerüchte über eine Vergiftung Danadiers II. die Runde, die royalistische Aufstände und anti-royalistische Gegenbewegungen auslösten und zu einer raschen Radikalisierung beider Seiten beitrugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maiaufstand und Erste Republik ===&lt;br /&gt;
Als es am Morgen des 23. Mai zur Hinrichtung des populären Semestiner Bürgers [[Luis Otero]] kam, der sich gegen das neue Stände-Regiment ausgesprochen und für eine Fortsetzung des Bürgerkriegs plädiert hatte und dafür des Hochverrats für schuldig befunden worden war, folgte in der Metropole ein blutiger Volksaufstand, der sich nun gegen König und den in den Ständen führenden Adel insgesamt richtete. Von den Repressalien, die das Stadtvolk im Krieg erlitten hatte, und von der schlechten wirtschaftlichen und sozialen Lage radikalisiert, bedrohten sie nun die gesamte Monarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der folgenden [[Maiblutnacht]] vom 23. auf den 24. Mai 1721 stürmte ein wütender Mob den Königspalast am Plazarenya, in dem Peter unter Kontrolle der Stände festgehalten worden war, und tötete den auf der Flucht befindlichen König zusammen mit mehreren adligen Begleitern. Pietro war damit der erste sagradische König, der de facto vom Volk gerichtet wurde. Dabei wurde immer wieder gesagt, dass Pietro nicht für seine eigenen Handlungen, sondern für die seines Bruders büßen musste. Ob es sich bei der Ermordung tatsächlich um eine spontane Tat aus Wut und Hass handelte oder ob stattdessen ein gezielter Anschlag auf den Leben des Königs von Seiten seiner Gegner unternommen worden war, wie später von vielen behauptet, ist bis heute nicht geklärt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rest des Königshofs floh nun nach [[Noyar]] und auch die Ständeversammlung musste vor der unterschätzten Eskalation ins nahe [[Vierna]] flüchten. In Semess selbst übernahm der Kleinadlige [[Simón Bernord]] als Anführer des radikalen Maiaufstands die Führung, rief die Republik aus und stellte ein Heer freiwilliger Bürger und Bauern des Umlandes auf, um die Stadt gegen das in der Nähe stehende Heer unter [[Carles de Vierna]] zu verteidigen. Dieser aber wagte in der Folge keinen Angriff, sondern übergab seine Truppen an den Herzog vom Sesin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herrschaft der Sieben und Aufstände 1721/22 ===&lt;br /&gt;
In Semess übernahm ein ''Rat der Sieben'' aus Bürgerlichen und Kleinadligen unter Führung Simón Bernords die Herrschaft. Er erklärte die Monarchie für beendet und das Volk zum Souverän, in dessen Namen der Rat zu handeln glaubte. Die Kammern der Stadt wurden nun mit Anhängern der Sieben besetzt und zu wesentlichen Vollzugsorganen erklärt. In der Folge weitete sich der Volksaufstands von Semess aus auf das gesamte Land aus. Im Mai und Juni bildeten sich auch in anderen Städten und teilweise auch auf dem Land radikale ''Räte'' und ''Abordnungen'', die sich teilweise den Sieben in Semess unterstellten, teilweise aber auch als eigenständiges Vollzugsorgan auftraten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Radikalisierung eines Teils des Volkes gegen den Adel und die Stände erreichte der Bürgerkrieg eine neue Wendung. Royalisten und Koalitionäre mussten sich nun gegen die ''Radikalen'' behaupten und verbündeten sich zu diesem Zweck. Mehrere Heere der Royalisten und Koalitionäre gingen in der Folge gegen die Aufständischen vor. Im Herbst kam es zur Belagerung von Semess, das im November 1721 eingenommen werden konnte. Bernord wurde auf der Flucht festgenommen und schließlich als Verräter angeklagt und hingerichtet. Die Aufstände der Radikalen sowie diverse Bauernaufstände zogen sich noch bis Mitte 1722 hin und konnten erst dann weitgehend beendet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Philippkarlistenkrieg ===&lt;br /&gt;
Die Stände, die nun die Macht konsolidiert hatten, wählten im Januar 1722 einen ''Staatsrat'', der nun die Regierungsgeschäfte wahrnehmen sollte. [[José de Sesín]] wurde als Generalvikar der Stände zum Verweser der monarchischen Gewalt erklärt. Derweil machte sich die im Mai 1722 neu zusammengetretene Ständeversammlung daran, einen neuen König zu finden und Konditionen einer neuen Ordnung auf Grundlage der Codices Magna festzusetzen. Diese wurden im September 1722 für verbindlich erklärt. Da König Danadier und sein Bruder beide keine Söhne hinterlassen hatten, konzentrierte sich die Suche nach einem Monarchen vornehmlich auf die Töchter Danadiers Isabel und [[Maria I. Luise|María Luísa]]. Da der Herzog von Sesin selbst ein entfernter Verwandter der Könige aus dem [[Haus Sántori]] war, wurden auch ihm Ambitionen nachgesagt. Diese freilich endeten gewaltsam durch die Ermordung des Herzogs im Sommer 1722. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derweil war der Bürgerkrieg noch immer nicht beendet. Stattdessen erkannte [[Philipp Karl von Viça]], der Bruder der toten Könige [[Danadier II.]] und [[Peter II.]], die Codices Magna nicht an und pochte auf seine Thronrechte. Er ließ sich zum König ausrufen und wurde von Legitimisten unterstützt, die ihn mangels anderer männlicher Thronprätendenten als legitimen Erben der Krone betrachteten. Unterstützt wurde Philipp Karl von seinem Schwiegervater, dem französischen Regenten Philipp von Orléans. Noch ehe es zu militärischen Auseinandersetzungen mit dem Heer gekommen war, versuchten beide Seiten sich gütlich zu einigen. Die Verlobung des Santori-Prinzen [[Johann III. Karl|Johann Karl von Cuentez]] mit der Prinzessin [[Maria I.|Maria Luise]] markierte schließlich das Scheitern der Verhandlungen mit Philipp Karl, der die Verlobung und die damit wahrscheinlich gewordene Thronfolge des Paares nicht anerkannte und mit einem französisch unterstützten Heer in [[Amôria]] einfiel, um zunächst sein Herzogtum und anschließend die Krone zu erobern.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.43.117</name></author>
		
	</entry>
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=David_I.&amp;diff=8891</id>
		<title>David I.</title>
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		<updated>2012-03-27T16:06:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: /* Sukzessions- und Nachfolge */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''David I.''' (von Sagradien) (*1491; †1543) aus dem [[Haus Santori]] war [[König von Sagradien]] (1509-1543) und [[König von Portugal|von Portugal]] (1521-1543), außerdem u.a. als ''David I.'' [[Herzog von Servette]] (1534-1543) und Herr der [[Servettinische Lande|Servettinischen Lande]], Fürst von Flandern (1518-1543) und als ''David II.'' [[Conte von Tulis]] (1509-1543) und [[König von Cuentez]] (1509-1540). Er führte das sagradische Renaissance-Königtum zur Hochblüte und herrschte über ein Weltreich. Er vereinte die sagradische mit der portugiesischen Krone und prägte eine ganze Epoche in der sagradischen Geschichte (&amp;quot;[[Era Davidêsa]]&amp;quot; des [[Sêcolo d’Oro]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jugend und Exil ===&lt;br /&gt;
David Alexander Philipp Antoninus von Santori wurde im April 1491 im micolinischen [[Plato]] geboren. Sein Vater war der [[Sántori]]-Prinz [[Filipe de las Marcas]], Sohn Joán Prudentes und Enkel [[David de Sántori]]s. Seine Mutter [[Catarina de Sántori]] war die älteste Tochter König [[Jakob III.|Jakobs III.]] von Sagradien und Schwester König [[Jakob IV.|Jakobs IV.]], der wenige Monate nach Davids Geburt den Thron bestieg. Obwohl Davids Vater Filipe mit Jakob III. und Jakob IV. zerstritten war, wurde David auf Fürsprache seiner Tante Katharina von Habsburg hin am Hof seines Onkels Jakob in Tulis erzogen, wo er eine umfassende Ausbildung bei dem italienischen Humanisten [[Ercule Schiatti]] erhielt. Im Jahr 1502 starb sein Onkel Jakob IV. an den Folgen eines Reitunfalls. Da Jakob kinderlos geblieben war, beanspruchte Davids Vater Filipe für seine Frau Catarina den sagradischen Thron, was von Teilen des sagradischen Hochadels aber zurückgewiesen wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Katharina bildete sich daher eine schlagkräftige Opposition. Katharinas Onkel [[Peter I.|Don Pietro]], [[Herzog von Corar]] und seit 1499 [[Herzog von Servette]], vereitelte schließlich die Regierungsübernahme Katharinas, indem er von einem Teil des Adels unterstützt mit einem Heer nach Sagradien zog und den Thron an sich riss. In der entscheidenden Schlacht gegen Portugal konnte Pietro sich durchsetzen. Seinen zu dieser Zeit noch in Sagradien weilenden Neffen David ließ Pietro gefangen nehmen und zusammen mit seiner Tante Katharina von Habsburg, der Witwe Jakobs IV., in die Niederlande bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
David wuchs daher in der Folge in Gent auf, wo er vom ansässigen Humanisten [[Geert von Stael]] in die Ausbildung genommen wurde. In Sagradien entbrannte ein de-facto-Bürgerkrieg zwischen König Peter und den Anhängern Catarinas, angeführt von [[Carles de Biniar]]([[Lilienkrieg]]). Zusätzlich geschwächt wurde Peter durch Auseinandersetzungen zunächst mit Micolinien und anschließend mit dem servettinischen Adel und der Bauernschaft um die Herrschaft in den Servettinischen Landen. 1508 musste Peter nach Servette ziehen, um dort einen Aufstand niederzuschlagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit übernahmen die Anhänger Katharinas und Filipes um den Grafen von Biniar de facto die Kontrolle über Sagradien, indem sie Peters als Regentin eingesetzte dritte Frau Marie de Lorraine gefangen nahmen. Als Pietro 1509 zurückkehrte, musste er dem [[Vertrag von Vérisa]] zustimmen, in dem er Katharina und ihre Nachkommen als Erben einsetzte, seine Abdankung jedoch hinauszögerte. Schließlich dankte Peter von Alágua aus noch im Jahr 1509 ab, nicht jedoch zugunsten seiner Nichte Katharina, sondern ihres Sohnes David, der die beiden verfeindeten Linien des Hauses wieder zusammenführen sollte. Peter selbst betrat Tulis nie mehr und zog sich wenig später nach Servette zurück, wo er bis 1515 als „Seine königliche Hoheit der Herzog von Servette“ die micolinischen Besitztümer regierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thronbesteigung und frühe Regierungsjahre ===&lt;br /&gt;
David kam nach vier Jahren in Flandern zurück nach Sagradien und wurde im [[Noyarenser Dom]] zum sagradischen König gekrönt. Damit war er nun nicht nur zum König, sondern auch zum Oberhaupt des aufstrebenden Imperiums der Santori-Familie aufgestiegen. Er machte sogleich seinen engen Vertrauten Carles von Biniar zu seinem leitenden Minister und übertrug ihm die wesentlichen Staatsgeschäfte. Biniar erkannte schnell, dass Sagradien und das Haus Santori sich mittelfristig nur würden behaupten können, wenn sie ihre Macht in Europa verteidigen konnten. In diesem sich herauskristallisierenden Dreikampf der Häuser Habsburg, Valois und Santori setzte Biniar zunächst auf ein Bündnis mit dem Haus Habsburg. Es galt daher, den König mit einer Habsburgerprinzessin zu verheiraten, jedoch gestaltete sich das schwieriger als angenommen. Als einzige Kandidatin kam Margarete, Tochter Maximilians I. in Frage. Diese jedoch war ganze elf Jahre älter als David und zudem in Verhandlungen mit Philibert II. von Savoyen. Die Verhandlungen zogen sich über mehrere Jahre hin und scheiterten schließlich. 1511 nahm Sagradien an der Heiligen Liga Julius’ II. gegen Ludwig XII. von Frankreich teil.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen David und seinen Eltern blieb angespannt. David bezeichnete seine Mutter zwar weiterhin als ''Königin'', verbat ihr aber jede Teilhabe an der Regentschaft in Sagradien. Erst ihr Tod im Jahr 1512 beendete die unklare dynastische Lage. Danach emanzipierte sich David endlich auch von der Bevormundung durch den Grafen von Biniar und begann zunehmend eigenständig zu handeln. Er rückte von der pro-habsburgischen Politik Biniars ab. Nachdem die Verhandlungen über eine Hochzeit zwischen Davids jüngerer Schwester María Luísa mit dem spanischen Thronfolger Karl (V.) gescheitert waren, verheiratete David sie 1513 mit Emanuel von Trient und übernahm nach dessen Tod 1518 die Herrschaft über das Fürstentum in Südtirol. Als neuen Gatten für María Luísa erwählte er [[Joán de Biniar]], den Sohn seines alten Mentors und Beraters Carles und dessen Frau Isabela de San Cristo, was ihn aber nicht hinderte, Carles nach dem Bruch 1516 gefangen zu nehmen und dann ins Exil zu schicken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehe mit Luisa de Sántori ===&lt;br /&gt;
Die Suche nach einer geeigneten Gattin endete 1512 mit der Hochzeit Davids I. mit seiner Cousine Luisa d'Avis, Tochter Manuels I. von Portugal. Die Ehe war vor allem taktischer Natur und sollte die von seiner Großmutter Beatrice d'Avis stammenden Ansprüche Davids auf die portugiesische Krone stärken, sollte die Dynastie Avis aussterben. Aus der Ehe mit Luísa ging 1515 mit [[Don Andrés Pietro]] ein Sohn und Thronfolger hervor, der für David so wichtig war. Mit Luísa (*1518, †1536), [[Johanna I.|Joána María]] (*1520) und Jakob (*1522, †1523) gesellten sich in den Folgejahren noch zwei Töchter und ein Sohn hinzu, der jedoch nur ein Jahr alt wurde. Nach dem Tod Peters I. 1515 erbte der neugeborene Andrés Pietro dem [[Vertrag von Alvat|Hausvertrag von Alvat]] gemäß nominell die micolinischen Besitztümer, sodass Andrés Pietro als [[Herzog von Servette]] aufwuchs. Die wahre Herrschaft in Micolinien führten stattdessen Davids Statthalter aus, bis 1519 sein Schwager Joán de Biniar, und danach Davids illegitimer Bruder [[Don Miguel]]. 1517 musste Joán de Biniar einen Angriff micolinischer Truppen auf Servette abwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krieg um Portugal ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Dom Joaos, des einzigen noch lebenden Sohns Manuels I. von Portugal, im Jahr 1519 wurde der portugiesische Erbfall immer wahrscheinlicher. Als Enkel Beatrices von Avis und Ehemann Luisas, die nun zur Erbtochter geworden war, besaß David die besten Aussichten auf eine Nachfolge Manuels. Verhandlungen zwischen beiden, die eine Nachfolgeregelung zugunsten Davids herbeiführen sollten, kamen aber zu keinem offiziellen Abschluss mehr, da Manuel I. schon 1521 starb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
David I. von Sagradien erhob nun sofort für sich und seine Frau Anspruch auf das Erbe Manuels. Es folgte ein mehrere Jahre dauernde Thronfolgekrieg in Portugal, in dem Sagradien schließlich unter der Führung seines Kommandanten [[Joán de Biniar]] siegen konnte. Im Jahr 1524 war David endgültig als Herrscher in Portugal anerkannt. David war nun neben Karl V. zum wichtigsten Monarchen Europas und zum Herrscher über ein aufblühendes Weltreich aufgestiegen. In seiner Hand vereinte er zwei Königskronen, ein sich im Aufbau befindliches System von übersseischen Kolonialbesitzungen in Südamerika und Indien sowie große Territorien in Micolinien und Flandern. Jedoch musste er zugestehen, die beiden Reichsteile in Sagradien und Portugal nicht miteinander zu vereinen, sondern lediglich in Personalunion zu regieren. Auch die im Entstehen befindlichen Kolonialgebiete der sagradischen und der portugiesischen Krone blieben nominell getrennt. Bis 1525 blieb er in Portugal und hielt dort Hof, ehe er seinen Schwiegersohn Joán de Biniar als Vizekönig zurückließ. Diesem folgte 1529 [[Alexandro Machiês]], der Graf von La Cordí, der wiederum 1532 von Davids illegitimen Sohn [[Don Manuel]] (*1511, ϯ1536) abgelöst wurde. Der Krieg in Portugal hatte hohe Summen an Geld gekostet, die David trotz der Handelseinnahnen aus den neuen Kolonien nur durch umfassende Finanzreformen sowie durch Anleihen bei seinen Vasallen aufbringen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradisch-Portugiesische Union ===&lt;br /&gt;
Mit der Übernahme der portugiesischen Krone wurde David auch zum Herr über ein aufstrebendes Kolonialreich und zum Dienstherr zahlreicher Seefahrer und Abenteurer. Bereits zuvor hatte sich David darum bemüht, die erfolgreiche Geschichte portugiesischer Seefahrer nachzuahmen und auch für Sagradien und Tulis Entdeckungen und Eroberungen zu fördern. Auch Davids Ehefrau Luísa begeisterte sich seit frühester Kindheit für die großen Entdeckungsfahrten und trat für neue Seefahrten unter sagradischer Flagge ein. Im Auftrag Davids und Luísas starteten die großen sagradischen Seefahrer [[Santo Aziz]], [[Nuno Guavo]], [[Selle Inoza]] und [[Carles Diaz de Verra]] sowie der Genuese [[Giovanni Caballi]] (Joán Caballes) ihre Entdeckungsfahrten auf den Weltmeeren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als König von Portugal engagierte sich David für den Erwerb von überseeischen Kolonien. 1532 wurde die erste dauerhafte Siedlung in Brasilien gegründet, 1524 wurde auf dem Kongress von Badajoz der portugiesische Anspruch auf Brasilien anerkannt. Der König vergab große Landgebiete in Brasilien als Lehen (donatárias) und förderte so den Aufbau des Landes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mäzenatentum ===&lt;br /&gt;
Doch Davids Hof in [[Tulis]], der [[Palâciu Sántori]], wurde nicht nur zum Ausgangspunkt von Entdeckungsfahrten. Die westsagradische Hafenstadt wurde vielmehr zu einem florierenden Handelszentrum. Der aufstrebende Überseehandel lief in den Folgejahren maßgeblich über Tulis, mehr noch als über Lissabon, und die Stadt häufte großen Reichtum an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
David als [[Conte von Tulis|Conte Audáciu von Tulis]] ließ neue Prachtbauten in der Stadt errichten und alte Bauwerke erneuern. David, der schon als Knabe mit den Ideen und Idealen des Humanismus konfrontiert worden war, tat sich zudem zum Mäzen und Förderer der neuen Künste der Renaissance hervor, die in Italien schon in so großer Blüte stand und deren Errungenschaften er nun auch in Sagradien fördern wollte. Zahlreiche italienische Künstler wie [[Nicola Vacheotti]] und zeitweise auch Leonardo da Vinci ließ er nach Tulis kommen und einheimische Talente förderte er durch persönliche Protektion. So gehörten die beiden Tulineser Meister [[Don Cabal]] und [[António Volero]] zu den großen Talenten, die David erkannte, förderte und denen er die großen Aufträge in Tulis gab. Tulis wurde zum „Florenz des Westens“, zu einem Zentrum von Handel, Wissenschaft, Kunst und den großen Errungenschaften der Renaissancekultur. Damit legte David den Grundstein für das Aufblühen der sagradischen Kunst und Literatur, das als &amp;quot;[[Sêcolo d’Oro]]&amp;quot; bekannt wurde, und sich seit Davids späten Herrschaftsjahren vollzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gegenreformation und Trienter Konkordat ===&lt;br /&gt;
Doch Davids Glaube an die Ideale des Humanismus und die Förderung der neuen Ideen in Kunst und Kultur dürfen nicht über Davids strenge Haltung in religiösen Dingen hinwegtäuschen. Als gläubiger Katholik ging er entschieden gegen jede Art der &amp;quot;Häresie&amp;quot; vor und sah sich selbst nach dem Beginn der Reformation in Europa als &amp;quot;Protector Sanctissimi Fidei&amp;quot; und stellte sich damit an die Spitze der Gegenreformation, was zu einigen Konflikten in den flandrischen Provinzen des Santorierreiches führte. David unterdrückte die Protestanten und versuchte jede Ausbreitung der neuen Ideen zu verhindern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1518 schloss David mit dem Papst das [[Konkordat von Trient]], das ihm, gegen hohe finanzielle Zuwendungen an das Papsttum, das Recht gab, über die Besetzung aller bedeutender Ämter innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien zu entscheiden. Außerdem erreichte er, dass [[Don Piero de Sántori]] als rechtmäßiger Sohn [[Gabriel I. Juvans|Gabriels I. Juvans]] und damit das Haus Santori als legitime Königsdynastie anerkannt wurden. Außerdem sprach der Papst den sagradischen König Gabriel Juvans heilig, auf den die Santori nun ihre Herrschaft zurückführen konnten. Bereits ein Jahr später machte er seinen Onkel [[Kardinal António de Santori|António]], bisher [[Fürst von Perín]], zum Kardinal. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heiratspolitik und Nachfolgefrage ===&lt;br /&gt;
Als Herrscher über ein Weltreich musste es Davids größtes Anliegen sein, die Herrschaft seiner Nachkommen durch geschickte Heirats- und Bündnispolitik zu sichern. Sein einziger Sohn und Thronfolger Andrés Pietro war ein äußerst schwächlicher Junge und war oft krank gewesen. Es musste befürchtet werden, dass er das Erbe seines Vaters nie würde antreten können. Er heiratete 1533 im Alter von achtzehn Jahren die navarresische Prinzessin Marie d'Albret, Tochter von Königin Katharina und ihrem Mann Jean d'Albret, und trat die Herrschaft über seine Herzogtümer in Micolinien an. Jedoch konnte er kaum eigene Akzente setzen. In der Tat starb er bereits im Jahr 1534, wahrscheinlich an einer angeborenen Herzschwäche. Damit war David erneut ohne männlichen Erben. Die Herrschaft über die Gebiete seines Sohnes in Micolinien übernahm er wieder selbst, übetrug die Verwaltung aber seinem Neffen [[Michael III.|Miguel de Valier]], Sohn von Davids Bruder [[Filipe de Valier]]. 1535 verheiratete David seine jüngste Tochter [[Johanna I.|Joana María]] (*1520) mit seinem Neffen Miguel und machte ihn zu seinem wichtigsten politischen Schützling. Zwar galt Johanna Maria nun als Erbtochter, doch war ihre Thronfolge als Frau durchaus umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher musste David dafür sorgen, dass er einen männlichen Erben in die Welt brachte. Nach dem Tod seiner ersten Frau Luísa im Februar 1536 und dem Tod seines illegitimen Sohnes Don Manuel im Oktober des Jahres (man hatte versucht, ihn als legitim anerkennen zu lassen) musste David alles dafür tun, einen neuen Erben zu zeugen, er musste also ein zweites mal heiraten. Seine kurzzeitigen Bemühungen um die englische Prinzessin Elisabeth (die spätere Königin) blieben ob des großen Altersunterschieds erfolglos. Im Mai 1537 kam es zur Hochzeit zwischen David und Margarete von Valois, einer Tochter des französischen Königs Franz I. Die Ehe sollte die seit Anfang der Dreißiger Jahre angespannten Verhältnisse zu Frankreich entschärfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachfolgefrage ===&lt;br /&gt;
Als Margarita David bis 1539 immernoch keinen Thronfolger geschenkt hatte, entschloss sich David, die Thronfolger in einem testamentarischen [[Pragmatische Sanktion Davids I.|Sukzessionserlass]] zu regeln. Sein jüngerer Bruder [[Johann III. von Portugal|Johann der Fromme]] hatte bereits seit längerem darauf gedrängt, von seinem Bruder als Erbe zumindest in einem Teil des Reichs eingesetzt zu werden. In seinem Erlass bestimmte David jedoch entgegen der Hoffnungen Johanns seinen eben geborenen Enkel David Filipe, den ältesten Sohn seiner Tochter Johanna und ihres Mannes Miguel de Valier zum Präsumptiverben der Krone. Um seinen Bruder milde zu stimmen, gab er an diesem 1540 den Titel eines ''Königs von Cuentez'' weiter und übergab ihm nominell die Herrschaft über die Insel sowie die ehemals tulinesischen Besitzungen in Micolinien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Prinz David Filipe 1540 starb, wurden Johanna und ihr Ehemann Miguel de Valier selbst zum Erbpaar in Sagradien und den micolinischen Gebieten bestimmt. In Portugal dagegen sollte nun Johann der Fromme als König nachfolgen und das Reich Davids I. damit wieder geteilt werden. Mit seiner Erbregelung hoffte David die Differenzen mit seinen Brüdern ausgeräumt und die Thronfolge des Hauses Sántori auch in Portugal gesichert werden, wo man eine Frau auf dem Thron nicht akzeptierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
David hatte mehrere ehelich geborene Kinder. Mit seiner ersten Frau Luísa d'Avis: &lt;br /&gt;
* [[Don Andrés Pietro]] (*1515, †1534), [[Prinz von Sarmay]] und [[Herzog von Servette]] ∞ Marie d'Albret&lt;br /&gt;
* Dona Luísa (*1518, †1536)&lt;br /&gt;
* [[Johanna I.]] (*1520, †1578), [[Königin von Sagradien]] (1543-1568) ∞ [[Michael III.]] von Valier&lt;br /&gt;
* Don Jâcque (*1522, †1523), [[Herzog von Sesin]]&lt;br /&gt;
* Isabel (*/†1525)&lt;br /&gt;
* Don Pietro (*/†1527)&lt;br /&gt;
Außerdem mit seiner zweiten Frau Marguerite de Valois: &lt;br /&gt;
* Leonor (*1538, †1540)&lt;br /&gt;
* Don David Alexandre (*/†1540)&lt;br /&gt;
Dazu kommen zahlreiche unehelich geborene Kinder. Von diesen erkannte er als ''natürlichen Sohn'' an: &lt;br /&gt;
* [[Don Manuel de Sántori]] (*1512, †1536)&lt;br /&gt;
* António von Crato (*1531, †1595), Prätendent auf den portugiesischen Thron 1580/81&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tod ===&lt;br /&gt;
David I. starb nach kürzerer Krankheit im Jahr 1543. Die von ihm erlassene Erbteilung wurde relativ problemlos vollzogen. [[Johanna I.]] und [[Michael III.]] wurden gemeinsam als Könige von Sagradien anerkannt, [[Johann III. von Portugal|Johann der Fromme]], seit 1540 bereits König von Cuentez, folgte David auch als König von Portugal und als Conte von Tulis nach. Mit dem territorialen Zusammenhalt verlor das Reich der Sántori nun auch sein Zentrum, da Johann fortan in Lissabon, Johanna und Miguel in Vierna und danach in Semess residierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung ===&lt;br /&gt;
David I. gilt im Andenken der Sagradier als Inbegriff des Renaissance-Königs und als König, unter dem die Bedeutung Sagradiens in der Welt einen Höhepunkt erreichte. Das Zeitalter Davids gilt als kulturelle und politische Blütephase Sagradiens. Mit David begann nicht nur das &amp;quot;[[Sêcolo d’Oro]]&amp;quot; in der sagradischen Kunst und Literatur, unter seiner Herrschaft erreichte Sagradien auch den Höhepunkt seiner politischen Macht in Europa und gehörte damit für fast ein halbes Jahrhundert zu den absoluten Weltmächten. In der sagradischen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhundets wurde er daher häufig als ''David der Große'' bezeichnet, auch wenn sich diese Bezeichnung international und auch im Sagradien des 20. Jahrhunderts nicht durchgesetzt hat. Dennoch sprechen die Sagradier von der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auch von der &amp;quot;Era Davidêsa&amp;quot; und der Begriff &amp;quot;[[Impêriu Davidês]]&amp;quot; ist zum Synonym für sagradische Großmachtträume geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Portugal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Conte von Tulis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Herzog von Servette]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.43.117</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=David_I.&amp;diff=8890</id>
		<title>David I.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=David_I.&amp;diff=8890"/>
		<updated>2012-03-27T16:06:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: /* Sukzessions und Nachfolge */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''David I.''' (von Sagradien) (*1491; †1543) aus dem [[Haus Santori]] war [[König von Sagradien]] (1509-1543) und [[König von Portugal|von Portugal]] (1521-1543), außerdem u.a. als ''David I.'' [[Herzog von Servette]] (1534-1543) und Herr der [[Servettinische Lande|Servettinischen Lande]], Fürst von Flandern (1518-1543) und als ''David II.'' [[Conte von Tulis]] (1509-1543) und [[König von Cuentez]] (1509-1540). Er führte das sagradische Renaissance-Königtum zur Hochblüte und herrschte über ein Weltreich. Er vereinte die sagradische mit der portugiesischen Krone und prägte eine ganze Epoche in der sagradischen Geschichte (&amp;quot;[[Era Davidêsa]]&amp;quot; des [[Sêcolo d’Oro]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Jugend und Exil ===&lt;br /&gt;
David Alexander Philipp Antoninus von Santori wurde im April 1491 im micolinischen [[Plato]] geboren. Sein Vater war der [[Sántori]]-Prinz [[Filipe de las Marcas]], Sohn Joán Prudentes und Enkel [[David de Sántori]]s. Seine Mutter [[Catarina de Sántori]] war die älteste Tochter König [[Jakob III.|Jakobs III.]] von Sagradien und Schwester König [[Jakob IV.|Jakobs IV.]], der wenige Monate nach Davids Geburt den Thron bestieg. Obwohl Davids Vater Filipe mit Jakob III. und Jakob IV. zerstritten war, wurde David auf Fürsprache seiner Tante Katharina von Habsburg hin am Hof seines Onkels Jakob in Tulis erzogen, wo er eine umfassende Ausbildung bei dem italienischen Humanisten [[Ercule Schiatti]] erhielt. Im Jahr 1502 starb sein Onkel Jakob IV. an den Folgen eines Reitunfalls. Da Jakob kinderlos geblieben war, beanspruchte Davids Vater Filipe für seine Frau Catarina den sagradischen Thron, was von Teilen des sagradischen Hochadels aber zurückgewiesen wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gegen Katharina bildete sich daher eine schlagkräftige Opposition. Katharinas Onkel [[Peter I.|Don Pietro]], [[Herzog von Corar]] und seit 1499 [[Herzog von Servette]], vereitelte schließlich die Regierungsübernahme Katharinas, indem er von einem Teil des Adels unterstützt mit einem Heer nach Sagradien zog und den Thron an sich riss. In der entscheidenden Schlacht gegen Portugal konnte Pietro sich durchsetzen. Seinen zu dieser Zeit noch in Sagradien weilenden Neffen David ließ Pietro gefangen nehmen und zusammen mit seiner Tante Katharina von Habsburg, der Witwe Jakobs IV., in die Niederlande bringen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
David wuchs daher in der Folge in Gent auf, wo er vom ansässigen Humanisten [[Geert von Stael]] in die Ausbildung genommen wurde. In Sagradien entbrannte ein de-facto-Bürgerkrieg zwischen König Peter und den Anhängern Catarinas, angeführt von [[Carles de Biniar]]([[Lilienkrieg]]). Zusätzlich geschwächt wurde Peter durch Auseinandersetzungen zunächst mit Micolinien und anschließend mit dem servettinischen Adel und der Bauernschaft um die Herrschaft in den Servettinischen Landen. 1508 musste Peter nach Servette ziehen, um dort einen Aufstand niederzuschlagen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zwischenzeit übernahmen die Anhänger Katharinas und Filipes um den Grafen von Biniar de facto die Kontrolle über Sagradien, indem sie Peters als Regentin eingesetzte dritte Frau Marie de Lorraine gefangen nahmen. Als Pietro 1509 zurückkehrte, musste er dem [[Vertrag von Vérisa]] zustimmen, in dem er Katharina und ihre Nachkommen als Erben einsetzte, seine Abdankung jedoch hinauszögerte. Schließlich dankte Peter von Alágua aus noch im Jahr 1509 ab, nicht jedoch zugunsten seiner Nichte Katharina, sondern ihres Sohnes David, der die beiden verfeindeten Linien des Hauses wieder zusammenführen sollte. Peter selbst betrat Tulis nie mehr und zog sich wenig später nach Servette zurück, wo er bis 1515 als „Seine königliche Hoheit der Herzog von Servette“ die micolinischen Besitztümer regierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Thronbesteigung und frühe Regierungsjahre ===&lt;br /&gt;
David kam nach vier Jahren in Flandern zurück nach Sagradien und wurde im [[Noyarenser Dom]] zum sagradischen König gekrönt. Damit war er nun nicht nur zum König, sondern auch zum Oberhaupt des aufstrebenden Imperiums der Santori-Familie aufgestiegen. Er machte sogleich seinen engen Vertrauten Carles von Biniar zu seinem leitenden Minister und übertrug ihm die wesentlichen Staatsgeschäfte. Biniar erkannte schnell, dass Sagradien und das Haus Santori sich mittelfristig nur würden behaupten können, wenn sie ihre Macht in Europa verteidigen konnten. In diesem sich herauskristallisierenden Dreikampf der Häuser Habsburg, Valois und Santori setzte Biniar zunächst auf ein Bündnis mit dem Haus Habsburg. Es galt daher, den König mit einer Habsburgerprinzessin zu verheiraten, jedoch gestaltete sich das schwieriger als angenommen. Als einzige Kandidatin kam Margarete, Tochter Maximilians I. in Frage. Diese jedoch war ganze elf Jahre älter als David und zudem in Verhandlungen mit Philibert II. von Savoyen. Die Verhandlungen zogen sich über mehrere Jahre hin und scheiterten schließlich. 1511 nahm Sagradien an der Heiligen Liga Julius’ II. gegen Ludwig XII. von Frankreich teil.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Das Verhältnis zwischen David und seinen Eltern blieb angespannt. David bezeichnete seine Mutter zwar weiterhin als ''Königin'', verbat ihr aber jede Teilhabe an der Regentschaft in Sagradien. Erst ihr Tod im Jahr 1512 beendete die unklare dynastische Lage. Danach emanzipierte sich David endlich auch von der Bevormundung durch den Grafen von Biniar und begann zunehmend eigenständig zu handeln. Er rückte von der pro-habsburgischen Politik Biniars ab. Nachdem die Verhandlungen über eine Hochzeit zwischen Davids jüngerer Schwester María Luísa mit dem spanischen Thronfolger Karl (V.) gescheitert waren, verheiratete David sie 1513 mit Emanuel von Trient und übernahm nach dessen Tod 1518 die Herrschaft über das Fürstentum in Südtirol. Als neuen Gatten für María Luísa erwählte er [[Joán de Biniar]], den Sohn seines alten Mentors und Beraters Carles und dessen Frau Isabela de San Cristo, was ihn aber nicht hinderte, Carles nach dem Bruch 1516 gefangen zu nehmen und dann ins Exil zu schicken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ehe mit Luisa de Sántori ===&lt;br /&gt;
Die Suche nach einer geeigneten Gattin endete 1512 mit der Hochzeit Davids I. mit seiner Cousine Luisa d'Avis, Tochter Manuels I. von Portugal. Die Ehe war vor allem taktischer Natur und sollte die von seiner Großmutter Beatrice d'Avis stammenden Ansprüche Davids auf die portugiesische Krone stärken, sollte die Dynastie Avis aussterben. Aus der Ehe mit Luísa ging 1515 mit [[Don Andrés Pietro]] ein Sohn und Thronfolger hervor, der für David so wichtig war. Mit Luísa (*1518, †1536), [[Johanna I.|Joána María]] (*1520) und Jakob (*1522, †1523) gesellten sich in den Folgejahren noch zwei Töchter und ein Sohn hinzu, der jedoch nur ein Jahr alt wurde. Nach dem Tod Peters I. 1515 erbte der neugeborene Andrés Pietro dem [[Vertrag von Alvat|Hausvertrag von Alvat]] gemäß nominell die micolinischen Besitztümer, sodass Andrés Pietro als [[Herzog von Servette]] aufwuchs. Die wahre Herrschaft in Micolinien führten stattdessen Davids Statthalter aus, bis 1519 sein Schwager Joán de Biniar, und danach Davids illegitimer Bruder [[Don Miguel]]. 1517 musste Joán de Biniar einen Angriff micolinischer Truppen auf Servette abwehren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krieg um Portugal ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Dom Joaos, des einzigen noch lebenden Sohns Manuels I. von Portugal, im Jahr 1519 wurde der portugiesische Erbfall immer wahrscheinlicher. Als Enkel Beatrices von Avis und Ehemann Luisas, die nun zur Erbtochter geworden war, besaß David die besten Aussichten auf eine Nachfolge Manuels. Verhandlungen zwischen beiden, die eine Nachfolgeregelung zugunsten Davids herbeiführen sollten, kamen aber zu keinem offiziellen Abschluss mehr, da Manuel I. schon 1521 starb. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
David I. von Sagradien erhob nun sofort für sich und seine Frau Anspruch auf das Erbe Manuels. Es folgte ein mehrere Jahre dauernde Thronfolgekrieg in Portugal, in dem Sagradien schließlich unter der Führung seines Kommandanten [[Joán de Biniar]] siegen konnte. Im Jahr 1524 war David endgültig als Herrscher in Portugal anerkannt. David war nun neben Karl V. zum wichtigsten Monarchen Europas und zum Herrscher über ein aufblühendes Weltreich aufgestiegen. In seiner Hand vereinte er zwei Königskronen, ein sich im Aufbau befindliches System von übersseischen Kolonialbesitzungen in Südamerika und Indien sowie große Territorien in Micolinien und Flandern. Jedoch musste er zugestehen, die beiden Reichsteile in Sagradien und Portugal nicht miteinander zu vereinen, sondern lediglich in Personalunion zu regieren. Auch die im Entstehen befindlichen Kolonialgebiete der sagradischen und der portugiesischen Krone blieben nominell getrennt. Bis 1525 blieb er in Portugal und hielt dort Hof, ehe er seinen Schwiegersohn Joán de Biniar als Vizekönig zurückließ. Diesem folgte 1529 [[Alexandro Machiês]], der Graf von La Cordí, der wiederum 1532 von Davids illegitimen Sohn [[Don Manuel]] (*1511, ϯ1536) abgelöst wurde. Der Krieg in Portugal hatte hohe Summen an Geld gekostet, die David trotz der Handelseinnahnen aus den neuen Kolonien nur durch umfassende Finanzreformen sowie durch Anleihen bei seinen Vasallen aufbringen konnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradisch-Portugiesische Union ===&lt;br /&gt;
Mit der Übernahme der portugiesischen Krone wurde David auch zum Herr über ein aufstrebendes Kolonialreich und zum Dienstherr zahlreicher Seefahrer und Abenteurer. Bereits zuvor hatte sich David darum bemüht, die erfolgreiche Geschichte portugiesischer Seefahrer nachzuahmen und auch für Sagradien und Tulis Entdeckungen und Eroberungen zu fördern. Auch Davids Ehefrau Luísa begeisterte sich seit frühester Kindheit für die großen Entdeckungsfahrten und trat für neue Seefahrten unter sagradischer Flagge ein. Im Auftrag Davids und Luísas starteten die großen sagradischen Seefahrer [[Santo Aziz]], [[Nuno Guavo]], [[Selle Inoza]] und [[Carles Diaz de Verra]] sowie der Genuese [[Giovanni Caballi]] (Joán Caballes) ihre Entdeckungsfahrten auf den Weltmeeren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als König von Portugal engagierte sich David für den Erwerb von überseeischen Kolonien. 1532 wurde die erste dauerhafte Siedlung in Brasilien gegründet, 1524 wurde auf dem Kongress von Badajoz der portugiesische Anspruch auf Brasilien anerkannt. Der König vergab große Landgebiete in Brasilien als Lehen (donatárias) und förderte so den Aufbau des Landes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mäzenatentum ===&lt;br /&gt;
Doch Davids Hof in [[Tulis]], der [[Palâciu Sántori]], wurde nicht nur zum Ausgangspunkt von Entdeckungsfahrten. Die westsagradische Hafenstadt wurde vielmehr zu einem florierenden Handelszentrum. Der aufstrebende Überseehandel lief in den Folgejahren maßgeblich über Tulis, mehr noch als über Lissabon, und die Stadt häufte großen Reichtum an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
David als [[Conte von Tulis|Conte Audáciu von Tulis]] ließ neue Prachtbauten in der Stadt errichten und alte Bauwerke erneuern. David, der schon als Knabe mit den Ideen und Idealen des Humanismus konfrontiert worden war, tat sich zudem zum Mäzen und Förderer der neuen Künste der Renaissance hervor, die in Italien schon in so großer Blüte stand und deren Errungenschaften er nun auch in Sagradien fördern wollte. Zahlreiche italienische Künstler wie [[Nicola Vacheotti]] und zeitweise auch Leonardo da Vinci ließ er nach Tulis kommen und einheimische Talente förderte er durch persönliche Protektion. So gehörten die beiden Tulineser Meister [[Don Cabal]] und [[António Volero]] zu den großen Talenten, die David erkannte, förderte und denen er die großen Aufträge in Tulis gab. Tulis wurde zum „Florenz des Westens“, zu einem Zentrum von Handel, Wissenschaft, Kunst und den großen Errungenschaften der Renaissancekultur. Damit legte David den Grundstein für das Aufblühen der sagradischen Kunst und Literatur, das als &amp;quot;[[Sêcolo d’Oro]]&amp;quot; bekannt wurde, und sich seit Davids späten Herrschaftsjahren vollzog.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gegenreformation und Trienter Konkordat ===&lt;br /&gt;
Doch Davids Glaube an die Ideale des Humanismus und die Förderung der neuen Ideen in Kunst und Kultur dürfen nicht über Davids strenge Haltung in religiösen Dingen hinwegtäuschen. Als gläubiger Katholik ging er entschieden gegen jede Art der &amp;quot;Häresie&amp;quot; vor und sah sich selbst nach dem Beginn der Reformation in Europa als &amp;quot;Protector Sanctissimi Fidei&amp;quot; und stellte sich damit an die Spitze der Gegenreformation, was zu einigen Konflikten in den flandrischen Provinzen des Santorierreiches führte. David unterdrückte die Protestanten und versuchte jede Ausbreitung der neuen Ideen zu verhindern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1518 schloss David mit dem Papst das [[Konkordat von Trient]], das ihm, gegen hohe finanzielle Zuwendungen an das Papsttum, das Recht gab, über die Besetzung aller bedeutender Ämter innerhalb der katholischen Kirche in Sagradien zu entscheiden. Außerdem erreichte er, dass [[Don Piero de Sántori]] als rechtmäßiger Sohn [[Gabriel I. Juvans|Gabriels I. Juvans]] und damit das Haus Santori als legitime Königsdynastie anerkannt wurden. Außerdem sprach der Papst den sagradischen König Gabriel Juvans heilig, auf den die Santori nun ihre Herrschaft zurückführen konnten. Bereits ein Jahr später machte er seinen Onkel [[Kardinal António de Santori|António]], bisher [[Fürst von Perín]], zum Kardinal. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Heiratspolitik und Nachfolgefrage ===&lt;br /&gt;
Als Herrscher über ein Weltreich musste es Davids größtes Anliegen sein, die Herrschaft seiner Nachkommen durch geschickte Heirats- und Bündnispolitik zu sichern. Sein einziger Sohn und Thronfolger Andrés Pietro war ein äußerst schwächlicher Junge und war oft krank gewesen. Es musste befürchtet werden, dass er das Erbe seines Vaters nie würde antreten können. Er heiratete 1533 im Alter von achtzehn Jahren die navarresische Prinzessin Marie d'Albret, Tochter von Königin Katharina und ihrem Mann Jean d'Albret, und trat die Herrschaft über seine Herzogtümer in Micolinien an. Jedoch konnte er kaum eigene Akzente setzen. In der Tat starb er bereits im Jahr 1534, wahrscheinlich an einer angeborenen Herzschwäche. Damit war David erneut ohne männlichen Erben. Die Herrschaft über die Gebiete seines Sohnes in Micolinien übernahm er wieder selbst, übetrug die Verwaltung aber seinem Neffen [[Michael III.|Miguel de Valier]], Sohn von Davids Bruder [[Filipe de Valier]]. 1535 verheiratete David seine jüngste Tochter [[Johanna I.|Joana María]] (*1520) mit seinem Neffen Miguel und machte ihn zu seinem wichtigsten politischen Schützling. Zwar galt Johanna Maria nun als Erbtochter, doch war ihre Thronfolge als Frau durchaus umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daher musste David dafür sorgen, dass er einen männlichen Erben in die Welt brachte. Nach dem Tod seiner ersten Frau Luísa im Februar 1536 und dem Tod seines illegitimen Sohnes Don Manuel im Oktober des Jahres (man hatte versucht, ihn als legitim anerkennen zu lassen) musste David alles dafür tun, einen neuen Erben zu zeugen, er musste also ein zweites mal heiraten. Seine kurzzeitigen Bemühungen um die englische Prinzessin Elisabeth (die spätere Königin) blieben ob des großen Altersunterschieds erfolglos. Im Mai 1537 kam es zur Hochzeit zwischen David und Margarete von Valois, einer Tochter des französischen Königs Franz I. Die Ehe sollte die seit Anfang der Dreißiger Jahre angespannten Verhältnisse zu Frankreich entschärfen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sukzessions- und Nachfolge ===&lt;br /&gt;
Als Margarita David bis 1539 immernoch keinen Thronfolger geschenkt hatte, entschloss sich David, die Thronfolger in einem testamentarischen [[Pragmatische Sanktion Davids I.|Sukzessionserlass]] zu regeln. Sein jüngerer Bruder [[Johann III. von Portugal|Johann der Fromme]] hatte bereits seit längerem darauf gedrängt, von seinem Bruder als Erbe zumindest in einem Teil des Reichs eingesetzt zu werden. In seinem Erlass bestimmte David jedoch entgegen der Hoffnungen Johanns seinen eben geborenen Enkel David Filipe, den ältesten Sohn seiner Tochter Johanna und ihres Mannes Miguel de Valier zum Präsumptiverben der Krone. Um seinen Bruder milde zu stimmen, gab er an diesem 1540 den Titel eines ''Königs von Cuentez'' weiter und übergab ihm nominell die Herrschaft über die Insel sowie die ehemals tulinesischen Besitzungen in Micolinien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als der Prinz David Filipe 1540 starb, wurden Johanna und ihr Ehemann Miguel de Valier selbst zum Erbpaar in Sagradien und den micolinischen Gebieten bestimmt. In Portugal dagegen sollte nun Johann der Fromme als König nachfolgen und das Reich Davids I. damit wieder geteilt werden. Mit seiner Erbregelung hoffte David die Differenzen mit seinen Brüdern ausgeräumt und die Thronfolge des Hauses Sántori auch in Portugal gesichert werden, wo man eine Frau auf dem Thron nicht akzeptierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
David hatte mehrere ehelich geborene Kinder. Mit seiner ersten Frau Luísa d'Avis: &lt;br /&gt;
* [[Don Andrés Pietro]] (*1515, †1534), [[Prinz von Sarmay]] und [[Herzog von Servette]] ∞ Marie d'Albret&lt;br /&gt;
* Dona Luísa (*1518, †1536)&lt;br /&gt;
* [[Johanna I.]] (*1520, †1578), [[Königin von Sagradien]] (1543-1568) ∞ [[Michael III.]] von Valier&lt;br /&gt;
* Don Jâcque (*1522, †1523), [[Herzog von Sesin]]&lt;br /&gt;
* Isabel (*/†1525)&lt;br /&gt;
* Don Pietro (*/†1527)&lt;br /&gt;
Außerdem mit seiner zweiten Frau Marguerite de Valois: &lt;br /&gt;
* Leonor (*1538, †1540)&lt;br /&gt;
* Don David Alexandre (*/†1540)&lt;br /&gt;
Dazu kommen zahlreiche unehelich geborene Kinder. Von diesen erkannte er als ''natürlichen Sohn'' an: &lt;br /&gt;
* [[Don Manuel de Sántori]] (*1512, †1536)&lt;br /&gt;
* António von Crato (*1531, †1595), Prätendent auf den portugiesischen Thron 1580/81&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tod ===&lt;br /&gt;
David I. starb nach kürzerer Krankheit im Jahr 1543. Die von ihm erlassene Erbteilung wurde relativ problemlos vollzogen. [[Johanna I.]] und [[Michael III.]] wurden gemeinsam als Könige von Sagradien anerkannt, [[Johann III. von Portugal|Johann der Fromme]], seit 1540 bereits König von Cuentez, folgte David auch als König von Portugal und als Conte von Tulis nach. Mit dem territorialen Zusammenhalt verlor das Reich der Sántori nun auch sein Zentrum, da Johann fortan in Lissabon, Johanna und Miguel in Vierna und danach in Semess residierten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bedeutung ===&lt;br /&gt;
David I. gilt im Andenken der Sagradier als Inbegriff des Renaissance-Königs und als König, unter dem die Bedeutung Sagradiens in der Welt einen Höhepunkt erreichte. Das Zeitalter Davids gilt als kulturelle und politische Blütephase Sagradiens. Mit David begann nicht nur das &amp;quot;[[Sêcolo d’Oro]]&amp;quot; in der sagradischen Kunst und Literatur, unter seiner Herrschaft erreichte Sagradien auch den Höhepunkt seiner politischen Macht in Europa und gehörte damit für fast ein halbes Jahrhundert zu den absoluten Weltmächten. In der sagradischen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhundets wurde er daher häufig als ''David der Große'' bezeichnet, auch wenn sich diese Bezeichnung international und auch im Sagradien des 20. Jahrhunderts nicht durchgesetzt hat. Dennoch sprechen die Sagradier von der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts auch von der &amp;quot;Era Davidêsa&amp;quot; und der Begriff &amp;quot;[[Impêriu Davidês]]&amp;quot; ist zum Synonym für sagradische Großmachtträume geworden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Portugal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Conte von Tulis]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie: Herzog von Servette]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.43.117</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Liste_von_Kriegen&amp;diff=8889</id>
		<title>Liste von Kriegen</title>
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		<updated>2012-03-27T16:04:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: /* Frühe Neuzeit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
* 946-961 [[Numererkriege]] [[Philipp I. der Große|Philipps des Großen]]&lt;br /&gt;
* 998-1002 [[Numererkriege]] [[Philipp II.|Philipps II. des Katholischen]]&lt;br /&gt;
* 1078 Erbfolgestreit zwischen [[Johann I. von Cliêce]] und [[Roderich der Lange|Roderich dem Langen]]&lt;br /&gt;
* 1091-1095 [[Erster Lusonidenkrieg]] zwischen der Krone und [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]&lt;br /&gt;
* 1096-1099 Teilnahme [[Johann II. der Löwe|Johanns des Löwen]] am Ersten Kreuzzug&lt;br /&gt;
* 1101-1112 [[Erster Peruzinischer Thronfolgekrieg]]&lt;br /&gt;
* 1125-1129 Bretonischer Krieg [[Anton I. der Starke|Antonios I.]]&lt;br /&gt;
* 1147-1149 Teilnahme [[Jakob der Kühne|Jakobs des Kühnen]] am Zweiten Kreuzzug&lt;br /&gt;
* 1150-1158 [[Zweiter Lusonidenkrieg]]&lt;br /&gt;
* 1162-1165 [[Golischer Krieg]] (= Erster [[Juvantische Kriege|Juvantischer Krieg]])&lt;br /&gt;
* 1170 Einnahme [[Tulis]]' durch [[Gabriel Juvans]]&lt;br /&gt;
* 1172-1184 [[Dritter Lusonidenkrieg]] (= Zweiter [[Juvantische Kriege|Juvantischer Krieg]])&lt;br /&gt;
* 1189-1192 Teilnahme [[Gabriel Juvans]]' am Dritten Kreuzzug&lt;br /&gt;
* 1208-1215 [[Südbundkriege]]&lt;br /&gt;
* 1233-1236 [[Krieg der Philippe]] zwischen [[Philipp IV. Hermes]] und [[Philipp von Vesaey]]&lt;br /&gt;
* 1249-1255 [[Zweiter Peruzinischer Thronfolgekrieg]] der Krone und des [[Haus Redanior|Hauses Redanior]] gegen [[Micolinien]] und [[Renart von Soria]] (1255 [[Schlacht bei Porinéi]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätmittelalter ===&lt;br /&gt;
* 1290-1313/23 Kriege gegen den Peruzinischen Bund/[[Peruzinische Kriege]]&lt;br /&gt;
* 1315 Erbfolgekrieg in [[Micolinien]] und [[Schlacht bei Luenas]]&lt;br /&gt;
* 1321 Erbfolgestreit und [[Schlacht von Alágua]] zwischen [[Sergi der Weise|Sergi dem Weisen]] und [[Danadier von Scola]]&lt;br /&gt;
* 1386-1390 [[Micolinischer Revolutionskrieg]]&lt;br /&gt;
* 1392-1396 [[Bürgerkrieg der zwei Herzöge]]&lt;br /&gt;
* 1386-1443 '''[[Fünfzigjähriger Krieg]]'''&lt;br /&gt;
** 1396-1423 Sagradisch-Micolinischer Krieg um Perucía, Golen und Scantia&lt;br /&gt;
** 1398-1418 Erster Tulinesisch-Micolinischer Krieg &lt;br /&gt;
** 1416-1423 [[Tulinesischer Bürgerkrieg]]&lt;br /&gt;
** 1420-1429 [[Servettinisch-Loneischer Krieg]]&lt;br /&gt;
** 1424-1440 Zweiter Tulinesisch-Micolinischer Krieg&lt;br /&gt;
** 1427-1443 Fortsetzung Sagradisch-Micolinischer Krieg um Perucía, Golen und Scantia&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe Neuzeit ===&lt;br /&gt;
* 1477-1506 '''[[Servettinische Kriege]]''' zwischen Sagradien und Micolinien im den Besitz der [[Servettinische Lande|Servettinischen Lande]]&lt;br /&gt;
** 1477-1479 [[Erster Servettinischer Krieg]] nach dem Tod [[Anton III. von Servette|Antons III.]]&lt;br /&gt;
** 1492-1499 [[Zweiter Servettinischer Krieg]] nach dem Tod [[Philipp von Saséia]]s&lt;br /&gt;
** 1503-1506 [[Dritter Servettinischer Krieg]] nach der Thronbesteigung [[Peter I.|Peters I.]] in Sagradien&lt;br /&gt;
* 1502-1509 [[Lilienkriege]] in Sagradien: Erbfolgeauseinandersetzung zwischen [[Peter I.]] und [[Catarina de Sántori]]&lt;br /&gt;
* 1521-1524 [[Portugiesischer Erbfolgekrieg 1521-1524]]: Gewinn Portugals für [[David I.]]&lt;br /&gt;
* 1552-1556 [[Josephitenaufstand]]  &lt;br /&gt;
* 1580-1583 [[Portugiesischer Erbfolgekrieg 1580-1583]]: Verlust Portugals an Philipp II. von Spanien&lt;br /&gt;
* 1620-1624 [[Ligrischer Krieg]]&lt;br /&gt;
* 1657-1669 [[Asumarischer Krieg]] zwischen [[Sagradien]] und [[Micolinien]]&lt;br /&gt;
* 1668/1669 Sagro-Spanischer Seekrieg&lt;br /&gt;
* 1701-1713 Spanischer Erbfolgekrieg&lt;br /&gt;
* 1713-1723 '''[[Sagradischer Bürgerkrieg]]'''&lt;br /&gt;
** 1713-1718 [[Sagradischer Koalitionskrieg]]&lt;br /&gt;
** 1719-1721 Royalistenaufstände&lt;br /&gt;
** 1721/1722 Maiaufstand und Bauernaufstände, Krieg gegen die ''Radicales''&lt;br /&gt;
** 1722-1723 Krieg gegen die ''[[Philippkarlisten]]''&lt;br /&gt;
* 1737-1739 Servettinischer Thronfolgekrieg&lt;br /&gt;
* 1740-1748 Sagro-Französischer Krieg innerhalb des Österreichischen Erbfolgekriegs&lt;br /&gt;
* 1756-1760 [[Sagradischer Erbfolgekrieg]]&lt;br /&gt;
* 1779-1784 Anglo-Sagradischer Krieg als Teil des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.43.117</name></author>
		
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		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Sagradischer_B%C3%BCrgerkrieg&amp;diff=8888</id>
		<title>Sagradischer Bürgerkrieg</title>
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		<updated>2012-03-27T16:01:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: /* Koalitionskrieg */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Als '''Sagradischer Bürgerkrieg''' wird eine Reihe von Aufständen, Kriegen und sonstigen gewaltsamen Auseinandersetzungen bezeichnet, die sich im Königreich Sagradien zwischen 1708 und 1722 ereigneten. Darin ging es um einen Machtkampf zwischen dem sagradischen König und seinen absolutistisch gesinnten Anhängern sowie verschiedenen Strömungen, die eine Form des ständischen Regiments im Gegensatz zur monarchischen Alleinregierung anstrebten. Kontext der Konflikte war der seit 1701 ausgetragene Spanische Erbfolgekrieg, in dem Sagradien an der Seite Frankreichs gegen die antifranzösische Allianz kämpfte und der das sagradische Königreich erschöpfte und einen günstigen Boden für Aufstände, Protestbewegungen und Gewaltaktionen lieferte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im engeren Sinne wird als Sagradischer Bürgerkrieg klassischerweise der in der neueren Forschung meist als '''Sagradischer Koalitionskrieg''' oder '''Krieg der Coalicionárioes''' bezeichnete militärische Konflikt zwischen König [[Danadier II.]] und der oppositionellen Adelskoalition verstanden, der mit Unterbrechungen von 1713 bis 1718 geführt wurde, ehe er 1719-21 in Form von royalistischen Aufständen gegen das Regiment der Stände fortgesetzt wurde. Dagegen zählt die neuere Forschung zum Komplex des Bürgerkriegs auch die Reihe von Aufständen vor 1713 (v.a. den [[Juliaufstand 1708]] sowie den [[Septemberaufstand 1711]]) sowie die Auseinandersetzung mit den [[Semess|Semestiner]] Republikanern sowie den so genannten ''[[Philippkarlisten]]'', die sich nach 1721 ereigneten und bis etwa 1735 andauerten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorgeschichte ===&lt;br /&gt;
Der Bürgerkrieg hatte seine Ursachen vor allem in den sozialen und politischen Entwicklungen in Sagradien während der Regierungszeit König [[Gabriel VII.|Gabriels VII.]] (1651-1698). Dieser verfolgte gemäß den absolutistischen Vorbildern seiner Zeit das Ziel, die Zentralgewalt der Krone zulasten der traditionell einflussreichen Stände, den ''Cortes'' zu stärken. Für diesen Zweck benötigte er in erster Linie ein stabiles Finanzsystem. Das alte System zur Steuereintreibung durch die hochadeligen Gouverneure der Provinzen, hatte sich als ineffektiv erwiesen. Gabriel griff daher die Politk seines ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] auf und stärkte die Zugriffsrechte des Königs auf die Verwaltung des Landes. Der Adel verlor auf diese Weise rapide an Einfluss und Autonomie. Vorbild Gabriels war die absolutistische Regierungsform Frankreichs, wie sie unter Ludwig XIV. ausgeübt wurde. Auch in Sachen Hofhaltung und Ausgabenpolitik eiferte Gabriel dem französischen Vorbild nach. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter Gabriels Nachfolger [[Danadier II.]] (1698-1721) wurde diese unpopuläre Politik fortgeführt und erreichte einen Höhepunkt, der die Staatsfinanzen an den Rand ihrer Möglichkeiten brachte. Die Beteiligung Danadiers am Spanischen Erbfolgekrieg auf Seiten Frankreichs führte zu einem rapiden Anwachsen der Staatsschulden, die der König durch Steuern in den Griff zu bekommen suchte. &lt;br /&gt;
Schnell weitete sich die Kritik im Land, die zunächst vor allem von den Städten aufgekommen war, auf den gesamten Regierungsstil Danadiers aus, der als autokratisch und absolutistisch empfunden wurde. Besonders gegen die verschwenderische Finanzpolitik des Königs wehrten sich die Gegner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom Juliaufstand 1708 bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs ===&lt;br /&gt;
Nach der Erhöhung der allgemeinen Steuern im Jahr 1708 – sie hatten zum Rücktritt des leitenden Ministers [[Santiago Corvón, Graf von Casterley]], geführt – schlug die Missstimmung auf die hungernde [[Semess|Semestiner]] Stadtbevölkerung über, die ihren Unmut im Juli 1708 in einem allgemeinen Aufstand ([[Juliaufstand 1708]]) zum Ausdruck brachte. Danadier ließ die Aufstände niederschlagen. Die Kritik am König hielt aber an. Nachdem der König die Abgaben des Adels zur Kriegsfinanzierung angehoben hatte, war es im September 1711 der niedrige Landadel, der sich gegen den König erhob ([[Septemberaufstand 1711]]). Der König reagierte schließlich und berief die Generalstände ein, die nun über mögliche Finanzierungsmöglichkeiten des Kriegs beraten sollten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den einberufenen Generalständen kristallisierte sich jedoch schnell ein oppositionelles Lager um mehrere führende Adlige heraus, die dem Krieg ablehnend gegenüberstanden und einen raschen Friedensschluss befürworteten. Mehrere Resolutionen der Stände wurden vom König als Affront betrachtet und barsch zurückgewiesen. Die Versuche seines leitenden Ministers [[Carles de Granval]], zu vermitteln, scheiterten allesamt. Granval wurde schließlich entlassen, sein Nachfolger [[Manuel de Cambras]] setzte auf eine Konfrontation mit den Ständen, denen er Konspiration mit dem Königreich Cuentez vorwarf, das sich seit 1711 im Krieg mit Sagradien befand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als die neuen Generalstände dem König die Zusicherung weiterer Kredite verweigerten, löste dieser schließlich im April 1713 die Versammlung auf und kehrte zu seiner autokratischen Politik zurück. Gleichzeitig musste Danadier im Friede von Utrecht die strategisch wichtigen Westseestützpunkte [[La Cripón]] und [[Cereza]] an Großbritannien abtreten, konnte sich aber auf keinen Frieden mit dem benachbarten [[Micolinien]] einigen, das den Krieg gegen Sagradien fortsetzte. Eine Abordnung der gerade aufgelösten Generalstände versuchte nun auf Einladung des [[Herzog von Sesin|Herzogs von Sesin]], [[José de Sesín|José de Sántori]], einem entfernten Vetter des Königs, in [[Vesaey]] das weitere Vorgehen zu erörtern. Dabei sollte ein neuerlicher Kompromiss mit dem König gefunden werden. Schließlich verabschiedete die Versammlung die so genannte ''Erklärung von Vesaey'', in der die Versammlung vom König die Wiedereinberufung der Stände forderte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies wurde von Minister Cambras als Akt des Verrats gegen den König interpretiert, die Versammlung wurde gewaltsam aufgelöst und der Herzog von Sesin festgenommen, was schließlich den Bürgerkrieg auslöste, da dessen Anhänger nun aus dem Hochadel Truppen zusammenzogen und Aufstände gegen den König anzettelten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Koalitionskrieg === &lt;br /&gt;
Sesin kam rasch frei und stellte sich an die Spitze des Aufstandes. Sesín versammelte hinter sich eine Koalition aus oppositionellen Adligen, vornehmlich aus den Häusern [[Piacón]] und [[Todesce]]. Nachdem König [[Georg I. von Micolinien]] jede Verwicklung in die Kämpfe verweigert hatte, bewilligte sein Nachfolger [[Georg II. von Micolinien|Georg II.]] die Entsendung eines Freiwilligenheers zur Unterstützung der Koalition. Auch der de facto vom sagradischen König abhängige König [[Maximilian II. von Cuentez]] kämpfte nicht gegen, sondern mit dem Koalitionsheer. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter dem Oberbefehl von [[Alexandro Graf Vierna]] konnte das Koalitionsheer schnell einige Erfolge feiern, jedoch keine Entscheidung erzwingen. Während sich der König unnachgiebig zeigte, versuchte sein Bruder [[Peter II.|Don Pietro Joán]] mehrmals, mit den Aufständischen zu vermitteln. 1715 erreichte er einen zeitweiligen Waffenstillstand, der jedoch bald gebrochen wurde. Versuche Pietros, neuerliche Verhandlungen zu erreichen, führten dazu, dass er vom König bald nach Frankreich geschickt wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verhaftung des Königs und Ständeregiment ===&lt;br /&gt;
Nach der Hinrichtung Casterleys im Jahr 1717 und der Übernahme des Oberbefehls der santorischen Truppen durch [[Filipe de Piacón]] geriet der König immer mehr unter Druck. Im Frühjahr 1718 geriet Danadier II. in Gefangenschaft der Koalitionäre. Der Sieg der Koalitionstruppen bei [[Sagrera]] beendete den Bürgerkrieg vorerst, die Royalisten mussten sich zunächst zurückziehen und warteten und die Situation ab. König Danadier wurde in der Folge zusammen mit seiner Familie im Semestiner [[Plazarenya-Palast]] festgesetzt, wo er unter strikter Kontrolle der Koalitionäre gehalten wurde und mit diesen Konditionen einer Waffenstillstands- und Friedensregelung verhandelte, derweil im Jahr 1719 im ganzen Land royalistische Aufstände weitergeführt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1719 kam eine neue Ständeversammlung zusammen, in der auch Royalisten vertreten waren und die von Danadier II. umfassende Zugeständnisse verlangte und eine Abordnung bestimmte, die zukünftig als Regierung dienen sollte. König und Stände sollten gemeinsam über die Modalitäten eines neuen Regierungssystems verhandeln, das die ''alten Freiheiten'' der Stände wiederherstellen und den Absolutismus durch ein ''Kondominium'' von König und Ständen ersetzen sollte, wie es die Vorstellung des Adels und der Mehrheit der Stände war. Der König wäre auf diesem Weg zu einer Art konstitutionellen Monarchen geworden, unter strenger Kontrolle der Stände. Die Ständeversammlung einigte sich im Januar 1720 auf einen Entwurf für eine neue Ordnung, die als ''Codices Magna Libertatum'' bezeichnet wurden.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König stimmte dem Dokument zwar nicht offiziell zu, bemühte sich aber um einen Schein von Kooperation. Er erklärte sich bereit, einer Regelung auf Basis der Codices zuzustimmen, forderte jedoch Änderungen und zog so die Verhandlungen weiter hinaus. Im Herbst 1720 schließlich kam es zu einem vorläufigen Ende der Aufstände, den Winter über regierte Danadier als de facto entmachteter König nur noch offiziell, während eine Abordnung der Generalstände die eigentliche Macht ausübte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als Danadier im Februar 1721 starb, erhoben die Royalisten seinen Bruder [[Peter II.|Peter]] zum König, dieser musste jedoch um seine Anerkennung durch die Stände in schwierige Verhandlungen treten. Obwohl er die Amtsgeschäfte danach wahrnahm, wurde er nie gekrönt, da er sich mit den Ständen nicht auf Konditionen seiner Herrschaft einigen konnte und stäker noch als Danadier die Konditionen der Codices Magna ablehnte. Derweil machten Gerüchte über eine Vergiftung Danadiers II. die Runde, die royalistische Aufstände und anti-royalistische Gegenbewegungen auslösten und zu einer raschen Radikalisierung beider Seiten beitrugen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Maiaufstand und Erste Republik ===&lt;br /&gt;
Als es am Morgen des 23. Mai zur Hinrichtung des populären Semestiner Bürgers [[Luis Otero]] kam, der sich gegen das neue Stände-Regiment ausgesprochen und für eine Fortsetzung des Bürgerkriegs plädiert hatte und dafür des Hochverrats für schuldig befunden worden war, folgte in der Metropole ein blutiger Volksaufstand, der sich nun gegen König und den in den Ständen führenden Adel insgesamt richtete. Von den Repressalien, die das Stadtvolk im Krieg erlitten hatte, und von der schlechten wirtschaftlichen und sozialen Lage radikalisiert, bedrohten sie nun die gesamte Monarchie. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der folgenden [[Maiblutnacht]] vom 23. auf den 24. Mai 1721 stürmte ein wütender Mob den Königspalast am Plazarenya, in dem Peter unter Kontrolle der Stände festgehalten worden war, und tötete den auf der Flucht befindlichen König zusammen mit mehreren adligen Begleitern. Pietro war damit der erste sagradische König, der de facto vom Volk gerichtet wurde. Dabei wurde immer wieder gesagt, dass Pietro nicht für seine eigenen Handlungen, sondern für die seines Bruders büßen musste. Ob es sich bei der Ermordung tatsächlich um eine spontane Tat aus Wut und Hass handelte oder ob stattdessen ein gezielter Anschlag auf den Leben des Königs von Seiten seiner Gegner unternommen worden war, wie später von vielen behauptet, ist bis heute nicht geklärt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rest des Königshofs floh nun nach [[Noyar]] und auch die Ständeversammlung musste vor der unterschätzten Eskalation ins nahe [[Vierna]] flüchten. In Semess selbst übernahm der Kleinadlige [[Simón Bernord]] als Anführer des radikalen Maiaufstands die Führung, rief die Republik aus und stellte ein Heer freiwilliger Bürger und Bauern des Umlandes auf, um die Stadt gegen das in der Nähe stehende Heer unter [[Carles de Vierna]] zu verteidigen. Dieser aber wagte in der Folge keinen Angriff, sondern übergab seine Truppen an den Herzog vom Sesin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herrschaft der Sieben und Aufstände 1721/22 ===&lt;br /&gt;
In Semess übernahm ein ''Rat der Sieben'' aus Bürgerlichen und Kleinadligen unter Führung Simón Bernords die Herrschaft. Er erklärte die Monarchie für beendet und das Volk zum Souverän, in dessen Namen der Rat zu handeln glaubte. Die Kammern der Stadt wurden nun mit Anhängern der Sieben besetzt und zu wesentlichen Vollzugsorganen erklärt. In der Folge weitete sich der Volksaufstands von Semess aus auf das gesamte Land aus. Im Mai und Juni bildeten sich auch in anderen Städten und teilweise auch auf dem Land radikale ''Räte'' und ''Abordnungen'', die sich teilweise den Sieben in Semess unterstellten, teilweise aber auch als eigenständiges Vollzugsorgan auftraten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit der Radikalisierung eines Teils des Volkes gegen den Adel und die Stände erreichte der Bürgerkrieg eine neue Wendung. Royalisten und Koalitionäre mussten sich nun gegen die ''Radikalen'' behaupten und verbündeten sich zu diesem Zweck. Mehrere Heere der Royalisten und Koalitionäre gingen in der Folge gegen die Aufständischen vor. Im Herbst kam es zur Belagerung von Semess, das im November 1721 eingenommen werden konnte. Bernord wurde auf der Flucht festgenommen und schließlich als Verräter angeklagt und hingerichtet. Die Aufstände der Radikalen sowie diverse Bauernaufstände zogen sich noch bis Mitte 1722 hin und konnten erst dann weitgehend beendet werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Philippkarlistenkrieg ===&lt;br /&gt;
Die Stände, die nun die Macht konsolidiert hatten, wählten im Januar 1722 einen ''Staatsrat'', der nun die Regierungsgeschäfte wahrnehmen sollte. [[José de Sesín]] wurde als Generalvikar der Stände zum Verweser der monarchischen Gewalt erklärt. Derweil machte sich die im Mai 1722 neu zusammengetretene Ständeversammlung daran, einen neuen König zu finden und Konditionen einer neuen Ordnung auf Grundlage der Codices Magna festzusetzen. Diese wurden im September 1722 für verbindlich erklärt. Da König Danadier und sein Bruder beide keine Söhne hinterlassen hatten, konzentrierte sich die Suche nach einem Monarchen vornehmlich auf die Töchter Danadiers Isabel und [[Maria I. Luise|María Luísa]]. Da der Herzog von Sesin selbst ein entfernter Verwandter der Könige aus dem [[Haus Sántori]] war, wurden auch ihm Ambitionen nachgesagt. Diese freilich endeten gewaltsam durch die Ermordung des Herzogs im Sommer 1722. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derweil war der Bürgerkrieg noch immer nicht beendet. Stattdessen erkannte [[Philipp Karl von Viça]], der Bruder der toten Könige [[Danadier II.]] und [[Peter II.]], die Codices Magna nicht an und pochte auf seine Thronrechte. Er ließ sich zum König ausrufen und wurde von Legitimisten unterstützt, die ihn mangels anderer männlicher Thronprätendenten als legitimen Erben der Krone betrachteten.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.43.117</name></author>
		
	</entry>
	<entry>
		<id>http://sagradien.michaelholzhauser.de/mediawiki/index.php?title=Liste_von_Kriegen&amp;diff=8887</id>
		<title>Liste von Kriegen</title>
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		<updated>2012-03-27T16:00:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: /* Frühe Neuzeit */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;=== Hochmittelalter === &lt;br /&gt;
* 946-961 [[Numererkriege]] [[Philipp I. der Große|Philipps des Großen]]&lt;br /&gt;
* 998-1002 [[Numererkriege]] [[Philipp II.|Philipps II. des Katholischen]]&lt;br /&gt;
* 1078 Erbfolgestreit zwischen [[Johann I. von Cliêce]] und [[Roderich der Lange|Roderich dem Langen]]&lt;br /&gt;
* 1091-1095 [[Erster Lusonidenkrieg]] zwischen der Krone und [[Martin der Kühne|Martin dem Kühnen]]&lt;br /&gt;
* 1096-1099 Teilnahme [[Johann II. der Löwe|Johanns des Löwen]] am Ersten Kreuzzug&lt;br /&gt;
* 1101-1112 [[Erster Peruzinischer Thronfolgekrieg]]&lt;br /&gt;
* 1125-1129 Bretonischer Krieg [[Anton I. der Starke|Antonios I.]]&lt;br /&gt;
* 1147-1149 Teilnahme [[Jakob der Kühne|Jakobs des Kühnen]] am Zweiten Kreuzzug&lt;br /&gt;
* 1150-1158 [[Zweiter Lusonidenkrieg]]&lt;br /&gt;
* 1162-1165 [[Golischer Krieg]] (= Erster [[Juvantische Kriege|Juvantischer Krieg]])&lt;br /&gt;
* 1170 Einnahme [[Tulis]]' durch [[Gabriel Juvans]]&lt;br /&gt;
* 1172-1184 [[Dritter Lusonidenkrieg]] (= Zweiter [[Juvantische Kriege|Juvantischer Krieg]])&lt;br /&gt;
* 1189-1192 Teilnahme [[Gabriel Juvans]]' am Dritten Kreuzzug&lt;br /&gt;
* 1208-1215 [[Südbundkriege]]&lt;br /&gt;
* 1233-1236 [[Krieg der Philippe]] zwischen [[Philipp IV. Hermes]] und [[Philipp von Vesaey]]&lt;br /&gt;
* 1249-1255 [[Zweiter Peruzinischer Thronfolgekrieg]] der Krone und des [[Haus Redanior|Hauses Redanior]] gegen [[Micolinien]] und [[Renart von Soria]] (1255 [[Schlacht bei Porinéi]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Spätmittelalter ===&lt;br /&gt;
* 1290-1313/23 Kriege gegen den Peruzinischen Bund/[[Peruzinische Kriege]]&lt;br /&gt;
* 1315 Erbfolgekrieg in [[Micolinien]] und [[Schlacht bei Luenas]]&lt;br /&gt;
* 1321 Erbfolgestreit und [[Schlacht von Alágua]] zwischen [[Sergi der Weise|Sergi dem Weisen]] und [[Danadier von Scola]]&lt;br /&gt;
* 1386-1390 [[Micolinischer Revolutionskrieg]]&lt;br /&gt;
* 1392-1396 [[Bürgerkrieg der zwei Herzöge]]&lt;br /&gt;
* 1386-1443 '''[[Fünfzigjähriger Krieg]]'''&lt;br /&gt;
** 1396-1423 Sagradisch-Micolinischer Krieg um Perucía, Golen und Scantia&lt;br /&gt;
** 1398-1418 Erster Tulinesisch-Micolinischer Krieg &lt;br /&gt;
** 1416-1423 [[Tulinesischer Bürgerkrieg]]&lt;br /&gt;
** 1420-1429 [[Servettinisch-Loneischer Krieg]]&lt;br /&gt;
** 1424-1440 Zweiter Tulinesisch-Micolinischer Krieg&lt;br /&gt;
** 1427-1443 Fortsetzung Sagradisch-Micolinischer Krieg um Perucía, Golen und Scantia&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frühe Neuzeit ===&lt;br /&gt;
* 1477-1506 '''[[Servettinische Kriege]]''' zwischen Sagradien und Micolinien im den Besitz der [[Servettinische Lande|Servettinischen Lande]]&lt;br /&gt;
** 1477-1479 [[Erster Servettinischer Krieg]] nach dem Tod [[Anton III. von Servette|Antons III.]]&lt;br /&gt;
** 1492-1499 [[Zweiter Servettinischer Krieg]] nach dem Tod [[Philipp von Saséia]]s&lt;br /&gt;
** 1503-1506 [[Dritter Servettinischer Krieg]] nach der Thronbesteigung [[Peter I.|Peters I.]] in Sagradien&lt;br /&gt;
* 1502-1509 [[Lilienkriege]] in Sagradien: Erbfolgeauseinandersetzung zwischen [[Peter I.]] und [[Catarina de Sántori]]&lt;br /&gt;
* 1521-1524 [[Portugiesischer Erbfolgekrieg 1521-1524]]: Gewinn Portugals für [[David I.]]&lt;br /&gt;
* 1552-1556 [[Josephitenaufstand]]  &lt;br /&gt;
* 1580-1583 [[Portugiesischer Erbfolgekrieg 1580-1583]]: Verlust Portugals an Philipp II. von Spanien&lt;br /&gt;
* 1620-1624 [[Ligrischer Krieg]]&lt;br /&gt;
* 1657-1669 [[Asumarischer Krieg]] zwischen [[Sagradien]] und [[Micolinien]]&lt;br /&gt;
* 1668/1669 Sagro-Spanischer Seekrieg&lt;br /&gt;
* 1701-1713 Spanischer Erbfolgekrieg&lt;br /&gt;
* 1708-1718 Sagradisch-Cuentesischer Krieg&lt;br /&gt;
* 1713-1723 '''[[Sagradischer Bürgerkrieg]]'''&lt;br /&gt;
** 1713-1718 [[Sagradischer Koalitionskrieg]]&lt;br /&gt;
** 1719-1721 Royalistenaufstände&lt;br /&gt;
** 1721/1722 Maiaufstand und Bauernaufstände, Krieg gegen die ''Radicales''&lt;br /&gt;
** 1722-1723 Krieg gegen die ''[[Philippkarlisten]]''&lt;br /&gt;
* 1737-1739 Servettinischer Thronfolgekrieg&lt;br /&gt;
* 1740-1748 Sagro-Französischer Krieg innerhalb des Österreichischen Erbfolgekriegs&lt;br /&gt;
* 1756-1760 [[Sagradischer Erbfolgekrieg]]&lt;br /&gt;
* 1779-1784 Anglo-Sagradischer Krieg als Teil des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.43.117</name></author>
		
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		<title>Geschichte Sagradiens</title>
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		<updated>2012-03-27T15:58:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: /* Von Johanna I. bis Gabriel V. */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte Sagradiens'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Altertum ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagrische Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
Die ersten Zeugnisse einer [[Sagrer|sagrischen]] Frühkultur stammen aus dem 14. Jahrhundert v.Chr.; die ersten indogermanischen Völkerwanderungsstämme aus Osteuropa ließen sich in [[Sagradien]] und [[Micolinien]] im 12. Jahrhundert v. Chr. nieder und vermischten sich rasch mit der Urbevölkerung. Den Römern waren diese Stämme später als 'Sagrer' (''Sagri'') bekannt, wobei grob zwischen süd- und mittelsagrsichen sowie asumarischen Stammesgruppen unterschieden werden kann. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. drangen keltische Stämme aus Gallien auf die Halbinsel vor und siedelten besonders im Norden und Nordosten der sagradischen Halbinsel. Dabei kam es auch oft zu Verschmelzungen mit einheimischen sagrischen Stämmen, sodass man häufig von einer ''[[Sagrokelten|sagrokeltischen]] Kultur'' spricht. Im Süden entwickelte sich eine ausgeprägte sagrische Kultur. Besonders der [[Blaumeerraum]] wurde zu einem Zentrum sagrischer Siedlungen mit den [[Piäer]]n (lat. Piaei) und [[Sisinen]] (lat. Sisini) als wichtigste Stämme an der östlichen und [[Mikoläer]]n (lat. Micolaei) als dominierende Stammesgruppe an der westlichen Blaumeerküste. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Eroberung Sagradiens durch die Römer und römische Herrschaft ===&lt;br /&gt;
Bereits Iulius Caesar eroberte in den gallischen Kriegen seit 59 v.Chr. Teile Nordostsagradiens, indem er zunächst die gallischen Stämme der [[Vikier]] und [[Amorier]] unterwarf. Im Jahr 54 v. Chr. riefen die [[Saloer]] Caesar zur Hilfe gegen die keltischen [[Cabeser]] und [[Noiarer]], die zu dieser Zeit nach Süden und Westen drängten und damit die Saloer bedrohten. Caesar nutzte die Gelegenheit, um den keltischen Norden der Halbinsel zu erobern und als Provincia [[Sagradia Citerior]] dem römischen Herrschaftsbereich einzugliedern. Zu dieser Zeit unterhielt Rom zu einigen sagrischen Stämmen, besonders zu den [[Aider]]n an der Südküste der Halbinsel freundschaftliche Verhältnisse und betrieb regen Handel mit ihnen. Unter Augustus wurde die Eroberung Sagradiens durch die Römer fortgesetzt. Nachdem zunächst die Streitigkeiten der sagrischen Stämme untereinander und mit den Sagrokelten, die den Römern weniger feindlich gegenüberstanden, weitergeführt worden waren, schlossen verschiedene sagrische Stämme ein Bündnis, welches aber auch die Invasion der römischen Legionen nicht aufhalten konnte. Augustus selbst eroberte im Jahr 25/24 v.Chr. ganz Sagradien, konsolidierte die Herrschaft im Gebiet bis zum [[Saidel|Fluvius Saidelius]] und [[Bordêu|Fluvius Bordeus]] und gründete die Provinz [[Sagradia Ulterior]]. Rom trennte damit erstmals die beiden Teile der Halbinsel in ein römisches Sagradien östlich von [[Blaumeer]] und [[Konsetten]] und ein Gebiet westlich dieser natürlichen Grenzen, das erst unter Kaiser Claudius im 43 als [[Provincia Micolina]] unter römische Herrschaft kam. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 18 v. Chr. trat der römische Statthalter beider Sagradien, Q. [[Valerius Tullianus Sagradianus]], mehrere Feldzüge gegen eine sagrische Allianz aus Aidern, Micoläern und Sisinen an, die mit der Eroberung Sagradiens endeten. Augustus teilte daraufhin im Jahr 14 v. Chr. die Sagradia Ulterior in eine kaiserliche Provincia [[Sisinia]] mit der Hauptstadt [[Tules|Tulisium]] (das heutige Tulis) und eine senatorische [[Provincia Duerensis]] mit der Hauptstadt [[Duerez|Colonia Duerensis]] (das heutige Duerez) am [[Duero|Fluvius Duerus]] auf. Ein letzter großer [[Sagreraufstand|sagrischer Aufstand]] unter dem aidischen Feldherrn [[Asilië]] endete für Rom verlustreich, konnte von Tullianus aber im Jahr 8 v. Chr. niedergeschlagen werden. Ihr Anführer Asilië wurde später als sagradischer Nationalheld verehrt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Kelten wurden sehr schnell assimiliert, aber auch die Sagrer nahmen nach den anfänglichen Widerständen  in den folgenden Jahrhunderten die Herrschaft und Kultur Roms an, sodass eine sagro-römische Mischkultur entstand. Mit den großen Städten [[Gerón|Geronia]], [[Noyar|Augusta Noiarorum]], [[Duerez|Colonia Duerensis]] und vor allem dem „sagrischen Rom“ [[Tulis|Tulisium]] entstanden neue Zentren der römischen Kultur in Sagradien. Aus dem auf der Halbinsel gesprochenen Vulgärlatein entwickelten sich allmählich die [[Sagradische Sprache|sagradischen Dialekte]] und die gesamte [[Sagroromanisch|sagroromanische Sprachgruppe]]. Nach der diokletianischen Verwaltungsreform wurden die drei Sagradien einer eigenen [[Dioecesis Sagradiae]] eingegliedert und die [[Provincia Geroniensis]] (seit 27 v. Chr. Name der Sagradia Citerior) in die Provinzen [[Ligria]], [[Sagradia Ostiniensis]] und [[Sagradia Noiarensis]] unterteilt.     &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Frühmittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfall der Germanen und Zerfall der römischen Herrschaft ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 5. Jahrhunderts drangen mit den [[Alkonen]] und [[Herkanden]] von der iberischen Halbinsel aus germanische Stämme auf das Gebiet des römischen Sagradiens vor und gründeten frühe Reiche, von denen das Alkonenreich im Süden zum ersten germanischen Staat in Sagradien wurde. Die Herkanden wurden wiederum zur Mitte des Jahrhunderts von den einfallenden [[Skanten]] nach Südmicolinien verdrängt, zwischen 450 und 480 folgten die [[Golen]], die sich an der Nordküste des Blaumeers ansiedelten. Die fast 500-jährige unumschränkte Herrschaft Roms auf der Halbinsel endete 462, als der letzte römische Statthalter in Tulis getötet wurde. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das große Reich der Skanten, die den gesamten Norden Sagradiens und Micoliniens besiedelten, zerfiel bald in kleinere Stammesgruppen. Als 476 der letzte weströmische Kaiser abdankte, erstreckte sich die germanische Herrschaft schon fast über ganz Sagradien. Die Stämme verschmolzen relativ rasch mit der romanischen Bevölkerung, wobei die Germanen nicht selten die Führungsschicht bildeten. Die lange Zeit florierenden Städte erlebten einen Niedergang und wurden zum Teil schwer verwüstet. Nachdem die arianischen Skanten bereits im im frühen 6. Jahrhundert die lateinisch-trinitarische Religion der romanischen Bevölkerungsmehrheit angenommen hatten, ließ sich mit dem Alkonenkönig [[Berrakred I.]] der letzte arianische Herrscher Sagradiens katholisch taufen. Auch die vulgärlateinische Sprache der Bevölkerung wurde bald von den germanischen Eliten in allen Reichsteilen angenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einfall der muslimischen Numerer in Alconía ===&lt;br /&gt;
In einem alkonischen Erbstreit zu Hilfe gerufen, fielen zur Mitte des 8. Jahrhunderts nach Christus im Süden Sagradiens muslimische Mauren aus Spanien ein, die in Sagradien den Namen [[Numerer]] erhielten. Diese konnten rasch das gesamte Gebiet der Alkonen erobern und besiegten 757 den letzten Alkonenkönig [[Rikkrik]] (Regrigo). Sie errichteten das zunächst vom Kalifat in Damaskus abhängige [[Emirat von Duerez]] (arabisch: Dohaz), das sein Herrschaftsgebiet im Laufe der folgenden Jahre bis kurz vor [[Tulis]] und [[Óstino]] ausbauen konnte und die verschiedenen alkonisch-romanischen Bevölkerungsgruppen aufnahm. Die muslimischen Numerer verhielten sich gegenüber der christlichen Bevölkerung weitgehend tolerant und verzichteten auf eine Zwangsislamisierung. Während der Herrschaftsjahre der arabischen Emire blühten im Süden Kultur und Handelswesen, wovon auch die christlichen Königreiche im Norden profitierten, die die Herrschaft nach kurzer Zeit der Kriege akzeptierten und rege Handelsbeziehungen mit den Numerern aufnahmen. Die Städte gewannen wieder an Bedeutung. Unter der Herrschaft der Numerer in Südsagradien wurden u.a. die Städte [[l'Artir|Al Hadir (L’Artir)]], [[Lemez|Al Hamaz (Lemez)]] und [[Nalcaz|Na Al Qaz (Nalcaz)]] gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Roderich der Große und der Aufstieg des Skantenreiches ===&lt;br /&gt;
Im Skantenreich konnte der Adlige [[Segila]] sich um 753 als [[König der Mittelskanten]] etablieren und die dortige [[Orsoniden]]dynastie beerben. Seinem seit 761 regierenden Sohn [[Roderich der Große|Roderich dem Großen]] gelang es 763 die streitenden Großen seines Reichs unter seiner Führung gegen die arabische Bedrohung zu vereinen. 763 besiegte sein Heer bei [[Tarravillas]] die anstürmenden Numerer, was zusammen mit dem Sieg Karl Martells bei Tours und Portiers als Ende der muslimischen Expansion in Westeuropa angesehen wird. Nach der Schlacht bei Tarravillas zerfiel die Allianz jedoch wieder. Die Reichsteile Scantias, seit Jahrzehnten bereits ohne gemeinsame Herrschaft, bekundeten wieder ihre Eigenständigkeit. In mehreren Kriegszügen gelang es Rodrigo jedoch, zunächst den mächtigen [[Lojandía|lohandischen]] und dann die [[Ligre (Landschaft)|ligrischen]] und [[Westligre|westligrischen]] Provinzfürsten zu besiegen und zentralskantische, lohandische und ligrische Reichsteile wieder unter seiner Herrschaft zu vereinen. Er schuf eine straffe Verwaltungsstruktur und führte Scantia dadurch zu einer kulturellen und politischen Blüte. In Kriegen gegen [[Golen]], [[Bretonen]] und [[Herkanden]] sowie gegen die zurückweichenden [[Numerer]] eroberte er neue Gebiete für das Skantenreich. Bei seinem Tod 797 erstreckte sich das Reich Roderichs auf beiden Seiten des [[Ligrisches Meer|Ligrischen Meers]] von [[Albero]] bis in die [[Bretagne]] und von [[Perin]] bis an die sagradische und micolinische Nordküste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krise des Skantenreichs und Gründung des Königreichs Sarmay ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Roderichs des Großen zerfiel dessen Reich wieder unter den Söhnen Roderichs. Der [[Vertrag von Disiés]] bewirkte 799 die Teilung Scantias. Der älteste Sohn [[Barungar]] erhielt den Westen des Reichs mit dem gesamten Norden Micoliniens, Teilen [[Litien]]s und Gebieten nördlich und sülich des [[Ligre]], sein jüngerer Bruder [[Albreth der Kluge]] den Osten mit [[Lojandía]], der [[Mesa]] und den [[Amoria|amorischen]] Grenzgebieten, jedoch konnte er das umstrittene [[Mittelskanten|Zentralscantia]] zwischen Ligre und [[Konsetten]] weitgehend unter seine Herrschaft bringen. Der jüngste Sohn [[Ferrigo]] erhob 808 ebenfalls Anspruch auf die Königswürde, was zum Bruderkrieg führte. Im [[Vertrag von Torell]] 812 einigte man sich auf eine Dreiteilung aufkosten Albreths, der die südlichen Teile seines Gebiets an Ferrigo abgeben musste. Die Thronstreitigkeiten im Skantenreich schufen an der numerisch-skantischen Grenze zu einem Machtvakuum, in das der Provinzfürst [[Dián von Sarmay]] stieß, der im Kampf gegen die Numerer mehrere angrenzende Gebiete erobern und sich vom Skantenreich weitgehend unabhängig machen konnte. Nach dem Tod Ferrigos nahm Dián von Sarmay 818 den Königstitel an und übernahm die Kontrolle über die südlichen Reichsgebiete, namentlich [[Sagonte]], Teile [[Sesín]]s, [[Croer]] und [[Óstino]]. Auch die als Markgrafschaften eingerichteten [[Asumarische Grafschaften|Gebiete am Blaumeer]] konnten bald eine erhebliche Eigenständigkeit vom Skantenreich erhalten. Die sich seit dem späten 8. Jahrhundert ständig wiederholenden Angriffe norwegischer Wikinger auf das sagradische und nordmicolinische Festland schwächte die Skanten zunehmend. Mit der Gründung eines eigenen nordischen Reichs an der Nordküste Micoliniens, dem sogenannten [[Perutinger]]reich, wurden die Skanten weitgehend aus Nordmicolinien verdrängt. Nach dem Tod König Barungars 825 trat Albreth der Kluge die Alleinherrschaft im Rest des Skantenreichs an und beendete vorerst die Zeit der inneren Schwäche, jedoch konnte er [[Königreich Sarmay|Sarmay]] und [[Königreich Perucía|Perucía]] nicht zurückerobern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aerich der Große und der Beginn der ''sagradischen Reconquista'' ===&lt;br /&gt;
Bereits seit Beginn des 9. Jahrhunderts machten sich im westlichen Teil des Numererreichs Auflösungserscheinungen breit. Die alkonischen Eliten beugten sich nur ungern unter die arabische Herrschaft und bereiteten der Zentralmacht Duerez' mit mehreren Rebellionen große Schwierigkeiten. 852 machte sich der westalkonische Fürst [[Berrigo von Liez und Corar|Berrigo]] zum [[Königreich Liez-Corar|Dux Alconum]] und sagte sich von der muslimischen Oberhoheit des Emirats von Duerez los. In mehreren Kriegen konnte er seine Herrschaft konsolidieren, doch zerfiel sie wieder unter seinen streitenden Söhnen [[Aerich der Große|Arrigo]] und [[Regrigo von Liez und Corar|Regrigo]]. Nachdem sich Arrigo 859 durchgesetzt hatte, nahm er die Kriege seines Vaters wieder auf und eroberte [[Oller]] und [[Sur Pinia|Südpin]]. Danach wandte er sich gegen Sarmay und eroberte Teile Sesíns. 877 erreichte er die Auslieferung der Alkonenkrone durch die Numerer, 878 wurde sein Reich endgültig auch von Sarmay anerkannt. Jedoch zerfiel es nach seinem Tod 882 wieder unter seinen Söhnen [[Arrigo II. von Liez und Corar|Arrigo II.]] und [[Fildrigo von Liez und Corar|Fildrigo]], Südsesín musste wieder an Sarmay abgegeben werden. Erst [[Arrigo III. von Liez und Corar|Arrigo III.]] (898-915) erreichte wieder ein vergleichbar machtvolles Königtum wie Arrigo der Große. Er konnte von den zahlreichen Teilungen und Thronstreitigkeiten in Sarmay profitieren, indem er Einfluss auf die mächtigen Provinzfürsten im Sarmayenreich ausübte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Martin der Eroberer und die Gründung des Reiches ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod [[Dián III. von Sarmay|Dians III. von Sarmay]] im Jahr 878 kam es zu Thronstreitigkeiten im Königreich Sarmay zwischen dessen Söhnen [[Docién von Sarmay|Docién]] und [[Armondo I. von Sarmay|Armondo]], die 882 zugunsten einer Reichsteilung entschieden wurden. Die permanente Schwäche Sarmays suchten sowohl Skanten als auch Alkonen in der Folgezeit für sich auszunutzen. Mit der Übernahme der skantischen Alleinherrschaft 897 begann [[Martin I. der Eroberer|Martin I. von Scantia]] (König seit 892) eine aggressive Machtpolitik. Er verheiratete seinen Sohn [[Philipp der Große|Philipp]] mit seiner Nichte, Prinzessin [[Lara von Liez]], der Tochter König [[Arrigo III. von Liez und Corar|Arrigos III.]] Nachdem dieser 912 gestorben war, ohne einen männlichen Thronfolger zu hinterlassen, erhob Martin I. als Schwiegervater der ältesten Tochter Arrigos Anspruch auf den alkonischen Thron. Gleichzeitig übernahm ein Neffe Arrigos III. als [[Arrigo IV. von Liez und Corar|Arrigo IV.]] die Herrschaft im christlichen Süden. Martin entschloss sich daraufhin zu einem Feldzug nach Süden. Das 907 unter [[Armondo II. von Sarmay|Armondo II.]] wiedervereinigte Sarmaienreich, wurde 915 geschlagen und musste die Oberherrschaft Martins anerkennen ([[Vertrag von Tantallas]]). Mit sarmayischen Truppen führte dieser seine Eroberungskriege seit 916 gegen den alconischen König Arrigo IV. fort. Martin nannte sich nun „Rex Sagradiae“ und besiegte 922 in der [[Schlacht von Pergía]] auch endgültig Arrigo IV. Im [[Vertrag von Vesaey]] 923 mussten Sarmay und Arrigo IV. offiziell die Herrschaft Martins des Eroberers über den gesamten christlich beherrschten Teil der sagradischen Halbinsel anerkennen. Damit gilt er als erster [[Königreich Sagradien|König des gesamten christlichen Sagradiens]], auch wenn der Südosten noch immer in arabischer Hand blieb. Martin ernannte 930 seinen Sohn Philipp zum Mitherrscher, um seine Dynastie zu konsolidieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Hochmittelalter ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Philipp der Große und die Zeit der Konsolidierung ===&lt;br /&gt;
Bereits vor dem Tod Martins I. kam es zu neuen Kriegen in Sagradien. Martins Sohn und Nachfolger [[Philipp I. der Große]] (933-969) konnte sich erst nach mehreren Kriegen wieder die Macht über ganz Sagradien sichern. Nach der [[Schlacht von Tantallas]] 938 war Philipp wieder allgemein anerkannt. 939 wurde Philipp im [[Noyarenser Dom]] zum König von Sagradien gesalbt. 942 erließ Philipp mit dem [[Codex Magnus]] ein einheitliches Recht für seinen gesamten Herrschaftsbereich. Im Innern baute Filipe die Infrastruktur aus, setzte die Erbmonarchie in der männlichen Linie durch, um zukünftige Erbteilungen zu verhindern, förderte Kunst, Wissenschaft und Literatur sowie den Bau von Königspfalzen, Klöstern und Kirchen und stärkte die Macht des Königs im Laufe seiner Regierungszeit noch mehr. Nach Außen setzte er die Eroberungskriege seines Vaters fort und zerschlug das Emirat von Duerez, übrig blieb nur das kleine numerische [[Königreich Malesc]]. Zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 969 überließ er seinem Sohn und Nachfolger [[Albreth IV.]] dem Barmherzigen (969-980) eine gesicherte Königsherrschaft. Im 10. Jahrhundert entwickelte sich auch die Region zwischen [[Pin]] und [[Lieno]] zum Zentrum des Reiches. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausbau der Zentralmacht und Kämpfe um die Krone ===&lt;br /&gt;
Albreth IV., der sich besonders als Städtegründer (u.a. von [[Semess]]) hervortat, nahm die Grenzkriege seines Vorgängers gegen [[Perutinger]] und [[Golen]] wieder auf und konnte die Bretonen 971 endgültig befrieden. Im Innern aber zeigte er sich nicht in der Lage, die aufstrebende Macht der Herzöge einzudämmern, die nach Albreths Tod auch die Erbthronfolge anfochten. [[Martin II.]] der Gute (980-994), Bruder Albreths, musste nach Kämpfen gegen [[Arrigo von Bordez]] 984 den Reichsherzögen erweiterte Rechte zugestehen, band diese jedoch durch geschickte Heiratspolitik ans Reich. In der [[Bulle von Malesc]] setzte er 992 eine lehensrechtliche Bindung der Untervasallen an den König durch und verminderte dadurch die Chance der Herzöge zu bewaffneten Aufständen gegen die Zentralgewalt. [[Philipp II. der Katholische]] (996-1019) erreichte 999 mit der Eroberung von Malesc den Abschluss der [[Numererkriege]], die später auch als ''sagradische Reconquista'' bezeichnet wurden. Unter seinen Nachfolgern [[Philipp III.]] (1019-1042) und [[Roderich III.]] dem Kurzen (1042-1069) begann der rasche Machtverfall der skantischen Könige im sagradischen Regnum und der Adel wurde zunehmend stärker. Während sich Filipe III. und Rodrigo III. immer wieder mit den Machtansprüchen [[Don Joán]]s, des Bruders Filipes III., (1026-1029 Gegenkönig Filipes, 1042-1048 Regentschaft für Rodrigo, Ermordung Rodrigos 1069, 1069-1071 Kanzler [[Martin III.|Martins III.]]) auseinandersetzen mussten, wurde dieser 1072 von seinem Neffen, König [[Martin III.]] dem Frommen (1069-1078), hingerichtet. Martin tat sich besonders als Förderer des Klostertums hervor und verbrachte große Zeit in den Klöstern [[Martinez]], [[Meném]] und [[Casterley]] (daher auch der Spitzname „Mönch mit Krone“). Die Regierungsgeschäfte überließ er weitgehend den Erzbischöfen [[António de Martinez]] und [[Carles von Noyar]]. Im [[Edikt von Meném]] von 1075 wurden die letzten Moslems christianisiert oder gewaltsam aus dem Land vertrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradien unter den ersten Diannidenkönigen ===&lt;br /&gt;
Im Kampf um die Nachfolge Martins III. kam es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen, in denen sich [[Johann I. von Cliêce]] (1078-1094), [[Herzog von Alconía]] und Schwager Martins III., mithilfe der Kirche gegen [[Rodrigo I. Herzog von Scantia|Rodrigo I. dem Langen von Scantia]], den mächtigsten der Vasallen, durchsetzen konnte. Der Dualismus zwischen dem neuen Königshaus der [[Dianniden]] und den skantischen Herzögen aus dem Geschlecht der [[Lusoniden]] sollte sich aber noch lange hinziehen. Johann unterstützte zunächst im Investiturstreit Papst Gregor gegen den deutschen Kaiser Heinrich IV. und erneuerte die Schutzverträge mit dem Kirchenstaat, fiel später jedoch selbst in Streit mit dem Reformpapsttum und stand seit 1091 unter Kirchenbann. Herzog [[Martin der Kühne von Scantia]] nutzte dies, um wiederum einen Krieg gegen Johann zu beginnen, in dem Johann 1094 ermordet wurde. Sein Sohn und legitimer Nachfolger [[Johann II.]] der Löwe (1094-1121) musste den Krieg gegen Martin den Kühnen von Scantia fortführen. Nach Johanns Sieg 1095 wurde Martin festgenommen. Johann II. nahm 1096-1099 auf dem Ersten Kreuzzug teil und versöhnte sich dadurch wieder mit Rom. Martin von Scantia aber nutzte die Gelegenheit, um sich zu befreien und die Herrschaft an sich zu reißen. Als Johann 1100 zurückkehrte, kam es zur zwischenzeitlichen Versöhnung zwischen Martin dem Kühnen und König Johann II. Martin kehrte nach Scantia zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des letzten peruzinischen Königs [[Jouan I. von Perucía|Jouan dem Kurzen]], der nur eine Tochter zurückließ, erhob Martin der Kühne für seine dritte Frau [[Berta von Perucía]] Anspruch auf die Krone des nordmicolinischen Reiches. Dafür startete er eigenmächtig einen Feldzug nach Perucía und ließ sich 1101 in [[Alessa]] zum König ausrufen. Mit dem [[Erster Peruzinischer Erbfolgekrieg|Ersten peruzinischen Erbfolgekrieg]] 1101-1112 begründete Martin der Kühne das mächtige [[Lusonidenreich|lusonidische Reich]] um die Krone Perucías und die Ländereien der skantischen Herzöge in Sagradien. Dennoch half Johanns große Reichsreform von 1102, die Macht der Herzöge einzudämmen. Sein Sohn [[Antonio I.]] der Starke (1121-1132) musste seine Herrschaft gegen keine Gegenkönige mehr sichern und konnte das Diannidenkönigtum behaupten und sichern, führte allerdings mehrere erfolglose Kriege mit Frankreich um die Erweiterung der sagradischen Besitzungen in der Bretagne. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lusonidenkriege und Eroberung Golens und Perucías  ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Antonios I., der ohne männlichen Erben blieb, wurde sein Schwiegersohn [[Jakob I.|Jakob von Sacâu]] (Jakob I. der Kühne, 1132-1165) König, der die Kriege gegen die Lusoniden wieder aufnehmen musste. Es gelang ihm aber nicht, die Macht der Skanten zu brechen. Nach dem Tod [[Armont III. von Golen|Armonts III. von Golen]] erhob Jakob als Schwiegervater einer Tochter Armonts Anspruch auf die Krone, ebenso wie der micolinische König, was zum Krieg beider Mächte um Golen führte, in dem Jakob 1165 fiel, den sein Sohn [[Gabriel I. Juvans]] (1165-1198) aber erfolgreich zuende führen konnte und daraufhin als erster König Golen mit Sagradien vereinigte. Gabriel Juvans gelang danach ein Durchbruch im Machtkampf mit den Lusonidenherrschern, die Gabriels Oberherrschaft in Sagradien anerkennen und den Großteil ihrer Besitzungen in Sagradien inklusive des Herzogtums Scantia abtreten mussten. Gabriel, seineszeichens ein großer Förderer von Kunst und Kultur, baute zudem das Kirchensystem aus, stärkte die Königsgewalt und nahm am Dritten Kreuzzug teil. Er gilt als bedeutendster sagradischer König des Hochmittelalters und wurde 1537 heilig gesprochen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Gabriel II.]] (1201-1220) führte Krieg gegen den abtrünnigen [[Südbund]] (Liez, Corar, Sur Pinia) und zwang ihn unter die Krone. Unter [[Philipp IV. Hermes]] (1233-1261) endete nach dem Tod [[Martin Posthumus]]’ 1249 die Herrschaft der Lusoniden in Perucía und [[Philipp der Schweigsame]] von Redanior setzte sich mithilfe des sagradischen Königs gegen den unehelichen Sohn Martins, [[Renart von Soria]] durch, der in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 vernichtend geschlagen wurde. Philipp von Redanior wurde König von Perucía und erkannte die Oberherrschaft Sagradiens über sein Territorium an. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im Spätmittelalter ==&lt;br /&gt;
=== Redanior-Königtum und Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Nach dem frühen Tod König [[Philipp V.|Philipps V. des Klugen]] (1261-1264), der 1263 erstmals die Stände einberief, um seine Nachfolge zu regeln, gelangte mit seinem zwölfjährigen Neffen König [[Martin IV. Felix]] (1264-1289) das [[Haus Redanior]] auf den sagradischen Thron, der 1275 die Herrschaft über Perucía mit der sagradischen Krone vereinte. Seine Nachfolger [[Robert I.]] (1289-1292) und [[Philipp VI.]] der Gerechte (1292-1301) mussten 1290-1313 [[Peruzinische Aufstände|Aufstände der Peruzinischen Stände]] niederschlagen, die sich im [[Bund von Alessa]] gegen die sagradische Herrschaft vereint hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit [[Sergius I.|Serge I.]] von Gerón bestieg das Haus Redanior 1315 in einer jüngeren Linie den micolinischen Thron, während in Sagradien seit 1301 Serges Onkel [[Jakob II.]] (1301-1320) herrschte, der 1301 seinen Neffen [[Martin V.]] den Wahnsinnigen (1301) entmachtet hatte. Als dieser 1320 jedoch starb, wurde Serge I. von Micolinien nächster Anwärter auf den Thron. Gegen den in Micolinien weilenden Monarchen usurpierte in Sagradien jedoch [[Danadier I.]] (1320-1321) von Scola den Thron und ließ sich von den Ständen anerkennen, die eine Union mit Micolinien fürchteten. Als Serge im Jahr 1321 in Sagradien einfiel, um seinen legitimen Thronanspruch durchzusetzen, besiegte und tötete er jedoch Danadier in der [[Schlacht bei Alágua]] und bestieg als Sergius I. (1321-1354, der Große) selbst den Thron. Er vereinte damit als erster König die micolinische und die sagradische Krone unter seiner Herrschaft und beendete die seit Jahrhunderten herrschenden Kriege ([[Pax Sergiana]]). Innenpolitisch gelang es ihm die Macht des Herrschers in beiden Reichsteilen zu stärken und die Doppelmonarchie zu einer wirtschaftlichen und politischen Hochblüte zu bringen. Er führte in beiden Teilreichen zentrale Rechnungshöfe ein, erhöhte die Steuern und zog das Vermögen des mächtigen, 1345 verbotenen [[Fallenserordens]] in Südmicolinien ein. Ihm folgten [[Sergius II.]] (1354-1378) und [[Gabriel IV.]] (1378-1395) nach, welcher 1386/1387 in einem [[Micolinische Revolution|Aufstand]] gegen seine sagrophile Herrschaft die micolinische Krone an [[Charl de Interea]] verlor und ohne Erben blieb.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fünfzigjähriger Krieg ===&lt;br /&gt;
Bereits vor dem Tod Gabriels kam es zwischen den potenziellen Thronfolgern [[Michael I.|Miguel de Vesaey]] und [[Joseph I.|José de Óstino]] zum „[[Krieg der Herzöge]]“, aus dem mit micolinischer Unterstützung ([[Vertrag von Nantés]]) José de Óstino als Sieger hervorging, der nach Gabriels Tod 1395 als Joseph III. (1395-1396) den Thron bestieg. Er wurde allerdings bereits 1396 von seinem Gegenkönig Michael I. de Vesaey (1396-1421) bei [[Xenópolis]] besiegt und ins [[Kloster Martiniac]] verbannt, woraufhin [[Charl VI. von Micolinien]] in Perucía einfiel und den [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieg]] zwischen Sagradien und Micolinien auslöste, in dem er bald selbst als Schwager Josés Anspruch auf den sagradischen Thron erhob und dabei auf die Bulle von Servette und die darin festgelegte Unteilbarkeit des Reiches verwies. In dem ein halbes Jahrhundert andauernden Krieg kämpften seit 1398 die unabhängige [[Tulinesische Republik]] sowie zeitweise auch [[Servettinische Lande|Servette]] auf sagradischer Seite, während sich Micolinien mit den Häusern [[Haus Óstino|Ostino]] und [[Haus Esqués|Esqués]] verbündete. Nach anfänglichen schweren Niederlagen Sagradiens (Abfall [[Álbero]]s und [[Montana]]s 1409, offener Aufstand in [[Westligre]] 1417, Belagerung [[Gerón]]s 1420) übernahm 1420 der königliche Prinz [[Don António]], zweiter Sohn Miguels I., den Oberbefehl über die sagradischen Heere. Nach dem Tod Miguels I. in der [[Schlacht von Valés]] konnte Don António Siege bei Gerón, [[San Cristo]] und [[Alágua]] feiern und dadurch einen micolinischen Sieg vereiteln. Er starb 1424 an einer Lungenentzündung. König [[Michael II.]] (1421-1457) gelang es mit der Unterstützung tulinesischer Truppen unter [[Luis Ricardes von Santori]] und besonders mithilfe der tulinesischen Flotte unter Conte [[David von Santori]], Micolinien empfindliche Niederlagen zuzusetzen. So schlug er in einer sagradischen Offensive seit 1427 das micolinische Heer bei [[Cania]] und konnte 1431 die Stadt [[Bosa]] erfolgreich verteidigen. Nach dem endgültigen Abfall [[Conte]]s im Jahr 1432 konnten beide Seiten keine entscheidenden Siege mehr verbuchen, sodass die Kämpfe 1439 weitgehend eingestellt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im 15. bis 17. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstieg zur Großmacht ===&lt;br /&gt;
Nach dem Friedensschluss zwischen Micolinien und Sagradien im [[Friede von Tesqué|Frieden von Tesqué 1443]], in welchem die endgültige Trennung beider Kronen vorgeschrieben und die Grenzen vereinbart wurden, die in groben Zügen bis heute gültig sind (so genannte ‚[[Medéolinie]]’), hinterließ Miguel II. eine gefestigte Krone, wobei sich der Verlust des ständigen Unruheherds Perucías an Micolinien langfristig als Stärkung der königlichen Macht erwies. Mit dem Tod Miguels II. 1457 starb das [[Haus Vesaey]] aus und die Königskrone fiel an das tulinesische Regentenhaus [[Santori]]. Für den bei Amtsantritt erst acht-jährigen Thronfolger [[Jakob III.]] (1457-1491), Enkel von Miguel I., herrschte bis 1468 sein Vater [[David de Santori]], Herzog von Óstino. Danach baute der Kunstliebhaber Santiago die Hausmacht der Santori aus und verknüpfte die Stärke Sagradiens eng mit der der Santori. 1475 eroberte er das abtrünnige Tulis und verleibte die Republik dem Königreich ein. In drei [[Servettinische Kriege|Kriegen gegen Micolinien]] (1477-1479, 1492-1497, 1505/06), konnte sich Sagradien das [[Servettinische Lande|Servettinische Erbe]] in Südmicolinien sichern und etablierte so seine Herrschaft auf der micolinischen Halbinsel. Außerdem wurde das seit 1494 micolinisch besetzte [[Golen]] bis 1499 zurückerobert und als sagradisches Kronland verteidigt. Diese Entwicklung des Machtgewinns nahm unter König [[Jakob IV.]] (1491-1502) ihren weiteren Lauf. Thronfolgeauseinandersetzungen innerhalb des Hauses Santori, die 1502 zwischen [[Peter I.]] (1502-1509) und seiner Nichte [[Catarina de Sántori]] zur gewaltsamen Eskalation führten ([[Lilienkriege]]), wurden 1509 mit dem Regierungsantritt [[David I.|Davids I.]] (1509-1543) beigelegt, der zum wichtigsten Monarchen Sagradiens im 16. Jahrhundert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Renaissancekönigtum und Weltmachtpolitik ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 16. Jahrhunderts war Sagradien zur europäischen Großmacht aufgestiegen und das Königshaus Santori verfügte als Resultat geschickter Heiratspolitik über Herrschaftsgebiete in Micolinien, den Niederlanden und in Norditalien. Die Besitzungen in Flandern musste David I. 1519-1524 gegen die Habsburger verteidigen, ebenso wie das portugiesische Erbe, das ihm nach dem Tod Manuels I. 1521 durch die Ehe mit dessen Tochter [[Luísa von Portugal]] zufiel ([[Sagradisch-Portugiesische Union]]). Nach dem Sieg über die Habsburger vereinte David als erster und einziger Monarch die Kronen von Sagradien und Portugal und herrschte über ein Weltreich mit hegemonialem Anspruch in Europa. Zu den portugiesischen Kolonialbesitzungen kamen neue unter sagradischer Flagge eroberte Gebiete in Übersee, vor allem in Afrika und Amerika, die den Entdeckungen der Seefahrer [[Santo Aziz]], [[Nuno Guavo]], [[Selle Inoza]], [[Carles Diaz]] und [[Joán Caballes]] (eigentlich Giovanni Caballi) zu verdanken waren und die teilweise auf dem von tulinesischen Seefahrern bereits im 15. Jahrhundert gegründete Handelsnetz mit Afrika aufbauten. Während in Afrika und Asien vor allem Handelsstützpunkte gegründet wurden, errichtete Sagradien in Nord- und Südamerika als Flächenkolonien die Vizekönigreiche [[Nova Sagradia]] und [[Guiana]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben förderte David Kunst, Kultur, Handel und Wissenschaft. Nachdem bereits Jakob III. italienische Künstler und Gelehrte an seinen Hof geholt hatte, wurde Tulis unter David I. zum Hauptknotenpunkt der westeuropäischen Renaissancekultur, er war Mäzen der beiden großen Künstler [[Don Cabal]] und [[Antonio Volero]] in Tulis. Unter David I. erreichte Sagradien die vielleicht größte politische und kulturelle Blüte seiner Geschichte und das so genannte „[[Goldene Jahrhundert]]“ der sagradischen Geschichte brach an, das bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts andauern sollte und wegweisende Werke der Malerei, Bildhauerei, Architektur und Literatur hervorbringen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von Johanna I. bis Gabriel V. ===&lt;br /&gt;
Der Tod Davids I. 1543 führte zur Teilung des Weltreichs zwischen Davids Tochter [[Johanna I.]] (1543-1575) und ihrem Mann [[Michael III.]] (1543-1552) von Valier einerseits und Davids Bruder [[Johann III. von Portugal|Johann dem Frommen]] andererseits. Johanna und Michael erhielten das Königreich Sagradien, das Comitat Tulis und die Servettinischen Lande, Johann erbte Portugal und das zugehörige Kolonialreich. Die Santori teilten sich damit wieder in zwei Familienzweige. Unter Johanna I. wurde das mittelsagradische [[Semess]] zur dauerhaften Königsresidenz und zur Hauptstadt des Landes ausgebaut. Der 1552 in Tulis ausgebrochene [[Josephitenaufstand]] gegen die Union mit Sagradien wurde 1556 endgültig niedergeschlagen. Das Aussterben der portugiesischen Linie des Hauses im Jahr 1578 führte 1580 schließlich zum [[Portugiesischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem die Santori Portugal an die spanischen Habsburger verloren. Dennoch konnte Sagradien seine Hegemonie über die Konsettenhalbinsel aufrechterhalten. Das Kolonialreich in Übersee wurde überdies weiter ausgebaut und erreichte im frühen 17. Jahrhundert eine Blütephase.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Reformation führte nur in Teilen Sagradiens, vornehmlich im Nordosten zu Resonanz und in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts zu einer Reihe von religiösen Konflikten. Nachdem Königin Johanna und - unter dem Einfluss seiner protestantisch erzogenen Frau [[Luise von Bourbon]] - ihr Sohn und Nachfolger [[Philipp VII. Jakob]] (1575-1591) eine auf religiöse Toleranz zielende Politik betrieben und damit starke Konflikte mit der ultrakatholischen Partei provoziert hatten, setzte der seit den 1580er Jahren amtierende leitende Minister [[Joá María de Belavís]] die Gegenreformation in Sagradien zu einem Erfolg. König [[Gabriel V.]] (1591-1640), der einen prächtigen Hof hielt und als großer Förderer der Künste galt, setzte nach dem Tode Belavis’ 1602 dessen Zentralisierungs- und Machtpolitik im Inneren fort und restaurierte zudem durch geschickte Haushalts- und Wirtschaftspolitik (Ansätze eines merkantilistischen Wirtschaftssystems) die durch königliche Repräsentation und die Protestantenverfolgungen angeschlagenen Staatsfinanzen. Im [[Ligrischer Krieg|Ligrischen Krieg]] 1620-1624 gegen den Nachbarn [[Micolinien]] erreichte Sagradien eine Bestätigung seiner Besitztümer auf der micolinischen Halbinsel. Mit Gabriels Tod 1640 endete in Sagradien das „[[Sêcolo d’Oro]]“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Krise des Weltreichs ===&lt;br /&gt;
Die elfjährige Regierungszeit [[Gabriel VI.|Gabriels VI.]] (1640-1651), die von Hofintrigen und Fremdeinflüssen geprägt war (u.a. durch seine Tante [[Ana Maria de Santori-Valier]], die Regentin Micoliniens, später von verschiedenen Mätressen wie [[Antonia de Casterley]] oder [[Francisca de Simónez]]) gilt als Wendepunkt in der sagradischen Geschichte. Sagradiens unglückliche Intervention im Dreißigjährigen Krieg und der für Sagradien enttäuschende Westfälische Frieden von 1648, markieren den relativen Abstieg und den Anfang vom Ende der sagradischen Großmachtstellung in Europa. Es folgten wechselnde außenpolitische Erfolge und Misserfolge. Zwar konnte der Besitz Golens im [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Krieg]] von 1657-1669 gegen Micolinien gesichert werden, die Unterstützung Ludwigs XIV. bei dessen Krieg gegen Holland und der zeitgleich geführte [[Spanisch-Sagradischer Seekrieg|Spanisch-Sagradische Seekrieg]] führten zu einer Schwächung Sagradiens und zu einem Verlust mehrerer Kolonien in Übersee. Auch die Beteiligung am Pfälzischen Erbfolgekrieg, in dem Sagradien nun gegen Ludwig XIV. kämpfte, brachte nicht die erwünschten Erfolge, welche die Großmachtstellung Sagradiens wiederhergestellt hätten. Innenpolitisch vermochte es [[Gabriel VII.]] (1654-1698) jedoch mit Hilfe seines Ersten Ministers [[Kardinal Bernabêu]] die Macht des Königs zu stärken, auch wenn er den Einfluss der Stände nicht gänzlich zurückdrängen konnte. Obgleich die Macht der sagradischen Krone im Innern unter Gabriel VII. nochmals einen Höhepunkt erlebte, legte v.a. die ausschweifende Repräsentationspolitik und die kostspielige Hofhaltung des Königs im neu erbauten Schloss Bernabêu, die nach dem Ableben jenes besonnenen Staatsmannes und Kardinals keinerlei Eindämmung mehr fand, die Grundsteine für den Staatsbankrott und die sich daraus ergebende Krise des frühen 18. Jahrhunderts. Auch barg das gesteigerte Machstreben der Santori-Valier-Dynastie des späten 17. Jahrhunderts den Grundstein für die harten Auseinandersetzungen mit den Ständen um die Rolle von Krone, Adel und Stände im sagradischen Gemeinwesen, die unter seinen Nachfolgern zum Krieg führen sollten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im 18. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufstände und Bürgerkrieg ===&lt;br /&gt;
Trotz des offensichtlichen Geldmangels und der zerrütteten Haushaltslage verstärkte der absolutistisch gesinnte König [[Danadier II.]] (1698-1721), spöttisch der ‚Schattenkönig’ genannt in Anlehnung an sein großes Vorbild Ludwig XIV. von Frankreich, die höfische Repräsentation noch mehr und provozierte die Gegnerschaft sowohl des aus zahlreichen Machtpositionen gedrängten Adels als auch des Volkes. Er versuchte, die aufkeimende Opposition im Hochadel durch eine autokratische Führung zu unterdrücken. Seit 1701 unterstützte der König zudem gegen den Willen der Stände Frankreich im Spanischen Erbfolgekrieg und belastete dadurch die Finanzen noch mehr. Die finanziellen und sozialen Missstände führten seit 1708 zu einer ernsten politischen Krise und zu zwei größeren Aufständen ([[Aufstand von 1708|1708]] und [[Aufstand von 1711|1711]]), die blutig niedergeschlagen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Auflösung der [[Generalstände|Ständeversammlung]], die dem König weitere Kriegskredite verweigert hatte, sowie die für Sagradien problematischen Friedensschlüsse von Cresq 1712 und von Utrecht 1713, in denen Sagradien die Provinz Westligre an Micolinien und die Hafenstadt [[La Cripón]] sowie die Insel [[Cereza]] an Großbritannien abtreten musste, führten schließlich 1713 zum Ausbruch des [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkriegs]] (Sagradischer Koalitionskrieg), in dem eine Adelskoalition ([[Coalicionarioes]]) unter Führung der Herzöge von [[Sesín]] und [[Alconía]] mit Unterstützung des [[König von Cuentez|Königs von Cuentez]] gegen die königlichen Truppen und die kronloyalen Adelshäuser ([[Reales]]) kämpfte. Die Gefangennahme Danadiers II. 1718 führten nur zu einem vorläufigen Ende der Kampfhandlungen, diese wurden vielmehr 1719-21 in Form von royalistischen Aufständen fortgeführt. Außerdem versuchte Sagradien im [[Ligrischer Krieg 1719-1722|Kontischen Krieg]] von 1719/20 vergeblich, das zuvor von Micolinien besetzte Südkont zurückzuerobern. Der [[Friede von Guillard]] 1720 beendete schließlich die Kampfhandlungen und bedeutete den Verlust Südkonts an Micolinien, während der Großteil Lukiens jedoch gehalten werden konnte. Die soziale Notlage und die ständigen Unruhen führten zu einer hohen Verunsicherung der Bevölkerung. Nach dem Tod Danadiers 1721 folgte ihm sein Bruder [[Peter II.]] (Februar-Mai 1721) auf den Thron, der jedoch im [[Mai-Aufstand 1721]] von aufgebrachten Bürgern ermordet wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Erste Republik ===&lt;br /&gt;
Infolge der Ereignisse vom 23. Mai riefen bürgerliche Radikale in Semess die Republik aus und ein [[Rat der Sieben]] unter [[Simón Bernord]] übernahm die Macht in der Haupstadt. Damit begann ein zweijähriges republikanisches Intermezzo, das auch als [[Erste Sagradische Republik]] bezeichnet wird. Im Juni 1721 kam es einigen Großstädten zur Gründung von radikalen bürgerlichen Tochterräten, im Juli folgte der Ausbruch eines großen [[Bauernaufstand 1721|Bauernaufstandes]], der den ganzen Süden des Landes in Anarchie versetzte. Erst im Frühjahr 1722 konnte ein gemeinsames Heer aus Royalisten und Koalitionstruppen die Hauptstadt einnehmen und die Herrschaft Bernords beenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erneut zusammengetretenen Generalstände beriefen mit dem [[Generalrat (1722)|Generalrat]] ein vorläufiges Regierungskomitee. Der Rat stellte neue verfassungsähnliche Gesetze auf, die das Land wieder dezentralisieren und den Einfluss der Cortes vermehren sollten. Im Herbst 1722 stellte Peters jüngerer Bruder [[Filipe Carles de Viça]], der sich selbst als legitimen König sah, in Frankreich ein Heer zusammen, fiel in der [[Bretagne]] ein und konnte bis nach [[Lojandía]] vordringen. Die Cortes machten sich indes daran, einen neuen König zu erwählen. Es kam zu hitzigen Diskussionen um Erbansprüche und Legitimität. Schließlich fanden Anhänger eines starken Parlaments und einer Wahlmonarchie und Legitimisten einen Kompromiss. Im ersten der [[Codices Magna]] wurde Danadiers Bruder Filipe Carles von der Thronfolge ausgeschlossen und der Übergang der Herrschaftsrechte an die Töchter Danadiers II. festgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Königtum Marias I. und Johanns III. ===&lt;br /&gt;
In der Folge wurde [[Maria I. Luise|María Luísa de Sántori]] als Maria I. (1723-1735) zur Königin erhoben. Nach ihrer Hochzeit mit [[Johann III. Franz]] (1723-1749), dem [[König von Cuentez|Titularkönig von Cuentez]] aus einer Seitenlinie der Sántori, bestieg das Paar 1723 gemeinsam den Thron und schor seine Treue auf die [[Codices Magna]], die zum neuen Grundgesetz der Monarchie werden sollten. Damit hatte Sagradien nach zweijährigem Interregnum wieder ein Monarchenpaar, doch die Stände hatten enorm an Macht gewonnen. Joán Francisco und María regierten in den Folgejahren unter Zustimmung der Generalstände in einer Art konstitutioneller Monarchie, wobei im Laufe der Regentschaft die Macht des Königs gegenüber der der Stände wieder zunehmend ausgebaut werden konnte. Außenpolitisch lehnten sich Johann und Maria enger an England an. Unter ihrer Regentschaft blühten v.a. die Kultur und Philosophie der Aufklärung, die von Frankreich und England nach Sagradien gebracht worden war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Marias I. 1735 regierte Johann III. unter Zustimmung der Stände alleine weiter. Der [[Akt von Vierna]] erklärte schließlich die Königswürden von Sagradien und Cuentez für unteilbar. Nach dem Eintritt Sagradiens in den Österreichischen Erbfolgekrieg kam es zum offenen Krieg mit Frankreich, das sich auf Kosten Sagradiens Gebietsgewinne erhofft. Diese Hoffnungen blieben freilich unerfüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sagradischer Erbfolgekrieg und Beginn der Vienne-Dynastie in Sagradien ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod Johanns III. 1749 wurde sein minderjähriger Sohn [[David II.]] (1749-1754) König, starb aber bereits mit neun Jahren. Mit dem Aussterben der Sántori in der männlichen Linie, geriet das Land in eine ernste Nachfolgekrise. Die Regierung seiner Schwester [[Maria II. Franziska]] (1754-1757) und ihres Mannes [[Anton II.|António Ramón de Piacón]] führte zum [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]] (1756-1760) gegen den Kandidaten Frankreichs [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]], der schließlich seit 1757 als [[Gabriel VIII.]] (1757-1792) regierte und die Dynastie der [[Haus Vienne|Vienne-Könige]] begründete. Mit dem [[Friede von Alagua]] 1760 endete die Großmachtstellung Sagradiens endgültig und Sagradien verlor nicht nur die Servettinischen Lande, sondern auch die Grafschaft Plato mit ganz Lukien an Micolinien.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Von seinem leitenden Minister, Graf [[Armand de Calogny]] (1759-1765), unterstützt, machte sich Gabriel zum Ziel, die Herrschaft der Krone wieder zu stärken und die Macht der Stände in ihre vorrepublikanischen Schranken zu verweisen. Nachdem er noch bei Antritt seiner Regentschaft die Codices Magna bestätigt hatte, setzte er sie 1765 in der [[Lex Generalis]] teilweise wieder außer Kraft und dämmte damit die Macht der Generalstände deutlich ein. Außenpolitisch kehrte der Monarch dem Anglismus Lukanischer Prägung den Rücken und lehnte sich wieder mehr an das absolutistische Frankreich an. Als erster europäischer Staat erkannte Sagradien unter Gabriel VIII. die Unabhängigkeit der 13 Kolonien Neuenglands an und unterstützte diese seit 1779 an der Seite Frankreichs im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Unter Gabriels Sohn und Nachfolger [[Joseph Ludwig I.]] (1792-1797) und seinem Ersten Minister [[Frederic de Calzac]] beteiligte sich Sagradien seit 1792 an den Koalitionskriegen gegen das republikanische Frankreich. In den Kriegen ging die [[Bretagne|Westbretagne]] sowie der Nordteil [[Amoria]]s, wo zuvor die [[Amorische Republik]] ausgerufen worden war, an Frankreich verloren, das die neuen Departements der Republik anschloss. Die kurzlebige [[Ligrische Republik]] am Unterlauf des Ligre konnte dagegen niedergeschlagen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien im 19. Jahrhundert ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Napoleonische Fremdherrschaft, Befreiungskrieg und Novemberrevolution ===&lt;br /&gt;
Nach der kurzen Regierungzeit Joseph Ludwigs folgte ihm 1797 sein erst siebenjähriger Enkel [[Gabriel IX.]] als König nach, für den sein Onkel [[Joseph Ludwig II.|Karl Joseph Ludwig von Alconía]] die Regentschaft ausübte. Nach verlorenem Krieg gegen das napoleonische Frankreich zwang der Kaiser der Franzosen im Herbst 1805 den Regenten zur Abdankung. Unter Gabriels Mutter Marie Luise von Parma wurden in der Folge liberale Reformen durchgeführt, jedoch war Sagradien politisch von Napoléon abhängig, der weiterhin Besatzungstruppen in Sagradien hielt. Gabriel IX., seit 1808 selbst regierend, lehnte sich noch stärker an Frankreich an, ließ eine Verfassung ausarbeiten und heiratete 1810 Napoleons Nichte [[Julie Bonaparte]]. Seine unpopuläre Herrschaft endete 1812 in seiner Ermordung, woraufhin es zum [[Winterkrieg 1812/13]] zwischen französischen und anti-französischen Truppen kam.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der aus Micolinien dirigierte Widerstand erhielt rasch Zulauf und ein sagradisch-micolinisch-britisches Heer siegte im 1813 in [[Colón]] gegen Napoléon. Königin Julie musste schließlich zusammen mit den napoleonischen Truppen das Land verlassen, der frühere Regent kehrte nach Sagradien zurück und bestieg als [[Joseph Ludwig II.]] den sagradischen Thron. Dieser erkannte die von den [[Cortes von Diegue]] ausgearbeitete liberale [[Verfassung von 1812]] nicht an und machte sich an eine Restauration des absoluten Königtums vornapoleonischer Ära ([[Cuartênio Absoluta]]). Als Folge daraus formierte sich ein neuerlicher Widerstand im sagradischen Adel und im Bürgertum und es kam zur liberalen [[Novemberrevolution 1817]], in deren Folge José Luis II. die liberale [[Novemberverfassung]] erlassen musste, die sich weitgehend am Entwurf der Cortes orientierte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Restauration und Revolution ===&lt;br /&gt;
Nachdem Sagradien auf dem Wiener Kongress 1815 die Herrschaft über Golen an das [[Königreich Micolinien]] verloren hatte, versuchte König [[Joseph Ludwig II.]] in zwei großen Golenkriegen ([[Erster Golenkrieg (1819-1825)|1819-1825]] u. [[Zweiter Golenkrieg (1827-1829)|1827-1829]]) die Region zurückzuerobern. Im [[Vertrag von Santa Rocca]] musste er schließlich einer Teilung Golens zustimmen. Innenpolitisch versuchte Joseph Ludwig den Ausgleich zwischen den zerstrittenen ultrakonservativen und liberalen Kräften zu erreichen, begann seit Mitte der Zwanziger Jahre aber unter Druck der ultraroyalistischen Kräfte, die Novemberverfassung von 1817 und die Rechte des Parlamentes kontinuierlich einzuschränken. Nach seinem Tod 1829 wurde sein Bruder [[Emil I. Johann]] von Borbón-Viena (1829-1849) König. Emilio – überzeugter Parteigänger der ultrakonservativen Partei - regierte reaktionär und antiliberal und restaurierte die absolutistische Monarchie, indem er die von seinem Vorgänger oktroyierte Verfassung im Jahr 1832 außer Kraft setzte und fortan ohne konstitutionelle Einschränkungen herrschte ([[Emilianische Restauration]]). Die Folgen der Wirtschaftskrise der Jahre 1846/1847, in der zahlreiche Bauern und Arbeiter an den Rand des Existenzverlustes gerieten, und die strikte Weigerung des Königs zu sozialen und politischen Reformen führten im April 1848 zu einer Reihe heftiger von Arbeitern und Bürgern getragener Aufstände ([[Aprilrevolution]]) gegen die restaurative Politik des Königs und seines reaktionären Kronkanzlers, des [[Fernando Conte de Lesta|Grafen von Lesta]]. Als die Lage im Jahr 1849 erneut eskalierte, dankte Emilio Joán ab und übergab die Regentschaft an seinen Sohn [[Lucién I.]] (1849-1871), der die die &amp;quot;[[Decada del Terror]]&amp;quot; beendete, die liberale Novemberverfassung von 1817 mit Gewaltenteilung und Zensuswahlrecht wiedereinführte und die Situation dadurch beruhigen konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== &amp;quot;Era Liberal&amp;quot; und Montevilismus ===&lt;br /&gt;
Infolge der Aprilrevolution und nach dem überragenden Wahlerfolg der liberalen [[Konstitutionalisten]] bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1855|Wahlen 1855]] setzte König Lucién den liberalkonservativen Realpolitiker [[Jacquel de Montevil]] (1855-1857 u. 1861-1873) als Kronkanzler ein, nahm ab 1862 aus Krankheitsgründen fast gar nicht mehr aktiv an den Staatsgeschäften teil und stand seit 1867 unter der Regentschaft seines jüngeren Bruders Prinz [[Philipp Emilian]]. Unter der Regierung Montevil festigte sich Sagradiens konstitutionelle Monarchie und es begann die so genannte „[[Era Liberal|Liberale Ära]]“, auch „Epoche des Montivilismus“ genannt. Außenpolitisch vertrat der Regierungschef einen konservativen Kurs, der auf der internationalen Isolierung Frankreichs beruhte und im gewonnenen [[Sagro-Französischer Krieg|Sagro-Französischen Krieg]] (1860/61) seinen Ausdruck fand. Die Konfrontation mit Napoleon III. wurde durch Anlehnung an England und Micolinien ausgeglichen. Innenpolitisch konnte Montevil zahlreiche liberale Reformen durchsetzen. Er revolutionierte das Heereswesen sowie das Bildungssystem, führte neue Steuergesetze ein, etablierte erste Ansätze eines Sozialversicherungssystems und oktroyierte 1870 eine [[Montevilitische Verfassung von 1870|neue liberale Verfassung]] mit umfassendem Grundrechtekatalog und halbparlamentarischem Regierungssystem. Im Parlament stützte er sich auf die Mehrheit der konservativ-liberalen Konstitutionalisten und arbeitete zeitweise mit den linksliberalen [[Aprilisten]] (in der [[Unión Costitucionalista]]), aber auch mit konservativen Kräften zusammen. Nach dem Tod Luciéns im Jahr 1871 geriet Montevil immer mehr in Gegensatz zum neuen reaktionär eingestellten König [[Richard III.]] (1871-1891), der von Beginn an versuchte, die Reformen Montevils zu revidieren. Als 1873 eine Reihe von Verfassungsergänzungen, die Montevil vornehmen wollte und die einer weiteren Beschneidung der königlichen Befugnisse gleichkam, im Abgeordnetenhaus abgelehnt wurden und Montevil damit de facto seine parlamentarische Mehrheit verloren hatte, trat er nach 22 Jahren als führender Mann im Staat von seinem Amt als Kronkanzler zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Monarchie zur Republik ===  &lt;br /&gt;
Nach dem Rücktritt seines schärfsten politischen Widersachers setzte König Ricardes seine antiparlamentarisch-revisionistische Politik fort und versuchte immer mehr, das neue Staatssystem durch seinen autoritär-reaktionären Regierungsstil auszuhöhlen. Damit folgte auf die liberale Ära des Montevilismus die autoritäre Ära des monarchischen Revisionismus ([[Era Ricardiana]]). Zwar hielt sich der König weitestgehend an die Verfassung, schwächte diese aber, indem er immer wieder sein verfassungsmäßiges Vetorecht in wichtigen Reformgesetzesvorhaben der nur teilweise parlamentarisch legitimierten Regierungen einlegte oder diese kurzerhand aus ihren Ämtern entließ. Nachdem er sich lange auf wechselnde Mehrheiten im Parlament stützen konnte, geriet er seit der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1884|Wahl 1884]] und der [[Verfassungskrise 1887/88]] zunehmend in Gegensatz zur Mehrheit im Abgeordnetenhaus und versuchte dessen Macht zu brechen. Besonders energisch verfolgte der Monarch eine auf Machtgewinn ausgerichtete Kolonialpolitik und führte das [[Sagradisches Kolonialreich|sagradische Kolonialreich]] zu einem Höhepunkt. Der 1884 erworbenen Kolonie [[Sagradisch-Somaliland]] (heute teil Somalias) folgten 1887 [[Ríu Ogué]] (das heutige [[Oguana]]) und 1889 [[Sagradisch-Westafrika]] (Benin). Wirtschaftspolitisch sollten neue protektionistische Maßnahmen die einheimische Wirtschaft stärken. Gegen die aufstrebende Arbeiterbewegung wurde das Versammlungsrecht beschnitten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl durch das Zensuswahlrecht und praktische Benachteiligungen weitgehend aus dem Parlament verdrängt, wuchs in den Achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts die radikale [[Republikanische Partei]] [[Santo Cripón de la Moya]]s und [[Luis Cavaller]]s zur wichtigsten Gegenkraft des monarchischen Autoritarismus voran, zumal sich die gemäßigt-liberalen Konstitutionalisten als unfähig erwiesen hatten, dem königlichen Revisionismus Einhalt zu gebieten. Der Versuch des Königs und seines leitenden Ministers, des [[Gustavo Conte de Montxerent|Grafen von Montxerent]], die Macht des Parlament vollends zu beschneiden, mündete 1891 in die so genannte [[Januarrevolution]], als Handwerker und Arbeiter gegen die vom König erzwungene Schließung von Nationalwerkstätten und Kürzung der Sozialleistungen auf die Barrikaden gingen. Mitgetragen wurden die Aufstände vom Bürgertum und teilweise sogar vom Adel, der eine Revolution als letzten Ausweg aus der politischen Bedeutungslosigkeit sah. Nach der Abdankung König Ricardes’ rief der Republikaner [[Luis Cavaller]] am 27. Januar 1891 die Republik aus und die Republikanische Partei übernahm die politische Führung in der Phase des Umbruchs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sagradien in der Ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ==&lt;br /&gt;
Hauptartikel: [[Zweite Sagradische Republik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anfänge der Zweiten Republik ===&lt;br /&gt;
Nach [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1891|Wahlen zu einer verfassungsgebenden Nationalversammlung]], in der die Republikaner in einem Erdrutschsieg die Mehrheit errangen, war der Weg für eine republikanische Verfassung geebnet. Luis Cavaller führte eine neue republikanische Allianz der linksliberalen Radikalen mit einem Teil der reformfreudigen bürgerlichen Elien an und wurde an die Spitze einer provisorischen Regierung gewählt, des so genannten [[Volksrat]]s (Cosiliu del Pôpolo), dessen schwerste Aufgabe es in den kommenden Monaten sein sollte, die sozialrevolutionären Aufstände des [[Semestiner Revolutionsrat]]es gegen die sich abzeichnende bürgerliche Republik niederzuschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 14. November 1891 trat die von einer konstituierenden Nationalversammlung unter Führung des Republikaners Luis Cavaller ausgearbeitete [[Verfassung der Zweiten Republik|parlamentarisch-republikanische Verfassung]] in Kraft. Diese sah eine starke Stellung des von der Nationalversammlung gewählten Staatspräsidenten sowie ein Zweikammersystem mit [[Abgeordnetenkammer]] und Senat ([[Rat der Republik]]) sowie erstmals einem allgemeinen Mehrheitswahlrecht für Männer vor. Cavaller wurde Staatspräsident und sein Parteifreund [[José Delacrûce]] erster Ministerpräsident der Republik. Doch wenig später zerfiel die Republikanische Partei in ihre konkurrierenden „Correntes“. Stärkste Kraft wurden bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1895|Wahlen 1895]] die gemäßigt-republikanischen [[Moderatas]], während die [[Partido Radical|Radicales]] in die Opposition gingen. Ein letztlich gescheiterter antirepublikanischer [[Putsch von 1898|Putschversuch im Jahr 1898]] führte rasch zu einer Wiederannäherung der republikanischen Linken, die sich daran machten, die Republik durch Reformen abzusichern. Nach dem Sieg der Radikalen bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1899|Wahlen 1899]] führte die streng laizistische Politik der liberal-radikalen [[Kabinett Salgado I|Koalitionsregierung Salgado]] zu einem Erstarken und Zusammenrücken der politischen Rechten und zu einer Allianz der rechten katholischen Monarchisten mit den gemäßigten, eher konservativen Republikanern, die sich gegen den radikalen Laizismus der Linken aussprachen und die Polarisierung im „[[Schulkrieg]]“ nutzen konnten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Phase der Rechtskoalition ===&lt;br /&gt;
Die neue Republik setzte in der Außenpolitik weitgehend auf eine Fortsetzung der imperialistischen Kolonialpolitik der alten Monarchie, wenn diese auch innerhalb der Radikalen Partei zunehmend kritisch betrachtet wurde. Im Innern setzte die radikal-liberale Regierung Salgado auf die klare Trennung von Staat und Kirche, verbot die Konfessionsschulen und schaffte den Religionsunterricht ab. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1903|Wahlen 1903]] kam es zu einem deutlichen Sieg der als „[[Koalition der Moral]]“ vereinigten Rechten, in der jetzt die konservativen Republikaner unter Führung von [[Miguel Fernando Luisanto]] Regierungsverantwortung übernahmen. Erstmals stützten nun auch Monarchisten eine republikanischen Regierung, die der Republik mehr als ablehnend gegenüberstanden, eine Rückkehr zur Monarchie aber gegen die rechten Republikaner nicht durchsetzen konnten. Vornehmliches Ziel der Rechtskoalition war es, die Reformen der Linken rückgängig zu machen. Die Konfessionsschulen wurden wiedereingeführt, die Klöster gestärkt und der Einfluss der katholischen Kirche enorm ausgebaut. Außenpolitisch wurde eine Politik der nationalen Stärke gefahren, in der sich Sagradien zunehmend isolierte. 1905 wurde der unabhängige Ex-General [[Joán Cardinal]] zum Präsidenten der Republik gewählt. Damit saß ein äußerst konservativer Vertreter der alten Eliten im Präsidentenpalast, der der neuen parlamentarischen Republik eher reserviert gegenüberstand, eine Rückkehr zur Monarchie durch einen Staatsstreich aber ebenso ablehnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Phase der wechselnden Bündnisse ===&lt;br /&gt;
Nach dem erneuten Sieg der Rechten [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1907|im Jahr 1907]] kam es zu zunehmenden Spannungen im Rechtsbündnis, das im März 1909 schließlich ganz zerfiel. Präsident Cardinal löste daraufhin das Parlament auf in der Hoffnung, eine gestärkte Basis für eine neuerliche konservative Regierung zu erhalten. Zunächst wurde eine republikanische Übergangsregierung unter radikaler Führung gebildet, die von Präsident Cardinal jedoch nur ein Mandat bis zu den Neuwahlen erhielt, aus denen zum Unmut Cardinals die Linke als Sieger hervorging. Der Radikaldemokrat [[Cristoval Sánchez]] bildete nun eine radikal-liberale Minderheitsregierung, die sich auf die Unterstützung von Teilen der [[Partido Socialista|sozialistischen Linken]] zu stützen versuchte und die Reformen der Jahrhundertwende zu erneuern suchte. Es kam zu einem zeitweiligen Machtkampf zwischen parlamentarischer Linkskoalition und dem konservativen Präsidenten, der mehrmals sein Veto gegen laizistische und soziale Reformen der Regierung Sánchez einlegte. Im Jahr 1912 nutzte Cardinal die Spannung in der Linkskoaliton und ersetzte die Regierung Sánchez durch ein rechtes Minderheitskabinett unter [[Joán Valderrán]]. Auch nach den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1913|Parlamentswahlen 1913]] wurde dieses fragile Bündnis zunächst fortgesetzt, doch setzte ihm der plötzliche Tod Cardinals 1914 ein Ende. Um die Präsidentschaft des Monarchisten [[Stefano Perón]] zu verhindern, der von der äußeren Rechten aufgestellt worden war, unterstützten die Liberalen nun doch wieder einen Kandidaten der Linken und wählten in der Nationalversammlung schließlich den Radikaldemokraten Cristoval Sánchez zum neuen Präsidenten der Republik. Bis zum Jahr 1917 amtierten nun Ausgleichs-Regierungen der Mitte aus Radikalen, Liberalen und Zentristen. Vornehmliches außenpolitisches Charakteristikum dieses Bündnisses war die strikte Neutralitätspolitik im Ersten Weltkrieg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vom &amp;quot;Bloco de Sinistra&amp;quot; zur Weltwirtschaftskrise ===&lt;br /&gt;
Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1917|Parlamentswahlen 1917]], erstmals nach dem Prinzip der Verhältniswahl durchgeführt, brachten einen deutlichen Sieg der Linken, in der sich nun erstmals die bürgerlichen Parteien bereit erklärten, ein formelles Regierungsbündnis mit den Sozialisten zu schließen, die in der Regierung des [[Bloco de Sinistra|Linksblocks]] erstmals gouvernementale Verantwortung übernahmen. Die Regierung griff letztmals das alte Projekt der Linken auf, den kirchlichen Einfluss im Staat auf ein Minimum zu reduzieren, und verabschiedete ein umfangreiches Laizismus-Gesetz, konzentrierte sich vornehmlich aber auf soziale Reformen. Auch die Einführung des Frauenwahlrechts gilt als Leistung der Linksregierung, die seit 1920 zunehmend Auflösungserscheinungen aufwies, was auch mit der Gründung der [[PCS|Kommunistischen Partei]] zusammenhing. Bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1921|Parlamentswahlen 1921]] verlor der linke Block seine parlamentarische Mehrheit, es wurde nun eine große Mitte-Links-Koalition unter [[António Diaz]] gebildet. Nachdem Präsident Sánchez auf eine zweite Amtszeit verzichtet hatte, wurde sein Parteifreund [[Carles Simón López]] zum Nachfolger gewählt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem im Mai 1924 mit [[António Sarabal]] erstmals ein Sozialist Regierungschef geworden war, kam es bei den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1925|Parlamentswahlen 1925]] zu einem politischen Patt. Präsident López trat nach heftigen politischen Auseinandersetzungen zurück und machte den Weg für den rechtskonservativen [[Domênco Scalfín]] frei, der sich nun gegen den Sozialisten [[Joán Bertón]] durchsetzen konnte und neuer Präsident der Republik wurde. Die Pattsituation im Parlament veranlasste ihn, das Parlament im Sommer 1926 aufzulösen und [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1926|Neuwahlen]] auszuschreiben. Sieger wurde die politische Rechte, in der nun die katholisch-konservative [[Volksunion]] von [[Gaitán Alemà Sobrantes]] zur stärksten Kraft wurde. Fortan amtierten zahlreiche verschiedene Regierungen, die sich zwar in keinem Fall länger als zwei Jahre halten konnten, sich aber kontinuierlich auf eine Zusammenarbeit der zunehmend antidemokratisch erscheinenden Rechten mit den liberalen Kräften der Mitte stützten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Krise der Dreißiger Jahre: Alemà-Regime und Volksfrontregierung ===&lt;br /&gt;
Nach Jahren der wirtschaftlichen Stabilität, welche ein Reformdefizit verschleierte, stürzte die Weltwirtschaftskrise von 1929 auch Sagradien in eine tiefe Erschütterung, die ihren Ausdruck in bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen linken und rechten Kampftruppen sowie separatistischen Aufständen in Ostgolen und der Westbretagne fand. In dieser Situation der Instabilität stellte der nationalkonservative Staatspräsident [[Gaitán Alemà]] (1932-1934) den Versuch an, ein autoritäres Präsidialregime unter seiner Führung zu errichten, schaltete zunehmend das Parlament aus und versuchte unter Verhängung des Ausnahmezustands ohne Parlament und mithilfe eines Präsidialkabinetts und Dekreten zu regieren, wurde aber im Oktober 1934 durch einen kommunistischen Attentäter ermordet. Der Versuch der [[Faschistenaufstand 1934|Faschisten]], die Macht zu übernehmen, wurde von republiktreuen Militärs vereitelt. Deren Führer [[Alfonso Cabarel]] wurde Regierungschef, der parteilose Senatspräsident [[Luciano Capón]] wurde Präsident. Capón hatte bereits in den Zwanziger Jahren als Außenminister in mehreren Regierungen die sagradische Politik maßgeblich beeinflusst. Nach dem Auseinanderbrechen der [[Militärregierung Cabarel]] setzte Capón eine Zivilregierung unter dem parteilosen Finanzfachmann [[Sergio Dini]] ein, dem Cabarel als Kriegsminister angehörte. Die neue Regierung wurde im Dezember von Putschversuchen des rechten Militärflügels ([[Vicentis-Mairas-Putsch]]) erschüttert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese innere Schwächung Sagradiens und die mangelnde Autorität der Übergangsregierung Capón-Dini nutzte das faschistische Micolinien in der [[Golenkrise 1935/1936]], indem es separatistische Aufstände in ganz Golen dazu nutzte, mit eigenen Truppen das sagradische [[Ostgolen]] zu besetzen und es im Mai 1936 unter Berufung auf eine manipulierte Volksabstimmung zu annektieren. Sagradien musste, von Völkerbund und Westmächten im Stich gelassen und auf einen Krieg unvorbereitet, den militärisch überlegenen Nachbarn gewähren lassen. Aus den [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1935|Parlamentswahlen 1935]] ging eine neu formierte linke [[Volksfront]] aus Kommunisten, Sozialisten und Radikaldemokraten als Sieger hervor, die den Sozialistenführer [[Santiago Laval]] zum Staatsoberhaupt wählte. Die erste Volksfrontregierung mit kommunistischer und bürgerlicher Beteiligung wurde gebildet, die zahlreiche Sozial- und Wirtschaftsreformen einleitete. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Februarputsch, Sagrofaschistische Diktatur und Zweiter Weltkrieg ===&lt;br /&gt;
Hauptartikel: [[Estado Sagradês]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der politische Wiederstand gegen die Volksfrontregierung führte im Jahr 1936 zu bürgerkriegsähnlichen Kämpften zwischen regierungstreuen Truppen und rechtsfaschistischen Paramilitärs, der so genannten „[[División Negra|Schwarzen Divisionen]]“ unter Führung des Faschistenführers [[León Francês]], die im Bündnis mit [[Manuel Álamo]]s rechtsoppositioneller [[Volksunion]] standen, welche wiederum die bürgerliche und die radikal-faschistische Opposition gegen die Volksfront zusammenführte. Im Februar 1938 schließlich kam es zu einem [[Februarputsch 1938|Putsch rechter Militärs]] gegen die Regierung Colón und Präsident Laval, bei dem der Sozialist im Plazarenya getötet wurde. Eine [[Junta Presidencial|Militärjunta]] unter Führung von General [[Oscar Romero Castro]] übernahm die Führung, ehe Romero Castro auf Druck der Faschisten hin ein Bündnis mit Álamo schloss und diesen schließlich zum Ministerpräsidenten ernannte. Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1938|vorgezogenen Neuwahlen des Parlaments im April 1938]] wurden von Álamos divisionären Schlägertrupps bestimmt und führten zu einem Sieg der faschistisch-autoritären „[[Comunión Nacional]]“, die in der Folge der Wahlen zur Staatspartei wurde. Álamo verbot die Parteien der Linken und der Mitte und erließ die faschistisch-ständestaatliche [[Augustverfassung]] nach dem Vorbild des Austrofaschismus. Sein Regime stützte sich auf die alten Eliten Militär und Kirche und wandelte Sagradien zum „sagrofaschistischen Ständestaat“, dem so genannten „[[Estado Sagradês]]“, dessen Präsident formal bis 1940 Romero Castro, seither [[Iacovo Jimenez]], sein Führer jedoch Álamo selbst war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl Sagradien im Zweiten Weltkrieg zunächst neutral blieb, unterstützte Álamo offen das nationalsozialistische Deutschland und seine Verbündeten. Die folgenden wirtschaftlichen Boykottmaßnahmen der Alliierten sowie die Schwäche Álamos gegenüber deutschen Gebietsforderungen an der sagradisch-französischen Küste führten 1943 zu einer Erosion des autoritär-faschistischen Machtapparats des &amp;quot;Estado&amp;quot; und der &amp;quot;Comunión&amp;quot;. In einem [[Staatsstreich vom 23. Mai 1943|Staatsstreich]] wurde Álamo entmachtet und festgenommen und eine Gruppe anti-deutscher Militärs unter Führung von General [[Oscar Taglle Rodríguez]] übernahm die Macht. Dagegen fielen deutsche Truppen in Nordost-Sagradien ein und setzten die [[Regierung von Fidelfe]] als Marionettenregierung ein. Die Niederlage Deutschlands und der Sieg der mit den Alliierten verbündeten [[Mai-Junta]] Taglle Rodríguez' und der Partisanenkämpfer der antifaschistischen [[Resistença Sagradêsa]] führten 1944 zum endgültigen Ende des Estado Sagradês.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit und Dritte Republik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beginn der Dritten Republik und liberalkonservative Ära ===&lt;br /&gt;
Das Mai-Regime unter Oscar Rodríguez übergab seine Exekutivfunktionen bald an eine neue provisorische Regierung unter [[Sergio Dini]], der auch Vertreter des Widerstands und der bald als [[Demokratische Koalition]] bezeichneten Parteien der Linken und der Mitte angehörten. Im Jahr 1945 kam zu demokratischen [[Wahl zur verfassungsgebenden Nationalversammlung 1945|Wahlen zu einer konstituierenden Nationalversammlung]], als deren Ergebnis am 20. Juni 1946 nach einem Referendum die [[Verfassung der Dritten Republik|neue parlamentarisch-demokratische Verfassung]] in Kraft trat. Dini wurde noch von der Konstituierenden zum ersten Präsidenten der Dritten Republik gewählt. 1949 folgte der direkt gewählte Radikaldemokrat [[David Pizarro Cortez]]. Seit 1949 amtierte der Christdemokrat [[Paulo Luciaro]] bis 1960 als Ministerpräsident, der gemeinsam mit dem Sozialdemokraten [[Santo De la Ilpa]] die Nachkriegspolitik bestimmte. Außenpolitisch setzten beide die Westintegration des Landes durch. 1945 war Sagradien Gründungsmitglied der UN und 1949 der NATO und führte auch in den Folgejahren den europäischen Einigungsprozess mit an (u.a. Gründungsmitglied der EWG). Außerdem leitete Luciaro die Aussöhnung mit Micolinien ein, die 1955 in den [[Golische Verträge|Verträgen von Alagua und Pexace]] gipfelten und den Verzicht Sagradiens auf [[Golen]] sowie Micoliniens auf [[Cuentez]] festschrieb. Wirtschaftlich konnte Sagradien die katastrophalen Kriegsfolgen erst allmählich abfangen, doch setzte mit der Entscheidung für die Marktwirtschaft seit Mitte der Fünfziger Jahre ein Wirtschaftsboom ein. Seit 1955 regierte Luciaro in einer liberalkonservativen „[[Bürgerblock]]“-Regierung mit der bürgerlichen [[UDS|UD]]-Koalition. Seine christlich-konservative [[PPC]]-Partei blieb bis 1962 stärkste Kraft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sozialistische Vorherrschaft und Guivares-Affäre ===&lt;br /&gt;
Die Spaltung des sozialistischen Lagers in einen prowestlichen ([[PSD]]) und einen neutralistischen Flügel ([[PS]]) wurde 1957 mit der Gründung der prowestlich-sozialistischen [[ASUL]] beendet, die 1962 erstmals Regierungsverantwortung in einer [[Große Koalition|Großen Koalition]] unter Ministerpräsident [[Martín Ánibal Costa]] ([[PPC]]) übernahm und 1964 unter [[António Santiago]] (ASUL) eine sozialliberale Koalition bildete. Von separatistischen Bestrebungen in den sagradischen Kolonien und regionalistischen Tendenzen im Mutterland veranlasst, setzte die Große Koalition einen umfangreichen Verwaltungsreformprozess in Gang, der die Entlassung der meisten Kolonien in die Unabhängigkeit sowie die teilweise Dezentralisierung des Landes durch Einrichtung von Regionen mit sich brachte.&lt;br /&gt;
Dem seit 1954 amtierenden Christdemokraten [[Ariel De la Roya]] folgte 1964 sein konservativer Parteifreund [[Carles María Ortega]] im Amt des Staatspräsidenten. Nach dem überraschenden Tod António Santiagos im Sommer 1964 folgte [[Iacovo Del Pérez]] als Ministerpräsident, doch zerfiel seine Koalition 1967. Aus [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1967|vorgezogenen Neuwahlen]] ging die [[PPC]] wieder als Sieger hervor. Premierminister wurde wie bereits 1960-1962 [[Carles Angel Favale]], der unter Tolerierung der linksbürgerlichen [[PRD]], zeitweise auch der rechten [[PFP]] regierte, 1970 aber vom liberalen [[Carles Méndez]] mit einem Übergangskabinett abgelöst wurde. Nach überragendem Wahlerfolg der ASUL im Jahr 1970 wurde deren Führer [[Joán Caval]] Ministerpräsident, welcher in diesem Amt insgesamt neun Jahre lang (bis 1979) verweilte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Joán Caval konnte u.a. die unter Iacovo Del Pérez 1965 begonnenen [[Dreistaatengespräche]] zwischen Micolinien, Sagradien und San Cristo in eine organisierte Zusammenarbeit innerhalb des [[Blaumeerrat]]es überführen, der 1972 gegründet wurde. Die [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 1979|vorgezogene Parlamentswahl 1979]] führte zu einem Patt der politischen Lager und zur Bildung einer Großen Koalition aus Christdemokraten und Sozialisten unter [[Santo De la Nada]] (PPC). Der Sozialist Del Pérez wurde 1972 zum Präsidenten der Republik gewählt. Er prägte mit außenpolitischen Anstößen das Amt und erarbeitete sich eine große Popularität im Volk. Ihm folgte 1982 der Konservative [[Alfonso María Guivares]], der 1984 im Zuge einer [[Guivares-Affäre|Korruptionsaffäre]] zurücktreten musste. Der Skandal weitete sich zur größten Polit-Affäre der Republik aus und stürzte das Land in eine tiefe Vertrauens- und Verfassungskrise. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die jüngere Geschichte ===&lt;br /&gt;
Der bürgerlichen Regierung unter [[Santo Moya]] (1982-1986) folgte 1986 eine ASUL-UDS-Koalition unter dem Sozialdemokraten [[Donado Ricardes]], die 1990 nach überragendem Wahlerfolg der Christdemokraten von einer konservativ-liberalen Koalition unter [[Josep Carles Otero]] (PPC) abgelöst wurde. Unter der bürgerlichen Regierung beteiligte sich Sagradien 1991 mit eigenen Truppen am Zweiten Golfkrieg gegen den Irak, nachdem bereits Ricardes 1990 entgegen ablehnender Stimmen in den eigenen Reihen seine Unterstützung der anti-irakischen Koalition zugesagt hatte. Außerdem setzte Otero die bereits unter Moya eingeleitete und unter dem Sozialisten Ricardes grundsätzlich fortgeführte Liberalisierungs- und Privatisierungspolitik fort. Der Regierung Otero folgte nach dem Wahlsieg der ASUL 1998 der sozialistische Spitzenkandidat [[Julio De la Costa]] im Amt des Ministerpräsidenten nach. Seine rot-grüne Koalitionsregierung wurde 2002 in einem deutlichen Votum gestützt. Dem seit 1991 amtierenden Staatspräsidenten [[Santiago Montoya]] (PP-SCD) folgte 1999 der Sozialist [[António Grande Illega]] im Amt. 1999 bzw. 2002 führte Sagradien die europäische Gemeinschaftswährung Euro als Zahlungsmittel ein. Bei der [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2006]] trat De la Costa nicht mehr an und die PPC ging als Sieger hervor, woraufhin deren Vorsitzender [[Miguel Ánibal Luisanto]] zum Chef einer Mitte-Rechts-Koalition aus Christdemokraten und Liberalen ernannt wurde, die im Parlament vom Vertrauen der rechtspopulistischen [[PSP]] [[Joán De la Pênia]]s abhängig war. Bei der infolge einer schweren Koalitionskrise im Sommer 2008 abgehaltenen [[Wahl zur sagradischen Abgeordnetenkammer 2008|Neuwahl zur Abgeordnetenkammer]] wurde Luisanto als Chef einer konservativ-liberalen Minderheitsregierung bestätigt. Im Frühjahr 2009 wurde der konservative ehemalige PPC-Chef [[Roberto Vidéas Braga]] als Nachfolger des äußerst populären A.Grande Illega zum Präsidenten der Republik gewählt.&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Gabriel V.</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Gabriel V.''' (von Sagradien) (*1585, †1640) war [[König von Sagradien]] (1591-1640) und als ''Gabriel I.'' [[Herzog von Servette]]. Er gilt neben dem [[König von Cuentez|cuentesischen König]] [[Maximilian I.]] als letzter Monarch und einer der wichtigsten Exponenten des sagradischen [[Sêcolo d’Oro]] des 16. und 17. Jahrhunderts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gabriel wurde 1585 im [[Semess|Semestiner]] [[Plazarenya-Palast]] als Sohn von König [[Philipp VII. Jakob]] und dessen zweiter Ehefrau Anna von Österreich geboren. Als sagradischer Infant trug er nach seiner Geburt den Titel eines [[Prinz von Sarmay|Prinzen von Sarmay]]. Nach dem Tod seines Vaters 1591 bestieg Gabriel als Sechsjähriger den sagradischen Thron und stand fortan unter der Regentschaft seiner Mutter Anna von Österreich. Die Staatsgeschäfte führte aber wie schon unter dem späteren Philipp Jakob der leitende Minister [[Joán María de Belavís]]. Dieser hatte bereits seit den Achtziger Jahren die Regierung geführt und religionspolitisch einen Kurs der zunehmenden Intoleranz gegenüber den im Land lebenden Protestanten geführt. In der Zeit der Regentschaft Annas von Österreich wurde die Gegenreformation auch mithilfe der Jesuiten mit Nachdruck durchgesetzt. Im [[Edikt von Novil]] 1595 verbot Belavís schließlich jede Form von Protestantismus in Sagradien. Die in Sagradien lebenden Calvinisten mussten entweder zum Katholizismus konvertieren oder wurden energisch bekämpft&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem Tod seiner Mutter 1602 und Belavís' 1603 übernahm Gabriel selbst die Regierungsgeschäfte. Im Jahr 1605 heiratete der Zwanzigjährige die ein Jahr jüngere Marie de Bourbon-Vienne, Tochter von [[Louis I. von Bourbon duc de Vienne]] und Großnichte Heinrichs IV. von Frankreich. Das erste Kind der beiden war Prinzessin [[Isabel de Sántori]] (*1607), die später den cuentesischen Kronprinzen [[José Manuel de Cuentez|José Manuel]] heiratete und Regentin von Cuentez wurde. 1610 folgte mit dem Prinzen [[Gabriel VI.|Gabriel]] ein Sohn und Thronfolger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gabriel V. setzte die von Belavís eingeleiteten Protestantenverfolgungen sowie eine oftmals als absolutistisch bezeichnete Machtpolitik fort. Er stärkte die Macht des Königs gegenüber dem Hochadel und konsolidierte so seine Herrschaft. Die von Belavís eingeleitete Politik einer frühmerkantilistischen Wirtschaft führte Gabriel zu einem ersten Höhepunkt. Gabriel V. gilt als letzter Monarch des „Goldenen Jahrhunderts“ in Sagradien und als großer Förderer der Künste und der Philosophie. An seinem Hof kamen zahlreiche Denker der [[Sagradische Klassik|Spätklassik]] zusammen, von denen [[Santiago Calles]] der bedeutendste war. Unter seiner Herrschaft wurde darüber hinaus der Bau der im 16. Jahrhundert begonnenen [[San Docién in Celu|Kathedrale von Semess]] vollendet. Gleichzeitig förderte Gabriel V. den jungen begabten Barockmaler [[Sebastián Bexente]] (1601-1680), den er in seinen letzten Lebensjahren zum Hofmaler machte.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Außenpolitisch schloss Gabriel nach Jahren der Entspannung mit den Habsburgern an die Tradition der antispanischen Politik an und schloss ein Bündnis mit Frankreich, das er in dessen anti-habsburgischer Politik unterstützte. Dem Bündnis entsprang schließlich auch die Hochzeit seines ältesten Sohnes [[Gabriel VI.|Gabriel]] mit Marie de Bourbon, Tochter Heinrichs IV. von Frankreich. Dennoch hielt Gabriel Sagradien erfolgreich aus dem Dreißigjährigen Krieg heraus. Stattdessen konzentrierte er sich auf einen Ausbau und eine Konsolidierung des Kolonialreichs in der neuen Welt, wo er 1599 als erste sagradische Besitzung in Nordamerika die Kolonie [[Nova Scantia]] entlang des Savannah River im heutigen Georgia gründete, die später an England fiel. Da Sagradien in der fast 50-jährigen Regierungszeit Gabriels in keinen größeren Krieg verwickelt war, gilt Gabriel als Friedensfürst. Ausnahme bildete der kurzlebige so genannte [[Ligrischer Krieg|Ligrische Krieg]] 1620-24 um den Besitz der [[Westligre]] gegen [[Micolinien]], der für Sagradien erfolgreich endete. Seine mit 49 Jahren überaus lange Herrschaftszeit wird auch als &amp;quot;[[Era Gabrielina]]&amp;quot; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem seine erste Frau Marie von Vienne gestorben war, heiratete Gabriel 1625 Prinzessin María Luísa von [[Santori]]-Cuentez, eine jüngere Schwester der Könige [[Karl II. von Cuentez|Karl II.]] und [[Maximilian I. von Cuentez]]. Aus dieser Ehe ging die Tocher Ana Teresa (*1627) hervor, die 1655 ihren sieben Jahre jüngeren Vetter [[Karl III. von Cuentez]] heiratete. Nach Gabriels Tod im Jahr 1640 folgte ihm sein Sohn [[Gabriel VI.]] auf dem Thron nach.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie: König von Sagradien]]&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>Geschichte Mikoliniens</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: /* Von der Uleistenbewegung zum Friede von Villagua */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte Micolinien'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien in der Antike ===&lt;br /&gt;
Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die [[Consadiner]] und [[Litier]] und gewann damit die Kontrolle über die gesamten [[Konsetten]] einschlißlich der südlichen [[Muren]]. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche [[Provincia Litia]] mit der Hauptstadt [[Monte Sinicia|Mons Sinicia]] am [[Blaues Meer|Mare Quintisicum]] und dem Legionslager bei [[Cania]]. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende [[Pontier]] und [[Faläer]] kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der micolinischen Halbinsel, die als [[Provinca Micolina]] dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der [[Micoläer]] ab. Lediglich das Gebiet der keltischen [[Sorier]] sowie der [[Faläer]], [[Vellier]] und [[Oskonier]] im [[Hochland von Perucía|alberischen Hochland]] konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz [[Micolina Superior]] mit der Hauptstadt [[Léias|Legantium]] und eine südlichere [[Micolina Inferior]] mit der Hauptstadt [[Tinagua|Tinacanum]] aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden micolinischen Provinzen sowie der Provinz [[Litia]] die Diözese Micolina und teilte Micolinien wiederum in die Provinzen [[Ligria Ulterior]], [[Micolina Legantiensis]], [[Caeliria]] und [[Lucia]] auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien im frühen Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Micolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der [[Skanten]] im gesamten Norden der [[Konsettenhalbinsel]], das der [[Herkanden]] in Süd- und Mittelmicolinien sowie das der [[Golen]] im Osten mit Teilen [[Conte]]s und [[Litien]]s etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche [[Pirania]], [[Colia]], [[Fanata]], [[Lucia]] und [[Conte]] ([[Herkandische Pentarchie]]). Um 600 einte der Colenfürst [[Antros]] die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im [[Eral]]-[[Luenda]]-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger [[Sylius]] eroberte Teile Lukiens. Aus diesem Reich entstand das Reich der Micoliner. [[Franzerich der Große]] (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und als erster eigentlicher micolinischer König gilt, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Micoliniens inklusive der Inseln [[Sáloa]] und [[Feiroa]] und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die [[Voraneiy]] tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger [[Loris I.]] und [[Lorrivik I.]] unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in Nordmicolinien ins Reich einzugliedern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen [[Perutinger]] auf die Nordküste Micoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem micolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in Nordmicolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter [[Franzerich II.]] und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das micolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem [[Königreich Golen|Golenreich]]. Nach dem Tod König [[Michael I. von Micolinien|Michaels I.]] 804 wurde das Reich im [[Vertrag von Nanthés]] unter seinen drei Söhnen [[Franzerich III. der Kurze|Franzrich]] (Norden), [[Loris II.|Loris]] (Westen) und [[Michael II.|Michael]] (Süden) aufgeteilt, die sich alle Könige von Micolinien nannten und sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der Fürst [[Berrent I.|Berrent]] selbst zum König und begründete das Geschlecht der [[Berrentiden]]. Die Teilreiche [[Montana]], [[Piranía]] und [[Tresterre]] wurden 899 unter [[Korrent III.]] wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmicolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der [[Syliden]]-Dynastie im wiedervereinigten &amp;quot;[[Drei-Micolinien]]&amp;quot; 909 beanspruchte [[Berrent III.]] von Kont die Herrschaft über ganz Micolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen [[Loris IV.|Loris von Lonéa]] zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Drei-Micolinien und Kont, die 989 mit dem Tod [[Berrent IV.|Berrents IV. von Kont]] endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien zwischen Ludhige dem Großen und der Temp de Sang ===&lt;br /&gt;
[[Ludiga der Große]] (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger [[Achim I.]] starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge [[Johann I. von Micolinien|Johanns I.]], eines Neffen Ludigs wurde von großen Teilen der micolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der [[Haus Salua|Saloaner]] und der [[Älteres Haus Albero|Alberaner]] wiederum gegenseitig bekriegten und mit [[Charl von Álbero]] und [[Distriqs von Salua]] jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Micolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der [[Schlacht von Tinágua]]. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der [[Schlacht bei Saséia]] die Saloaner besiegen. Im [[Heiliger Friede 1078|Heiligen Frieden]] wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn [[Johann II. von Micolinien|Johann II.]] nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der micolinischen Krone verhinderte im [[Erster Peruzinische Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112]] einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn [[Michael III. von Micolinien|Michael III.]] wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Jakob I. der Kühne|Jakob den Kühnen]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Micolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der micolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als &amp;quot;Zeit des Blutes&amp;quot; ([[Temp de Sang]]) oder auch als &amp;quot;[[Micolinischer Bürgerkrieg]]&amp;quot; in die Geschichte ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua ===&lt;br /&gt;
Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Micolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren.&lt;br /&gt;
Nachdem [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Micoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Micolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermicolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Micolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmicolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Micolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.   	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innersagradische Machtkämpfe zwischen [[Lusoniden]] und [[Dianniden]] führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs [[Martin II. von Perucía|Martin des Zänkers]] aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in [[Perucía]] zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn [[Martin Posthumus]] regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des micolinischen Königs [[Richard I. von Micolinien|Richard I.]] stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers [[Renart von Soria]] unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 gegen den sagradischen Bewerber [[Philipp der Schweigsame|Philipp von Redanior]] verlor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge kam es mit südmicolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft ([[Peruzinische Kriege]]). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in Südmicolinien die Könige aus dem [[Haus Salua]] kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. [[Karl III. von Micolinien]] zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die micolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit dem [[Herzog von Scantia]], [[Joán de Gerón]], abtrünniger Bruder der sagradischen Könige [[Martin IV. Felix]], [[Robert von Sagradien|Robert I.]] und [[Jakob II.]], die zu engen Heiratsverbindungen zwischen dem Haus Salua und dem geronesischen Zweig des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Treibende Kraft der Allianz wurde bald König [[Roderich I. von Micolinien|Roderichs I.]] Schwester [[Margarete von Micolinien]], die schließlich auch die Hochzeit zwischen ihrem ältesten Sohn [[Philipp I. von Micolinien|Philipp von Redanior]] und Roderichs ältester Tochter [[Karoline I. von Micolinien|Carolina]] arrangierte. Nach den Bestimmungen der [[Konvention von Santéi]] folgte diese als Königin Karoline I. von Micolinien ihrem Vater auf dem Thron nach und herrschte zusammen mit ihrem Ehemann, der damit als Philipp I. der ersten micolinische König aus dem [[Haus Redanior]] wurde. Als dieser jedoch nach Karolines Tod 1313 alleine regieren wollte, kam es zum Aufstand [[Heinrich von Kont|Heinrichs von Kont]], eines illegitimen Sohnes [[Karl IV. von Micolinien|Karls IV.]], der Philipp besiegen und töten konnte, von den Ständen aber nicht als König anerkannt wurde. Es folgte ein zweijähriges [[Interregnum]], währenddessen Margarete die Regentschaft ausübte. Um einen neuerlichen Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten, allen voran Heinrich von Kont und [[Anton von Servette]], zu verhindern, einigten sich die micolinischen Stände auf ein Schiedsspruchverfahren, in dem sich die Adligen auf den jüngeren Sohn Margaretes und Bruder Philipps I., [[Sergi I. der Weise|Sergi von Gerón]], als König einigten, für den Margarete nachdrücklich geworben hatte. Da Heinrich von Kont den Spruch jedoch nicht anerkannte, kam es zur [[Schlacht bei Lonéa]] zwischen Sergi und Heinrich, in der sich der Geronese durchsetzen konnte und anschließend als Serge I. den micolinischen Thron bestieg, nachdem er im [[Akt von Marrel]] den micolinischen Ständen und insbesondere dem [[Haus Servette]] umfangreiche Privilegien zugesichert hatte. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als fünf Jahre später Jakob II. von Sagradien erbenlos starb, fiel Sergi auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen den Usurpator [[Danadier von Scola]] verteidigen, der mit Hilfe einer antimicolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Serge setzte seinen Schwager [[Martin de Interea]] aus einer illegitimen Linie des Hauses Salua als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Danadier de Scola zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Micoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Serge als erster Herrscher die sagradische und die micolinische Königskrone in seiner Hand. Serge I. führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn [[Sergi II. der Kleine|Serge II.]] (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Revolution und Fünfzigjähriger Krieg ===	&lt;br /&gt;
Die unter Serge I. auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers Sergi II. in eine Krise, die nach der Thronbesteigung [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriels I. des Schönen]] 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im micolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters [[Johann von Tesqué]] führte schließlich zu einem Aufstand des micolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von [[Karl V. von Micolinien|Charl de Interea]], dem [[Herzog von Lonéa]], der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ Gabriel den Schönen schließlich im Jahr 1386 in [[Nantheser Konvention]] offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden [[Micolinischer Revolutionskrieg|Krieg]], in der micolinischen Geschichtsschreibung als &amp;quot;Revolutionskrieg&amp;quot; oder &amp;quot;Unabhängigkeitskrieg&amp;quot; bezeichnet, besiegten die micolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Gabriels in mehreren Schlachten (u.a. bei [[Mel Ladí]] und [[Salazia]] 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des [[Haus Interea|Hauses Interea]] und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden [[Haus Álbero]]. Gabriel I. musste schließlich 1390 im [[Vertrag von Álbero]] offiziell auf die micolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive [[Perucía]] zu verzichten. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger [[Karl VI.]] die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Gabriel dem Schönen zwischen [[Joseph von Óstino]] und [[Michael I.|Michael von Vesaey]] ein. Im [[Vertrag von Nanthés]] verbündete er sich mit [[Joseph von Óstino]], mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Nachdem Miguel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erhob Karl VI. als Vetter Josés und Pate dessen Sohnes [[Johann das Kind|Johann]] selbst Anspruch auf den sagradischen Thron und widerrief damit den Thronverzicht seines Vaters von 1390. Dies führte zum Ausbruch des [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieges]] (1396-1443) zwischen Micolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die [[Tulinesische Republik]], zeitweise auch das [[Haus Servette]] (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]] und [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] auf micolinischer Seite kämpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1420 konnte Micolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor [[Gerón]]. In der [[Alberenser Union]] war es ihm zudem 1408 gelungen, sich die Unterstützung der peruzinischen Stände gegen Sagradien zu sichern. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 übernahm [[Don António]] den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Micolinien in den Schlachten von Gerón, [[San Cristo]] und [[Alágua]] schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den [[Herzog von Servette|Herzögen von Servette]] im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die micolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit [[Tulis]] 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der micolinischen Niederlage in [[Cania]] 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Servette und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Frieden von Tesqué]] 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Micoliniens festgeschrieben. [[Michael II.]], Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als micolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf ganz Nordmicolinien und Perucía verzichten und die so genannte [[Medéo-Linie]] wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb [[Golen]] bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des [[Ligrisches Meer|Ligischen Meeres]] an Micolinien fiel. Damit hatte das Königreich Micolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Servettinische Kriege ===&lt;br /&gt;
Der [[Frieden von Tesqué]] bildete die Basis, auf der die micolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches micolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem [[Herzog von Servette]] noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als [[Herzog von Sáloa]] sowie [[Fürst von Saséia]] und [[Fürst von Marbore]] den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der micolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in [[Lukien]] und [[Piranía|Südpiranien]] wie die [[Grafschaft Drouvel]] und die [[Grafschaft Carata]] als Pfandschaften in die Hand Servettes über. Für die micolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Servettiner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem 1477 mit dem Tod [[Anton III. von Servette|Antons III. von Servette]] die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König [[Heinrich I. von Micolinien]] gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren.  Die servettinischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit [[Filip von Saséia]] den illegitimen Sohn Antons zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König [[Jakob III.]] unterstützt. Es kam zum [[Erster Servettinischer Krieg|Ersten Servettinischen Krieg]] zwischen Micolinien und Sagradien, den Micolinien nach der [[Schlacht von Tinágua]] 1479 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die servettinisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde. Nach dem Tod Filips 1490 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Micolinien ([[Zweiter Servettinischer Krieg]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1494 konnte Micolinien die sagradischen Truppen bei [[Joçaleia]] zurückdrängen und [[Golen]] besetzen, 1496 wurde [[Servette]] eingenommen und die Regentin [[Isabel de Sántori]] abgesetzt. Daraufhin landeten sagradische Heere bei [[Macedi]] und besiegten die Heere Heinrichs in zwei wichtigen Feldschlachten in [[Sant Filip]] und [[Cosqol]]. Heinrich II. musste sich aus Servette zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in [[Lukien]] und [[Piranien]] halten. Erst 1499 gingen auch Golen und Plato wieder an Sagradien, das sich damit zur Hegemonialmacht auf der Konsettenhalbinsel aufstieg. Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Servettinischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der micolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog [[Peter I.]] von Servette 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Micolinien im  [[Dritter Servettinischer Krieg|Dritten Servettinischen Krieg]] vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Servettinischen Kriege endeten 1506 endgültig im [[Frieden von Sáloa]], in dem [[Achim II. von Micolinien|Aquim II.]] dem sagradischen König [[Peter II.]] die Herrschaft über die [[Servettinische Lande|Servettischen Lande]] sowie über die [[Markgrafschaft Golen]], die [[Südkont]], die [[Westligre]] sowie [[Lukien]] (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Uleistenbewegung zum Friede von Villagua ===&lt;br /&gt;
Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in Südmicolinien war die Position Micoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Micoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König [[David I.]] zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die micolinischen Könige [[Achim II. von Micolinien|Aquim II.]] und [[Karl VII. von Micolinien|Karl VII.]] um die innere Konsolidierung des Königtums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1540 kam der englische Calvinist [[Francis Howle]] (Franziskus Uleus) ins nordmicolinische [[Erín]], wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. Unter den Königen Karl VII. und [[Karl VIII. von Micolinien|Karl VIII.]] wurden diese „[[Uleisten]]“ verfolgt und unterdrückt, die nordmicolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im [[Erster Uleistenkrieg|Ersten Uleistenkrieg]] belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein [[Zweiter Uleistenkrieg]] 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde [[Albert I. von Micolinien|Albert I.]] aus der Nebenlinie [[Interea-Conte]]. Er erließ 1584 das [[Edikt von Plato]], in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Micolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „[[Reformats]]“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Micolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer konzentrieren. Der [[Ligrischer Krieg|Ligrische Krieg]] von 1620-24 um die Herrschaft über die Westligre endete jedoch in einer Niederlage Micoliniens. Durch geschickte Heiratspolitik gelang es Micolinien in der Regierungszeit des sagradischen Königs [[Gabriel VI.]] Einfluss auf dessen Politik zu erhalten. Nachdem [[Katharina von Micolinien]], die Mutter des sagradischen Thronfolgers [[Gabriel VII.]] 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Kriegs]] um den Besitz Golens, Servettes und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge [[Karl IX. von Micolinien|Karls IX. von Micolinien]], der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem [[Frieden von Villagua]], in dem Micolinien endgültig auf die Lehnsherrschaft über Servette verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom servettinischen Herzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge [[Johann IV. von Micolinien|Johanns von Álbero]], eines Enkels Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie [[Interea]] auf dem micolinischen Thron. Da die zwischenzeitig zur Nachfolgerin designierte Tochter Karls Maria bereits tot war, wurde sein Enkel Johann von Álbero neuer König, der als Johann IV. das [[Haus Álbero]] auf den Thron brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erwerb Servettes und Napoleonische Kriege ===&lt;br /&gt;
Der Friede von Villagua leitete längerfristig den Abstieg Sagradiens und den allmählichen Aufstieg Micoliniens ein. Die Intervention Micoliniens im Spanischen Erbfolgekrieg und die Kampfhandlungen gegen Sagradien brachten im [[Friede von Cresq 1712]] den Besitz Westligres, das bis dahin zu Sagradien gehört hatte. In der Folge nutzte König [[Georg II. von Micolinien]] (1714-1719) den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkrieg]] und eroberte große Teile der sagradischen Besitzungen in Micolinien, darunter Südkont und größere Teile Lukiens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1736 wurden im [[Vertrag von Monte Sinicia]] zahlreiche Grenzkonflikte zwischen Micolinien und Sagradien niedergelegt. Nach dem Erlöschen des Hauses Santori-Servette in männlicher Linie im Jahr 1737 versuchte König [[Karl X. von Micolinien]] abermals, das Reich im Süden der Halbinsel zu erobern. Da er selbst mit Antonia, einer Schwester des letzten Großherzogs [[Karl VII. Ferdinand von Servette|Karl Ferdinand]], verheiratet war, erkannte er die Nachfolge seiner Schwägerin [[Maria I. von Servette]], der älteren Schwester Antonias, nicht an und erhob selbst Anspruch auf das Großherzogtum. Es kam zum neuerlichen Krieg, in dem sich jedoch Maria mithilfe ihres französischen Ehemanns [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] vorerst durchsetzen konnte. im [[Nantheser Ausgleich]] von 1739 musste Karl X. Maria I. und ihren Mann Louis-Gabriel als Regenten in Servette anerkennen, erhielt aber das Fürstentum Saséia. Erst das Eingreifen [[Heinrich III. von Micolinien|Heinrichs III.]] (1753-1794) im 1756 ausgebrochenen [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg]] brachte Micolinien das lange erstrebte Ziel ein. Nachdem Micolinien zunächst [[Maria II. Franziska]] von Santori und ihren Ehemann [[Anton II. Ramírez]] de la Sieta unterstützt hatte, verweigerte es 1757 jede weitere Unterstützung und strebte einen Ausgleich mit dem gegnerischen Frankreich an. Im [[Friede von Tinagua]] 1760 erkannte Heinrich III. schließlich den französischen Kandidaten Louis-Gabriel de Vienne als sagradischen König an, dieser musste jedoch auf das [[Großherzogtum Servette]] sowie die [[Grafschaft Plato]] inklusive [[Macedi]] verzichten. Damit hatte Micolinien die gesamte Halbinsel zurückerobert und die sagradische Hegemonie endgültig gebrochen. König Heinrich III. war es schließlich auch, der den micolinischen Königshof im Jahr 1772 von [[Nanthés]] nach [[Servette]] verlegte und die Stadt in der Folge zur Hauptstadt des Reichs ausbaute.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der französischen Revolution 1789 stellte sich Micolinien in Allianz mit England gegen das revolutionäre Frankreich. Nach dem Beginn der Napoleonischen Kriege und der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805, musste auch Micolinien sich der französischen Angriffe erwehren. Gemeinsam mit Portugal und Großbritannien gelang es dem Land, die Franzosen abzuwehren. Seit 1808 unterstützte der micolinische König [[Karl XI. von Micolinien|Karl XI.]] aktiv den sagradischen Widerstand gegen die napoleonische Fremdherrschaft. 1813 konnten die Heere Micoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen beiegen. Nachdem der als einzig rechtmäßig anerkannte sagradische König [[Joseph Ludwig I.]] auf den sagradischen Thron zurückgekehrt war, erreichte Micolinien auf dem Wiener Kongress den Erwerb des größten Teils von Golen. Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen Aufstand gegen den König in Sagradien ([[Novemberrevolution 1817]]), um auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Der sagradische König [[Joseph Ludwig II.]] musste im [[Vertrag von Vèrisa]] schließlich nochmals die Abtretung Westgolens an Micolinien bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien zwischen Beginn und Ende der Demokratie ===&lt;br /&gt;
Die Versuche Sagradiens, Westgolen in zwei Kriegen zurückuerobern ([[Golenkriege]]), scheiterten beide, sodass Micolinien, nachdem es zwischenzeitig ganz Golen beherrscht hatte, die dauerhafte Teilung der Region im [[Frieden von Diegue]] 1829 durchsetzen konnte. In der Folge der revolutionären Unruhen im April 1848, die von Sagradien auch nach Micolinien überschwappten, hier jedoch zu keinen nennenswerten Umstürzen führten, erließ Königin [[Luise I. von Micolinien|Luise I.]], seit 1852 als Nachfolgerin ihrer Großeltern [[Karoline I. von Micolinien]] und [[Michael IV. von Micolinien|Michael IV.]] Königin, eine [[Micolinische Verfassung von 1855|liberale Verfassung]]). Mit der [[Micolinische Verfassungsreform 1879|Verfassungsreform des Jahres 1879]] wurde das Regierungssystem weitgehend parlamentarisiert und die Verantwortlichkeit des Kabinetts gegenüber den beiden Kammern des Nationalparlaments festgeschrieben. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel [[Henrique Joann Prinz von Perucía]] nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das micolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als [[Johann V. von Micolinien|Johann V.]] den Thron bestieg und die Dynastie [[Albero-Poléi-Battenberg]] begründete.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1888-1894) und [[Fernand Esquill]] (1904-1907) wurde eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisierten. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlsieg der [[Partit Socialiste|Sozialisten]] beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden. Nachdem Micolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale [[Marc Visconte]] bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, dem sowohl Konservative als auch Sozialisten angehörten. Nach dem Krieg geriet das Land in eine schwere Krise, in der es den demokratischen Parteien nicht mehr gelang, Lösungen für die sozialen Probleme des Landes zu finden. Nach landesweiten bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen linken und rechten Kampfverbänden sowie dem Wahlsieg der faschistischen [[Micolinische Nationalpartei|Micolinischen Nationalpartei]] von [[Pier Ulisse]] ernannte König [[Karl XII. von Micolinien|Karl XII.]] den ultrakonservativen General [[Osvalt Camur]] zum Staatsminister, der ein autoritäres Regime installierte und im Oktober 1922 eine ständestaatliche  Verfassung erließ, welche die parlamentarische Demokratie abschaffte ([[Nove Regimen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Faschistische Juni-Bewegung und Ulisse-Regime ===&lt;br /&gt;
Dennoch gelang es Camur nicht, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen und den Quasi-Bürgerkrieg zu beenden. Besonders die faschistische paramilitärische [[Schwarze Garde]] (Guarda Negre) gewann mit ihrem gewaltsamen Terror immer mehr Macht im Land. Im Juni 1924 startete Ulisses &amp;quot;[[Juni-Bewegung]]&amp;quot; einen &amp;quot;[[Marsch auf Servette]]&amp;quot; nach dem Vorbild Mussolinis, der ihm die Regierungsgewalt sichern sollte. König [[Karl XII. von Micolinien|Karl XII.]] gab schließlich nach und entließ Camur, um unmittelbar darauf Ulisse zum Staatsminister zu ernennen. Binnen kürzester Zeit modifizierte er die ständestaatliche Camur-Verfassung so, dass sie Ulisses PNM die alleinige Staatsmacht sicherte. Als neues entscheidendes Verfassungsorgan wurde der [[Nationaler Generalrat|Nationale Generalrat]] installiert, der faktisch die Rechte des Königs und des Staatsrats übernahm und bündelte. Die Bürgerrechte wurden suspendiert, die oppositionellen Parteien ausgeschaltet, die PNM zur alles beherrschenden Staatspartei gemacht.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach separatistischen Aufständen in beiden Teilen Golens im Jahr 1935, die ein eigenständiges und wiedervereinigtes Golen anstrebten und von Ulisse blutig niedergeschlagen wurden, nutzte der Diktator die Schwäche der sagradischen Übergangsregierung Dini, um auf sagradisches Staatsgebiet vorzudringen ([[Golenkrise 1935/36]]). Unter dem Vorwand, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, besetzten micolinische Truppen die sagradischen Provinzen [[Golen-Casqa]] und [[Val d’Ambrís]] sowie Teile der Provinz [[Escada]]. Nachdem der micolinische Außenminister [[Charl Marrel]] ein internationales Moratorium erwirken konnte, das die sagradische Provinz (Ost-)Golen für ein Jahr unter micolinische Verwaltung stellte, erfolgte 1936 eine manipulierte Volksabstimmung, die eine vermeintliche Mehrheit für ein vereintes Golen unter micolinischer Oberhoheit erbrachte. Unter der Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker annektierte Micolinien im Mai 1936 die Provinz Ostgolen. Der Völkerbund zeigte sich durch die Abessinien-Episode handlungsunfähig, Sagradien durch innere Auseinandersetzungen zwischen linker [[Volksfront]]regierung und rechten Gruppierungen zu geschwächt, um einen Krieg zu riskieren. Außerdem bestanden auf Seite der sagradischen Rechten durchaus Sympathien für das Vorgehen Ulisses, dem man glaubte, das Golenproblem aufdrücken zu können und ein ethnisch einheitliches Sagradien schaffen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Geheimvertrag zwischen dem seit 1938 regierenden sagradischen Diktator [[Manuel Álamo]] und dem micolinischen Regierungschef Ulisse erkannte Sagradien de facto die Annexion Golens durch Micolinien an, erwirkte aber die Garantie für die golischsprachigen Gebiete in den Provinzen Val d’Ambrís und Escada, aus denen die micolinischen Truppen endgültig abzogen. Außerdem wurde es sagradisch-sprachigen Golen erlaubt, nach Sagradien zurückkehren zu dürfen, was die meisten auch taten. Das Juni-Regime betrieb im ganzen Land eine systematische Micolinisierungspolitik, die die gewaltsame Unterdrückung der zahlreichen Regionalsprachen wie des Golischen, des Peruzinischen und des Litischen umfasste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Narzissenrevolution und die Redemokratisierung des Landes === &lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg blieb Micolinien trotz seiner ideologischen Nähe zu den Achsenmächten neutral. Dennoch führte der Sieg der Alliierten zu einer Destabilisierung des Juni-Regimes. Nach dem überraschenden Tod Ulisses im Mai 1947, mit dem das Regime seine unumstrittene Führungsfigur verloren hatte, zeigte die PNM-Führung zunehmend Auflösungserscheinungen, da Ulisses Nachfolger [[Noribert Ferrer]] es nicht vermochte, die Partei geschlossen hinter sich zu bringen. Im April 1948 kam es zum Aufstand der linksoppositionellen [[Narzissenbewegung]] (Moviment Narcisse), die so genannte &amp;quot;[[Narzissenrevolution]]&amp;quot;, die binnen kürzester Zeit die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich bringen konnte. Nachdem der Generalrat es nicht schaffen konnte, die Aufstände zu stoppen und das Militär den Kampf gegen die Aufständischen verweigert hatte, entließ König Karl XII. den Staatsrat Ferrer und dankte zugunsten seines Sohnes [[Karl XIII. von Micolinien]] ab. Dieser entmachtete umgehend den Generalrat und setzte die Verfassung aus. Stattdessen ernannte er den Sozialistenführer [[Antoni Piël]], einen der Führer der Narzissenbewegung, zum neuen Staatsminister. Er berief ein nationales Kabinett aus [[Partit Comuniste Micoline|Kommunisten]], [[Partit Socialiste Lavorator|Sozialisten]] und [[Cèntre Democrat Micoline|Christdemokraten]]. Eine der ersten Amtshandlungen war das Verbot der PNM, die Verhaftung ihrer führenden Köpfe sowie die Reinstallation der Bürgerrechte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1948 kam es zu den ersten freien Wahlen seit 1922, bei denen die Christdemokraten überraschend eine Mehrheit vor Sozialisten, Kommunisten und [[Partit Democrat Libral|Liberalen]] erreichten. Der parteilose [[Francis Ernest Crést]] bildete eine Dreiparteienregierung aus CDM, PSL und PDL, die nach Austritt der Sozialisten im Jahr 1949 von einem christdemokratisch-liberalen Staatsrat unter [[Armand Mikael Carpol]] (CDM) abgelöst wurde. Eine [[Micolinische Verfassung von 1948|neue liberale Verfassung]], die im Wesentlichen an die von 1879 anknüpfte, wurde in einer Volksabstimmung im Dezember 1948 angenommen. Um die nach dem Zusammenbruch des Juni-Regimes wieder aufflammenden Separationsbestrebungen in [[Golen]], aber auch die Regionalbewegungen in [[Perucía]] und [[Litien]] auffangen und die Integrität des Landes sicherstellen zu können, sah die neue Verfassung die Umwandlung Micoliniens von einem Einheitsstaat in einen Bundesstaat unter parlamentarisch-monarchischer Regierung vor. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde weitgehende kulturelle Autonomie garantiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Regierung liberalisierte das Land wirtschaftlich, hielt aber an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Micolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Micolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Micoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der micolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell, da Sagradien die ehemals sagradische Provinz [[Golen-Casqa]], also den Ostteil der neuen [[Region Golen]], nach wie vor als besetzten Teil seines Staatsgebiets betrachtete, auch wenn man keine aktive Wiedereroberungspolitik betrieb. Die Spannungen der Jahre 1948 und 1949 wurden erst im Jahr 1955 durch die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] zwischen Micolinien, Sagradien und der golischen Regionalregierung beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Micolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der [[Sagradische Sprache|sagradisch-]], [[Eskadische Sprache|eskadisch-]] und [[Asumarische Sprache|azumarisch]]-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Micolinien im [[Abkommen von Plato|Folgeabkommen von Plato]] (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf [[Cuentez]] fallen. Das 1943 von micolinischen Truppen besetzte [[Allécapo]] wurde daraufhin geräumt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1952 und 1956 regierten die Christdemokraten alleine. Im Jahr 1960 gehörte Micolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer [[Volksfront]]regierung der Sozialisten unter Tolerierung der Kommunisten unter PSL-Führer [[Luvis Blum-Sael]] regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter [[Mikael Mari Salt]] ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit [[Charl Henrique Valdés]] erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende [[Joann Christén]] zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten [[Joán Caval]]s hin kam es 1972 zur Gründung des [[Blaumeerrat]]es (''Consile Asumaresq'', ''Côsíliu Azumarês'') als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten [[Sagradien]], [[Micolinien]] und dem [[Fürstentum San Cristo]]. Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur [[UPD]]. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist [[Guillemes Oreste]] bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter [[Martin Bertrand]] (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger [[Stefan Casagre]] weichen. Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete [[Antoni Sagrand]] (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, [[DL]] und UPD unter [[Noribert Pasquale]] (CDM) abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat [[Carlo Masane]] eine Große Koalition mit den Sozialisten, welche in Abkehr von der traditionellen Neutralitätspolitik den Beitritt Micoliniens zur Europäischen Union betrieb, der 1995 vollzogen wurde. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist [[Bernard Sandres]] Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den micolinischen Grünen, unter deren Ägide Micolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten [[Albert Nobel]], der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen [[Acciò Marc Nabert]] (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>89.15.43.117</name></author>
		
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		<title>Geschichte Mikoliniens</title>
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		<updated>2012-03-27T15:51:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;89.15.43.117: /* Von der Uleistenbewegung zum Friede von Villagua */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Geschichte Micolinien'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien in der Antike ===&lt;br /&gt;
Unter Kaiser Augustus unterwarf Rom die [[Consadiner]] und [[Litier]] und gewann damit die Kontrolle über die gesamten [[Konsetten]] einschlißlich der südlichen [[Muren]]. Augustus errichtete hier im Jahr 8 v. Chr. die kaiserliche [[Provincia Litia]] mit der Hauptstadt [[Monte Sinicia|Mons Sinicia]] am [[Blaues Meer|Mare Quintisicum]] und dem Legionslager bei [[Cania]]. In den folgenden Jahren musste Rom immer wieder gegen einfallende [[Pontier]] und [[Faläer]] kämpfen. Erst unter Kaiser Claudius begann 43 n. Chr. die weitere Eroberung der micolinischen Halbinsel, die als [[Provinca Micolina]] dem römischen Reich eingegliedert wurde. Der Name leitet sich wahrscheinlich vom Stamm der [[Micoläer]] ab. Lediglich das Gebiet der keltischen [[Sorier]] sowie der [[Faläer]], [[Vellier]] und [[Oskonier]] im [[Hochland von Perucía|alberischen Hochland]] konnte Rom nicht unterwerfen, die auch in den kommenden Jahrhunderten immer wieder in die römische Provinz einfielen. 159 n. Chr. wurde die Provinz Micolina in eine nördlichere Provinz [[Micolina Superior]] mit der Hauptstadt [[Léias|Legantium]] und eine südlichere [[Micolina Inferior]] mit der Hauptstadt [[Tinagua|Tinacanum]] aufgeteilt. Kaiser Diokletian wiederum errichtete aus den beiden micolinischen Provinzen sowie der Provinz [[Litia]] die Diözese Micolina und teilte Micolinien wiederum in die Provinzen [[Ligria Ulterior]], [[Micolina Legantiensis]], [[Caeliria]] und [[Lucia]] auf. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien im frühen Mittelalter ===&lt;br /&gt;
Im Zuge der Völkerwanderung brachen im 5. und 6.Jahrhundert n. Chr. verschiedene germanische Stämme in Micolinien ein und errichteten Reiche, von denen sich das der [[Skanten]] im gesamten Norden der [[Konsettenhalbinsel]], das der [[Herkanden]] in Süd- und Mittelmicolinien sowie das der [[Golen]] im Osten mit Teilen [[Conte]]s und [[Litien]]s etablierten. Das Herkandenreich zerplitterte bereits um 550 in die fünf Kleinkönigreiche [[Pirania]], [[Colia]], [[Fanata]], [[Lucia]] und [[Conte]] ([[Herkandische Pentarchie]]). Um 600 einte der Colenfürst [[Antros]] die Colen und Fanaten und schuf einen eigenen Herrschaftsbereich im [[Eral]]-[[Luenda]]-Dreieck sowie südlich davon. Sein Nachfolger [[Sylius]] eroberte Teile Lukiens. Aus diesem Reich entstand das Reich der Micoliner. [[Franzerich der Große]] (661-693), der zum trinitarischen Christentum übertrat und als erster eigentlicher micolinischer König gilt, unterwarf ganz Lukien und die Gebiete im Süden Micoliniens inklusive der Inseln [[Sáloa]] und [[Feiroa]] und breitete seinen Herrschaftsbereich in Kriegen gegen die Piranen nach Nordwesten aus, sodass er schließlich im Norden sogar die [[Voraneiy]] tributpflichtig machen konnte. Franzerichs Nachfolger [[Loris I.]] und [[Lorrivik I.]] unterwarfen endgültig die Voraneiy und schafften es darüber hinaus, in Kriegen gegen Skanten, Konten und Golen ganz Kont und Teile Gebiete in Nordmicolinien ins Reich einzugliedern. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des 9. Jahrhunderts kam es immer wieder zu Überfällen der norwegischen [[Perutinger]] auf die Nordküste Micoliniens, die zu dieser Zeit zwischen dem micolinischen Königreich und dem Skantenreich umkämpft war. Aus den Winterlagern der Perutinger entwickelte sich bald eine dauerhafte Herrschaft unter den nordischen Herrschern, die rasch zum Christentum konvertierten, den Königstitel annahmen und sich an die unterworfene micolino-romanische Bevölkerung assimilierten. Die Perutinger wagten bald auch von ihrem neuen Reich in Nordmicolinien aus die Invasion im Süden Irlands und Westen Großbritanniens, konnten ihre Herrschaft dort aber nicht dauerhaft konsolidieren. Unter [[Franzerich II.]] und seinen Nachfolgern konsolidierte sich das micolinische Königreich, stand aber trotzdem in ständigen Kriegen mit dem neuen perutingischen oder „peruzinischen“ Nachbarn sowie dem [[Königreich Golen|Golenreich]]. Nach dem Tod König [[Michael I. von Micolinien|Michaels I.]] 804 wurde das Reich im [[Vertrag von Nanthés]] unter seinen drei Söhnen [[Franzerich III. der Kurze|Franzrich]] (Norden), [[Loris II.|Loris]] (Westen) und [[Michael II.|Michael]] (Süden) aufgeteilt, die sich alle Könige von Micolinien nannten und sich teilweise gegenseitig bekriegten. Ihre Macht war äußerst schwach und sie mussten immer mehr Befugnisse an die Fürsten ihrer Reiche abgeben, die sich zunehmend souverän fühlten und sich ihre Loyalität teuer erkaufen ließen. In Kont machte sich der Fürst [[Berrent I.|Berrent]] selbst zum König und begründete das Geschlecht der [[Berrentiden]]. Die Teilreiche [[Montana]], [[Piranía]] und [[Tresterre]] wurden 899 unter [[Korrent III.]] wiedervereinigt, während die Berrentiden in Kont noch bis 989 unabhängig herrschten und sich weiterhin als gesamtmicolinische Könige ansahen. Nach dem Aussterben der [[Syliden]]-Dynastie im wiedervereinigten &amp;quot;[[Drei-Micolinien]]&amp;quot; 909 beanspruchte [[Berrent III.]] von Kont die Herrschaft über ganz Micolinien. Die Stände aber erhoben den einheimischen Adligen [[Loris IV.|Loris von Lonéa]] zum König. Es folgten lange Kriege zwischen Drei-Micolinien und Kont, die 989 mit dem Tod [[Berrent IV.|Berrents IV. von Kont]] endeteten. Da er erbenlos gestorben war, wurde Kont wieder ins wiedervereinigte Micolinerreich eingegliedert. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien zwischen Ludhige dem Großen und der Temp de Sang ===&lt;br /&gt;
[[Ludiga der Große]] (998-1049) konsolidierte die königliche Macht und föderte Kunst und Kultur. Sein Nachfolger [[Achim I.]] starb nach wenigen Monaten, die Nachfolge [[Johann I. von Micolinien|Johanns I.]], eines Neffen Ludigs wurde von großen Teilen der micolinischen Stände aber nicht anerkannt, die sich in den Parteien der [[Haus Salua|Saloaner]] und der [[Älteres Haus Albero|Alberaner]] wiederum gegenseitig bekriegten und mit [[Charl von Álbero]] und [[Distriqs von Salua]] jeweils einen Gegenkönig wählten. In der gesamten Regierungszeit Johanns I. war Micolinien daher gespalten in den saloanischen Süden, den alberanischen Norden und eine geringe Zahl von loyalen Anhängern Johanns. Dieser verfügte faktisch über keinerlei Macht und stand in ständigem Schatten seiner beiden Gegenkönige, die sich gegenseitig bekriegten. 1070 starb Charl von Álbero in der [[Schlacht von Tinágua]]. Er blieb erbenlos, sodass die Alberaner plötzlich wieder den legitimen Johann unterstützten. Gemeinsam konnten Alberaner und Legitimisten 1077 in der [[Schlacht bei Saséia]] die Saloaner besiegen. Im [[Heiliger Friede 1078|Heiligen Frieden]] wurde 1078 Johann schließlich anerkannt. Nach Johanns Tod 1085 folgte ihm sein Sohn [[Johann II. von Micolinien|Johann II.]] nach, der die Saloanerprinzessin Margareta heiratete und in ständigem Konkurrenzkampf mit den südlichen Magnaten der Salua stand. Die Schwäche der micolinischen Krone verhinderte im [[Erster Peruzinische Erbfolgekrieg|Peruzinischen Erbfolgekrieg 1101-1112]] einen Erfolg Johanns II. Johanns Sohn [[Michael III. von Micolinien|Michael III.]] wurde 1123 im Alter von fünf Jahren König und stand lange unter der Vormundschaft seiner saloanischen Großmutter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine Herrschaftszeit war von ständigen Kriegen mit dem seit 1102 lusonidischen Perucía und Sagradien überschattet. Im [[Golischer Erbfolgekrieg|Golischen Erbfolgekrieg 1162-1165]] gegen die sagradischen Könige [[Jakob I. der Kühne|Jakob den Kühnen]] und [[Gabriel Juvans]] konnte Micolinien seine Ansprüche auf Golen nicht durchsetzen und musste die Eingliederung Golens in die Krone Sagradiens mitansehen. Die Niederlagen der micolinischen Könige führten zu neuen Aufständen. Wiederum erhob sich das Haus Salua gegen die Königsherrschaft. Michael wurde 1166 von den Saloanern festgenommen und starb kurze Zeit später in saloanischer Haft, sein zwölfjähriger Sohn und Erbe Charl wurde enthauptet. Sogleich erhoben mehrere saloanische und loneische Fürsten Anspruch auf die Krone, es kam zu blutigen Bürgerkriegen und zu einem faktischen Zusammenbruch des Königreichs. Die Zeit zwischen 1167 und 1214 ging als &amp;quot;Zeit des Blutes&amp;quot; ([[Temp de Sang]]) oder auch als &amp;quot;[[Micolinischer Bürgerkrieg]]&amp;quot; in die Geschichte ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bürgerkrieg und Herrschaft der Salua ===&lt;br /&gt;
Nachdem sich Herzog [[Karl I. von Micolinien|Karl von Salua]] als Karl I. zum König erhoben hatte, wurde er 1170 wieder durch [[Loris VI.]], den Kandidaten der loneischen Partei entmachtet und vertrieben. Nach der [[Schlacht von Bovil]] 1182, in der Loris getötet wurde, kehrte Karl von Salua wieder auf den Thron zurück, musste sich aber gegen [[Mark I.]] von Lonea, den Sohn Loris' VI. erwehren.&lt;br /&gt;
Nachdem [[Ernest de Conte]] 1184 seine Herrschaftsgebiete im Osten Micoliniens für unabhängig von der Krone erklärt hatte, schaffte es erst [[Karl II. von Micolinien|Karl II. von Salua]] 1214 die innermicolinischen Kämpfe zu beenden und sich als Karl II. zum neuen Herrscher über Micolinien wählen zu lassen. Zunächst wurde er aber nur von den Südständen und nicht von Conte und den westmicolinischen Fürstentümern anerkannt. Erst 1219 unterstellten sich auch letztere sowie die [[Grafschaft Lukien]] Karl und begründeten damit das wieder vereinte Königreich Micolinien, in welchem die Stände noch große Macht ausübten.   	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innersagradische Machtkämpfe zwischen [[Lusoniden]] und [[Dianniden]] führten bald zu Instabilität im Norden der Halbinsel. Nach dem Tod des peruzinischen Königs [[Martin II. von Perucía|Martin des Zänkers]] aus dem Geschlecht der Lusoniden 1242 kam es in [[Perucía]] zu einer dynastischen Krise. Für seinen posthum geborenen Sohn [[Martin Posthumus]] regierte ein Regentschaftsrat, der seit 1245 unter dem Einfluss des micolinischen Königs [[Richard I. von Micolinien|Richard I.]] stand, der das Erbe der Lusoniden anstrebte. Als der mit einer Tochter Richards verlobte Martin Posthumus 1249 starb, kam es zum erneuten [[Zweiter Peruzinischer Erbfolgekrieg|Erbfolgekrieg]], in dem Richard den unehelichen Sohn Martins des Zänkers [[Renart von Soria]] unterstützte, der aber 1250 und endgültig in der [[Schlacht von Porinéi]] 1255 gegen den sagradischen Bewerber [[Philipp der Schweigsame|Philipp von Redanior]] verlor. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge kam es mit südmicolinischer Unterstützung immer wieder zu Aufständen der abtrünnigen Peruzinischen Stände gegen die sagradische Herrschaft ([[Peruzinische Kriege]]). Die Rebellionen setzten sich im späten 13. und frühen 14. Jahrhundert fort, während in Südmicolinien die Könige aus dem [[Haus Salua]] kontinuierlich ihre Macht konsolidieren konnten. [[Karl III. von Micolinien]] zwang 1280 den Herzog von Kont unter seine Herrschaft und gliederte Kont damit abermals ins neue Reich ein. Nach den neuerlich erfolglosen Rebellionen der peruzinischen Stände gegen Sagradien ging die micolinische Krone dazu über, eine Diplomatie der Annäherung mit dem [[Herzog von Scantia]], [[Joán de Gerón]], abtrünniger Bruder der sagradischen Könige [[Martin IV. Felix]], [[Robert von Sagradien|Robert I.]] und [[Jakob II.]], die zu engen Heiratsverbindungen zwischen dem Haus Salua und dem geronesischen Zweig des sagradischen Königshaus [[Haus Redanior|Redanior]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Union von Alagua ===&lt;br /&gt;
Treibende Kraft der Allianz wurde bald König [[Roderich I. von Micolinien|Roderichs I.]] Schwester [[Margarete von Micolinien]], die schließlich auch die Hochzeit zwischen ihrem ältesten Sohn [[Philipp I. von Micolinien|Philipp von Redanior]] und Roderichs ältester Tochter [[Karoline I. von Micolinien|Carolina]] arrangierte. Nach den Bestimmungen der [[Konvention von Santéi]] folgte diese als Königin Karoline I. von Micolinien ihrem Vater auf dem Thron nach und herrschte zusammen mit ihrem Ehemann, der damit als Philipp I. der ersten micolinische König aus dem [[Haus Redanior]] wurde. Als dieser jedoch nach Karolines Tod 1313 alleine regieren wollte, kam es zum Aufstand [[Heinrich von Kont|Heinrichs von Kont]], eines illegitimen Sohnes [[Karl IV. von Micolinien|Karls IV.]], der Philipp besiegen und töten konnte, von den Ständen aber nicht als König anerkannt wurde. Es folgte ein zweijähriges [[Interregnum]], währenddessen Margarete die Regentschaft ausübte. Um einen neuerlichen Bürgerkrieg zwischen den Thronprätendenten, allen voran Heinrich von Kont und [[Anton von Servette]], zu verhindern, einigten sich die micolinischen Stände auf ein Schiedsspruchverfahren, in dem sich die Adligen auf den jüngeren Sohn Margaretes und Bruder Philipps I., [[Sergi I. der Weise|Sergi von Gerón]], als König einigten, für den Margarete nachdrücklich geworben hatte. Da Heinrich von Kont den Spruch jedoch nicht anerkannte, kam es zur [[Schlacht bei Lonéa]] zwischen Sergi und Heinrich, in der sich der Geronese durchsetzen konnte und anschließend als Serge I. den micolinischen Thron bestieg, nachdem er im [[Akt von Marrel]] den micolinischen Ständen und insbesondere dem [[Haus Servette]] umfangreiche Privilegien zugesichert hatte. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als fünf Jahre später Jakob II. von Sagradien erbenlos starb, fiel Sergi auch die sagradische Krone zu, jedoch musste er diese gegen den Usurpator [[Danadier von Scola]] verteidigen, der mit Hilfe einer antimicolinischen Adelsfraktion in Sagradien die Krone an sich gerissen hatte. Serge setzte seinen Schwager [[Martin de Interea]] aus einer illegitimen Linie des Hauses Salua als Vizekönig ein und zog nach Sagradien, um die sagradische Krone gegen Danadier de Scola zu behaupten. In der Zwischenzeit musste Martin de Interea mehrere Adels-Aufstände im Süden Micoliniens niederschlagen. Schließlich vereinte Serge als erster Herrscher die sagradische und die micolinische Königskrone in seiner Hand. Serge I. führte die Doppelmonarchie einer wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Hochblüte. Sein Sohn [[Sergi II. der Kleine|Serge II.]] (1354-1378) konsolidierte die Doppelmonarchie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Revolution und Fünfzigjähriger Krieg ===	&lt;br /&gt;
Die unter Serge I. auf einen komplizierten Ausgleich zwischen den verschiedenen Reichsteilen und die Berücksichtigung lokaler Privilegien und Traditionen basierende Herrschaft im Doppelreich geriet bereits in den späten Jahren seines Nachfolgers Sergi II. in eine Krise, die nach der Thronbesteigung [[Gabriel IV. der Schöne|Gabriels I. des Schönen]] 1378 endgültig aus den Fugen geriet, da dieser auf die Stände im micolinischen Landesteil wenig Rücksicht nahm und sich Zeit seiner Herrschaft nie südwestlich des Konsettengebirges aufhielt. Die rigide Herrschaft seines Statthalters [[Johann von Tesqué]] führte schließlich zu einem Aufstand des micolinischen Hochadels gegen den König unter der Führung von [[Karl V. von Micolinien|Charl de Interea]], dem [[Herzog von Lonéa]], der sich bald zum Volksaufstand ausweitete. Charl, ein Nachkomme des letzten Saluaner-Königs in illegitimer Linie, ließ Gabriel den Schönen schließlich im Jahr 1386 in [[Nantheser Konvention]] offiziell absetzen und sich selbst als Karl V. zum König erheben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im folgenden [[Micolinischer Revolutionskrieg|Krieg]], in der micolinischen Geschichtsschreibung als &amp;quot;Revolutionskrieg&amp;quot; oder &amp;quot;Unabhängigkeitskrieg&amp;quot; bezeichnet, besiegten die micolinischen Heere Karls von Interea die Truppen Gabriels in mehreren Schlachten (u.a. bei [[Mel Ladí]] und [[Salazia]] 1387). Damit begründete Karl V. die bis heute noch ununterbrochen andauernde Königsherrschaft des [[Haus Interea|Hauses Interea]] und seiner Nebenlinie, dem heute regierenden [[Haus Álbero]]. Gabriel I. musste schließlich 1390 im [[Vertrag von Álbero]] offiziell auf die micolinische Krone verzichten. Im Gegenzug garantierte Karl V., auf alle sagradischen Besitztümer inklusive [[Perucía]] zu verzichten. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach dem Tod Karls V. im Jahr 1391 missachtete sein Nachfolger [[Karl VI.]] die Bestimmungen des Vertrags von Álbero und griff aktiv in die innersagradische Auseinandersetzung um die Nachfolge des kinderlosen Gabriel dem Schönen zwischen [[Joseph von Óstino]] und [[Michael I.|Michael von Vesaey]] ein. Im [[Vertrag von Nanthés]] verbündete er sich mit [[Joseph von Óstino]], mit dem er auch eine Heiratsallianz geschlossen hatte. Nachdem Miguel de Vesaey 1396 José de Óstino besiegt und als Michael I. den sagradischen Thron bestiegen hatte, erhob Karl VI. als Vetter Josés und Pate dessen Sohnes [[Johann das Kind|Johann]] selbst Anspruch auf den sagradischen Thron und widerrief damit den Thronverzicht seines Vaters von 1390. Dies führte zum Ausbruch des [[Fünfzigjähriger Krieg|Fünfzigjährigen Krieges]] (1396-1443) zwischen Micolinien und Sagradien, in dem seit 1398 die [[Tulinesische Republik]], zeitweise auch das [[Haus Servette]] (1420-1429) auf sagradischer Seite, die Häuser [[Haus Óstino|Óstino]] und [[Älteres Haus Esqués|Esqués]] auf micolinischer Seite kämpften.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis 1420 konnte Micolinien große Gewinne verbuchen und stand 1420 sogar vor [[Gerón]]. In der [[Alberenser Union]] war es ihm zudem 1408 gelungen, sich die Unterstützung der peruzinischen Stände gegen Sagradien zu sichern. Die Stadt wurde fast ein Jahr lang belagert, konnte aber schließlich nicht erobert werden. Nach dem Tod König Michaels I. von Sagradien in der [[Schlacht von Porto Valés]] 1421 übernahm [[Don António]] den Oberbefehl über die sagradischen Heere und fügte Micolinien in den Schlachten von Gerón, [[San Cristo]] und [[Alágua]] schwere Verluste zu. Daraufhin kam es 1423 zu einem Waffenstillstand mit Sagradien, da Karl VI. seit 1420 mit den [[Herzog von Servette|Herzögen von Servette]] im Krieg stand, die selbst Anspruch auf die micolinische Krone erhoben. Nach Wiederaufflammen der Kämpfe mit [[Tulis]] 1424 und mit Sagradien 1427 sowie der micolinischen Niederlage in [[Cania]] 1427 stagnierten die Kämpfe schließlich. Nach Ende des Kriegs gegen Servette und zermürbenden kleineren Gefechten wurden die Kampfhandlungen 1439 weitgehend eingestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Frieden von Tesqué]] 1443 wurde die endgültige Trennung der Kronen Sagradiens und Micoliniens festgeschrieben. [[Michael II.]], Sohn Michaels I., wurde als sagradischer, Karl VI. als micolinischer König bestätigt. Sagradien musste aber auf ganz Nordmicolinien und Perucía verzichten und die so genannte [[Medéo-Linie]] wurde als Grenze vereinbart. Danach blieb [[Golen]] bei Sagradien, während die gesamte westliche Küste des [[Ligrisches Meer|Ligischen Meeres]] an Micolinien fiel. Damit hatte das Königreich Micolinien seine bis dahin größte Ausdehnung erreicht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Servettinische Kriege ===&lt;br /&gt;
Der [[Frieden von Tesqué]] bildete die Basis, auf der die micolinischen Könige aus dem Haus Interea ihren innenpolitischen Machtzuwachs begründen konnten. Mit dem Friede war die nationale Einigung, die nach der Temp des Sang im frühen 13. Jahrhundert begonnen hatte, weitestgehend abgeschlossen und die Basis für ein gesichertes und einflussreiches micolinisches Königtum war gelegt. Dem Machtanspruch der Interea-Könige stand aber mit dem [[Herzog von Servette]] noch ein mächtiger Vasall entgegen, der als [[Herzog von Sáloa]] sowie [[Fürst von Saséia]] und [[Fürst von Marbore]] den gesamten Süden des Reichs kontrollierte. Mit seinem großen Vermögen war der Herzog auch als Geldgeber der micolinischen Könige und Finanzier der Kriege gegen Sagradien aufgetreten und hatte so eine große Unabhängigkeit erlangt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts gingen auch wichtige Herrschaften in [[Lukien]] und [[Piranía|Südpiranien]] wie die [[Grafschaft Drouvel]] und die [[Grafschaft Carata]] als Pfandschaften in die Hand Servettes über. Für die micolinischen Könige galt es daher nun, die nach Souveränität strebenden Servettiner-Herzöge unter die eigene Lehnshoheit zu zwingen und ihre Macht zu brechen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem 1477 mit dem Tod [[Anton III. von Servette|Antons III. von Servette]] die männliche Linie des Hauses ausgestorben war, war die Gelegenheit für König [[Heinrich I. von Micolinien]] gekommen, die Lande als heimgefallene Lehen wieder ins Reich zu inkorporieren.  Die servettinischen Stände aber sprachen dem König dieses Recht ab und wählten mit [[Filip von Saséia]] den illegitimen Sohn Antons zum neuen Herzog. Filip wurde vom sagradischen König [[Jakob III.]] unterstützt. Es kam zum [[Erster Servettinischer Krieg|Ersten Servettinischen Krieg]] zwischen Micolinien und Sagradien, den Micolinien nach der [[Schlacht von Tinágua]] 1479 verlor. Heinrich musste die Herrschaft Filips anerkennen, hatte es aber vermocht, einige wichtige Stützpunkte zu besetzen. Die Situation blieb angespannt, da nach wie vor die servettinisch-sagradische Allianz bestand und intensiviert wurde. Nach dem Tod Filips 1490 kam es erneut zum Krieg zwischen Sagradien und Micolinien ([[Zweiter Servettinischer Krieg]]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1494 konnte Micolinien die sagradischen Truppen bei [[Joçaleia]] zurückdrängen und [[Golen]] besetzen, 1496 wurde [[Servette]] eingenommen und die Regentin [[Isabel de Sántori]] abgesetzt. Daraufhin landeten sagradische Heere bei [[Macedi]] und besiegten die Heere Heinrichs in zwei wichtigen Feldschlachten in [[Sant Filip]] und [[Cosqol]]. Heinrich II. musste sich aus Servette zurückziehen, konnte aber Golen sowie die Pfandschaften in [[Lukien]] und [[Piranien]] halten. Erst 1499 gingen auch Golen und Plato wieder an Sagradien, das sich damit zur Hegemonialmacht auf der Konsettenhalbinsel aufstieg. Die Sántori regierten nun über Sagradien, Cuentez, die Westligre, die Servettinischen Lande und die tulinesischen Besitzungen an der micolinischen Blaumeerküste. Nachdem der Sántori-Herzog [[Peter I.]] von Servette 1502 den sagradischen Thron bestiegen hatte, versuchte Micolinien im  [[Dritter Servettinischer Krieg|Dritten Servettinischen Krieg]] vergeblich, die neue Vormachtstellung Sagradiens anzufechten. Die Servettinischen Kriege endeten 1506 endgültig im [[Frieden von Sáloa]], in dem [[Achim II. von Micolinien|Aquim II.]] dem sagradischen König [[Peter II.]] die Herrschaft über die [[Servettinische Lande|Servettischen Lande]] sowie über die [[Markgrafschaft Golen]], die [[Südkont]], die [[Westligre]] sowie [[Lukien]] (Grafschaft Plato) bestätigen musste und lediglich kleinere Gebiete im Westen Lukiens und in Piranien zurück erhielt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Von der Uleistenbewegung zum Friede von Villagua ===&lt;br /&gt;
Mit der Begründung der sagradischen Herrschaft in Südmicolinien war die Position Micoliniens nach dem Fünfzigjährigen Krieg erneut geschwächt und die aggressive Außenpolitik Micoliniens gegenüber dem östlichen Nachbarn weitestgehend gescheitert. Während Sagradien unter dem Santori-König [[David I.]] zur europäischen Großmacht aufstieg, bemühten sich die micolinischen Könige [[Achim II. von Micolinien|Aquim II.]] und [[Karl VII. von Micolinien|Karl VII.]] um die innere Konsolidierung des Königtums.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1540 kam der englische Calvinist [[Francis Howle]] (Franziskus Uleus) ins nordmicolinische [[Erín]], wo er eine calvinistische Gemeinschaft formte, die in den folgenden Jahren in ganz Perucía ausstrahlte. Unter den Königen Karl VII. und [[Karl VIII. von Micolinien|Karl VIII.]] wurden diese „[[Uleisten]]“ verfolgt und unterdrückt, die nordmicolinischen „Uleisten-Städte“ wurden 1552 im [[Erster Uleistenkrieg|Ersten Uleistenkrieg]] belagert, ausgehungert und schließlich erobert. Die Uleisten wurden getötet oder vertrieben. Einige kehrten jedoch in den folgenden Jahren zurück. Ein [[Zweiter Uleistenkrieg]] 1559-1564 verlief erfolglos, da immer mehr Städte offen zum calvinistischen Glauben übertraten. Auch Karl VIII. konnte die Protestanten nicht aus dem Lande vertreiben. Er starb 1578 erbenlos. Nachfolger wurde [[Albert I. von Micolinien|Albert I.]] aus der Nebenlinie [[Interea-Conte]]. Er erließ 1584 das [[Edikt von Plato]], in dem er den Calvinisten in seinem Land weitgehende Religionsfreiheit gewährte. Seither gibt es in Micolinien eine relativ große protestantische Minderheit (die so genannten „[[Reformats]]“), die vor allem im Norden des Landes präsent ist, während der santorisch-dominierte Süden keine reformatorischen Bewegungen zuließ und noch heute fast ausschließlich katholisch geprägt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Niederlegung der Uleistenkriege konnte sich Micolinien wieder auf den Kampf um die Vorherrschaft im Blaumeer konzentrieren. Der [[Ligrischer Krieg|Ligrische Krieg]] von 1620/21 um die Herrschaft über die Westligre endete jedoch in einer Niederlage Micoliniens. Durch geschickte Heiratspolitik gelang es Micolinien in der Regierungszeit des sagradischen Königs [[Gabriel VI.]] Einfluss auf dessen Politik zu erhalten. Nachdem [[Katharina von Micolinien]], die Mutter des sagradischen Thronfolgers [[Gabriel VII.]] 1653/54 entmachtet worden war, kam es 1657 zum Ausbruch des [[Asumarischer Krieg|Asumarischen Kriegs]] um den Besitz Golens, Servettes und die Vorherrschaft im Blauen Meer sowie die Nachfolge [[Karl IX. von Micolinien|Karls IX. von Micolinien]], der ohne Erben war. Der Krieg endete 1669 mit dem [[Frieden von Villagua]], in dem Micolinien endgültig auf die Lehnsherrschaft über Servette verzichten musste, aber die personelle Trennung der sagradischen Krone vom servettinischen Herzogtum erreichte. Zudem musste Sagradien die Nachfolge [[Johann IV. von Micolinien|Johanns von Álbero]], eines Enkels Karls IX., anerkennen. Ein Jahr später endete mit dem Tod Karls IX. die Dynastie [[Interea]] auf dem micolinischen Thron. Da die zwischenzeitig zur Nachfolgerin designierte Tochter Karls Maria bereits tot war, wurde sein Enkel Johann von Álbero neuer König, der als Johann IV. das [[Haus Álbero]] auf den Thron brachte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erwerb Servettes und Napoleonische Kriege ===&lt;br /&gt;
Der Friede von Villagua leitete längerfristig den Abstieg Sagradiens und den allmählichen Aufstieg Micoliniens ein. Die Intervention Micoliniens im Spanischen Erbfolgekrieg und die Kampfhandlungen gegen Sagradien brachten im [[Friede von Cresq 1712]] den Besitz Westligres, das bis dahin zu Sagradien gehört hatte. In der Folge nutzte König [[Georg II. von Micolinien]] (1714-1719) den [[Sagradischer Bürgerkrieg|Sagradischen Bürgerkrieg]] und eroberte große Teile der sagradischen Besitzungen in Micolinien, darunter Südkont und größere Teile Lukiens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1736 wurden im [[Vertrag von Monte Sinicia]] zahlreiche Grenzkonflikte zwischen Micolinien und Sagradien niedergelegt. Nach dem Erlöschen des Hauses Santori-Servette in männlicher Linie im Jahr 1737 versuchte König [[Karl X. von Micolinien]] abermals, das Reich im Süden der Halbinsel zu erobern. Da er selbst mit Antonia, einer Schwester des letzten Großherzogs [[Karl VII. Ferdinand von Servette|Karl Ferdinand]], verheiratet war, erkannte er die Nachfolge seiner Schwägerin [[Maria I. von Servette]], der älteren Schwester Antonias, nicht an und erhob selbst Anspruch auf das Großherzogtum. Es kam zum neuerlichen Krieg, in dem sich jedoch Maria mithilfe ihres französischen Ehemanns [[Gabriel VIII.|Louis-Gabriel de Vienne]] vorerst durchsetzen konnte. im [[Nantheser Ausgleich]] von 1739 musste Karl X. Maria I. und ihren Mann Louis-Gabriel als Regenten in Servette anerkennen, erhielt aber das Fürstentum Saséia. Erst das Eingreifen [[Heinrich III. von Micolinien|Heinrichs III.]] (1753-1794) im 1756 ausgebrochenen [[Sagradischer Erbfolgekrieg|Sagradischen Erbfolgekrieg]] brachte Micolinien das lange erstrebte Ziel ein. Nachdem Micolinien zunächst [[Maria II. Franziska]] von Santori und ihren Ehemann [[Anton II. Ramírez]] de la Sieta unterstützt hatte, verweigerte es 1757 jede weitere Unterstützung und strebte einen Ausgleich mit dem gegnerischen Frankreich an. Im [[Friede von Tinagua]] 1760 erkannte Heinrich III. schließlich den französischen Kandidaten Louis-Gabriel de Vienne als sagradischen König an, dieser musste jedoch auf das [[Großherzogtum Servette]] sowie die [[Grafschaft Plato]] inklusive [[Macedi]] verzichten. Damit hatte Micolinien die gesamte Halbinsel zurückerobert und die sagradische Hegemonie endgültig gebrochen. König Heinrich III. war es schließlich auch, der den micolinischen Königshof im Jahr 1772 von [[Nanthés]] nach [[Servette]] verlegte und die Stadt in der Folge zur Hauptstadt des Reichs ausbaute.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der französischen Revolution 1789 stellte sich Micolinien in Allianz mit England gegen das revolutionäre Frankreich. Nach dem Beginn der Napoleonischen Kriege und der Eingliederung Sagradiens in das napoleonische Satellitensystem im Jahr 1805, musste auch Micolinien sich der französischen Angriffe erwehren. Gemeinsam mit Portugal und Großbritannien gelang es dem Land, die Franzosen abzuwehren. Seit 1808 unterstützte der micolinische König [[Karl XI. von Micolinien|Karl XI.]] aktiv den sagradischen Widerstand gegen die napoleonische Fremdherrschaft. 1813 konnten die Heere Micoliniens, Großbritanniens und der sagradischen Freiheitskämpfer die Franzosen beiegen. Nachdem der als einzig rechtmäßig anerkannte sagradische König [[Joseph Ludwig I.]] auf den sagradischen Thron zurückgekehrt war, erreichte Micolinien auf dem Wiener Kongress den Erwerb des größten Teils von Golen. Kurze Zeit später nutzte Karl XI. einen Aufstand gegen den König in Sagradien ([[Novemberrevolution 1817]]), um auch im Ostteil Golens einzumarschieren. Der sagradische König [[Joseph Ludwig II.]] musste im [[Vertrag von Vèrisa]] schließlich nochmals die Abtretung Westgolens an Micolinien bestätigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Micolinien zwischen Beginn und Ende der Demokratie ===&lt;br /&gt;
Die Versuche Sagradiens, Westgolen in zwei Kriegen zurückuerobern ([[Golenkriege]]), scheiterten beide, sodass Micolinien, nachdem es zwischenzeitig ganz Golen beherrscht hatte, die dauerhafte Teilung der Region im [[Frieden von Diegue]] 1829 durchsetzen konnte. In der Folge der revolutionären Unruhen im April 1848, die von Sagradien auch nach Micolinien überschwappten, hier jedoch zu keinen nennenswerten Umstürzen führten, erließ Königin [[Luise I. von Micolinien|Luise I.]], seit 1852 als Nachfolgerin ihrer Großeltern [[Karoline I. von Micolinien]] und [[Michael IV. von Micolinien|Michael IV.]] Königin, eine [[Micolinische Verfassung von 1855|liberale Verfassung]]). Mit der [[Micolinische Verfassungsreform 1879|Verfassungsreform des Jahres 1879]] wurde das Regierungssystem weitgehend parlamentarisiert und die Verantwortlichkeit des Kabinetts gegenüber den beiden Kammern des Nationalparlaments festgeschrieben. Nach 57 Regierungsjahren starb Luise im Jahr 1909. Ihr Tod führte zu einer Nachfolgekrise, da ihr Enkel [[Henrique Joann Prinz von Perucía]] nach dem Tod seines Vaters überraschend auf die Thronfolge verzichtete. Schließlich bestimmte das micolinische Parlament einen Enkel Luises Johann Friedrich von Battenberg, Sohn ihrer Tochter Maria Federica und des Hessenprinzen Karl Alexander von Battenberg, zum Nachfolger, der schließlich als [[Johann V. von Micolinien|Johann V.]] den Thron bestieg und die Dynastie [[Albero-Poléi-Battenberg]] begründete.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter den liberalen Staatsministern [[Luvis Renard]] (1888-1894) und [[Fernand Esquill]] (1904-1907) wurde eine Reihe von Wirtschafts- und Sozialreformen durchgesetzt, die das Land modernisierten. Die Ära der liberalen Dominanz im Parlament wurde 1910 durch den Wahlsieg der [[Partit Socialiste|Sozialisten]] beendet, die erstmals stärkste Kraft im Unterhaus wurden. Nachdem Micolinien im Ersten Weltkrieg zunächst neutral geblieben war, trat es 1917 auf Seiten der Entente in die Kampfhandlungen ein. Der liberale [[Marc Visconte]] bildete daraufhin ein breites Kriegskabinett, dem sowohl Konservative als auch Sozialisten angehörten. Nach dem Krieg geriet das Land in eine schwere Krise, in der es den demokratischen Parteien nicht mehr gelang, Lösungen für die sozialen Probleme des Landes zu finden. Nach landesweiten bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen linken und rechten Kampfverbänden sowie dem Wahlsieg der faschistischen [[Micolinische Nationalpartei|Micolinischen Nationalpartei]] von [[Pier Ulisse]] ernannte König [[Karl XII. von Micolinien|Karl XII.]] den ultrakonservativen General [[Osvalt Camur]] zum Staatsminister, der ein autoritäres Regime installierte und im Oktober 1922 eine ständestaatliche  Verfassung erließ, welche die parlamentarische Demokratie abschaffte ([[Nove Regimen]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Faschistische Juni-Bewegung und Ulisse-Regime ===&lt;br /&gt;
Dennoch gelang es Camur nicht, die Probleme des Landes in den Griff zu bekommen und den Quasi-Bürgerkrieg zu beenden. Besonders die faschistische paramilitärische [[Schwarze Garde]] (Guarda Negre) gewann mit ihrem gewaltsamen Terror immer mehr Macht im Land. Im Juni 1924 startete Ulisses &amp;quot;[[Juni-Bewegung]]&amp;quot; einen &amp;quot;[[Marsch auf Servette]]&amp;quot; nach dem Vorbild Mussolinis, der ihm die Regierungsgewalt sichern sollte. König [[Karl XII. von Micolinien|Karl XII.]] gab schließlich nach und entließ Camur, um unmittelbar darauf Ulisse zum Staatsminister zu ernennen. Binnen kürzester Zeit modifizierte er die ständestaatliche Camur-Verfassung so, dass sie Ulisses PNM die alleinige Staatsmacht sicherte. Als neues entscheidendes Verfassungsorgan wurde der [[Nationaler Generalrat|Nationale Generalrat]] installiert, der faktisch die Rechte des Königs und des Staatsrats übernahm und bündelte. Die Bürgerrechte wurden suspendiert, die oppositionellen Parteien ausgeschaltet, die PNM zur alles beherrschenden Staatspartei gemacht.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Nach separatistischen Aufständen in beiden Teilen Golens im Jahr 1935, die ein eigenständiges und wiedervereinigtes Golen anstrebten und von Ulisse blutig niedergeschlagen wurden, nutzte der Diktator die Schwäche der sagradischen Übergangsregierung Dini, um auf sagradisches Staatsgebiet vorzudringen ([[Golenkrise 1935/36]]). Unter dem Vorwand, die vom sagradischen Ostteil Golens ausgehenden terroristischen Akte zu beenden und damit die Sicherheit des eigenen Landes zu gewährleisten, besetzten micolinische Truppen die sagradischen Provinzen [[Golen-Casqa]] und [[Val d’Ambrís]] sowie Teile der Provinz [[Escada]]. Nachdem der micolinische Außenminister [[Charl Marrel]] ein internationales Moratorium erwirken konnte, das die sagradische Provinz (Ost-)Golen für ein Jahr unter micolinische Verwaltung stellte, erfolgte 1936 eine manipulierte Volksabstimmung, die eine vermeintliche Mehrheit für ein vereintes Golen unter micolinischer Oberhoheit erbrachte. Unter der Berufung auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker annektierte Micolinien im Mai 1936 die Provinz Ostgolen. Der Völkerbund zeigte sich durch die Abessinien-Episode handlungsunfähig, Sagradien durch innere Auseinandersetzungen zwischen linker [[Volksfront]]regierung und rechten Gruppierungen zu geschwächt, um einen Krieg zu riskieren. Außerdem bestanden auf Seite der sagradischen Rechten durchaus Sympathien für das Vorgehen Ulisses, dem man glaubte, das Golenproblem aufdrücken zu können und ein ethnisch einheitliches Sagradien schaffen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einem Geheimvertrag zwischen dem seit 1938 regierenden sagradischen Diktator [[Manuel Álamo]] und dem micolinischen Regierungschef Ulisse erkannte Sagradien de facto die Annexion Golens durch Micolinien an, erwirkte aber die Garantie für die golischsprachigen Gebiete in den Provinzen Val d’Ambrís und Escada, aus denen die micolinischen Truppen endgültig abzogen. Außerdem wurde es sagradisch-sprachigen Golen erlaubt, nach Sagradien zurückkehren zu dürfen, was die meisten auch taten. Das Juni-Regime betrieb im ganzen Land eine systematische Micolinisierungspolitik, die die gewaltsame Unterdrückung der zahlreichen Regionalsprachen wie des Golischen, des Peruzinischen und des Litischen umfasste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Narzissenrevolution und die Redemokratisierung des Landes === &lt;br /&gt;
Im Zweiten Weltkrieg blieb Micolinien trotz seiner ideologischen Nähe zu den Achsenmächten neutral. Dennoch führte der Sieg der Alliierten zu einer Destabilisierung des Juni-Regimes. Nach dem überraschenden Tod Ulisses im Mai 1947, mit dem das Regime seine unumstrittene Führungsfigur verloren hatte, zeigte die PNM-Führung zunehmend Auflösungserscheinungen, da Ulisses Nachfolger [[Noribert Ferrer]] es nicht vermochte, die Partei geschlossen hinter sich zu bringen. Im April 1948 kam es zum Aufstand der linksoppositionellen [[Narzissenbewegung]] (Moviment Narcisse), die so genannte &amp;quot;[[Narzissenrevolution]]&amp;quot;, die binnen kürzester Zeit die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich bringen konnte. Nachdem der Generalrat es nicht schaffen konnte, die Aufstände zu stoppen und das Militär den Kampf gegen die Aufständischen verweigert hatte, entließ König Karl XII. den Staatsrat Ferrer und dankte zugunsten seines Sohnes [[Karl XIII. von Micolinien]] ab. Dieser entmachtete umgehend den Generalrat und setzte die Verfassung aus. Stattdessen ernannte er den Sozialistenführer [[Antoni Piël]], einen der Führer der Narzissenbewegung, zum neuen Staatsminister. Er berief ein nationales Kabinett aus [[Partit Comuniste Micoline|Kommunisten]], [[Partit Socialiste Lavorator|Sozialisten]] und [[Cèntre Democrat Micoline|Christdemokraten]]. Eine der ersten Amtshandlungen war das Verbot der PNM, die Verhaftung ihrer führenden Köpfe sowie die Reinstallation der Bürgerrechte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Juni 1948 kam es zu den ersten freien Wahlen seit 1922, bei denen die Christdemokraten überraschend eine Mehrheit vor Sozialisten, Kommunisten und [[Partit Democrat Libral|Liberalen]] erreichten. Der parteilose [[Francis Ernest Crést]] bildete eine Dreiparteienregierung aus CDM, PSL und PDL, die nach Austritt der Sozialisten im Jahr 1949 von einem christdemokratisch-liberalen Staatsrat unter [[Armand Mikael Carpol]] (CDM) abgelöst wurde. Eine [[Micolinische Verfassung von 1948|neue liberale Verfassung]], die im Wesentlichen an die von 1879 anknüpfte, wurde in einer Volksabstimmung im Dezember 1948 angenommen. Um die nach dem Zusammenbruch des Juni-Regimes wieder aufflammenden Separationsbestrebungen in [[Golen]], aber auch die Regionalbewegungen in [[Perucía]] und [[Litien]] auffangen und die Integrität des Landes sicherstellen zu können, sah die neue Verfassung die Umwandlung Micoliniens von einem Einheitsstaat in einen Bundesstaat unter parlamentarisch-monarchischer Regierung vor. Den peruzinischen, litischen und golischen Bevölkerungsgruppen wurde weitgehende kulturelle Autonomie garantiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die neue Regierung liberalisierte das Land wirtschaftlich, hielt aber an dem von der Regierung Piel deklarierten strikten Neutralitätskurs fest, sodass Micolinien auch nicht zu den Gründernationen der NATO gehörte. Bis heute gehört Micolinien dieser Vereinigung nicht an. Die Umwandlung Micoliniens in einen Föderalstaat und die Erhebung Golens zu einem Gliedstaat innerhalb der micolinischen Monarchie machten die nie offiziell beigelegte Golenkrise wieder aktuell, da Sagradien die ehemals sagradische Provinz [[Golen-Casqa]], also den Ostteil der neuen [[Region Golen]], nach wie vor als besetzten Teil seines Staatsgebiets betrachtete, auch wenn man keine aktive Wiedereroberungspolitik betrieb. Die Spannungen der Jahre 1948 und 1949 wurden erst im Jahr 1955 durch die [[Golenverträge|Verträge von Alágua und Pexace]] zwischen Micolinien, Sagradien und der golischen Regionalregierung beigelegt. In den Verträgen verzichtete Sagradien endgültig auf seine Gebietsansprüche in Golen. Im Gegenzug verpflichtete sich Micolinien zu Kompensationszahlungen und gewährte der [[Sagradische Sprache|sagradisch-]], [[Eskadische Sprache|eskadisch-]] und [[Asumarische Sprache|azumarisch]]-sprachigen Minderheit im Land weitgehenden kulturellen und politischen Schutz. Außerdem ließ Micolinien im [[Abkommen von Plato|Folgeabkommen von Plato]] (1957) seine jahrhundertealten Besitzanspräche auf [[Cuentez]] fallen. Das 1943 von micolinischen Truppen besetzte [[Allécapo]] wurde daraufhin geräumt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1952 und 1956 regierten die Christdemokraten alleine. Im Jahr 1960 gehörte Micolinien zu den Gründerstaaten der Europäischen Freihandelszone EFTA. Seit 1959 wurde das Land von einer [[Volksfront]]regierung der Sozialisten unter Tolerierung der Kommunisten unter PSL-Führer [[Luvis Blum-Sael]] regiert. Das Linksbündnis zerfiel im Jahr 1965, weil sich die Regierungspartner nicht auf einen gemeinsamen Haushalt einigen konnten. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging die Mitte-Rechts-Opposition als Sieger hervor und bildete unter [[Mikael Mari Salt]] ein CDM-PDL-Kabinett. Um die Wirtschaftskrise zu überwinden, wurde 1966 eine Große Koalition aus Christdemokraten, Sozialisten und Liberalen gebildet, der mit [[Charl Henrique Valdés]] erstmals seit der Redemokratisierung des Landes wieder ein Liberaler vorstand. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Parlamentswahlen im Jahr 1968 gingen erneut die Christdemokraten als Sieger hervor. Bis 1979 regierte der CDM-Vorsitzende [[Joann Christén]] zusammen mit der PDL. Auf Initiative Joann Christéns und des sagradischen Ministerpräsidenten [[Joán Caval]]s hin kam es 1972 zur Gründung des [[Blaumeerrat]]es (''Consile Asumaresq'', ''Côsíliu Azumarês'') als gemeinsames Forum der Blaumeeranrainerstaaten [[Sagradien]], [[Micolinien]] und dem [[Fürstentum San Cristo]]. Die Regierung Christén zerbrach 1979 mit der Abspaltung des rechten PDL-Flügels zur [[UPD]]. Aus vorgezogenen Parlamentswahlen ging erstmals die PSL als stärkste Partei hervor. Der Sozialist [[Guillemes Oreste]] bildete eine Große Koalition mit dem CDM, die 1981 zerbrach und nach einem erneuten Wahlsieg der Christdemokraten von einer christlich-liberalen Koalition unter [[Martin Bertrand]] (CDM) abgelöst wurde. Dessen Regierung musste nach einem Steuerskandal 1984 zurücktreten und einer Großen Koalition aus PSL und CDM unter dem sozialistischen Wahlsieger [[Stefan Casagre]] weichen. Nach dem Bruch der Koalition 1987 bildete [[Antoni Sagrand]] (PSL) eine linke Übergangsregierung, die als Minderheitsregierung der Sozialisten von der Unterstützung der Kommunisten abhängig war und 1988 von einer konservativ-liberalen Mitte-Rechts-Koalition aus CDM, [[DL]] und UPD unter [[Noribert Pasquale]] (CDM) abgelöst wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach den Parlamentswahlen 1992 bildete der Christdemokrat [[Carlo Masane]] eine Große Koalition mit den Sozialisten, welche in Abkehr von der traditionellen Neutralitätspolitik den Beitritt Micoliniens zur Europäischen Union betrieb, der 1995 vollzogen wurde. Nach den Wahlen 1996 wurde der Sozialist [[Bernard Sandres]] Staatsminister. Er bildete eine Ampelkoalition mit der linksliberalen DL und den micolinischen Grünen, unter deren Ägide Micolinien 1999 den Euro als Zahlungsmittel einführte. Im Jahr 2000 siegten die Christdemokraten unter ihrem Spitzenkandidaten [[Albert Nobel]], der die konservativ-liberale Koalition aus CDM, UPD und DL neu auflegte. Bei den Parlamentswahlen 2004 kam es zu einem Erfolg der rechtspopulistischen [[Acciò Marc Nabert]] (AMN), die mit einem ausländerfeindlichen Wahlkampf zahlreiche Protestwähler mobilisieren konnte und knapp 18% der Wählerstimmen erreichte. Nobel band die Partei in eine Rechtskoalition aus CDM, UPD und AMN ein, die aber 2006 wieder an den inneren Problemen der AMN zerfiel.&lt;br /&gt;
Aus vorgezogenen Neuwahlen ging das CDM gestärkt hervor und wurde erstmals seit den Wahlen 1992 wieder größte Parlamentsfraktion. Nobel erneuerte die Dreierkoalition mit UPD und DL.&lt;/div&gt;</summary>
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